Schweiz

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hugostamm am Dienstag den 13. April 2010

Dalai Lama: Gottkönig oder tragischer Held?

Mein Kollege Thomas Knellwolf und ich haben unsere persönlichen kontroversen Meinungen zum Besuch des Dalai Lama in Zürich im Tages-Anzeiger veröffentlicht. Da vor allem meine kritische Stellungnahme zu heftigen Reaktionen geführt hat, stelle ich unsere Beiträge auch im Blog zur Diskussion. Zuerst der Beitrag von Thomas Knellwolf.

Muss ich den Dalai Lama sehen gehen, wenn er heute Samstag auf dem Zürcher Münsterhof eine seiner seltenen Reden unter freiem Himmel hält? Niemand muss. Doch es gibt gute Gründe, um 15.40 Uhr vor Ort zu sein, wenn der buddhistische Mönch zu seinem Singsang anhebt. Das Eintauchen in die Masse empfiehlt sich selbst für einen Agnostiker wie mich. Und ebenso für alle anderen, die skeptisch gegenüber Idolen und Rummel sind.

1946 wandte sich Winston Churchill, damals gerade nicht britischer Premierminister, an die Zürcherinnen und Zürcher: «Let there be justice, mercy and freedom!», forderte er in seiner berühmten Zürcher Rede: «Lasst Gerechtigkeit, Gnade und Freiheit walten!» Dem Dalai Lama geht es um dieselben universellen Werte: um Gerechtigkeit, Gnade und Freiheit. Es sind Werte, die der politische und geistige Führer der Tibeter seit Churchills Lebzeiten vertritt. Wer heute Nachmittag auf dem Münsterhof auftaucht, unterstützt letztlich seine friedliche politische Mission. Er oder sie zeigt Solidarität mit dem tibetischen Volk.

Jeder Zuschauer, jede Zuhörerin sendet aber auch ein Zeichen an die Machthaber in Peking und an die Schweizer Regierung. Der Volksrepublik im rasanten Umbruch würde es gut bekommen, friedfertige Minderheiten besser einzubinden statt zu unterdrücken. Theoretisch wäre die Grossmacht dem Dalai Lama zu Dank verpflichtet. Praktisch ist das Gegenteil der Fall: Das kommunistische Regime verunglimpft den Exilpolitiker und Religionsführer, der sich dezidiert und erfolgreich dafür einsetzt, dass selbst seine ungeduldigsten Anhänger nicht zu den Waffen greifen. China scheint sich nicht bewusst zu sein, dass die Alternativen zur tibetischen Friedfertigkeit Kampf, Guerillataktik und Terror sind.

Aus all diesen Gründen sollten westliche Staatoberhäupter den Dalai Lama empfangen. Doch anders als der US-Präsident Barack Obama kuscht die Schweizer Regierung vor der mächtigen chinesischen Wirtschaftsmacht. Keiner der sieben Bundesräte fand vergangenes Jahr Zeit für den Friedensnobelpreisträger. Und keiner war diese Woche zugegen, als sich der «Ozean der Weisheit» bei der Schweiz für die Aufnahme Tausender seiner Landsleute vor 50 Jahren bedanken wollte. Wem die behördlichen Ausreden nicht passen, sollte heute getrost den Rummel um den Dalai Lama mitmachen.

Klingt alles naiv? Mag sein. Aber war Churchill naiv, als er in Zürich sein Plädoyer hielt? Hätte damals jemand erwartet, dass das bis anhin so kriegerische Westeuropa mehr als ein halbes Jahrhundert lang Frieden halten könnte?

Nun mein Artikel:

Die Schweiz empfängt den Dalai Lama wie einen Superstar, selbst Politiker sitzen ihm zu Füssen. Weshalb klettert der Puls von Zürich in die Höhe sobald der «Gottkönig» erscheint?

Eigentlich ist der Mönch ein Anti-star. Eine tragische Figur, die zwischen allen Stühlen sitzt. Sein Leben ist eine einzige Tragödie – persönlich und politisch. Als Kleinkind bekam er von einem Orakel ein erdrückendes Schicksal aufgebürdet und stolpert seither glücklos durch Geschichte und Politik. Seine Mission, Tibet von der Knechtschaft Chinas zu befreien, ist gescheitert.

Die grösste Tragik liegt wohl darin, dass sein Scheitern Ursache der beispiellosen Popularität ist. Als «Heiliger» und ewiger Märtyrer schlägt ihm das Mitleid der Massen entgegen. Das ist der Stoff, aus dem sich die Verehrung nährt. Sein grosser Trumpf ist seine Prominenz. Dabei sind Personenkult und Mitleid für einen tibetischen Mönch spirituelles Gift.

Eigentlich müsste der Rummel den Dalai Lama, den «Ozean der Weisheit», abstossen, denn die Fans sonnen sich in seinem Schmerz und zelebrieren sich selbst gleich mit. Sie feiern in der Aura des vermeintlich reinen Geistes. Der tragische Held duldet es, dass das Publikum seine spirituellen Sehnsüchte ungefiltert auf ihn projiziert. Ein solches Schicksal wünscht man keinem. Zumal der Dalai Lama eine sympathische Person ist.

Der Mann müsste im Grunde genommen zurückgezogen leben, meditierend die innere Leere suchen und dem Weltlichen entsagen. Doch er jettet mit dem Helikopter von Dharamsala nach Delhi, fliegt in der gehobenen Klasse nach Europa und residiert im Luxushotel. Ein Spagat, der auch einen «Gottkönig» zerreisst.

Die weltweit bekannteste Pop-Ikone ist ein Gejagter und ein Getriebener: gejagt von den Chinesen, getrieben von seinen Fans. Und in jüngster Zeit auch von jungen Tibetern, die gern einen härteren Kurs gegen China einschlagen möchten. Kein Wunder, lächelt seine «Heiligkeit» selbst dann, wenn sie nach dem Schicksal ihres gepeinigten Volkes gefragt wird.

Die Verehrer aus der Wohlstandsgesellschaft vergessen, dass der Dalai Lama noch immer magisches Denken kultiviert. Er befragt regelmässig sein politisches Orakel, einen Mönch mit angeblich besonderen seherischen Fähigkeiten. Verdrängt wird auch, dass die tibetischen Klöster bis in die Neuzeit Feudalsysteme waren und die patriarchale Kultur Frauen unterdrückte. Und alles mit dem Segen des erleuchteten «Gottkönigs».

Die Veranstaltungen in Zürich sind spirituelle Wellness-Happenings. Dem leidenden tibetischen Volk bringen sie wenig. Doch das kümmert die Fans kaum, sie wollen ihren Star feiern.

1.279 Kommentare zu „Dalai Lama: Gottkönig oder tragischer Held?“

  1. T-U-B-E-L sagt:

    @ Alexander

    Nein, Tubel muss nicht diplomatisch sein.

    BEWUSSTSEIN IST AUCH OHNE HIRN MOEGLICH

  2. Rabbi Jussuf sagt:

    Dass Bewusstsein auch ohne Hirn möglich ist, beweist unser TUBEL, sofern wir Bewusstsein darauf reduzieren, auf einer Tastatur herumhämmern zu können.

  3. swisswulf sagt:

    @Alexander

    Felix schreibt hier ja nun schon eine ganze Weile. Es gibt Aussagen dei ich mit Ihm teile, andere bei welchen ich ihm widerspreche. So verhält es sich im Übrigen mit den meisten Bloggern hier.

    Wenn Sie mit Ihrem Beitrag veruschen wollen Stimmung gegen Felix zu machen, ist dieser Versuch – zumindest bei mir – gänzlich abgeprallt. Ich selbst mag es nicht wenn sich ein Blogger an “alle” richtet um seine persönliche Haltung gegenüber einem anderen Mitblogger kund zu tun. Selbstverständlich habe auch ich ein persönliches Bild von jedem der hier schreibt. Aber wenn mir etwas quer reinkommt, schreibe ich die Peron direkt darauf an..Niemals aber würde ich hier ein Post an “alle” richten, um die entsprechende Person in irgend ein Licht rücken zu wollen.

    Finde ich absolut bedauernswert, eine solche Haltung.

