Hiob ist eine der bekanntesten Figuren der Bibel. Der gottesfürchtige Mann hat es zu viel Ruhm gebracht und Eingang in unseren Wortschatz gefunden. Er hat – wenn auch ungewollt – uns den Begriff der Hiobsbotschaften beschert. Höchste Zeit, dem tapferen Mann eine Diskussion im Blog zu widmen.
Hiob war ein frommer, reicher Mann. Das wurmte den Teufel. Er sagte Gott, Hiob sei nur deshalb so gottesfürchtig, weil er von Gott privilegiert worden sei. Gott entgegnete, nein, Hiob sei aus Überzeugung ein frommer Mann. So schlossen Gott und der Teufel eine Wette ab. Gott behauptete, Hiob werde auch dann standhaft bleiben, wenn er Schicksalsschläge erleiden werde.
Gott erlaubte Satan, Hiob zu prüfen. Ein Knecht überbrachte ihm die schlechten Botschaften. Zuerst verlor Hiob seine 10’000 Nutztiere. Trotzdem zürnte Hiob nicht und lobte Gott weiterhin. Dann liess der Satan sein Haus einstürzen, alle zehn Kinder kamen um. Später brachte der Knecht eine weitere Hiobsbotschaft: Er werde schwere Krankheiten erleiden. Hiob blieb trotz Geschwüren standhaft und lobte Gott weiterhin.
Das gefiel Gott, zumal er die Wette gewonnen hatte. Als Dank schenkte er Hiob neuen Reichtum und neue Kinder.
Die Geschichte von Hiob wirft Fragen auf:
Was ist das für ein Gott, der mit dem Satan eine Wette eingeht und unschuldige Kinder opfert?
Gelten für Gott die Gebote, die er für die Menschen auferlegt hat, nicht?
Aus psychologischer Sicht würde man heute das grausame Spiel, das Gott mit Hiob und seiner Familie betrieb, als pathologisch bezeichnen.
Was für einen Eindruck von Gott haben die Frau und die Kinder von Hiob erhalten?




























Mich persönlich spricht diese Geschichte nicht an.
Hiob verhält sich vernünftig.
So what ?
Ich vermute jedoch, dass die Geschichte von Hiob vorallem unvernünftigen Menschen etwas Wichiges zu sagen vermag.
@ Tawio
“Auch Mt. 28:18 verstehe ich nicht als Aufforderung zum Personenkult, sondern dass man Vergebung, Barmherzigkeit usw. aktiv praktiziert und durch dieses Beispiel andere ermutigt, auch so zu handeln.“
Kein Personenkult?
Welchen Eindruck von „Vergebung“ und „Barmherzigkeit“ hinterlässt bei Ihnen eine Person des öffentlichen Lebens, ein Politiker, ein Schriftsteller, ein Philosoph, ein Wissenschaftler, ein Pädagoge und so weiter und so fort, der derart egozentrische Sätze, wie jene des Wüstenpredigers Jesus, von sich gibt?
„Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich.“ (Lk 11,23)
„Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.“ (Joh 3,18)
„Horatio“
taiwo
ist schon ok!
Hiob:
08.09.2010 um 00:26
Ich muss Ihnen ein grosses Kompliment machen. Ihr beitrag lässt an deutlichkeit nichts mehr zu wünschen übrig.
Sie haben genau dargelegt was das Dilemma der Gläubigen hier in diesem Blog ist:
Und zwar:
“Und Ihr seid nicht lau, aber definieren, wie ein Christ einen Text zu verstehen hat, damit Ihr keine Probleme mit dem Antichristentum kriegt,”
Legt man einen Text wortwörtlich aus, wird man mit schrot beschossen, weil man mit der Wortwörtliche Auslegung zeigt wie Naiv und unbarmherzig man als Gläubiger ist.
Interpretiert man aber einen Text und betrachtet dieser nur als einen Metapher wird man auch beschossen, und zwar weil man vom Gläubiger erwartet dass er die Bibeltexte doch bitte auch wortwörtlich aus zu legen hat.
Man verliert immer, und zwar mit nur einem Ziel: man will immer wieder in seine Atheistische Haltung bestätigt werden.
Es ist schon traurig zu sehen, das Stamm und Bamberger und anderen die Gläubigen brauchen um standhaft an der Atheistische Lehre festhalten zu können.
Mir ist persönlich noch niemals einen Gläubiger begegnet der den Atheisten braucht um standhaft glauben zu können.
