Schweiz

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hugostamm am Mittwoch den 14. Juli 2010

Erleuchtung im Schnellverfahren

Die Esoterik ist ein Teich voll Plastikwörter. Jede spirituell interessierte Person kann beliebig darin fischen und jene Begriffe herausziehen, die ihr gerade am besten hilft, die Welt in ein pastellenes Licht zu tauchen. Noch besser: Jeder und jede kann die schwammigen Begriffe beliebig mit eigenen Inhalten füllen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Dieses Spiel der Illusionen und Selbsttäuschungen kann täglich neu veranstaltet werden. Je nach Laune und Bedürfnis fischt man andere Ingredienzien aus dem übersinnlichen Biotop.

Nehmen wir den Begriff „erleuchtet“. Vor der Zeit des Esoterikbooms war jemand in unseren Breitengraden erleuchtet, der eine überraschende neue Erkenntnis machte, oder dem ein „Licht aufgegangen“ ist. Das konnten auch banale Dinge des Alltags betreffen.

Seit sich die esoterischen Ideen und Konzepte in unser Alltagsbewusstsein geschlichen haben, findet eine schleichende Neudefinierung statt. Oder besser: Der Begriff wurde allmählich umdefiniert. Er gewann zunehmend an Bedeutung, und diese Bedeutung wurde schwer und schwerer. Heute gehört er zu den Schlüsselwörtern der spirituellen Sucher, die danach streben.

Was bedeutet eigentlich Erleuchtung? So genau weiss das niemand. Das ist auch ganz praktisch. So kann jeder und jede jene Sehnsüchte und Fantasien in den Begriff projizieren, die ihm am attraktivsten und nützlichsten erscheinen. Eine Grenze nach oben gibt es nicht.

Im weitesten Sinn ist die Erleuchtung eine spirituelle oder religiöse Erfahrung, die die Grenzen der sinnlich erfahrbaren Phänomene überschreitet. Wer sich erleuchtet fühlt, glaubt im Besitz des höheren Bewusstseins zu sein.

Erleuchtung hat je nach Kultur und Heilslehre eine andere Bedeutung. Im Buddhismus und anderen fernöstlichen Heilsvorstellungen spielt der Begriff seit je eine zentrale Rolle. Erleuchtung erlangt man vor allem durch geistige Versenkung, Meditation und Entsagung: Wer die innere Leere erreicht und sich von irdischen Gebundenheiten löst, über den kommt die Erleuchtung angeblich wie ein Flash. Da sie sich nicht steuern lässt, wird sie oft als göttliche Gnade verstanden.

In der Esoterik ist alles viel handfester. Und westlich effizient. Den weltlichen Bedürfnissen zu entsagen ist nicht unser Ding. Wir wollen Luxus und Erleuchtung gleichzeitig. Und wir wollen wissen, wie sich die Erleuchtung anfühlt, welche Effekte damit verbunden sind.

Deshalb gibt es Kurse, in denen ich den Prozess zur Erleuchtung beschleunigen kann. Das kostet zwar einige tausend Franken, verspricht aber eine Abkürzung des Weges. (Schliesslich fehlt uns die Zeit für jahrelange Versenkung.) Und die spirituellen Meister oder Gurus benennen das Ziel präzis wie bei einem Managerkurs: Bilokation, Telepathie, Telekinese, Transformation, Lichtnahung, höheres Bewusstsein, Hellsichtigkeit, geheimes Wissen usw.

Das sind alles schwammige Phänomene, die weder klar definiert werden können, geschweige denn nachgewiesen. Dabei erliegen viele Allmachtsfantasien. Sie glauben, als Erleuchtete in göttlichen Frequenzen zu schwingen und Teil der geistigen, kosmischen Instanz zu werden. Im Extremfall führt dies zur Selbstvergottung. Und damit zur Entfremdung von der Alltagsrealität, zu Wahrnehmungsverschiebungen und Realitätsverlust. Schöne neue Welt.

1.216 Kommentare zu „Erleuchtung im Schnellverfahren“

  1. Weil du es bist sagt:

    worM: 26.07.2010 um 20:48

    “… gibt es DAS Bewusstsein gar nicht. Vielmehr scheint eines Menschen Bewusstsein ein Sammelbegriff zu sein für dessen mentalen Zustände.”

    Ich meinte, nirgends von DEM Bewusstsein geschrieben zu haben sondern nur von Bewusstsein. In diesem unbestimmten Sinne kann man sagen, ich habe ein Bewusstsein von etwas oder ich bin mir bewusst, dass etwas ist, oder einfach: ich weiss um etwas. Aber auch etwa wenn ich sage, ich bin ganz und gar bei der Sache, ich bin ganz da, zB wenn ich ein Buch lese, bin ich ganz in dieser Erzählung oder mein Bewusstsein konzentriert sich ganz und gar auf diese Erzählung und lässt alles andere ausser diesem Buch ausser acht. Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und auch Sorge um jemanden oder etwas, all dies besagt doch nur, dass mein Bewusstsein ganz dort bei dem Ding oder bei dem Menschen ist. Bewusst sein heisst daher nichts anderes als in einer Sache oder in einem Gefühl sein, ganz und gar darin aufgehen. Doch bei allen diesen möglichen Weisen von Bewusstsein ist es doch immer das ich, worauf sich alles bezieht, denn ohne dieses ich käme kein Bewusstsein zustande, oder würde gleich wieder vergessen. “Selbstvergessen” wandere ich durch eine Stadt und irgend etwas holt mich dann zurück, zu mir, Bewusstsein kann sich verlieren, ja man selbst weiss dann nicht mehr, wo man eigentlich war, worum es eigentlich ging. Alles Bewusstsein bündelt sich schliesslich durch das Ich, und alles Bewusstsein kann überall sein. Nur schon die Schwierigkeit, jederzeit, in jedem Moment bewusst zu sein. Für gewöhnlich sind wir nicht immer bewusst, oftmals sind wir vergessen oder verloren, bis uns das Bewusstsein wieder zurückholt.

    Bewusst sein ist daher für mich nicht irgend ein Ding, das sich an mir als einem Organismus verorten lässt, Bewusst sein vermag sogar dem Vogel in der Luft nachzufliegen, dem Fisch im Wasser es gleich zu tun, ja wie ein Vogel, wie ein Fisch, wie ein grässlich verletzter Mensch zu sein. Bewusst sein bedeutet auch sich in jedes beliebige heinzuversetzen, es zu sein und doch nicht. Viele Träume sind so, und dann erwache ich und erst in dieser Wachheit wird mir bewusst, dass das alles nicht so ist, sondern anders, dass jener Mensch, von dem ich träumte, nicht mehr ist, aber im Traum selbst weiss ich, dass er ist, weiss ich um ihn, bin mir seiner bewusst.

    Und bei alle dem sucht man dann einen Ort, wo denn das Bewusstsein sei. Das Bewusstsein ist überall, vielleicht nicht gleichzeitig aber es kann überall sein, selbst. Bewusstsein heisst ein Wissen um ein Sein, eine Gewissheit, dass etwas ist, zb dass ich bin, dass ich hier schreibe, dass ich hier etwas wild und ungeordnet zu schreiben versuche, wo überall Bewusstsein ist. Gehören die Dinge, die Menschen, die mir bewusst sind, um die ich weiss, nicht auch zum Bewusstsein? Setzt sich Bewusstsein nicht immer schon über alles Material feststellbare hinweg? Ist Bewusstsein überhaupt etwas Reales? – Wäre mein Bewusstsein jedenfalls in meinem Gehirn eingekerkert, wie könnte ich je von irgend etwas berührt werden? – Ist das Bewusstsein nicht vielmehr draussen, ausser mir und meinem Körper? Aber ich bin mir auch meines Körpers bewusst, dem Zwicken dort, dem Jucken hier, usf.

    “Ohne unser Grosshirn gibt es nun mal einfach kein (menschliches) Bewusstsein”

    Sicherlich muss es einen Erzeuger geben, der einen bewusst sein lässt, Bewusstsein hat man nicht von anbeginn des Lebens, bewusstsein entsteht allmählich, sehr langsam, Bewusstsein wächst mit den Erfahrungen, die es mit den Dingen und Menschen macht, dennoch kann Bewusstsein nicht als etwas Physiologisches festgestellt werden, eher noch ist es ein spezifisches Verhalten von uns Menschen, uns die Dinge bewusst werden zu lassen. Und so entsteht allmählich ein ganz eigenartiger aber doch eigener “Raum” des Bewusstseins, den wir Geist nennen oder Seele, und von diesem Raum her verstehen wir die Welt, wird Welt bewusst. Und manche schreiben sich ihre Welt von der Seele, schreiben ihr Bewusstsein auf Papier und Leser erfahren später von dem Bewusstsein, von dem in dem Geschriebenen erzählt wird, sodass man sicher sagen kann, jedes Buch ist ein Bewusstsein eines Menschen, das sich in Schrift oder Bild oder Musik ausgedrückt hat. Was ist ein Bewusstsein ohne diesen Ausdruck? Suchen wir nicht schon immer die Zeichen im Anderen, dadurch wir sein Bewusstsein kennen lernen? Im Gespräch, im Geschriebenen, in jedem erdenklichen Ausdruck von Bewusstsein? Gibt es überhaupt ein Bewusstsein ohne Ausdruck? Ohne Berührung, ohne Begreifen? Das Gehirn ist höchstens eine notwendige Vorraussetzung für Bewusstsein, aber was ist ein Bewusstsein, das sich nichts bewusst ist? Gehört nicht auch dasjenige, das einem bewusst wird, zum Bewusstsein? Was wäre ein leeres Bewusstsein anderes als eben kein Bewusstsein? – Trotz Grosshirnrinde? Das neurobiologische Fundament ist nur der Anfang des Gebäudes mit den tausend Zimmern, Sälen und Türmchen, heimlichen Verstecken, Kellergeschossen, verlassene, verwinkelte Ecken, die kaum noch einer findet.

    Bewusstsein erzeugt sich aus Erfahrung, Erleben, durch Ereignen, Durchmachen, Standhalten, Fliehen, das Gehirn ist nur der Plan, die reine blosse Möglichkeit, aber Bewusstsein ist Verwirklichung von Welt. In ihm allein ereignet sich Welt, Wissenschaft, Religion, Architektur, Poesie, Musik. Was wäre Bewusstsein ohne dieses alles? – Was bliebe, wäre bloss organisches Material, das sich gar nichts bewusst wäre, um gar nichts wüsste, nicht einmal um es selbst.

    “Felix, ich weiss nicht so recht, auf was Sie hinauswollen. Vielleicht auf die These der Nicht-Lokalität von Bewusstsein oder auf einen monistischen Idealismus, dass alles geistiger Natur ist und Materie nur Ausdruck des Geistigen?”

    Worauf ich hinauswill, ist zu zeigen, dass Bewusstsein kein empirisch erforschbares Objekt sein kann, und nur durch schöpferischen Ausdruck zu sich selbst kommen kann. Das Wissen ist die schöpferische Quelle des Seins und mit jeder Erfahrung verdichtet sich und konkretisiert sich das, was man so gemeinhin Bewusstsein nennt, Vergegenwärtigung dessen, was uns an Gegenwart ereignet.

    Das ist jetzt ziemlich frei und ohne jede Kontrolle geschrieben, ein Auswurf mehr, den man in den Kübel werfen kann, aber das ist jetzt nicht das Wesentliche. Bewusstsein verdankt sich allein der Gabe des unendlich mannigfaltigen Anwesens. Bewusstsein ist so das Vermögen des auf sich zu kommen Lassens und Verwahrens von – Sein, daher ist Bewusstsein die dichtend-dichterische Vereinbarung zwischen Gewissen, Ereignis und Gedächtnis.

    Aber wer sein Wort aus eignem zu erschaffen sucht, dem wird nur Spott entgegengebracht, in irgend welche Schubladen verpackt und schnellst möglich zerschreddert, man verschenkt sein bewusstes Sein, sein Heiligtum der Existenz vielmehr der alles auflösenden Technologie der unerbittlich erzwingenen Festgestelltheit und treibt alles Fragen und Wundern in die Enge der allesdurchwaltenden, allesbeherrschenden Machenschaft der letztlich alles zersetzenden Wissenschaft.

    Ich danke Ihnen, dass Sie mich zu dieser Zumutung provoziert haben. Aber Sie wollten ja wissen, in welches Schubfach Sie mich stecken können. Suchen Sie getrost unter S und entsorgen Sie meinen Wahn unter dem Stichwort “Spinner”.

  2. Anna sagt:

    @ Spongebob, Spongebob !

    Mensch Schwammkopf, endlich ! !