  4. swisswulf sagt:

    Sorry, mein Betrag von 14:33 war natürlich an notfunny gerichtet..

  5. erna sagt:

    @ alle, die’s interessiert

    Eine zusätzliche Erklärung zur Zugehörigket des Dalai Lama, die Quelle istReclam, Damien Keown, Der Buddhismus – Eine kurze Einführung (Seiten 100 -102), Ausgabe 2001:

    “……….Das letzte Zentrum buddhistischer Kultur, das wir hier betrachten, ist Tibet. Da diese Gebirgsregion nur schwer zugänglich war und feste Handelswege fehlten, gelangte der Buddhismus erst im 8. Jh. nach Tibet. Die Form des Buddhismus, die sich hier entwickelte, heisst unterschiedlich, “Tantrismus”, “Vajrayãna” (Fahrzeug des Donnerkeils) oder – wegen ihres häufigen Gebrauchs von magischen Formeln und Gesängen – auch “Mantrayãna”.
    Das Vajrayãna übernahm Mythologie und Kosmologie des Mahãyãna, ergänzte sie aber durch eine reiche Symbolik und eine Reihe ritueller Praktiken. Den Kern bilden eine Gruppe esoterischer Abhandlungen, die so genannten “Tantras”, die in Indien in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends entstanden sind. Die Tantras bedienen sich mytischer Diagramme (mandalas) und magischer Formeln (mantras) und sind in einer geheimnisvollen “Zwielichtsprache” (sandhyabhãsã) verfasst, zu der nur initiierte den Schlüssel besitzen. Die Initiation wird durch einen Guru (tibetisch Lama) vollzogen, der anschliessend seine Schüler in die esoterische Bedeutung der Wörter und Symbole einweiht. In seinen äusseren Formen gleicht der Tantrismus westlichen Schulen ritueller Magie, die sich magischer Kreise, Pentagramme, Zaubersprüche und Amulette bedienen. Ausgehend von der Anschauung, dass Nirvana und “samsãra” nicht unterschieden sind, lehren die Tantras, dass sich alles – selbst das Begehren – in den Dienst der Befreiung stellen lässt. Die Leidenschaften gelten nicht als etwas an sich Schlechtes, sondern schlicht als machtvolle Form der Energie, die – ähnlich wie Elektrizität – vielseitig verwendbar ist. Insbesondere sexuelles Begehren, früher als Haupthindernis für den spirituellen Fortschritt der Mönche angesehen, gilt jetzt als wirksame Kraft, die wenn sie richtig eingesetzt wird, die spirituelle Entwicklung beschleunigen kann.

    Man kann die tatrischen Lehren verschieden deuten. Manche Buddhisten bildetetn Geheimbünde, um – ähnlich wie bei einem HExensabbath – Rituale sexueller Natur zu vollziehen. Andere hielten sie für allegorisch und nahmen sie nicht für bare Münze. Ein Grossteil der tibetischen Kunst und Ikonographie hat einen explizit sexuellen Inhalt. Allerdings interpretierte man dies meist so, dass der männliche Partner die “geschickten Mittel” (die diversen Techniken, womit die Bodhisattvas die Menschen zur Erleuchtung führen) und der weibliche die Weisheit repräsentiert: Ihre glückliche sexuelle Vereinigung ist das Nirvana. So verstand Gelug-pa, die im 14. Jh. von Tsong-kha-pa gegründete, einflussreichste Sekte des tibetischen Buddhismus, das Tantra als Vehikel, das eine tiefe spirituelle Wahrheit verkörpert, und nicht als Einladung, moralische Normen umzustürzen. Wie ihre frühen indischen Vorläufer hielten sich die Mönche dieser Sekte streng an die Ordensregeln, die neben ihren vielen anderen Vorschriften auch auf dem Zölibat für Mönche bestehen. Eine Sekte, die Nying-ma-pa (“die Alten”), erlaubte sich jedoch eine Art Priesterehe.
    Die tibetischen Dalai Lamas gehören der Gelug-pa-Sekte an. “Dalai”, ein mongolisches Wort mit der Bedeutung “Ozean (der Weisheit)”, ist ein Titel der im 6. Jh. vom mongolischen Herrscher Altan Khan verliehen wurde. Das Amt des Dalai Lama umfasst wowohl religiöse wie weltliche Aufgaben. Bis in jüngste Zeit, als der gegenwärtige Amtsinhaber – der 14. Dalai lama Tenzin Gyatso – 1959 nach der chinesischen Invasion im Jahr 1950 aus Tibet fliehen musste, wurde das Land von einer Folge von Dalai Lamas regiert. Seitdem residiert der Dalai Lama in Dharamsala im Nordwesten indiens. Tibet ist inzwischen vollständig unter kommunistischer Herrschaft. Ein Programm der £”ethnishcen Säuberung” hat den Exodus von mehr als einer Million Tibeter provoziert. Viele bedeutende buddhistische Klöster mit ihren Manuskripten und Kunstwerken von unschätzbarem Wert sind zerstört, wenn man auch hin und wieder einige sakrale Orte teilweise wieder aufgebaut hat. ……”

  6. erna sagt:

    @ alle, die’s interessiert

    Mein letzter Beitrag, weil irgend jemand im Blog “tantrisch” auf sexuelle Praktiken reduziert hat, w eine häufige Fehlinterpretion.

  7. Anna sagt:

    @ Winnie the Pooh

    Danke für Ihre Antwort. Mich von meiner Zwillingseele plötzlich falsch verstanden zu fühlen, war gestern eine verwirrende Erfahrung für mich, aber nun ist alles wieder gut :-)

    @ Felix und alle von der Heideggerdiskussion

    Wir müssen hier drei Ebenen unterscheiden:
    1. Heideggers Werk
    2. Heidegger, der Mensch (z.B. seine Biographie)
    3. Was Heideggers Werk für Felix bedeutet

    Felix, Ihr Text von gestern abend gefällt mir, weil es spannend ist zu erfahren, wie Sie Heidegger erlebt haben und was Heidegger bei Ihnen ausgelöst hat. (Es wäre interessant, noch mehr solche persönliche “Bekenntnis”- oder “Erfahrungs”texte über philosophische, oder es dürfen auch literarische, Texte zu lesen.)

    Heideggers Texte werden mir auch weiterhin nicht gefallen, aus einer ganzen Reihen von Gründen. Mir widerstrebt es mir zutiefst, wie alles dem Denken unterworfen und das Denken als d e r (einizge?) Weg zu “Glückseligkeit” dargestellt wird. Ich kaufe Heidegger auch nicht ab, dass man sich durch Denken auf seinen Tod (oder auf iüberhaupt irgend etwas) vorbereiten kann. Die Erfahrung, dass man, wenn man anfängt, zu “denken”, gewissermassen “erwacht” und anfängt, herauszufinden, wer man ist (sein wird), und dass man durch das Denken/Bewusstsein (?) eine Distanz zu sich selbst, zu seinen Lebensumständen schafft, die man als Freiheit erlebt, kann ich gut verstehen, diese Erfahrung machte ich auch.
    Nur gibt es viele Möglichkeiten, diese Erfahrung zu machen, die Frage bleibt, ob gemäss Heidegger nur seine Erfahrung gültig ist.
    Nehmen wir an, Sie sitzen nach Ihrer Heideggerlektüre auf einem Dach, halten eeinen Ziegel in der Hand und es fährt Ihnen total ein, dass es nicht selbstverständlich ist, dass dieser Ziegel existiert, dass er auch nicht existieren könnte. Der grosse Irrtum ist m.E. zu glauben, dass man Heidegger gelesen haben muss, nach 1800 geboren sein, “denken” im Sinne von Heidegger (oder Drogen konsumiert haben) muss, um diese Erfahrung machen zu können. Und der noch grössere Irrtum (und eine meinem Empfinden komplett widersprechende Einstellung) ist, dass diese Erfahrung einem Menschen glücklicher und zu etwas Höherem macht als eine Pflanze, ein Tier oder eine tiefgläubige, mausarme Analphabetin, irgendwo in einem abgelesenen Dorf in brasiliansichen Hinterland, die auf die Frage, “warum ist dieser Stein hier”, nach kurzem Nachdenken antwortet: “Weil Gott will, dass dieser Stein hier ist.” Manchmal wäre ich (abgesehen von der Armut), gerne diese Frau, oder eine Pflanze.
    Levinas hat das alles viel besser formuliert, ich werde einmal meine Notizen suchen (der Blog zwingt mich, meine Habseligkeiten aufzuräumen, das ist gut so).

