So stell ich mir eine TV-Musik-Show in den 60ern vor: Vier adrett gekleidete und gut frisierte Herren produzieren eine Mischung aus Beat und Surf, das Background-Chörli singt mehrstimmig «uuuh-bab-bab» und im Publikum lassen die Mädchen ihre Röcke fliegen.
Ungefähr so wars gestern auch bei der Plattentaufe der Herren GoGo Ghouls im Dachstock, wobei aber nicht wirklich eine Platte, sondern vielmehr vier Singles getauft wurden, welche allesamt dieses Jahr stilgerecht auf Vinyl herausgegeben wurden. Interessant ist dabei, dass jeder der vier GoGo Ghoulers einmal Produzent spielen durfte und die vier Singles entsprechend vier mal unterschiedlich aufgenommen wurden.
Live machen die Herren nicht nur eine gute Figur, sondern spielen auch sehr solide und animieren mit ihrer 60s Beat-Surf Mischung durchaus zum Tanzen. Einziger Wermutstropfen: Die vier Singles kosten im Viererpack stolze 35 Stutz, was ein Bisschen arg viel zu sein scheint für gerade mal acht Songs.
Die unverwüstlichen Lombego Surfers aus Basel bestritten den zweiten Teil des Abends und wenn man einer Band nicht erklären muss, wie Rock’n'Roll funktioniert, dann den Lombego Surfers. Die Herren sind mittlerweile seit rund 20 Jahren im Stromgitarren-Business tätig und kein Bisschen leiser geworden. Zum Glück nicht! Fadengrad wird hier dem Publikum eine Mischung aus Garage Rock, Punk und Surf um die Ohren gehauen und ganz nebenbei sorgt Sänger Tony mit Modell «Pudel» auch noch gleich für die Frisur des Abends.





Hier noch ein Bild von Modell «Pudel»:

also im Fri-Son ging der titel Frisur des Abends locker an den herrn bassisten (rechts), wobei er das haar gestern nicht gar so luftig trug, wohingegen beim trommler (links) das gegenteil der fall war.
ein erfreuliches konzert im übrigen. sehr.
ah sorry, JOAN AS POLICE WOMAN that is.
Ist die Dame immer noch so zickig wie vor 3-4 jahren? Ich habe sie einmal im Vorprogramm von Rufus Wainwright gesehen (bei dem sie selber dann auch mitspielte und -sang). Und da hat sie das für meine Begriffe aufmerksame Publikum (und ich bin streng in diese Hinsicht) öfters mit “Shhh”‘s und Bemerkungen noch ruhiger haben wollen.
Ihre neue CD finde ich übrigens leider nicht gelungen. Zu glatt, zu mainstreamig. Kann mir aber gut vorstellen, dass das live besser ist.
lieber herr zuffi, sorry wenn ich da ungefragt ‘reinschneie, fühle mich aber halbwegs legitimiert, weil mit kollega newfield im fri-son gewesen. zur sache: nein, zickig eigentlich nicht. aber auch nicht wirklich fassbar, und deshalb spannend. perücke, silberglimmerkleid und trashy cowboy-moonboots, die “thank you”s klangen zuerst eher arrogant, dafür erkundigt sie sich dann viermal nach dem namen einer person in der ersten reihe, um diesen auch ganz richtig mitzukriegen und der konzertbesucherin (bzw. der fast ganzen ersten reihe) ein lied zu widmen (mit dem hübschen refrain “anyone can see through me but you’re not anyone”). die neue cd kam ganz unterschiedlich rüber. das beste stück (“to be loved”) lieblos verschunkelt und verschenkt, anderes dafür ohne streicher und schmus viel toller. “to be lonley”: die erste konzertgänsehaut in diesem jahr.
messi herr cello, ich hätte es nur schlechter beschreiben können. abgesehen davon, dass ich die CD noch gar nicht gehört habe …
Sie dürfen jederzeit reinschneien, Herr cello palermo. Heute sowieso.
Danke für die Infos!
“to be lonley”: die erste konzertgänsehaut in diesem jahr.
hm, welcher monat ist jetzt? sie müssen dringend ihr konzertprogramm überdenken, werter herr cello palermo!
ja, herr gnos, an welchen konzerten hat es sie dann dieses jahr gegänsehautet? ich meine, so RICHTIG gegänsehautet, nicht einfach so kurz zwei sekunden (könnte ja auch zugluft gewesen sein), sondern anhaltend über mindestens eine dreiviertel stückdauer? mir passiert so was ziemlich selten, und der monat januar wäre, würde ich mir selber nicht mehr über den weg trauen (und sagen sie bitte nicht sophie hunger, weil… ach, man stört den blogkonsens so ungern…)
so auf anhieb kommen mir folgende konzerte in den sinn: c. gibbs & lucinda black bear, howe gelb & giant sand, firewater, the why. und wenn das konzert des jahres im januar ist, kann der monat ja auch nix dafür ;-)
ok, da habe ich natürlich drei viertel verpasst und kann nur zu howe gelb kommentieren, wenn’s denn dasselbe konzert war (gessnerallee?). tolles konzert, verschroben, spannend, anrührend, doch gänsehautfrei. was nicht gegen das konzert spricht und, geschenkt, mehr über meine psychischen dispositionen aussagt als sonst was.
sie waren an dem abend in der gessnerallee für holland?
das auch. davon sollte man allerdings wenig bemerkt haben, weil ich streng genommen nicht IN der gessenerallee für holland war, und die entscheidenden spielszenen ohnehin im tram verpasst hatte…