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Wilma will ma’

Von Nicolette Kretz am Donnerstag, den 1. Oktober 2009, um 07:00 Uhr

Zeit für Wilma Wilma will mal nicht mehr Aussenseiterin sein, drum will Wilma jetzt mal allein sein, denn dann ist ja auch niemand mehr da, der sie ausschliessen könnte. Sie bildet kurzerhand ihr eigenes Reich, ihr Universum, hinter der Jugendzimmertür unter pubertärem Verschluss. Nur dumm, dass da auch immer noch Wilma und Wilma sind. Also die anderen zwei Wilmen, die anderen zwei Egos.

Das mäandert dann in «Zeit für Wilma» von der Gruppe Sans Cible als Monolog für drei Personen so zwischen trauriger Wut, zankiger Trauer und wütigem Gezanke. Die drei jungen Schauspielerinnen (alle in Ausbildung an der Berliner Ernst-Busch-Schule) spielen zwar, was man unbedingt als «gut» betiteln würde, aber manchmal fast ein Spürchen zu ernsthaft, so dass das alles ein bisschen gar in seiner eigenen Welt verhaftet bleibt. Mit ein wenig ironischer Distanz würde man Wilmas Leiden vielleicht gar ernster nehmen.

Das tut aber dem sehr schönen Text über die Angst, seinen Platz in der Welt nicht zu finden, und dem stimmungsvollen und stimmigen Komplettpaket mit vielen entzückenden Einfällen (Reige: Noo Steffen) keinen Abbruch. Ein Highlight: Wie die eine Wilma plötzlich merkt, dass sie mittels eines Spielkonsolencontrollers die andern beiden steuern kann und sich kindlich-übermütig durch den Rest der Szene daddelt. Köstlich!

«Zeit für Wilma» wird noch bis Samstag im Tojo gezeigt.

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