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Wissenschaft für Beschränkte

Von Roland Fischer am Mittwoch, den 20. Januar 2010, um 13:00 Uhr

Es ist so eine Sache mit dem Vermitteln von Wissenschaft. Die Materie ist meist sehr komplex, der Graben zwischen Experten und Laien tief. Noch bis übernächstes Wochenende wird das in den Ausstellungsräumen im Käfigturm exemplarisch vorgeführt.

Der Schweizerische Nationalfonds stellt im Käfigturm derzeit einige der von ihm unterstützten Forscher und ihre Arbeit vor. Das Konzept ist simpel: Pro Forscher eine Stellwand, darauf ein paar schöne Fotos (vom renommierten Fotografen Andri Pol) und eine kurze Zusammenfassung der wissenschaftlichen Erfolge. Das ist schön anzusehen, doch funktioniert es leider nicht. Man kann die Arbeit eines Spitzenforschers nicht in ein paar Sätzen verständlich machen. Der Besucher wird mit so vielen rätselhaften Theorien und Superlativen (natürlich sind die meisten Forscher «Weltspitze», sind «führend» in ihrem Forschungsgebiet oder haben es gar «revolutioniert») bombardiert, dass ihm nur das ehrfürchtige Staunen bleibt. Verstehen hingegen wird er nichts. Da helfen auch die gelungenen fotografischen Eindrücke aus den Labors und Schreibstuben der Wissenschaftler nichts.

science suisse
Während einem so von Plakat zu Plakat die eigene Beschränktheit vorgeführt wird, macht sich von oben immer deutlicher ein geduldiges Klicken bemerkbar. Transparente Wissenschaft? Die gibt es in dieser Ausstellung tatsächlich: Das schmiedeiserne Werk der Käfigturmuhr lässt sich ganz zuoberst in Aktion bewundern. Unbedingt zur vollen Stunde vorbeikommen, dann rattert das gemächlich tickende Ungetüm so urplötzlich und heftig, dass man einen Moment um seine Stabilität fürchtet. Bevor es dann wieder in seinen ruhigen Takt zurückfällt.

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Ergiebiger als der Ausstellungsbesuch ist die Lektüre der dazugehörenden Publikation. Dort wird die Arbeit der Forscher auf immerhin je zwei Seiten gewürdigt.

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