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Friedensblüten

Von Benedikt Sartorius am Donnerstag, den 30. Juli 2009, um 07:00 Uhr

Neulich, beim Mittagessen, stiess ich im Botanischen Garten zu Bern auf folgende, einigermassen suspekte Blume:

Die Sri Chimnoy Friedensblüte

Sri Chinmoy, der wohl prominenteste marathonlaufende Guru dieser Erde, ist also in Bern präsent – und die Tafel macht die Stadt zum «Mitglied der internationalen Familie der Sri Chinmoy Friedensblüte», die «900 bedeutende Orte und Naturwunder wie das Matterhorn, der Baikalsee, die Niagara- und Viktoriafälle; Hauptstädte wie Canberra, Oslo, Ottawa und ganze Nationen, darunter Australien, Belgien, Brasilien, Finnland, Kanada, Norwegen und Südafrika» zählt.

Bekannt ist mir der mittlerweile im Nirwana tätige Sri allerdings aus einem anderen, sagen wir mal popkulturellen Zusammenhang:

Mahavishnu, Chinmoy und Carlos (adi)

CD-Cover: Love, Devotion, SurrenderDieses famose Innenbild der LP «Love, Devotion, Surrender» (1973), die ich in meiner Kindheit rege hörte, irritierte mich natürlich nachhaltig und zeigt den Sri mit seinen Gitarrenvirtuosen-Jüngern «Mahavishnu» John McLaughlin und Carlos «Devadip» Santana.

Auch die Pose auf dem Cover und den weissen Anzügen, natürlich mit einem Sri-Button versehen, ist wohlgeraten. Später verschwand das Devadip und also «das Auge, die Lampe und das Licht Gottes» wieder aus Santanas Name. Seine Platten wurden trotz dem Abschied vom Sektenonkel aber nicht besser.

16 Kommentare zu „Friedensblüten“

  1. Herr Sartorius sagt:

    Diese Helgen erschienen mir so am frühen Morgen allzu gross, die anderen kann ich aber zwecks der LP-Dimension nicht kleiner machen.

    Nun eine andere Frage: Welche Platte ist als ideale Vorbereitung für ein Los Lobos-Konzert geeignet? Die Zusammenstellung «Just Another Band From East L.A.», «Kiko» oder doch eher die neue vom Herrn Dylan?

  2. eddie c. palermo sagt:

    die letzte nicht, herr sartorius. aber das wissen sie ja schon. gut, sie können natürlich dieses “if you ever get to houston”, das aus genau einem akkordeon-riff besteht, auf endlosschlaufe setzen und sich dann am konzert darüber freuen, dass david hidalgo noch ganz anders kann.

    ist “just another band…” nicht eine compilation? also: prinzipiell verpönt, aber zur konzertvorbereitung perfekt geeignet?

  3. Herr Sartorius sagt:

    Diese Houston-Fahrt habe ich mir gestern schnell gegeben, Herr Palermo, also nur für eine halbe Minute, dann wusste ich wieder, wie dieses Lied geht. Fürwahr eine phantastische Nervensäge.

    Ich denke, als Schnellbleiche ist diese Compilation geeignet, allerdings fehlt ja der neue Teil des Werkes – oder spielt das (fast) keine Rolle?

  4. newfield sagt:

    gutegüte, Los Lobos, das waren ja zeiten, wo sogar ol’newfield noch auf dem berner hausberg anzutreffen war.
    vielleicht “their first major-label, critically acclaimed release 1984′s T-Bone Burnett-produced How Will the Wolf Survive?”?

    nungut, eher nicht neues werk, aber ist wohl die einzige konserve, die ich kenne (oder gekannt habe).

    Santana ähh santé!

  5. Herr Sartorius sagt:

    Ich fühle mich beim Hören dieser Musik ja auch immer grad so zwanzig Jahre älter, was nicht unbedingt schlecht ist. Beim neuen Dylan, wie andernorts geschrieben, sind es allerdings etwa vierzig, was schon zu viel des Guten ist.

    Danke jedenfalls an die Senioren für die Wo(e)lf(li)-Hilfe.

  6. newfield sagt:

    Danke jedenfalls an die Senioren für die Wo(e)lf(li)-Hilfe.

    *grmbl* und aber auch *hihi*

  7. Herr Sartorius sagt:

    Apropos Raubtiere: Rap-Veteran Black Tiger am Openair auf dem Bundesplatz? Gibt’s ja gar nicht.

  8. lefty palermo sagt:

    tamech nochmal, jetzt läuft mir dieses houston schon seit sieben stunden nach. und immer dieselbe zeile. aber schön, dass ich im mexikanischen krieg noch knapp mit dem leben davongekommen bin, keine frage.

  9. Herr Sartorius sagt:

    Sie wissen ja schon, wieso ich heute morgen auf dieses Album angespielt habe, Herr Palermo, ha.

  10. lefty palermo sagt:

    warten sie nur, morgen früh erinnere ich sie an mendocino.

  11. Herr Sartorius sagt:

    Die Nennung hat ihren Zweck bereits erfüllt, Herr Palermo.

  12. signora pergoletti sagt:

    Passen Sie bloss auf, dass Sie bei den Los Lobos nicht von einer bösartigen, monegassischen Gewitterwolke überrascht werden, werter Herr Sartorius. Aber gut, Sie sind ja nicht Brigitte Bardot, wenns mir recht ist.

  13. Herr Sartorius sagt:

    Monegassische Gewitterwolke? Da müssen Sie mir nun auf die Sprünge helfen, signora.

  14. signora pergoletti sagt:

    Ja, nicht wahr, ich dachte mir schon, dass ich mit diesem Eintrag in die Top Ten der unverständlichen Kommentare komme. Michael von der Heide hat vor zwei Wochen am Gartenfestival so eine abstruse Geschichte erzählt, wie er mit 16 mal an der Cote d’Azur war und die Los Lobos im Anwesen von Brigitte Bardot ein Konzert gegeben hätten, bis dies Treiben von einer bösen monegassischen Gewitterwolke beendet wurde. Irgendwie so. Los Lobos wären nämlich ursprünglich von der Bardot entdeckt worden.

  15. Herr Sartorius sagt:

    Ah, beim Michi war ich damals eigentlich auch, allerdings nur auf dem Dammweg, da ich zu diesem Zeitpunkt grad an einem Konzertüberdruss litt. Danke für die Erklärung, werte signora!

  16. Herr Sartorius sagt:

    Beim mexikanischen Krieg komm ich jetzt erst beim Wiederhören des Akkordeonschunkels wie auch Meisterkrächzen draus, Herr Palermo.

    Für alle, zusätzlich mit trümmliger Visualisierung unterlegt:

    Jetzt ist aber genug. Froher Abend!