Wer: Peter Swanson, Fucked Up, Grizzly Bear
Wo und wann: Freitagnacht
Was geschah: Nachdem musikalisch lange Zeit nicht sehr viel geschah und sich die Wetterlage dann doch noch kurzzeitig verschlechtert hat, war mein eigentlicher Kick-Off in den Abend das Set von Peter Swanson im Haus. Der Amerikaner kabelte mit seinem Modular-Synthie einen Heavy-Techno zusammen, einer, der laut, hart und doch nicht militant ausfiel. Weiter gings, grad im Anschluss, mit Fucked Up, den kanadischen Helden des freundlichen Hardcore. Der dicke Sänger Damian Abraham nahm – wie gewohnt barbauchig – seine Runden im Publikum, genoss den Auftritt im kleinen Zelt sichtlich und pries immerzu das reiche Hardcore-Erbe der Schweiz und die Kilbi, kurz: eine schöne Freude.
Schwieriger dann der Einstieg in das Konzert von Grizzly Bear, war doch der Raum im grossen Zelt zunächst sehr eng. Sorgsam entwickelten Daniel Rossen, Ed Droste, Chris Taylor, Christopher Bear und ein Tourkeyboarder die verwinkelten Folk-Taschensinfonien, die auch auf den grossen Bühnen immer noch eine schöne, schroffe Schlagseite aufweisen. Droste erinnerte sich auch an sein erstes Gastspiel in Düdingen. Vor sieben Jahren war das und die Band stand noch ganz am Anfang ihrer erstaunlichen Karriere, doch die Songs von damals wie das zwielichtig lockende «Knife» gehören immer noch zu ihren grössten Melodien. Natürlich: Grizzly Bear wissen mittlerweile, wie Überwältigung auf grösseren Bühnen funktioniert; so musikalisch und toll gespielt, das schafft allerdings fast niemand.
Höhepunkte: Das stille «Foreground» im Set von Grizzly Bear und als Kontrast, der «Dying-on-the-Inside»-Sing-A-Long in bei Fucked Up.
Tiefpunkt: Das Gedränge gleich zu Beginn des Grizzly-Bear-Auftritts.