“Mir ist persönlich noch niemals einen Gläubiger begegnet der den Atheisten braucht um standhaft glauben zu können”
Gnothi seauton
@Johann: Interpretiert man aber einen Text und betrachtet dieser nur als einen Metapher wird man auch beschossen
Jetzt übertreiben sie doch nicht. Jede Interpretation kann doch hinterfragt werden. Wenn das jemand tut, fühle ich mich noch lange nicht unter Beschuss.
hiob
mein lieber, als erstes es geht hier um die bibel. DAS heilige buch. jeder pfarrer hat das buch bei sich zu hause und füttert seine gemeinde mit, ja was, der wahrheit, (welche, die des buches oder des pfarrers?) bedeutet diese wahrheit realität?
in den augen von christen wahrscheinlich schon.
in der bibel stehen grausige menschenverachtende frauenverachtende texte. wieso soll ich die lesen?
eine psychologin, ja erna, oder einfach abwarten.
die realität zeigt mir genug wie ungerecht und brutal das leben sein kann. aber dann ist es REALITÄT. und mein lieber, bei nicht mehr weiterwissen kann ich mir in der realität einen anwalt nehmen
die geschichte mit hiob als metapher, als gleichnis, als ausdruck einer furchtaren lebenssituation, ja also bitte!
weisst du, wenn wenigstens dringestanden hätte hiob soll seine kinder BESCHÜTZEN, ein guter vater sein mitsamt seiner guten EHEFRAU entscheiden können, ja dann! aber nein da wird die ganze sado-maso kiste verlangt. leiden musst du, und mir vertrauen bla bla. (wem vertrauen, einem dem es nicht gibt?)
das sind alles worte und ich befürchte es können nicht wirklich alle christen differenzieren so wie du.
und das bringt mich zu meinem nächsten persönliche problem.
wieviel oder was glaubt ein christ dem ich über den weg laufe von der geschichte hiobs.
hm? ist er einverstanden das kinderchen abgeschlachtet werden oder ist er so vernünftig, zu was?
wieweit ist ein christ vertrauensvoll in der realität verankert, ohne das ihm ein gott böse wird?
weisst du, sobald einem kind mit dem teufel gedroht wird, habe ich selber erlebt, das waren leute von einer freikirche, an jenem gotteshaus steht auch, gott liebt dich, ja aber zu welchem preis?
da frage ich mich ernsthaft, was läuft da falsch?
weisst du es reizt mich zu schreiben, christen werft die bibel fort, schaut euch um im realen leben, da gibt es genug grausige
dinge, und REALE umarmungen und realen trost.
du schreibst,” wir sind hilflos wenn wir auf die grossartigkeit dieses textes hinweisen, der weit älter ist als alle klassischen lateinischen texte und in seiner gebrochenheit unzählige einsichten zulässt”
ja genau, unzählige einsichten zulässt. dieser schlimme text fordert dazu auf darüber nachzudenken ob ich nun meine 10 kinder opfern würde, damit ich genüge. und das findest du grossartig? echt? andere unzählige einsichten kommen mir einfach nicht in den sinn.
was ich aber grossartig finde ist meine nachbarschaft, die realität, da wird gelebt getrauert, beschissen, belogen, geliebt, gelebt.
es wird gelitten, oh ja, ohne ankick eines textes wie den von hiob. (ausser bei ein zwei familien, die sehen immer so sündig aus, die haben vermutlich den text gelesen von hiob und sind verharrt!!)
@ Taiwo
„Glauben sie, dass dies ohne Gewalt möglich ist? Wenn nicht, frage ich mich, wieso sie diese Zeit unbedingt erleben möchten? Vielleicht verlieren diese Bücher irgendwann ihre Bedeutung/Wichtigkeit für die Menschen, dieses Ziel wird mit Verboten aber kaum erreicht.“
Die Hoffnung stirbt zuletzt und die setze ich in eine aufgeklärte, vorurteilsfreie Jugend. Ich meine, dass wir heute in einer äußerst stark vernetzten, nie dagewesen Epoche leben, wo sich auch Einsichten schnell verändern können. Die Intelligenz in vielen muslimischen Staaten beispielsweise im Iran neigt nicht zu fundamentalistischen Ansichten, sondern der (gefährliche) Fundamentalismus wird in den Unterschichten gezielt gefördert. In der christlichen Welt, ist die Jugend ebenfalls nicht bereit dem Kinderglauben kritiklos weiter zu frönen.
