Die katholische Kirche, die Petrus auf einen Fels gebaut hatte, taumelt in Europa von Skandal zu Skandal. Der am Samstag veröffentlichte Hirtenbrief des Papstes zu den sexuellen Übergriffen hätte zum Befreiungsschlag werden sollen, doch das höchstinstanzliche pastorale Schreiben wurde erneut zum Bumerang. Die wohl tiefste Krise der katholischen Kirche zeigt exemplarisch, dass der elitäre Männerbund im Vatikan den Bezug zur Realität und den Blick für die Gläubigen weitgehend verloren hat. Und wohl auch die Gunst des Himmels – wenn es diesen denn gibt. Man stelle sich vor, was Rebell Jesus von seinen Erbverwaltern auf der Erde halten würde. Er müsste sie wohl wie die Pharisäer aus dem Tempel werfen.
Ein paar Stationen, die den Geist der Kirche dokumentieren:
Der Papst ernennt Marian Eleganti vor kurzem zum Weihbischof von Chur. Eleganti war viele Jahre Mitglied der reaktionären «Seidnitzer-Sekte», des umstrittenen Priesterwerks des österreichischen Priesters Josef Seidnitzer. Die Marienverehrer waren selbst dem Vatikan ungeheuer, ihr Priesterseminar wurde nicht anerkannt. In seinem Lebenslauf verschweigt Eleganti seine geistige und geistliche Verirrung.
Widerstand gegen Eleganti gibt es im Bistum kaum, obwohl Eleganti der vielleicht grössere Hardliner ist als Wolfgang Haas, den vor allem die Zürcher Katholiken zum Teufel gejagt haben . Einzig der Volketswiler Pfarrer Marcel Frossard wagt öffentliche Kritik. Er befürchtet, dass das Bistum Chur zur Sekte wird.
Der Vorgang ist bezeichnend für den Zustand der Kirche: Der Vatikan ist nicht von seiner erzkonservativen Linie abgerückt und bringt im zweiten Anlauf nach Haas einen weiteren Traditionalisten. Und die kritischen Gläubigen sind müde geworden, gegen die reaktionären Kräfte anzukämpfen. Sie sind in die innere Immigration geflüchtet oder haben sich endgültig von der Kirche entfremdet. So verkommt sie zum frömmelnden Altherren-Club, der keine Priesteranwärter mehr findet und 80-Jährige Pfarrer auf die Kanzel schicken muss. Attraktiv bleibt sie so vor allem für weltfremde autoritäre Musterschüler, die womöglich einen verklemmten Bezug zur Sexualität haben.
Ein weiteres Beispiel ist der Hirtenbrief. Heute diskutieren Medien und Öffentlichkeit nicht über dessen Kernbotschaft, sondern über die Umstände und Auslassungen. Der Papst erwähnt nur Irland und übergeht die jüngsten Enthüllungen in Deutschland.
Ein Zufall ist das nicht, denn dann würde er selbst ins Zentrum der Diskussion rücken. Denn keiner wusste so viel über die Übergriffe wie er, wie Hans Küng erklärt. Und keiner hat die Skandale so erfolgreich unter den Teppich gekehrt. Als Erzbischof von München und in seiner 24-jährigen Zeit in der Glaubenskongregation hatte Papst Benedikt XVI. Als Sittenwächter direkt mit den Übergriffen zu tun gehabt. In der Kongregation würden «seit langem alle Missbrauchsfälle zentralisiert, damit sie unter höchster Geheimhaltungsstufe unter der Decke gehalten werden können», erklärte Küng.
Es ist deshalb kein Zufall, dass sich Ratzinger in seinem Hirtenbrief nicht für die Politik der gezielten Vertuschung entschuldigt, wie die Opfer von Irland monieren. Der Papst hätte sich selbst anklagen müssen. Und zugeben, dass er zu einem grossen Teil mitverantwortlich war für die Taktik, dass fehlbare Priester einfach versetzt wurden. Und sich munter weitere Übergriffe leisten konnten.
Wenn Kirche so aussieht, so stellt sich die Frage, woher sie ihre Daseinsberechtigung als Hüterin von Ethik und Moral nimmt.




























@ eh
Da empfehle ich Ihnen nun noch einmal sich über die Strukturen des Vatikan schlau zu machen. Es ist nämlich ebenfalls “aktenkundig” dass Unliebsame Geschäfte gar manchmal gar nicht bis zum Papst vordringen. Die funktionieren eben nicht wie in einem Grossbetrieb. Deswegen funktionieren Sie so “gut”. Und ich nehme an, die Missbrauchsmeldungen durchlaufen nach deren Meldung die dazu etablierten Gremien und werden dem entsprechenden vatikanischen Gericht vorgetragen. Vermutlich warten wir noch ein Weilchen auf aufschlussreiche Mitteilungen von dieser Seite…….Auf eine richtige Reform der RKK sogar noch ein Weilchen länger………Viellleicht sollten wir M. Bamberger mit winnies Hühnervorrat für eine Privataudienz bei seiner Heiligkeit anmelden; bei dieser Rupferei würde ganz sicher was passieren…..der blog könnte indessen für M. Bambergers Gefasstheit beten…………..und für gute reallistische schnell umsetzbare Resultate…….
Eigener Prozess
Ich bin sozialisiert aus der Ecke RKK , Fastenzeit Auferstehung Ostern , ich glaube zum Glück längst nichtmehr an diese Ammenmärchen, auch nicht mehr an den Storch dem man ein Zückerchen rauslegt, damit er ein Kind im Schnabel bringt, ich passe mich nicht an, geht bei mir gut ohne Vereinsmeierei, ohne RKK ohne Protestantismus, ohne Islamismus, ich wische nach wie vor hinter und vor meiner eigenen Türe, bereue meine Entscheidungen nicht, Aussteigen ist auch ein Weg, ich lebe noch…….