  8. heidi reiff sagt:

    @ Morgenstern

    Ich meinte natürlich Babys, die noch nicht laufen können . Was das Rauchen betrifft bin ich nach Freud in der oralen Phase stecken geblieben, ich brauche meinen Nuggi bis ich das Zeitliche segne, eine Manie ist vermutlich auch mit Handauflegen nicht
    zu kurieren. Ich halte mich an Grundregeln , wenn ich draussen eine Zigi paffe, schicke ich meine Grosskinder weg, oder distanziere mich selbst während dem Paffen. Wie Sie festgestellt haben neige ich zur Depression, ich habe das integriert in meine Persönlichkeit, ich kann nicht auf Knopfdruck lachen, meine innere Intuition ist mein Wegbegleiter, für das braucht es keine Religion. Kein Mensch kommt drogensüchtig auf die Welt, jede Droge auch Alkohol hat viele Gesichter. Ich konnte viele Aengste von früher abbauen die sog. Traumata in dem ich meine Leichen aus meinem Keller geholt habe, nicht in 5 Minuten. Ich weiss heute selbst was mir gut tut und was nicht, in dieser Beziehung bin ich erwachsen, das eine schliesst das andere doch nicht aus, die eigene Mitte finden das geht, war für mich ein erster Schritt, mich nichtmehr manipulieren zu lassen.

  9. erna sagt:

    @ alle, die’s interessiert

    Eine Erklärung aus demselben “Werk” zum “Begriff “Geschickte Mittel”. Sieten 130/131 oben.

    Eine wichtige Neuerung in der Mahãyãna-Ethik war die Lehre von dene gechichten Mitteln (upãya-kau´sala). Sie hat ihre Wurzeln in der Geschicklichkeit, mit der der Buddha sdas dharma verkündete, welche sich in der Fähigkeit zeigte, seine Botschaft auf den Kontext, in dem er sie verkündete, abzustimmen. Wenn er eta mit Brahmanen sprach, erläuterte der Buddha seine Lehren oft, indem er ihre Rituale und Traditionen heranzog, und führte seine Zuhörer dann schrittweise zur Erkenntnis der Wahrheit eines buddhistischen Prinzips. Einen wichtigen Teil seines didaktischen Repertoires, das er geschickt dem Niveau seiner Zuhörer anzupassen wusste, bildeten Parabeln, Metaphern und Vergleiche.
    Das Mahãyãna entwickelte diese Gedanken in radikaler Weise weiter. Nicht nur wurden die frühen Lehren, so legen Texte wie das Lotus-s~utra nahe, geschickt vorgetragen, sie waren auch insgesamt ein “geschicktes Mittel”. Daraus ergeben sich bedeutsame Konsequenzen für die Ethik. Wenn die frühen Lehren eher provisorischen als endgültigen Charakter hatten, könnte dasselbe auch für die in ihnen enthaltenen Gebote gelten. Mit anderen Worten, die in den frühen Quellen immer wieder ausgesprochenen klaren und strengen Regeln, die gewisse Handlungstypen verbieten liessen sich dann als bloss vorläufige Richtlinien für jene Gebote deuten, wären aber nicht definitiv bindend. …….”

    Fragt sich einfach, welche Stellung Frauen im Buddhismus zugedacht wird, die auch hier – so scheint mir – vernachlässigt wird, ganz so, als wenn Frauen als Menschengruppe eine zu vernachlässigende Minderheit wären. Stellt sich die Frage nach der Aufklärung des Geistes – heir im Zusammenhang mit Dalai Lama und Buddhismus – erneut??

  10. erna sagt:

    @ alle, die’s interessier

    Mahãyãna bedeutet Erlösungs-Buddhismus. Hatte ich vergessen zu vermerken, sorry.

  11. erna sagt:

    …oder auch “das grosse Fahrzeug”………..bitte um weiteres selbst NAchlesen.

  12. Winnie the Pooh sagt:

    @ Tubel

    Ihre Antwort entbehrt weiterhin den denkerischen Fähigkeiten, die Sie bei Heidegger gelernt haben wollen.

    Richtig ist, dass Mord ein terminus technicus der Juristen ist und gleichzeitig eine – leicht abweichende – Bedeutung im allgemeinen Sprachgebrauch hat.

    Das ändert nichts daran, dass Sie question begging betreiben, und das ist eine Analyse, die ich als Logiker und nicht als Jurist mache. Sie nennen die Abtreibung einfach Mord und schliessen dann daraus, dass sie eines der grössten Verbrechen ist (no na, Verbrechen ist wahrscheinlich auch keine juristischen Begriff). Was Sie übersehen ist, dass Mord sich (auch im allgemeinen Sprachgebrauch) immer auf das Auslöschen eines menschlichen Lebens bezieht und dass die Frage, ab wann der Foetus als vollwertiges menschliches Leben gilt, gerade die ethische Frage ist, die zu beantworten ist. Die katholische Kirche hat darauf eine Antwort (bei Zeugung der Verschmelzung von Eizelle und Samen, was einige interessante Fragen offen lässt), die evangelische Kirche eine andere. Die Menschen in den angelsächsischen Ländern, die überwiegend Christen waren und sind hatten eine Antwort (Mensch wird man, wenn man sich im Mutterbauch bewegt= quickening, lesen Sie dazu Roe v. Wade, 410 U.S. 113 (1973), http://www.law.cornell.edu/supct/). Das schweizerische Recht hat eine andere Auffassung. Mensch im Sinne des Rechtes wird man durch die lebende Geburt.

    Ich diskutiere schon längst nicht mehr über die Frage, wer hier Recht hat, die Abtreibungsdiskussion ist ethisch so etwas von abgegrast.

    Wenn Sie aber meinen, dass Sie Ihren (offenbar der katholischen Auffassung entsprechenden) Standpunkt dadurch erhärten können, dass Sie Abtreibung einfach Mord nennen und jedem, der gegen dieses Labelling (question begging) Einspruch erhebt, als juristischen Federfuchser bezeichnen, dann müssten Sie wohl schon etwas mehr von Ethik, ethischen Universalien und der Geschichte der Ethik des Lebensschutzes verstehen, damit man Sie ernst nehmen kann.

    Noch einmal, es geht hier nicht um die Legaldefinition von Art. 112 StGB, das war – für jedermann ausser für Sie klar ersichtlich – niemals mein Einwand, wie ich auf diesem Blog – ausser mit meiner Zwillingsseele Anna – auch kaum von mir aus juristische Fragen diskutiere, es geht darum, wann menschliches Leben beginnt, in dem Sinne dass es den vollen Schutz, den die Gesellschaft menschlichem Leben zukommen lässt geniessen soll. Und diese ethische Frage wurde in der ganzen Geschichte der Menschheit kaum je so beantwortet, wie dies die RKK in den letzten 50-100 Jahren tut. Die RKK, die bis vor ca.drei Jahren die ungetauften Neugeborenen noch in die Vorhölle (Limbus) verbannte, ist Übrigens nicht unbedingt in der Position, dass sie sich vollmundig als Schützerin des ungeborenen Lebens präsentieren dürfte.

  13. Morgenstern sagt:

    Olive: “Sehr häufig ist es leider so, dass der Süchtige mittels Substanzeinnahme sich so effizient und dauerhaft von jeglicher Konfrontation mit der Realität und deren unausweichlichen Frustrationen entzieht, dass er in einer Art Unreife verharrt, er flüchtet und seine Reifung zieht an ihm vorbei, wenn man so will.