Die Geschwindigkeit von Veränderungen ist enorm. Wer hätte noch vor 5 Jahren gedacht, dass die USA jemals von einen farbigen Präsidenten regiert wird. Oder, dass die Skandale der Kirche jemals an die Öffentlichkeit dringen. Oder, dass die Schweiz jemals das Bankgeheimnis aufgibt. Oder dass es öffentlich wird, dass die grossen, privaten Banken ihr Geld selber „drucken“.
@ Rabbi Jussuf
„Nicht die Geschichten sind gefährlich, die braucht man sicher nicht wegzuschliessen.Das Gefährliche ergibt sich erst, wenn die Geschichten in einem “heiligen” Buch stehen.“
Richtig. Und wenn zudem die Eltern ihren Kindern diese Geschichten aus den „heiligen“ Bücher als absolute Wahrheit einimpfen.
@oshgosh
„Zeiten der Christenverfolgung waren immer schlimme Zeiten. Ich kann nicht glauben, dass du so eine Zeit wieder willst“
Nicht nur die Zeiten der Christenverfolgung sondern auch die von christlichen Würdenträger befohlenen heiligen Kreuzzüge, die Zwangsmissionierung von Menschen aller Couleur, der Sklavenhandel usw. Darum mein Wunsch, dass wir endlich mal die gemeinsamen Werte der Menschheit in einem gescheiten, aber nicht heiligen „Buch“ zusammenfassen um diesen religiös bedingten monotheistischen Wahnsinn zu beenden. Entweder existiert ein Gott oder auch nicht. Es lohnt sich niemals und es ist schon pervers, deswegen in einen Krieg zu ziehen oder Minarette zu verbieten, Bomben zu zünden und auch Koranbücher zu verbrennen. Nur auf historisch nicht bewiesene „Tatsachen“ zu setzen, was irgend ein Prophet vor einigen tausend Jahren (vielleicht) vielleicht mal erzählt hat (die konnten nicht mal schreiben) ist in der heutigen, modernen und aufgeklärten Zeit reiner Irrsinn.
@ Johann
“Legt man einen Text wortwörtlich aus, wird man mit schrot beschossen, weil man mit der Wortwörtliche Auslegung zeigt wie Naiv und unbarmherzig man als Gläubiger ist. Interpretiert man aber einen Text und betrachtet dieser nur als einen Metapher wird man auch beschossen, und zwar weil man vom Gläubiger erwartet dass er die Bibeltexte doch bitte auch wortwörtlich aus zu legen hat.“
Das ist mir auch aufgefallen. Nichtgläubige stellen Gläubige gern in eine bestimmte Ecke. Und wenn diese sich mit guten Gründen nicht in diese Ecke stellen lassen wollen, dann wird ihnen vorgeworfen, sie seien gar nicht richtige Gläubige. Im Sinne von: Was sich nicht in die Vorurteile der Nichtgläubigen einordnen lässt, das darf es auch nicht geben. Das Umgekehrte gilt natürlich auch: Für viele Gläubige gibt es auch nur DIE Nichtgläubigen.
@Michael Bamberger:
„Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich.“
Auch hier trenne ich wieder von der Person Jesus an sich und den Prinzipien, für die er einsteht. Wer nicht für Vergebung, Feindesliebe (verstehe ich als Respektieren der Rechte des Gegners und nicht als emotionale Angelegenheit) usw. ist, der steht eben für andere Prinzipien, die diesen Werten fundamental widersprechen.
„Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.“
Ich glaube an einem Leben nach dem Tod und ein “Gericht”, dass entscheidet, ob man ins Paradies passt. Wie soll man ihn ein Paradies passen, wenn man nicht an die Richtigkeit von Werten wie Vergebung und Barmherzigkeit glaubt? Das Paradies wäre ja sofort keines mehr, wenn Menschen dann immer noch Rachegedanken usw. zu verwirklichen trachten. Auch mir gelingt es nicht immer diese Werte wirklich zu leben (ich frage mich z.B. oft, ob ich genug teile mit den Armen), trotzdem bejahe ich diese Werte und gebe mir Mühe mich zu verbessern.
So gelesen, ergeben die Texte für mich Sinn. Ob damit tatsächlich, die Aussage von Rabbi Jussuf Durch Deine Interpretation wird das ganze Christentum hinfällig, stimmt, weiss ich nicht. Ich bin am Nachdenken darüber, ich glaube aber nicht, dass ich die Antwort in den nächsten Tagen, Wochen finde. Ich schreib jetzt etwa ein Jahr in diesem Blog, ich denke, ich habe mich dabei verändert. Ich möchte diesen Blog weiterhin nützen, um über meinen Glauben nachzudenken, obwohl es mir manchmal unangenehm ist, dass dieses Nachdenken in einem öffentlichen Raum stattfindet.
