Es gilt wieder mal zu schwärmen (nicht das erste Mal): Wer gute Kunst im Grossraum Bern sehen will, der reise nach Thun. Einmal mehr kann man im dortigen Kunstmuseum eine artistische Entdeckung machen, von der sonst in der Schweiz noch kaum die Rede war. Noch biis anfangs Juli bespielen die kubanischen Kunstschreiner Los Carpinteros die Räume im ehemaligen Grandhotel.
Es ist eine Schau, die jeden Kunstkritiker zur Verzweiflung treiben muss. Keine Spur von Konsistenz, weder im Arbeitsmaterial noch in der Themenwahl. Aber haufenweise grossartige Werke. Natürlich gibt es da auch politische Kommentare (wie könnte es nicht), aber die geraten fast schon flapsig (rote Kugelgrills in Sternform, für die Freizeitkommunisten), und natürlich gibt es Holzarbeiten, und erst noch schön geschreinerte (grandios sinnlose Möbel, die futuristischen Betonkästen in Havanna nachempfunden sind).
Ansonsten aber ist die Ausstellung das herrlichste Durcheinander, geprägt von einer sowas von erfrischend undogmatischen Kunstauffassung, dass man bald nur noch staunend durch die Säle zieht. Aber bloss nicht falsch verstanden: Mit Schabernack oder humorigen Metaebenen hat das rein gar nichts zu tun. Hier wird vielmehr gezeigt, wie die Absage an den grossen Ernst ohne notorische Ironisierung bewerkstelligt werden kann. Gerade dem hiesigen Nachwuchs sehr ans Herz gelegt.













