<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Hugo Stamm</title>
	<atom:link href="http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm</link>
	<description>hugostamm.kaywa.ch</description>
	<lastBuildDate>Thu, 11 Mar 2010 17:17:00 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.2</generator>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Ist die Seele nur ein Phantom?</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/03/11/ist-die-seele-nur-ein-phantom/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/03/11/ist-die-seele-nur-ein-phantom/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 12:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Default]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=335</guid>
		<description><![CDATA[Die Seele ist ein mysteriöses Konstrukt. Für Gläubige fast aller Couleur ist sie das Lebensding an sich. Sie ist der Sitz der Gottesenergie oder die Verbindung zum Allerhöchsten. Die Seele ist also jene Instanz, die über das Leben hinaus weist. Wenn alles vergeht, existiert sie weiter. Sie ist der Anker im Diesseits, der vor allem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Seele ist ein mysteriöses Konstrukt. Für Gläubige fast aller Couleur ist sie das Lebensding an sich. Sie ist der Sitz der Gottesenergie oder die Verbindung zum Allerhöchsten. Die Seele ist also jene Instanz, die über das Leben hinaus weist. Wenn alles vergeht, existiert sie weiter. Sie ist der Anker im Diesseits, der vor allem bei Schicksalsschlägen Trost spendet: Wenn es dick kommt im irdischen Dasein, beschert sie uns Hoffnung für das Leben nach dem Tod. Die Seele macht uns unsterblich. </p>
<p>Somit schafft sie die Verbindung vom Diesseits zum Jenseits. Sie ist abhängig vom Körper, aber nur auf Zeit. Gleichzeitig ist sie der Sitz unserer Identität. Nach dem Tod zerfällt zwar unser Körper, unser Bewusstsein lebt aber in der Seele weiter. Somit geht nichts verloren, was sich an Erfahrung im Leben oder in mehreren Leben angesammelt hat. Genau genommen: Ich bin die Seele, die Seele bin ich.</p>
<p>Ohne dieses Bewusstsein von der Seele funktionieren Glaubensgemeinschaften oder Heilsvorstellungen nicht. </p>
<p>Bei den fernöstlichen Philosophien und Glaubenskonzepten ist die Seele der Träger wichtiger Informationen. Wie auf einer Festplatte sind alle Taten gespeichert, die „guten“ wie die „schlechten“. Sie machen das Karma aus, das über die Zukunft entscheidet. Erlösung gibt es erst, wenn die schlechten Taten aus früheren Leben durch die guten aus dem aktuellen getilgt sind. Fällt die Bilanz negativ aus, droht eine Wiedergeburt. Pikant: Die Rückkehr auf die Erde gilt als Strafe. </p>
<p>Nicht so bei den westlichen Esoterikern und spirituellen Suchern, die sich die Wiedergeburt wünschen, weil sie sich ans Leben klammern. Sie glauben, durch spirituelle Entwicklung die Seele zu „reinigen“ und im nächsten Leben vom göttlichen All-Eins begünstigt oder belohnt zu werden.</p>
<p>Die abrahamitischen Religionen lehren ein anderes Konzept. Die Abkehr von den vielen Göttern und die Einführung des Monotheismus führten zu einem Umdenken. Das Nirwana wurde abgelöst durch einen konkreten Ort der Geborgenheit: Der Wohnsitz des Vaters wurde zum Ort der Sehnsucht und zum Zuflucht der gepeinigten Menschen, die orientierungslos durch das Jammertal irrten. Der Hinduismus mit den Tausenden von Göttern und Dämonen wurden belächelt, die Idee von der Widergeburt als archaischer Aberglaube beargwöhnt.</p>
<p>Dann kam die Wissenschaft. Die Anatomie zeigte auf, dass die Seele kein nachweisbares Organ ist. Psychologie und Neurologie entwarfen Konzepte und lieferten viel wissenschaftliches Material, die darauf hindeuteten, dass all das, was wir seelische Regungen nennen, mit Hirnaktivitäten erklärbar ist. Da spielen elektrische Impulse, Hormone, Adrenaline usw. eine wichtige Rolle. So wie für uns heute noch das Entstehen und die Ursache von Gefühlen ein Rätsel ist, so schwer lässt sich angesichts wissenschaftlicher Erkenntnisse die Seele erklären. </p>
<p>Bezeichnet der vielleicht wichtigste Begriff in unserem Vokabular bloss ein Phantom?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/03/11/ist-die-seele-nur-ein-phantom/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>40</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>4 Jahre Blog: Diskussion über Gott und Teufel</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/03/08/4-jahre-blog-diskussion-uber-gott-und-teufel/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/03/08/4-jahre-blog-diskussion-uber-gott-und-teufel/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 17:54:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Default]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=333</guid>
		<description><![CDATA[Zum vierjährigen Bestehen dieses Blogs erschien im &#8220;Tages-Anzeiger&#8221; der nachfolgende Artikel. Ich möchte allen Teilnehmer &#8211; den regelmässigen und gelegentlichen &#8211; herzlich für das Engagement danken. Dank gebührt auch den vielen stillen Lesern, die sich immer wieder in grosser Zahl einklinken und die Diskussion verfolgen. Hugo Stamm 
Die Kirchen leeren sich, doch die Menschen interessieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum vierjährigen Bestehen dieses Blogs erschien im &#8220;Tages-Anzeiger&#8221; der nachfolgende Artikel. Ich möchte allen Teilnehmer &#8211; den regelmässigen und gelegentlichen &#8211; herzlich für das Engagement danken. Dank gebührt auch den vielen stillen Lesern, die sich immer wieder in grosser Zahl einklinken und die Diskussion verfolgen. Hugo Stamm </p>
<p>Die Kirchen leeren sich, doch die Menschen interessieren sich für Glaubensfragen wie eh und je. Der Sekten-Blog hat in vier Jahren 110 000 Kommentare provoziert.</p>
<p>Im Februar 2006 startete der TA-Sektenexperte Hugo Stamm einen Blog auf der Tagi-Homepage Newsnetz. Die Diskussion über Sekten lief gut an, doch bald rückten auch grundsätzliche Fragen zu Religion und Glauben in den Fokus: Entspricht der Glaube einem Grundbedürfnis des Menschen oder ist er anerzogen? Befriedigen Religionen kindliche Paradiesvisionen oder sind sie ein wirksames Konzept gegen die Angst vor dem Tod?</p>
<p>Als sich der Themenfächer öffnete, gewann die Diskussion rasch an Fahrt. Die Zahl der Kommentare stieg stetig an. Waren es früher etwa 200 Beiträge pro Woche, sind es heute 1000 und mehr. Ausreisser nach oben erreichten bis 2500 Leserreaktionen.</p>
<p>Minarettverbot mobilisierte</p>
