Wäre die Bibel ein aktuelles Buch, das heute erstmals veröffentlicht würde, müssten sich Autor und Verleger mit aller Wahrscheinlichkeit wegen Verletzung der Rassismusnorm verantworten. Die Verantwortlichen müssten mit einer Verurteilung rechnen.
Das „heilige Buch“ enthält zahlreiche Aufforderungen zu Völkermorden. Rassistische Aussagen werden aber vor allem gegen die Juden gemacht. Ausgerechnet gegen die Juden, muss man anfügen. Schliesslich ist das jüdische Volk laut Bibel das auserwählte Volk Gottes. Wie passt das zusammen? Das ist eines der vielen ungelösten Rätsel der Bibel.
Picken wir ein paar Beispiele heraus und beginnen mit Paulus. „Die Juden haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen; sie hindern uns daran, den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen das Heil zu bringen. Dadurch machen sie unablässig das Mass ihrer Sünden voll. Aber der ganze Zorn ist schon über sie gekommen.“ (1 Thess. 2; 14-16). Mindestens in diesem Aspekt ist die Bibel prophetisch: Auch 2000 Jahre später wirkt der Fluch noch immer nach.
Die Unreinen und Ungläubigen aus dem Judentum werden an anderer Stelle so charakterisiert: „Denn es gibt viele Ungehorsame, Schwätzer und Schwindler, besonders unter denen, die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muss man zum Schweigen bringen, denn aus übler Gewinnsucht zerstören sie ganze Familien mit ihren falschen Lehren … Für die Reinen ist alles rein, für die Unreinen und Ungläubigen aber ist nichts rein, sogar ihr Denken und Gewissen sind unrein. Sie beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn; es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen.“ (Tit. 1; 10-16).
Der ganz grosse Sündenfall war denn auch, dass die Juden Jesus ans Kreuz geliefert haben.
So überrascht es nicht, dass die Kirchenväter bis in die Neuzeit die Ansicht vertraten, die Juden seien mit dem Satan im Bund. Und von ihm besessen. Selbst bei Luther finden sich antijudaistische Aussagen der üblen Sorte. Für den Reformer beteten die Juden den Teufel an, wie Franz Buggle in seinem Buch „Denn sie wissen nicht, was sie glauben“ nachweist.
Die Stigmatisierung der Juden als Unreine und Satansgläubige zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Christentums. Die christlichen Völker verantworten zu einem guten Teil den Hass auf die Juden, der sich bis in die heutige Zeit fortsetzt. Die christlichen Gemeinschaften sind ursächlich mitverantwortlich für die Ausgrenzungen, Folterungen und Ermordungen von unzähligen Juden in den vergangenen Jahrhunderten. Und am Beinahe-Genozid während des Dritten Reichs. Dem Genozid am Volk Gottes.




























schen = scheinen
rg
@ rg: “Nehmen aber einige wenige übermässig viel aus der Schüssel, …”
zwei, drei Beispiele genügen. Danke”
Lehman Brothers, CS. Novartis, Berlusconi, ich weiss, dass Sie ordooliberal denken, aber man kann zumindest die Ansicht vertreten, dass dieses unsinnige Streben nach Milliarden, den sozialen Zusammenhalt gefährdet, da der Mensch eben nicht nur Gewinne maximieren will, sondern auch einen Sinn für Mass und Ausgleich hat. Deshalb ist Ihr mögliches gegenargument, dass alle diese CEO mit ihren Bezügen keine Verringerung des Wohlstandes ihrer Untergebenen bewirken, sondern diesen im Gegenteil noch erhöhen, nicht stichhaltig, sondern geht von einem zu simplen Menschenbild aus.
@Mawi: Dafür braucht aber niemand Jeshua. Ist somit seine Hingabe hinfällig geworden? Wozu ist er Ihrer Ansicht nach am Holz gestorben?
Wieso beantworten sie nicht zuerst meine Frage, bevor sie mir eine neue Frage stellen? (Worauf ihre Fragen zielen, ist im übrigen ziemlich durchsichtig.) Deshalb nochmals meine Frage
Leider, leider habe ich die Bibelversion, die sie lesen, nicht online gefunden. Dafür diverse jüdische webites, die nicht sehr viel von dem Übersetzer David H. Stern halten.
Obwohl ich das Nichtbeantworten meiner Frage sehr unhöflich finde, bin ich gerne bereit ihre Frage zu beantworten. Jesus ist für die Vergebung unserer Sünden gestorben. Weil wir in diesem Leben, trotz unseren besten Vorsätzen, anderen Menschen weh tun/schaden oder sie vernachlässigen. In irgendeiner Form werden wir alle irgendwann schuldig. Unser Lebensstil hier in Europa geht z.B. auf Kosten der Menschen in den armen Ländern, der Umwelt und kommender Generationen.
Basta: “Wenn viele Menschen an einer Tafel sitzen und jeder nimmt aus der Schüssel nur so viel, wie er essen kann, dann reicht es für alle.”
Es verhält sich sogar so (zwei Wochen Feldversuch), dass viel übrig bleibt. Gerade jene mit einem Bäuchlein (also ich) essen weniger, weil sie früher wirklich satt sind (was dem Bäuchlein zu Gute kommt). Und am nächsten Morgen hat schon jemand der nicht schlafen konnte frische Fischchen gefangen. Dafür erhält er so einiges Lächeln.
So soll der Mensch leben.
@Harvey: 30.07.2010 um 23:34
OK, nehmen wir an wir könnten “Lehman Brothers, CS. Novartis, Berlusconi” morgen eliminieren und tun es auch. Wie denken Sie würde sich die Welt dadurch verbessern?
Zwei, drei Beispiele genügen.
rg
@rg: Sie sagen: “An wen denken Sie wenn Sie sagen
“Nehmen aber einige wenige übermässig viel aus der Schüssel, …”
zwei, drei Beispiele genügen. Danke”
Krassestes Beispiel sind die überrissenen Boni der Top-Banker. Mit diesen Boni gerechter verteilt, könnte Wasser für für viele durstende Menschen gegraben werden. Sie sehen, da gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen hamstern und hungern.
Menschen, die in den Urlaub fleigen. Durch die Flugzeuge (Kondensstreifen) wird der Himmel im Laufe des Tages milchig, so dass die Sonneneinstrahlung um ca. 10% – 20% sinkt. Das führt zu ca 15% tieferen Landwirtschaftserträgen. Wegen den Flugis haben weniger Menschen zu essen.
Ich bin überzeugt, Sie finden weitere Beispiele.
Menschen, die sich eine Flugreise leisten, könnten durch Verzicht auf diese Reise, mit dem eingsparten Geld z.B. in Afrika einem Dorf zu Wasser verhelfen. Demütige Menschen leben bescheiden und geben einen Teil ihres Verdienstes an Menschen weiter, die dieses finanziellen Mittel dringender brauchen. Sie werden nun sagen, dass die Schweizer eh schon Weltmeister im Spenden sind. Tatsache ist aber, dass erst gespendet wird, wenn der persönliche Kick bereits bezahlt ist. Der Rest wird gespendet. Und nicht so viel, wie andere Menschen brauchen würden, sondern die Brosamen, die nach der persönlichen Befriedigung noch übrig sind. Das ist die Kultur und Gepflogenheit in diesem Land. Das ist die vorherrschende Kultur. Sie werden nun einwenden, dass es aber einzelne Mäzene gibt, die grosszügiger spenden und ein Herz für Arme haben.
Dazu möchte ich auf meine Beitrag an Olive verweisen: http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2010/07/24/christen-grenzen-juden-aus/comment-page-15/#comment-133118
Mawi fragt
“Wozu ist er Ihrer Ansicht nach am Holz gestorben?”
Warum den “gestorben”? Ich dachte er sei ein paar Tage später wieder auferstanden.
rg
Azuzena

eben bin ich fertig geworden mit ziehmlich viel abtippen. Ich will nicht unhöflich sein und nicht antworten. Meine Antwort fällt aber vorerst etwas anders aus. Dass David Stern auf jüdischen Seiten nicht sonderlich beliebt ist, wundert Sie das? Fragen Sie dort mal an, was man von Luther usw. hält.