    “Leider hat es keine spongebob handy socken mehr gehabt im Interdiscount.”

    Ja, ich war von den Spongebob Handy Socken so begeistert, dass ich alle Bestände aufgekauft und nach Brasilien geschmuggelt habe. Sorry lieber Spongebob ! ! !

    Die rosa Krake ist vermutlich eine gemeinsame Verwandte von Thadäus Tentakel und Hello Kitty, wer weiss.

  3. Moria sagt:

    Weil’s unser Philosoph ist:
    Cc worM
    Hallo F…ilosoph > alles andere als Entsorgung Deines Beitrages – im Gegenteil > hoch interessante Aspekte und sehr lesenswert, danke.
    Trotz Deinen zahlreichen aufgegriffenen, vielschichtigen , interessant geschilderten und komplexen Anschauungs-Punkten scheint es mir, dass es sich schlussendlich nur um eine einzige Frage handelt, die Dich und worM (sowie mich selbst…..) unterscheidet: Ist ein vom Hirn unabhängiges Bewusstsein überhaupt und prinzipiell möglich?
    Darauf meinst Du als ‘bewusst’ spirituell fühlender/denkender Mensch: ja – und die der Naturwissenschaft nahe stehenden: nein!
    Geht es letztendlich nicht NUR um diese eine Frage? Dazu nochmals meine Meinung – für mich ist das menschliche Bewusstsein > welches auch immer > ausschliesslich und für alle Zeiten (selbst oder vorallem (!) nach dem Tod….) an ein normal funktionierendes Grosshirn gebunden! Es ist und bleibt ein/das ‘Neben’produkt des menschlichen Hirns.
    Dazu der Philosoph Rüdiger Safranski: „Die Gedanken (das Bewusstsein) verhalten sich zum Gehirn wie die Galle zur Leber und der Urin zur Niere.“

  4. spirea ulmaria sagt:

    Interessehalber Fragender

    Bezüglich Dualismus: Bewusstsein als emergentes Phänomen des Gehirns verstanden erschaft in meinen Augen keinen neuen Dualismus. Emergenz beschreibt dabei ein Phänomen eines Systems welches sich beobachten lässt, sich aber nicht aus darunterliegenden Organisationsebenen ableiten lässt. Emergente Phänomen sind auch immer Massenphänomene. Als Analogie dazu dient mir das Beispiel des Wassers: Ein H20 Molekül hat viele Eigenschaften, sicher aber ist es nicht flüssig. Erst wenn genügend Moleküle H2O da sind lässt sich eventuell die Eigenschaft “flüssig” beobachten, ein Massenphänomen.
    Betrachtet man eine Menschen könnte man ihn in folgenden Organisationsebenen einteilen: Organsysteme, Organe, Gewebe, Zellen, Zellorganellen, Moleküle,Atome. Jeder dieser Organisationsebenen enthält Eigenschaften die sich nicht vollständig aus den Eigenschaften der darunter liegenden Ebene erkären lassen z.B. könnte ich alles über Atome wissen (Teilchenphysik), hätte jedoch Probleme daraus die Eigenschaften und das Verhalten von Molekülen (z.B. Biochemie) abzuleiten. Auf jeder Organisationsebene sind somit emergente Phänomene zu erwarten. Die Biologie, Physik, Soziologie etc. sind durchsetzt mit solchen Phänomenen und dies sollte uns zu denken geben. Zerlege ich in der Forschung zum besseren Verständniss Systeme in Subsysteme und betrachte diese muss mir eines immer bewusst sein: Ich verliere die emergenten Phänomene der übergeordneten Systeme und mein Erkenntnisgewinn wird bei einem solchen Vorgehen immer beschränkt sein.
    Ergo: Ein Phänomen wie das Bewusstsein wird sich nie vollständig herleiten/erklären lassen und trotzdem kann man Teile davon auf der Ebene des Phänomens beschreiben. Worin da ein neuer Dualismus enthalten sein soll ist mir persönlich nicht klar.

  5. hm sagt:

    Die Beiträge von Felix: 24.07.2010 um 20:46 und Felix: 25.07.2010 um 01:16 habe ich mal abgespeichert. Effektiv denke ich auch, dass die Beantwortung der Frage, was Bewusstsein sei, ins gleiche Patt führt, wie die Frage nach der Selbsterkenntnis (dabei meine ich nicht die kritische Reflexion dem eigenen Tun gegenüber). Wenn „das Bewusstsein unmittelbar nur uns selber zugänglich ist, sodass der unmittelbare Zugang zum Bewusstsein nur aufgrund der Ich-Perspektive stattfinden kann.“, so gilt dies ebenfalls in Bezug auf einen Vorgang wie denjenigen der Selbsterkenntnis, der sich ja auf die erkennende Person selbst zurückwendet. Dabei kann eine „Drittmeinung“ die erkennende oder erkennen wollende Person nur vor der Erkenntnis einer selbst abhalten, da sie ja die Unmittelbarkeit des Vorgangs unterbricht. Ähnlich halten uns objektive Erklärungsansätze über das Bewusstsein vor der Erfahrung dessen, was es eben ist, mehr davon ab, als sie uns dazu führen.
    Dies natürlich von der Frage ausgehend, was so einen Begriff wie „Bewusstsein“ zu verstehen heisst, nicht aber ausgehend von der Frage, was es dazu denn für Erklärungsansätze gibt. Dazu reicht auch ein Blick ins Wiki völlig aus:
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Aspekte_der_Erkenntnis.jpg&filetimestamp=20051020080203
    Aber was bleibt dann?

  6. worM sagt:

    Felix: Aber auch etwa wenn ich sage, ich bin ganz und gar bei der Sache, ich bin ganz da, zB wenn ich ein Buch lese, bin ich ganz in dieser Erzählung oder mein Bewusstsein konzentriert sich ganz und gar auf diese Erzählung und lässt alles andere ausser diesem Buch ausser acht. Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und auch Sorge um jemanden oder etwas, all dies besagt doch nur, dass mein Bewusstsein ganz dort bei dem Ding oder bei dem Menschen ist.

    Ich scheine jetzt, wenigstens teilweise, zu verstehen, worauf Sie hinauswollen: Auf die ‘physikalische Nichtverortbarkeit’ der Gedanken. Ich kann in Gedanken überall sein. Ich kann als Astronaut die tausende Kilometer langen Mariner-Täler auf dem Mars abmarschieren oder so vertieft in eine Lektüre sein, dass alles rund um mich herum entschwindet und ich selber zum Helden werde, der eigentlich von jemand anderem, nämlich vom Schriftsteller, erdacht worden ist und zu Papier gebracht wurde. In einem viel stärkeren Mass gilt dieses Hineintauchen in eine andere Wirklichkeit während eines Traumes, wo ich im fiktiven Geschehen regelrecht gefangen bin und nicht in die Alltagswirklichkeit zurück kann – wenigstens solange der Traum anhält. Diese dem Menschen vorbehaltene natürliche Fähigkeiten des in Gedanken und Träumen woanders zu sein, ist auch für mich höchst erstaunlich und wundersam. Ich frage mich, ob diese Fähigkeit nur uns Menschen gegeben ist, oder ob die höher entwickelten Säugetiere und allenfalls einige Vogelarten in geringerem Mass auch darüber verfügen.

    Diese Tatsache des sich auf spielerischer Art gedanklich Hineinsetzenkönnens in andere Personen, andere Gegebenheiten, Zeiten und Umstände ist mit der Menschwerdung entstanden und setzt voraus, dass ein Mensch eingebettet ist in eine Lebensgeschichte, dass er in Gemeinschaft mit anderen Menschen aufgewachsen ist, dass er ein Minimum an Geschichte oder Geschichten mitbekommen hat und nicht zuletzt, dass er vertraut ist mit Sprache und Kulturhandlungen, bzw. dass er zumindest die Symbolik dahinter erfassen kann und zur Abstraktion fähig ist.

    Felix: Worauf ich hinauswill, ist zu zeigen, dass Bewusstsein kein empirisch erforschbares Objekt sein kann, und nur durch schöpferischen Ausdruck zu sich selbst kommen kann.

    Da scheiden sich unsere Geister. Durchaus bin ich der Meinung, dass Bewusstsein (als Prozess, nicht Objekt verstanden) empirisch erforschbar ist, die Frage ist nur, ob es grossen Sinn macht, wem es nützt und ob die Forschung einen Erkenntnisgewinn daraus ziehen kann, welcher der Menschheit als ganzes positiv zugute kommt oder ob die gewonnenen Erkenntisse wie so vieles schon missbraucht und für Kriegszwecke profaniert wird.

    Felix: Bewusstsein erzeugt sich aus Erfahrung, Erleben, durch Ereignen, Durchmachen, Standhalten, Fliehen, das Gehirn ist nur der Plan, die reine blosse Möglichkeit, aber Bewusstsein ist Verwirklichung von Welt. In ihm allein ereignet sich Welt, Wissenschaft, Religion, Architektur, Poesie, Musik. Was wäre Bewusstsein ohne dieses alles? – Was bliebe, wäre bloss organisches Material, das sich gar nichts bewusst wäre, um gar nichts wüsste, nicht einmal um es selbst.

    Einverstanden! Bewusstsein ist also verwirklichte Möglichkeit. Es ist aber m.E. nunmal das Gehirn, das aus diesen Möglichkeiten schöpft und eine oder viele der Möglichkeiten zur Wirklichkeit selektiert. Es sind die uns nicht bewussten Prozesse in unserem Kopf, die unablässig Möglichkeiten berechnen und die besten davon ins Bewusstein schwemmen. Wenn wir etwas wollen wissen wir oft nicht, wieso wir es wollen, wir können es aber nicht einfach “nicht wollen”, weil unser Gehirn in einem sehr komplexen Prozess schon vorentschieden hat.

    Felix: Bewusstsein verdankt sich allein der Gabe des unendlich mannigfaltigen Anwesens.

    (???) Was meinen Sie mit “Anwesen”? Dasein?

    Felix: Doch bei allen diesen möglichen Weisen von Bewusstsein ist es doch immer das ich, worauf sich alles bezieht, denn ohne dieses ich käme kein Bewusstsein zustande, oder würde gleich wieder vergessen

    Ein Neuroforscher würde ihnen hier wohl widersprechen: Aus diesem vermeintlich konstaten Ich kann schnell ein schwammig, löcheriges “Ding” werden und trotzdem geht das Bewusstsein nicht weg und Erinnerungen können bleiben. Lesen Sie doch dazu mal das tragisch-amüsante Buch “Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte” von Oliver Sacks

    Felix: Ich danke Ihnen, dass Sie mich zu dieser Zumutung provoziert haben. Aber Sie wollten ja wissen, in welches Schubfach Sie mich stecken können.

    Falls ich Sie in einem Schubfach entsorgte, müsste das ein sehr grosses Fach sein, das im Handel bislang noch nicht erhältlich ist. Zerstückelt und zerschreddert und in kleine Schubladen abgefüllt und aufeinandergestapelt reichten bei Ihnen die Fächer wohl bis zum Mond oder auch darüber hinaus. ;-)

    Life is a mystery, everyone must stand alone. Madonna

  7. Moria sagt:

    worM
    just thanks…..! However that mystery called life is not a puzzle to be solved alone, it is a mystery to be lived.

  8. Krake Paul sagt:

    @ OLIVE

    Ich habe dir geschrieben:
    “Ich habe wiederholte Male feststellen müssen, dass ihr nicht in der Lage seid oder sein wollt, Texte als Ganzes zu begreifen.
    Immer irgendwo schneidet ihr ein Stück heraus und verbiegt es nach eurem Gousto.
    Das widerspricht entschieden der wissenschaftlichen Haltung, welche ihr vorgebt hier zu vertreten.”

    Und umgehend machst du dich daran, einen weiteren Beweis für diese Feststellung zu liefern:

    “Ihre Wahrnehmung ist tatsächlich sehr umfassend ( und da sind sie beileibe nicht der einzige ):Die Wissenschaftler machen’s falsch, sind kalt und herz/gefühl/geistlos , besser, es gäbe sie gar nicht und trotzdem kann man ihnen den Vorwurf machen, dass sie nicht perfekt sind und schon alles wissen und ein für alle Mal alles richtig machen.”

    Oder
    wo bitteschön habe ich das geschrieben ?

    Für mich sind die Wissenschaftler keine uniforme Masse, wie ich schon einmal erwähnt habe.

