Blogs


Pfundskerl Sendak!

Von Daniel Gaberell am Dienstag, den 15. Dezember 2009, um 07:00 Uhr

Maurice Sendaks Welt war auch meine Welt. Das Bilderbuch von Max, der eine Reise zu den wilden Kerlen unternimmt oder jenes Buch von Micky, der in einem Teiganzug und seinem Teigflugzeug die Milch für die Bäcker organisiert – das sind Kinderwelten in ihrer pursten Wahrhaftigkeit. Und wenn ich auf mein doch noch junges Leben zurück blicke, so besitze ich – glaub ich – kein einziges Geschenk mehr aus meiner Kindheit – mit einer Ausnahme: Die zwei wunderbaren Teller, die mir meine Mutter zum 9. Geburtstag malte und schenkte.

Sendak muss die Kinder gut kennen, denn nur so lässt sich sein Welterfolg erklären. Natürlich gäbe es jetzt sicher die kinderpsychologischen Ausführungen, aber ehrlich gesagt, die interessieren mich nicht sonderlich.

Als ich sah, dass «Wo die wilden Kerle wohnen» verfilmt wird, befürchtete ich umgehend, dass nun meine Kindertraumwelt verhollywoodisiert wird und somit auch meine schönen Erinnerungen zu bruch geht.

So ass ich gestern das Znacht aus den erwähnten Teller, schaute anschliessend prophylaktisch die zwei Bücher in aller Ruhe nochmals durch, nahm mir Zeit und achtete auf die kleinen Details in den Zeichnungen. Und das alles in weiser Voraussicht: Denn bereits am Wochenende werde ich zusammen mit meinem Göttibueb ins Kino gehen und hoffe ganz fest, dass für ihn diese Geschichte ebenfalls von bleibendem Wert sein wird.

Das Buch kennt er zum Glück bereits.

6 Kommentare zu „Pfundskerl Sendak!“

  1. Kretz

    rührend, Monsieur Gaberell! danke!

  2. Herr Gnos

    wohl etwas, das ich in meiner kindheit komplett verpasst habe! gut gibts göttikinder, die man aufbieten kann.

  3. Frau Winterkalt

    Daniel unterwegs, viel unterwegs, zu Luft und zu Wasser… Schöner Beitrag Monsieur…

  4. mösiö

    der film ist wunderbar. nichts mit verhollywoodisiert.

  5. Herr Sartorius

    Der Verleiher meint wohl, dass dies ein blosser und niedlicher Kinderfilm ist, da der Film in Bern nur in der synchronisierten Fassung anzusehen ist sowie ausschliesslich am Nachmittag (ausser im Westside). Drum: Gehen Sie nicht hin, zumindest nicht in der hiesigen ehemaligen Kino-Stadt.

  6. [...] klar: Immer mehr grosse Hollywood-Vehikel kommen durchgehend synchronisiert in die Kinos (es wurde hier auch schon beklagt) – das Publikum wünsche das so, heisst es. Stimmt es denn tatsächlich, [...]