Hier jetzt also mein Getippe für Sie:
Matitjahu (Matthäus)5, 1-20
1 Als er die Massen sah, ging Jeshua den Hügel hinauf. Nachdem er sich niedergelassen hatte, kamen seine Talmidim zu ihm, 2 und er begann zu sprechen. Und er lehrte sie folgendes: 3 Wie gesegnet sind die Armen im Geist! Denn das Reich des Himmels ist ihrer.
4 Wie gesegnet sind die, die trauern! Denn sie werden getröstet werden.
5 Wie gesegnet sind die Sanftmütigen! Denn sie werden das Land erben
6 Wie gesegnet sind die, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit! Denn sie werden gesättigt werden.
7 Wie gesegnet sind die, die Barmherzigkeit zeigen! Denn ihnen wird Barmherzigkeit erwiesen werden.
8 Wie gesegnet sind die, die reinen Herzens sind! Denn sie werden Gott sehen.
9 Wie gesegnet sind die, die Frieden schliessen! Denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
10 Wie gesegnet sind die, die verfolgt werden, weil sie der Gerechtigkeit nachjagen! Denn das Reich der Himmel ist ihrer.
11 Wie gesegnet seid ihr, wenn die Menschen euch schmähen und euch verfolgen und bäsartige Lügen über euch verbreiten, weil ihr mir nachfolgt! 12 Freut euch und seid froh, denn eure Belohnung im Himmel ist gross – genauso haben sie vor euch die Propheten verfolgt.
13 Ihr seid das Salz der Erde. Aber wenn Salz geschmacklos wird, wie kann es dann wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, ausser hinausgeworfen zu werden, so dass die Menschen mit Füssen darauf treten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Hügel erbaut ist, kann nicht verborgen werden. 15 Und wenn Menschen eine Lampe anzünden, so bedecken sie sie nicht mit einem Gefäss, sondern stellen sie auf einen Leuchter, damit sie jedem im Haus scheint. 16 So lasst auch euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie das Gute, das ihr tut, sehen und euren Vater im Himmel loben.
17 Glaubt nicht, dass ich gekommen bin, die Torah oder die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen aufzuheben, sondern zu vervollständigen. 18 Ja, wahrhaftig! Ich sage euch, dass, bis Himmel und Erde vergehen, nicht ein Jud oder ein Strichelchen aus der Torah vergehen wird – nicht bis alles, was geschehen muss, geschehen ist. 19 So wird, wer immer die geringste dieser Mizvot missachtet und andere lehrt, sie zu missachten, der Geringste im Himmelreich sein. Wer ihnen aber gehorcht und auch andere dazu anhält, wird gross genannt werden im Himmelreich. 20 Denn ich sage euch, dass ihr, wenn eure Gerechtigkeit nicht sehr viel grösser ist als die der Torahlehrer und Peruschim, das Reich des Himmels mit Sicherheit nicht betreten werdet.
Talmidim
Schüler. Das Wort Schüler kann jedoch nicht die umfassende Bedeutung der Beziehung vermitteln, die im 1.Jahrhundert u.Z. zwischen einem Rabbi und seinen Talmidim bestand. Lehrer, sowie reisende Lehrer wie Jeshua als auch niedergelassene, gewannen in der Regel Anhänger, die sich ihren Lehrern mit ganzem Herzen (wenn auch nicht im Sinne von Hörigkeit, wie es heute in manchen dubiosen Kulturen geschieht) verschrieben. Die Beziehung Lehrer – Schüler war getragen von absolutem, allumfassendem Vertrauen, und ihr Ziel war, dass der Talmid seinem Rabbi an Wissen, Weisheit und ethisch verantwortungsvollem Handeln gleich wurde.
Wie gesegnet
Das griechische Wort ‘makarios’ entspricht dem hebräischen ‘ascher’ und bedeutet zugleich ‘gesegnet, glücklich, vom Schicksal begünstigt’., so dass also ein deutscher Begriff allein den Sinn kaum wiedergeben kann.Ein Beispiel ist Psalm 144,15 „Wie gesegnet/glücklich/vom Schicksal begülnstigt das Volk, dessen Gott JHWH ist.“
Die Sanftmütigen …werden das Land erben.
Oder werden sie vielleicht wie es in anderen Versionen heisst, ‘das Erdreich erben’? Viele Christen glauben, dass Gott, weil das Evangelium sich an alle Menschen richtet, kein Interesse mehr an Israel als Volk habe. Dieser Irrtum (der sich im angelsächsischen Raum in Begrifen wie Replacement Theology – die theologische Überzeugung, dass die Kirche Israel als Gottesvolk abgelöst hat – , Dominion Theology, „Kingdom Now“ Theology, sowie in einigen Formen der Theologie der zwei oder mehr Bünde. Im Rekonstruktionismus und(in England) im Restorationism niedergeschlagen hat) mit all seinen antisemitischen Implikationen ist heute so weit verbreitet, dass er sogar dazu führte, dass ganze neutestamentlichen Textpassagen falsch übersetzt wurden(z.B. Röm.10,1-8) Auch bem vorliegenden Vers handelt es sich um eine solche falsch verstandene Passage. In den meisten Versionen heisst es, ‘die Sanftmütigen’ – womit offensichtlich alle Sanftmütigen aus allen Nationen gemeint sind – ‘werden das Erdreich erben’, d.h. Sie werden über diesen Planeten herrschen. Nun stimmt es zwar, dass die Gläubien bei Jeshuas zweitem Kommen mit ihm zurückkehren, um mit ihm zu herrschen,(1Tess4, 13-18; Offb 20 ), doch an dieser Stelle zitiert Jeshua Psalm 37,11, wo aus dem Kontext ganz eindeutig hervorgeht, dass sich ‘Die Sanftmütigen’ lediglich auf die Sanftmütigen aus Israel bezieht, die nach der Verheissung Gottes ‘das Land erben werden’ – das Land Israel, wie Mattitjahu bereits an anderer Stelle explizit gesagt hat (2,2o-21). Das griechische Wort ‘ge’ kann zwar beides bedeuten,’Erde’ und ‘Land’, das hebräische Wort ‘erez’ in Psalm 37 jedoch heisst ausschliesslich ‘Land’ und taucht im Psalm selbst nicht weniger als sechsmal auf: Diejenigen, die auf den Herrn hoffen, werden ‘im Land bleiben’ (V.3); und diejenigen Israeliten, die auf Adonai harren (V.9), sanftmütig (V.11, hier zitiert), gesegnet von Adonai (V.22) und gerecht sind (V.29) und seine Wege halten (V34), ‘werden das Land erben’. Der Terminus ‘erben’ bezieht sich in der Tenach auf das Erbe, das Gott dem jüdischen Volk verheissen hat. Dieses Erbe aber umfasst – neben seinem geistlichen Anteil – nicht etwa die gesamte Erde, sondern ein ganz bestimmtes Territorium an der Ostküste des Mittelmeers.
Da das Evangelium einen universalen Anspruch hat, und weil das Christentum dem Irrtum erlegen ist, Gott sei an Israel als Volk nicht mehr interessiert, gehen die Christen in der Regel davon aus, dass das Neue Testament auf die eine oder andere Weise die Verheissung Gottes, dem jüdischen Volk das Land iIsrael zu geben, für nichtig erklärt habe. Die Vorbehalte der Christen gegen den modernen Staat Israel basieren denn auch nicht zuletzt auf dieser falschen Prämisse. Um diesen Irrtum aufzuklären, müssensowohl Juden als auch Christen erkennen, dass das Neue Testament keine einzige der Verheissungen Gottes an das Jüdische Volk aufgehoben hat; die expliziten, durchaus wörtlich zu verstehenden Verheissungen Gottes ‘in Christus’ dürfen auf keinen Fall ihrer konkreten Bedeutung entkleidet und irgendwie ‘vergeistigt’ werden.
