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Stadtkultur bei Google (13): Dampfzentrale

Von Manuel Gnos am Mittwoch, den 16. Dezember 2009, um 07:00 Uhr

Von der grünen Wiese kehren wir in unserer losen Google-Serie zurück an die grüne Aare. So grün wie auf diesem Bild wird es dort unten aber jetzt grad nicht sein:

Dampfzentrale Bern. (Bild: Google)

Bis die beiden Konzerte, auf die wir Sie an dieser Stellen zwecks bereits laufendem Vorverkauf, über die Bühne gehen, wird es vor der Dampfzentrale aber schon wieder wärmer und farbiger sein als zurzeit. Auf die folgenden beiden Veranstaltungen wollen wir Sie gerne aufmerksam machen:

25.03.2010: Ja, Panik & Die Aeronauten. «Ja, Panik» ist die in Berlin domizilierte, aus Wien stammende Band der Stunde (zu der Ihnen unser Herr Sartorius in den Kommentaren sicher näher Auskunft geben kann, falls dies erwünscht ist). Über die Aeronauten müssen wir dagegen in diesem Fachforum keine weiteren Worte mehr verlieren. Das haben wir hier und hier ja schon getan.

11.04.2010: Sophie Hunger. Auch dieser Name ist inzwischen allen geläufig. Dass sie in Bern gleich zwei Konzerte hintereinander gibt, ist trotzdem erwähnenswert. Das hat mit dem Wunsch der Sängerin zu tun, das junge wie auch das gesetztere Publikum anzusprechen. Deshalb findet am Tag vor dem Dampfere-Auftritt ein Hunger-Konzert im Dachstock der Reitschule statt.

Für alle genannten Veranstaltungen läuft bereits der Vorverkauf. Also sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht vorgewarnt!

23 Kommentare zu „Stadtkultur bei Google (13): Dampfzentrale“

  1. Pwei sagt:

    Mir ist aufgefallen, dass die Dampfzentrale als subventioniertes Kulturzentrum zunehmend in den Gefilden der kommerziellen, nicht subventionierten Veranstalter wildert. Sophie Hunger spielte beispielsweise zuletzt im Bierhübeli, Kummerbuben im Dachstock und Under Byen im ISC. Ich frage mich, ob es tatsächlich sinnvoll ist, mit Subventionen direkt oder indirekt Veranstaltungen zu finanzieren, die von kommerziellen Veranstaltern genauso gut (und gewinnbringend) durchgeführt werden können.

  2. Nicolette Kretz sagt:

    Die Dampfzentrale ist ja nicht nur ein Musik- sondern auch ein Tanzhaus! Ich kenne die Zahlen nicht, aber ich denke, dass da ein sehr grosser Anteil der Subventionen an die Tanz-Vorstellungen (und in den Bereich Neue Musik) geht.

    Ein längerfristigen Tipp im Tanz könnt ich hier noch anfügen: Am 23. und 24. April zeigt der grosse Massimo Furlan in der Dampfzentrale “You can speak, you’re an animal”. Furlan überzeugt immer wieder mit grossem Bildertheater und abgefahrenen Ideen.
    Furlan hat z.B. auch das hier gemacht:

  3. Nicolette Kretz sagt:

    Ah.. das erschliesst sich vom Video nicht so wirklich. Hier noch die Erklärung dazu:
    “We enter the empty stadium. On the field, a man, alone. He wears the jersey of France’s national football team. Number 10. We hear the national anthems, the French and then the German. The storyteller is seated in the middle of the public. He tells us about the semi final match of the 1982 world cup, between France and Germany. We are in Seville, Spain. We hear the voice of the commentator emitted by the small radios we received upon entering the stadium. It is a famous voice, which we immediately relate to the world of football. The match begins. The small blue man runs across the field, he is Michel Platini. He re-enacts conscientiously Michel Platini’s every movement, every gimmick he did that night. History starts over again. From the stadium’s empty terraces, we hear the voices of the spectator’s from 1982. There are ghosts on the field as well. We live once again and remember the 1982 match, submerged by its sublime dramaturgy and by emotions. Nobody has forgotten. We find ourselves dreaming, even though we already know the story and its tragic end. We shout, we yell, we sing, we become actors, we fill the stadium’s emptiness with our imaginary. We believe -or do as if we believed- until the end of the story.”