@Anna: An alle zum Thema “glückliche Pirahãs”
Danke, dass sie doch noch ernsthaft auf das Thema eingehen. Neben dem von ihnen aufgezeigten, äusserst interessanten Widerspruch fällt auch auf, dass vor allem Völker mit übertriebenen Sicherheitsdenken (Versicherungen, Velohelme, periodische medizinische Vorsorgeuntersuchungen usw.) Lebeweisen verherrlichen, die kaum Sicherheit bieten. Ebenfalls spannend finde ich die Frage nach dem Eigentum. Da die Pirahãs offensichtlich nicht alle Dinge (z.B. Kleider) selber herstellen, die sie zum Leben brauchen, stellt sich die Frage, ob sie diese Sachen geschenkt bekommen oder durch Tauschhandel erwerben. Wenn Dinge neben dem Gebrauchswert auch einen Tauschwert erhalten, scheint mir die Wahrscheinlichkeit das Eigentum existiert sehr gross.
erna
Sie haben recht, die Misbrauchsmeldungen gehen bei Bischöfen über den Tisch z.B. eben alt-Bischof Ratzingers Tisch. Ich weiss mein Wunsch für eine Reformation der RKK ist etwa gleich realistisch wie, die Worte des Papstes, dass diese Afrikaner doch gefälligst enthaltsam und treu leben sollen um die HIV Epidemie aufzuhalten.
Aber vielleicht könnten sie mir behilflich sein besser zu verstehen welche Strukturen der RKK dazu geführt haben, dass man Jahrhunderte lang systematisch Missbrauchsfälle totgeschwiegen hat. So eine Erklärung würde mir enorm helfen, da in ihr doch sehr viel tröstliches zu liegen scheint.
@winnie the pooh: “In der Stadt Zürich werden jedes Jahr bis zu 30 Paare gegen ihren Willen verheiratet.” Wenn man nur die Ehemänner fragen würde, wäre die Zahl wohl 10 bis 100 Mal höher.
Jööh die armen Männer, mir kommen gleich die Tränen. Immerhin verstehe ich jetzt, wieso sie soviel Sympathie für die RKK aufbringen. Bietet das Zölibat doch wenigstens katholischen Männer eine Fluchtmöglichkeit, wenn sie gegen ihren Willen verheiratet werden sollen.
@ Nada
Ich bringe nicht s o v i e l Sympathie für die RKK auf, sondern einfach nicht das Mass an Antipathie, dass hier die Regel ist.
@ Nada
Liebe Nada, über das Thema Die Indianer Brasiliens gäbe es so viel zu sagen und zu schreiben… ich wüsste nicht, wo anfangen. Zu Ihrer Frage, die Indianer haben ja in der Regel auch Geld und interagieren mit der Bevölkerung, z.B. leben sie auch in der Zivilbevölkerung. Gemäss Indianergesetz (Estatuto do Índio) unterscheidet man 3 Gruppen von Indianer: Die isolierten, die “halb-integrierten”, und die Integrierten. Ich schreibe Ihnen dazu gerne später ausführlicher, im Moment fehlt mir ldie Zeit.
@ Heidi
“ich lebe noch”
Zuerst dachte ich, no na. Dann aber kam ich zum Schluss, dass nicht einmal das im Blig gesichert ist. Es könnte ja sein, dass Sie nach Programmieren des Textgenerators genervt von Trommelklang und Turbanträgern tot umsinken, und der Generator dennoch die Botschaft noch absetzt. Ja, ja, so ist halt nichts mehr in dieser Welt klar
@ Nada
Nur kurz, ein grosses Problem für die bras. Gesellschaft ist folgender Zwiespalt: Einerseits will man die Indios in Ihrem Anderssein (Fachjargon: in ihrer Alterität) achten. Anderseits gehen in den Indianerreservaten Dinge, die gegen die Menschenrechte verstossen, z.B. Kindsmissbrauch. Normalerweise aber interessiert sich ausser der staatlichen Indianerstiftung niemand gross dafür, ausser eben die evangelikanen Missionare, die den Lebensstil der Indios kritisieren und dann ihrerseits dafür von der internationalen Presse kritisiert werden.
@ Nada
Korrektur: Andererseits GESCHEHEN in den Indianerreservaten Dinge…
winnie the pooh: “Ich bringe nicht s o v i e l Sympathie für die RKK auf, sondern einfach nicht das Mass an Antipathie, dass hier die Regel ist.”
Mir scheint, es genügt, einmal ein positives – oder relativierendes – Wort für die RKK einzulegen, und schon ist man der Superchrist. Wahlweise ein Mitglied bei Opus Dei oder ein glühender Vertreter des Kreationismus.
@winnie the pooh: Ich bringe nicht s o v i e l Sympathie für die RKK auf
Sorry, mein Beitrag war ironisch gemeint. Aber ich gebe es endgültig auf, irgendwie werde ich hier immer missverstanden. Ich werde ab jetzt nur noch todernste Kommentare verfassen.
Man lernt dann und wann etwas, aber man vergisst den ganzen Tag.
Arthur Schopenhauer
deutscher Philosoph
UM MUSAD
Du schreibst: “Existiert das Leiden in einem Leben ohne Glauben nicht?Kann man es ganz muehelos aus dem Weg wischen
Wie geht man als – nicht an das Jenseits glaubend – mit dem Leiden um ? –( Moechte ich eingentlich gerne von Euch zwei wissen).”
Um ‘Alla’s’ Willen wie kommst Du denn darauf, solch eine Frage zu stellen? Wer hat denn sowas auch nur ansatzweise angetönt?
Ich hab Dir ja die von mir aus gesehenen ‘positiven’ Effekte bei einem Jenseitsglauben geschildert. Und was hat denn Menschlichkeit, wie Du sie anscheinend und lobenswerterweise zu praktizieren pflegst, mit einem Glauben oder eben Nichtglauben an’s Jenseits zu tun?
Das ist ja der Punkt, wer sich total im Diesseits, also in der Gegenwart, bewusst bewegt, wird, wenn immer möglich, versuchen, das Leiden zu besiegen, resp. dem Mitmenschen helfen, ihm möglichst grosse Erleichterung bei seinem Leiden zu verschaffen.