  9. Krake Paul sagt:

    @ Edi

    Du machst ein fürchterliches Durcheinander.
    Und deine Behauptung :
    “ist eine unverschämte Beleidigung für die Mehrzahl der Mediziner, Psychologen und Psychiater, die sich bemühen, trotz Zeitdruck den Patienten als Individuum zu sehen und zu behandeln.”
    Zeugt von einer rührenden Naivität.
    Es gibt tatsächlich solche Therapeuten, doch sind sie in der Minderheit.
    ( Nein Olive, lies ganz genau, was ich geschrieben habe. )

    Auch hier gilt, die Meisten sind sich selbst am nächsten.
    Und gerade denjenigen Therapeuten, welchen die Patienten völlig am Arsch vorbei gehen wird der grösste Goodwill hineinfantasiert.

    In Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen wird Polio viel weniger angetroffen als in sogenannt zivilisierten.
    Was zur Vermutung geführt hat, dass eben die Hygiene die Polio begünstigt.
    Insofern ein gutes Beispiel von dir dafür, dass die Medizin auch unmittelbar schlechtes begünstigt.
    Malaria ist ein weiteres schönes Beispiel dafür, wie unter dem Einfluss von Chemotherapie nicht nur Menschen geheilt, sondern gleichzeitig viel gefährlichere Erreger hernagezüchtet werden, welche sich der Therapie entziehen.
    “Derzeit scheint ein weiteres Zurückdrängen dieser Erkrankung nicht möglich, da die Resitenz der Anophelesmücke gegen Insektizide und des Erregers gegen Chemotherapeutika STARK zunimmt.”
    Wie in der Fachliteratur zu lesen ist.
    Das Durchschnittsalter ist in unseren Breitengraden zwar sehr angestiegen.
    Wie du ja sicher selber weisst, stehen tiefe Durchschnittsalter in engem Zusammenhang mit einer hohen Kindersteblichkeit.
    Langfristig wird diese Errungenschaft, die Erhöhung des Durchschnittsalters, welche der Ueberbevölkerung dienlich ist, der Menschheit als Ganzes mehr schaden als nützen. Weil die Mehrheit der Menschheit unvernünftig ist.

    Und was die Transplantationsmedizin anbelangt, das ist eine Medizin, welche sich nur eine grosse Minderheit der Weltbevölkerung leisten kann.

  10. Krake Paul sagt:

    @ St

    “Ansonsten ist es da drin stockfinster auch bei Tage!”
    Lol, sehr gut erkannt.
    Eine Erkenntnis, welche Platon vielleicht dazu bewegen hätte können, sein Höhlengleichnis zu aktualisieren.

    Das Schattenreich projeziert sich in die dunkle Höhle des Gehirns und nicht ausserhalb davon.

    http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hlengleichnis

  11. Krake Paul sagt:

    @ Würmchen

    Das Hundeli träumt.
    Manchmal zeigt er emotionale Reaktionen im Schlaf wie Knurren.
    Ich habe ihn auch schon wecken müssen, weil er während des Schlafes in grosser Rage war.

  12. tatsächlich sagt:

    Eva Herman war im Zuge der Elterngelddiskussion zeitweilig das Flaggschiff der DEA (SEA), der Kirche neben der Kirche.
    Auffällig ist, dass in diesem Umfeld nun weder zu Duisburg noch zum erneuten Ausrutscher von EH kaum Stellungnahmen auf den Seiten (der verkündenden Privatsender, der Schnittstellen katholisch Konservativer, Bibelschulen, Esoteriker, Charismatiker, Opus Deis usw.) zu lesen sind.

    Allerdings aufschlußreiche Kommentare bei

    http://www.evangelisch.de/themen/medien/eva-herman-und-die-rechten-ufologen21070

  13. tatsächlich - sorry sagt:

    im falschen Forum

  14. Olive sagt:

    @Krake Paul:
    28.07.2010 um 05:58

    Natürlich haben Sie das nicht so geschrieben, ich habe eine sinngemässe Zusammenfassung von Ihren Aussagen gemacht.

    Woher nehmen Sie Aussagen wie diese:

    “Es gibt tatsächlich solche Therapeuten, doch sind sie in der Minderheit.”

    Wenn ich so aus der Bodenperspektive , aus der Praxis an meinem gegenwärtigen und dem letzten Arbeitsplatz spreche, dann stimmt das ganz einfach nicht. Die schlechten sind in der Minderheit.

    Ansonsten gilt für Wissenschaftler selbstverständliche das gleiche wie für alle Menschen, es gibt solche und solche.

  15. Q sagt:

    @Bamberger und alle die es hören wollen:

    Jesus im Matthäusevangelium:
    „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ (Mt 10,34-39)

    Jesus im Markusevangelium:

    „Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dich dein Fuss zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füssen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiss es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.“ (Mk 9,43-48)

    Von all Ihren Bibelzitaten von gestern, habe ich diese beiden ausgewählt, als exemplarische Beispiele, welche ich gerne kurz erklären möchte:

    Im ersten Zitat von Matthäus spricht Jesus darüber, dass das ewige Leben nicht davon abhängt, ob einer es mit der Welt gut kann, sondern ob er es mit Gott gut kann. Dies bedeutet, dass sich ein spiritueller Mensch als solcher, Gott mehr verpflichtet fühlen sollte, als dem Wesen dieser Welt (du kannst nicht zweier Herren dienen), welche ein verdorbenes Wesen ist (korrupt, boshaft, eitel und selbstgefällig).

    Im Zitat von Markus ist diese Angelegenheit einfach noch etwas krasser formuliert. Es besagt, dass der Himmel ewig ist und der ewige Geist nie vergeht. Der weltliche Geist aber, der für den Himmel nicht taugt wird in die Hölle geworden. Nun muss man aber wissen, dass das Höllenfeuer zwar ewig brennt, nicht aber der Geist derer, welche hinein gelangen. Ihre Qual endet, sobald sie ihre Vergehen in bewusster Weise erkannt und entsprechend gesühnt haben. Was aber könnte es faireres geben, denn auch in der Welt da draussen heisst es doch: jedem nach seinem Fleiss und seinem Bemühen und wer nicht dem Gesetz folgt, der wird ins Gefängnis geworfen. Nun, Gott richtet die Welt, wonach sich die Welt gerichtet hat.

    Und Bamberger, ganz ehrlich, Sie sind ein echter Ignorant, Sie wissen so viel und machen so wenig daraus, und warum? Weil Sie, ob ihrer fanatischen Aufklärungsrolle vergessen habe, ein wenig Aufklärung im eigenen Geist zu betreiben.

    Und eines darf ich Ihnen versichern lieber Bamberger. Ich persönlich, habe fast zwanzig Jahre lang gezweifelt, habe gehadert und geflucht, habe Argumente hin und her und beiseite geschoben, aber niemals, bin ich blindling in eine Richtung gerannt, so wie Sie. Statt dessen habe ich versucht, Alles von all seinen verschiedensten Seiten her zu betrachten, was Sie gewiss nicht tun, weil Sie sonst Alles einfach ein wenig besser verstehen und deuten könnten.

    Darüber hinaus muss man einfach wissen, dass die Bibel unzählige Autoren hat und alle waren sie, ihrer Zeit entsprechend, recht fundamentalistisch oder haben eine bisweilen etwas blumige Sprache verwendet. Was aber ändert dies daran, dass es nur EINEN Gott gibt, dass Jesus den Menschen einen Weg zu diesem Gott gewiesen hat und dass dieser Gott ein gerechter Gott ist, denn er richtet uns exakt nach unseren Verdiensten (die begangenen guten Tagen) und unseren Unterlassungen (die nicht begangenen guten Taten) und weniger nach unseren menschlichen Schwächen. Die fallen gar nicht so ins Gewicht.

    Vor allem aber möchte Gott, dass wir in SEIN Reich gelangen. Sie lieber Bamberger ziehen es vor, aussen vor zu bleiben. Also ich habe kein Problem damit und Gott auch nicht, aber, hören Sie bite damit auf, Zitate zu verwenden, die Sie weder verstehen noch verstehen möchten, denn damit öffnen Sie sich das Tor zur Hölle, im eigenen Geist.

  16. St sagt:

    Ich las einmal diese Annäherung an die Ursache der Ursachen:

    Der WAHRE GOTTGÖTTIN, SIEER oder ES, auch der ewige INVORMATOR, richte sich nicht nach der Mensch geschaffenen
    Gottheiten in Mythos und Religion, die immer sehr menschlich und daher dual polar sind, weil irgendwie seit Äonen der Zeit, Kräfte am Werk sind, die die Menschen schon immer klein, schuldig und voller Scham haben wollten.

    ERSIE verkünde, und richte sich nicht nach irdisch Mensch organisierten Hierarchien und Vorstellungen.ERSIE ist kein Bittsteller.
    Es geschiet einfach!
    Was nur ist die Rolle der Wissenschaft in Zukunft?
    Mein Gefühl sagt mir, dass jene mehr und mehr Beweise liefern wird, um den Fanatismus (Hitze) in den Glaubensorganisationen und die eigene “Kälte” zu beruhigen, um na ja Frieden und Entspannung möglich zu machen.

    Die Religionen haben ja schon viel an Kraft verloren, viele spüren förmlich, dass ma sie mit Geschichten und Vorstellungen von “Drüben” abspeiste.
    Das wohl fieseste Beispiel liefert der Totenschlaf, bis zu einem jüngsten Gericht, in den Gräbern!
    Was da alles verzerrt wurde und dann so vermehrt wurde!
    Während jene nur herrschen wollen, gestorben sind sie nicht und sie leben heute noch, sie brauchen die Angst, sonst fliegt die Tarnung zu früh auf.
    Dass sie auffliegt ist der Verdienst der Wissenschaften, aber gleichzeitig wird eben mit grossem technischen Aufwand weiter bewusst
    verheimlicht.Geworben und ausgeschieden.
    Ein Himmel und Hölle elektromagnetischer befreiender und gleichzeitig versklavender Materialismus kanns wohl auch nicht sein, so nicht.
    Wie wird es sein/werden? Es lohnt sich für diese spannende Frage hier zu sein!
    Möglicherweise sind wir deswegen hier an diesem Ort.
    Wünsche allen einen schönen Tag!
    in diesem Wandel.

  17. Interessehalber Fragender sagt:

    spirea ulmaria:
    27.07.2010 um 13:30
    Interessehalber Fragender

    “Bezüglich Dualismus: Bewusstsein als emergentes Phänomen des Gehirns verstanden erschaft in meinen Augen keinen neuen Dualismus.”

    1. Prämisse: der Materialismus ist wahr. Also muss das Bewusstsein ein materielles Phänomen sein.

    2. Prämisse: jede bisherige reduktionistische Position verfehlt das Ziel, Bewusstsein als ein materielles Phänomen zu beschreiben.

    Definition: Ein Phänomen wird genau dann als „emergent“ bezeichnet, wenn es auf der Makroebene eines Systems erscheint, jedoch nicht auf der Mikroebene der Systemkomponenten.

    3. Prämisse: Bewusstsein muss als emergent bezeichnet werden, da es auf der mentalen Makroebene zwar erscheint, sich jedoch nicht aufgrund einer Menge einzelner neurologischer Prozesse erklären lässt und sich Bewusstsein nicht auf eine neurophysiologische Mikroebene reduzieren lässt.

    Konsequenz: Entweder ist Irreduzibilität eines Phänomens innerhalb einer Theorie des Materialismus unverständlich bzw unmöglich oder aber aus der Irreduzibilität des emergenten Phänomens Bewusstsein folgt notwendig eine Revision der 1. Prämisse, sodass aufgrund der Emergenz nicht mehr von einer monistischen Theorie des Materialismus ausgegangen werden kann sondern nur eine dualistische Theorie die Probleme, die durch Emergenz und Irreduzibilität entstehen, lösen kann.

    Schluss: Hängen die Begriffe Emergenz und Irreduzibilität dem Bewusstsein notwendig an, muss eine dualistische Theorie vorausgesetzt werden, die den Ebenen des Mentalen und des Neurophysiologischen einen je eigenen Seinsbereich zuspricht, wobei einzuschränken ist, dass die mentale “Makro”ebene in Abhängigkeit steht zur neurophysiologischen “Mikro”ebene.