  4. pauli sagt:

    Aha, eine DZ-Diskussion? Habe gemeint, diese Sache habe sich mittlerweile gelegt.

    Herr Pwei, zwei drei Dinge:

    Sophie Hunger hat gewünscht, im Turbinensaal der DZ und im Dachstock der Reithalle zu spielen. Es gibt nun mal keine räumliche Alternative zum Turbinensaal in Bern. Wir haben die Konzerte von Sophie Hunger übrigens gemeinsam mit der Reithalle geplant und das Bierhübeli hat davon gewusst. Ich frage Sie: Darf die Reithalle das? Weil die sind auch von der Stadt unterstützt.

    Die Kummerbuben spielen zum Weihnachtsschmaus von Dubquest in der DZ. Ein Specialkonzert. Ja. Wenn die Kummerbuben (oder jetzt dann gerade Kutti MC) das nächste Mal im Progr bei Beeflat spielen, stellen Sie das dann auch öffentlich in Frage? Die setzen dort nämlich auch öffentliche, finanzielle Mittel für ihr Musikprogramm ein.

    Wenn Sie aber die reine Lehre suchen, kommen Sie doch heute in die DZ. Wir wildern in der nicht-kommziellen Musik:
    http://www.dampfzentrale.ch/de/index.html?show=0&id=1149#e1149

    Die Sache ist also nicht so einfach. Wenn Sie mir wissen wollen: pauli(at)dampfzentrale.ch

    Beste Grüsse

  5. zuffi sagt:

    Herr Sartorius, ich brauche Ihre Hilfe:
    Ich kann bis zu dem Zeitpunkt nichts mit “Ja, Panik” anfangen. Würde der Besuch des Konzertes eventuell Abhilfe schaffen oder nützt das nichts?

  6. Herr Gnos sagt:

    “die von kommerziellen Veranstaltern genauso gut (und gewinnbringend) durchgeführt werden können”

    ich schlage vor, “gewinnbringend” durch “kostendeckend” zu ersetzen. jedenfalls wenn man den barumsatz nicht mitrechnet.

  7. Herr Sartorius sagt:

    Herr Zuffi, ich würde meinen, es gibt sowas wie den «Ja, Panik»-Moment. Das ist dann der Moment, in dem diese Lieder ein irrsinniges Glänzen in den Augen des Hörers zaubern. Gesehen in diesem Sommer in der Ostschweiz, wo die Kunde über dieses grosse Album bereits herumgeisterte, persönlich erlebt dann erst diesen Spätherbst, als ich diese entgeisterten Blicke auf einmal nachvollziehen konnte. Konzertant habe ich die Band allerdings noch nicht gesehen.

  8. Herr Sartorius sagt:

    Allenfalls können Sie mir ja mit dem Distelmeyer weiterhelfen, Herr zuffi. Damit ich im Februar dann parat bin.

  9. @u sagt:

    ich finde es nach wie vor bedauerlich, dass, sobald die dampfzentrale einen etwas gängigeren, vielleicht gar rentablen act bucht, gleich wieder die subventions-debatte lanciert wird.
    natürlich hat die dampfzentrale einen gewissen auftrag zu erfüllen, natürlich erwartet man von einem stark subventionierten haus eine andere programmation als beispielsweise von einem bierhübeli. ich bin aber der meinung, dass dieser auftrag eindeutig wahrgenommen wird. dabei betrachte ich es keineswegs als “vertragsbruch”, wenn nun z.b. die kummerbuben, sophie hunger oder kutti mc die dampfere bespielen. denn erstens sind dies alles bands, die bereits mehrmals in bern gespielt haben & daher durchaus legitimerweise auch an verschiedenen orten gebucht werden können (so spielten die kummerbuben u.a. im progr, dachstock, kairo, gurtenfestival, sogar im bärengraben….), zweitens haben diverse dieser musiker einen bezug zur dampfzentrale & drittens (und dies scheint mir der wichtigste punkt) muss doch dieser ort auch als das wahrgenommen werden, was er ist – nämlich ein wunderschönes konzertlokal. und genau dies, so scheint mir, geht ob der ganzen chlüder-diskussion oftmals vergessen. damit aber dieses lokal richtig aufblühen kann, braucht es leben, braucht es besucher, braucht also weiss gott halt auch mal ein etwas kommerzielleres konzert. es ist doch geradezu paradox, wenn man einerseits über die gesprochenen beiträge lamentiert, andererseits aber beharrlich auf dem sauerstoffschlauch steht…

