Der nachfolgende Impulstext hat Ronald Wild alias «ungläubiger Katechet» verfasst.

Wo war seine Seele seit der Kreuzigung? Die Auferstehung Christi, Altarbild von Lucas Cranach d. Ä. (Bild: Keystone/Bayrische Gemäldesammlung
Was fast allen Religionen oder spirituellen Philosophien gemeinsam ist, ist der Glaube an eine unsterbliche Seele. Also ein «feinstoffliches», geistähnliches Etwas, das unseren biologischen Tod überdauert.
Je nach Religion oder spiritueller Ausrichtung geht die Seele nach dem irdischen Tod ein in ein Paradies respektive Himmelreich oder Hölle oder wird wiedergeboren in einem neuen Menschen oder sogar einem «heiligen» Tier.
Für all diese Transformationen unserer Seele gibt es aber in keiner Religion einen handfesten Beweis. Sie beruhen auf Behauptungen von spirituellen Führern und Propheten wie Jesus, Mohammed, Krishna, etc.
Was mich speziell von denjenigen, die an ein „Leben nach dem Tod» glauben, interessieren würde, ist, wie sie sich diese Existenz vorstellen. Und wie diese unsterbliche Seele beschaffen sein soll.
Meiner bescheidenen Meinung nach müsste die Seele folgende Eigenschaften besitzen, damit sie überhaupt die Transzendenz wahrnehmen kann. Sie müsste eben eine Wahrnehmung haben, damit sie weiss, was mit ihr geschieht und wo sie sich befindet (Himmel oder Hölle, etc.). Sie müsste ein Bewusstsein haben, damit sie weiss, in welchem Körper sie zuvor gelebt hat. Zudem müsste sie eine Empfindung haben, damit sie die Freuden eines Paradieses oder die Qualen der Hölle wirklich erleben könnte.
Um die Existenz der Seele beweisen zu können, berufen sich viele auf die zahlreichen Schilderungen von Nahtoderfahrungen. Dass die Seele den Körper bereits vor dem eigentlichen Tod (Ausfall aller Hirnfunktionen) verlässt und dann wieder in den Körper zurückkehrt, ist für mich nicht plausibel. Die Nahtoderfahrungen sind neuronale Abläufe im Gehirn, die entstehen durch die Todesangst bei Herzstillstand.
Der einzige «göttliche» Mensch, der uns wirklich über seine Erfahrungen nach dem Tod hätte berichten können, wäre Jesus nach seinem Tod am Kreuz gewesen. Er hat zwar über das Himmelreich seines Vaters gesprochen, wo sich aber seine Seele bis zur Auferstehung befand, darüber finden wir in der Bibel keine Aussagen.
Zudem sagte er zu einem der Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt wurde: «Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.» (LK 23)
Aber als Jesus am dritten Tag wieder auftauchte, sagte er seinen Jüngern und Getreuen nur, dass er wirklich lebe, und auch der ungläubige Thomas konnte sich anhand seiner Wunden überzeugen, dass er wirklich Jesus war.
Ich gehe davon aus, dass der Menschensohn Jesus nach seiner Abnahme vom Kreuz nicht tot war, sondern lediglich in einem tiefen Koma, aus dem er nach der Grablegung erwacht ist. Darauf deutet der folgende Bibeltext von Markus 15 hin:
«Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat, und es schon Abend wurde ging Josef von Arimathäa, ein vornehmer Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete, zu Pilatus und wagte es, um den Leichnam Jesu zu bitten. Pilatus war überrascht, als er hörte, dass Jesus schon tot sei. Er ließ den Hauptmann kommen und fragte ihn, ob Jesus bereits gestorben sei: Als der Hauptmann ihm das bestätigte, überließ er Josef den Leichnam. Josef kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes. Maria aus Magdala aber und Maria, die Mutter des Joses, beobachteten, wohin der Leichnam gelegt wurde.»
Der Todeskampf am Kreuz konnte damals 24 Stunden und mehr dauern und darum war Pilatus erstaunt, dass Jesus bereits nach 6 Stunden tot sein soll (siehe Vers 44).
Fazit: Noch niemandem, auch nicht Jesus, ist es gelungen, die Existenz einer «unsterblichen» Seele plausibel zu erklären oder zu beweisen.
PS: Ich bin bis zu Weihnachten in den Ferien und habe nicht immer Empfang, um den Blog zu verfolgen. In den «toten Zeiten» übernimmt eine Kollegin vom Newsnetz den Part. Ich wünsche allen eine gute Adventszeit. (Neue Impulstexte werde ich selbstverständlich rechtzeitig von unterwegs aufschalten.) Hugo Stamm











































