Für einmal gilt es ein Lob auszusprechen an die Adresse der Universitätsbibliothek Bern. Nicht für ihre Homepage, auch nicht für das langsam verserbelnde (Pop-)CD-Archiv, das seit den neunziger Jahren kaum mehr an Zuwachs gewonnen hat und auch nicht für die mangelnde Ausstattung an aktuellen Büchern, die dann regelmässig per Kurier aus Basel bestellt werden müssen.
Das Lob gilt einigen Buchschätzen, die da unbemerkt in den Magazinen an der Münstergasse schlummern und immer wieder mal gerne ausgeliehen werden. Momentan zu Gast im Hause ist Franz Kafkas «Der Process» in der historisch-kritischen Edition, die den Urzustand dieses Schriftwerkes simuliert. Das Roman-Fragment ist in 16 Heften aufgeteilt und zeigt auf, wie der verhinderte Brandherr Max Brod seinerzeit aus diesen losen Konvoluten seinen eigenen, den immer noch gültigen «Process» als Leseausgabe bastelte. Der erste Satz, der war allerdings bereits bei der Niederschrift als Anfang deklariert:
Ansonsten darf die Leserschaft munter die Reihenfolge selber festlegen, sofern man denn den wohldokumentierten Forschungspfad der Herausgeber missachtet.
Die Edition gibt es auch zu kaufen beim Stroemfeld-Verlag für 199 Euro. Billiger ist allerdings dieser Seiten-Aufruf.









sie risikieren also, das buch am 28. dezember wegen rückrufs schon wieder zurückbringen zu müssen? beeindruckend uneigennützig, herr sartorius. respekt! lustig übrigens, dass auch die juristische bibliothek ein exemplar führt.
Immerhin bleibt die langfristig entscheidende PDF-Datei auf meinem Rechner, Herr Palermo.
Nebenbei: Gibt es eigentlich schon Bilder vom gestrigen Benefizkonzert für den Bären Finn, an dem die Loverfild Jazzband aufspielte? Ich denke, das wäre eine nette Ergänzung zu diesen beiden Machwerken:
Man kann übrigens Anschaffungsvorschläge machen bei der UB, und meiner Erfahrung nach wird auch meistens darauf eingegangen (habe das schon mehrmals gemacht). Die sind doch froh um Vorschläge, man muss es nur machen.
hat eigentlich mal jemand nähere infos zu dieser polanski-demo auftreiben können? war das wirklich at face value zu nehmen? weil, irgendwie ja auch hochkomplexe performance. auf jeden fall gerät da meine sinngenerierungsmaschine (auch: hirn) immer wieder ins stottern.
wie viel einfacher ist es da mit dem minarettverbot: gestern konnte sich auch herr schlingensief auf der pfauenbühne wälzen und zum töten der minarettgegner aufrufen. allerdings – sieht man freysinger auf al jazeera, beschleicht einen dann doch ein leises mitleid mit den kulturschaffenden aus der sparte satire, die zunächst noch als abstimmungsgewinner erschienen: werden die jetzt alle arbeitslos?
Herr Michael, da haben Sie schon recht, also mit dem Wünsche anbringen. Meistens aber eilt es ziemlich, wenn ich Bücher benötige, und deshalb bin ich auf den Kurier angewiesen.
Und diesen Freysinger werde ich mir in Bälde mal ansehen, Herr Palermo, allerdings hatte es ja die Nicht-Realsatire hierzulande ja eigentlich immer äusserst schwierig.
Schon klar, aber genau deswegen trotzdem vorschlagen, der nächste wird Ihnen dankbar sein!
Nur um noch etwas zu polemisieren: Etwas komplizierteres als die verschiedenen Fachbibliotheken an der Unitobler mit ihren verschiedenen Systemen und Signaturen gibt es wohl nicht. Besonders ärgerlich: viele Institute setzen nach wie vor auf das veraltete Platzhalter-System.
Nachdem man ein Buch im Katalog gefunden hat, findet man es nach einer Viertelstunde oder mehr dann auch in der Bibliothek. Beziehungsweise man findet einen Platzhalter oder gar nichts. Dümmer gehts nümmer!
ach, die uni vegibt auch einen gränni award.
Ist halt nur was für findige Köpfe, die Unitobler!