Achzehn mal im NT bezieht sich der grichische Begriff ‘he ge’ auf das Land Israel. Weil die Verfechter der Replacement Theology die These vertreten, die göttliche Verheissung des Landes für die Juden habe keine Gültigkeit mehr, kann gar nicht deutlich genug gemacht werden, dass das NT der Tatsache, dass die Juden das Land Israel besitzen werden, noch immer einen entscheidenden Platz im Heilsplan Gottes einräumt.
Die christusgläubigen Juden sind Salz, ein Gewürz und Konservierungsmittel, für das Land Israel, d.h. für das jüdische Volk, und sie sind das Licht für die Welt – für die Heiden, wie es auch bei Jesaja 49,6 heisst.Gott hat einen ‘Salzbund’ (Numeri 18,19) geschlossen, der in 2.Chronik 13,5 auf König David und seine Nachkommen – d.h. den Messias – bezogen wird.
Die christusgläubigen Juden sind also der ‘gerechte Rest’ (Röm 11), um dessentwillen Gott Israel und die Welt bewahrt.
‘Glaubt nicht, dass ich gekommen bin, die Torah oder die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen aufzuheben, sondern zu vervollständigen’, ihren Sinn aufzufüllen. Das hebräische Wort Torah, wörtlich Lehre, wird sowohl in der Septuaginta als auch im NT mit dem griechischen Begriff ‘nomos’, Gesetz, wiedergegeben. Da nun das Griechische einen direkteren und stärkeren Einfluss auf das Deutsche und die übrigen modernen Sprachen hatte als das Hebräische, ist in den meisten Sprachen vom ‘Gesetz’ des Mose statt von der ‘Lehre’ des Mose die Rede. Das ist auch mit der Grund, warum die Torah von den Christen fälschlicherweise als legalistisch missverstanden wurde.
Die Propheten
Das Wort Propheten bezieht sich hier auf den zweiten der drei Hauptteile der Tenach. Indem Jeshua hier die Torah und die Propheten erwähnt, sagt er, dass er nicht gekommen ist, das Wort Gottes, die Tenach, zu modifizieren oder gar abzulösen.
Zu vervollständigen
Das griechische Wort vervollständigen ist ‘plerosai’, wörtlich auffüllen; es wird jedoch in der Regel mit ‘erfüllen’ übersetzt. Eine Theologie, die fälschlicherweise lehrt, dass die Christen die Juden als Volk Gottes abgelöst hätten, versteht diesen Vers in zweifacher Hinsich falsch.
Erstens lehrt diese Theologie irrtümlich, die Tatsache, dass Jeshua die Torah ‘erfüllt’ hat, mache es überflüssig, dass die Menschen die Torah auch heute noch halten. Der Gedanke, die Tatsache, dass Jeshua der Torah gehorcht hat, hebe die Notwendigkeit auf, dass auch wir ihr gehorchen, entbehrt jedoch jeglicher Logik. Tatsächlich lehrt denn auch Scha’ul, dem es im Römerbrief darum geht, ‘einen auf Vertrauen’ in Jeshua ‘gegründeten Gehorsam’ zu wecken, dass ein solches Vertrauen die Torah nicht etwa aufhebt, sondern im Gegenteil bestätigt.(Röm.1,5; 3,31)
Zweitens lehrt sie – mit dem selben Mangel an Logik -, die Tatsache, dass Jeshua die Propheten ‘erfüllt’ hat, bedeute, dass keine der Prophezeiungen der Tenach für die Juden mehr Gültigkeit habe. Die Verheissungen der Hebräischen Bibel für die Juden sind aber keineswegs aufgehoben, weil sie ‘in Jeshua erfüllt’ sind. Ihre Erfüllung in Jeshua ist vielmehr eine zusätzliche Bestätigung, dass sich alles, was Gott den Juden verheissen hat, noch erfüllen wird.
Es stimmt, dass Jeshua die Torah vollkommen gehalten und die Weissagungen der Propheten erfüllt hat, aber darum geht es hier nicht. Jeshua ist nicht gekommen, die Bedeutung dessen, was die Torah und die ethischen Forderungen der Propheten vorschreiben, aufzuheben, sondern ‘aufzufüllen’, das heisst, er ist gekommen, um unser Verständnis der Torah und der Propheten zu vervollständigen, damit wir umso wirkungsvoller danach streben können, zu sein und zu tun, was zu sein und zu tun sie von uns verlangen.
Die Verse 18-20 zeigen dreifach auf, wie die Torah und die Propheten weiterhin notwendig, anwendbar und gültig bleiben. Der Rest von Kapitel 5 (was ich hier nicht aufgeschrieben habe,Anmerkung mawi), enthält 6 Beispiele, in denen Jeshua den Sinn bestimmter Punkte aus dem jüdischen Gesetz erhellt. Man kann sagen, dass im vorliegenden Vers bereits das Thema und die Inhaltsangabe der gesamten Bergpredigt formuliert wird, in der Jeshua das Verständnis seiner Talmidim für die Torah und die Propheten ‘vervollständigt’, vertieft und erweitert, damit sie den anderen besser begreiflich machen können, was es heisst, das Volk Gottes zu sein.
Zur Unterstützung meiner Deutung dieses Verses möchte ich die anglikanische christliche Autorin Brigid Younghughes anführen: „ ‘….ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen’. Ganz sicher bedeutet erfüllen vervollständigen, im Sinne von ‘zur Vollendung bringen’, aber nicht, wie Christen es immer wieder interpretiert haben, dass es jetzt veraltet, überholt wäre; sonden zu erfüllen in dem Sinn, wie man ein Fundament vervollständigt, um dann darauf weiterzubauen.“
Den Bibeltext und die dazugehörigen Kommentare habe ich von David H. Stern abgeschrieben.
Auch ich kenne verschiedene Übersetzungen, doch bin ich froh für diese von Stern, sagte doch schon Luther, wenn er denn könnte, würde er die hebräische Sprache erlernen. Immerhin hat Stern den Zugang zum AT über die Sprache, und zum NT über sein jüdisch-sein.
@rg
Wenn ich sie richtig verstehen, nimmt ihrer Meinung nach niemand zu viel aus Schüssel. Wie kommt es dann, dass so viele zu wenig in der Schüssel haben?
@Harvey: Sie sagen: “Icxh sehe den Zusammenhang Religiosität – Oekologie nicht. Ein grosser Teil der evengelikalen Christen und der Rechtskatholiken in der USA (inkl. Obama selber) haben mit Oekologie nicht viel am Hut… …(es gab Umweltsünden, etwa das Abholzen der Wälder in Szilien und Süditalien für die Weizenproduktion, aber die gefährdeten die Menschheit nicht)”
Die Wälder wurden rund um das Mittelmeer abgeholzt. Nicht wegen der Weizenproduktion, sondern um Schiffe zu bauen.
Und wenn ich schreibe: “In der Geschichte gibt es verschiedene Kulturen, die in Einklang mit der Natur leb(t)en und allen diesen Kulturen ist gemeinsam, dass sie an einen Gott oder an Götter glaub(t)en.“, dann denke ich an die noramerikanischen Indianer und Naturvölker in Asien und Südamerika.
Der Glaube an Gott bewirkt nicht automaitisch ökologisches Handeln. Aber durch Respekt vor Gott und seiner Schöpfung ist die Motivation, im Einklang mit der Natur zu leben, grösser und kann ganze Kulturen zu kollektivem respektvollem Handeln bewegen. Mir ist keine atheistische Kultur bekannt, die derart im Einklang mit der Natur lebte.
Azuzena
“Leider, leider habe ich die Bibelversion, die sie lesen, nicht online gefunden.”
Da es Ihnen sicher nicht so ernst ist mit dem leider, leider, gehe ich jetzt etwas enttäuscht zu Bett.