Das scheint mir auch sinnvoll, sich im jetzt und hier zu orientieren und zu HANDELN, als auf ein eventuelles, sehr unwahrscheinliches DORT > im Jenseits zu spekulieren? Denn das ist reinste Spekulation, das kann keim Mensch bestreiten.
ERNA
Mir scheint, dass Sie mit Poesie glaubwürdiger umgehen können als mit Ihrer geistigen Lebensquelle namens Bibel. Die Poesie, die Sie verlauten lassen – hat was auf sich. Gefällt mir sogar. Hingegen auf Ihre Argument (Rechtfertigung) zu meinen Ausführungen betr. die bedrohende und bedrohliche, brutale Bibel warte ich immer noch…..!
MORGENSTERN
“Ach Moria, spricht Ihr Herz denn nicht zu Ihnen? Wie kommt es nur, dass Sie spirtituelles Licht in der äusseren Welt suchen?”
Nun, ich bin noch mit meiner ‘Seele’ im Zwiegespräch und damit beschäftigt, so muss das Herz noch gedulden….
Und wissen Sie, zuviel Licht empfinden ist auch nicht das Gelbe vom Ei – diejenigen meinen dann fälschlicherweise, dass sie am Ziel sind, sowie Morgensterne…….die andern, hingegen, bleiben realistisch auf der Suche………..
ANNA
Das darf doch nicht wahr sein, dass Sie schreiben “Normalerweise aber interessiert sich ausser………niemand gross dafür, ausser eben die evangelikanen Missionare, die den Lebensstil der Indios kritisieren und dann ihrerseits dafür von der internationalen Presse kritisiert werden.”
Läuft das nun wieder unter Ironie, Ignorantentum, Dunkel-blau-äugigkeit oder einfach Einfältigkeit? Immerhin benutzen Sie das Verb ‘interessieren’ und nicht ‘helfen’, sonst wäre meine Empörung noch grösser!
NADA
ich flehe Dich an…… tu das nicht, danke!
@ eh
Wenn Sie von “jahrhunderte lang” reden möchte ich Sie daran erinnern, dass z.B. vor allem viele Frauen deswegen verbrannt wurden, weil man ihnen Hexerei unterstellte. Und wie ich hier schon beschrieben habe erschien im “Schweizerischen Beobachter” letztes Jahr eine Reportage über Frauen, die wegen unehelicher Kinder in einem Frauengefängnis inhaftiert wurden. Wo die Väter abgeblieben sind wissen wirklich “die Götter”. Dass Frauen Männer “verführen” (verhexen) war lange eine ernsthafte Theorie auch noch in den 50igern in der Schweiz. Diese Frauen wurden wie Straftäterinnen behandelt und ihre Kinder als minderwertig betrachtet ganz sicher bis in die 70iger Jahre. Ob man dieses Übel wirklich mit den Wurzeln ausreissen konnte ist für mich fraglich. Ich frage mich, was da zutage gefördert würde, würde man nach Missbrauchsfällen suchen. Es ist nicht so, dass ganz Althergebrachtes Gedankengut nicht mehr in den Hinterköpfen der Menschen herumgeistert es ist eher so, dass wir es nicht “merken”. Es gab also immer Nachbarn, Bekannte, Verwandte, Angehörige, die denunzierten, deren Kirchennähe ihnen mehr bedeutete als ihre Familie resp. Nächstenliebe. Hätten sie nicht tun müssen………was tut man aber nicht alles, wenn man irgendwo Punkte sammeln will, weil man anschliessend sich davon irgendeinen Profit erhofft.
Die Erziehungsmethoden waren also in den 50igern auch in ganz durchschnittlichen Verhältnissen von einer gewissen “Gewalt” geprägt, d.h. Schläge waren üblich und andere rigorose Strafen. Was denken Sie, um wie viel man Kindern aus Erziehungsheimen, Waisenhäusern und Internaten (egal welcher Konfession) Glauben schenkte, wenn sie sich beklagt haben? Man ging von einer Disziplinlosigkeit der Kinder aus, die ohnehin in Waisenhäusern und Heimen landeten, weil ihre Eltern *gesellschaftliche Versager” waren.
Man kann diesen Faden immer weiter spinnen und ich persönlich komme zum Schluss, dass kirchliche Mitarbeiter straffällig geworden sind, dass eigentlich mit ihnen unsere Gesellschaft ebenfalls zu ihrer nicht wahrgenommenen Verantwortung stehen sollte. Und das fehlt. Egal welche Zeitung oder welches Magazin über Missbrauchsfälle schreibt, die gesellschaftliche Verantwortung, die nicht nur nicht wahrgenommen wurde sondern nun ihr Fehlen totgeschwiegen wird, fehlt ganz. Darüber hat noch keiner auch nur eine Silbe geredet.
Das, ehe ich auf Ihre Frage komme nach den Strukturen des Vatikans: Wie konkret Politik und Organisation des Vatikans funktionieren bitte ich Sie wirklich nachzulesen, das hier darzulegen ginge m.E. zu weit. Und Literatur zu diesem Thema ist in ganz gewöhnlichen Buchhandlungen erhältlich und vermutlich auch in Bibliotheken ausleihbar.
