Manuel Gnos am Dienstag den
9. Februar 2010 um 05:30 Uhr
Sie befinden sich an der Speichergasse in Bern, verlassen den Progr-Innenhof und steuern nach links. Weiter vorne liegt der Waisenhausplatz mit dem Oppenheim-Brunnen, der Sie aber im Moment nicht interessiert. Vielmehr schauen Sie auf die andere Strassenseite und sehen dort dies:

Burgunder-Haus an der Speichergasse 15 in Bern. (Bild Google)
Da fragen Sie sich: Stand dieses Burgunder-Haus schon immer da? Und wenn ja: Was ist da drin? Ich kann es Ihnen sagen: ein Restaurant. Eines mit bulgarischen Spezialitäten. Jedenfalls jetzt nocht. Oder auch schon nicht mehr. Denn das Restaurant geht zu. Oder ist es schon.
Aber nur vorübergehend. Danach geht es wieder auf. Unter der Führung der ehemaligen Du-Nord-Crew, die ja bereits das Restaurant zum Schloss in Köniz und Le Beizli in den Vidmarhallen betreibt. Klein und gemütlich soll es werden, mit einfachen Pastagerichten und guten Weinen. Das wird schön. Ich freu mich schon! Endlich ein Plätzchen, um vor den Bee-Flat-Konzerten noch einen Happen zu essen.
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Benedikt Sartorius am Montag den
8. Februar 2010 um 12:05 Uhr
Wer wieder einmal die einzigartige LED-Vorhangsshow im Kino Alhambra sehen möchte, hat zur Zeit einen halb-legitimen Grund. Denn «Sherlock Holmes», gedreht vom alten Madonna-Mann und «Snatch»-Regisseur Guy Ritchie, ermittelt zur Zeit auf dieser und noch einigen anderen Grossleinwänden der Stadt.
Der Meisterdetektiv ist natürlich weniger ein pfeifenrauchender Engländer als vielmehr ein dandyesker Robert Downey Jr., der den Reiz dieses schön unterhaltenden Actionfilmes ausmacht, indem er die Erinnerungen und Lösungen mit einer Geige herbeifiedelt und seltener heranraucht, den heiratenden und abwandernden Ermittlungspartner Dr. Watson nicht ziehen lassen kann und in seiner mit allerlei Kolonialkram vollgestopften Kammer dahinvegetiert.
Einen Weltordnungs-Fall gibt es in diesem aufwendig kostümierten Film dann auch noch, und dieser könnte auch bei James Bond geliehen sein, wenn nicht das geheimbündlerische Okkulte und das historische London mitsamt der damals noch spektakulär-halbfertigen Tower-Bridge die Distanz zum Hi-Tech-Agenten dann doch noch klar vermessen. Wobei der radebrechende Franzose «Dredger» in der famosen Werft-Szene stark an den legendären Beisser erinnert.
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Benedikt Sartorius am Montag den
8. Februar 2010 um 07:00 Uhr
Herr Sartorius empfiehlt:
Einen Besuch beim nicht unumstrittenen Herrn Blumfeld Distelmeyer, der seine Heavy-Lieder am Dienstag im Bad Bonn in Düdingen singen wird. Am Donnerstag schliesslich gilt es die mild-sonnigen Lieder der mild-sonnigen Real Estate im ISC zu ehren.
Herr Gnos empfiehlt:
Den Capital Slam diesen Donnerstag im Rössli der Berner Reitschule. Leider lässt sich auf der etwas trümligen Seite des Veranstalters nirgends in Erfahrung bringen, wer an dieser Ausgabe der noch jungen Reihe teilnehmen wird. Doch erfahrungsgemäss gibts da einiges auf die Ohren. Ein interessantes Format scheint mir zudem Renato Kaisers Rauschdichten im Musigbistrot zu sein. Daselbst jeden Montag, insgesamt zehnmal zwischen dem 25. Januar und dem 29. März.