  18. Dobra sagt:

    @Interessehalber Fragender
    Ich hege einen Verdacht. So wie sie hier argumentieren, das erinnert mich an etwas:
    Die Berufung auf die “nicht reduzierbare Komplexität” ist ein kreationistisches Argument und hält einer wissenschafltichen Überprüfung nicht stand. Ihr Wunsch, Bewussstein als zwingend dualistisch herzuleiten ist weder schlüssig noch legitim und ihre Prämissen sind tendenziös.
    Systemisch betrachtet behinhaltet Bewussstein Eigenschaften, die sich auf physischer, auf biologischer (biochemisch) und auf biopsychischer Ebene abspielen. Dies ist evolutionär gewachsen und kann auch in einfachen Formen bei anderen Lebewesen festgestellt werden. Etwas vereinfacht und provokativ gesagt: So wie halbe Flügel (Besseres hüpfen und etwas schwaddern in der Luft) halbe Augen (Konturen erkennen) gibt es auch halbes Bewusstsein. Es ist im Rahmen der evolutionären Entwicklungsgeschichte gewachsen und somit sehr wohl reduzierbar.
    Falls sie sich dem kreationistischem Gedankengut nicht angehörig fühlen, dann habe ich sie missverstanden, bzw. dann scheinen sie sich missverständlich auszudrücken. So oder so, ihr beharrlicher Versuch, Bewussstsein mit naturwissenschaftlichen (Schein-) Argumenten dualistisch herzuleiten überzeugt nicht und macht mich sehr skeptisch.

  19. worM sagt:

    Für die Interessierten:

    Zum Thema Emergenz habe ich noch etwas Interessantes im Web gefunden:
    http://www.chronologs.de/chrono/blog/die-natur-der-naturwissenschaft/physik/2010-06-21/emergenz#comments

    Hörenswert auch der Vortrag von Prof. Dr. Brüntrup, der kein Freund der Emergenz-These ist. (Achtung: schwere Kost!)
    http://www.forum-grenzfragen.de/Lecturnity/bruentrup_16_06_2010/bruentrup.html

    Wenn ich den Professor richtig verstehe, vertritt er eine Art “geistigen Monismus” Geist, das Bewusstsein ist das Wesentliche, Materie ist gefrorener Geist. (vereinfacht ausgedrückt)

    Seine Thesen sind wirklich sehr interessant, obwohl ich seine Schlussfolgerung der “Intentionalität der Evolution” so nicht teilen würde. Interessant auf jeden Fall, auch einmal andere Thesen zu hören als den Evolutionsbiologie-Mainstream, ohne gleich in einen dumpfen religiösen Kreationismus zu fallen.

  20. St sagt:

    Versuche für mich komplizierte Gedanken vorgängig formuliert zu verstehen und spontan kam mir folgendes ins Bewusstsein.

    MATERIE ist sekundär, sie ist ein Werkzeug, manchmal eine Reliquie.
    Man soll/te sie sorgfältig be-Handeln mit Freude, Achtung, Respekt vor der Vielfalt.
    Titel, Diplome, Glückstreffer, Aussergewöhnliche Taten, bis zur Heiligsprechung, immer nach Aussen fixiert, das andere scheint langweilig zu sein, ja sogar lebensfeindlich und angst-besetzt!
    Stilleruhe ist im Mainstream kaum vorhanden, oder dann nur zum Zwecke weitere Podeste zu ersteigen!

    Sie, die Materie ist eine nicht “unabsichtliche” verdichtete Tarnung der Seele, die mit GEIST Bewusstsein als Lebensform Mensch, durch ein Ihr an ein MEER BEWUSSTSEIN stammende Quelle genährt wird, ganz gewöhnlich ausgedrückt, zur Absicht des Lernens und das scheint hier sich auf der Erde in besonderem Masse zu ereignen, sieben Milliarden Menschenseelen Tendenz steigend.
    Hier geschiet etwas Aussergewöhliches rund um Zeit und Raum?
    Durch Individualität mit oder kontra Kollektivmacht.

    Warum ist die Materie vergänglich?
    Überall begegnet man der Vergänglichkeit!
    Vor der eigenen Nase, wenn z.B.die Katze eine Feldmaus nach Hause bringt, und Beifall möchte!
    Ich weiss nicht, aber die Materialisten, Monisten, all die “isten” glauben wohl noch, dass sich Geist/Seele ver-Stoff-Wechselt im Sinne von Auflösung ins (Nietsche) Nichts-Da!

    Ein Stoffwechselnder Allmächtiger Gott, ist ja nicht mehr Gott oder Göttin, also beschränkt, klein unterwürfig und sterblich.
    Ideal zum Herrschen im Sinne MACHT euch die Erde untertan.

    Warum verbirgt sich dieses etwas, das man als Allmächtig,( muss es irgendwie ja geben sonst gebe es ja die Vorstellung davon nicht) übersetzt, so auffällig in der Materie – und hinterlässt Bewusstseinsmerkmale!

    Das Bewusstsein von irgendetwas getrennt zu sein, sobald man als Säugling in dieses Abenteuer geboren wird, ist fast auch eine Unsterbichkeit, ausser man erinnert sich nicht nur an Konditionierungen des Verstandes durch Verstände, sondern an Unbewusstes, welches ins Bewusstsein kommt, auch wenn es nicht dem Zeitgeist entspricht, und auch eher oder zeitweilig, sehr unagnenehm sein könnte.
    LEBEN ist und (bleibt) Phänomenal!
    Es wird, so schauts aus, den Evolutionisten noch den Kreationisten gelingen Bewusstsein mit Materiellen Mitteln, mögen sie noch so Nano-,Mikrotechnisch phänomenal sein, zu binden. Das Bewusstsein lässt sich nicht in einen Behälter legen und dort ablagern.
    Es bleibt flüchtig!
    Was ist der LEIM des Lebens?

  21. Interessehalber Fragender sagt:

    @Dobra:
    29.07.2010 um 00:19
    @Interessehalber Fragender

    Ich habe keine kreationistische Absichten, auch wenn dieser Verweis vielleicht interessant sein könnte im Zusammenhang mit dem Entstehen von Bewusstsein

    Ich habe nur die Position des “nichtreduktiven Materialismus” innerhalb der monistischen Antworten zum Leib-Seele-Problem referiert, in der der Begriff der Emergenz benötigt wird.

    @worM:
    29.07.2010 um 01:18

    Vielen Dank für die Hinweise

  22. Dobra sagt:

    @Interessehalber Fragender
    Defintion von Emergenz, basierend auf einer naturalistischen Ontologie:
    Emergenz → P ist eine emergente Eigenschaft eines Dinges b wenn und nur wenn entweder b ein komplexes System (Ding) ist, von dessen Komponenten keine P besitzt, oder b ein Individuum ist, das P dank dem Umstand besitzt, dass es Komponente eines Systems ist. (d.h. b würde P nicht besitzen wenn es unabhängig oder isoliert wäre), (Bunge 1996).

    Im Zusammenhang von Systemen gibt es zwei Arten von Emergenz:
    - Auf dem Niveau des neuen Systems, – aber auch bei den Komponenten.

    Bei der Systembildung entstehen neue Eigenschaften, da das System ja durch Bindungen zwischen anderen Dingen entsteht. Diese Bindungen sind neu und ihre Eigenschaften sind es auch. Die Eigenschaften der Struktur des Systems d.h. des Gesamts der Bindungen zwischen den Komponenten, bilden die wichtigste Gruppe der emergenten Eigenschaften.

    Werner Obrecht, 2008: “Es trifft m.a.W. in keiner Weise zu, dass wir – wie Vico sagte und Droysen oder Dilthey meinten – die
    geschichtlich-gesellschaftliche Welt verstehen, während uns die Natur fremd ist. Wir wissen heute mehr über die Natur, einschliesslich unserer Nervensysteme und der Funktionen, die sie erbringen, als über Gesellschaft und Psychen und nicht umgekehrt. Und das, was wir von psychischen Prozesse wie z.B. Empfinden, Aufmerksamkeit, Affekten wie Trieben, Emotionen, Gefühle und moralischen Empfindungen, Gedächtnis, Lernen ,Wahrnehmung, Begriffsbildung, Denken, Absicht (Wille) und Selbstbewusstsein verstehen, verdanken wir nicht unserem Sinnverstehen sondern faktenwissenschaftlichen Forschungen und theoretischen Einsichten.

  23. Interessehalber Fragender sagt:

    Dobra:
    29.07.2010 um 18:28
    @Interessehalber Fragender

    Es ergibt sich dabei eine nicht uninteressante Variation.

    1. Es stehe P für eine Eigenschaft eines Dinges b. Dann ist P eine emergente Eigenschaft von b genau dann,
    wenn entweder
    1a. b ein komplexes Ding ist, dessen Komponenten P nicht besitzen
    oder
    1b. b ein Ding ist, welches P dadurch erworben hat, dass es Teil eines Systems geworden ist.

    Auf das Bewusstsein angewendet heisst das:

    Es stehe Bewusstsein für eine Eigennschaft des Menschen. Dann ist Bewusstsein eine emergente Eigenschaft des Menschen genau dann, wenn entweder
    1a der Mensch ein komplexes Ding ist, dessen Komponenten kein Bewusstsein nicht besitzen
    oder
    1b der Mensch etwas ist, was Bewusstsein dadurch erworben hat, dass es Teil der geschichtlich-gesellschaftlichen Welt geworden ist.

    Das heisst, Bewusstsein ist eine emergente Eigenschaft des Menschen nicht nur dadurch, dass die einzelnen Teile des Menschen Bewusstsein nicht besitzen, sondern auch, weil der Mensch etwas ist, was Bewusstsein durch das übergeordnete System der geschichtlich-gesellschaftlichen Welt erworben hat. Bewusstsein wäre demnach nicht nur eine intrinsisch emergente sondern auch relational emergente Eigenschaft des Menschen!

    Da offenbar jede theoretische wie auch “faktenwissenschaftliche” Bemühung um ein Verständnis der Natur in ein “Sinnverstehen” der geschichtlich-gesellschaftlichen Welt eingebettet ist, lässt sich Bewusstsein als relationale Emergenz dieses Sinnverstehens erklären, da sich Bewusstsein als intrinsische Emergenz nicht auf menschliche Komponenten wie etwa neurophysiologische Prozesse zurückführen lässt, drängt sich ein Dualismus zwischen Sinnverstehen und natürliche Faktizität geradezu auf, auch wenn das Sinnverstehen sich vollständig mit theoretischer und faktenwissenschaftlicher Tätigkeit identisch wäre, was aber, angesehen der Vielfältigkeit der Möglichkeiten geschichtlicher, gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Verstehenshorizonte sehr unwahrscheintlich ist.

    Das heisst, Ihre weiteren Ausführungen zur Emergenz sowie ihr etwas befremdlicher Ausflug ins “Sinnverstehen” bestätigen einen Dualismus zweier voneinander geschiedener Seinsbereiche, die freilich, auf noch ungeklärte Weise, miteinander kooperieren, sodass individuelles Bewusstsein überhaupt entstehen kann.

  24. Krake Paul sagt:

    @ GLUEH würmchen

    Das freut mich für dich, dass du doch noch DEINEN Weg zur Spiritualität gefunden hast.

    @ Olive

    Na geht doch !
    Dein letzter Kommentar an mich verrät, dass auch du zu einer vernünftigen Reflexion in der Lage bist.
    Hat mich gefreut.
    Es ist gut möglich, dass die Therapeuten mit denen du zu tun hast und hattest gut sind,
    das kann ich nicht beurteilen.
    Sowass muss individuell beurteilt werden,
    und zwar am Wirken, und nicht an den schönen Reden.

  25. Krake Paul sagt:

    Was jetzt schon einige Zeit meinen Geist immer wieder gefangen nimmt
    ist die Parkett Edition von Cerith Wyn-Evans

    Je länger ich darüber nachdenke, umso besser gefällt es mir.

    Und weil es sehr viel mit dem Thema Erleuchtung zu tun hat,
    stelle ich es hier in den Blog.

    http://www.parkettart.com/index3.htm

  26. Krake Paul sagt:

    Schön auch der Text zum Künstler verfasst von Michael Archer

    Der Mond färbte ein Feuer rot

    http://www.parkettart.com/library/87/pdf/wyn-evans.pdf

  27. Felix sagt:

    worM:
    27.07.2010 um 14:20

    “… die unablässig Möglichkeiten berechnen und die besten davon ins Bewusstein schwemmen.”

