Wir werden sie in der Schweiz nie mehr zu sehen bekommen: Jochen Distelmeyer, der Sänger der Hamburger Band Blumfeld, hat deren Einstellung beschlossen. Dies verkündet die offizielle Website der Band. Das tut weh, aber nicht mehr so fest.
Zwar sorgten Blumfeld am 26.Oktober 2001 im ISC für eines der besten Konzerte ever, der Stern der Band begann aber alsbald zu sinken: Die beiden Alben «Jenseits von Jedem» (2003) und jüngst «Verbotene Früchte» (2006) kriegten die Kurve zwischen Indie-Wut und Schlager-Pathos nicht mehr. Die Band, die dem Pop und dem Pseudo-Indie-Pop so konsequent ein Gegenstück entgegensetzen konnte, wurde sehr erfolgreich, aber zunehmend fremd.
Ein bisschen traurig macht es schon: «Tausend Tränen Tief» oder «Die Diktatur der Angepassten» – vor Blumfeld hätte ich es nicht für möglich gehalten, solche Sätze mitzusingen. Nun wird definitiv auch nichts aus dem Konzert, das ich einst so gerne veranstaltet hätte. Am 20. April 2007 im ollen Kulturladen Konstanz: Dies dürfte der nächstliegende, letzte Termin mit dem sensiblen Jochen und seinen Mannen sein.





Wirklich schade. Aber vielleicht besser so, das nächste Album wäre vielleicht noch schlimmer ausgefallen…
Und die Band Kante wird’s auch freuen: Deren Sänger ist jetzt nämlich ab sofort der einzige, der so singt wie Distelmeyer.
Herrlich:
30303
Nur so eine Frage: Hat Frau Silvia-Maria Jung je ein Artikel für KsB erfasst? Oder ist Sie schon längstens aus der Blog-Redaktion ausgeschieden?
Schade, besagtes Konzert im ISC ist mir noch in sehr guter Erinnerung. Weiss man denn schon, was Distelmeyer danach plant?
lieber jimbobIII, danke, dass sie mach daran erinnern. ich sollte diesen namen schon lange aus der liste nehmen. silvia-maria jung musste nämlich kurz nach dem start von «kulturstattbern» aus zeitlichen gründen wieder absagen. falls der name morgen auch noch da steht: würden sie mich wieder daran erinnern, endlich meine arbeit zu machen, herr jimbobIII?
Herr Gnos, Sie könnten eigentlich gleich Herrn JimBobIII als Blogger verpflichten. Der Herr verfügt über einen guten Musikgeschmack und eine treue Anhängerschaft unter den Lederboys vom Blog nebenan. Ausserdem hätte er keine Hemmungen, deren erfolgreiche Konzepte wie z.B. Rätselfragen schamlos abzukupfern.
Jim bei uns? Ich kenne nur coole und interessante Menschen mit diesem Namen, Jim Avignon zum Beispiel, oder eben JimBob***. Aber bei uns, ein Lederboy. Was denken sie Herr Pwei? Es gibt Grenzen…
Herr Gnos: Wir expandieren ja… ist es der Moment die Katze aus dem Sack zu lassen? (Oder habe ich jetzt Geschäftsgeheimnis verletzt?)
Aproposaproposapropos: Habe mich eben beim Bund für die exklusive Führung vom Chalrie Beuret durch das YB-Museum und für den Gratis-Einirtt an das Schlagerspiel YB-Basel beworben, als Leser quasi. Mein Frage nun: Darf ich das Bund-Blogger überhaupt? Herr Gnos, antworten Sie jetzt!
naja herr pauli, der herr jbIII ist immerhin kiinstler, ist er nicht?
ah ja, stimmt, er spielt ja verdammt laut bass. aber ist aus gza oder wie sagt ihr?
Grasshoppers Club Zürich, Herr pauli.
sorry, aber das geht jetzt nicht anders