    Ja, das ist so – wenn man mitten drin steckt – und geht bis zum bitteren Ende so, wenn man nichts ändert. Die Überwindung der Sucht ist der Reifeprozess. Der Tag danach ist sozusagen der Anfang des Reifeprozesses. Und der lässt sich aufschieben. Andererseits erhöhen dann ja die Drogen selber die Frustrationen. Es gibt darum keine rechte Flucht vor Frustrationen. Es wird uns nichts geschenkt ;-)

    Wie dem auch sein, so oder so ein Spiel mit dem Feuer. Aber auch dieses Spiel gibt es anderswo: Workaholic, Sexsucht usw. usf.

  14. charlie sagt:

    erna,
    was halten Sie von diesen beiden Links?

    http://www.dalank.de/jens/seba_r041.html

    New Age Pädagogikg Vortrag Franzke “Eine tödliche Gefahr für unsere Kinder” und” Esoterik in der Schule”alles zu finden hier oder unter Stichworten googeln

    bravenewschools.wordpress.com/anmerkung-der-ubersetzerin/

  15. Anna sagt:

    @ alle die’s interessiert

    Via Wikipedia habe ich einen kurzen Text (9 Seiten) gefunden, der einen Eindruck vermitelt von dem, was für Levinas an Heideggers Philosophie nicht stimmig ist:

    http://www.geraldrauscher.de/doc/levinas.pdf

  16. erna sagt:

    Und an jenen, der mich zu meinen Beiträgen veranlasst hat, @ derjenige, der Tantra ausschliesslich als Sexualpraktiken bezeichnete:

    Mir sind auch solche Geschichten zu Ohren gekommen von Gurus, die – aus meiner Sichtmissbräuchlich – Frauen ihrer Wahl von spiritueller “Reifung” durch geschlechtskontakte mit ihnen selbst überzeugen konnten. Es gibt die sog. Boddisttvas, die geloben sich in ihren zahhlosen Leben dafür einzusetzen, dass andere das Nirvana erreichen. Aber DAS kann damit nicht gemeint sein.
    Ohnehin würde ich allzu westlich Orientierten die den Buddhismus ihren Bedürfnissen allzu sehr angepasst haben raten sich ab und zu mit den Grundgedanken auseinander zu setzen. Und das läge dann eben nicht darin vor allem das weibliche Geschlecht auf seinen Torso zu reduzieren resp. umgangssprachlich auf eine Art Kleinkinderniveau………..ich habe Groteskes erlebt in diesem Zusammenhang, Situationen, in denen ich mich ernsthaft gefragt habe wer da genau verrückt sei…………..

  17. erna sagt:

    @ cahrlie

    Was hat das mit tibetischem Buddhismus zu tun? Aber richtig ist es schon, allem Sektiererischen gegenüber sehr skeptisch zu sein und sich davon zu distanzieren.

  18. Morgenstern sagt:

    erna: “Aber DAS kann damit nicht gemeint sein.

    Richtig, DAS war ganz bestimmt nicht damit gemeint.

    Aber anscheinend schafft es ja nicht einmal die RKK, dies gewissen Priestern verständlich zu machen. (Mich nimmt ehrlich gesagt eh wunder, welche Anleitung/Erklärung die RKK gibt für die Umwandlung sexueller Energie in spirituelle Energie. Ob es nur die Anleitung zu intensivem Gebet ist? Ob ihr Kundalini ein Begriff ist, oder ob sie einen sinngemässen Begriff kennt?)

    Kein Wunder also, wenn hier “derjenige” nur “Sexualpraktik” versteht.

    Winnie the Pooh hat ja mal geschrieben, dass die Sublimation eigentlich ein spannendes Thema wäre. Finde ich auch.

  19. Alexander sagt:

    @swisswulf

    Nein, ich habe mein posting nicht an “alle” gerichtet, sondern an “notfunny” und an “Felix”. Ich mache mir – im Gegensatz zu Ihnen- kein persönliches Bild von einem Mitblogger, sondern lese nur, was geschrieben steht. Ich habe keine Ahnung, wer hinter dem nick “Felix” steckt, und will es auch nicht unbedingt wissen. Ich weiss nicht einmal, ob Felix wirklich als “Felix” existiert und ob er nicht etwa mit seiner esoterischen Glückserfahrungen nach der Heideggerlektüre geflunkert hat. Auf jeden Fall tönen mir seine Ausführungen nicht gerade authentisch. Wenn ich gegen etwas Stimmung machen wollte, dann sicher nicht gegen Felix, sondern gegen eine abgehobene esoterische Auffassung der Philosophie. Und das geht alle an und nicht etwa nur “Felix” oder Felix.

  20. erna sagt:

    @ morgenstern

    Insofern unterscheidet sich die RKK als sie klare Vorstellungen über menschliches Verhalten in jeder Hinsicht vermittelt. Wir wissen wovon dabei die Rede ist und wenn wir – auch aufgrund anderer sozialer Faktoren – ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln sind wir als Erwachsene (Frauen) aufgrund unserer Geisteshaltung kaum gefährdet irgendeinem Guru oder so auf den Leim zu kriechen. Wir werden ihn unter “exotische Spinner” ablegen und “vergessen”. Das andere unschöne Kapitel hat mit Krankhaftem zu tun und insofern stimme ich Ihnen und winnie zu, als Sublimation ein interessantes Kapitel wäre – nicht nur Geisltiche betreffend und solche, die sich dafür halten.

    Insgesamt halte ich für niederträchtig, wer bewusst, sogar kraft eines Amtes – egal welcher Art, auch selbst zugedachte “Ämter” fallen unter diesen Aspekt – andere in irgend einer (oft scheinbaren) Schwäche für sich ausnutzt. Auch weniger als Kindsmissbrauch kann verletzen und Spuren hinterlassen.

  21. Morgenstern sagt:

    Alexander: “Wenn ich gegen etwas Stimmung machen wollte, dann sicher nicht gegen Felix, sondern gegen eine abgehobene esoterische Auffassung der Philosophie.

    Oha, was ist denn die korrekte Auffassung von Philosophie?

    Wiki dazu: “Kerngebiete der Philosophie sind die Logik (als die Wissenschaft des folgerichtigen Denkens), die Ethik (als die Wissenschaft des rechten Handelns) und die Metaphysik (als die Wissenschaft der ersten Gründe des Seins und der Wirklichkeit).

    Anders gefragt, wie sieht die bodenständige Metaphysik aus?

  22. erna sagt:

    @ morgenstern

    Und was ich hier überhaupt nicht erwähnt habe sind z.B. jene Kinder, die durch ihre Eltern in die Abhängigkeit exotischer Sektenguru’s geraten sind wie z.B. Baghwan und Co. und dabei massloses Unrecht erfahren haben in Sachen Kindsmissbrauch. Wenn man hier Vergleiche ziehen wollte, müsste man die in den 20iger Jahren aufgekommene Tendenz der westlichen Gesellschaft zu Theosophie und Okkultismus, resp. Buddhismus genau analysieren. Was käme wohl ans Licht bei einer Grossumfrage bei den Jahrgängen der möglicherweise Betroffenen? mit Eltern aus den 60igern und so?

    Und weiter gäbe es ganz viel Kindsmissbrauch in ganz gewöhnlichen familiären Verhältnissen an z.B. Verdingkindern und von ihren Familien aus sozialen Gründen jeglicher Art zwangsgetrennten Kindern. Man soll Missverhältnisse offenlegen aber immer im Hinblick auf die Gesamtsituation der jeweils in Frage gestellten GEsellschaft. Und da wäre Sublimation tatsächlich ein interessantes Kapitel weil bei Missbrauch m.E. immer Machtansprüche und Gewalt eine Rolle spielen.

  23. T-U-B-E-L sagt:

    @ Winnilein

    Auch für dein letztes Post an mich verdienst du dir keinen Honigtopf.

