Eigentlich haben die Herren das Album ja bereits 2008 eingespielt, aber weil eben alle dermassen viel mit ihren eigenen Bands unterwegs gewesen sind, hat es halt fast vier Jahre gedauert, bis die Platte von The Twango Club nun doch noch herausgekommen ist. Besagter Twango Club ist ein Projekt der Genfer Schatzis Pierre Omer (Ex-Dead Brothers), John Menoud (The Imperial Tiger Orchestra) und Xavier Bray (Mama Rosin). Und wer gestern Abend im Chop Records war, der konnte sich einige Stücke der drei Herren live anhören und mit ihnen auf das 3-jährige Bestehen des kleinen, aber feinen Westschweizer Labels Radiogram Records anstossen.
Twango Club trägt unverkennbar die Handschrift des musikalischen Tausendsassas Pierre Omer. Wunderbares Kino für die Ohren wird da produziert. Mal wähnt man sich auf einem knarrenden Schaukelstuhl auf einer Veranda irgendwo tief im Wilden Westen und schaut zu, wie der Wind Wüstenbüsche durch die Steppe bläst, mal sitzt man in einer italienischen Bar und beobachtet eine in die Jahre gekommene ehemalige Tangoschönheit, wie sie mit wogendem Busen leicht gelangweilt den Tresen abwischt.
Gerade mal 320 Vinyl-Alben wurden gepresst von dieser bezaubernden Twango Club-Surf-Jazz-Filmmusik. Jedes der Alben ist ein Unikat, denn Unterhosenkönig Robert Butler hat gesiebdruckt was das Zeugs hält und für jede Platte eine eigene Hülle kreiert. «It took me about two weeks and lots of kiffing», kommentierte Herr Butler gestern verschmitzt seine Aktion. Und er hätte zwar auch an Feiertagen gearbeitet, aber an Ostern habe er immerhin Plattenhüllen mit Jesus-Figuren verziert. Das könne man ja wohl durchgehen lassen. Jawohl, kann man.


