Signora Pergoletti empfiehlt:
Hausmannskost! «Der Toast Hawaii bündelte auf wenigen Quadratzentimetern Weizenbrot die Sehnsüchte einer ganzen Epoche: Die verschwenderische Kombination aus Schinken und Käse demonstrierte den neu gewonnenen Wohlstand, Ananas und Cocktailkirschen drückten die Sehnsucht nach der weiten Welt aus.» Theater Marie/ Matto Kämpf/ Die Zorros bereiten für uns einen Toast Hawaii zu, im Café Kairo am Donnerstag, 20.30 Uhr. Mhmmm Käse! Mhmmm Kirsche!
Ron Orp empfiehlt:
Sich in der Sandwich Bar L16 an den Montagsspieltisch zu setzen und neben frischen Butterstullen auch Gesellschaftsspiele zu geniessen. Oder aber die Proben des Stücks «Das Käthchen von Heilbronn» in der Vidmar 1 zu besuchen und mit der romantischen Geschichte den Valentinstag vorziehen.
–> Ron Orp – deine tägliche Inspiration
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Benedikt Sartorius am Sonntag den
7. Februar 2010 um 11:26 Uhr
Noch vor der feierlichen 20. Ausgabe der Bad Bonn Kilbi wurde gestern Abend im Düdinger Konzerttempel eine Platte gefeiert, die auf 650 Exemplare limitiert ist, einen Scherenschnitt aus der Werkstatt des Lo-Fi-Helden Jad Fair als Cover hat und mit dem Namen «Does Your Cat Know My Dog – Bad Bonn’s Selection For The New Ear» auskommt.
Zur Taufe dieses guten Stücks aus dem Hause three:four Records luden die Label- und Clubbetreiber zum liebevollen Apéro, mitsamt dem Männerfreundschaftsfilm «Old Joy», der im Loop und tonlos grüssend Will Oldham wieder einmal nach Düdingen brachte. Nach den Speisen spielte ein ambientaler Herr namens :take: auf, der legendäre Gitarrist Sir Richard Bishop pflegte sein Set erdiger, ehe Sum Of R ihr Hinterzimmer auf der Clubbühne einrichteten und den Abend in anschwellendem Lärm zu Ende ausklingen liessen.

Zu Hause dann fand ich in meiner erstandenen Kopie mit dem Nummero 346 eine Foto, das einen auf diesen Seiten nicht unbekannten Herrn im Gespräch mit einem Chinesen zeigt, aufgenommen an der letzten Kilbi:

Und so ist diese an Erinnerungen reiche Platte – natürlich auch dank der Musik, allen voran den stromlosen Sonic Youth – eine Platte, auf die das Wort «Album» wunderbar zutrifft.
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Nicolette Kretz am Samstag den
6. Februar 2010 um 07:00 Uhr
Uns wurde ja neulich erzürnt vorgeworfen, wir würden immer nur dieselben Kulturstätten besuchen. Dagegen hab ich jetzt mal was unternommen und war im Theater am Käfigturm. Das ist dasjenige Theater, wo man sich immer ein wenig fragt, wo denn hier ein Theater sei, wenn man am Bärenplatz aufs Tram wartet und dabei die Plakatsäule betrachtet. Das Gastspieltheater hat ein abwechslungsreiches Programm, das einerseits viel Comedy aufweist, andererseits aber auch Kindertheater, Publikumsrenner wie «Das Millionenhaus» mit Maria Becker (4. und 5. März), Laientheater wie die Liebhaberbühne Biel (26. und 27. Februar) oder aber auch Georgette Dee (22.-24. April).