Azuzena
Hier können Sie ein wenig hineinschauen.
http://www.amazon.com/Jewish-New-Testament-David-Stern/dp/9653590030
@Basta
Es gibt sie, die Erweiterung des Horizontes. Eine Flugverbindung retour kann da wunder wirken, ehe man im eigenen Gärtlein wieder das Unkraut jätet (fast hätte ich jetten geschrieben). Wie soll ich Menschen wirklich lieben, wenn ich nie ihr Brot gekostet habe? Ihre Trauer gespürt und ihr Lachen gehört habe? Lasst uns reisen… Please. Aber nicht auf Kosten von anderen, ja – seufz – auf unsere Kosten. Diese Kosten werden Nährboden. Ja, bleiben wir am Boden und pflanzen die Sehnsucht der anderen Seite der Welt. Aber wenn Du die Samen selbst geholt hast, wirst Du auch mehr darauf achtgeben.
@Mawi
Vielen Dank für das viele Tippen. Nur leider haben sie nicht die Verse in den Blog gestellt, nach denen ich mich erkundigte: 1 Thess. 2; 14-16, Tit. 1; 10-16. Es interessiert mich wirklich, wie Herr Stern diese Verse übersetzt. Leider hilft mir amazon da nicht weiter.
@rg: Sie sagen: “Die Fakten scheinen da nicht mit Ihnen einverstanden zu sein”
Es geht bei dieser Aussage von rg um meine Behauptung, das Eis an den Polkappen sei in 20 Jahren geschmolzen.
Tatsache ist, dass nicht nur die eisbedeckte Fläche immer kleiner wird, sondern noch viel mehr die Dicke des Eises rapide abnimmt. Das gilt hauptsächlich für die Arktis, wie folgendes Zitat aus Wikipedia zeigt: “Satellitenmessungen ergaben 2008, dass das arktische Meereseis massiv an Dicke verloren hat. Hatten Modelle zuvor noch nahegelegt, das Eis schmelze bis etwa 2080, so könnte bereits 2030–2040 das arktische Meereseis verschwunden sein.[ ”
http://de.wikipedia.org/wiki/Arktische_Eiskappe
Einfacher Bauer
würdest dich noch wundern, wie fad ohne Salz alles schmeckt. Ich bin Mitglied der Separatisierungstripsekte. Wir treffen uns regelmässig in der Walpurgisnacht und stecken dann Nadeln in einfache Bauernpuppen. Sogenannte Heiden. In Heiden.
@Einfacher Bauer: Danke für Ihren Beitrag vom 30.07.2010 um 23:41, in dem Sie aufzeigen, dass wir alle im Überfluss lebten, wenn nur die Gierigen sich nicht so unverschämt bedienten.
Beim Fliegen ist sowohl Ihr Wunsch zu fliegen, aber auch das schlechte Gewissen deutlich spürbar. Und ja, wer fliegt trägt halt dazu bei, dass die Landwirtschaftserträge geringer ausfallen. Warum müssen die Fluggesellschaften da die Bauern nicht entschädigen?
1 Thess.2, 13 -16
13 Ein anderer Grund, dessentwegen wir Gott regelmässig danken, ist, dass ihr das Wort Gottes, als ihr es von uns hörtet, nicht nur als menschliches Wort aufnahmt, sondern als das, was es in Wahrheit ist: das Wort Gottes, das in euch Gläubigen wirkt. 14 Denn, Brüder, ihr wurdet Nachahmer der Gemeinden Gottes in Jehudah, die mit dem Messias Jeshua vereint sind – ihr erlittet die gleichen Dinge von euren Landsmännern wie jene von den Judäern, die 15 den Herrn Jeshua und die Propheten töteten und auch uns jagten. Sie missfallen Gott und widersetzen sich der ganzen Menschheit, 16 indem sie versuchen, uns davon abzuhalten, zu den Heiden zu reden, damit diese erlöst werden. Es scheint ihr Anliegen zu sein, ihre Sünden allezeit so schlimm wie möglich zu machen! Doch Gottes Zorn wird sie am Ende einholen.
14 Judäern
In den meisten Übersetzungen wird ‘Ioudaion’ nicht wie hier mit ‘Judäern’, sondern mit ‘Juden’ übersetzt. Damit wird jedoch der Sinn von V. 14-16 entstellt. Hier geht es lediglich um einen Vergleich der Leiden, die die messianische Gemeinde in Thessalonich von seiten ihrer Mitbürger erdulden muss, mit den Leiden der judäischen Gemeinden, die diese von seiten ihrer judäischen Landsleuten erdulden. Statt dessen wird die Passage trotz Scha-uls doch so offensichtlicher Liebe zu seinem Jüdischen Volk und seines Eifers für seine jüdischen Brüder (Röm 9, 3-4; 10, 1; 11, 13-14) als ein Ausbruch bösartigsten Antisemitismus verstanden. In der Lutherbibel z.B. heisst es:“…von den Juden erlitten haben. Die haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen Feind. Und um das Mass ihrer Sünden allewege vollzumachen, wehren sie uns, den Heiden zu predigen zu ihrem Heil. Aber der Zorn Gottes ist schon in vollem Mass über sie gekommen.“
So oder ähnlich auch in der Einheitsübersetzung, der Elberfelder Bibel, der Zürcher Bibel, der Schlachter-Übersetzung und der katholischen Pattloch-Bibel; in den englischen Übersetzungen der New English Bible und der Living Bible (die sich in diesen Dingen sonst als feinfühliger erweist) wird ‘die Juden’ sogar noch einmal wiederholt, obgleich der griechische Text das nicht tut; ja in der englischen Phillips-Version wird es sogar viermal wiederholt:“…ihr teiltet die Erfahrungen der judäischen christlichen Gemeinden, die von den Juden verfolgt wurden. Es waren die Juden, die ihre eigenen Propheten töteten. Es waren die Juden, die den Herrn Jesus töteten, und die Juden, die uns…“
Das zeigt, dass nicht Paulus hier antisemitisch ist, wie manche jüdischen Kritiker ihm vorwerfen, sondern die Kirche! Die Kirche ist so blind gewesen, dass sie nicht erkannt hat, dass im Kontext von V.14 (Judäa) nur die Übersetzung ‘Judäer’ einen Sinn ergibt. Juden, die dem NT vorwerfen, es sei antisemitisch, können wohl kaum dafür getadelt werden, wenn sie die Auslegung der paulinischen Schriften durch die Kirche selbst akzeptieren.
In Joch 1,19 habe ich das griechische Wort Ioudaioi ausführlich besprochen und nachgewiesen, dass es im Kontext des Landes Israel in der Regel ‘Judäer’ bedeutet, sich also auf die Einwohner der Provinz Judäa bezieht (wie auch immer die Grenzen dieser Provinz definiert werden); wohingegen es im Kontext der Diaspora ‘Juden’ im nationalen Sinn bedeutet. Das allein wäre Grund genug, hier mit ‘Judäer’ zu übersetzen.
Doch selbst wenn es kein solches Prinzip gäbe, würde die Parallelkonstruktion in diesem Satz ‘Judäeer’ zwangsläufig als einzig richtige Übersetzung ausweisen. Denn Scha’ul nimmt hier das Thema des Leidens, das er in 1,6 und 2,2 eingeführt hat, wieder auf und sagt, dass i h r Glieder der Gemeinde Gottes in Thessalonich die gleichen Dinge von euren Landsmännern, den Thessalonichern,(erlittet) wie die Gemeinden Gottes in Jehudah von den ihren. Und wie werden die Landsmänner der Gemeinden Gottes in Judäa bezeichnet? Als Juden? Nein, sondern als ‘Judäer’.
Die Landsleute der judäischen Gläubigen waren natürlich Juden. Aber das waren auch die jüdischen Gläubigen selbst. Scha’ul spricht hier nicht vom Jüdischsein der Landsleute der judäischen Gläubigen, sondern von der Tatsache, dass die ungläubigen Juden in dieser Provinz eine Rolle im Kampf gegen die gläubigen Juden spielten, die sich bis zur Hinrichtung Jeshuas zurückverfolgen lässt. Scha’ul blieb viele Jahre lang argwöhnisch ihnen gegenüber, und das aus gutem Grund. Hier scheint es ihm darum zu gehen, dass die Thessalonicher ihr Leiden aus der richtigen Perspektive sehen. Sie leiden nicht so schwer oder unablässig wie die judäischen Gemeinden, weil die Ungläubigen in Judäa hartnäckigere Gegner sind als die in Thessalonich.