    Ich habe im Verlauf meines Lebens die Möglichkeit gehabt mich mit sehr vielen Aspekten der Abtreibung vertraut zu machen.
    Auch b hat uns hier im Blog von ihrem Schicksal erzählt. Ein schwer behindertes Kind, das sie nach meinem Dafürhalten sehr liebt.
    Da sie aber nicht über die nötigen Resourcen verfügt muss sie zuschauen wie ihr Kind gleich doppelt leidet, an den Missbildungen und an der Pflege.
    Was sagt soetwas einer Mutter, die ebenfalls ein behindertes Kind erwartet.
    Wenn du dein Kind liebst, kannst du ihm dann soetwas antun ?
    Wenn du dein Kind wirklich liebst, dann machst du es weg.
    Du ersparst damit beiden, ihm und dir viel Kummer und der Gesellschaft viel Geld.
    Gerade dass die Abtreibung salonfähig geworden ist, macht es solchen Frauen besonders schwer,
    sich für das Leben zu entscheiden, weil ihnen bei einer solchen Entscheidung eisiger Wind entgegen schlägt.

    Ich möchte noch ein Beispiel geben aus meinem privaten Bereich,
    das vielleicht etwas anschaulich machen könnte, was ich meine.

    Ich habe zwei Bekannte, welche beide während ihrer Ausbildung schwanger wurden,
    und welche beide die Indikation gehabt hätten für einen legalen Schwangerschaftsabbruch.
    Sie sind beide unter gesellschaftlichen Druck geraten, das Kind abzutreiben.
    Vorallem im einem Fall wurde regelrechter Psychoterror ausgeübt von einer atheistischen Frau,
    die zuvor selber abgetrieben hatte, obwohl auf allen Ebenen üppig Ressourcen vorhanden gewesen waren.
    Ich habe beide darin bestärkt allen Widerständen zum Trotz die Kinder auszutragen.
    Es sind zwei prächtige gesunde Kinder geworden.

    Beide sagen, dass es das Beste ist, was sie in ihrem Leben gemacht hätten, diese Kinder auszutragen.

    Dass mal ernsthaft die Frage im Raum gestanden hat, ob sie diese Kinder abtreiben sollen oder nicht,
    dass gesellschaftliche Kreise sogar Druck ausgeübt haben in Richtung Abtreibung
    ist für beide Frauen absoluter Horror.

    Ein Gedanke, welcher sie beide mit Schrecken erfüllt.

    “für jedermann ausser für Sie klar ersichtlich”

    Ja, wenn man praktische Auswirkungen vor Augen hat, dann wird man wahrscheinlich wirklich blind für deine Ausführungen.
    Nur weil die Gesellschaft bestimmt, dass ein Embryo kein Mensch ist, heisst das noch lange nicht, dass die Gesellschaft recht hat.
    Habe das schon einmal geschrieben, aber du hast es offensichtlich überlesen.

    Und jetzt lass mich in Ruhe zu dem Thema oder unterhalte dich mit Anna darüber,
    die findet sicher alles ganz toll, was du dazu zu sagen hast.
    Was ein untrüglicher Beweis sein dürfte für dem Thema angemessene denkerische Fähigkeiten.

  24. erna sagt:

    @ morgenstern

    Und ein Thema, das in diesem Zusammenhang noch gar nicht angetastet wurde ist Missbrauch und Misshandlungen Anvertrauter nicht nur Minderjähriger sondern z.B. physisch und psychisch Behinderter.
    Vor vielen Jahren lebte in meiner Nachbarschaft eine sehr hübsche junge Frau, die zwar allein leben konnte aber damit von ihren geistigen Fähigkeiten sicher an einer Grenze ihrer Belastbarkeit war. Sie war ausgesprochen hübsch aber ein “einfaches Gemüt” und wurde nur zu oft von Männern ungebührlich angesprochen und ich biss mir dabei das eine oder andere Mal fast die Zunge entzwei weil mich das wütend machte. Eines Nachts kam ich nachhause als in unmittelbarer Nähe eine schwarze Limousine mit abgedunkelten Scheiben anhielt und eben diese junge Frau hinausgestossen wurde. Sie fiel hin aufs Trottoir und schrie: “ihr Schweine, ihr gottverdammten Schweine…..”. in jener Nacht habe ich nicht geschlafen und mich verfolgt bis heute, wenn Themen wie Menschenwürde und Missbrauch diskutiert werden dieses Erlebnis. Natürlich waren das bestimmt keine Gurus aber auch keine katholischen Priester. Es waren lediglich sogenannt erwachsene Männer, die die Unbedarftheit dieser jungen Frau in absolut hässlichster Weise ausgenutzt haben. Und solche unbedarften Frauen, die sich auf diese Weise nötigen lassen, gibt es nach wie vor zuviele und die die solches Unrecht zufügen, ohne sich vor rechtlicher Strafverfolgung fürchten zu müssen, auch.

    Da ist mir die RKK lieb, die jedes ihrer Mitglieder im Jugendalter im Zusammenhang mit dem Thema Ehe und Familie lehrt, dass jeder Mensch ein Recht auf Unversehrtheit hat und dass man sich seiner eigenen Würde bewust sein soll. Das mag theoretisch klingen, aber ausgerechnet da, aus Katholizismus heraus – Familie, kirchliches Umfeld, Religionsunterricht, Kathechismus – habe ich mein eigenes Selbstbewusstsein “geschöpft. Und das ist was äusserst Gesundes, glauben sie mir. Alles hat mehrere “Seiten” auch die RKK.

  25. T-U-B-E-L sagt:

    @ Anna

    “Heideggers Texte werden mir auch weiterhin nicht gefallen, aus einer ganzen Reihen von Gründen. Mir widerstrebt es mir zutiefst, wie alles dem Denken unterworfen und das Denken als d e r (einizge?) Weg zu “Glückseligkeit” dargestellt wird.”

    Wird mit Heideggers Horoskop durchaus wahr und verständlich.
    Habe es nur schnell überflogen, was auffällt, Heidegger hat ca 60 Prozent seiner Planeten in Luftzeichen und keines im Wasser.
    Luft ist grosso modo Denken und Wasser ist grosso modo Fühlen.
    Die Planeten sind praktisch alle im oberen Teil des Horoskopzirkels angeordnet, was das Bewusste repräsentiert, im Gegensatz zum unteren Teil, welcher das Unterbewusste repräsentiert.
    Werde es vielleicht später noch genauer anschauen.
    Aber ich kann jetzt schon sagen, das Horoskop ist stimmig mit deinen Vermutungen, dass alles dem Denken unterworfen wird und dass das Denken der einzige Weg zur Glückseligkeit ist, von den Anlagen her gegeben.

  26. Winnie the Pooh sagt:

    @ Tubel

    Entweder wollen Sie ein Denker sein oder Sie wollen rührselige Geschichtchen erzählen und Horoskope interpretieren. Ihr Satz “jetzt lass mich in Ruh” ist wieder gehobener Blödsinn, ich habe mit keinem Wort über Wert und Unwert von Abtreibung diskutiert und würde dies auf diesem Blog auch kaum diskutieren. Ich habe nur gezeigt, wie unzulänglich Sie argumentieren (nachdem Sie behaupten von Heidegger das Denken gelernt zu haben). Sie, einzig und alleine Sie haben diese Diskussion eingebracht, bisher aber noch niemanden gefunden, der es mit Ihnen diskutieren will. Im Übrigen möchte ich von Ihnen nicht geduzt werden

  27. not funny sagt:

    swisswulf @ alexander bzw. not funny: Niemals aber würde ich hier ein Post an “alle” richten, um die entsprechende Person in irgend ein Licht rücken zu wollen. Finde ich absolut bedauernswert, eine solche Haltung.

    Stimmt eigentlich, dieses “at all” ist überflüssig, da es ein öffentlicher Blog ist, in dem sowiso alle lesen ;-) Trotzdem werde ich mich in mein Schämdieggeli verziehen und versprechen, niemals mehr “at all” zu benutzen, wenn nur ein Blogger gemeint ist.

    (Hey Dario, wohnst du eingentlich immer noch in Obfelden? Schicke Maschine, die du da hast )

  28. Winnie the Pooh sagt:

    Das Erstaunliche an diesem Blog sind die Niveauunterschiede, gut teilweise von den Trollen bewusst herbeigeführt.

    Da nennt sich einer Tubel und schreibt einen solchen Satz:

    “Nur weil die Gesellschaft bestimmt, dass ein Embryo kein Mensch ist, heisst das noch lange nicht, dass die Gesellschaft recht hat.”