Man überlege sich nun aber wer da mitwirkt und profitiert im Sinne von honoriert werden in irgend einer Form. Der Papst kann seinen Mitarbeitern Titel verleihen, die einen im sozialen Umfeld des Alltags herausheben, die schmeicheln, simpel gesagt. wie Monsignore, päpstlicher Hausprälat, Apostolischer Pronotor (die wegen der zunehmend violetten Farbe leicht zu erkennen sind!) aber auch Laien lassen sich mit Titel und Orden (z.B. Cavaliere!) vereinnahmen wegen der scheinbaren Aufwertung des sozialen Ansehen. Es sind also nicht nur die Angehörigen des Vatikans, sondern Laien und Berufsleute, die dem Vatikan Dienste leisten, nota bene oft um “Gottes Lohn”. Ausserdem werden bei Abklärungen ob ein Wunder wirklich Wunder sei Naturwissenschafter beigezogen und das müssen kirchennahe Leute sein, weil sie sich in diesem Zusammenhang sonst nicht in die Dienste des Vatikans stellen würden. Der Vatikan ist in vielen Staaten diplomatisch vertreten so auch in Israel und nach Niedergang des kommunistischen Regimes meines Wissens in Osteuropa.. D.h. dass ein weites Beziehungsnetz auch zu Politik (und Wirtschaft?) besteht. Der Vatikan liegt geografisch zwar in Rom aber insofern auch in der ganzen .Welt. Nicht zu vergessen ist das Bildungswesen, in dem die RKK nebst Skandalösem eben auch wirklich Förderliches leistet und geleistet hat. Da der Vatikan ein Staat ist mit entsprechenden Bedürfnissen wie Strassenbau, Immobilien und Unterhalt derselben, Strassenreinigung, Kanalisation, Wasser- und Stromversorgung, Unterhalt der Parkanlagen und Gärten, eines Bahnhofs, Post (eigene Birefmarken), Feuerwehr, Museen, Bibliotheken, Rundfunk, ein päpstlicher Wachdienst, Schweizergarde, Polizeicorps das den Strassenverkehr regelt und für die äussere Sicherheit des Vatikanstaats und seine Kulturgüter zuständig ist. Ich nehme an, dass in diesem Zusammenhang Architekten, Bauunternehmen, Anwält und Notare usw. Aufträge erhalten. Es existiert eine eigene Gewerkschaft, eine Arbeitnehmervereingiung der Laien im Vatikan, die 1980 vom „Heiligen Stuhl“ anerkannt worden ist und seit 1989 ein zentrales Arbeitsbüro das für arbeitsrechtliche Streitfälle zuständig ist. Eine Anstellung im Vatikan ist ein Privileg und hoch angesehen in Italien. Ein grosser Vorteil ist sicher die Steuerfreiheit, die beim Kauf von Luxusgütern und Benzin zu erheblichen Einsparungen führt. Aufgrund des Beitritts von Italien zur EU führte der Vatikan den Euro ein, ein entsprechendes Abkommen zwischen dem „Heiligen Stuhl“ und dem italienischen Aussenminister wurde Ende 2000 unterzeichnet.
Man kann, wenn man darüber liest durchaus den Eindruck eines Monarchen der Hof hält bekommen (!). Neben der religiösen / theologischen Dimension tragen wohl die straffe Organisation und die streng hierarchischen Strukturen wesentlich zum immer weiter Bestehen des Vatikans bei. Der Mensch ist sterblich aber die Kirche dauert ewig……….
Ich hoffe ein einigermassen anschauliches Bild gezeichnet zu haben von einem Staat in und von dem nicht nur Geistliche Damen und Herren leben. Man denke neben Gebäulichkeiten und entsprechendem Unterhalt an die Textilindustrie, die zuliefern kann, Nahrungsmittelindustrie und wen es sonst noch so gibt der da gutes Geld verdienen könnte (z.B. Waffen: Hellebarden, Säbel und anderes).
Warum sollte die immer währende Existenz der RKK in Frage gestellt werden, wenn einerseits die organisatorische Seite so gut funktioniert, ein weites Beziehungsnetz besteht und so mancher Zulieferer oder Berater da ein Auskommen findet.
@ eh
Das war nun mal der Vatikan von einer Seite, die man bei Auffälligkeiten in der Öffentlichkeit der RKK, nicht eben in den Vordergrund rückt. Sicher eine Seite, die nicht zu vernachlässigen ist und in Überlegungen zur RKK, zum Vatikan und allen diesbezüglichen Themen einbezogen werden sollte. Nebst Theologie, Ethik und Religion fliessen von allen Seiten ganz weltliche Dimensionen ein, die am Bestehen des Vatikan und der RKK u.A. aus existentiellen Gründen interessiert sind.
Moria: “diejenigen meinen dann fälschlicherweise, dass sie am Ziel sind, sowie Morgensterne”
Unterlassen Sie doch Ihre Unterstellungen.
@ Moria
Sie interpretieren wieder Dinge in meinen Beitrag hinein, die ich nicht geschrieben habe und auch nicht denke. Bitte versuchen Sie doch einmal, meine Beiträge etwas unvereingenommen zu lesen. Ich habe n i c h t geschrieben, ich sei eine Befürworterin der Indianermission. Ich weise lediglich darauf hin, dass in einem Land, in dem 95% der Menschen mit dem eigenen (Über-)Leben beschäftigt sind, das Interesse für die Indianer verständlicherweise nicht allzu gross ist. Gerade Sie müssten das doch verstehen.
@ Anna
So ist halt, die Moria. Mit grosser Geduld sucht sie immer nach der schwärzst möglichen oder gar unmöglichen Interpretation. Eine Hohepriesterin der Schwärze. Kein Wunder, erkennt sie überall nur Missbrauch und Verblendung. In unserer Welt ist die Dunkelheit genau so vorhanden wie Licht. Man kann also ewig im Schatten hocken, wenn man kein Licht will.
Erna
Leider, leider, werden wir den Vin Santo alleine trinken, wenn Sie nicht zur Schnitzel- äh Hühnerjagd kommen können. Endlich hätten Sie einmal die Gelegenheit den Wein zu trinken, den Ihr Priester sonst vor Ihren Augen, mit dem Rücken zu Ihnen alleine ausschlürft, und erst noch bessere Qualität.
Wir werden einen auf Ihre Gesundheit kredenzen, in feierlichstem Angedenken Ihrer Meriten hier im heiligen Blog.
@ moria
Da Ihnen Gedicht und so so gut gefallen noch was Nettes zum Tagesabschluss aus dem Sprüchebuch:
Als es noch keine Urfluten gab, wurde ich geboren, als es noch keine Quellgründe gab, schwer vom Wasser. Bevor Gebirge eingesenkt wurden, vor den Hügelszügen wurde ich geboren. (Spr. 8,24)
und
Zwei haben es besser als einer allein, denn sie haben guten Lohn von ihrer Mühe.