Von den Judäern, die. Die Betonung liegt hier auf ‘den’, verstanden als ‘denjenigen Judäern, die…’. Es sind also nicht alle Judäer oder gar Juden gemeint, sondern nur bestimmte, nämlich die, die Jeshua töteten, im Gegensatz zu denen, die das nicht taten. Auch von griechischen Urtext her kommt eigentlich nur dieses Verständnis in Frage.
‘Von den Judäern, die den Herrn Jeshua töteten’ Sie töteten ihn nicht direkt, mit ihren eigenen Händen. Vielmehr liess es der römische Statthalter Pilatus zu, dass Jeshua von römischen Soldaten hingerichtet wurde. Zum Grad der Verantwortlichkeit der Judäer siehe (das füllt Seiten, Anmerkung mawi)
Und die Propheten. Die meisten Propheten der Tenach wirkten in Judäa. Hier sagt Sha’ul wie vor ihm Jeshua und Stephanus, dass die Vorfahren der Judäer so unwillig waren, die Propheten anzuhören, dass sie sie lieber töteten. In der Tenach finden sich Belege für diese Anklage in einem Gebet der ‘Lewiten,, Jeshuas’ (eines früheren), und anderer. Hier geht es um die Geschichte der Israeliten und die Segnungen Gottes; in dem Zusammenhang heisst es:“Dennoch wurden sie ungehorsam, lehnten sich gegen dich auf, missachteten deine Torah, töteten deine Propheten, die sie aufgefordert hatten, sich wieder zu dir zu bekehren, und begingen grosse Gotteslästerungen“(Nehemia 9, 5.26)
Und auch uns jagten. Bevor Sha’ul gerettet wurde, gehörte er selbst zu den Verfolgern.
Dann kommt Sha’ul von den vergangenen Sünden auf die gegenwärtigen zu sprechen und sagt, dass sie (die Ungläubigen in Judäa) Gott (missfallen) und….sich der ganzen Menschheit (widersetzen), indem sie versuchen, ihn davon abzuhalten, die Gute Nachricht von Jeshua unter den Heiden zu verkünden. Jeshua hat dieses Verhalten einigen heuchlerischen Torahlehrern und Peruschim gegenüber so formuliert: “Ihr verschliesst das Reich des Himmels vor den Augen der Menschen und geht weder selbst hinein, noch erlaubt ihr denen, die hineingehen möchten, es zu tun“ (Mt 23,13.)
Doch Gottes Zorn wird sie am Ende einholen (alternativ: „und jetzt hat die Vergeltung sie endgültig ereilt). Ich kann hierin und in den längeren Ausführungen des Apostels in 2 Thess 1, 6-9 keine Rachsucht entdecken. Im Gegenteil, ich verstehe diese Passagen als den Versuch, der möglichen Rachsucht seiner Leser ihren Verfolgern gegenüber zuvorzukommen, gemäss Röm 12, 19, wo Sha’ul die Tenach zu diesenm Thema zitiert und den Gläubigen rät, nicht selbst Rache zu nehmen, sondern diese Dinge Gott zu überlassen. Damit gibt er den Thessalonichern praktisch denselben Rat, wie Jeshua es tat, „Haltet auch die andere Wange hin!“
So, Azuzena, das war 1.Thess.
Ich bin zu müde. Laila tov und Shabat shalom
Nachtrag
Stammt natürlich alles aus der Feder von David Stern
Die Juden sind das auserwählte Volk Gottes (siehe Bibel). Jeder der ein bekennender, gläubiger Christ ist und die Message der Bibel verstanden hat wird sich hüten davor das Volk Israel oder die Juden zu verurteilen. Den Juden gebührt grossen Respekt!
Die Bibel ist nicht judenfeindlich. Herr Stamm erscheint mir jedoch äusserst Christenfeindlich!
Herr Stamm, bitte hören sie auf mit dieser Christenhetze. Es ist ok sich kritisch zu äussern, dann aber
jedoch bitte mit einer für einen “Sektenexperten” gebührenden Neutralität.
Sie tragen eine grosse Verantwortung mit Ihrer Öffentlichkeitsarbeit!
@ Basta:
30.07.2010 um 23:24
Das ist es ja, was ich meine, wenn man den Begriff “Gläubige” enger fasst, dann bleiben wohl nicht mehr so übermässig viele.
Diese, die übrigbleiben, sind entweder Menschen, die bescheiden und demütig sind und deshalb auch bescheiden leben und/oder solche, deren “Respekt” vor der Natur der Vernunft und der Reflektionsfähigkeit entspringt.
Und solche Menschen gibt es auch unter den Glaubensfreien.
Diese explizit atheistische Kultur gibt es wohl ( noch) gar nicht. Naturvölker, die an Gott/Götter glauben, haben ja häufig gar keine andere Wahl, als so zu leben, wie sie es tun, “im Einklang mit der Natur”.
Aber auch eine atheistische Kultur könnte zum Schluss kommen, dass ein anderer Umgang mit den Ressourcen der Erde sinnvoll ist und sich aus Verantwortungsgefühl anders verhalten.
“vom klugen Haushalten”
ob zwischen Christentum und Ökologie ein Zusammenhang besteht, hängt davon ab, nach welcher Genesis man sich richtet!
@ Harvey
Nachden Sie schreiben…: “Dieser survival of the fittest (natürliche Selektion) ist eben, wie in dem Buch, das ich gestern zitiert habe, schön dargelegt wird, auch Ideologie. Die ganze Evolution war wahrscheinlich wesentlich komplexer. Darwinismus als reine Naturwissenschaft, das ist eher naiv.“
…sollten Sie aber wirklich schleunigst Ihren Wanderstab nehmen, um sämtliche naturwissenschaftliche Fakultäten der Universitäten dieser Welt aus ihrem evolutionstheoretischen Tiefschlaf zu holen, dank Ihrer bahnbrechenden Harveytheorie als Massstab aller Dinge, bei gleichzeitiger Publikation des Harveynismus in „Nature“ und in „Science“.
“Aber, nicht alle Sünden eines Sohnes können dem Vater angekreidet werden.“
Da werden Sie aber Ihrem Gott in keiner Weise gerecht:
„Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation.“ (Exodus 20,5)
„Horatio“
Alltägliches:
USA / Vatikan – Den Papst verhaftet man nicht – Im amerikanischen Streit um die Immunität des Heiligen Stuhls werden die Argumente gespitzt. Der Ausgang ist ungewiss, aber der als katholisch eingestufte Supreme Court verweigerte der Kurie schon mal Schützenhilfe. (30.7.10)
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E2323B8602E394F88B1556FBF3E0F373D~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Alltägliches:
UK – Pilgrims will have to pay as much as 25 pounds ($39) to attend one of the two public events in England to be led by Pope Benedict XVI during his visit in September, church officials said Wednesday. The charges — believed to be a first for a papal event — are for a prayer vigil in London’s Hyde Park on Sept. 18 and the beatification of Cardinal John Henry Newman in Birmingham on Sept. 19. Benedict’s four-day visit to England and Scotland has been controversial almost from the start, with thousands of Britons signing a petition earlier this year against the pope’s presence in the wake of outrage over sex crimes against children committed by Catholic priests. Critics have also complained about the cost. Chris Patten, the official coordinating the event, has said the taxpayers’ tab for the visit to Britain could be as much as 12 million pounds, not counting extra policing costs. (29.7.10)
http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5jHUeukfOLotmRuCVLkY0_T1lCbpwD9H8847G0
Alltägliches:
USA – A 19-year-old man filed a lawsuit Friday against the Archdiocese of Chicago, alleging church officials moved pedophile priest Daniel McCormack from assignment to assignment even after sex abuse allegations surfaced against the now-defrocked pastor. The man, identified in court papers only as John E. Doe, alleges he was abused by McCormack as a sixth- grader at St. Agatha’s parish rectory on the West Side from 2001 to 2002. (30.7.10)
http://www.suntimes.com/news/24-7/2551072,catholic-church-abuse-lawsuit-mccormack-073010.article
Jede Religion mit Exklusivitätsanspruch (“Wir Auserwählte”) ist rassistisch und für die Katz.