    Wir reden seit vier Jahren auf diesem Blog über Kant, über Saussure etc, und da schreibt einer einen solchen Satz. Versuchen wir es einmal

    Mensch ist ein Begriff, ein Signifiant. Was die Bedeutung eines Begriffes der Signifié ist Konvention. Es gibt keine zwingende innere Verbindung zwischen Signifiant und Signifié. Ob die Träger der Sprachkonventionen nun “Gesellschaft” oder “Sprachgruppen” oder anderswie genannt werden, ist unerheblich, sie haben mit ihrer Konvention immer Recht, da Sprachkonventionen keine Frage der Gerechtigkeit sondern der willkürlichen Zuweisung sind. Wenn also die Gesellschaft unter Mensch nur geborene Wesen mit einem menschlichen Genom verstehen will, dann hat sie Recht. Damit sagt sie aber nichts aus über den Schutz und die Stellung, die ungeborenen Menschen mit einem menschlichen Genom zukommen sollen. Das sind ethische und rechtliche Fragen. Mit Begriff- und Kategorienbildung können keine Grundlagen für rechtliche und ethische Entscheide geschaffen werden. Das tönt trivial, ist trivial, wird aber einfacheren Gemütern, die gerne mit “Mord”, “Verbrechen” etc. operieren, vor allem also die Hoheit über die Begriffbildung suchen (nenen wir sie SVP-ler) nie in den Schädel gehen

    Nun könnte man natürlich sagen, besagter Tubel habe sagen wollen, auch wenn die Gesellschaft einem ungeborenen Wesen mit menschlichem Genom nicht den vollen Schutz, der dem geborenen Menschen zukomme, zukommen lassen wolle, so müsse sie nicht Recht haben.

    Recht haben, heisst bei Tubel, wie wir bereits wissen, nicht, in Übereinstimmung mit den Regeln der positiven Rechtsordnung in ihrer gängigen Auslegung und Anwendung stehen. Sonst wäre ja der Satz einfach falsch. Im Recht ist der Embryo als Schutzobjekt anders gestellt als der geborene Mensch, folglich hat die Gesellschaft Recht, sie hat Recht, weil sie es selber gesetzt hat.

    Was Tubel genau mit Rechthaben meint, kann man nur vermuten, da er lieber mit emotionalen Begriffen und rührseligen Geschichtchen operiert. Vermutlich meint er ein überpositives Naturrecht, allenfalls gar ein gerechtes Recht. Vielleicht meint er einfach auch ethisch gerechtfertigt

    Wo allerdings dieses Recht, diese Ethik ausser in den Köpfen der Abtreibungsgegner wurzeln soll, darüber weigert sich Tubel beharrlich zu diskutieren. Die Menschenrechte wurden bisher noch nie so ausgelegt, dass sie dem Embryo den vollen Schutz menschlichen Lebens gegenüber seiner Mutter gewähren. Anderes zwingendes Völkerrecht ist mir nicht bekannt. Dass es jein der Geschichte eine allgemeine Rechts- oder ethische Auffassung gegeben hätte, nach welcher Abtreibung einer vorsätzlichen Tötung gleichzusetzen sei, ist mir nicht bekannt. Es gab zwar germanische Rechtsordnungen, die Abtreibungen Mord gleichsetzten aber es gab auch lange Zeit die Kirche, die eben Abtreibung in den ersten Wochen gerade nicht Mord gleichsetzte. In aller Regel war bis ins 20. Jahrhundert Abtreibung verboten, wurde aber milder bestraft als vorsätzliche Tötung. Dies war schon deshalb geboten, weil ja der frühe Staat gar nicht zuverlässig zwischen Abtreibung und spontanem Abort unterscheiden konnte.

    Man kann durchaus der Meinung sein, dem Foetus müsse so früh wie möglich der volle Lebensschutz zukommen und diese Meinung ist ethisch genau so valabel wie die Meinung, die Frau hätte während der ganzen Schwangerschaft das Recht auf ihren Bauch. Das ist genau das, was man nicht diskutieren kann, weil letzten Endes die Güterabwägung zwischen entstehendem menschlichen Leben und Freiheit der Frau nicht rational zu einem zwingenden Schluss führt.

    In diesem Sinne würde ich mich nie über einen Abtreibungsgegner lustig machen. Ich bin aber allergisch auf Leute, die behaupten, Abtreibungen seien Mord auf der gleichen Stufe wie Holocaust. So dummes Geschwätz ist nämlich nicht einfach nur dumm, es führt dazu, dass schwächere Gestalten sich berechtigt fühlen, Abtreibungsärzte anzugreifen oder gar umzubringen. Wer sagt, Abtreibung ist Mord und die Gesellschaft, die etwas anderes sagt, hat Unrecht, der ist nichts anderes als eine Dumpfbacke, der sich über unsere Rechtsordnung stellen will und dem es letzten Endes auch nicht mehr um Ethik sondern um Fanatismus geht. Wer sagt, ich bin gegen Abtreibungen, weil die Ehrfurcht vor dem Leben uns gebietet, das menschliche Leben so weit wie möglich zu schützen, der argumentiert valabel, schon weil er das Wort “ich” verwendet. Es ist auch durchaus legitim, sich für eine Wiedereinführung des Art. 118 StGB einzusetzen, es ist illegitim die Befürworter als Mordbande zu bezeichnen

  29. T-U-B-E-L sagt:

    Wegen Art.190 BV konnte das Bundesgericht keine Stellung dazu nehmen,
    ob Art. 119 StGB Verfassungskonform ist in Bezug auf Artikel 10 Absatz 1 BV.

    Schockierend !

  30. T-U-B-E-L sagt:

    @ Winnie

    Dein Bestehen auf das Siezen ist darauf zurückzuführen, dass du schön älteren Semesters bist.
    Da du dich wiederholt über dein Alter beschwert hast, werde ich diesem Wunsch nicht entsprechen.
    Aus Rücksicht auf deine Emotionalität, die ein sonderbares Eigenleben führt neben ? hinter? unterhalb ?oberhalb ? in ? deiner denkerischen Disziplin .
    Durch das Duzen führe ich dir quasi jugendliche Energie zu.
    Es ist also nur zu deinem Besten und hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, im Gegenteil.

    Habe mich halb tot gelacht über deinen Kommentar 19:34.
    Da hätte ich noch viel dazu zu sagen.
    Mal sehen, vielleicht werde ich weich, vielleicht morgen.
    Weil -offen gestanden – es erbarmt mich, wie du gefangen bist im juristischen Denken.

  31. Cahrlie sagt:

    erna,
    es geht um Okkultismus (auch im tibetischen Buddhismus)

  32. erna sagt:

    @ Cahrlie

    Ehe Sie kommentieren bitte ich Sie, den Verlauf des Austauschs mitzuverfolgen. Es würde Ihnen dann leichter fallen nachzuvollziehen warum ich die letzten Beiträge verfasst habe und an wen sie gerichtet sind.

    Sie werden sehen, dass IHRE Bemerkung DANEBEN IST und nicht etwa meine Beiträge. Also: LESEN ist für Sie ausschlaggebend Ungelesenes zu kritisieren wirkt immer so ein wenig dümmlich……

  33. erna sagt:

    @ Cahrlie

    Lesen Sie morgensterns letztes posting an mich. Darin thematisiert er im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen Sublimation von Sexualität. Man kann sicher geteilter Meinung sein aber sexueller Missbrauch an Kindern resp. Missbrauch an und für sich sind m.E. geleitet von Machtansprüchen und Gewalt. In diesem Zusammenhang von Sublimation zu sprechen scheint mir unbeschreiblich……unnachvollziehbar…….wiewohl ein interessantes Thema im Zusammenhang mit Zölibat. Umso mehr als auch buddhistische Mönche zölibatär leben.

  34. Olive sagt:

    @Winnie

    hat Tubel nicht einmal erwähnt, es gefalle Gott nicht? ( überpositives Naturrecht)
    Warten wir auf seine Erklärungen..

    “Dies war schon deshalb geboten, weil ja der frühe Staat gar nicht zuverlässig zwischen Abtreibung und spontanem Abort unterscheiden konnte.”

    Das ist ja überhaupt ein Argument, wie schon häufiger besprochen, gibt es spontane Aborte und diese nicht einmal so selten.