Denn fallen sie, so hilft eines dem anderen auf. Doch wehe dem Einzelnen, wenn er fällt und kein andrer da ist, ihm aufzuhelfen. Und liegen zwei beieinander, so haben sie warm; wie aber könnte einer allein warm werden. Und mag einer auch den Einzelnen zu überwältigen, so halten ihm doch die Zwei stand, und gar die dreifache Schnur ist nicht so bald zerrissen. (Koh 4,9-12)
und
Lege mich wie ein Siegel an dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm.
Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie die Unterwelt die Leidenschaft.
Ihre Brände sind Feuerbrände, eine mächtige Flamem.
Grosse Wasser können die Liebe nicht löschen, Ströme schwemmen sie nicht fort.
Gäbe einer Hab und Haus für die Liebe, verachten würde man ihn verachten.
Um den letzten Satz verständlich zu machen ncoh eine Bemerkung: Er sagt aus, dass wer glaubt sich die Liebe kauffen zu können, ist ihrer nicht wert weil sie so kostbar ist.
(23. Lied, 8,6 – 7 des “Lied der Lieder Salomo’s – Das hohe Lied der Liebe)
Lauter Fragmente biblischer Texte…………………..und nun wünsche ich gute Nachtruhe.
So zynisch es klingen mag: dieser Missbrauchs-Tsunami der kath. Kirche bietet auch eine grosse Chance für die „Club-Mitglieder“ derselben. Nämlich endlich aus der Lethargie aufzuwachen und zu erkennen, dass innerhalb dieser Kirche ein riesengrosser Sauhaufen aus Frömmlern, Vertuschern, Verklemmten und päpstlichen Speichelleckern existiert, die ihre Aggressionen und sexuelle Notdurft an Schutzbefohlenen auslassen, gegen aussen aber die Ahnungslosen, ja Heiligen spielen.
Ich wünsche dieser Kirche, sie möge durch die mediale Offenlegung der kriminellen Tatsachen mehr als 90% ihrer Mitglieder verlieren und zurechtgestutzt werden auf ein erträgliches Mass. Dazu braucht es aber mehr als nur Empörung der „immer noch-Katholiken“, es braucht Konsequenz und Wille zur Einsicht, dass diese Kirche es nicht wert ist, – ja nie wert war,- darin ein Mitglied zu sein. Zuviel wurde in vergangenen Jahrhunderten im Namen Gottes verbrochen, zuviel wird heute im Namen der Vertuscherei und Geheimhaltung verbrochen, als dass ein humanistisch eingestellter Mensch es für wertvoll und erstrebenswert erachten könnte , in so einem Glaubensverein dabei zu sein.
Da von Ratzinger in seiner selbstgeglaubten Unfehlbarkeit und vermeintlichen Gottgesauserwähltheit nicht erwartet werden kann, dass er sich der weltlichen Justiz beugt und seine gesammelten und im Vatikan archivierten Pädo-Files an die Gerichtsbarkeit ausliefert, bleibt einem nur abzuwarten und zu hoffen, dass die Opfer selber den Mut und die Stärke aufbringen und gegen die übermächtig geglaubten „Gottesmänner“ ins Feld ziehen und Anzeige erstatten.
Vielleicht wäre folgendes die einzige Chance für das Fortbestehen der Kirche: unter dem Nachfolger von Ratzinger eine rigorose und schonungslose Offenlegung aller kriminellen Handlungen durch Geistliche. Die Öffnung der vatikanischen Archive und die Übergabe der Vertuschungs-Akten an die Justiz. Nur so bewiese die Kirche ihren Willen, es wirklich ernst zu meinen mit ihren bis anhin heuchlerischen Reue- und Busse-Bekenntnissen und der gespielten Empörung ihrer Hirten und Helfershelfer.
@ rabbi jussuf
Vielen herzlichen Dank – ich werde an jenem Abend eine Schweigeminute für den Blog einlegen………
Erna
ich würde Ihnen gerne zuprosten, aber das ist zu gefährlich. Noch vor hundert Jahren gab es auf Prosten während des Abendmahls 1 Jahr Gefängnis! (Das ist jetzt kein Witz)
ANNA
“Ich weise lediglich darauf hin, dass in einem Land, in dem 95% der Menschen mit dem eigenen (Über-)Leben beschäftigt sind, das Interesse für die Indianer verständlicherweise nicht allzu gross ist.”
Gegen diese Aussage ist ja nichts einzuwenden, aber die ‘positive’ Hervorhebung, dass sich als fast einzige die Evangelikanen für die brasilianischen Indianer ‘interessierten’ hat doch einen mehr als fahlen Beigeschmack. Denn dies bedeutet soviel wie: ‘jemanden für seinen Zweck gewinnen’ Da denke ich unwillkürlich an folgendes: sie (die Missionare) brachten ihnen die Bibel und kamen mit deren Ländereien zurück….
MORGI
hast Du Probleme?
NOT FUNNY….
you do have e dream….
ERNA
ja, ich mag Gedichte, aber nicht derart schwerfällig dichte……eher in der Art:
Wer möchte diesen Erdenball
Noch fernerhin betreten,
Wenn wir Bewohner überall
Die Wahrheit sagen täten.
Ihr hießet uns, wir hießen euch
Spitzbuben und Halunken,
Wir sagten uns fatales Zeug,
Noch eh’ wir uns betrunken.
Und überall im weiten Land
Als langbewährtes Mittel
Entsproßte aus der Menschenhand
Der treue Knotenknittel.
Da lob’ ich mir die Höflichkeit,
Das zierliche Betrügen.
Du weißt Bescheid, ich weiß Bescheid;
Und allen macht’s Vergnügen.