Alltägliches:
Ireland – Parish priest stands aside as child abuse claim rocks diocese – A closely-knit rural community in the north-west is in shock after a well-known parish priest was accused of child sex abuse. The case is the first known complaint to hit the diocese of Killala which covers large sections of Co Mayo and Co Sligo. The elderly priest was suspended from parish duties by his bishop after a formal allegation was made against him. (31.7.10)
http://www.independent.ie/national-news/parish-priest-stands-aside-as-child-abuse-claim-rocks-diocese-2279899.html
Narzissmus, Christentum, Antisemitismus – Eine psychoanalytische Untersuchung – von Pierre Dessuant, Bela Grunberger (aus dem Französischen von Max Looser)
Klappentext:
Auch von kirchenoffizieller Seite wird inzwischen nicht mehr in Frage gestellt, dass der christliche Antijudaismus und Antisemitismus die mentalen und atmosphärischen Voraussetzungen mitprägte, die in der Mitte unseres Jahrhunderts zur Vernichtung der europäischen Juden führten. Die Entstehung einer endemischen antisemitischen Kultur mit ihren Paroxysmen des Hasses, der Verfolgung und Vernichtung ist ohne den Beitrag des Christentums nicht denkbar. Im Gegensatz zum Judentum, das nur einen nicht darstellbaren Gott kennt, ist das Christentum, so die zentrale These der Autoren, seinem Wesen nach narzisstisch, weil es in Christus eine Gestalt verehrt, die sowohl göttlich als auch menschlich ist. In solcher Doppelgestalt verbindet sich beides: Reinheit und Destruktivität, Gut und Böse, Engel und Teufel, Geist und Materie, Ewigkeit und Zeitlichkeit. Die Doppelheit der Christusgestalt erklärt auch die mögliche Koexistenz von antisemitischen und philosemitischen Einstellungen bei ein und demselben Individuum – die eine ist die Kehrseite der anderen.
Perlentaucher-Notiz zur FAZ-Rezension – 05.08.2000:
So ganz scheint Rezensentin Caroline Neubauer nicht zu wissen, was sie von dem Buch halten soll. Es sei ein “spannendes, ein ärgerliches und in jedem Fall ein Buch, über das zu diskutieren sich lohnt”, schreibt sie. Und im nächsten Satz dann: “Leider ist es redundant”. Da staunt der Leser und sucht nach Argumenten. Findet aber nur Versuche der Rezensentin, sich dem Buch zu nähern, die eher Unsicherheit als Souveränität ausdrücken und den Gegenstand kaum griffig präsentieren können. Zwar lesen wir, dies sei Grunbergers “geschichtsphilosophisches Opus magnum” und der als Koautor genannte Pierre Dessuant habe nur bei der “Zusammenstellung des umfangreichen Materials geholfen”. Dann folgen Versuche, den Thesen des Buches zu widersprechen, ohne diese zunächst schlüssig vorzustellen. Dabei ist die Rezensentin voller unreflektierter Ressentiments gegen einen Autor, der das Christentum aus der Sicht des Judentums angreift. Verzwirbelte fachidiotische Sätze mit Stilblütenflair, z.B. Hitler, “die Agentur der analen Mutter” tun ihr übriges, um die Lektüre der Rezension zum Ärgernis zu machen. (© Perlentaucher Medien GmbH)
@Basta
Wissen Sie, mich freut es sehr, dass die Schweiz (aber auch andere Länder in Europa) daran sind, sich auf ihre eigenen konservativen Werte zu besinnen. Ich halte es sehr mit den Schweizer Bauern und kaufe lieber deren gesunde Kost, auch wenn sie oft teuerer ist als all die importierte Ware. Einen gewissen Import (und Export) halte ich für sinnvoll. Aber nicht dann, wenn ich esse was anderen fehlt und haufenweise Nahrung hierzulande weggeschmissen werden muss, weil niemand sie kauft. Das ist ein Skandal!
@Mawi
Jetzt weiss ich, warum es mich manchmal zwickt und zwackt, es ist die Mawi mit ihren Stricknadeln. Tja, wer nicht denkt und glaubt wie dieses holdenen Jeshuadienerinnen bekommt es mit schwarzer Magie zu tun. Sie wissen schon wie ich es gemeint habe, Mawi. Überheblichkeit ist kein guter Ratgeber…
@Aysha
Liebe wunderbare Aysha
Schön, dass du wieder mal in den Blog reingeschaut und mir eine deiner schönen Geschichten geschenkt hast. Natürlich stösst sie bei mir nicht auf taube Ohren. Deine Geschichte ist für mich Bestätigung für etwas, was ich schon seit längerem fühle. Leider kann ich mich nicht mit einer Geschichte bedanken, deshalb wünsche ich dir einfach alles Gute.
@Basta
“Ich habe zum Beispiel einmal festgestellt, dass die Bauern in meinem Dorf in Frankreich plötzlich viel mehr Mais anpflanzten. Als ich nach den Gründen fragte, wurde mir gesagt: Weil es in der EU zu viel Mais gibt. Ich dachte erst, ich hätte falsch verstanden. Dann erklärten sie mir, dass es eine Stilllegeprämie für Maisfelder gibt. Und diese wollten sie abholen. Den Mais warfen sie weg.”
Charles Lewinsky
@ Michael Bamberger
Aufschlussreiches Textbeispiel, der die Gefahren von charismatischen Führerreligionen gut illustriert. Der Nationalsozialist Hitler war ein tiefgläubiger Christ mit Sendungsbewusstsein. Ein Führer, der von seinen Gefolgsleuten grösste Opferbereitschaft und innigste Hingabe für den religiös fundierten Kampf erwartete. Nicht wenige Gläubige im damaligen -vorwiegend christlichen- Europa folgten ihm. Von wegen friedlicher Religion …
” Michael Bamberger:
30.07.2010 um 08:41
Hitler am NSDAP-Parteitag vom 12.4.1922:
“Mein christliches Gefühl weist mich hin auf meinen Herrn und Heiland als Kämpfer. Es weist mich hin auf den Mann, der einst einsam, nur von wenigen Anhängern umgeben, diese Juden erkannte und zum Kampf gegen sie aufrief, und der, wahrhaftiger Gott, nicht der Größte war als Dulder, sondern der Größte als Streiter! In grenzenloser Liebe lese ich als Christ und Mensch die Stelle durch, die uns verkündet, wie der Herr sich endlich aufraffte und zur Peitsche griff, um die Wucherer, das Nattern- und Otterngezücht, hinauszutreiben aus dem Tempel! Seinen ungeheueren Kampf aber für die Welt, gegen das jüdische Gift, den erkenne ich heute, nach zweitausend Jahren, in tiefster Ergriffenheit am gewaltigsten an der Tatsache, daß er dafür am Kreuz verbluten mußte.”
Rundbrief der NSDAP (”Der Schulungsbrief”), 1937 von Robert Ley:
“Adolf Hitler! Dir sind wir allein verbunden! Wir wollen in dieser Stunde das Gelöbnis erneuern: Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler. Wir glauben, daß der Nationalsozialismus der allein seligmachende Glaube für unser Volk ist. Wir glauben, daß es einen Herrgott im Himmel gibt, der uns geschaffen hat, der uns führt, der uns lenkt und der uns sichtbarlich segnet. Und wir glauben, daß dieser Herrgott uns Adolf Hitler gesandt hat, damit Deutschland für alle Ewigkeit ein Fundament werde.””
@Olive: Sie sagen: “Aber auch eine atheistische Kultur könnte zum Schluss kommen, dass ein anderer Umgang mit den Ressourcen der Erde sinnvoll ist und sich aus Verantwortungsgefühl anders verhalten.”
Auch wenn wir offensichtlich über weite Strecken die selben Ansichten vertreten, bin ich genau da in diesem Punkt sehr, sehr skeptisch. Sagen Sie es mir, wenn es so weit ist.