<p>Am meisten Kommentare generierte die Auseinandersetzung um die überraschende Abstimmung zum Minarettverbot. Die Wogen gingen hoch, die Befürworter und Gegner der Initiative schenkten sich nichts. So kamen in wenigen Tagen über 3000 Kommentare zusammen.</p>
<p>Rund 2000 Leservoten provozierte der Impulstext mit dem Titel «Denkmalschutz für christlichen Gott». Es ging um die Freidenker-Plakate «Da ist wahrscheinlich kein Gott &#8211; also sorg dich nicht, geniess das Leben». Atheisten und Skeptiker lieferten sich dabei ein episches Wortgefecht mit Gläubigen.</p>
<p>Überhaupt lebt die Diskussion im Blog in den letzten Monaten vorwiegend von der geistigen Auseinandersetzung von Atheisten und Agnostikern mit Gläubigen. Naturgemäss prallen die Meinungen frontal aufeinander. Die zentralen Themen dabei: Wie plausibel ist die Vorstellung von einem christlichen Gott? Ist die Bibel von Gott inspiriert oder ist sie ein geschicktes PR-Instrument der Urchristen?</p>
<p>Für freikirchlich engagierte Gläubige ist die offene Diskussion über solche Fragen eine schiere Provokation. Manche fühlen sich in ihren religiösen Gefühlen tangiert und drohten auch schon mit einer Strafanzeige wegen Verletzung des Antirassismusgesetzes. In ihren Augen diskriminiert die Diskussion die Christen als Glaubensgemeinschaft.</p>
<p>Spendet uns Gott Trost?</p>
<p>Eine Kontroverse mit fast 2000 Kommentaren löste der Impulstext mit dem Titel «Unser tägliches Brot gib uns heute» aus. Dabei ging es um die Frage, wie es sich aus christlicher Sicht verantworten lässt, Waffenindustrien zu bauen und Milliarden in die Weltraumforschung zu stecken, wenn gleichzeitig Millionen von Menschen hungern.</p>
<p>Eine spannende Diskussion provozierte auch die Frage, ob und warum wir Trost in Gott finden. Weshalb zürnen ihm Gläubige nicht, wenn sie ein Kind oder einen Partner durch eine schwere Krankheit verlieren? Weshalb glauben sie, bei jener Instanz Trost zu finden, die ihre Angehörigen auch hätte heilen können?</p>
<p>Ein offenes Forum zieht auch Leser mit extremen Ansichten an, die den Blog als Plattform für fragwürdige Botschaften benutzen. Um die Diskussion in geordneten Bahnen zu halten, müssen ihre teilweise ehrverletzenden oder hetzerischen Kommentare gelöscht werden. Aus Rache über die angebliche Zensur überschwemmen sie den Blog gern mit unsinnigen Kommentaren. Doch alle Versuche, den Blog zu sabotieren oder lahmzulegen, sind bisher gescheitert. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/03/08/4-jahre-blog-diskussion-uber-gott-und-teufel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>317</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Minarette sehen wie Kirchtürme aus&#8221;</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/26/minarette-sehen-wie-kirchturme-aus/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/26/minarette-sehen-wie-kirchturme-aus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 13:28:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Default]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=329</guid>
		<description><![CDATA[Der französische Philosoph und Politologe Olivier Roy hat sich intensiv mit religiösen Fragen beschäftigt und ist ein ausgewiesener Islam-Kenner. In einem Interview mit der SonntagsZeitung äussert er provokative Thesen, die eine Diskussion wert sind. 
Roy erklärt, dass Religion immer bedeutender werde, weil die Gesellschaft säkularer wird. Den vermeintlichen Widerspruch erklärt Roy so: Früher war Religion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/files/2010/02/imageMinarett.jpg" alt="imageMinarett" width="98" height="131" class="aligncenter size-full wp-image-331" />Der französische Philosoph und Politologe Olivier Roy hat sich intensiv mit religiösen Fragen beschäftigt und ist ein ausgewiesener Islam-Kenner. In einem Interview mit der SonntagsZeitung äussert er provokative Thesen, die eine Diskussion wert sind. </p>
<p>Roy erklärt, dass Religion immer bedeutender werde, weil die Gesellschaft säkularer wird. Den vermeintlichen Widerspruch erklärt Roy so: Früher war Religion in den Alltag eingebetet und deshalb nicht aufgefallen. Es war normal, religiös zu sein, „Religion war überall und nirgends“. In unserer säkularisierten Welt fallen Gläubige hingegen auf, „sie werden zu Exoten“. Religion werde auch immer sichtbarer.</p>
<p>Diese Sichtbarkeit expliziert er am Beispiel der Immigration. Früher seien die Immigranten nach ihrer Herkunft wahrgenommen worden, heute drehe sich alles um ihre Religion. Die Einwanderer würden bezüglich Religion Flagge zeigen und auffallen. Ausdruck davon seien der Schleier oder die Burka. Dazu hat Roy eine überraschende Erklärung: Frauen würden damit auffallen: „Es handelt sich primär um Exhibitionismus.“</p>
<p>Roy versteht das Minarettverbot nicht. Damit werde man die Muslime nicht los, sondern verbiete nur die sichtbaren Symbole. „Dabei sind gerade Minarette ein Versuch der Muslime, die Christen nachzuahmen.“ Die Türme liessen die Moscheen ein wenig aussehen wie Kirchen. Auf die Frage, ob die Minarette nicht die viel zitierten Speerspitzen des Islam seien, antwortet Roy dezidiert: „Im Gegenteil: Sie sind ein Zeichen dafür, dass sich die Muslime integrieren wollen.“ Minarette hätten nicht mit Gottesstaat oder Sharia zu tun, sondern stünden für den Wunsch, eine muslimische Gemeinde zu bilden. Ähnlich wie dies Kirchgemeinden tun würden.</p>
<p>Als Beleg führt Roy an, dass in Frankreich und Deutschland muslimische Gemeinden die christlichen nachahmen würden. Die Websites seien auf französisch oder deutsch geschrieben, und es gäbe Sportvereine und Clubs wie in christlichen Gemeinden. Der Islam werde dem Christentum immer ähnlicher, nur würden wir das nicht wahrnehmen.</p>
<p>Roy widerspricht den Prognosen, wonach Europa in ein paar Jahrzehnten islamisch dominiert sein werde. Momentan lebten in Europa durchschnittlich weniger als fünf Prozent Muslime. Um die Christen zu verdrängen, müssten Muslime 10 bis 12 Kinder haben und die Europäer keine mehr auf die Welt stellen. Doch auch hier passten sich die Muslime den Christen an. In Tunesien würden beispielsweise heute schon weniger Kinder geboren als in Frankreich.</p>
<p>Roy scheint mehr Respekt vor den Konvertiten zu haben: Christen, die sich zum Islam bekehren. Diese neigten zum Fundamentalismus. Al-Qaida habe prozentual den höchsten Grad von Konvertiten aller islamischen Organisationen. „Und ein Drittel aller Frauen, die in Frankreich die Burka tragen, sind Konvertiten.“<br />