Wilhelm Busch
@ den, der das Harem von König Salomo aufbrachte
…ich habe beim Blättern eine etwas genauere Quelle gefunden. Der Harem von König Salomo soll 700 Frauen und 300 Konkubinen umfasst haben. Wahrscheinlich waren es Töchter der Fürsten zu denen e diplomatische r Beziehungen unterhielt. Darin spiegelt sich die Pracht seines Hofes. Und noch Lied 6,8 – 10 des Lied der Lieder Salomos
Sechzig Königinnen sind es und achzig Konkubinen und junge Frauen ohne Zahl. Eine ist meine Taube, mein Alles, die einzige für ihre Mutter, ohne Fehler für jene, die sie gabar. Die Töcher sehen sie und nennen sie glücklich, die Königinnen und Konkubinen rühmen sie: Wer ist sie, die herabblickt wie die Morgenröte, schön wie die weisse (Scheibe), rein wie die Glut, angsterregend wie das geordnete Heer?
@ not funny
Ganz schön gehässig und frustriert Ihr Artikel
@ Moria
Sehen Sie, das ist eben ein Missverständnis: Diese “positive Hervorhebung” habe ich gar nicht gemacht. Ich habe lediglich festgehalten, dass sich ausser den Missionaren und den staatlichen Behörden niemand gross für die Indianer interessiert.
Sie könnten ja auch einmal zuerst nachfragen, bevor Sie mich als “ignorant” und was weiss ich noch alles, beschimpfen.
engel027
gell das schmerzt, wenn einer Tacheles spricht und damit den Nagel auf den Kopf trifft…..
Kann ich voll begreifen.
@ Nada
Sorry für das Verkennen der Ironie.
Winnie der Puh bemängelt: Das Erschreckende an diesem Blog ist, dass immer der gleiche Käse neu erzählt wird.
und bringt ein passendes Beispiel gleich selber: …und damit das zentrale Thema des titanischen Kampfs der Panglosse gegen die Schwarzröcke relativieren und entwerten..
Das hatten wir auch schon dreimal.. Was diesen Blog angeht, sind die Verteidiger der Schwarzröcke und der Panglosse identisch, was bei Voltaire, zugegeben, noch nicht der Fall war. Bei Voltaire tobte der Kampf noch zwischen den Autoritäten Bibel und Aristoteles, hier und heute zwischen “ewigen,” “heiligen” “Wahrheiten” und vorläufigen, verbesserungsfähigen Vorstellungen.
@ eh: 25.03.10 12.45
Ich bin überzeugt, dass Treue und Enthaltsamkeit taugliche Hilfsmittel sein können bei der Bekämpfung von Aids.
- Aids-Epidemie in Washington D.C. trotz Gratiskondomen
- Aidsdiskussion: Auch Muslime stellen sich hinter Papst Benedikt
- Afrika: Viele Katholiken-wenig Aids
- Die Wiederentdeckung des Selbstwertgefühls als Lösung für Afrika
- Kenianischer Vizepräsident: Mit Treue gegen Aids
- Die westliche Welt soll aufhören, Afrika zu bevormunden
um musad
“Aber ob Ihrs jetzt glaubt oder nicht, diese Person war mir dankbar fuer ‘ meine’ Hilfe.”
Ich freue mich für dich, dass du einem Menschen helfen konntest.
Wenn überhaupt, dann ist der Schmerz eine ethische Universalie, wie es Winnie zu sagen pflegt. Wie wir darauf reagieren, ist ganz entscheidend, wenn es um unser Menschsein geht, ganz unabhängig, ob wir an ein Leben nach dem Tode glauben oder nicht. Und deshalb ist es auch gleichgültig, ob du daran glaubst oder nicht. – Ich dachte eher an Ereignisse, wo dieser Unterschied eine Rolle spielt. – Spielt er überhaupt eine Rolle? – Mehr und mehr denke ich, dass diese persönliche Entscheidung, ob ich glaube oder nicht, gleichgültig ist. Aber wo diese Entscheidung gleichgültig geworden ist, da ist auch der Glaube gleichgültig geworden.
Eine Frage, wenn du erlaubst, bist du aus Liebe zum Glauben gekommen? – Oder was war der Anlass dazu?
Gläubige finden Trost in einem Glauben, der das Unvermeidliche als Gott gegeben ansieht, und darin finden sie Trost. – Diejenigen, die nicht glauben und keinen Trost finden, die suchen nach Lösungen, damit dies oder anderes, wie schlimm und schmerzlich es auch sei, nicht mehr geschehen kann. Und darum denke ich, dass Gläubige dabei eher passiv sind, nicht Gläubige aber eher aktiv, um das Leid zu vermindern oder es selbst sogar auszuschliessen. Erdbeben zum Beispiel, als Gott gegebenes Schicksal auf sich zu nehmen und um die Opfer zu weinen, ist das eine, etwas dagegen zu tun, wie etwa erdbebensichere Gebäude zu bauen, ist etwas anderes. Mit anderen Worten, weil der Nichtglâubige keinen Gott braucht, um ein Unglück zu erklären, sucht nach anderen Ursachen, und findet dabei auch die notwendigen Lösungen, was dem Gläubigen, da er es als Gott gegeben ansieht, ganz und gar nicht veranlasst, die wirkliche Ursache zu suchen, da er die “wirkliche” Ursache in Gott scheinbar gefunden hat. Das nenne ich Passivität oder eben Pflegmatismus.
Gute Nacht, liebe um musad, es freut mich, dass du dich wieder gemeldet hast, nach langer Zeit, und ich möchte dir deinen Glauben nicht nehmen, versteh mich nicht falsch, was ich wollte, ist, dir den Unterschied zwischen jenen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, und jenen, die mit dem Tod ihr Dasein abschliessen, deutlich zu machen. Das heisst, deutlich zu machen, was es bedeutet, wenn man an ein Leben nach dem Tod glaubt.
Obwohl es scheinbar keinen Unterschied im alltäglichen Leben macht, ob man daran glaubt oder nicht, denke ich, ist der Unterschied einer, der sich an der Verantwortung für sein eigenes Leben festmachen lässt. Und diese Verantwortung ist es, die wir an eine höhere Macht abgeben, wenn wir Gott gläubig sind, aber damit verlieren wir einen Gutteil an Selbstverantwortung und büssen einen Gutteil an unserem Fragevermögen ein. Weil wir nicht wirklich fragen, warum es zu diesem oder jenem Leid gekommen ist, sondern weil wir gläubig scheinbar zu wissen meinen, weshalb jenes Leid über jenen oder diesen gekommen ist. Unter der Demutshaltung des “Gott ist allmächtig”, werden wir einen grossen Teil unseres Vermögens, zu fragen und zu urteilen, einbüssen. Wir machen es, um es schlicht zu sagen, als Gläubige zu einfach.