    Wie können wohl diese nach Ansicht von Tubel gewertet werden, mordet da die Natur?

  35. Winnie the Pooh sagt:

    “Wegen Art.190 BV konnte das Bundesgericht keine Stellung dazu nehmen,
    ob Art. 119 StGB Verfassungskonform ist in Bezug auf Artikel 10 Absatz 1 BV.

    Schockierend !”

    Wie wäre es, wenn Sie mit Ihren halbgegorenen Weisheiten auf ein Opus-Dei- oder Freikirchen-Forum emigrierten?Hier werden Sie weder von der M-Fraktion, noch von den Gläubigen und schon gar nicht von den Zwillingsseelen Anna und Winnie Applaus ernten.

    Es ist tatsächlich schokierend, dass in der Schweiz die Aufhebung des Abtreibungsartikels nicht vom Bundesgericht auf die Vereinbarkeit mit dem Recht auf Leben überprüft werden könnte (während dies in Deutschland und den USA möglich war). Aber die Kreise, die die Verfassungsgerichtsbarkeit seit Jahrzehnten hintertreiben,damit ihre saudummen Volksinitiativen nicht gekappt werden können (es ist vor allem eine Partei ) ist ja die Partei, deren Wurmfortsatz die Pro Lifer vertritt. Man kann halt nicht Populismus betrieben und wenn das Volk dann einmal anders will, schnell nach dem Bundesgericht rufen.

    Im Übrigen ist es unwahrscheinlich, dass das Bundesgericht anders als das Bundesverfassungsgericht entschieden hätte. In der Schweiz ist der Fall ohnehin noch klarer. Art. 10 I BV wurde nach der Aufhebung des Abtreibungsverbotes eingeführt. Hätte der Verfassungsgesetzgeber die Abtreibung unter Art. 10 I BV fallen lassen wollen, hätte er ja nur den kurzen Satz “Abtreibungen sind verboten” oder “Abtreibungen sind nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist” einfügen müssen.

  36. heubauch sagt:

    @Winnie

    wie gewohnt, sehr lehrreich, Ihre ausführungen.

    @olive

    mutter natur ist ein böses weib…

    @T-U-B-E-L

    dem versuch einer argumentativen replik Ihrerseits auf winnies schlüssige logik sehen wir mit vorfreude entgegen… bemühen Sie sich jedoch bitte für einmal, sich nicht noch weiter selbst zu demontieren, in Ihrem eigenen interesse.

    als notorischer nickwechsler, pöbler und – nennen wir’s mal so – der logik abholder mit kernkompetenzen abseits des denkens haben Sie zwar kaum mehr einen ruf zu verlieren, aber trotzdem…

  37. Morgenstern sagt:

    erna: “aber sexueller Missbrauch an Kindern resp. Missbrauch an und für sich sind m.E. geleitet von Machtansprüchen und Gewalt.

    Naja, ich denke schon, dass dies auch mit Sexualität zu tun hat.

    erna: “In diesem Zusammenhang von Sublimation zu sprechen scheint mir unbeschreiblich

    Das haben Sie wohl falsch verstanden. Ich sehe darin keinerlei Sublimation. Dies war der Zusammenhang. Genauso, wie einer Tantra mit Sexpraktiken verwechselt, weiss einer, der sich vergeht, wohl kaum etwas von Sublimation.

  38. T-U-B-E-L sagt:

    @ Winnilein

    Für mich hättest du den Kommentar 21:13 nicht posten müssen,
    das weiss ich nämlich alles schon.
    Ist also nach deiner Definition nichts weiter als Halbgegorenes.
    Adios, wohin geht die Reise ?

  39. T-U-B-E-L sagt:

    @ Olive, Heubauch

    “sehen wir mit vorfreude entgegen”

    Ja, da werde ich mir wohl oder übel Zeit lassen müssen für eine Antwort.

    Weil Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude ist.
    Und die gönn ich euch von Herzen.

  40. Felix sagt:

    Winnie the Pooh: 22.04.2010 um 11:48

    Zunächst schrieben sie:

    “…dieses bäuerlich Schlichte ist eine Selbstbelügung, ein schlichter Bauer denkt nicht über die Differenz zwischen Sein und Seiendem nach”

    Ich entgegnete Ihnen:

    “Sie müssen schon wenigstens ein bisschen nachdenken, um derart Unsinniges zu vermeiden!”

    Daraufhin erhalte ich von Ihnen die Rückmeldung:

    “….der schlichte Bauer denkt nicht über den Unterschied zwischen Sein und Seiendem nach”

    Weil es Ihnen offenbar nicht gelingen will, diese unsinnige Behauptung zurückzuziehen, frage ich Sie direkt: Wie kommen Sie eigentlich dazu, mir diesen Unsinn zu unterstellen, ein Bauer müsse diesen Unterschied bedenken? Wo um Himmelswillen soll ich einen solchen Blödsinn geschrieben haben? –

    Sie schreiben weiter:
    “Ich verstehe auch, wenn sie praktisch sagen, dass diese Art von Denken das Denken sei, das uns von einer Pflanze unterscheidet, ich glaube es einfach nicht.”

    Zweiter Blödsinn, den Sie mir unterstellen ohne auch nur einen Funken lang darüber nachzudenken, ob ich denn das wirklich so gemeint haben könnte! -

    Ich schrieb von MEINER Erfahrung des Denkens, die mich zur Existenz brachte! – Was könnte das heissen? Dass jeder nun diese Erfahrung machen müsse, um in dem von mir angedeuteten Sinne zu existieren? Blödsinn! Blödsinn und nochmal Blödsinn!

    Ich versuchte die Frage von Anna zu beantworten, was ich denn von Heidegger gelernt hätte, nämlich eine ganz spezielle Erfahrung, die Erfahrung zu denken, und das heisst, dass ich damit zugleich meine Existenz erfuhr, MEINE, nämlich die, dass ich mich nicht verlor in Zielsetzungen, die mir befremdlich und nicht zugehörig waren, aber die mir gleichsam von Elternhaus, Schulausbildung usw hinterrücks aufgezwungen worden waren, dass ich so und so das und das zu tun hätte, eben zB, dass ich einen Beruf ausüben müsste, eine Familie gründen müsste, ein Haus bauen müsste, Kinder haben müsste und schliesslich meine redlich verdiente AHV und Pensionskasse im Kreise meiner Kinder, Kleinkinder und Kleinkleinkinder geniessen müsste, um dann zuletzt friedlich einschlafen und sterben müsste, so, wie es ja alle anderen auch tun, – das heisst, dass ich von da an mein Leben dem Denken widmete und näherin bestimmter der Philosophie. DAS war meine Erfahrung und so existiere ich bis zum heutigen Tage nur wirklich und eigentlich, wenn ich denke, – und DARIN ging und geht bis zum heutigen Tage meine Existenz auf, erblüht gleichsam, weil es das mir eigenste ist, mein Innerstes und wenn man so will, meine Berufung. Heidegger rief mich in die Philosophie, ich habe alles daran gesetzt, Philosophie studieren zu können! Verstehen Sie? Alles! Ich habe weder irgendwoher ein Stipendium erhalten noch hatte ich reiche Eltern, ich arbeitete und studierte, und ich arbeite und studiere bis zum heutigen Tag! – Wissen Sie, was es heisst, aus Geldnot das Studium auszusetzen und bei 15 Grad unter Null für das väterliche Geschäft zu arbeiten, draussen, spitze kleine Nägelchen in eine Wand zu hämmern! Wissen Sie wirklich was das heisst? – und mit dem so verdienten Geld und mit fast dreissig Jahren Altgriechisch zu lernen. Altgriechisch! – Wissen Sie das wirklich??? -

    Wenn Sie jetzt hoffentlich einsehen, welchen Schwachsinn Sie mir da unterjubeln wollten, und sich hier endlich in Grund und Boden schämen, wie es hier einigen anderen bellenden Kläffern und Schmierfinken gut anstehen würde, sich MINDESTENS bei mir zu entschuldigen, dann, ja dann haben Sie begriffen, worum es mir eigentlich ging, wenn ich Anna’s Frage zu beantworten suchte!

