Märchenstunde? Ein Bastard von einem Buch ist das, schon auf Seite 20, noch bevor die 1001 Nächte beginnen, geht es politisch sehr unkorrekt zu:
«Als der Kaufmann die Rede des Hahnes mit dem Hunde hörte, stand er schnell auf, nahm einen Stock von Eichenholz, führte seine Frau auf sein Zimmer, riegelte die Türe zu, angeblich um ihr die Erklärung zu geben, und fiel dann über ihre Rippen und Schultern mit Schlägen her; er prügelte sie in einem fort; sie schrie um Hilfe und sagte: »Ich will dich nach nichts mehr fragen.« Zuletzt, als er müde war vom Schlagen, öffnete er die Tür, die Frau ging hinaus, den Vorfall bereuend, und durch den guten Rat des Hahns ward die Trauer in Freude verwandelt.»
Der Hahn hatte das übrigens noch einiges unzimperlicher empfohlen. Aber das nur beiseite, das eigentlich Verrückte an «Tausend und einer Nacht» sind nicht die Unzimperlichkeiten (alle gegen alle, Männer, Frauen, Geister), sondern die wilde Dramaturgie, die Verschachtelungen. Ich bin erst in der sechzehnten Nacht angelangt, und schon steht der Rekord bei sage und schreibe sechs ineinander hineingepackten Geschichten. Ich werde mal versuchen, das ein wenig aufzudröseln.
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