In den Theatern geht es auf das Spielzeitende zu, hier und dort werden zum Schluss hin noch Freilichtaufführungen gezeigt. Und ich bin wie letztes Jahr beim Sommertheater im Theaterhaus Jena mit von der Partie. Gezeigt wird «Wilhelm Tell» von Friedrich Schiller, schliesslich befinden wir uns im Schillerjahr, feiern wir doch heuer seinen 250. Geburtstag.
Der Tell wird gegeben von der Bernerin Vera von Gunten – übrigens die Tochter des Filmemachers Peter von Gunten – Tells Frau Hedwig spiele ich selbst. So geben wir denn als die Schweizer Familie schlechthin bereitwillig Antwort auf allerlei Fragen, die unsere Heimat betreffen: Warum hängt ihr überall ein -li an? Hüsli? Bäumli? Bächli? – Na, weil unser Land so klein ist. Würden wir nicht alles verkleinern, hätte es gar keinen Platz für all die schönen Sachen. – Warum wollt ihr unter euch bleiben und kommt nicht in die EU? – Wenn sich bei uns jemand einsam fühlt, ruft er gegen den Berg, da kommt dann das Echo zurück und schon ist man nicht mehr allein. Wir brauchen also niemanden anderes. – Seids ihr wirklich Indianer? – Jedenfalls haben wir auch schon immer gut und gerne mit Pfeilen hantiert, das sieht man am Tell.
Vielleicht singen wir auch noch das Guggisberglied, in Jena haben sie diese schöne Weise schliesslich noch nicht bis zum Überdruss gehört. Auf dem Theatervorplatz werden Berge aufgebaut, einen kleinen Wasserfall wird es auch geben. Und ein Reduit, wo der Walter Fürst drin wohnt. Sobald es was zu sehen gibt, wird auf diesem Kanal ein Foto erscheinen. Bis dahin schöne Grüsse aus der östlichsten Schweiz, die man sich denken kann.