@Michael Bamberger, Harvey: ““Aber, nicht alle Sünden eines Sohnes können dem Vater angekreidet werden.“
Da werden Sie aber Ihrem Gott in keiner Weise gerecht:
„Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation.“ (Exodus 20,5)”
Das ist absolut richtig zitiert. Aber Harvey behauptet ja das Gegenteil, dass man den Vätern nicht alle Schuld für die Taten ihrer Söhne zuschieben könne. Und ich habe in der Bibel keinen Anhaltspunkt gesehen, dass die Väter bis zurück in die dritte und vierte Generation für die Taten ihrer Söhne bestraft würden. Was auch logisch ist, könnte doch Gott, als unser himmlischer Vater, sonst für alle schlechten Taten der Menschen verantwortlich gemacht werden.
@Blitz Blank: Sie sagen: “Jede Religion mit Exklusivitätsanspruch (”Wir Auserwählte”) ist rassistisch und für die Katz.”
Warum soll eine Religionsgemeinschaft die Wahrheit nicht mehr sagen dürfen?
@Einfacher Bauer: Nun, den Artikel von Charles Lewinsky habe ich bereits vorher im Tages Anzeiger gelesen. In diesem Zusammenhang frage ich mich, unter welchen Umständen Sie ein einfacher Bauer sind, und in welchem Land. Würden Sie die französischen Bauern auch als einfache Bauern bezeichnen?
Sie schreiben im Weiteren: “Wissen Sie, mich freut es sehr, dass die Schweiz (aber auch andere Länder in Europa) daran sind, sich auf ihre eigenen konservativen Werte zu besinnen. Ich halte es sehr mit den Schweizer Bauern und kaufe lieber deren gesunde Kost, auch wenn sie oft teuerer ist als all die importierte Ware.”
Sind Sie nun ein einfacher Bauer oder oder nur ein einfacher Konsument? Auf jeden Fall sind die Schweizer Bauern gut ausgebildete Fachkräfte, teilweise gar mit einer Hochschulausbildung an der ETH. Von einfachen Bauern kann da nicht mehr die Rede sein. Und wo kaufen Sie Ihre Schweizer Produkte? In einer Ladenkette, die zwecks besserer Lagerfähigkeit alles Obst und Gemüse radioaktiv bestrahlt? Ich kaufe beim Bauern in der Nähe. Sein Obst schaut nicht immer so toll aus, wie das im Supermarkt. Dafür ist es nicht gesundheitsschädlich.
Aysha
Deiner Geschichte an mich wohnt ebenso Deine eigene Überheblichkeit inne.
Dass Du mich nicht bauchpinselst, ist mir klar.
Wie könntest Du auch.
Und Aysha, bilde Dir nur nicht ein, dass Dein Herz nicht auch von einer Mauer umgeben sei.
@ Leiche
Gestern habe ich mir aus Neugierde spät abends resp. nächtens einen Film angesehen mit dem Titel “Kamasutra”.Oberflächlich wars einer der üblichen Herz.-Schmerz-Streifen entsprechend inszeniert. Eigentlich ging der Inhalt aber ans Eingemachte. Für mich ist die Aussage mal simpel gesagt: Gib dich keinen Illusionen hin, sie sind vergänglich und geben aufs gesamte Leben nichts her. Hat meine Grossmutter auch immer gesagt. Ich gehe davon aus, weil es eine Verwirrgeschichte war bei denen ausschliesslich alle den gesunden Überblick aus den Augen verloren hatten. Eigentlich haben alle Schauspieler eine Rolle in der Rolle gespielt. Die von ihnen dargestellten Schauspieler haben alle im Schauspiel eine schauspielerische Rolle übernommen, die ihnen vom Leben nicht zugedacht war. Sie haben so getan als wenn sie jemand wären der sie auch als Schauspieler nicht dargestellt haben. Am Schluss kein Happy-end sondern aller Schrecken dieser Erde. Es kam eben so wie es kommen muss, wenn wo alle nur so tun als ob sie etwas wären. Das ist auch im richtigen Leben so und Ihre Ausführungen decken sich sozusagen mir dem Inhalt dieses Films. Zum Schluss kam noch etwas Moralin aber auch das durchaus der Realität entsprechend, da aber meistens weniger dramatisch und viel gewöhnlicher: Es nützt nichts wenn man über zerbrochenes Geschirr lamentiert. Etwa so. Es war zwar viel die Rede von Liebe und Erotik, persönlich würde ich aber lieber einen Bergbauernhof allein bearbeiten als das erleben zu müssen und daher gehe ich davon aus, dass diese Begriffe Mittel zum Zweck sind.
Ich glaube dass das das eigentliche Übel ist. Man tut so als wenn man etwas wäre. Ist sehr verbreitet und wird im schlimmsten Fall mit Hochstapelei übertitelt. Würde man leben, was man da ständig zuvorderst auf der Zunge trägt, die Welt wäre besser. Aber alle diese exklusiv christlichen Clubs sind – wie Sie das anaschaulich schildern – bevölkert von bunten Vögeln die fortwährend Balzzeit haben und ständig von etwas reden von dem sie noch nicht einmal ansatzweise ahnen, was es sein könnte. Sie sind gefangen in ihren Illusionen und das Böse Ende ist da inklusive, leider. Es sind dies eine Form von Privathöllen in denen man alles darf ausser den Fahler begehen zu versuchen die Realität des eigenen Lebens wieder ins Lot zu kriegen. Das heisst nämlich, dass man nicht mehr bereit ist eine schauspielerische Rolle weiterhin zu spielen und für sich in Anspruch nimmt sein Leben zu leben mit allem was es einem zu bieten hat.
Rückfragen sind durchaus erwünscht. Von einem solchen Streifen hätte ich selbst was anderes erwartet aber man staunt immer mal wieder was so im scheinbar trivalsten Gedankengut enthalten ist. Es ist sog. Lebensweisheit. Allerdings weiss ich jetzt, dass ich deswegen nicht nach Indien reisen muss, das wussten unsere Tanten, Onkels, Gosseltern, Eltern usw. auch, jedenfalls zu hohen Feiertagen hatten wir immer wieder das Glück das Füllhorn deren Weisheit über uns ausgeschüttet zu bekommen. Na ja, manchmal ist das Gewöhnlich halt das Besondere und das eigentliche Glück liegt lediglich darin, dass man das erkennt.
@ Alle dies interressiert
Bekannt ist ja, dass alle Dispoten die misshandelt wurden ihre Zuwendung beim Volk suchten, Hitller , Stalin, Mao, Ceaucescu etc.,die haben alle Mitläufer gefunden, haben Ihre destruktiven Rachemuster blindwütig weitervermittelt resp. ausgelebt. Als Menschen haben wir im hier und jetzt die Möglichkeit, alte DESTRUKTIVE MUSTER NICHTMEHR ZU WIEDERHOLEN. Ich trage Sorge zur Natur nach meinen Möglichkeiten, da beziehe ICH mich mit ein, das hat nichts mit Demut zu tun. Es gelingt mir gut,
.
ohne zu Kreuze zu kriechen.
PS. Sokrates war mein Zwillingsbruder in meinen früheren Leben , pscht……. nicht weitersagen.
Allen noch ein erholsames Wochenende…….Stress ist ungesund, ich weiss wovon ich rede…….
@ Leiche
Weil vielleicht aus meinem letzten posting nicht so ganz klar hervorging, was ich sagen will: Ich meine, wir – und grade wir Frauen – sind allzu oft bereit unsere Grenzen auszuloten und nicht innezuhalten um mal nachzudenken, obs “so” weitergehen kann. Eigentlich kennen wir die Anzeichen – ganz wie die Darsteller “meines gestrigen Films” – wüssten wann genug genug ist. Sie beschweren sich um das vernachlässigte Thema des Mutterschaftsurlaubs resp. Lohn für Mütter, die sich der Erziehung ihrer Kinder gewidmet haben. Könnten wir hier auch. Aber leider sind kaum Frauen auf weiter Flur die da etwas verteidiggen würden, sogar da wird immer wieder laut, dass das doch die Rolle der Frau sein. Unsinn zwar aber wo wir eben immer weiter so tun als wenn wir das genau sol wollten ändert sich nichts. In der Schweiz ist das mit der Rente anders geregelt worden, inwiefern sich dieses System bewährt wird sich in den nächsten Jahren noch zeigen.