Überraschend ist auch die Beobachtung von Roy, dass Muslime zum Christentum konvertieren. „In Frankreich gibt es sogar eine evangelische Sekte, die aus ehemaligen Muslimen besteht. Auch hier sieht man, wie Konvertiten zum Fundamentalismus neigen. Viele protestantische Pfarrer waren ursprünglich Muslime.“ </p>
<p>Den Grund sieht Roy darin, dass sich Religion immer stärker von der Kultur abkoppelt. So würden die traditionellen Kirchen Anhänger verlieren, die modernen aber wachsen. Wir hätten eigentlich nicht Angst vor dem Islam, sondern vor den Fundamentalisten. Diese seien ein Produkt der Moderne: „Die Frauen, die in Frankreich eine Burka tragen, werden nicht von ihren Männern dazu gezwungen. Das ist inzwischen allgemein anerkannt.“ </p>
<p>Roy führt das Beispiel von Malika El Aroud an, einer bekannte Vertreterin des islamischen Fundamentalismus. Sie ist die Witwe eines der beiden Mörder des afghanischen Widerstandskämpfers und Taliban-Gegners Massoud und wurde 2007 wegen Aufhetzung von einem Schweizer Gericht verurteilt. „Diese Frau hat den Lebenslauf einer modernen westlichen Frau: Uneheliches Kind, Hippie-Jugend, und sie hat ihren aktuellen Ehemann, der übrigens zehn Jahre jünger ist als sie, per Internet gefunden. Fundamentalismus, auch islamischer Fundamentalismus, hat nichts mit Tradition zu tun. Es ist etwas, das sich moderne Menschen konstruieren.“</p>
<p>Roy wehrt sich auch gegen die Vorstellung, der Islam trage fundamentalistische Züge, weil er keine Reformation erlebt habe. Martin Luther sei ja auch ein Fanatiker gewesen. Ausserdem habe die Reformation nichts mit der Aufklärung zu tun. „Denken Sie bloss an die evangelischen Sekten, die die Evolutionstheorie ablehnen.“ </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/26/minarette-sehen-wie-kirchturme-aus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1051</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Liebe nur einen Gläubigen</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/18/liebe-nur-einen-glaubigen/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/18/liebe-nur-einen-glaubigen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 10:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Default]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=327</guid>
		<description><![CDATA[Die Suche nach einem Lebenspartner ist ein schwieriges Unterfangen. Die stetig wachsenden Scheidungszahlen machen es deutlich. Was mit Schmetterlingen im Bauch und einem langen weissen Gewand in der Kirche beginnt, endet oft im Rosenkrieg. Die Erwartungshaltung ist heute gross, die Ansprüche wachsen in der Wohlstandsgesellschaft laufend.
Besonders schwierig ist die Partnerwahl für Personen, die ihren Glauben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Suche nach einem Lebenspartner ist ein schwieriges Unterfangen. Die stetig wachsenden Scheidungszahlen machen es deutlich. Was mit Schmetterlingen im Bauch und einem langen weissen Gewand in der Kirche beginnt, endet oft im Rosenkrieg. Die Erwartungshaltung ist heute gross, die Ansprüche wachsen in der Wohlstandsgesellschaft laufend.</p>
<p>Besonders schwierig ist die Partnerwahl für Personen, die ihren Glauben als zentralen Lebensinhalt betrachten. Neben den äusseren Attributen und den charakterlichen Eigenschaften muss auch das Glaubensbekenntnis des Partners passen. Dadurch schränkt sich die Auswahl dramatisch ein. Radikale Glaubensgemeinschaften sind deshalb meist auch „Heiratsfabriken“.</p>
<p>Die Autorin Ute Horn ist Expertin in solchen Fragen. Sie ist strenggläubige Christin und hat mehrere Bücher zu Beziehungsfragen geschrieben. Dabei behandelt sie unter anderem die Frage, ob ein Christ eine Beziehung mit einem Nichtchristen eingehen dürfe. Ein Beispiel aus dem Fundus von Horn: Ein junger Christ fragt sich, weshalb ihm Gott die Liebe zur Atheisten Sonja geschenkt hat. Tat er es, damit Sonja Gelegenheit erhält, Gott kennenzulernen? Doch was passiert, wenn Sonja sich nicht bekehren lässt?</p>
<p>Ich weiss aus meiner Beratungstätigkeit, dass die Liebe meist stärker ist als der Glaube. Die Gläubigen sind überzeugt, dass Gott ihnen die Kraft gibt, die neue Flamme zum rechten Glauben zu führen. Um die Beziehung nicht zu gefährden, drucksen sie anfänglich gern um die Glaubensfrage herum und verstecken sich. Oder sie sagen, sie würden den Partner so akzeptieren, wie er nun mal sei, verschweigen aber, dass sie die Hoffnung einer wundersamen Bekehrung nicht aufgeben. </p>
<p>Oft enden solche Beziehungen mit grossen Verletzungen. Stehen die Gläubigen nach Monaten oder Jahren zu ihrer Hoffnung, den Partner doch noch zum „rechten Glauben“ führen zu können, fühlen sich diese hintergangen. Schon oft mussten wegen der Glaubensfrage Verlobungen gelöst, Eheversprechen rückgängig gemacht oder Ehen geschieden werden. </p>
<p>„Viele hoffen, dass sich der Partner irgendwann bekehren wird“, bestätigt Autorin Horn. „Entweder warten sie so lang mit der Heirat oder schliessen in der Hoffnung auf eine Bekehrung die Ehe.“ Für die Christin der falsche Weg. Wie in solchen Situationen üblich, holt sie die Bibel als Richtschnur hervor und zitiert Korinther: „Macht nicht gemeinsame Sache mit Ungläubigen.“ </p>
<p>Der Glaube habe bei der Partnerwahl nicht die gleiche Bedeutung wie Ehe, Kinder, Beruf, Hobby, doziert Horn. Der Glaube bestimme alles im Leben: Wie die Ehe zu führen sei, die Kinder zu erziehen, wie ich die Freunde wähle, die Freizeit gestalte. Kurz: Der Glaube geht über alles und muss auch bei der Partnerwahl ausschlaggebend sein. Wird eine Freundin oder ein Freund nicht Christ, sollte man besser auf eine Ehe verzichten, empfiehlt Horn. </p>
<p>Kurz: Der Der Glaube ist wichtiger als die Liebe, das jenseitige Leben wichtiger als die Existenz im Diesseits.</p>
<p>Oder: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – aber nur, wenn er den rechten Glauben hat.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/18/liebe-nur-einen-glaubigen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1075</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Haiti &#8211; gelobtes Land für Missionare</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/09/haiti-gelobtes-land-fur-missionare/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/09/haiti-gelobtes-land-fur-missionare/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 09:54:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=322</guid>
		<description><![CDATA[Haiti liegt seit dem Erdbeben am Boden. Wieder einmal hat es eine von der Welt vergessene Bevölkerung getroffen, die ohnehin schon seit Jahrzehnten dem Abgrund entlang strauchelt und von allen Göttern verlassen scheint.