hilfe, wer ist gemeint mit diesem netten bildli. ich?
nein sicher nicht sie herr pauli, diese fussball spielenden insekten aus züri sind gemeint!
Hoppla, jetzt wirds aber ernst… weil wissen Sie: Wenn meine Kinder singen «GC die Sch***** vom See» wird es mir schon mulmig zumute.
Ich danke Herr Pwei für den Flügellauf auf links und den Pass, Herr passiver attacker für den Hackentrick in die Füsse des Herrn Paulis und Herr Pauli für die Absage vor dem Tor.
Es stimmt wirklich, Herr JimBobIII ist schon jetzt 140% beschäftigt mit Kultur, Fussball und Frauen, und wohnt in der GZA, obwohl sein bloggerisches Herz bekanntlich in die Hauptstadt verweilt.
Ich wäre ein sehr langweiliger Redaktor, und möchte lieber als Leser die gesamtbernerische Bloggerwelt das Leben schwer machen. Ausserdem stehe ich extrem auf Frau Götti, und so Sachen lassen sich nur schwer aushalten innerhalb eine Redaktion. Bedankt en tot ziens.
Doch zurück zu Blumfeld: Ist es eigentlich ein Zufall, dass die Band ihre Auflösung genau in diesem Moment ankündigt, in welchem die Debatte über die Begnadigung von RAF-Terroristen beginnt? Oder anders gefragt: Sind die Zeiten so prosaisch und friedlich, dass es eine Band wie Blumfeld nicht mehr braucht oder nicht mehr erlaubt?
nun so ernst soll’s gar nicht sein. ich dachte nur etwas abschreckung könnte nicht schaden, bevor hier zuviel über fussball gebolgt wird.
Also spinnen wir die Diskussion zu RAF weiter:
http://www.taz.de/pt/2007/01/25/a0168.1/text
PS: Blumfeld hat sich mit Thema wiederholt befasst-.
Jim Jarmusch
Jim Thompson
Jim O Rourke
Jim Morrison
Bitte weitermachen
jim beam
Jim(i) Hendrix
lieber herr pauli, ich bin ja jetzt fast schon wie eine art ein bisschen zu spät mit dem antworten. aber trotzdem:
- zur katze: mehr als die ohrenspitzen sieht man von der katze noch nicht. dabei belassen wir es vorläufig und machen so das publikum schon mal etwas gluschtig.
- yb-museum & gratisticket: sie müssen selbst wissen, ob sie das mit ihrem gewissen vereinbaren können. schliesslich haben sie alleine mit dem honorar, das sie hier im blog verdienen, quasi schon ausgesorgt.
ach, und noch was: leider kann ich ihnen nicht helfen, die diskussion auf blumfeld zurückzubringen. weil, hä, ich kenn von denen nur den namen. sorry…
politics sucks? henusode.
Darf ich beim Thema RAF einhänken:
Herr Wisnewski hat dazu eine sehr interessante Theorie.
Um die Machtausübung zu bewahren, ist es notwendig, sich in gewissen Zeiten des Terrors zu bedienen.
Niccolò Macchiavelli
Aber ja, das hat mit Kultur auch zimmli wenig zu tun.
Jim Fit . . . der hat uns den Proberaum weggenommen. . .
ach so einer ist dieser jim fit! das werd ich mir merken. den seh ich nämlich von meinem fenster aus.
Herr Natischer: Was ich bei Blumfeld ganz aufregend fand, war das enge Verhältnis zwischen radikallinker Politik und Pop, ja sogar Schlager. Dinge, von denen Schweizer Popmusiker nur träumen können. Interessant ist auch, dass dieser Versuch sich offenbar zu tode läuft. So ist das. Aber das ist j nur ein Randthema.
Theorien zu RAF beschäftigen mich sonst ehrlich gesagt nicht mehr, hingegen wirft deren historische Bewältigung ein Licht auf die Gegenwart.
Vielleicht ist es an der Zeit, mich mal ein bisschen den deutschen Popmusik zu widmen. Ich habe abgesehen von einzelnen Sven Regener-Songs noch nie gross etwas Deutsches der letzten Jahren gehört. Früher, Anfang Achtziger jahren schon viel Einstürzende Neubauten und Deutsch-Amerikanische Freundschaft, damals, aber das ist schon sehr lange her.
Von Blumfeld habe ich noch nie wissentlich einen Song gehört.
Die RAF kenne ich aber sehr gut. Ich war von 1979 bis 1981 Manager der weltberühmten Baader Popgruppe. Das war eine wirklich supergeile (holländische) Punkband.
auf den sven, proscht!

Der Prolog zu “Old Nobody” …eines Tages, Du wirst ihn vergessen… ist ein MUSS für jeden textverliebten Menschen! Unbedingt einmal ganz anhören! Danach gewinnt “Tausend Tränen tief” erst seine ganze Dimension.
[...] Jochen Distelmeyer seinen Liederabend mit «Schnee», einem Lied, das ab dem Abschluss-Album seiner aufgelösten Band Blumfeld [...]