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Sterbehilfe

Von Nicolette Kretz am Donnerstag, den 7. Mai 2009, um 15:04 Uhr

Haus der Berliner FestspieleWährend hier in Berlin am Thetertreffen allen Schlingensiefs Stück über seine Krebskrankheit noch tief im Nacken sitzt (die Medien sind voll davon), wird auf der Bühne des Hauses der Berliner Festspiele schon wieder gestorben. Nur fiktiv und hochartifiziell allerdings, in Katie Mitchells Inszenierung von «Wunschkonzert» am Schauspiel Köln.

Das wortlose Stück von Franz Xaver Kroetz handelt von einer alleinstehenden Frau, die von der Arbeit nach Hause kommt, ihre alltäglichen Feierabend-Routinen verfolgt, sich ins Bett legt, nicht schlafen kann, und sich schliesslich mit Tabletten das Leben nimmt. Das klingt nach wenig, ist es eigentlich auch.

Mitchell inszeniert dieses Monodrama aber als Live-Verfilmung eines Films aus den 70er-Jahren. Während Julia Wieninger als Protagonistin ihre Handlungen auf der Bühne verrichtet, wird sie gefilmt und auf eine grosse Leinwand projiziert. Ihre Bewegungen werden live und ebenfalls auf der Bühne nachvertont. Für Nahaufnahmen werden die Hände oder Füsse von Körperdoubles gefilmt und – um vorbeifahrende Autos zu markieren – werden Scheinwerfer geschwenkt. Das ist zwar über eine gewisse Zeit lustig zu verfolgen, auch kann da ein bisschen was rein interpretiert werden, aber da über die Grundidee hinaus aus der Form im Verlaufe der Inszenierung nichts Neues entsteht, war mir das schlicht zu wenig.

Ein eher enttäuschender persönlicher Auftakt des Theatertreffens also. Und ich frage mich, ob mich das Regietheater von grossen Häusern überhaupt noch begeistern kann.

1 Kommentar zu „Sterbehilfe“

  1. signora pergoletti sagt:

    Übrigens war Julia Wieninger auch schon als Gast am Stadttheater Bern zu sehen, in den Inszenierungen von David Mouchtar-Samorai “Der wahre Freund” und “Steppenwolf”. Herzliche Grüsse nach Berlin, werte Frau Kretz! Ich geh jetzt ans jährliche Blogessen – wir werden auf sie anstossen, versprochen.