Die Katastrophe hat das geschundene Land mit einem Schlag ins grelle Licht der Scheinwerfer gerückt. Die Bilder von den verletzten und verzweifelten Kindern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Haiti liegt seit dem Erdbeben am Boden. Wieder einmal hat es eine von der Welt vergessene Bevölkerung getroffen, die ohnehin schon seit Jahrzehnten dem Abgrund entlang strauchelt und von allen Göttern verlassen scheint.</p>
<p>Die Katastrophe hat das geschundene Land mit einem Schlag ins grelle Licht der Scheinwerfer gerückt. Die Bilder von den verletzten und verzweifelten Kindern und Frauen gingen ans Herz. Wo starke Emotionen im Spiel sind, werden sie in unserer Zeit von der modernen Kommunikationsgesellschaft sofort bewirtschaftet.</p>
<p>Mission – PR für Gurus und Götter</p>
<p>Dieses Phänomen nutzen Sekten und Freikirchen konsequent für ihre Zwecke. Sie sind in den letzten Jahren PR-Profis geworden. Ihr Kerngeschäft ist die Mission, eine spezielle Form der Werbung. PR für Gurus oder Götter – und für die eigene Glaubensgemeinschaft &#8211; sind dort am wirksamsten, wo die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit liegt. Deshalb ist Haiti seit dem Erdbeben für Missionare schon fast ihr gelobtes Land.</p>
<p>Denn: Wo Kirchen wie Kartenhäuser einstürzen, lauern die Chancen für die Heilsbringer aller Couleur. Elend macht hilflos, stürzt die Mensch in Angst und Verzweiflung. In ihrer Not greifen sie nach jeder Hand, die ihnen entgegengestreckt wird. Dabei können sie sich den Luxus nicht leisten zu fragen, ob die Hand zum verlängerten Arm einer Sekte oder Freikirche gehört.</p>
<p>Ereignen sich grosse Katastrophen, stehen die Scientologen sofort auf der Matte. Nach dem Massaker im Zuger Parlament oder dem Absturz der Crossair-Maschine bei Bassersdorf waren sie sofort zur Stelle. Ihr PR-Highlight war – vor dem Erdbeben auf Haiti &#8211; 9/11. Die ehrenamtlichen Geistlichen, wie sie sich nennen, sind eingekleidet in gelbe Überzüge mit dem Schriftzug „Scientology“ und arbeiten – Zufall oder nicht – meist da, wo die Kameras postiert sind.</p>
<p>John Travolta im Krisengebiet</p>
<p>Nach dem Erdbeben auf Haiti schickten die Sektenbosse sofort ihren Vorzeigepromi John Travolta auf die Piste. Der Schauspieler holte seine für 150 Passagiere ausgelegte  Boeing 707 aus dem Hangar und flog den scientologischen Hilfstrupp persönlich ins Krisengebiet. Fernsehkameras begleiteten die Mission. Mehr PR geht kaum.</p>
<p>Was den Scientologen heilig, ist anderen Sekten und Freikirchen billig. Die Gläubigen schwärmten in grossen Scharen aus, um den Katastrophenopfern Suppe und Gott zu bringen.</p>
<p>Der missionarische Eifer artete bald aus. So entführten christliche Missionare aus den USA in ihrer Verblendung 33 angebliche Waisenkinder. Haiti ist für sie das Reich des Satans, wo schwarze Magie und Voodoo-Zauber grassieren. Die Fundamentalisten glaubten, ein gutes Werk für Gott zu tun, wenn es ihnen gelingen würde, dem dunklen Land Kinder zu entreissen. Der bekannte Fernsehprediger Pat Robertson wagte auszusprechen, was viele Fundamentalisten denken. Der ehemalige Kandidat für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen bezeichnete das Erdbeben von Haiti als Strafe Gottes. Die Haitianer hätten einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, sagte er.</p>
<p>Das ist purer Aberglauben. Erdbeben sind Naturkatastrophen, die mit Gott nichts zu tun haben. Mission in Krisengebieten ist moralisch anrüchig. Solche Prediger nutzen die Not der Opfer, um ins Rampenlicht zu geraten und missionarischen Profit zu schlagen. Denn nirgends ist Mission leichter und erfolgreicher als in Katastrophengebieten. Opfer, denen auf der Erde nichts mehr bleibt, akzeptieren auch fremde Götter – wenn sie in deren Namen ein Stück Brot bekommen.<br />
Wer mit dem scientologischen oder christlichen Kreuz in der Hand Reis verteilt, respektiert Würde und Glauben der Erdbebenopfer nicht, sondern nützt ihre Not aus, um nach ihrer Seele zu greifen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/09/haiti-gelobtes-land-fur-missionare/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>891</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der  Islam braucht Aufklärung</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/01/der-islam-braucht-aufklarung/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/01/der-islam-braucht-aufklarung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 13:41:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=318</guid>
		<description><![CDATA[Für radikale Christen mit dogmatischer Haltung sind Aufklärung und Humanismus Werkzeuge des Satans. In ihren Augen begann die Krise des Christentums und des Abendlandes mit der geistigen Emanzipation der Massen. Was für fortschrittliche Personen ein grosser Schritt zur Würde der Menschen ist, betrachten Fundamentalisten als Beginn der Dekadenz, begleitet vom Zerfall der Werte und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für radikale Christen mit dogmatischer Haltung sind Aufklärung und Humanismus Werkzeuge des Satans. In ihren Augen begann die Krise des Christentums und des Abendlandes mit der geistigen Emanzipation der Massen. Was für fortschrittliche Personen ein grosser Schritt zur Würde der Menschen ist, betrachten Fundamentalisten als Beginn der Dekadenz, begleitet vom Zerfall der Werte und der Moral.</p>