    Ich weiss nicht, ob aufgrund neurologischer Schalter das Gehirn die Möglichkeiten “berechnet”, es müsste ja ein Programm vorhanden sein, dass diese Berechnungen ausführt. Angenommen, es hätte solche neurologisch konzipierten Programme, die je nach dem eine Erfahrung zulassen oder eben nicht. Und ich weiss nicht, ob diese Programme auf logischen Schritten aufbauen. Da bin ich überfragt. Neurobiologie und Informatik arbeiten ja schon seit längerem daran, das herauszufinden. Aber mein Einwand ist, dass diese Versuche nur annäherungsweise das wiedergeben können, was sich im Gehirn abspielt und im Bewusstsein zeigt. Zudem lehne ich einen solchen Determinismus ab, es gibt ein Vetorecht. Es gibt die Möglichkeit, der Problematik aus dem Weg zu gehen, sich mit Musik zudröhnen, Alkohol trinken, mit anderen Worten, die neurobiologischen Prozese mitsamt ihren Bewusstseininhalten in ein Chaos zu stürzen. Immerhin vermag unser Gehirn eine weitgehende Rekonstruktion.
    Es wäre sicherlich eine nicht unbedeutende Entdeckung, wenn das Gehirn mittels Neurologarithmen zu Entscheidungsprozessen fähig wäre und schliesslich eine Entscheidung als die beste aller möglichen Entscheidungen bewusst werden liesse, sodass dem Bewusstsein einzig ein Vetorecht übrigbliebe, ansonsten das Bewusstsein deterministisch gemäss den neurobiologischen Prozessen handelte.

    “Was meinen Sie mit “Anwesen”? Dasein?”

    Eine nicht einfache Frage, inwiefern man von Da Sein sprechen könne, bzw inwiefern man sich selbst von jenem Da Sein ansprechen liesse.
    Wir alle wissen aus unserem Alltagswissen, dass äussere Umstände unsere Entscheidungen und Handlungen ganz erheblich beeinflussen. Aber wer wollte bestreiten, dass Dinge unsere Entscheidungen beeinflussen! Offenbar niemand.
    Aber die Frage nach dem Da Sein, so schreibe ich das, um das besondere daran zu verdeutlichen, hängt nicht an den Dingen um es herum, sodass es sich von eben jenen Dingen rund um es herum beeinflussen liesse.
    Das Da Sein des Menschen sehnt sich nach einer Harmonischen Relation mit dem Da-Sein der Dinge. Das höchste, was dabei sich ereignen kann ist der Einklang des Menschen mit seiner Welt, zumeist aber ist das Dasein oder das Anwesen der Dinge in der Welt derart dominierend, dass sich menschliches Da Sein dem unterordnet, eher Ausnahmen sind es, wo das menschliche Da Sein über das Anwesen der Dinge waltet, derart, dass nun es die Dinge beeinflussen kann.

    Indem wir Menschen “sind” sowie die Dinge der Welt mitsamt der Welt “sind”, wird man keinen Zugang finden zu dem, was die Dinge, die sind, die Menschen, die sind, sein lässt.

    Also zeigt sich, dass das Da Sein des Menschen durchaus in der Lage ist, zu einem Sein lassen dessen, was ist. Es versteht instiktiv und vorbegrifflich aus seinem Verstehen von Sein das Anwesen der Dinge. Aber versteht es darum auch das Sein selbst, das den Mensch Da lässt, die Dinge anwesen lässt? – Ich vermute, dass hier ein völlig neuartiger Methodos den Weg weist, um zum Sein selbst zu gelangen, um zum Anwesen der Dinge selbst zu gelangen. Das kann sicherlich kein wissenschaftlicher Zugang sein, denn Wissenschaft heftet ihre Aufmerksamkeit allein auf das, was ist, also auf das Seiende, so wie es sich von sich her zeigt.

    Gewöhnlich, wenn wir versuchen Sein, bzw Anwesen rein zu erfahren, es überhaupt nichts mit wissenschaftlicher Methodik zu tun hat, eher religiös erscheint es uns, aber religiös ohne irgend einen Gott. Es wird umgekehrt sein, die Erfahrung des Sein lässt uns an einen Gott glauben, der als das Anwesenste alles Anwesenden vermag, alles Anwesende anwesen zu lassen. Aber dieser Gott ist doch auch bloss etwas, was ist, ein Anwesendes, …. wie aber, wenn doch Anwesendes mit dem Anwesen selbst nicht dasselbe ist, sondern durch einen Unterschied gekennzeichnet wird, den man einen ontologischen nennt? – Und doch hat der Mensch einen Zugang zum Anwesen als Anwesen und nicht als irgendeinem Anwesenden. Unser Denken oder Bewusstsein vermag, Anwesen zu denken, Anwesen ins Bewusstsein zu heben.

    Freilich ist das alles schon seit langer Zeit in Vergessenheit geraten, unter Umständen, die genauer zu betrachten wären. Vermutlich wird es so gewesen sein, dass das Anwesende und nicht das Anwesen selbst zur Aufmerksamkeit geführt hat, welche Aufmerksamkeit schliesslich zu dem geführt hat, was man heutzutage Wissenschaft nennt, Aber das Anwesen selbst, – wurde vergessen, oder besser, einfachhin vorausgesetzt.

    Sein Bewusstsein und Denken auf dieses von vornherein vorausgesetzte Anwesen zu lenken, bedarf eines Absehens von allem Getriebe um das Anwesende, sei dies im Rahmen der Wissenschaft, sei dies im Rahmen der Wirtschaft, ja selbst sei dies im Rhamen der Religion. Denn auch Gott als Schöpfer alles dessen, was ist, ist selbst ein Anwesendes, dessen Anwesen nie hinterfragt worden ist, geschweige des Anwesens profanerer Dinge.

    Geschichtlich gewachsene Grundvoraussetzungen haben die Eigenart, sich zu verbergen, und aus dieser Verbergnis heraus Anwesendes zu bergen als Offenbares, als Untersuchbares, als Brauchbares usw.

    Aber das Anwesen, bzw das Da des Seins selbst? – Wie fremd muss uns diese Frage anmuten, denen, die sich doch aufmachten, zu wissen, doch auf einmal scheinen sie nichts mehr zu wissen, denn allzuoft sagen sie, mit des Sein ist es nichts, Sein ist kein Seiendes. Sein und Nichts – das Selbe. So etwa fängt die Phänomenologie des Geistes an, wie sie Hegel in seiner Schrift ausführte. Um doch endlich am Ende zur Identität von Sein und Denken zu gelangen.

    Aus alledem geht hervor, dass der Mensch an ausgezeichneter Stelle steht, Verborgenes welcher Art auch immer zu bergen. Aber hat jemals jemand das Ereignis der Bergung des Seins selbst erfahren? – Lässt sich das überhaupt noch in philosophischer Weise befragen, wenn die Philosophie seit jeher aus der Seinsvergessenheit schöpfte?

    Das Sein, Das Da Sein, Das Anwesen, das Bewusst Sein, liegen selbst im Dunkeln obwohl ohne sie kein Licht die Welt zu bergen im Stande wäre.

    Das Sein liegt im Verborgenen, und alles was wir bergen, ist Seiendes. Vermutlich wohl, weil uns letztlich die Sprache im Wege steht. Also muss es auch noch einen anderen Weg zur Bergung des Seins geben. Es wird kein wissenschaftlicher, es wird aber auch kein philosophischer Weg sein, es wird vielleicht ein ganz einfacher Weg sein, der die Dinge, die Menschen, die Welt im Ganzen sein lässt, um in dieses Sein Lassen einzutreten. Viele denken nun an religiöse Wege. Aber nur, wenn wir in den Zustand gelangen nichts mehr zu denken, denken wir Sein. und die Erfahrung davon ist eigentlich nicht erzählbar, beschreibbar, erforschbar. Es ist – in unserer Welt – nichts, sowie es schon immer nichts war, sich mit dem Sein selbst auseinanderzusetzen.

    Auch der Weg über den Körper, also jede körperliche Meditation führt uns letztendlich zum Nichts, welches aber das ist, was wir Da Sein, Bewusst Sein, Anwesen genannt haben.

    Wozu derart unsinnige Übungen, werden sich viele fragen. – Um das Wesen der Dinge selbst, das Anwesen der Menschen selbst und das Da Sein seiner eigenen Existenz gewahr zu werden, dh. zu bergen, ins rein offenbarende, weil bergende Licht der Existenz.
    Und nur in der Rückkehr in die Welt der Dinge und alltäglichen Probleme, der Menschen in ihren profanen Daseinsversuchen, Daseinsüberlebensstrategien, versteht man die Vergeblichkeit und Nichtigkeit menschlichen Daseins. Das ist der Punkt, den schon Platon zur Sprache brachte, um ihn auch gleichwieder von jeder Möglichkeit zur Sprache zu kommen, zu berauben. Das ist der Punkt der östlichen Weisheitslehren, in diesem Nichts und aus diesem Nichts zurückzukehren und eine ungeheuerliche Fülle von Sein achtsam und sorgsam aufzunehmen, und zu tun, was erforderlich ist, denen, die am Leben zerbrechen, wieder herzustellen, die, die am Leben sich über alle Massen sättigen, wieder zurückzubringen zum Eigentlichen, Essenziellen. Und alles mit allergrösster Aufmerksamkeit zu verfolgen, was geschieht, wenn ein Mensch eine totmachende Krankheit hat, ihm zu helfen, auch ohne jede medizinische Hilfe ein Ende setzen zu können.

    Wer aus dieser Seinserfahrung wohlbehalten zurückkehrt, dem wird das Leben und der Tod ein ganz anderes Wesen erfüllen, als jenen, die sich haben fallen lassen und von einem zum anderen fortgehen, um ihr Leben zu retten, um ihrem Tod nicht bewusst zu sein, sondern ihn im Grunde zu fliehen.

    Denn was heisst uns, zu existieren? Heisst uns nicht die Exisitenz selbst zu existieren? Oder lassen wir uns lieber von anderen bestimmen, wann und wie und wo wir zu leben und zu sterben hätten?

    Weil die Wurzeln der Philosophie aus archaischem Grund und Boden emporwachsen, ihre Zwiege die vielfältigsten Wissenschaften erblühen und befruchten lassen, darum muss die Philosophie zurürch in diese Archaik des Anfangs des Seins wie des Denkens. Und nur dann ereignet sich einem die Erfahrung, gelebt zu haben und gestorben zu sein, nicht für nichts, sondern allein für das Sein, das allesumfassende und alles begrenzende, alles ermöglichende und alles verwirklichende Da Sein und Anwesen.

    Ich behaupte nicht, dass dies noch wissenschaftlich sinnvolle Rede sein kann, aber was ich behaupte, ist, dass nur ein solches Reden vom Da Sein des Menschen ihn wieder in die Mitte seiner Existenz hineinholt, um ihn aus dieser Mitte entfalten zu lassen, Ich behaupte darum auch nicht, dass Wissenschaft letztlich diese Mitte jemals befruchten kann, sondern von aussen her, sich der Mitte nur in zerstörerischer Weise annähern kann. Ich behaupte, dass Wissenschaft diese heilige Mitte menschlicher sowie natürlicher Koexistenz niemals missbrauchen darf, denn höhlt sie sie aus, verliert jeder Sinn zu sein auf, zu existieren.

    Darum warne ich jede Wissenschaft, in die Mitte des Werdens und Seins der Existenz, was mir das unversehrbare Heiligtum schlechthin ist, ihre bohrenden Fragen in diese Richtung einzustellen. Diese Existenz birgt nicht nur das Geheimnis des Sein, sie ist zugleich gebährend und lässt aus ihrem Ursprung alles gedeihen gemäss der Zeit und verderben gemäss der Zeit.

    Deshalb lehne ich mich so entschieden gegen jede wissenschaftlich profozierte Verletzung dieses Heiligtums. Denn, wieviel muss noch zugrunde gehen, bis wir endlich einsehen, dass dieser Weg am Ende nur Tod und Verderben und Vernichtung hinterlässt.

    Was heisst Anwesen, Da Sein, wurde gefragt, und ich frage zurück, was heisst uns zu wesen, da zu sein? – Es ist das durch keine Wissenschaft zerstörbare Geheimnis des Sein, unser Heiligtum, dem wir uns verdanken und dahin wir zurückkehren werden, und dem wir, ob wir es wollen oder nicht, bewusst sind. Denn wer anderes als wir, verwahren das Bewusstsein und mit ihm das Wissen um das Geheimnis des Sein? –

    So möge, für den einen oder anderen, ein Glockenklang erklingen, der ihn wachruft und -rüttelt: Ich bin, ich bin, ich bin! – zum Sterben geboren, zum Leben gekoren.

    So bin ich denn unendlich dankbar, dass ich da sein kann, jedem Tag huldige ich seitdem, jeder Nacht, jedem neuen Leben und jedem alten Tod.

    Denn wir sind Sterbewesen und können uns nicht nur dahin flüchten, Lebewesen zu sein, denn nur allzuleicht flüchten wir uns vor dem Gedanken vom Tod. Aber auch dieser Tod lebt in uns und macht unsere Existenz ganz und gar vollkommen.