  10. Pwei sagt:

    Herr Pauli, ich finde es grundsätzlich fragwürdig, wenn subventionierte Kulturveranstalter kommerzielle Mitbewerber konkurrenzieren. Ich habe diesen Blogeintrag als Anlass für meine Kritik genommen, aber damit nicht nur die Dampfzentrale gemeint. Wie Sie selbst richtig ausführen ist die Dampfzentrale nicht der einzige subventionierte Veranstalter, der sich hier Kritik gefallen lassen muss. Leider hat die städtische Kulturpolitik ausser netten Absichtserklärungen für dieses Problem bislang keine Lösungen parat.
    Längerfristig kann diese Situation dazu führen, dass wir hier in Bern zürcherische Verhältnisse erreichen, wo sich heute schon subventionierte und kommerzielle Veranstalter einen ruinösen Preiskampf um angesagte Acts liefern und die Gagen in die Höhe treiben. Solange es für Bands wie Kummerbuben, Sophie Hunger etc. einen kommerziell funktionierenden Markt gibt sollten sich die subventionierten Veranstalter meiner Meinung nach zurückhalten.

  11. zuffi sagt:

    Hmm, Sie machen mir ein wenig Mut, Herr Sartorius.
    Bei Herrn Distelmeyer halte ich es so, dass ich bei den wunderbaren Momenten (z. Bsp. “Wohin mit dem Hass”) hemmungslos geniesse (bzw. im erwähnten Beispiel heftig kopfnicke), bei den zwiespältigen Angelegenheiten (z. Bsp. “Nur mit Dir”, das toll beginnt und dann aber im letzten Zwischenteil unerträglich wird) das Unerwünschte ausblende und die üblen Sachen (z. Bsp. “Murmel”) zum Erholen brauche.
    Aber live habe ich ihn auch noch nie gesehen, auch nicht als Blumfeld.

  12. pauli sagt:

    Blumfeld sind – waren – live wunderbar. Mehr Hass als Murmel, meine ich.

  13. Eeler sagt:

    Apropos Distelmeyer und Ja, Panik:

    Erst das hier

    http://www.youtube.com/watch?v=jltlISyY6cs&feature=quicklist

    und dann das hier

    http://www.youtube.com/watch?v=Ta0LwFWN9e8&feature=quicklist

    Zum Beispiel.

  14. Eeler sagt:

    und vom ja,panik video ist es dann, von wegen familialen banden, nur ein katzensprung hierher

    http://www.youtube.com/watch?v=7aus27_c0DI

  15. zuffi sagt:

    Vielen Dank, Herr Eeler.
    Tocotronic haben übrigens auch ein neues Video.

  16. Herr Sartorius sagt:

    Das wird ein überaus grosser Konzert-Vorfrühling, mit Distelmeyer/Tocotronic/Ja, Panik. Und aber auch herzlichen Dank an Herr Eeler wie auch Herrn Zuffis schöner Link geflickt wurde.

    Ich geh jetzt mal auf die Suche nach dem Dirk, denn am hiesigen Spex-Kiosk gab es nur den Jan, quasi, wir kommen, um uns zu sammeln.

  17. Herr Sartorius sagt:

    Eigentlich schade, dass da keine brennenden Obi-Biber zu sehen sind in diesem Tocotronic-Video.

