In der kleinen und lange vernachlässigten Serie mit wertvollen Labels, die nichts mit Bern zu tun haben, präsentiert sich heute Warp.
Das einstige Elektrolabel aus Sheffield feiert im ausgehenden Jahr seinen 20. Geburtstag mit Veröffentlichungen, die die erfolgreiche Öffnung des Plattenhauses schön aufzeigen. Allen voran war da das neue Album von Grizzly Bear zu bestaunen, die Platte für alle Lebenslagen von Bibio und der irrsinnige Clark, der den Warp-Veteranen und grossen Querkopf Aphex Twin so langsam in den Hintergrund zu drängen scheint.
Im letzten Moment für die Jahreslisten tauchten im Labelkatalog auch die neue gwundrige Platte des Duos Broadcast mit dem sprechenden Namen «Investigate Witch Cults Of The Radio Age» auf. Kassettenspulen, fragmentarische Beats, weite Hallräume, die an das Werk des Meisterproduzenten Joe Meek gemahnen, finden sich in diesen 42 Minuten, die einlullend wirken und die kosmische Musik aus den Sechziger- und Siebzigerjahren neu verkabeln. Das Hörspiel wird bei Broadcast und ihrem Freund Julian House zur psychedelischen Drogenparty.
Weit knalliger geht da der junge Produzent Hudson Mohawke aus Glasgow auf seinem Debüt «Butter» zu Werke. Fern jeder Geschmacksgrenze zitiert der furchtlose Bube 80er-Preziosen, verwendet wüste Soundeffekte und bastelt fantastische gebrochene Beats. Überzuckerte Getränke sind dennoch vonnöten, um dieses raffinierte Fest des schlechten Geschmacks auch angenehm zu überstehen. Als Einstieg in die überdrehte Airbrushwelt sei dieses Videospiel empfohlen – und als Einstieg in die Warp-Gesamtwelt der Jubiläumssampler Warp 20 (Chosen).





Ah, endlich wieder mal ein Möbiusband!
Ich danke für das gelernte Wort, Herr häck.
Das Album von Herrn Mohawke kann übrigens momentan in voller Länge bei 3voor12 angehört werden, wer sich denn wagt:
http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/42660457#luisterpaal.42660457
Als mir einmal sehr fad war, hab ich eine Bastelanleitung für das Möbiusband gemacht, wenn Sie selber eines haben möchten…
Sehr schön, Herr Häck. Wer über meine Bastelfähigkeiten allerdings informiert ist, der weiss, dass ich ein solches Band nie fabrizieren könnte.
Hier noch die Affiche für die sehr löblich ausgefallenen Warp-Jubiläumsabende in einer schönen Stadt:
Warp, grübelsuchundfind, da war doch was!
Eine überaus löbliche CD aus dem Jahr 2006 mit Konzertaufnahmen. Ab 2003 gab es 3 Konzerte, bei denen die London SInfonietta einerseits zeitgenössische Werke in Originalbesetzung spielte und andererseits auch Arrangements von Warp-”Songs”. Auf der CD hört man Stücke von Aphex Twin, Squarepusher, John Cage, Karlheinz Stockhausen, Edgar Varèse, György Ligeti, Steve Reich und Conlon Nancarrow. EIne sehr gelungene Angelegenheit.
Einen Link gibts hier:
http://www.warprecords.com/londonsinfonietta/
Und kaufen kann man das DIng wohl ziemlich überall (der Internetshop aus der Schweiz, den man nicht unbedingt unterstützen sollte, der aber so wahnsinnig praktisch, schnell und billig ist, führt das Album jedenfalls im Sortiment).
boards of canada. boards of canada. saved my life.
Danke für den Tipp, Herr zuffi. Zu Conlon Nancarrow kommt mir nur das schön aufgebrachte Personal zu Turnhalle-Radiozeiten in den Sinn. Unbezahlbar.
Dieser Luisterpaal der löblichen Fernseh- und Radiosender VPRO ist schon wirklich supi, gellen Sie, Herr Sartorius.
Das isch eso, Herr JimBobIII.
Und allerseits guten Morgen.
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