Zu Gast war da gestern die Schauspiel Schule Zürich, welche eine berufsbegleitende «4-jährige Ausbildung zum Semi-Profi oder Profi, mit Diplomabschluss» anbietet. (Nicht zu verwechseln mit der ZHdK, der Zürcher Hochschule der Künste.) Das Stück, das sie boten, heisst «IrreParabel» und ist eine lustige Szenen- und Sketch-Collage basierend auf Ken Campbells Stück «Mr. Pilks Irrenhaus». Nach dem Motto «Machen Sie sich keine Sorgen, sie sind verrückt,» hinterfragt der Abend den Unterscheid zwischen Normalität und Wahnsinn auf witzige und oft sehr absurde Art.
Nicht so sehr meinem Geschmack entsprach der exzessive Einsatz von billigen Schnäuzen und Perücken. Ausserdem hätte man bei der einen oder anderen Szene vielleicht mehr auf den teils bitterbösen, manchmal sehr poetischen Text statt auf Schenkelklopfen setzen können. Aber ansonsten hat mich der Abend amüsiert und ich war von der schauspielerischen Leistung dieser zukünftigen Semi-Profis und Profis sehr positiv überrascht. Vielleicht wäre es bei einem feineren Stück anders, aber da sah ich jedenfalls keinen frappanten Unterschied zu den Schauspielstudierenden einer Fachhochschule.
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Grazia Pergoletti am Freitag den
5. Februar 2010 um 14:30 Uhr
Gestern war ein ruhiger Abend im Sous Soul. Sehr ruhig. Unter dem Titel «Radio Sous Soul» finden seit einiger Zeit coole Donnerstagabende statt, an denen einfach mit Freunden gemütlich herumgesessen werden darf.
«Radio Sous Soul ist ein entspanntes Lounge-Format, – keine Band, kein DJ – nur unsere Lieblings-Sounds, gute Drinks, kühles Bier und abhängen auf hohem Niveau», heisst es dazu auf der Homepage. Das wird einem auch tatsächlich leicht gemacht, selbst wenn man mit Rauchern unterwegs ist: Das sogenannte Fumoir im Sous Soul ist grosszügig und extrem hübsch und gemütlich eingerichtet. Und die Musik, die Gastgeber Ferenz Poor uns gestern servierte, absolut entdeckungswürdig.
Bloss schade, dass es niemand merkt. Das Sous Soul wird dieses angenehme Donnerstagabend-Format wohl einstellen und auch an diesem Tag künftig wieder Veranstaltungen anbieten, weil die Resonanz ausbleibt. Schade. Mir hats extrem gut gefallen. In dem Sinne: Gehen Sie flugs hin, solange es «Radio Sous Soul» noch gibt.
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Benedikt Sartorius am Freitag den
5. Februar 2010 um 11:21 Uhr
Aktuell: Neuigkeiten aus dem Progr [Link]
Anlässlich des Galerienwochenendes äusserte Bernhard Bischoff, der Präsident des Vereins Berner Galerien, im «Bund»-Interview mit dem Titel «Wir leben für die Kunst» einige Sätze, die den Betreibern der vier sogenannten Off-Spaces offensichtlich kaum Gefallen haben. Die markantesten lauten so:
«Viele junge Galerien starten heute als Off-Space, also als alternativer Kunstraum. Sie erhalten Subventionen von der öffentlichen Hand oder von privaten Stiftungen und können sich so die ersten zwei, drei Jahre, in denen sie einen Kundenstamm aufbauen, über die Runden bringen. Und dann sagen sie plötzlich: Ich bin jetzt Galerist. Man vergisst gern, dass auch die Off-Spaces Kunst verkaufen. Das ist nicht immer angenehm für uns Galeristen. Wir deklarieren offen, dass wir verkaufen, und erhalten daher auch keine Subventionen.»
Auf diese Einwürfe von Bischoff reagieren die Betreiberschaft der Off-Spaces Galerie Milieu, Neue Galerie, Marks Blond und Grand Palais nun mit einem doch giftigen Pamphlet namens «Wir jammern für die Kunst». Der offene Brief ist hier als PDF verfügbar und richtet sich – via Medien – direkt an Bernhard Bischoff.