<p>Wie wichtig aber Aufklärung ist, um die Gesellschaft in die geistige Freiheit zu führen, zeigt sich bei den Fundamentalisten in islamischen Ländern. Der amerikanische Autor Theo Padnos hat drei Jahre undercover in jemenitischen Koranschulen verbracht und ein Buch über seine Erfahrungen mit fanatischen Islamisten geschrieben. Es soll in diesem Frühjahr in den USA erscheinen. </p>
<p>In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger zeigt Padnos auf, was für ein verschrobenes Weltbild die Islamisten pflegen. Aus ideologischer oder religiöser Verblendung heraus biegen sie die Realität so lang zurecht, bis sie ihren Wünschen und Sehnsüchten entspricht. Oder ihren Ressentiments und Vorurteilen. Fragen oder Gegenargumente werden schon gar nicht zugelassen. Was nach Ignoranz und Dummheit aussieht, entpuppt sich aber als Realitätsverlust und Wahrnehmungsverschiebung. Letztlich ist es die Folge einer Indoktirnation, die Verstand und Vernunft ausschaltet. </p>
<p>Ein paar Beispiele: Padnos erzählt, viele Islamschulen würden die Ummah vermitteln, also die Idee der globalen Familie von Gläubigen: „Die Schüler sollen die islamische Gegenwart erforschen und die Vergangenheit entdecken. Diese islamische Vergangenheit wird als etwas immer Grossartiges vermittelt, während die Gegenwart für den Islam als demütigend empfunden wird. Das wichtigste Ziel ist es, die Schüler dazu zu bringen, sich zu fragen, was sie persönlich tun können, um das Goldene Zeitalter der drei Kalifen im Mittelalter wiederzubringen, als der Islam stark war.“ </p>
<p>Laut Padnos hat der Islam radikale Aspekte: Das Frauenbild, die Vorstellung vom Heiligen Krieg, die Einstellung zur Gewalt. „Aber er hat auch eine mystische und fast empfindsame Seite. Ein grosses Problem ist das Weltbild, das in den Schulen vermittelt wird, nämlich dass der Islam vom Westen betrogen werde. Schon nach kurzer Zeit fühlen sich die Schüler persönlich bedroht und angegriffen, und sie wollen zurückschlagen und dabei viele Feinde und am besten Juden töten.“ </p>
<p>Padnos erlebte, dass die meisten Schüler in den Koranschulen das Gefühl empfanden, in einer Art Krieg mit dem Westen zu sein, der Gewalt rechtfertigt. „Der Mord an den beiden deutschen Krankenschwestern vor einiger Zeit etwa wurde im Unterricht gutgeheissen“, sagte Padnos. Und die meisten Schüler seien grössenwahnsinnig und glaubten, irgendwann den Islam allein retten zu können.<br />
Es herrsche zwischen dem Lehrer und den Schülern Einigkeit, dass die Krankenschwestern nicht jemenitischen Frauen bei der Geburt zu helfen wollten, sondern das Ziel verfolgten, dass sie in Zukunft keine Kinder mehr bekommen könnten, sagte Padnos weiter. Die Begründung: Der Westen wolle alles kontrollieren und nun dafür sorgen, dass jemenitische Frau nicht mehr so viele Gläubige zur Welt bringen würden. Am Ende sagte der Lehrer: «Die Vereinten Nationen und die Christen wollen nicht, dass ihr Kinder bekommt. Jeder von euch muss rausgehen und zehn Kinder bekommen.» In einem Raum mit sexuell frustrierten Männern &#8211; in den Koranschulen sind natürlich keine Frauen erlaubt &#8211; kam die Idee sehr gut an, sagte Padnos. </p>
<p>Auf die Frage, warum sich der Islam immer weiter radikalisieren würde, antwortete der Autor: „Viele islamische Länder haben etwas von einer bröckelnden Burg. Und nirgendwo brechen die Steine im Augenblick schneller aus der Mauer als im Jemen. Natürlich würden die Bewohner der Burg gerne sehen, dass Zinnen und Türme stolz in den Himmel ragen, und sie hassen den schleichenden Verfall. Viele Jemeniten haben das Gefühl, dass die Mächtigen in ihrem Land alles verkaufen. Die Felder, das Land, die Bodenschätze. Für viele Muslime ist das Land aber für die Familie der Gläubigen da, nicht für westliche Firmen, Soldaten oder Touristen.“<br />
Padnos schätzt den Jemen als unfähigen Staat ein. Der wachsende Einfluss radikaler islamischer Gruppen werde das Land ins Chaos treiben. Ein Chaos, das es für Al-Qaida-Terroristen interessant mache. </p>
<p>Falsche Vorstellungen vom „Feind“ und religiös-ideologische Fixierungen sind der Nährboden für erfolgreiche Indoktrination. Diese führt zu einem verschrobenen Weltbild und falschen historischen und politischen Bildern. Der aktuell bedrohlichste geopolitische Konflikt beruht also auf religiösem Fanatismus. Das einzige Gegengift wären vernünftige Erziehung, Bildung und Aufklärung. Um das zu erreichen, müssten die Frauen endlich mehr Rechte bekommen. Doch diese haben keinen Zutritt zu den Koranschulen und sind in den Moscheen ohne Einfluss. Die grösste Gefahr für die Menschheit ist eine einseitige Männergesellschaft. </p>
<p>Deshalb in islamischen Ländern: Frauen an die Macht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/02/01/der-islam-braucht-aufklarung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1107</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Töten im Namen Gottes</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/01/21/toten-im-namen-gottes/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/01/21/toten-im-namen-gottes/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 12:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=311</guid>
		<description><![CDATA[Die Kreuzzüge sind eines der traurigsten Ereignisse in der wechselvollen Geschichte des Christentums. Mit der Bibel in der Hand massakrierten die christlichen Horden wahllos Zehntausende – unter ihnen viele Moslems.
