Momentan läuft auf dem Schweizer Musikblog 78s.ch eine angeregte Diskussion über die unabhängige Labellandschaft Schweiz. Da ist im lesenswerten Artikel von der Ablösung der «Rock Cities» Lausanne und Luzern durch Zürich und Fribourg die Rede, hervorgerufen durch die Erfolge von Sophie Hunger und Heidi Happy. Da ist aber auch festzustellen, dass die Stadt Bern, sowohl in den Kommentaren wie auch im Artikel gänzlich unerwähnt bleibt.
Nun bin ich keineswegs gekränkt, da Bern in meinem musikalischen Kosmos eine (zu?) marginale Rolle spielt. Ein bunter Haufen an hiesigen Labels werfe ich jetzt trotzdem mal in die Runde:
Voodoo Rhythm (Das Labelhaus von Beat-Man)
Wankdorf Recordings bzw. Mouthwatering Records (Filewile, Electric Blanket)
Subversiv Records (Aziz, Choo Choo, Unhold u.a.)
Chop Records (Auf die Homepage wird gewartet, Künstler: Kummerbuben, Delilahs u.a.)
Hinterzimmer Records (Bericht hier)
Everest Records (u.a. Copy-Paste)
Um Ergänzung und Einschätzung der sehr unvollständigen Liste wird gebeten. Ein kleines Fazit sei trotzdem erlaubt: Wahrscheinlich fehlt halt schlichtweg der hippe Konsensact wie ihn derzeit Zürich mit Schnitzer zu bieten hat. Und Bern mit dem Label «Rock City» versehen, nein, das wünsche ich mir nun wahrlich nicht.






Heidi Happy ist bei Little Jig unter Vertrag und das ist ein Luzerner Label. Es müsste also andere Gründe geben.
“sophie hunger”"heidi happy”"rock”
*überleg*
nö. mädchen pop mira.
danke herr s. dass sie dieses thema aufgegriffen haben! der beitrag ist mir auch aufgefallen letztens…
obwohl die ch musik immer mehr gehör findet leidet sie anscheinend nach wie vor unter dem kantönli-geist… oder städtli-geist..
wäre nicht nötig von mir aus gesehen…
das prädikat “rock city” wurde ja schon vielen chstädten attestiert.. auch bern rockt! aber nicht nur sondern mehr (wie man in ihrer labelliste sehen kann).. bern elektrölet, räppt, popt und experimentiert auch…
also was will ich eigentlich sagen? ein zusammengehen würde der ch-szene gut tun! Dieser “Städte Battle” ist für nüüt!
Weitere Labels aus Bern
Sophie Records (Glaub ich ämel) (MiNa u.a.)
Chlyklass Records (wurzel 5, greis und so)
Weltrekords (Boob, und ZW äch ono?)
Entschuldigen Sie meine Abwesenheit, aber es war drum so, dass der Blog vom «Bund»-Büro aus nicht erreicht werden konnte. Item.
Danke für die Ergänzungen, Herr/Frau aus der Lorraine. Bei Sophie-Records verwirren mich die Strukturen ä biz, da ja MiNa und auch Bonaparte ihre CDs bei anderen Labels veröffentlichten (bei letzterem war es in der CH ja auf Chop), nicht? Hier sind dann wohl die Strukturen zwischen «herkömmlichem» Plattenlabel und Agenturen und Lizenzinhaber zunehmend fliessend, wie mir scheint.
Und Schnitzer gefallen mir im Übrigen ziemlich gut, nicht, dass da Missverständnisse entstehen. Man beachte in diesem Zusammenhang auch die aktuelle Ausgabe der Musikzeitung Loop zum Thema «Inland».
Ich finde Schnitzer so ziemlich durchschnittlich.
Und was mit Fribourg los sein soll, erschliesst sich mir nicht.
ich finde es am ende eigentlich am spannendsten, wie die musik ist! woher sie kommt, wer sie macht, bei welchem label veröffentlicht oder von wem produziert ist doch sch****-egal, geile songs bleiben geile songs – punkt
genau solche gugus-diskussionen und “in” oder “trendy”, “style” oder was weiss ich für düdelidü auf 78s haben mich veranlasst, ebensoche seite nicht mehr zu besuchen. begeistern solls, ob ein bild, ein theater oder ein song, eine band oder eine artistengruppe, mehr muss es nicht!
Noch ein Hinweis zu den Kommentaren: Im oben zitierten Text gehts mitnichten um irgendwelchen Kantönligeist oder irgendwelche Battles. Es wird lediglich eine Verschiebung der “Kräfte” konstatiert. Lausanne und Luzern hatten zu Beginn der 00er Jahre sehr aktive Musikszenen mit zwei starken Indies, die für eine gewiss Identifikation gesorgt haben. Dies hat sich durch den Erfolg von Heidi Happy und Sophie Hunger und der damit einhergehenden Professionalisierung bzw. Konzentration von Ressourcen geändert. Ähnliches spielt sich aktuell halt in Fribourg und Zürich ab. Es tun sich zwei Labels hervor, welche die Kräfte bündeln. In Bern ist das anders. Da gibts massenhaft Kleinst-Indies, die wiederum alle ihr eigenes Ding machen. Das ist auch okay so. Keine Rede davon, dass Bern darum weniger rockt. im Gegenteil: Must Have Been Tokoy, um nur ein Beispiel zu nennen, sind der beste Beweis dafür, dass Bern mehr als rockt. Es wird nirgends irgendwas von einem Battle erwähnt oder von Kantönligeist. Ich kann aber durchaus verstehen, dass es diesen Eindruck erweckt. Das liegt dann aber wie so oft an der Perspektive des Betrachters oder des Lesers. Und es geht auch nicht darum, wer gerade trendy ist um den Kommentar von The Aeschli aufzunehmen. Die meisten Bands auf Ikarus würden wohl bei den wenigsten als trendy durchgehen. Schnitzer sind wahrscheinlich auch gerade darum NICHT auf Ikarus. Auch bei Saiko kann man eher weniger von trendy Bands sprechen. Da habt ihr in Bern schon mehr potentielle Trendyness am Start mit Copy & Paste, Roundtable Knights und Chlyklass.
Also ist Liettle Jig kein Indie-Label mehr? Ich verstehe drum immer noch nicht, weshalb Frau Happy als beispiel genannt wird.
Ach Herr Zuffi, für diese indie hipster ist Frau Happy schon voll Mainstream. Das ist etwa so cool wie wenn Sie sich hier als begeisterter Fan von Rolf Knies Gemälden outen.
oha schön dass da eine diskussion entsteht!
@ matthias: ich hatte nicht unbedingt das gefühl, dass der artikel kantönligeist fördern will. das ist mehr meine allgemeine betrachtung der chszene
Da haben Sie wohl recht, Herr Pwei. Und ein Label, das mehr als 100 Exemplare eines Albums verkauft, ist wohl definitiv ein Major.
ergänzung:
morris audio – http://www.discogs.com/label/Morris+%2F+Audio
inzec – http://www.discogs.com/label/Inzec
quintessentials – http://www.discogs.com/label/Quintessentials
bonzzaj – http://www.discogs.com/label/Bonzzaj+Recordings