  41. Der nachdenkliche Balduin sagt:

    Winnie. Ich bin der mit dem Lurch. Ich habe Felix von soeben nicht fertigelesen. Der Drang selber was zu schreiben war stärker. Bauern. Ich kenne einen Bauer. In Asien. Die Welt ist so wie sie sein soll dort (inkl. Halsabschneidern, daran, ja, muss man arbeiten) Aber dieser Bauer. Er war immer Bauer. Ein guter Bauer. Und Buddhist. Irgendwann sagten die Leute: Sei unser Bürgermeister. Er sagte: Ach nein. Er wurde gewählt. Jetzt ist er immer noch Farmer aber auch ein Bürgermeister. Jeden Abend nach einem bescheidenen Mahl zieht er sich zurück und betet. Jeden Morgen geht er mit einem erfrischenden Lächeln an sein Tagwerk. Seit er Bürgermeister ist, geht es allen im Dorf besser. Wenn er an Feiertagen zum Dorf spricht plappern alle durcheinander, aber sie hören ihm dennoch zu. Weil tags darauf befolgen sie seine Ratschläge zu ihrem eigenen Nutzen.

    Dieser Mann ist ein sehr einfacher Mann. Er weiss bescheid über das Leben und den Tod. Ich hätte gerne seine Tiefe diesbezüglich. Am ersten Tag, als ich unter seinem Dach weilte, lud er mich ein zum gemeinsamen Gebet. Wir beteten erst seine Gebete dann meine. Mir war klar, dass wir dasselbe meinen. Ich sehe zu ihm auf, weil dieser Bauer vollumfänglich lebt woran er glaubt. Sogar die Halsabschneider haben keine Lust mehr welche zu sein.

  42. Steinlaus sagt:

    @ Felix

    Ich verstehe dich so gut (22.04.2010 um 23:07)! Es ist mir unerklärlich, wie sehr man dich missversteht. So, wie viele – gerade aufgrund ihrer menschlichen Tiefe, ihrer Klarheit und Verständlichkeit – vor dir missverstanden wurden.

    Manchmal macht es mich müde, Mensch zu sein.

    Schlaf gut, Felix, und heb der Sorg!

  43. Anna sagt:

    @ Felix

    Verzeihen Sie mir, dass ich mich einmische, aber ich kann nicht schweigen wenn ich sehe, wie zwei sich missverstehen.

    Winnie the Pooh unterstellt Ihnen doch nichts, lieber Felix. Es ist klar, dass Ihr Beitrag von gestern ein persönliches Zeugnis ist, das ist I h r e Erfahrung, niemand tastet diese an oder stellt sie in Frage, oder will sie wegen dieser Erfahrung angreifen (naja, vielleicht nicht niemand, aber Winnie the Pooh garantiert nicht!)

    Was in Frage gestellt wird (auch von mir), sind die Ideen Heideggers, nicht Ihre Erfahrung. Die Frage ist, ob gemäss Heidegger jeder die Erfahrung dieses Denkens machen muss, um zu existieren, um keine Pflanze zu sein die nur lebt aber nicht existiert? Es geht also Heidegger, die Fragen werden an Sie, Felix gerichtet, weil Sie der einzige hier sind, der Heidegger versteht.

  44. Anna sagt:

    @ Felix

    Korrektur: “…Es geht also UM Heidegger”

    Gute Nacht

  45. Rabbi Jussuf sagt:

    23.4.2010
    Steinlaus, Cc Felix
    Steinlaus, so abwegig sind die Vorwürfe gegen Felix Texte nicht.
    Wie oft schon wurden hier tiefschürfend sinnlos sumpfige Texte gepostet und mit Beifall belohnt (auch von Dir).
    Mich erstaunt allerdings auch die plötzliche Gegenwehr jetzt.
    Vielleicht liegt es daran, dass Felix Texte nicht sinnlos sind und nur so scheinen, wohingegen die angesprochenen anderen Texte wirklich jeder denkerischen Leistung entbehrten?
    Liegt es daran, dass die Texte von Felix stacheln, weil sie nicht leicht (bis gar nicht) zu verstehen sind und doch das Gefühl bleibt, dass da etwas Wichtiges gesagt wird?
    Das kann erzürnen.
    Aber nehmen wir es den Kritikern nicht krumm, denn sie haben trotz ihres Zornes ein wenig Recht.
    Sind nicht diese Texte über das Sein und das Dasein etwas abgehoben, nicht mehr kompatibel mit den Alltagserfahrungen? Nonsens aus dem Blick des täglichen Überlebens?
    Es mag Felix Fluchtburg sein. Lassen wir sie ihm, denn aus seiner Fluchtburg dringt etwas zu uns. Auch wenn wir im Moment nicht so genau wissen, was es ist.

    Und – Menschsein ist noch ein bisschen mehr als über Sein und Dasein nachzudenken.

  46. Der nachdenkliche Balduin sagt:

    Steinlaus: “Manchmal macht es mich müde, Mensch zu sein.”

    Dann geh doch einfach schlafen.

    Ich bin auch müde. Ich versuche noch eine Sache mitzuteilen: Jeder Mensch hat Talente. Manche werden unterdrückt, weil man andere fördert, ja fördern muss. Was aber ist Dein eigentliches Talent. Womit kannst Du wirklich vor Gott glänzen oder vor dem Geist oder im Leben?

  47. Der nachdenkliche Balduin sagt:

    Rabbi, warum hassen Sie mich dermassen?

  48. Steinlaus sagt:

    @ Rabbi Jussuf

    Wie oft schon wurden hier tiefschürfend sinnlos sumpfige Texte gepostet und mit Beifall belohnt (auch von Dir).

    Ja, auch von mir. Würden mir die Texte sinnlos erscheinen, würde ich keinen Beifall spenden. So einfach ist das.

    Gibt es Menschen, denen ein grösseres Recht zusteht, eine eigene Meinung zu haben, als andere?

    Wer bestimmt, was sinnlos ist und was nicht?

    Und – Menschsein ist noch ein bisschen mehr als über Sein und Dasein nachzudenken.

    Aber sicher ist es das! Und manchmal führt dieses Denken direkt hinein in die tiefe Seins-Erfahrung, in dieses “Mehr”. Und genau darüber haben Felix und ich ausgetauscht.

    Sinnlos?

    Sind die Tränen, die ich weine sinnlos? Ist das Denken, das dabei hilft, die Erfahrung der Traurigkeit zu verstehen, sinnlos?

    @ Balduin

    Auf Rat-Schläge kann ich verzichten. Ich gehe schlafen, sobald meine Tochter wohlbehalten zu Hause angekommen ist und keine Minute früher.

  49. Rabbi Jussuf sagt:

    Balduin
    Wie könnt ich ein Hintergrundflimmern hassen?

  50. heidi reiff sagt:

    @ felix

    Leider ist es oft noch so, dass Eltern, die z.B. die Matur nicht geschafft haben es an ihre Kinder delegieren, das ist fatal. Mein ältere Bruder sel. wollte Automechaniker werden, das wurde ihm ausgeredet und mies gemacht – da machst du dir schmutzige Hände – etc. unter Druck meines Vaters musste er Tiefbauzeichner lernen und erst noch bei seinem eigenen Vater. Das A und O meines Vaters war der Rechenschieber. Hobbymässig hat dann mein Bruder so gebastelt mit Autos, sein Auto selbst repariert, er war vielseitig und auch praktisch sehr begabt, auch als Zeichner hat er seine Begabung ausgelotet. Ich habe profitiert von ihm, indem er mir die Elektronik erklärte mir auch einen Computer schenkte. Meine etwas burschikose Art ist nicht
    so geschätzt, ich kann damit leben, es gibt in der Realität weder Traummänner noch Traumfrauen, dieser Kitsch kommt von Hollywood und Ballywood, Traditionen und Ahnenkult nein danke, nicht wieder. Auch Dalaih Lama ist Opfer dieser fanatischen
    Traditionen .

    Bleiben Sie sich selber treu, nur Sie wissen was Ihnen gut tut, es ist Ihr eigenes Leben, jedes Leben ist einzigartig.

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