    “Lesen Sie doch dazu mal das tragisch-amüsante Buch “Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte” von Oliver Sacks”

    Dieses Buch habe ich gelesen und, wenn man so will, das, was darin erzählt wird, erfahren; ich erfahre es immer noch an anderen Leuten, die ihr Gedächtnis verlieren, ich erfahre auch ihre verzweifelte Wut, ihren Trotz.”
    Darum und nicht nur darum bin ich überzeugt davon, dass ein Bewusstsein nicht ohne seine Abhängigkeit zu einem funktionierenden Gehirn sein kann.

  28. Felix sagt:

    Ich sagte, erst mit dem Tod vollendet sich ein Da Sein. Aber wieviele Tote sind es, deren Leben abrupt abgebrochen wurde und durch verdammte mit Pech geschwärzte Umstände von einer Sekunde auf die andere abgewürgt wurde; Niemand sieht in solchen Toden einen Sinn, mehr noch die meisten und nächsten derjenigen, die auf diese Art ums Leben gebracht wurden, würden so einem Denken eine Ohrfeige verpassen. Sie, die um ihr Leben gebracht wurden, vorzeitig und viel zu früh sterben mussten, ihnen und jenen, die dieses Leben geliebt haben, muss es wie ein höhnische Befremdlichkeit vorkommen, eine Zumutung, die noch dazu unverfroren und völlig deplaziert erscheinen muss. – Aber was gibt diesen Menschen Trost, – und Kraft, um weiterzuleben? Eine Mutter verliert ihre einzige Tochter, sie ist schon anfang zwanzig, all die Mühsal und der Streit sind Vergangenheit, all die kleinen und grossen Dinge, die man für das Kind getan hat, all die Sorge und Fürsorge, – endlich doch alles vergeblich gewesen, denn “meine Tochter” ist tot, sie wurde durch eine erdrückende Menschenmenge erstickt.

    Alle diese Schicksale, alle diese Toten unter einer Brücke, weil sie sich für einen Moment gehen liessen und einfach nur aus purer Freude das waren, was sie sein wollten.

    Wo ist der Trost, bei einem jungen Paar, dass sein Kind im achten Monat verloren hat! – Wieviel Kraft und wieviel Immunität ist nötig, um darüber hinwegzukommen? Viele scheitern und brechen mit dem Leben und fangen irgendwo anders an, ein neuer Versuch, eine Familie zu sein. Wieviele oder Alle sehnen sich nach einer Familie? Einem Papa, einer Mama und einem oder zwei Kindern. Ist denn das nicht der Sinn des Lebens, zu leben um Leben zu gebären?

    Und endlich klappt es doch nicht, nach Jahren der Versuche in der Klinik in vitro Leben zu zeugen.

    Ich habe auf all das keine Antworten. Sie würden mein Verstehen von Leben und Tod nicht verstehen, sie würden sagen, ich sei ein Zyniker, einer, der sich über sie lustig macht. Und ich könnte tausendmal sagen, so war’s nicht gemeint. Wie war’s dann gemeint, fragen sie zurück, und mein Mund völlig ausgetrocknet, meine Kehle, schwer vom herabsinkenden Speichel, sie würden nur leer schlucken, und nichts mehr sagen wollen, weil das Unglück viel zu gross ist, um da noch irgend welche Worte zu finden.

    Wie sehr doch aller Sinn des Lebens daran hängt, neues Leben zu erzeugen. Wie Mütter stolz ihr Baby an die Brust nehmen, wie Väter des Nachts aufstehen, und überhaupt keinen Schlaf mehr kennen, den Schoppen geben, die Windeln, wenn nötig wechseln. Und am Tag wird versucht das Leben, das geplante fortzuführen, aber in Gedanken sind sie alle bei ihrem Kind. µ

    Wo sind wir gelandet? Wo alleinstehende Mütter sich einzig noch sorgen um ihr Kind, die Miete, das Essen, wo keine Zeit mehr bleibt, seiner Phantasie nachzugehen, wo alles sie in die unerbittliche Realität einzwängt. Sie müssen, sie wollen, um ihres Kindes willen.

    Alles ist so kompliziert! Leben, wenn sich das Leben von allen Seiten eingepfercht fühlt, wo Freiheit nur noch eine vergessene Sehnsucht ist, wo der ganze Tag vollgebucht ist mit dann muss ich dort sein, dann da, dann dort, dann da, dann dort, um endlich abends sein Kind in die Arme zu nehmen, das Stunden lang bei fremden Kindern und fremden Leuten war. Loslassen, muss man, muss sie. Die Zeit drängt, nur dieser Gedanke schwirrt durch den Kopf, keine Zeit für gar nichts mehr. Und endlich müde ins Bett sinken, um bald darauf das Kind schreien zu hören. Wo bin ich denn? Mag man sich fragen, ich habe mich aufgegeben, alles aufgegeben dafür, für dieses Kind, dessen Papa nicht bekannt oder längst über alle Berge davongelaufen ist, aus feiger Eitelkeit, weil er denkt, da finde ich mich, wo er sich doch nur bei seinem Kind endlich finden kann!

    Es ist spät und ich muss jetzt aufhören. — Existenz, was ist das? Froh können sich jene schätzen, die sich nicht sagen müssen, Existenz, was war das?

    Das Leben fliegt und fliehtden Moment der Besinnung. Was braucht es mehr als eine kurze viertel Stunde Besinnung, um zu sich zu kommen? Nicht einmal dafür bleibt einem Zeit, alles muss rennen und hetzen und Termine verpassen. Ist das ein Leben! Ist das ein Leben? – Und aufeinmal ist man vierundvierzig Jahre alt, als Frau, wen findet sie noch? Findet sie jemals noch einen Mann, der ihr den Spiegel sauber macht, damit sie sich sieht, was aus ihr geworden ist? Und selten aber wahr geschehen auch dann noch unglaubliche Wunder, ein Mann, der versteht, der zuhört, der Zeit hat? Und etwas von dem verlorenen Leben kehrt zurück und lebt für wenige Minuten nur, – später in der Nacht klingelt der Wecker, muss raus, denkt sie, duschen, Zähne putzen, den Bus nicht verpassen, das Kind schläft weiter, – wie, wenn das Kind dort ewig schlafen bliebe? Hat eine Frau keine solchen Gedanken? – Ich denke, viele denken an Abschied, um neu anzufangen, aber wie oft ist es nur zu spät, um anzufangen.

    Existenz, es ist das, was du aus ihr machst, und Entscheidungen, die du einmal getroffen hast, durchzuziehen, welchen Widerständen zum Trotz! Es muss sein. Ja, Wenn das Sein, sein muss! Endet die Existenz und verkümmert und verwahrlost in irgend einer Ecke deines Hirns, um endlich ganz und gar vergessen zu werden.

    Der Mensch ist etwas einzigartiges, er verwahrt das Geheimnis des Seins. Doch wieviele zerstören diesen Geheimnis und degenerieren es mit einem: Es muss!

    So schau ich denn in der Nacht, wenn endlich Ruhe eingekehrt ist, ind die menschlichen Abgründe der Verkümmerungen der Existenz, wie das Geheimnis des Seins allmählich verfault und am Ende nicht mehr übrig bleibt als alter Morast, den man tags darauf aufs neue von einem Loch ins andere schaufelt;

    Nur die Hoffnung bleibt und erfüllt sich im Kind. Doch wehe, das Kind versagt, zackt ab, wie zuvor Ihre Eltern und alles beginnt von neuemn erst mit jugendlicher Energie, dann, viel später, bleibt nur Resignation die Furcht des Leibes?

    Dennoch liebe ich das Leben. Vielleicht weil ich keine Kinder habe. Vielleicht, weil ich schon morgen sterben kann und ich zu mir sagen könnte, ok das war’s, viel Leerlauf und ein paar wunderschöne Erinnerungen, und dann; nach einem halben Jahr, der Tod, ud ich war; und wünschte mir, neben meines Vaters Grab zu vermodern.

    Der Tod eines geliebt-gehassten Elternteils hat doch seihr grossen Einfluss auf allles weitere. Der Tod ist das Furchtbarste, was ein Mensch durchmachen muss. Und auf einmal ist da niemand mehr, auf einmal ist da keine Familie mehr. Ich denke oft, bei jedem Tod stirbt auch ein Teil von mir.

    Irgendwann wird dann einem bewusst, dass man nur für oder gegen die Eltern gelebt hat. Da aufeinmal ist niemand mehr, wogegen man gelebt hat

    Man sagt hier immer noch, einen Juden erkennst du an seinem Gesicht. Man sagt hier immer noch Volk, und doch liebe ich dieses Land viel mehr als diese kalte Einöde Schweiz. Es gibt nach meiner Einsicht nichts kälteres als dieses Land. Die Schweiz ist ein totes Land. Hier haben sie dein toten Hitler an einer hölzernen Stange aufgespiest, als der Krieg endlich vorbei war, und alle haben um diese Puppe einen Freudentanz gefeiert. Meine Mutter, damals vielleicht sieben Jahre, erzählte uns davon.

    Aber worauf können wir noch stolz sein? – Auf das kaputtplanierte Europa? Oder war jemand kürzlich in der Schweiz, wo sie alles, aber auch alles zugrundegerichtet haben? – Die Schweiz ist nur noch ein totes Land.

    Die Kinder sprechen seltsame Dialekte, halb Deutsch, halb Schweizerdeutsch.

    Panta rhei, so sagte Heraklit

    Auch die Existenz, das Verhältinis zum Leben und das Verhältnis zum Tod,

    Ich würde gern wieder einmal das Grab meines Vaters besuchen, so ein eigenwilliger Geselle, der er war, ruht er auch auf eigenwilligem Grab.

    Und darum habe ich noch immer keine Kinder, um so schwerer ist es manchmal zu ertragen, wie andere mit ihren Kindern protzen. Als ob sie etwas erreicht hätten, was aussermenschlicher Kräfte bedurfte!

    Nun habe ich mich so in etwa über alles ausgelassen, was man so ausgelassen sagen kann. Dabei war’s nicht meine Absicht, den einen oder anderen zu langweilen.

    Gut Nacht allerseits

  29. Leiche sagt:

    Mein Leben war nicht gelungen trotz Gott, oder besser gesagt, gerade wegen eines Gottes.

    _________________________________________________________________________

    Oder ist es etwa doch gelungen? Wer will das beurteilen?

    Hallo Felix!

    (In Baden-W. gibt es das Schulfach GLÜCK!)

    Auch ich betreibe meine Rückschau und muß schauen, wie ich weiter strampele und verweise auf meine Schreibe im Mamablog

    in einer mehr und mehr “feinen Gesellschaft” , deren Mittelschicht HIER zwangsläufig DICHT macht , weil politisch gewollt (nach unten), deren Bundespräsidenten -Charaktere der fortgesetzten Vorteilsnahme – [http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/wulff-urlaub-unternehmer] auf der GIER-Schiene einer abgehobenen Kaste ihre Schäflein im Trockenen haben …oder siehe heute dazu in Sueddeutsche…(”Volksabstimmung in Hamburg”, “basisdemokratisch” – “Wähler” nur aus den besseren Wohnvierteln,a us den schlechteren sind sie zu desinteressiert oder “zu dumm”)…Kinder flügge machen für eine globalisierte Welt, fit machen zum Weltbürger…der Run auf die Internationalen Schulen…oder Phorms…

    in einer rückschreitenden Kultur des Vaterrechtes

    bei gleichzeitigem Rückgang der Geburtenrate ( “Geburtenrate in Deutschland” war tagelang meistgelesener Block in der ZEIT)

    denn: in den letzten dreissig Jahren hätte man es besser machen können, hat so ziemlich alles versagt von Bildungs- bis Familienpolitik..

    Eva Herman, Exportartikel wie auch D’lands dümmste Blondine auf Malle, nach wie vor in aller Munde . Wenig beachtet dagegen dies und nun auch schon wieder längst “veraltet”:

    “Der Verband der Familienfrauen und -männer e.V. entwickelte sich aus der 1979 gegründeten Deutschen Hausfrauengewerkschaft e.V.. Auf dem Höhepunkt der Emanzipationsbewegung erklärte die Soziologin und Gründerin Dr. Gerhild Heuer, dass es eigentlich eine Hausfrauengewerkschaft geben muss, damit Hausarbeit und Erwerbsarbeit gleichgestellt werden. Hausarbeit und Pflegearbeit dürfen nicht weiterhin zu Altersarmut und Abhängigkeit führen. Dies war die Geburtsstunde der Deutschen Hausfrauengewerkschaft. Tausende Frauen traten spontan dem Verband bei. Noch heute wird der generative Beitrag “Kindererziehung” weitgehend von der Politik als “Nichtleistung” im Sinne der sozialen Sicherungssysteme definiert. Dies ist ein großes Unrecht. Der im Jahr 2000 geänderte Verbandsname entspricht dem heutigen Selbstverständnis der Frauen. Nach wie vor ziehen Mütter und Väter in den Familien Kinder groß, ohne dass die Gesellschaft ihre Leistung honoriert. Der vffm setzt sich für Wahlfreiheit ein. Wahlfreiheit bedeutet, dass Mütter und Väter entweder die Familienarbeit leisten oder erwerbstätig sind und die Erziehungsarbeit delegieren oder beides miteinander vereinbaren, ohne dass sie ins wirtschaftliche und soziale Abseits geraten und ohne dass sie überfordert sind. Erst durch die Bezahlung der Familienarbeit ist die Wahlfreiheit gewährleistet. Familienarbeit ist die Basisarbeit der Gesellschaft.”