  18. Kretz sagt:

    Ja, Panik spielt übrigens am 21. Januar schon im Südpol, Luzern. da kann man ja schon mal gut finden üben gehen für Bern.

  19. eddie c. palermo sagt:

    sind sie in ihrer spex schon bis zu den top ten der jahrescharts vorgedrungen, herr sartorius? bald schon werden sie nach bill und tom suchen müssen…

    und in der tat, sehr schöne videos.

  20. Herr Sartorius sagt:

    Jaja, Herr Palermo, da müssen wir jetzt durch. Allerdings ist schon zu fragen, ob die lustige und schöne Poptheorie über den Inhalt gewinnen soll.

  21. eddie c. palermo sagt:

    inhaltlich soll ja dieses humanoid ein, ähem, «brutal euphorischer wurf» und die «lichtseite zu rammstein» sein. na ja: an ihren referenzen sollt ihr sie erkennen.

    allerdings: sehr hübsch die idee in der neuen spex, die musikrezensionen als dialoge zwischen den redakteuren aufzuziehen. auch weil der text dann doch bearbeitet genug ist, um nicht zum geschafel zu verkommen.

  22. sabine sagt:

    zum leidigen subventionsthema:

    finde es bedenklich, den dachstock und die DZ in den gleichen pot zu schmeissen. subventionen sind nicht gleich subventionen. es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die reitschule seit subventionsvertrag mit der stadt einen “schlechteren deal” hat, als sie es vorher im vertragslosen zustand hatte (da wurden sämtliche betriebsnebenkosten auch von der stadt berappt- was jetzt nicht mehr der fall ist!). wir sehen keinen heller kultursubventionen, lediglich die miete wird erlassen – worauf kulturveranstalter wie das kino, das theater und gar der dachstock angewiesen sind, damit im hause selbst eine quersubventionierung stattfinden kann. auch ein minimal subventionierter ort kann nur überleben, indem das haus immer mal wieder gefüllt wird! geht ja nicht nur um kohle, sondern image, prestige, presse, etc.
    subventionierte orte sind zudem preislich gebunden, können also nicht wie die ” kommerziellen” veranstalter irgend einen eintrittspreis machen – stellen sie sich vor, der dachstock würde 60.- eintritt für ein konzert verlangen – etwas, dass das bierhübeli hingegen problemlos machen kann.

    finde es bedenklich, dass herr pauli beim ersten argumentorium gleich auf die reitschule verwiesen hat, worauf er dann aber immerhin eine etwas erhellendere argumentation nachgeschickt hat. immerhin! (man vergleiche sonst mal die subventionsbeträge DZ – reitschule….!!)

    finde es bedenklich, dass pwei vorschlägt, die “subventionierten” veranstalter sollen die kommerziellen veranstalter vor lassen , wenn ein konzert vermutlich finanziell funktioniert… denn das passiert ja natürlicherweise: sobald ein künstler “gross ” wird, kann zB der dachstock sich diesen künstler nicht mehr leisten, da eben nicht ein eintrittspreis von 60.- verlangt werden kann- und dann spielen diese artists eben zB im bierhübeli. der dachstock leistet übrigens seit jahren diese arbeit: wir veranstalten künstler, die noch kein mensch kennt, fangen uns prächtigste defizite ein, und nach 2-3 mal bei uns werden diese dann meistens “gross” und wir können sie uns, jetzt da es rentieren würde, nicht mehr leisten, daran denken sie nicht, herr pwei, oder?
    oft sind es denn auch die künstler, die sich wünschen, am einen oder anderen ort zu spielen! “nein kummerbuben, macht eure plattentaufe anderswo, ich will keinem kommerziellen veranstalter im weg stehen?” wohl kaum oder…..!

    so. was gesagt sein will, will gesagt sein. schöne woche allerseits!

  23. Pwei sagt:

    @sabine: Da hast du wohl etwas missverstanden. Ich habe in meinem ersten Posting den Dachstock genauso wie das ISC zu den kommerziellen Veranstaltern gerechnet.