Eine Geschichte aus den USA erinnert in fataler Weise an die mittelalterlichen Gräueltaten der marodierenden Horden, die das Banner von Jesus hochgehalten hatten. Eine Firma aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kreuzzüge sind eines der traurigsten Ereignisse in der wechselvollen Geschichte des Christentums. Mit der Bibel in der Hand massakrierten die christlichen Horden wahllos Zehntausende – unter ihnen viele Moslems.</p>
<p>Eine Geschichte aus den USA erinnert in fataler Weise an die mittelalterlichen Gräueltaten der marodierenden Horden, die das Banner von Jesus hochgehalten hatten. Eine Firma aus Michigan  baut nun im Auftrag der Regierung Zielfernrohre, mit denen amerikanische Soldaten auf Iraker und Afghanen – also grossmehrheitlich Moslems – schiessen. Das Sonderbare an den Instrumenten: Sie enthalten eigenartige Gravuren. So steht etwa geschrieben «2Cor4:6» oder «JN8:12». Das sind Hinweise auf Bibelstellen: 2. Brief an die Korinther oder Johannes 8, 2. «Wer mir folgt, wird niemals in der Dunkelheit sein, sondern das Licht des Lebens finden», heisst es etwa in Johannes 8, 12. Übersetzt: Meine Kugel trifft den Gegner, bevor seine Kugel mich in die Dunkelheit befördert.</p>
<p>Mit den tröstenden Worten Gottes vor Augen lässt sich offenbar besser zielen. Es könnte ja sein, dass die Moslems im Dienst des Antichristen das Abendland ausradieren wollen. </p>
<p>Christliche Geistliche segnen oft Waffen. Deshalb ist es nur konsequent, wenn amerikanische Soldaten mit Bibelsprüchen im Visier zum Töten schreiten. </p>
<p>In der Bibel heisst es aber auch: Liebet eure Feinde. Und: Du sollst nicht töten. Diese Verse sucht man vergeblich auf den Zielfernrohren.</p>
<p>Zweites Beispiel: Der bekannte Fernsehprediger Pat Robertson, ehemaliger Kandidat für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen, bezeichnete das Erdbeben von Haiti als eine Strafe Gottes, weil die Haitianer einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten. Er bezieht sich dabei auf ein historisches Ereignis aus dem Jahr 1791, bei dem Voodoo-Rituale zelebriert worden sein sollen.</p>
<p>Beide Ereignisse zeigen, dass fundamentalistische Christen in den USA geistig noch im Mittelalter stecken. Dagegen gibt es nur ein Rezept: Radikale Aufklärung und Kampf gegen den Aberglauben. Wie wir wissen, wehren sich auch viele Blogger in diesem Forum gegen die Aufklärung, die sie als Werkzeug des Satans brandmarken. Deshalb tut eine Diskussion darüber Not.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/01/21/toten-im-namen-gottes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1256</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Geistheilung ist bloss ein Mythos</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/01/11/geistheilung-ist-bloss-ein-mythos/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/01/11/geistheilung-ist-bloss-ein-mythos/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 08:58:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Esoterik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=305</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt heute in der Schweiz mehr Geistheiler, Handaufleger, Reikimeister und esoterisch ausgerichtete Therapeuten als Geistliche. Das Feld solcher Anbieter auf dem alternativen Heilmarkt ist in den letzten 40 Jahren exponentiell gewachsen. Gab es früher ein paar naturverbundene Sonderlinge, die Heilkräfte für sich reklamierten, hat uns die Esoterikwelle rund 15&#8242;000 hellsichtige  oder hellfühlige Heiler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt heute in der Schweiz mehr Geistheiler, Handaufleger, Reikimeister und esoterisch ausgerichtete Therapeuten als Geistliche. Das Feld solcher Anbieter auf dem alternativen Heilmarkt ist in den letzten 40 Jahren exponentiell gewachsen. Gab es früher ein paar naturverbundene Sonderlinge, die Heilkräfte für sich reklamierten, hat uns die Esoterikwelle rund 15&#8242;000 hellsichtige  oder hellfühlige Heiler beschert, die sich den Markt der alternativen Therapien streitig machen. Ein Markt, in dem Heil-Schulen eine zentrale Rolle spielen. Diese bieten Kurse und Lehrgänge an, in denen man angeblich seine übersinnlichen und heilerischen Kräfte entwickeln kann. Für 10&#8242;000 Franken kann jeder seine Heilkräfte zu Tage fördern, Diplome erlangen und Patienten rekrutieren. </p>
<p>Der Ruf der Zunft der Geistheiler ist nicht mehr der beste. Viele Missbräuche und unseriöse Arbeitsweisen mancher Heiler haben der Gilde geschadet. So sterben immer wieder Krebspatienten, weil der Heiler ihnen verbietet, schulmedizinische Hilfe anzunehmen. Das Argument: Chemische Medikamente und Bestrahlungen würden das spirituelle Gleichgewicht stören und die Selbstheilungskräfte blockieren. </p>
<p>Um den Ruf zu retten, distanzieren sich heute viele spirituelle Sucher und Heiler von der Esoterik. Diese ist plötzlich ein Schimpfwort geworden, weil unter dem Begriff viel Schindluderei betrieben worden ist. Heute sprechen viele nur noch von Spiritualität. Doch das ist ein Etikettenschwindel. Die meisten betreiben nach wie vor esoterische Rituale und vertreten ein esoterisches Gedankengut. </p>
<p>Aus dem gleichen Motiv heraus behaupten heute auch viele Geistheiler, sie würden ihren Klienten keine konkreten Heilsversprechen mehr abgeben. Auch das ist eine Beschönigung. In der Praxis erklären sie den Klienten dann durchaus, dass sie Krankheiten heilen können. Sonst gäbe es ja keinen Grund, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen, und sie wären bald arbeitslos. Niemand zahlt für eine Dienstleistung, die nutzlos ist und keine Wirkung erzielt. </p>
<p>Wenden wir das Beispiel auf die Schulmedizin an. Angenommen, die Ärzte würden ihren Patienten sagen: Ich kann ihnen zwar Blut nehmen, ich kann ein Computertomogramm machen, ich kann ihnen Medikamente verschreiben, aber ich habe keine Ahnung, ob ich ihre Krankheit heilen oder die Symptome lindern kann. Wer würde da noch zum Arzt gehen?</p>
<p>Ganz freiwillig geben die Heiler natürlich nicht zu, dass sie in Wirklichkeit nicht kontrolliert heilen können. Einerseits haben sie Angst, weiter in Verruf zu geraten. Andererseits laufen sie Gefahr, mit dem Gesundheitsgesetz in Konflikt zu kommen.</p>