    Seit dem haben sich Väter allerdings noch RARER gemacht! (Als Erzeuger und als Familienmänner, aber als die, die sich entlasten und profitieren, sind sie wieder auf dem Vormarsch, z.B. neues Scheidungsrecht mit Hilfe der Durchsetzung kinderloser patriarchal assimilierter Justiz-und andere Ministerinnen.. letzte L.-Periode)

    ein Abbild der Diskussion m.E. dazu der Dialog zwischen —>Student* (Sexismus-Kritik) und Christa Mulack “Mutterschaftsbetrug”)
    [http://www.blogigo.de/Sexismuskritik/Muetter-ueber-alles-Das-Vaeter-Feindbild-der-Christa/41/]
    [http://www.blogigo.de/Sexismuskritik/guestbook]

    Viel Spaß beim Gebären, Brutpflege und aus dem Nest werfen!

    __________________________________________

    Frei nach Badinter: Kinder aus dem Haus, Mann weg…
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    Der Mulack-Einwand (der kulturelle Mutterschaftsbetrug) hat mE viel zu wenig Beachtung gefunden. .. die instrumentalisierten Frauen rennen anderen “Idealen” nach

    Felix, SIe klagen die Schweizer Verhältnisse an! WIR hier in BRD-Deppenland sind noch eine Stufe verkommener! Politiker- Knallerbsen der Misch-Sorten Brüderle (Westerwelle, Kauder, Schavan, Rüttgers, Röttgen und vorher die eitlen Gerhards & CoKGs) haben D’land VETTERN-abgewirtschaftet. … und jetzt sollen Einwanderer wieder prämiert werden, statt Familien zu unterstützen, statt hiesigen Müttern eine anständige Rente zu vergüten! (das macht meines Wissens bisher nur Luxemburg) Ist halt “Europa”! Menschenmaterial hin-und herschieben.

    und verweise auf die Schreibe zu Einsamkeit, Artikel aus HA:

    San Francisco. Einsamkeit ist nach einer neuen Studie etwa so schädlich wie Rauchen oder Fettsucht. Ärzte und andere Gesundheitsexperten sollten daher das soziale Umfeld ebenso ernst nehmen wie Tabakkonsum, Ernährung und Sport. Das schließen Forscher aus einer Analyse von 148 Studien zum Sterberisiko, die Daten von mehr als 300 000 Menschen vor allem in westlichen Ländern erfassten. Demnach haben Menschen mit einem guten Freundes- und Bekanntenkreis eine um 50 Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Menschen mit einem geringen sozialen Umfeld. Der Effekt sei in etwa so groß wie der zwischen Rauchern und Nichtrauchern, und er übertreffe viele andere Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel. Diese Erkenntnisse präsentierten [Julianne Holt-Lunstad] vom Psychologischen Institut der [Brigham Young University] im US-Staat Utah und Kollegen im Journal “PLoS Medicine” vom Dienstag. Positive Effekte unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialem Status Die Forscher hatten dafür Studien ausgewertet, die Menschen im Schnitt über 7,5 Jahre hinweg beobachtet hatten. Der Auswirkung von sozialen Kontakten auf die Sterblichkeit zeigte sich übergreifend, auch wenn man Alter, Geschlecht und sozialen Status berücksichtigte. Da der Zusammenhang von sozialem Umfeld und Sterblichkeit altersunabhängig sei, sollten Ärzte zukünftig nicht nur einen Blick auf das Umfeld älterer Menschen werfen, folgerten die Wissenschaftler. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 64 Jahre. Den größten Effekt aller gemessenen Faktoren hatte die allgemeine soziale Integration, am wenigsten ausschlaggebend war, ob die Menschen allein oder mit anderen zusammenlebten. Das soziale Umfeld habe Auswirkungen auf den Umgang mit der eigenen Gesundheit und auf psychologische Prozesse wie Stress und Depressionen, erläutern die Forscher. Einige Studien hätten gezeigt, dass Kontakte das Immunsystem stärken. Jede Art, das soziale Umfeld zu verbessern, werde sowohl die Überlebensfähigkeit als auch die Lebensqualität verbessern, schlussfolgerten Holt-Lunstad und ihre Kollegen. Gesundheitsvorsorge sollte daher auch das soziale Befinden betrachten, Mediziner sollten Sozialkontakte und Kliniken soziale Netzwerke für Patienten fördern. “Mediziner, Gesundheitsexperten, Erzieher und die Medien nehmen Faktoren wie Rauchen, Ernährung und Sport sehr ernst: Die hier präsentierten Daten bieten ein stichhaltiges Argument, die sozialen Faktoren zu dieser Liste hinzuzufügen”, betonen die Wissenschaftler. Bereits in den 40er- und 50er-Jahren hatten Wissenschaftler eine vermehrte Kindersterblichkeit unter anderem in Waisenhäusern festgestellt, in denen den Kindern Kontakte fehlten. Vor zwei Jahrzehnten war dann erstmals die These aufgestellt worden, dass soziale Bindungen eine direkte Auswirkung auf die Lebenserwartung haben könnten. Jedoch, so die Autoren der jetzt vorgelegten Studie, sei die Messgröße “soziale Kontakte” in der Wissenschaft bisher als eine ein wenig unscharfe Variable angesehen worden, die die Präzision und die Möglichkeit der Messbarkeit, wie sie in der biologischen und medizinischen Forschung bevorzugt wird, vermissen ließ. Der Faktor Kontakte sollte stärker berücksichtigt werden, so die Forscher Gerade aber vor dem Hintergrund, dass die Quantität und/oder die Qualität von sozialen Bindungen in der heutigen Gesellschaft nachließe (unter anderem durch den Wegfall von generationsübergreifendem Wohnen, soziale Mobilität und vermehrte Single-Haushalte), sei die Berücksichtigung des Faktors Kontakte wichtig, so die Wissenschaftler. Immerhin habe sich die Zahl der Amerikaner, die aussagten, keine Vertrauensperson zu haben, in den vergangenen zwei Jahrzehnten verdreifacht, so Holt-Lunstad und Kollegen.

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    “Gute Freunde, kann niemand trennen” (war das Beckenbauer?… man sieht es an der “Liebe” Wulff/Ferres…)

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    und verweise auf Praktiken in Gotteskindergemeinschaften, gläubiger Christen, Menschen zu binden, sie einzuschüchtern und unter Druck zu setzen, sie zu manipulieren und mit ihren Ideologien (Gieren) zu steuern. Z.B. keine Kontakte zu anderen zu pflegen ausserhalb der (BRÜDER-)Gemeinde! (es war übrigens in Franken!) und dort und anderswo treiben sie auch weiterhin ihr UN-Wesen. Und die geblieben sind, sind’s zu frieden. Einen Dialog mit ihnen “darf” es nicht geben!. OJK, dann müssen sie es eben anders erfahren!)

    Muttergemeinden und ihre Folgen/Erben
    ein Vergleich
    1 – They are both considered by many to be bona fide cults 2 – They both have had to have the word ‘church’ added to their official names 3 – Scientology borrows the Christian cross, the Exclusive Brethren have to insert the word ‘Christian’ 4 – Both have extraordinarily wealthy leaders who are obsessed with security – David Miscavige (Scientology) and Bruce Hales (Exclusive Brethren). 5 – Both teach that if you leave the group, you are eternally lost. 6 – Both retain lawyers to attempt the silencing of perceived opposition through the use of frivolous lawsuits. “Beware of attorneys who tell you not to sue … the purpose of the suit is to harass and discourage rather than to win.” – Ron Hubbard (Scientology) “Sue the bastards” – James Symington (Exclusive Brethren) 7 – Leaving either requires complete separation from the group. Scientology calls this ‘Disconnection‘. The Exclusive Brethren call it ‘Withdrawal‘. The remaining members will then shun the former member. 8 – Both have their own schools where the curriculum is carefully monitored and where the students are directed toward their unique beliefs. 9 – Allegations of abuse have been laid against both groups and in the Australian Parliament senators have demanded full inquiries. 10 – Scientology and the Exclusive Brethren share the same Public Relations firm – Jackson Wells, Sydney Australia

    Was ist schlimmer: ein gemäßigter Bruder einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde (Baptist, Methodist, Pietist) oder ein fanatischer Exclusiver Brethren?) Stimmt! es sind nur graduelle Unterscheide. Für mich macht es keinen Unterschied mehr. Missionieren ist Missionieren.

    Es war ein verhängnisvoller und unverzeihlicher Fehler, meinen bis dahin erarbeiteten Teil in der Welt (die alte Leier: Beruf, Heimat, Freunde usw.) unter Druck einer vollchristlichen Jesus-und Supergemeinschaft aufgegeben und mich aufs Abstellgleis habe schieben lassen. Mutterschaft, auch, weil es “sonst nichtrs mehr gab”! “Die EIGENTLICHE Bestimmung!”…Für Väter gibt es darüber hinaus noch immer auch eine UNEIGENTLICH Bestimmung!

    Was ich irgendwem NEIDE? Den Bezug IN DER WELT geblieben zu sein, die Möglichkeiten TEILZUNEHMEN, zu reisen, gefördert zu sein, seine Fähigkeiten zu leben, seine Begabungen angewendet zu haben., und das INMITTEN von ein paar Bezugspersonen!

    Mit meiner Biografie bleibt man aussen…(das war nicht immer so! damit meine ich nicht die verplemperten Freikirchengastjahre!) auch wenn man noch so rumläuft…abgesehen davon, dass das Kraft kostet. Und Geld.

    In den entscheidenden Familienjahren bildet man üblicherweise seinen Grundstock über Kindergarten, Schulengagement usw.

    Mit dem behinderten Nachzügler war ich dann (nach fünf vorherigen Kindern) weitgehend erschöpft, um dann noch für mich selbst zu sorgen…. Am Schnürchen über viele Jahre nachts raus…vom ersten Babystillen und Wickeln bis zum Anus preter versorgen…und fast alle waren Pseudokrupper

    Das geschah alles “weit weg”… vom Grab meiner Eltern, in Isolation, und ohne nenenswerte Hilfen. (manchmal gekaufte)

    DA ÜBERALL WAR

    K E I N

    gott !!!

    Nciht wirklich ;-)

    Vorüber gehend dachte ich, es wäre einer! ABER ES WAR NUR VERARSCHUNG! Gott war Verarschung!

    Und ich ziehe für mein Selbstverständnis und meinen Begründungszusammenhang inzwischen keinerlei Ideologien mehr heran.

    Ich war lange damit beschäftigt,

    MEIN PRIMÄRES LEBEN
    ___________________
    (Jene in der Gemeinde, hatten es , das primäre Leben, und lebten fett und unbekümmert ihre Doppelmoral!)

    wieder zu erlangen.

    und nicht irgendeine Funktion wieder herzustellen oder eine Krankheit, eine Erschöpfung zu kurieren. (zur Wiederherstellung der Arbeitskraft) So ist es inzwischen auch unmöglich, etwas für ein soziales Netzwerk zu tun. Ist eben IRREVERSIBEL! Und so ist es!

    Woher soll sie kommen, die Schöpferkraft? DIe Kraft, wieder zu malen? Die Fähigkeit im digitalaisierten Alltag zurecht zu kommen, und sich etwa ein Flugticket vom Handy zu laden? (Ich FLIEGE nicht, und ich bin in der Einsicht NOCH WENIGER zu verbrauchen!) Ich habe immer ein schlechtes Gewissen bei Strom, Wasser, Essen usw.. Die Fertigkeit, sich in Fremdsprachen zu verständigen?

    In meinem Kopf war über die Jahre ZUVIEL. ZUVIEL der Ideologien und Meinungen, ZUVIEL der Termine für die Kinder. Habe viel von meinem Gedächtnis verloren… Es war ein Ausmisten.

