Uns wurde ja neulich erzürnt vorgeworfen, wir würden immer nur dieselben Kulturstätten besuchen. Dagegen hab ich jetzt mal was unternommen und war im Theater am Käfigturm. Das ist dasjenige Theater, wo man sich immer ein wenig fragt, wo denn hier ein Theater sei, wenn man am Bärenplatz aufs Tram wartet und dabei die Plakatsäule betrachtet. Das Gastspieltheater hat ein abwechslungsreiches Programm, das einerseits viel Comedy aufweist, andererseits aber auch Kindertheater, Publikumsrenner wie «Das Millionenhaus» mit Maria Becker (4. und 5. März), Laientheater wie die Liebhaberbühne Biel (26. und 27. Februar) oder aber auch Georgette Dee (22.-24. April).
Zu Gast war da gestern die Schauspiel Schule Zürich, welche eine berufsbegleitende «4-jährige Ausbildung zum Semi-Profi oder Profi, mit Diplomabschluss» anbietet. (Nicht zu verwechseln mit der ZHdK, der Zürcher Hochschule der Künste.) Das Stück, das sie boten, heisst «IrreParabel» und ist eine lustige Szenen- und Sketch-Collage basierend auf Ken Campbells Stück «Mr. Pilks Irrenhaus». Nach dem Motto «Machen Sie sich keine Sorgen, sie sind verrückt,» hinterfragt der Abend den Unterscheid zwischen Normalität und Wahnsinn auf witzige und oft sehr absurde Art.
Nicht so sehr meinem Geschmack entsprach der exzessive Einsatz von billigen Schnäuzen und Perücken. Ausserdem hätte man bei der einen oder anderen Szene vielleicht mehr auf den teils bitterbösen, manchmal sehr poetischen Text statt auf Schenkelklopfen setzen können. Aber ansonsten hat mich der Abend amüsiert und ich war von der schauspielerischen Leistung dieser zukünftigen Semi-Profis und Profis sehr positiv überrascht. Vielleicht wäre es bei einem feineren Stück anders, aber da sah ich jedenfalls keinen frappanten Unterschied zu den Schauspielstudierenden einer Fachhochschule.



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Übrigens:
Heute um 21:30 tauft Trummer im Le Beizli in den Vidmarhallen seine “WinterPlatte”. Bitte gehen Sie hin und erzählen Sie mir wie’s war, weil ich leider selber nicht kann.