<p>Ausserdem: Es gibt keine Untersuchungen oder Studien, die auch nur halbwegs belegen, dass Geistheilung wirkt. (Bei der Geistheilung geht es ihn erster Linie darum, den Patienten Heilkräfte zuzuführen.) Hingegen existieren mehrere Studien, die klar belegen, dass Geistheilen nicht funktioniert. Trotzdem wächst der Markt der Heiler weiter. Der Aberglaube ist halt so weit verbreitet, dass es immer noch genug Kunden gibt, die ihre Dienste in Anspruch nehmen.</p>
<p>Das Bundesamt für Gesundheit müsste endlich griffige Regeln erlassen, um den Wildwuchs bei den Geistheilern und alternativen Therapeuten einzuschränken. Er müsste im Sinn des Konsumentenschutzes die leichtgläubigen Patienten schützen. Zum Beispiel mit einem Vertrag. Die Heiler müssten schriftlich festhalten, was sie diagnostizieren, welche Behandlung sie anwenden, wie lang die „Therapie“ dauern wird und welche Wirkung oder Heilung sie erwarten. Allein eine solche Massnahme würde viele Heiler vorsichtiger operieren lassen. Denn im Fall von schwerwiegenden Komplikationen könnten sie zur Rechenschaft gezogen und rechtlich belangt werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/01/11/geistheilung-ist-bloss-ein-mythos/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1070</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Ende der neuen Religiosität</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2009/12/30/das-ende-der-neuen-religiositat/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2009/12/30/das-ende-der-neuen-religiositat/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 09:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Default]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=301</guid>
		<description><![CDATA[Christliche Kreise beschwören seit Jahren das Erwachen der neuen Religiosität im neuen Jahrhundert. Sie erhoffen sich das „Wassermann-Zeitalter“ der christlichen Kultur, eine sanfte Revolution der Religion, die Jesus Christus vor 2000 Jahren in die Welt gebracht hat. Und fleissig suchen sie alle Anzeichen und Signale, die ihre von Hoffnung genährte Erwartung stützt.
Die Ausbreitung des Islams [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christliche Kreise beschwören seit Jahren das Erwachen der neuen Religiosität im neuen Jahrhundert. Sie erhoffen sich das „Wassermann-Zeitalter“ der christlichen Kultur, eine sanfte Revolution der Religion, die Jesus Christus vor 2000 Jahren in die Welt gebracht hat. Und fleissig suchen sie alle Anzeichen und Signale, die ihre von Hoffnung genährte Erwartung stützt.</p>
<p>Die Ausbreitung des Islams in Mitteleuropa hat ihren Optimismus in letzter Zeit arg gedämpft. Der Enthusiasmus eines Grossteils der Moslems für ihren Glauben steht in starkem Kontrast zum lauwarmen Engagement vieler Christen. Einzig die Freikirchen halten noch das Fähnchen der Aufrechten hoch und setzen sich mit Verve für ihre Glaubensüberzeugungen ein.</p>
<p>Dann kam die dicke Überraschung zum Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends: Die Schweizer Christen sind aufgestanden und haben die Expansionsgelüste der Moslems jäh gestoppt. Keine Minarette in unserem christlichen Hoheitsgebiet, entschieden sie zur Überraschung der Politiker. Viele Freikirchen reduzierten die Abstimmung auf die Formel: Christen gegen Moslems. Und rasch wurde die Initiative als Aufstand der schlafenden Christen interpretiert. Und  als Wiedererstarken der christlichen Leitkultur. Endlich ein kräftiges Zeichen der neuen Religiosität! Und flugs denkt die EVP darüber nach, die christliche Leitkultur in der Verfassung zu verankern.</p>
<p>In Wirklichkeit ist das alles Wunschdenken. Die Schweizerische Evangelische Allianz, der grösste Verband freikirchlich orientierter Gläubiger und Gemeinden, war – vermutlich aus taktischen Überlegungen &#8211; entschieden gegen die Initiative. Sie fand dabei allerdings wenig Rückhalt bei  ihren Gläubigen: Die meisten Freikirchler waren entschieden für die Initiative. Da sie konservativ denken, spielten bei ihnen politische Überlegungen eine grössere Rolle als religiöse Motive. </p>
<p>Es ist deshalb falsch, die Abstimmung als Erstarken der christlichen Leitkultur zu interpretieren. Auch für die Freikirchler war die Minarett-Initiative ein politisches Plebiszit zur Überfremdungsfrage. Das Abstimmungsresultat ist vor allem Ausdruck einer Identitätskrise.</p>
<p>Die neue Religiosität bleibt also Wunschdenken. Die Landeskirchen werden weiter schrumpfen. Das christliche Credo von Hoffen und Glauben ist im Zeitalter des Wohlstands und der Individualisierung ein Auslaufmodell. Wir haben die Mentalität der Versicherten verinnerlicht. Auf Erlösung nach dem Tod zu hoffen, ist nicht mehr unser Ding. Wir leben im Hier und Jetzt und wollen den Mehrwert sofort abschöpfen. </p>
<p>Ich behaupte nicht, dass dies eine kulturelle Errungenschaft ist. Aber es entspricht einer anthropologischen Tatsache. Da entspricht die moderne Esoterik weit mehr dem Zeitgeist. Sie bietet die Selbsterlösung und Vergottung des Menschen an. Da wäre mir dann eine christliche Mentalität doch noch lieber.</p>
<p>Ich wünsche allen Bloggerinnen und Bloggern ein erspriessliches 2010. Auf dass viele Wünsche in Erfüllung gehen. Gleichzeitig möchte ich allen für Ihr Engagement in diesem Forum danken. Das 2009 war der beste Jahrgang. Und bald gehen wir ins 5. Blog-Jahr. Das zeigt, dass religiöse Fragen die Menschen immer noch bewegen. </p>
<p>(Ich war in den letzten Wochen abwesend, weshalb meine Präsenz im Blog gering war. Nun bin ich zurück und werde mich wieder aktiver einbringen.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2009/12/30/das-ende-der-neuen-religiositat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1518</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die andere Weihnachtsgeschichte</title>
		<link>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2009/12/20/die-andere-weihnachtsgeschichte/</link>
		<comments>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2009/12/20/die-andere-weihnachtsgeschichte/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 10:41:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Default]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/?p=299</guid>
		<description><![CDATA[Was wäre, wenn Jesus zu seinem Geburtstagsfest für eine Stipvisite auf die Erde käme? Ein Besuch bei der Stätte seines Wirkens nach rund 2000 Jahren?
