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Verfrühtes Geburtstagsgeschenk

Von patricia am Freitag, den 9. März 2007, um 02:36 Uhr

Und dann plötzlich ist es da. Direkt nach Hause geliefert, wie ein Geburtstagsgeschenk im Briefkasten. (Nur dass ich gar nicht Geburtstag habe und für das Packet bezahlen muss.)

Vergessen ist, dass cede.ch verspätet ist mit der Auslieferung. Vergessen ist der dunkle Winter ohne Schnee. Vergessen sind alle Fehltritte und Missgriffe. Das neue Album der kanadischen Zauberer Arcade Fire, “Neon Bible” entschädigt einen für alles.

Das muss ich jetzt einfach noch loswerden, auch wenn das Album schon mehr als eine Woche draussen ist.

Win Butler, Régine Chassagne Was die Brüder Butler, Régine Chassagne und ihre Truppe da hinlegen, ist grosse indierockige und -poppige Klasse.

Vielleicht nicht ganz so grosse Klasse wie das unglaubliche Debütalbum “Funeral“, aber trotzdem.

Immer noch sind die Banjoklänge magisch, die Gesangslinien irr, die Geigen jammernd, die Brassen traurig. Neu hinzugekommen ist eine schwermütige Orgel, denn das Album wurde in einer Kapelle in der Nähe von Montreal aufgenommen, von The Arcade Fire eigens zu diesem Zweck gekauft.

In der Schweiz treten die Arkadischen nicht auf, dafür habe ich hier ein trümliges Filmli gefunden, speziell für Sie.

36 Kommentare zu „Verfrühtes Geburtstagsgeschenk“

  1. newfield sagt:

    heute in DER BUND (und seit einiger zeit in allen einschlägigen musikzeitschriften)

    die erste gefiel – und wenn diese zweite nur halb so wahnsinnig ist wie allenthalben geschrieben wird …

  2. spot sagt:

    oh, verdammt.. wieso gleichen sich die Zahlen im Kalender mal wieder so sehr mit denen auf meinem Konto..

    Aber ich kann mir ja mal die Highligths einzeln zu 1.50 bei Exlibris downloaden.

    ..oder mich mit Funeral trösten?

  3. Pwei sagt:

    Ja, feines Album. Man munkelt ja, dass die Band diesen Sommer am Openair St. Gallen spielen wird, aber ein Clubgig wäre mir lieber. Herr Pauli, übernehmen Sie das?

  4. Der Bandit. sagt:

    Frau Götti

    Sie haben ein Geburtstagsgeschenk ohne Geburtstag gekriegt. Zudem mussten Sie bezahlen. Der Ausdruck “Geschenk” ist also fehl am Platz. Der Bandit hingegen hat heute beide Komponenten erfüllt. Andererseits haben wir beide ein Mädchen gekriegt. Das ist eigentlich noch besser. Frage mich bloss, welches Instrument die Anastacia spielen wird… Orgel, Gitarre oder Geige (näääh)?

    Machen Sie es gut.

    Der Bandit.

  5. sam sagt:

    plötzlich da, um 2.36 am morgen? ;)

    ansonsten kann ich nur begeistert beipflichten.

  6. Frau Götti sagt:

    Aber Herr Sam, ich musste sie doch erst ein bisschen still geniessen, bevor ich an die Öffentlichkeit trat.

    Herr Bandit, Anastacia spielt Geige, klarer Fall. Sie wird die erste Frau bei den Wiener Philamonikern. Sie muss kämpfen lernen, will sie in dieser Welt bestehen. Gitarre ist zu leicht, Orgel zu religiös. Und übrigens gratuliere ich zum Geburtstag.

    Herr Newfield, danke für den Link. Was für ein schöner Zufall: Tipp vom Blog Ihres Vertrauens und von der Zeitung Ihres Vertrauens gleichzeitig.

  7. pauli sagt:

    Guten Tag allerseits. Ich habe mir also eben drei Tracks runtergezupft. Stimmungsmusik ist das. Gut für den Ipod und die Wanderung am Wochenende. Aber schlussendlich ist mir das zu biblisch, die Chausse. Da wird zu viel gelitten. Zu viel Bombast verteilt. Es ist selbstverliebt. Aus einem Engagement, Herr Pwei, wird also nix. (Abgesehen davon, dass wir uns diese Band sowieso nicht leisten könnten…)

    Als Alternative empfehle ich: Grinderman. Habe mir eben das ganze Album gezupft. Auch biblisch, auch leidend, aber eben auch knallig, wüst und verdorben. So macht die Bibelstunde noch mehr Spass. Einem Engagement steht eigentlich nichts mehr im Wege, finde ich.