Die Gräben scheinen jedenfalls tief zu sein zwischen diesen beiden Konzepten, die für mich als Laien und überaus flüchtigen Kunst-Flaneur bislang im Verborgenen geblieben sind.
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Roland Fischer am Donnerstag den
4. Februar 2010 um 12:07 Uhr
Es gibt in Berlin mit dem Substitut einen Ausstellungsraum, der sich speziell um das Schweizer Kunstschaffen kümmert. Passend zum Transmediale-Festival hat die Galerie nun Studenten des Masterstudiengangs Musik und Medienkunst der Hochschule der Künste Bern eingeladen, einige Arbeiten in Berlin zu zeigen.

Eine gelungene Schau, die spielerisch mit Klängen umgeht und auch den Besucher immer wieder zum Mitspielen einlädt. Die träge im Eingangsbereich hängenden Föhne (verstehen das die Berliner? die Künstlerin Lilian Beidler kümmert’s wenig – «so föhn!» nennt sie ihre Installation) geraten bald in Schwingung, wenn man die Elektroregler betätigt und sie zu blasen beginnen. Und sobald auch die Kontaktmikrophone an den Wänden von den Turbulenzen erfasst werden, gesellen sich zum monotonen Heulen noch allerlei weitere Geräusche.
In der Installation von Kaspar Hochuli kann man einiges gezielter mitagieren: Ein geheimnisvolles, weiss gerastertes Lichtfeld muss mit farbigen Würfeln bestückt werden. Je nachdem, wo diese zu liegen kommen, wird der Raum anders musikalisch bespielt. Audio und Video spielen so auf hintersinnige Weise ineinander – die Farbpixel werden von einer Kamera erfasst und steuern jeweils verschiedene Tonspuren.
Weitaus simpler, aber nicht weniger verblüffend ist die Arbeit von Tobias Reber. Er hat in einem Zimmer ein paar kleine Gerätchen angebracht, die an verschiedenen Stellen den Boden, die Decke, den Türrahmen abklopfen und so eine komplette (unverstärkte) Rhythmussektion ergeben, die es in sich hat. Ein Forschungsunternehmen anderer Art ist die Installation von Cyrill Lim. Er zeigt, dass Klänge nicht für sich existieren, sondern immer abhängig von der Technik sind, von der sie erzeugt werden. Eine Reihe von Verstärkern ist mit diversen Lautsprechern gekoppelt – das Eingangssignal ist überall dasselbe, doch klingt es, wenn man sich durch den Raum bewegt, überall ein wenig (mitunter auch komplett) anders. Es ist eben heutzutage nicht mehr nur le ton qui fait la musique.
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Nicolette Kretz am Donnerstag den
4. Februar 2010 um 07:00 Uhr
Die Geschichte ist einfach, um nicht zu sagen banal: Das Fräulein Pollinger lernt vor dem Arbeitsamt den Herrn Reithofer kennen. Die beiden unterhalten sich, machen später im Park ein bisschen rum und verabreden sich für den nächsten Abend. Doch dem Fräulein kommt was dazwischen, nämlich ein selbstverliebter Hockeyspieler und ihr Traum von einem Mann mit einem tollen Auto. Doch, oh Wunder, das geigt nicht so ganz mit dem und endet in einer üblen Szene im Wald. Währenddessen gelingt es dem Versetzten ganz zufällig und eigentlich ohne sein Zutun, ihr einen Gefallen zu tun, den ich Ihnen aber jetzt nicht verrate. Ta-daa, happy end!
Doch «36 Stunden oder Die Geschichte vom Fräulein Pollinger» nach dem Roman von Ödön von Horváth lebt nicht von der Story, sondern vom Witz, mit dem diese erzählt wird. Felicitas Helene Heyerick, Krishan Krone und Michael Glatthard wechseln immer wieder zwischen verschiedenen Rollen und teilen sich die Erzählerfigur auf. Dazu nutzen sie an Wäscheleinen hängende Kleidungsstücke als einfach Markierung der einzelnen Figuren. Bei der Spielweise scheuen sie sich kein bisschen, auch mal so richtig dick aufzutragen, was zu wunderbar grotesken Karikaturen führt, z.B. die schwatzhafte Tante des Fräuleins und deren beste Freundin oder – auf dem Bild – der Kanarienvogel, der zwar immer nur «piep» sagen kann, jedoch äusserst eloquent laut denkt.