Zoe
“und das bringt mich zu meinem nächsten persönliche problem.
wieviel oder was glaubt ein christ dem ich über den weg laufe von der geschichte hiobs.
hm? ist er einverstanden das kinderchen abgeschlachtet werden oder ist er so vernünftig, zu was?”
Ich frage mich wirklich, ob die meisten (habe bamberger auch schon mehrmals gefragt) solche Unfug den sie schreiben tatsächlich ernst meinen.
Was für ein Bild hat man von Gläubigen? Irgendwelche naive archäische Personen die Wissenschaft als Satans Werk betrachten, die rituelle Kinderopferung betreiben und Ihr nächste Nachbar wenn möglich mit einem Axt niederschlagen, nur weil er gegen einer der 10 gebote verstossen hat. Überall Sünde sehen und immer einen mahnende Finger aufheben. Wortwörtlich das Leben das im AT steht usw.
Auch in diesem Sinne habe ich das Gefühl das man sich alle Mühe gibt ein Bestimmtes Bild der Gäubigen zu kultivieren.
Taiwo
Siehe Pätschwörkchrist, Bamberger, Stamm, die förmlich eine Wortwörtliche auslegung des AT den gläubigen aufzwingen.
Sie haben das Wort Beschuss, anscheinend nicht als Metapher, interpretiert, was aber schon so gemeint war.
Ersetzen Sie es durch Kritik.
Zoe
Du scheinst Hiob nicht gelesen zu haben. Er hat seine Kinder nicht geopfert. Hiob weiss von der Wette nichts. Das Unglück ist einfach so über ihn gekommen.
Eine mögliche Interpretation von Hiob: Es lohnt sich, fest zu glauben und Gott die Treue zu halten, auch wenn man nicht versteht, was passiert. Am Ende wird man für die Standhaftigkeit doch belohnt. Hiob ist doppelt so reich wie zuvor.
Etwas banal, aber wohl der Grund, warum die Geschichte überhaupt im Kanon des AT Eingang gefunden hat.
Nach neuesten Forschungen (Princeton) wird man aber nur glücklicher bis zu einem Einkommen von 75000$. Danach steigt nur noch die Zufriedenheit.
Hiob war wohl schon jenseits dieser Marke.
Übrigens: Was macht ein Mann mit 500/1000 Eselinnen? Und wo sind die Eselhengste?
Rabbi Jussuf: Was macht ein Mann mit 500/1000 Eselinnen?
Jeden Abend eine Runde Schwimmen im mit Eselsmilch gefüllten Swimming pool?
rabbi aha.
wer schrieb diese geschichten? weiss man das?
PS. irgendwie doch ein märchenbuch?
pps. ja eben..
@Erika:
08.09.2010 um 07:04
“Wenn Gott immer herbeieilt, wenn der Mensch Probleme hat, dann bleibt der Mensch ewig ein Kind.”
An was erkennen Sie ob Gott jetzt herbeieilt oder nicht? Oder diesmal evt. Satan herbeieilte?
Du meine Güte, wer an einen männlichen Gott glaubt, der sehr sehr unberechenbar ist, belohnt und bestraft ganz nach seinem Gutdünken,ja
der bleibt ewig ein Kind.
@Dreigroschenoper:
08.09.2010 um 09:49
“Nur auf historisch nicht bewiesene „Tatsachen“ zu setzen, was irgend ein Prophet vor einigen tausend Jahren (vielleicht) vielleicht mal erzählt hat (die konnten nicht mal schreiben) ist in der heutigen, modernen und aufgeklärten Zeit reiner Irrsinn.”
Yep.
Taiwo
Warum?
Er bekommt doch schon die schönsten Töchter weit und breit.
Hingegen verstehe ich die Sabäer, die haben die Eselinnen für ihre Königin geklaut. Nur so erklärt sich nachher ihre Attraktivität auf Salomon.
Was wäre ohne Hiob aus der jüdischen Geschichte sonst geworden?
@Johann:
08.09.2010 um 10:23
Johann, es sind die Gläubigen, die je nach Gusto und Bedarf, die Schrift metaphorisch deuten wollen oder sie auch wieder wörtlich nehmen wollen.