    Was mich vorübergehend “glücklich” macht? Meine drei Meter hohen Sonnenblumen im Garten….Nun, dass ich nicht in dem Korsett gebleiben bin, wie manche Nachbarin: einem Nörgler pünktlich das Essen auf den Tisch zu stellen! Der allein seine Welt-Reisen tätigt. Rentner haben v i e l Zeit…Frauen werden NIE pensioniert!

    Keine Sorge!

    Ich bin auferstanden! Aber nicht in meiner wirklichen Größe!

  30. Leiche sagt:

    muß noch ergänzen: meine Kinder hatten ganz sicher eine glückliche Kindheit, ein schönes privilegiertes Umfeld…
    es sit vieles hinzugekommen…
    ich hätte es “dort” nicht länger fortsetzen können… die eigene Abgeschnittenheit… aber MEINE Heimat in der “Heimat” gab es eben nicht mehr.. man soll nicht zurück gehen! Ich muß davor warnen!
    Nun, für die Kinder war “das dort” die Heimat. Und so sind wir alle entwurzelt.
    Entwurzelungskrankheiten sind was Spezielles.

    Man hat diverse Preise gezahlt! Auch die zusätzlichen Jahre des Nichteingewöhnenes. Was war z.B. nach den zwanzig Jahren meiner Nichtanwesenheit inzwischen aus Hamburgs Schulen geworden! Kannst vergessen! Und das bleibt auch so! Hamburgs Schulen sind Sch….! Aber Bayerns auch! Die sind militant!…Nun ja, die Mobilität, mit einer Großfamilie sich mehrmals neu eunpflanzen zu müssen, hat viele Federn gekostet. Und mehr! Damit ist nicht zu protzen! Glückwunsch denen, die die Kirche mitten im Dorf haben!

  31. Leiche sagt:

    Elternschaft heute ist getrieben von der Sorge, ob die Kinder den eigenen Standard halten können! Meine können es ganz sicher nicht mehr!

    Das mag bei bigotten 8-Zylinder-Fahrern nicht so ins Fleisch schneiden. (so etwa Erste-Klasse-Flieger… siehe Seite —Liste >christliche Unternehmer)

    Bei meinen Kindern ist das Fahrgeld gezählt …Bahnfahren können die sich nicht leisten, um die Mutter zu besuchen!

    Soviel zu Kinderwunsch!

  32. Leiche sagt:

    ff

    ich zähle mein verstorbenes erste Kind mit, selbstverständlich!!, (ist auch bei den verwaisten Eltern üblich) weil es (die Trauer) VIELE JAHRE VIEL RA U M eingenommen hat!

    Die fürchterlichen protestantischen Lieder! Wie konnte ich sie nur mitsingen!
    Und: würde ich heute in eine Kirche gehen? Mitgehen auf eine übliche Beerdigung? Das wäre Heuchelei! Ich war nie ein Schauspieler!
    Hilfe!
    In Kirchen und Gottesdiensten ringe ich mit Sauerstoffnot!

  33. Leiche sagt:

    und wie fürchtet ein Land wie meines die “Männlichkeit”? :-( Und welche Bankrotterklärung von Moral bezeugen Justiz und andere Hilflosigkeiten?
    Ein Haftentlassener und Vergewaltiger wird von 24 Polizisten (das sind die durchschnittlichen Mannschaften von zwei Polizei-revieren) Tag und Nacht für täglich zwanzigtausend Euro Steuergeld durch die Hansestadt begleitet. Nicht pervers?

    Nicht pervers, wenn sich eine Jugendrichterin das Leben nimmt?

    Was wollt ihr hören?” Ich liebe das Leben! “?

  34. Leiche sagt:

    @ Felix

    zurück zu Kinderwunsch

    “Als ob sie etwas erreicht hätten, was aussermenschlicher Kräfte bedurfte!”

    Oh doch! Das bedurfte es manchmal! Und zwar permanent! Und ohne Philologenschlaf. Und ohne Plan B.

    Aber auch da geht es um Verhältnismäißgkeit: sollen fünf Kinder normal aufwachsen oder soll ein einziges für alles herhalten? Mit drei schon fünf Fremdsprachen sprechen, zwei Instrumente perfekt erlernen und Goethes Farbenlehre benennen?

    Mit einem behinderten nicht selektieren Techno-Kind ist alles nochmal “normaler”. Und man steht dann, wenn es 18 wird, und die Betreuung geregelt wird, vor so manchen gesellschaftlich-juristischen Schizophrenien.
    Man fragt sich: wie wird dessen Zukunft sein? In den Fluren der Wohnstation rumhängen? Unbeschäftigt? Wer wird ihm jemals einen Orange auspressen? Wie soll es die Monotonie einer “beschützten Werkstatt” aushalten? usw. alles vernachlässigte, ungeregelte Fragen!

    Verzichte lieber auf Kinder! Die Nahrungskette – Versauerung der Meere – ist hoffnungslos am Kaputtgehen!

  35. Leiche sagt:

    ich sehe in der Nachbarschaft gleich doppeltes Sterben: das eine, weil es das Alter schrittweise fordert, das andere, wie es krampfhaft am Leben bleiben will: Organspende, Abstoßung, Koma, viele Infekte, zusätzliche Ops. Beide ringen. Wofür?

  36. Leiche sagt:

    die Grabnutzungsrechte laufen nach mehr als 25 Jahren nun bald ab… es wird keine neuen geben. (der Friedhof wird geschlossen) Die kirchlich gepflanzten L e b e n sbäume, an denen man nicht herumschneiden durfte, sind übermächtig geworden und verschatten den letzten Quadratzentimeter, der Stein vermoost. wieder ..Hier ruhen MEINE Eltern, (meine einen Großeltern sind abgeräumt.. die anderen auf dem anderen Friedhof ebenfalls ), denen ich nichts vorzuwerfen habe. ………………………………………das war’s….dann….

    Und, Felix, deine Zustandsbeschreibung hat mich nicht gelangweilt!

  37. Was lässt das Leben gelingen? sagt:

    “Den größten Einfluss darauf, ob ein Leben gelingt, hat Bindung. Und dabei geht es nicht unbedingt um die Bindung zum Lebenspartner, sondern eher um die grundsätzliche Beziehung zu anderen Menschen, also im Sinne einer altruistischen und empathischen Verbindung.”

    “Jeder erleidet Schicksalsschläge in seinem Leben, das kann eine Trennung vom Lebenspartner sein oder der Verlust des Arbeitsplatzes, aber auch der unerwartete Tod der Eltern, mit denen man sich erst kurz zuvor gestritten hat. Entscheidend sind die Schutzmechanismen, also die Art und Weise, wie man unbewusst auf solche Situationen reagiert.”

    “In der Studie hat sich gezeigt, dass diejenigen eher erfolgreich sind, die ich »reife Adaptierer« nenne: Sie reagieren etwa mit Altruismus und versuchen, aus der Situation für die Zukunft zu lernen. Sie kanalisieren ihre starken Gefühle oder aufkommenden Aggressionen so, dass sie innerlich keinen Schaden anrichten, beispielsweise mit Sport.”

    “In der Studie hat sich gezeigt, dass diejenigen eher erfolgreich sind, die ich »reife Adaptierer« nenne: Sie reagieren etwa mit Altruismus und versuchen, aus der Situation für die Zukunft zu lernen. Sie kanalisieren ihre starken Gefühle oder aufkommenden Aggressionen so, dass sie innerlich keinen Schaden anrichten, beispielsweise mit Sport.”

    “Alkohol spielt offenbar eine viel dominantere Rolle, als man lange angenommen hat. Er ist Ursache für vieles, was ihm bislang noch nicht so deutlich zugeschrieben wird. Wir haben uns in der Studie nicht nur auf die Menge des Alkoholkonsums beschränkt, sondern auch die durch Alkohol ausgelösten Probleme untersucht. (…) “Am ehesten scheinen Bildung und Aufklärung seinen Einfluss zu begrenzen. Je nachdem, welche Rolle sie im derzeitigen Leben spielen, wirkt sich das direkt auf den Alkoholkonsum aus. So nimmt etwa erst die tägliche Zeit für Bildung ab, dann der Alkoholkonsum zu.”

    “Glück hat nicht unbedingt etwas mit einem zufriedenen Leben zu tun, es ist nicht so wichtig. »Glücklich sein« ist nur ein Gemütszustand. Stellen Sie sich Britney Spears auf einer Party Samstagnacht vor: Sie tanzt, trinkt, flirtet, sie ist für ein paar Stunden glücklich und sorgenfrei. Das Problem ist: Was ist am Sonntagmorgen? Ist sie da noch immer glücklich? Und außerdem: Glück vermindert häufig den inneren Antrieb.”

    “Wer im Alter von 40 oder 50 Jahren eine Menge Verantwortung zu tragen hatte, die Erziehung der Kinder etwa, den Beruf, vielleicht auch noch pflegebedürftige Eltern – kurz gesagt: Wer sich um andere Menschen kümmern musste, der ist im Alter meist auch unter widrigen Umständen zufrieden. Also wieder das Thema Bindung.”

    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/04/Psychologie-Leben-Vaillant?page=all

  38. Leiche sagt:

    für mich tröstlich: ich bin nicht die Einzige, die sich um verpaßte Möglichkeiten grämt. Im Alter wird sie länger und länger, die Liste der verpaßten Gelegenheiten. Man hat ein Recht auf seine Granteligkeit! (meinte auch ein Pastor kürzlich auf dlf)

    Mit Altruismus habe ich es nicht mehr so… ;-( habe darus gelernt. Das kann vorüber gehend ins Gegenteil pendeln, nur um sich zu schützen

  39. Leiche sagt:

    Tag der Freundschaft

    http://www.sueddeutsche.de/leben/tag-der-freundschaft-einen-schatz-muss-man-hueten-1.980584

    …keine Freunde in der Welt sollte man haben = Weisung von Superchristen! Es ist ihnen gelungen! Und: sie selber haben ihre *Freunde* ? behalten und sich warm gehalten!

    Lieber keine Fundamentalistenschw. als Freunde, sondern ECHTE SCHWEINE!

  40. Leiche sagt:

    @ Felix

    auch bei Ihnen war mir durchaus im voraus klar, werter Felix, dass Sie sich nicht herablassen würden, einer Leiche zu antworten! ;-)

    und vorbeugend schreibe ich an Rabbi Yussuf, dass die Morgenergüsse auch schon wieder aufgehört haben , bevor sie überhaupt richtig wieder anfangen würden.

    Tschüß Clübchens …Tschüß meine Freunde ! ;-) … bleibe lieber niemand

  41. @ erna sagt:

    Nachtrag Ihrer breit angelegten Thematisierung….Beziehung-Sexualität

    ich füge hinzu: Dekadenz, Überdrüsssigkeit…

    [http://www.zeit.de/campus/2010/04/studentenwerke?page=1]

    [http://www.stern.de/gesundheit/3-libido-probleme-einfach-keine-lust-1522270.html]

  42. Marco Hirt sagt:

    Sehr interessant, dieses Thema – ich dachte, Sie sind eigentlich des Antisemitismus überführt worden, Herr Stamm. Aber wenn es nur das wäre, dann ginge es ja noch.

  43. erna sagt:

    @ @ erna

    Ich kann mich nun wirklich in keiner Weiise erinnern, dass ich das Thema Beziehung – Sexualität hier breit aus- oder angelegt hätte. Falls Sie sich auf Tantrik beziehen, so bitte ich Sie darüber ein einigermassen seriöses Buch zu lesen, damit Sie sich danach vorstellen können worum’s da geht.l Ich wurde in einer etwas unziemlichen Form auf das Thema angesprochen und habe entsprechend reagiert. Tantra-Texte gibt es unzählige die jeder für sich die Zusammenhänge des Lebens das Verwobensein alles Irdischen darlegen. Aber eben, es gibt eben hier in West-Europa fast nur den Neo-Tantrismus und der hat damit kaum was zu tun. Deswegen habe ich mich auch geärgert und etwas überspitzt geantwortet. Sie können sicher sein, der der das versucht hat, wird es nie mehr versuchen, das war für ihn peinlicher als peinlich, er ist geheilt davon, erna in Verlegenheit bringen zu wollen

    Und nun gute NAcht und schönen Sonntag.

  44. erna sagt:

    @ @ erna

    Falls Sie auf den Film, den ich erwähnt habe anspielen, so ging es grade darum, dass sozusagen eine Geschichte in die Geschichte verwoben war und die Schauspieler als vom Film vorgesehene Protagonisten ihre Rolle so gespielt haben, dass sie anstrebten jemand anderes als sich selbst zu sein.
    Im weiteren ist der Spiel-Club an und für sich im neuesten blog, da wäre dann ich der falsche Ansprechpartner.

  45. toleonersea sagt:

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  46. adersqeaa sagt:

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