Von Benedikt Sartorius am Freitag, den 5. Februar 2010, um 11:21 Uhr

Off-Spaces versus Galerien

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Anlässlich des Galerienwochenendes äusserte Bernhard Bischoff, der Präsident des Vereins Berner Galerien, im «Bund»-Interview mit dem Titel «Wir leben für die Kunst» einige Sätze, die den Betreibern der vier sogenannten Off-Spaces offensichtlich kaum Gefallen haben. Die markantesten lauten so:

Bild aus der aktuellen Ausstellung in der Galerie Bischoff«Viele junge Galerien starten heute als Off-Space, also als alternativer Kunstraum. Sie erhalten Subventionen von der öffentlichen Hand oder von privaten Stiftungen und können sich so die ersten zwei, drei Jahre, in denen sie einen Kundenstamm aufbauen, über die Runden bringen. Und dann sagen sie plötzlich: Ich bin jetzt Galerist. Man vergisst gern, dass auch die Off-Spaces Kunst verkaufen. Das ist nicht immer angenehm für uns Galeristen. Wir deklarieren offen, dass wir verkaufen, und erhalten daher auch keine Subventionen.»

Die Affiche der Ausstellung von Linda Tegg am BollwerkAuf diese Einwürfe
von Bischoff reagieren die Betreiberschaft der Off-Spaces Galerie Milieu, Neue Galerie, Marks Blond und Grand Palais nun mit einem doch giftigen Pamphlet namens «Wir jammern für die Kunst». Der offene Brief ist hier als PDF verfügbar und richtet sich – via Medien – direkt an Bernhard Bischoff.

Die Gräben scheinen jedenfalls tief zu sein zwischen diesen beiden Konzepten, die für mich als Laien und überaus flüchtigen Kunst-Flaneur bislang im Verborgenen geblieben sind.

9 Kommentare zu „Off-Spaces versus Galerien“

  1. signora pergoletti:

    Hoppla, sehr giftig, in der Tat, wie die Off-Spaces da reagieren. Das hat natürlich auch etwas erfrischendes, gerade im Kunstbetrieb. Solche Töne hört man ja seit Jahren selbst von der Reitschule nicht mehr. Angst scheinen die jedenfalls keine zu haben, im Gegensatz zu Herrn Bischoff. Der allerdings seinerseits wohl schon auch weiss, was er sagt und vielleicht etwas mehr Respekt verdient hätte, scheint mir zumindest.

    Jedenfalls brodelts da ganz schön. Danke für den Hinweis, werter Herr Sartorius.

  2. Schnapsnase:

    Ich kann die Off-Spaces verstehen. Als ich Herrn Bischoffs Artikel las, dachte ich bloss: Was soll dieses Gejammer? Wenn er als Präsident des Galerienverbandes mal so richtig mit der Geissel zwicken würde, käme da eventuell mehr Pfupf rein. Von mir auf jeden Fall ein Bravo den Off-Spaces. Hoffentlich gibt es ein paar gesalzene Reaktionen, tut dem verschlafenen Kunstplatz Bern.

  3. signora pergoletti:

    Ich unterstütze die Reaktion der Off-Spaces grundsätzlich auch, werte Schnapsnase, jedoch über den Ton kann man von mir aus gesehen diskutieren. Jedenfalls spannend, tut dem Kunstplatz bestimmt gut, wie Sie sagen!

  4. :newfield:

    Wir stehen zur Vielfalt.

    Ich auch. nicht zuletzt, was die deutsche sprache betrifft. aber bei diesem pdf habe ich nur zwei absätze geschafft. unleserlich. sorry.

  5. Grand Palais in Bern…

    Grand Palais Bern Nicht nur in Paris auch in Bern gibt einen Grand Palais. Auch in diesem finden vor allem Kunstausstellungen statt. Er ist allerdings aus Holz und auch von der Grösse her, kann er mit dem Pariser Vorbild nicht ganz mithalten. Das ehema…

  6. Schnapsnase:

    Das sieht mir aber sehr nach einem Interruptus aus…. Was will uns Herr Jenk hier wohl sagen?

  7. MIchael:

    Sie müssen halt schon auf den Link klicken, um paar weiteren Sätze zu sehen. Ich weiss, Sonntagsarbeit, ist aber nicht sooo anstrengend.

  8. Schnapsnase:

    War die Aussprache schon, wird sie noch stattfinden? Werden wir informiert? Gibt’s was zu berichten?

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