Zoe
Keine Ahnung, wer die Geschichte schrieb. Sie scheint ein Konglomerat aus verschiedenen Geschichten zu sein, die nicht mal alle jüdischen Ursprungs sind.
Märchen? Eher eine Art Theaterstück.
Der Text hat für mich eine klare Aussage, legt er doch die Hierarchie im Himmel und auf Erden klar: Gott steht über dem Teufel und Hiob hat die Wahl, wie der Teufel selbst von Gott abzufallen – oder eben nicht. Dass sich Gott und Teufel dabei eines grausamen Spiels bedienen ist für die Zeit, in welcher der Text entstand, nicht weiter verwunderlich (wahrscheinlich hatte es die damalige Priesterschaft schlussendlich einfach satt, eine Antwort auf die immer gleiche Frage „Warum??“ zu finden, darum erfand sie die Geschichte um Hiob). Die Aussage ist aber klar: im Unglück zu jammern und zu fluchen bringt nichts.
Ich frage mich schon, wieso Menschen nicht dazu angehalten werden sollen, ihr Schicksal zu ertragen (´mal vom transzendentalen Überbau abgesehen)?
hm ähm,
“Die Aussage ist aber klar: im Unglück zu jammern und zu fluchen bringt nichts.”
und was bitte ist das gegenstück zu jammern und fluchen?
rabbi
verstehe ich das jetzt richtig, viele geschichten aus der bibel sind herkunftslos? und wieso weiss man das es hiob war?
und was ist mit lukases gschichten undsoweiter?
zoe: 08.09.2010 um 11:25
……….und was bitte ist das gegenstück zu jammern und fluchen?…………
Devot sein und i’Ja sagen
zoe
ich Hab das
vergessen
@ zoe
Wieso fragst du das? Ums Jubeln und Feiern gehts bei Hiob wohl nicht, sondern wohl eher ums Akzeptieren dessen, was einem widerfährt. Und bei Unglücken, Krankheiten oder Ähnlichem lassen sich nicht immer Täter oder Verantwortliche finden. Die eine Priesterschaft erfindet dann Geschichtchen von Nornen, die andere den Teufel (dümmer, ja verheernd, ist dann leider auch die Erfindung von Hexen, Magiern oder bösen Nachbarn).
Dass der Mensch als Spielball tranzendentaler, göttlicher Mächte gedacht wird, findet sich auch in der hellenischen Welt, ich denke da an die griechische Tragödie.
@zoe:
08.09.2010 um 11:25
“und was bitte ist das gegenstück zu jammern und fluchen?”
Frohlocken!
hm
und wie lebt man das? sag mir wann genügt man im erdulden? wann? wie merkte man es?
olive
frau schellenberg
devot sein ist auch nicht übel
zoe: “sag mir wann genügt man im erdulden?”
Das weiss doch nur Gott allein …,.
und “wie merkte man es?”.
Tja, da gibts da so eine Hypothese von einem deutschen Soziologen, der meinte (super kurz): wer Kohle macht, steht in der Gnade Gottes.
Glaubs wer will.
Also der Soziologe meinte eigentlich, ein solcher Glaubensinhalt führe zur Entstehung des kapitalistischen Denkens, und er hiess Max Weber.
Jedenfalls immer noch besser als weinerlich zu verzweifeln und zu verjammern. Vielleicht ist ja die Selbstmordquote calvinistischer Bankers noch heute tiefer als diejenige andersgläubiger Bankers.
Wohl gleich, können doch Juden genau gleich auf das Buch Hiob zurückgreifen. Im Ernst: ich denke schon, dass das Buch Hiob eine gewisse Lebenshilfe darstellt und einen gewissen Trost denjenigen gespendet hat, die sich mit Hiob identifizieren.
Und ich denke, das sind nicht gerade wenige …
Harvey hat recht. Man muss diesen Blog bis auf weiteres meiden.
Es wirkt doch aufmunternd und lebensbejahend. Was mich stört, ist dass dieser Gott, der hier Hoffnung macht, dies im gleichen Atemzug macht, wie er seine Allmacht als Schöpfer demonstriert. Lest mal:
http://www.bibleserver.com/index.php?mode=text&ref=Hi38&trl_desig=LUT&language=de&gw=go
ufff
@sol ventus
Und wieso?
Wieso trotteli? Diese Frau Schellenberg bildet sich doch etliches über Ihre Kenntnisse bezüglich Talmud und Thora ein. Wäre doch die Gelegenheit, dass sie uns etwas sagt zu Hiob aus jüdischer £Perspektive, oder?