  8. Johann Bieri sagt:

    Abgesehen davon, dass wir uns diese Band sowieso nicht leisten könnten..

    Schicken Sie doch die Rechnung einfach dem ollen Reichenau, ha ha ha! HA HA HA!

  9. newfield sagt:

    grinderman live wär natürlich der dampfhammer, herr pauli!
    ab konserve wurde ich nicht so richtig heiss.

  10. JimBobIII sagt:

    Spielen bei Ihnen in der D.Z. eigentlich nur Acts die Sie selber mögen, Herr Pauli?

  11. Frau Götti sagt:

    Wir – wollen – Arcade – Fire, wir – wollen – Arcade – Fire, …

  12. JimBobIII sagt:

    Frau Götti, ich muss, und nicht mal beschämt, zugeben noch nie etwas von Arcade Fire gehört zu haben, nur gelesen habe ich drüber, in Rolling Stone und so. Jetzt muss ich denn doch mal dhören gehen in irgendwelche jecklin oder so, wird mir langsam wundern, obwohl ich befürchte dsa ich da eher mit herrn Pauli bin, weil allergisch auf biblisch.
    So, gehe wieder zurück zu Jolie Hollands Catalpa. Habe gerade meine Ruhefase, und möchte ein bisschen vor mich hin weinen.

  13. JimBobIII sagt:

    dhören = hören, oder auch nicht.

  14. Frau Götti sagt:

    Also, da muss ich offenbar was klar stellen: Das Biblische ist extrem gebrochen bei Arcade Fire. Der Titel des neuen Albums sagt eigentlich alles. Im Gegensatz dazu meint es Herr Nick Cave teuflisch ernst mit dem Alten Testament.
    Zudem finde ich: Gute Musik hat meistens etwas Spirituelles, oder nicht?

  15. Der Bandit sagt:

    Frau Götti, habe schlechte Erfahrungen gemacht mit Geigerinnen. Anneli soll Cello spielen.

  16. Frau Götti sagt:

    Herr Bandit, zum Glück weiss ich, dass Sie jetzt nicht mich meinen. Ich ging in zartem Alter durch die harte Schule der Violinkunst und ich kann jetzt sagen: Es hat mich gestählt und hart gemacht. Cello ist irgendwie zu sinnlich. Wie wärs mit Bratsche? Das klingt doch schon ein wenig nach brätsche.

  17. JimBobIII sagt:

    Cello ist doch schön, Frau Götti, zum Beispiel auf Lyle Lovetts “I Love Everybody”, wunderbar. Und gegen sinnlich habe ich schon gar nichts. Sinnlich rules.
    So, jetzt höre ich mal “Hopeless” von Phon Roll, ein GZA’ler hört berner Musik.

  18. newfield sagt:

    so. reingehört in die neonbibel – und auf der liste der beim versand meines vertrauens zu bestellenden tonträger notiert. erster eindruck: mehr fleisch am soundknochen als bei funeral.
    “wake up” von letzterem dient(e?) übrigens als berner marsch von manchester city, was ein fussballclub ist. womit ich denn wieder rüber zu den lederboys trabe.

    oder halt. vergessen sie nicht, auch ältere herren zu unterstützen und ab und zu etwas von John Cale zu kaufen.

  19. newfield sagt:

    abseitsstellung vom ollen newfield, denn “wake up” von letzterem ist ja auf dem trümligen filmli speziell für uns zu hören, wenn man’s denn anschauen würde, bevor …

  20. signora pergoletti sagt:

    Werde, werte Frau Götti, die CD natürlich anhören, da ich viel von Ihrem Urteil halte!

    Habe heute im Bund gelesen, dass einer von Coldplay Fan ist von Arcade Fire. Und ich benütze diesen Umstand gleich dazu, endlich einmal loszuwerden, was ich von Coldplay halte (einfach, weil ich schon so lange auf diese Gelegenheit warte):

    Coldplay ist das, was ein Manager auflegt, wenn er ca. zweimal im Jahr leicht irritiert (vielleicht hat er grade eine Hochzeitsanzeige einer Ex-Freundin gelesen, oder so) um 23.00h nach Hause kommt und aufgewühlt wie er ist, nicht gleich schlafen kann. Er macht dann kein Licht an und hört in seiner Loft im Dunkeln Coldplay, und hat dabei ganz wahnsinnige Emotionen.

