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	<title>Hugo Stamm &#187; Islam</title>
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		<title>Kopftuch in der Schule</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2006 21:44:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hugostamm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Islam]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit dem Streit um die Karikaturen von Mohamed ist die Frage nach der Integration von Moslems in der westlichen Welt aktueller denn je. An Stammtischen wird lautstark gefordert, die Zuwanderer sollen entweder unsere Gepflogenheiten &#252;bernehmen oder sich wieder dorthin verziehen, wo sie hergekommen sind. So einfach geht das nicht. Moslems haben selbstverst&#228;ndlich das Recht, ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem Streit um die Karikaturen von Mohamed ist die Frage nach der Integration von Moslems in der westlichen Welt aktueller denn je. An Stammtischen wird lautstark gefordert, die Zuwanderer sollen entweder unsere Gepflogenheiten &#252;bernehmen oder sich wieder dorthin verziehen, wo sie hergekommen sind.</p>
<p>So einfach geht das nicht. Moslems haben selbstverst&#228;ndlich das Recht, ihre Religion auszu&#252;ben und Br&#228;uche zu pflegen. Wenn sie allerdings unerbittlich an der religi&#246;sen Pflichtenlehre Scharia festhalten, dann klaffen un&#252;berbr&#252;ckbare Kl&#252;fte zwischen unserem freiheitlichen gesellschaftlichen Konzept und der moslemischen Weltanschauung.</p>
<p>Die individuelle Freiheit ist ein Grundpfeiler unseres Selbstverst&#228;ndnisses. Strenggl&#228;ubige Moslems leben aber ihre Dogmen nicht nur in der Mosche oder beim Gebet, sondern wenden die Glaubensgrunds&#228;tze auch im Alltag konsequent an, wie es die Scharia verlangt. Die islamischen Gesetze gelten auch in gesellschaftlichen Belangen als Richtschnur. Es gibt keine Trennung von s&#228;kularer und religi&#246;ser Welt.</p>
<p>Unser westlicher Lebensstil widerspricht vor allem bei den moralischen Vorstellungen der Scharia. F&#252;r strenggl&#228;ubige Moslems ist unsere Gesellschaft ein Ort der permanenten Versuchung und Verf&#252;hrung. Das erkl&#228;rt auch, weshalb sich viele Moslems gegen die Integration in unsere &#8222;s&#252;ndige Welt&#8220; wehren. Aus ihrer Sicht ist das auch verst&#228;ndlich. Es macht deshalb wenig Sinn, die &#228;lteren Einwanderer &#8222;bekehren&#8220; zu wollen.</p>
<p>Anders sieht es meines Erachtens bei ihren Kindern aus, die hier zur Schule gehen. Sie wachsen in unsere Kultur hinein. Deshalb sollten wir von ihren Eltern verlangen, dass sie unsere Gepflogenheiten wenigstens teilweise akzeptieren. Dazu geh&#246;ren beispielsweise der Turnunterricht und das Klassenlager. Wenn andersgl&#228;ubige Sch&#252;ler nicht daran teilnehmen d&#252;rfen, werden sie ausgegrenzt. Und Kinder haben nun mal den gesunden Drang, zur Gemeinschaft zu geh&#246;ren und akzeptiert zu werden. Die Lehrer sollten unbedingt mit den Eltern sprechen und ihnen die negativen Konsequenzen aufzeigen.</p>
<p>Ich bin auch dagegen, dass M&#228;dchen in der Schule ein Kopftuch tragen. Sie werden dadurch noch mehr zu Aussenseitern. Und wenn sie und ihre Eltern erleben, dass man auch ohne Kopftuch ein guter Moslem sein kann, wird die Selbstverantwortung gest&#228;rkt. Sie lernen eher, Entscheide zu f&#228;llen und nicht alle Handlungsanweisungen aus der Scharia zu beziehen. Vielleicht setzt ganz sanft ein Bewusstseinsprozess ein. Und die Kinder stellen zu Hause Fragen, die sich strenggl&#228;ubige Moslems nie zu stellen wagen. Die Eroberung der Freiheit ist immer ein schmerzhafter Prozess. Man kann aber das Freiheitsbewusstsein trainieren wie einen Muskel. Und nach jedem Muskelkater steigt die Leistung. Und die Freude &#252;ber die neu gewonnene (geistige) Autonomie. Das gilt aber nicht nur f&#252;r Moslems, sondern f&#252;r uns alle. Denn wer nicht st&#228;ndig f&#252;r die Freiheit k&#228;mpft, kann sie eines Tages verlieren, ohne es zu realisieren.</p>
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