Ich sage nicht, dass diese Haltung Menschen helfen kann. Ich sage nur, dass wir mit dieser Haltung keine Besserung der menschlichen Situation erreichen. Wo Gott zur Entschuldigung wird, da hilft man nicht den Menschen, sondern beruhigt sich nur in seinem Glauben, um vor der Verzweiflung oder dem Zweifel oder dem echten Fragen auszuweichen, – was ich ablehne, ganz und gar, und was ich als die Hauptverfehlung des Glaubens an einen Gott und an ein Leben nach dem Tode erachte.
Wenn es denn einen Gott gibt, wenn es denn ein Leben nach dem Tode gibt, so beleidigt man in seiner “Ergebenheit” gegenüber dem Schicksal eben das, woran man glaubt.
Aber wer glaubt, muss nicht beleidigen, das, woran er glaubt. Und es muss viele, sehr viele Menschen geben, die derart Gläubige sind, – sonst wäre jener Gott schon längst vor den Menschen geflohen, weil er es leid ist, für alles schuld zu sein.
Was aber Menschen tun und lassen, liegt allein in des Menschen Schuld und – Vergebung und der Art, wie sie damit umgehen.
Shalom, Friede sei mit dir
@Felix
Gestern dieser Satz
Wer meint als Gläubiger diese Haltung gegenüber dem Leid und dem Leben nicht einzunehmen, muss sich dessen bewusst sein, dass er dem anderen Gläubigen mit seinem Glauben eine Rechtfertigung gibt für seine Passivität gegenüber dem Leid.
und heute dies
Und diese Verantwortung ist es, die wir an eine höhere Macht abgeben, wenn wir Gott gläubig sind, aber damit verlieren wir einen Gutteil an Selbstverantwortung und büssen einen Gutteil an unserem Fragevermögen ein.
Meinst du das wirklich ernst, dass Gläubige passiv im Leid herumhängen und andere dazu ermutigen es ihnen nachzutun, ziemlich frei von Selbstverantwortung und ohne gross Fragen zu stellen? Was denkst du, tue ich, wenn eine Nachbarin in Not an meine Tür klopft? Meinst du tatsächlich, ich rate ihr schlicht abzuwarten, zu beten und auf Gott zu vertrauen? Vertrauen in Gott entbindet doch nicht von Verantwortung (für sich selbst und andere). An dieser Stelle kommt mir eine Überlieferung von den Muslimen in den Sinn, dir mir gefällt und die ich deshalb, obwohl Christin, kurz ausleihe
Fragen zu stellen, Lösungen zu suchen und sich Wissen anzueignen, gehört entgegen deinen Vorstellungen, ebenfalls zum Leben eines gläubigen Menschen, steht doch in Hosea 4:6
Erdbebensicher wird im Übrigen dort gebaut, wo sich die Leute diese (teurere) Bauweise leisten können. Das hat wenig mit Glauben/Nichtglauben zu tun.
@Der inverse Goliath: Diese ständigen Vergleiche, wer die glücklichste Nation ist und wieso und weshalb, ist lauterer Humbug. Glück und Erfüllung ist, was man selber aus seinem Leben macht.
Ganz meine Meinung. Es gibt zwar Lebenssituationen, in denen sich Glück und Erfüllung nicht finden lässt (z.B. Arbeitslager in Nordkorea), wer aber hier in Europa nicht glücklich wird, dürfte das Glück auch im Dschungel kaum finden. Ich habe einfach Mühe mit den Glückprojektionen der Europäer/US-Amerikaner. Einerseits strebt man ein möglichst langes Leben (Genussmittelverzicht, Sport usw.) mit maximaler Sicherheit und Wahlmöglichkeiten an und ist stolz auf seine Bildung, gleichzeitig hält man aber indigene Völker, die weder Sicherheit noch Wahlmöglichkeiten noch Bildung kennen und eine kurze Lebenserwartung haben, für viel glücklicher. Ich, mit meinem schrägen Humor, bevorzuge ethnologische Berichte im Stil von “Traumatische Tropen” von Nigel Barley. Allerdings hoffe ich, dass das Bedürfnis nach Schilderungen von irgendwelchen glücklichen Menschen in tropischen Paradiesen weiterhin anhält. Ich plane nämlich nach meiner Pensionierung den Umzug in ein tropisches Land. Wenn Gott erlaubt, finde ich dann noch einen Tribe, der frei von monotheistischer Religion/Patriarchat/westlicher Zivilisation glücklich im Urwald lebt und kann endlich auch einen Bestseller schreiben.
fragt sich, ob ein Zusammenhang besteht: daß die glücklichen Dänen gleichzeitig die größten Müllprodzenten Europas sind
http://www.utopia.de/galerie/top-ten-europaeische-abfall-statistik
als ich in die Freikirche kam, erwartete ich besonnene, aufgeräumte, moralische Menschen usw. ,
aber Älteste und Funktionäre waren alles andere und fast ausnahmslos Zyniker
Nada
Bis dahin bleibt es Ihnen vielleicht erspart, dass Sie nicht wissen, wovon Sie morgen Ihre Miete bezahlen sollen…
Bis es so weit ist, haben Sie vielleticht auch schon vorher Gelegenheit Henry David Thoreau oder Robert Lawler (Aborigines) zu lesen
Worüber wollen SIe dann (mit 62/65?) schreiben? Aber warum sollte man nicht gespannt auf Ihre Weisheiten warten, wenn immer mehr 17bis20jährige ihre Bestseller und Memoiren veröffentlichen.
So lange trösten wir uns mit der Forsa Veröffentlichung im Stern über den Vertrauensverlust der Deutschen in Papst und Kirche – Kirche(N)?