Es ist so, ein trauriges Kapitel zwar wenn man von einer religiösen Gemeinschaft so schlecht behandelt wird wie sie das erzählen, wir müssen uns der Realität stellen. Tun wir es nicht werden wir für die Konsequenzen unseres Handels teuer bezahlen. Vielleicht gehe ich gelegentlich mal wieder auf den Friedhof…irgendwie sind in mir gradewegs Gefühle der Dankbarkeit erwacht.
@ Gerry
Das Perverseste ist doch, dass Menschen sich klammern an FIXE VORSTELLUNGEN. Ich lebe mein Leben ein normales Bescheidenes, ich habe ein Dach über meinem Kopf, jeden Tag zu essen, ein Bett zum schlafen, ich lebe von der Hand ins
Maul, geht auch ohne Religionsfanatismus. Leben und leben lassen, das Loslassen gehört auch dazu oder nicht ? Ich bin keine Weltverbesserin, muss einfach akzeptieren, dass der Tod mitläuft, das sind auch Aengste die mitlaufen, Aengste wegzurationalieren heisst mein Gegenüber nicht ernst zu nehmen, die IGNORANZ lässt grüssen.
@ erna
ausdrücklich nein, so kann man das nicht sagen: ich bin nicht von einer Glaubensgemeinschaft schlecht behandelt worden, sondern mit Hinterlist beworben… sondern sollte bekehrt, getauft, angepaßt, auf Kurs gebracht werden für die klassischen Aufgaben. Darüber hinaus bestand keine Verpflichtung und kein Interesse an mir.Vielfalt und andere Meinung wären zu beängstigend. Ich war in mancher Hinsicht zu anders und fremd. Und zu eigenwillig…
ff
“Aber leider sind kaum Frauen auf weiter Flur die da etwas verteidigen würden”
bei uns sagt niemand mehr was…alles wird erduldet.Bundesbürger haben Streik-und Demokultur schlicht vergessen. Insbesondere zum Notstandsthema PFLE GE SCHWEIGEN A L L E !!! Vor allem DIE KANZLERIN!
Geduldet werden seit neoliberaler Bühne die Dumpinglöhne.
Die großen Diskussionsforen – z.B. Kirche, öffentliche Meinngsfreiheit – Basisstimmen, werden abgeschaltet und entfernt . Man fürchtet den “mob”
Die etwas keckeren Moderatoren im Öffentlich-Rechtlichen verschwinen ebenso zugunsten von bestbezahlten Einheitsschlaftabletten.
Da regt sich ein Hermänchen auf über einen strafenden Gott und Sodom und Gomorrha, aber über die wirklichen Skandale (und darüber, dass ihr Gott diese Herrschaften und Polit-Mafiosi nicht abstraft) kein Wort!
@Heidi Reiff
Ich bin viel jünger als Sie. Aber ich gehe mal davon aus, dass ich viel früher als Sie um DIE Sterblichkeit wusste, eingeschlossen meiner eigenen. Also labern Sie mich nicht voll von wegen Tod akzeptieren und so. Ängste habe ich diesbezüglich eher bei anderen. Weil sie mir fehlen würden. Für mich ist mein persönlicher Tod nichts schlimmes. Ich habe viele Ängste durchlitten, bis ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin. Ich bin bald 38. Aber mein Tod könnte schlimm sein für mein Umfeld. Ich möchte auch diesem noch viel geben. Darum möchte ich ja leben. Auch wenn ich so manches Mal wirklich bereit wäre abzutreten. Ich möchte eigentlich nur noch geben. Manchmal will ich dafür aber auch etwas. Träumen. Mit der Ratio bin ich durch.
Heidi Reiff
Das Sterben hingegen birgt so manche Tücke. Vor dem Sterben habe ich grossen Respekt. Das Sterben wird mich zahlen lassen. Ich hoffe, dass zwei Rappen bleiben für meine Augen.
Ich hoffe dies auch für Hugo Stamm und den grossen Horatio. Mein Gott blasen diese Männer sich auf! Am Schluss sind auch sie wieder Erde. Oder Asche. Erde oder Asche. Was bleibt?
@Hugo Stamm
Auf das eingehen, woran ich glaube. Was ich weiss? Auf das eingehen. Eingehen. Sie können aber auch anders sterben. It’s your choice. I die for Kant. Easy. Aber denk in durch. It’s no choice. It’s only your way.
@Leiche: Sie sagen: ““Aber leider sind kaum Frauen auf weiter Flur die da etwas verteidigen würden”
bei uns sagt niemand mehr was…alles wird erduldet.Bundesbürger haben Streik-und Demokultur schlicht vergessen…
…Geduldet werden seit neoliberaler Bühne die Dumpinglöhne.”
Was soll das Gejammer? Gegen wen wollen Sie denn Demo machen? Gegen das dumme Volk, das in den „Geiz ist geil“-Geschäften chinesische Ware einkauft und die Nahrungsmittel bei Aldi und Lidl? Alle wollen alles ganz ganz billig. Und wundern sich dann, dass mit so kleinen Margen keine hohen Löhne mehr bezahlt werden können. Erst wenn wir bereit sind, wieder den reelen Wert eines Qualitätsprodukts zu bezahlen, wird die Spirale sich umkehren. Wir haben eine ganz andere Situation, als sie 1968 herrschte. Heute wird demonstriert, in dem ich bestimme, zu wem ich mein Geld trage. So einfach ist das.
Und ja, heute wird in Brüssel durch nicht gewählte Beamte bestimmt, was in der Bundesrepublik läuft. Das ist Demokratie in Europa. Aber für Demokratie und Freiheit bringt man heutzutage eh kein Schwein mehr auf die Strasse. Die feiern lieber in ‘nem Dicoschuppen ab und dröhnen sich zu.
Richtig: Denk ihn durch.
Bald wird die Welt wieder anbeissen.
Bald wird es wieder richtig spannend.
Schlaft Euch aus für diese Zeit.
Die Welt braucht Frische.
@ mawi
liebe mawi, ich bin keine heilige, keine erleuchtete, keine auserwählte. ich bin eine ganz gewöhnliche frau und erkenne meinergleichen sehr schnell
das ist alles!
du magst nicht mit mir reden. dabei könnten wir beide ganz aufrichtig und offen diskutieren. wir beide glauben an einen gott und dann ist schon eine gemeinsame grundlage vorhanden und ist nicht so, wie wenn ich mit nichtglaubenden diskutiere.
ausgrenzung ist ein thema, das mich mein leben lang verfolgt, begleitet. meine reaktionen auf dich haben immer mit ausgrenzung zu tun. da bin ich sehr empfindlich, gebe ich unumwunden zu!
ich reagiere genauso, wenn jemand aus meiner religion heraus ausgrenzt. aber das bekommst du natürlich nicht mit.
möchtest du gern, dass ich dich bauchpinsle? hätte das einen wert für dich?
du bist eine mutige frau. eine frau, die mit ganzem herzen und ganzem verstand glaubt. davor habe ich grossen respekt. die von dir erkannte wahrheit möchtest du mit anderen teilen und sie teilnehmen lassen an der erlösung. es ist dir nicht gleichgültig, dass so viele im dunkeln tappen. du bist redlich und setzt dich hier aus, mit allem was du glaubst. ich lese viel liebe in deinen zeilen. eine leidende liebe. man kann sich auf dich verlassen. die sehnsucht nach jeshua ist überwältigend…quillt über! sein licht hat dich berührt.
so sehe ich dich. unter anderem. vielleicht zu unrecht und ganz sicher unvollkommen.
möchtest du mit mir diskutieren? so von glaubende zu glaubende? ohne verse, ohne psalmen?
aysha