    Bono Vox ist ja auch Fan von Arcade Fire. Und er ist ein Protagonist in meiner persönlichen Liste der “absolut peinlichsten Lieblingsbands”. Das nur, um festzuhalten, dass ich über Gefühlsdusel keineswegs erhaben bin. Aber Coldplay hasse ich. Das musste einfach mal raus.

  21. JimBobIII sagt:

    Auch David Bowie ist grosser Fan von Arcade Fire, das macht mich fast mehr Sorgen als das U2 das ist, Frau Pergoletti, und hat mich unterbewusst wahrscheinlich abgehalten davon mal reinzuhören. Ansonsten teile ich ihre Meinung über Coldplay. Schrecklich. Unbegreiflich das dieser Band so gross werden konnte mit solch pathetische, pseudo-intellektuelle Sc*****e. Schwierige Zeiten.

  22. newfield sagt:

    ganz cool, ihre coldplay-manager-emotionen-beschreibung, signora pergoletti. aber hassen? ignorieren genügt, gibt mehr als genug anderes.

    herr JimBobIII, problems with bowie?

  23. JBIII @ Nieuwveldt sagt:

    Ja. Ausser seine Arbeit für Iggy als Producer, die schätze ich durchaus.

  24. signora pergoletti sagt:

    Ja aber David Bowie…lieber Herr Jimbob, das war immerhin mal der schönste Mann auf Erden. Gut, das hat hier nichts zur Sache und ist auch echt schon lange her (the man who fell to earth). Aber er war’s! Er war’s!

  25. JimBobIII sagt:

    Michelle Hunziker ist auch schön, Frau Pergoletti.

  26. signora pergoletti sagt:

    Und Ziggy Stardust? Ist das etwa keine super Platte? Oder Diamond Dogs? Oder Heroes?

    (das mit Michelle Hunziker ignoriere ich jetzt einfach, frei nach dem Ratschlag von Herrn Newfield)

  27. Pwei sagt:

    Herr Pauli, Grinderman wäre mir noch fast lieber, aber dagegen dürften Arcade Fire geradezu ein Schnäppchen sein.

    Signora Pergoletti, ihre geliebten ZZZ haben mittlerweile ihr Album auch in der Schweiz veröffentlicht und gleich noch einen Videoclip gedreht, der wohl nie bei MTViva zu sehen sein wird.

  28. JimBobIII sagt:

    Wenn schon Blitz, Pose und Glammer, Frau Pergoletti, dann war mir Roxy Music mit Brian Eno immer viel sympathischer und authentischer als Bowie, und Bryan Ferry als Poseur/Schauspieler glaubwürdiger, auch wenn das ein schwammiger Bereich ist, da kommen wir in ihrem Bereich der Schauspielerei, und da kenne ich mich viel zu wenig aus.
    Ach, Geschmack, schwierig schwierig.

  29. signora pergoletti sagt:

    Ja, Roxy Music war vielleicht spannender, lieber Jimbob.

    Und danke für den Tip und den Clip (Hüstel…Räusper), pwei. Tja. Dass ich mit den zwei Herren nicht grade in Urlaub fahren möchte, dachte ich mir schon damals beim Besuch des Konzerts…Aber die Platte kauf ich mir sofort, juchhee!

  30. newfield sagt:

    herr JimBobIII, bowie ist ein heikler fall, ganz klar. zum glück ist dies kein bowieblog, wir können ihn also ruhen lassen. oder nach langer zeit wieder mal in das da (z.b.) …

    Bowie

    … reinhorchen und schaun, obs gut gealtert hat.

  31. zuffi sagt:

    Dieses Video lenkt ziemlich optimal vom schwachen Song ab.
    Aber ich war noch nie ein grosser Liebhaber dieser stampfenden, eintönigen, sogenannt “hypnotischen” songs.

  32. zuffi sagt:

    Na gut, vielleicht gibt es doch eine Ausnahme.

  33. Einer von den Lederboys sagt:

    Young Gods!
    Young Boys!

  34. signora pergoletti sagt:

    ja, der song ist tatsächlich sehr schwach. ich fand das konzert echt unglaublich, aber möglicherweise ist das ganze auf cd gebrannt nicht sehr spannend. ganz anders bei spacemen 3, da mag ich auch die platten, apropos hypnotisch.

  35. signora pergoletti sagt:

    …und alan vegas suicide war natürlich gott der hypnose. (auf das versucht ja zzz auch zu machen. trotzdem: live sind die echt sehenswert, ich bleibe dabei.)

  36. Openair SG sagt:

    Wir haben Arcade Fire eingeladen.