Gestern lief in der Cinématte anlässlich des ausgedehnten Filmzyklus über den Regisseur, Kaffeeproduzenten, Fotografen und Praktizierer der Transzendentalen Meditation David Lynch die Doku «Lynch». Allein, wer sich ein Portrait erhofft hat, welches die Geheimnisse um seine mysteriösen und traumlogischen Filmen aufklärt, wurde enttäuscht – und zusätzlich verwirrt.
Der Film zeigt Lynch während den Dreharbeiten zu seinem bislang experimentellsten, weil ohne Drehbuch entstandenen Film «Inland Empire». Die alltägliche Message des Meisters zu den Mitgliedern seiner Homepage wird mitgeschnitten und der ästhetische Kettenraucher erzählt Anekdoten, die natürlich das private Leben und seinen Werdegang nicht tangieren.
Einzige wertvolle Erkenntnisse über die Arbeitsweise des aus Iowa stammenden Lynch, der seine Filme nur dank französischen Geldgebern finanzieren kann, liefern die Szenen, die ihn als Fotografen und Maler zeigen und erklären, dass sein Werk weniger vom Film als vielmehr von der bildenden Kunst beeinflusst ist. Überraschend auch, dass der brillante Web-Werker nur arbeiten kann, wenn er sich dank dem Meditieren ausgeglichen fühlt und in den «ocean of creativity» eintauchen kann.
Am Schluss des Films erhärtet sich der Verdacht, dass hier alles inszeniert ist und sich hinter dem mysteriösen Regisseur-Alias blackAndwhite der Portraitierte selber versteckt. Jedenfalls: Dieser blackAndwhite scheint ein allzu höriger Lynch-Ästhetik-Imitator zu sein, der dem brillanten Verschleierungstaktiker gehörig auf den Leim gekrochen ist.
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«Lynch» läuft noch diesen Samstag sowie am 15. Februar. «Inland Empire» gibt es dann an verschiedenen Daten ab dem 21. Februar zu sehen.









Hier noch eine Kurzmeldung aus dem Samstags-«Bund» in Sachen Kino, die das Ende des Cinemastar und des Splendid leider bestätigt und das Wort Grossraumkino für mich einführt:
Quinnie-Gruppe bestätigt Schliessung dreier Kinos
Die Quinnie-Gruppe, Betreiberin von neun Kinosälen, bestätigte gestern in einer Mitteilung ihre Neuausrichtung als Anbieterin von Studiofilmen. Wegen rückläufiger Besucherzahlen und anstehender Investitionen werden auf Ende März die Kinos Splendid eins und zwei geschlossen; Cinema-Star wird Ende Mai stillgelegt. Die Mietverträge wurden nicht mehr verlängert. Dagegen wird das Grossraumkino Bubenberg digitalisiert und mit 3-D aufgerüstet.
3D-Studiofilme?