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Dann lernen Sie wenigstens was

Von Nicolette Kretz am Samstag, den 19. Dezember 2009, um 07:00 Uhr

Es kann einem ja durchaus passieren, dass man freudig ins Theater geht, weil man grosse Erwartungen hat, und einem das Gesehene dann kein bisschen, aber wirklich auch überhaupt nicht inspiriert. So erging es mir gestern beim Stück «Sweet Dreams Are Made» von Simone Aughterlony und Isabelle Schad in der Dampfzentrale.

Insbesondere weil ich ein grosser Fan von Aughterlony bin, freute ich mich sehr. Die Neuseeländerin vermag immer wieder mit viel Leichtigkeit und Witz sowie intelligenten Texten die Brücke zwischen Tanz und Theater zu schlagen (zuletzt in Bern z.B. mit «Tonic»). Von Schad hatte ich bis anhin nichts gesehen. Zuletzt wurde in Bern von ihr die Arbeit «Still Lives» gezeigt, bei der Tonaufnahmen von Leuten, die ein Bild beschreiben, als Grundlage des Bühnengeschehens dienen.

«Sweet Dreams Are Made», bei dem eigentlich nur frei zum Thema «Träume» assoziiert wird – körperlich und sprachlich –, konnte mich leider überhaupt nicht begeistern. Die Vorgehensweise war mir zu billig, das Resultat zu inhaltsleer.

Statt Sie mit einer Nacherzählung des Gesehenen zu langweilen, möchte ich Sie lieber auf ein Filmchen hinweisen, das mit Aughterlony und Schad überhaupt nichts zu tun hat, mir aber während des Stückes dank eines Plastiksackes wieder in den Sinn gekommen ist. Ich glaube, wir hatten das hier noch nie.

Ein Professor von mir pflegte zu sagen: «Und wenns nicht gut ist, dann lernen Sie wenigstens was.» Ob ich gestern Abend was gelernt habe, weiss ich noch nicht, aber es kam mir wenigstens was in den Sinn.

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