Würden Sie Joseph Goebbels auch zu Talmud und Thora befragen?
@sol ventus
Frau Schellenberg hat hier durchaus die Möglichkeit sich zu äussern. Dass sie dabei das Risiko trägt, wegen rassistischen Aussagen angezeigt oder zumindest vom Blog gebannt zu werden, ist ihre Angelegenheit und sie muss sich dessen bewusst sein. Dies schliesst ja aber gerade nicht aus, dass sie durchaus fähig ist, etwas Nicht-rassistisches zum jüdischen Glauben zu sagen, dass sie also durchaus fähig ist, von ihrer Phobie zu abstrahieren, zumindest zeitweise. Der evangeliikal-patriarchische Männer hassenden B gibt man diese Chance auch, auch wenn dies – natürlich – zwei Paar Stiefel sind.
Die Totenbefragung weiter ist vielleicht eher ein Eso-Thema, wirft doch jedes noch so erhellende Licht auch seine Schatten.
;-(
Olive
“Johann, es sind die Gläubigen, die je nach Gusto und Bedarf, die Schrift metaphorisch deuten wollen oder sie auch wieder wörtlich nehmen wollen.”
Eben, und das führt dann unweigerlich zu einer Diskussion, was dann im Rahmen von diesem Blog auch sinn macht.
Ein Christ ist nicht ein Christ, sowie ein Atheist nicht ein Atheist ist.
Die gläubiger in einem Korsett zu zwingen wie sie das AT und NT lesen sollten ist aus Münde einen Atheisten schon ein bisschen komisch, oder?
Ich sags ja. Trottelig.
Übrigens wirft kein Licht irgend einen Schatten.
Tschüss, habs noch schön.
“sol ventus:
07.09.2010 um 20:29
Rabbi Jussuf: “Übrigens: Eine Reliquie von Hiob war der Misthaufen, auf dem er gesessen hatte.”
Wo soll der denn zu finden sein?”
Ja, Sünneli, wenn du nicht in den Spiegel schauen kannst, dann schau nur in dich selbst.
Du Schönheit, du.
@ Rabbi Jussuf
für mich haben auch Metaphern eine Grenze. Und: solche Bilder drücken den Geist des Schriftstellers oder Erzählers aus. Wenn zehn Kinder sterben müssen, um ein Bild zu malen oder eine Botschaft zu vermitteln, stösst mir das sauer auf. Zumal die Kinder wie eine Ware behandelt werden. Da offenbart sich auch ein Geist. Mich stören solche brutalen Gleichnisse auch in Märchen, obwohl hier die Toleranz grösser ist. Aber wenn Gott (aus Sicht der Frommen) zu solchen Bildern greift, dann frage ich mich schon, was für ein Bewusstsein oder Gerechtigkeitsverständnis dieser hat.
Wie wir gestern schon herausgefunden haben, bewahrheitet sich auch heute wieder, ein wahres Glück,
dass unsere Atheisten hier im Blog nichts mit der Bibel anfangen können.
Wo der Adept eine Diamantengrube wahrzunehmen vermag, sieht der Materialist nur einen Misthaufen.
Gottes Wege sind in der Tat wunderbar.
Erika
Den Misthaufen haben aber Gläubige wahrgenommen.
Siehe die Reliquie von Hiob: Der Misthaufen auf dem er sass.
@ Olive
Wo habe ich von Gott als “er ” geschrieben.
Ich gebe mir nämlich grosse Mühe, gerade das zu vermeiden.
Und obwohl ich wenig Wert lege auf eine korrekte schreibweise meiner Kommentare,
so achte ich sehr genau darauf, gerade dies zu umgehen.
Wenn Gott und wenn Satan herbeieilt, das können Sie nicht unterscheiden ?
Da müssen Sie sich nur ein bisschen mit diesen unterschiedlichen Energien vertraut machen, dann werden Sie schnell wissen, wer was ist.
@ zoe
Was ist nur in Sie gefahren, ich bin ganz erschrocken, als ich gesehen habe, wie viel Sie geschrieben haben.
Das dürfte rekordverdächtig sein.
Leider bin ich nicht über die sechste Zeile hinausgekommen, weil es mir zunehmend schwindelig wurde.
Ich hoffe, Ihr Schreibausbruch hat Sie nicht in ein Delirium gestürzt.
Auch hm scheint nicht sich selber zu sein…
What’s going on
? ? ?