Wenn er beispielsweise inkognito an der Christmette im Petersdom teilnehmen würde? Und dann einen Weihnachtsgottesdienst im Zürcher Grossmünster besuchen? Was ginge ihm dabei wohl durch den Kopf?
Um Bilanz über sein Lebenswerk [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was wäre, wenn Jesus zu seinem Geburtstagsfest für eine Stipvisite auf die Erde käme? Ein Besuch bei der Stätte seines Wirkens nach rund 2000 Jahren?<br />
Wenn er beispielsweise inkognito an der Christmette im Petersdom teilnehmen würde? Und dann einen Weihnachtsgottesdienst im Zürcher Grossmünster besuchen? Was ginge ihm dabei wohl durch den Kopf?</p>
<p>Um Bilanz über sein Lebenswerk ziehen zu können,   würde er zuerst eine Bestandesaufnahme machen. Alle Achtung, würde er den Christen zurufen. Ihr habt das Christentum zur grössten Religionsgemeinschaft getrimmt. Das lässt sich sehen.</p>
<p>Doch beim Studium der Kirchenstrukturen käme Jesus ins Grübeln. Was für ein chaotischer Flickenteppich! Da sind die Grosskirchen. Die Katholiken, die Protestanten, die Anglikaner, die Orthodoxen. Und dann noch Zehntausende kleiner und grosser Freikirchen. </p>
<p>Habe ich euch geheissen, Kirchen zu gründen und Hierarchien aufzubauen, würde Jesus ihnen in Gedanken zurufen. Habe ich euch geheissen, euch gegenseitig zu bekämpfen und einander Gläubige abzujagen? Überhaupt: Ihr glaubt alle an mich, ihr  liebt mich gleichermassen. Ihr betet alle meinen Vater an und den heiligen Geist. Und stützt euch auf das gleiche Wort, mein Wort, festgehalten in den Evangelien. </p>
<p>Und was ist daraus geworden? Jede Kirche lehrt etwas anderes! Jede interpretiert mein Wort unterschiedlich.  Ihr habt nicht einmal den gleichen Glauben, sprecht nicht die gleiche Sprache. Und ihr kämpft verbissen um den Anspruch, die wahren Christen zu sein. Irgend etwas muss da gründlich schief gegangen zu sein.</p>
<p>Beim Besuch im Vatikan würde der Prunk Jesus blenden. Mein Stellvertreter in Gold bestickten Gewändern in einem Palast? Hey, würde ihm Jesus gern zurufen, ich pilgerte mit meinen Aposteln umher, ausgerüstet mit wenigen Habseligkeiten.</p>
<p>Verwundert würde Jesus die Fahrt des Papstes beim Besuch seiner Gläubigen im Papamobil beobachten. Panzerglas? Hast du Angst vor deinen Gläubigen, lieber Benedikt? Muss ich dir in Erinnerung rufen, dass ich zu den Armen und Kranken gegangen bin, ihnen Trost und Heilung gebracht habe? Dass ich mich mit den Huren unterhielt und die Pharisäer aus dem Tempel warf? Und du willst mein Stellvertreter sein? Du, der du abgeschieden und fern der gesellschaftlichen Realität in einer Männerwelt lebst? </p>
<p>Nächste Station würde Jesus bei den Protestanten machen. „Bei euch gefällt mir, dass ihr keinen Machtapparat mit hohen Würdenträgern aufgebaut habt. Ausserdem gesteht ihr den Gläubigen zu, den Glauben individuell auszugestalten. Doch in eurer grenzenlosen Toleranz duldet ihr auch Fundis in euren Reihen, die meinen Glauben verdrehen. Ihr seid mutlos und habt kein Profil.“</p>
<p>Bei den Orthodoxen bliebe Jesus nicht lang. Ihr seid so verstaubt und konservativ, würde er ihnen sagen.  Ihr klebt so ängstlich am Wort, dass ihr das Leben verpasst. Glauben heisst Leben. Die Bibel ist nur eine Richtschnur. Alles ist in Bewegung, im Fluss, wie könnt ihr euch da starr an den alten Buchstaben klammern?</p>
<p>Dann nähme Jesus die Hunderttausenden Pastoren und Prediger der Freikirchen an seine Brust. „Jeder von euch behauptet, in direktem Kontakt mit mir zu stehen und aktuelle Worte von mir zu empfangen. Ich kann mich nicht erinnern, je mit einem von euch gesprochen zu haben. Ihr seht Dinge, die es nicht gibt und hört Botschaften, die nur in eurer Fantasie bestehen.“</p>
<p>Zum Schluss würde Jesus alle Bischöfe, Pfarrer, Vikare und Geistlichen zusammen rufen. Ich habe in der Bibel nichts gesagt von prunkvollen Gotteshäusern. Ich habe euch nicht angewiesen, in vornehmen Pfarrhäusern zu wohnen, hohe Saläre von den Gläubigen einzufordern. Ich habe euch nicht gesagt, ihr sollt Reichtümer anhäufen und gesellschaftliche Macht anstreben. Ich habe euch nur aufgetragen, zu den Menschen zu gehen und ihnen vom Glauben zu erzählen. </p>
<p>Doch eher gehe ich durch ein Nadelöhr, als dass es mir gelingen würde, die immensen Kirchenstrukturen zu zerschlagen. Der Fehler meines Vaters war wohl, dass er euch Menschen den Machtdrang gegeben hat.</p>
<p>Jesus erhob sich und machte sich rasch davon.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2009/12/20/die-andere-weihnachtsgeschichte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>876</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