Die Stückfassung von der jungen Regisseurin Magdalena Nadolska funktioniert dabei ganz prima. Eine angenehme Mischung zwischen Erzähltem und Szenischem, sowie eine spielerische Verwebung dieser beiden Ebenen (der jeweilige Erzähler tritt nicht wirklich aus der Szene raus, sonder interagiert mit den Figuren), sorgen für einen kurzweiligen Abend. Einige Songeinlagen driften etwas in den Klamauk ab, aber wieso auch nicht? Eine amüsante Sache jedenfalls, wie es das Leben von jungen Singlefrauen halt so ist.
Das Stück läuft noch bis Samstag im Tojo. Reservation wir empfohlen unter: 36stunden@gmail.com.
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Benedikt Sartorius am Mittwoch den
3. Februar 2010 um 03:20 Uhr
Natürlich wäre Howe Gelb lieber in Madrid geblieben – mitsamt Steve Shelley und Lee Ranaldo von Sonic Youth, oder in Córdoba, Andalusien, mit einigen Flamenco-Musikern – mit letzteren der Herr aus Tucson, Arizona, eben eine seiner ungezählten und unüberblickbaren Platten eingespielt hat. Und so musste der zu Beginn seines Konzertes mit Hut antretende Gelb in Bern im ausverkauften Café Kairo auftreten, alleine, ohne prominente Freunde und auch ohne den angekündigten Bassisten, der kurzfristig zurück nach Dänemark in die USA fliegen musste.

Howe Gelb spielte gestern Abend ein Konzert ohne Setlist und ohne genauen Plan, denn der Herr mag es traditionsgemäss, seine Musiker auszutricksen – und wenn dann halt keine Mitstreiter auf der Bühne vorhanden sind, spielt er gerne sich selber aus. Mit Gitarre und vor allem seiner Sonorstimme, in der der verhinderte Revolverheld mitschwingt, driftete er durch seine kaum linearen Werke, spielte viele Johnny-Cash-Lieder aus dem San-Quentin-Konzert, vergass den Text bei «A Boy Named Sue», suchte ihn wieder und verzögerte so immer wieder die Pointen der beinahe melodielos vorgetragenen Nummern. Dann und wann bot Gelb sein «orchestra in a box» alias den verqueren Verzerrer auf, was in einem schalkhaften «Sonic Youth Medley» endete, ehe er flugs wieder in seinen prägenden und raspelnden Outlaw-Country zurück wechselte.
Zwischen den Liedern konferenzierte der knorrige, im Verlaufe seiner langen Karriere immerzu trendimmune Herr mit dem Publikum, befragte den Digi-Cam-Filmer, was er denn mit dem Bildmaterial anzufangen gedenkt, drohte lustig mit dem frühzeitigen Abgang, als die Versammelten nicht einmal die Trompeten-Linie aus «Ring Of Fire» – der offiziellen «Berne»-Hymne – mitzusingen vermochten und spielte auf einmal herzzereissend auf. Dann nämlich, wenn er, der Giant Sandist, ein frühes Lied wie «Thin Line Man» seiner On/Off-Band darbot – und den in trockenem Humor und einer grossen Herzlichkeit gehaltenen Abend auch liedtechnisch noch veredelte.
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Herr Gelb spielt weiterhin in der Schweiz: Heute Abend im Parterre zu Basel, morgen Donnerstag im El Lokal zu Zürich und am Freitag in Aarau und am Samstag noch in der St. Galler Grabenhalle.
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