Es gibt in Berlin mit dem Substitut einen Ausstellungsraum, der sich speziell um das Schweizer Kunstschaffen kümmert. Passend zum Transmediale-Festival hat die Galerie nun Studenten des Masterstudiengangs Musik und Medienkunst der Hochschule der Künste Bern eingeladen, einige Arbeiten in Berlin zu zeigen.

Eine gelungene Schau, die spielerisch mit Klängen umgeht und auch den Besucher immer wieder zum Mitspielen einlädt. Die träge im Eingangsbereich hängenden Föhne (verstehen das die Berliner? die Künstlerin Lilian Beidler kümmert’s wenig – «so föhn!» nennt sie ihre Installation) geraten bald in Schwingung, wenn man die Elektroregler betätigt und sie zu blasen beginnen. Und sobald auch die Kontaktmikrophone an den Wänden von den Turbulenzen erfasst werden, gesellen sich zum monotonen Heulen noch allerlei weitere Geräusche.
In der Installation von Kaspar Hochuli kann man einiges gezielter mitagieren: Ein geheimnisvolles, weiss gerastertes Lichtfeld muss mit farbigen Würfeln bestückt werden. Je nachdem, wo diese zu liegen kommen, wird der Raum anders musikalisch bespielt. Audio und Video spielen so auf hintersinnige Weise ineinander – die Farbpixel werden von einer Kamera erfasst und steuern jeweils verschiedene Tonspuren.
Weitaus simpler, aber nicht weniger verblüffend ist die Arbeit von Tobias Reber. Er hat in einem Zimmer ein paar kleine Gerätchen angebracht, die an verschiedenen Stellen den Boden, die Decke, den Türrahmen abklopfen und so eine komplette (unverstärkte) Rhythmussektion ergeben, die es in sich hat. Ein Forschungsunternehmen anderer Art ist die Installation von Cyrill Lim. Er zeigt, dass Klänge nicht für sich existieren, sondern immer abhängig von der Technik sind, von der sie erzeugt werden. Eine Reihe von Verstärkern ist mit diversen Lautsprechern gekoppelt – das Eingangssignal ist überall dasselbe, doch klingt es, wenn man sich durch den Raum bewegt, überall ein wenig (mitunter auch komplett) anders. Es ist eben heutzutage nicht mehr nur le ton qui fait la musique.






Wenn Sie schon an der Transmediale sind, dann besuchen Sie doch bitte für mich heute die Clubnacht mit den Herren Dan Deacon und aber auch Four Tet, Herr Fischer. http://www.clubtransmediale.de/ctm-festival/night-program/night-schedule/05/cornucopia.html
Oder natürlich den ollen Meinecke als Plattenspieler: http://www.clubtransmediale.de/ctm-festival/night-program/night-schedule/05/plattenspieler-at-ctm.html
Das weitherum gerühmte Album von Kieran Hebden aka Four Tet gibt es wie eigentlich immer bei den holländischen Freunden zu hören:
http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/42999021#luisterpaal.42999021
Dort darf ein weiteres einschlägiges Clubprodukt angehört werden, das mit der Gaststimme eines Panda Bären veredelt ist.