@ Drache
Dass immer die gleichen Meinungen neu vertreten werden, das lieber Drache, gilt für uns beide. Dass aber immer die gleichen falschen Tatsachenbehauptungen (und bei der Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe, damals Notzucht geht es nicht um ein religiöses Thema, das den Fronten nach abgehandelt würde) abgehadelt werden, das ist schlimm. Bei den Meinungen, da gebe ich Ihnen Recht, drehe ich mich genauso im Hamsterrad wie Sie.
Nickwechslerin: Bis es so weit ist, haben Sie vielleticht auch schon vorher Gelegenheit Henry David Thoreau oder Robert Lawler (Aborigines) zu lesen
Da ich die Miete erarbeiten muss, komme ich nicht viel zum Lesen. Über hypothetische Probleme wie Arbeitsverluste/Miete nicht mehr bezahlen können, mache ich mir grundsätzlich keine Sorgen, ich beschäftige mich lieber mit mit den Problemen, die sich im Moment stellen. Ich denke auch nicht ernsthaft daran, irgendwelche Bücher zu schreiben. Sollte ich es mir anders überlegen, werde ich ihren Tipp ernst nehmen und eine junge Verwandte einspannen, die sich als Autorin ausgibt und bei irgendwelchen Promotiontouren einen attraktiveren und verkaufsfördernden Eindruck hinterlässt.
@ winnie the pooh
“Darf ich Sie einfach bitten, einmal zu recherchieren, ob es hier um die Zeit vor oder nach 1989 geht. Geht es nämlich um die Zeit vor 1989, dann handelt es sich um den Marcinkus-Skandal, der bereits allgemein bekannt ist.”
Gemäss diesem Artikel der NZZ gehen die Recherchen bis Mitte der 90er Jahre:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/vatikan-bank_koepferollen_nach_neuen_enthuellungen_1.3780041.html
“Horatio”
@erna:
25.03.2010 um 22:09
Ihre Beschreibung des Vatikans und den Anteil der Gesellschaft an sich
sehr gut!
@Nada
“Ich werde ab jetzt nur noch todernste Kommentare verfassen.”
Aber bitte nicht!
und, Nada,
zudem noch Schweizer UND Christ?
wie gut und rein ist denn Ihr Gewissen, eine Schweizerin zu sein!?
unsere Dame Merkel leistet es sich gerade erneut vom Vermögen der Steuerzahler für den Bedarfsfall der Yachtenbesitzer und Prasser zu haften!
Was sollen diese Lügensysteme auf Pump? Auf soclhe Schliche müßten Stammesgesellschaften erst einmal kommen!
Alltägliches:
Vatikan – Die tote Hand der Kirche – Die nahezu einzigartige Stellung der katholischen Kirche in Irland erlaubte die Perfektion eines globalen Systems der Vertuschung – Der Hirtenbrief Papst Benedikts XVI. an die irischen Katholiken hat nicht nur in Irland Unmut ausgelöst. Der Versuch, den klerikalen Missbrauch in Irland und seine systematische Vertuschung als singuläre Abirrung darzustellen, wird durch die Tatsachen nicht gestützt. Er dient vielmehr dem Selbstschutz des Vatikans. (26.3.10)
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/die_tote_hand_der_kirche_1.5302577.html
Alltägliches:
Deutschland / Vatikan – Ettal – Der Papst sollte einschreiten – und Benedikt XVI. schickte seine Beobachter: Einen Monat nach Bekanntwerden einer ganzen Serie von körperlicher Gewalt und sexuellem Missbrauch im oberbayerischen Kloster Ettal ist die “Apostolische Visitation” abgeschlossen. Zwei vom Vatikan in Rom entsandte Vertreter waren knapp eine Woche in Ettal, wie ein Sprecher des Benediktinerklosters mitteilte. Sie erstellen nun einen Bericht, der direkt an die zuständige Kongregation – eine Art Ministerium im Kirchenstaat – geht. Der Papst muss danach über Konsequenzen entscheiden. (26.3.10)
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article6932601/Benedikt-XVI-liess-Vorfaelle-in-Ettal-untersuchen.html
Alltägliches:
Deutschland – Die diözesane Kommission für „Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen“ im Bistum Münster nahm gestern Stellung: Sie habe „anonyme Hinweise erhalten, die einen heute 74-jährigen Priester des Bistums beschuldigen, im Jahr 1970 sexuellen Missbrauch an einem damals 14-Jährigen begangen zu haben“, heißt es in einer Pressemitteilung. (26.3.10)
http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_warendorf/ostbevern/1293777_Missbrauch_Pfarrer_Mombauer_informiert.html
Alltägliches:
Deutschland – Neue Vorwürfe in Deutschland – Die Serie der Missbrauchsenthüllungen reißt nicht ab.Gestern hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zwei Pfarrer und einen Kindergottesdienstmitarbeiter des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.Das Bistum Münster hat zwei weitere Priester suspendiert. Aus Bottrop wurde bekannt, dass der vorbelastete pädophile Priester aus dem Bistum Essen auch dort in der St.-Cyriakus-Gemeinde Kinder missbraucht haben soll.* Die Internatsschule Salem hat sexuellen Missbrauch eingeräumt. (26.3.10)
http://www.welt.de/die-welt/politik/article6932914/Neue-Vorwuerfe-in-Deutschland.html
Alltägliches:
USA / Vatikan – Ein mutmaßliches Missbrauchsopfer aus den USA hat die gegen Papst Benedikt XVI. vorgebrachten Vorwürfe, er habe nichts gegen einen pädophilen Geistlichen unternommen, bestätigt. “Der Papst hat davon gewusst. Er muss zur Rechenschaft gezogen werden”, sagte Arthur Budzinski vor der Erzdiözese Milwaukee. Zuvor hatte die “New York Times” unter Berufung auf Kirchenakten berichtet, dass der damalige Kardinal Joseph Ratzinger in den 1990er Jahren nichts gegen einen Priester unternommen habe, der in den USA mutmaßlich bis zu 200 gehörlose Jungen missbraucht hat. (25.3.10)
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jhpU516OYcq87JQCQ_N7M5gfwTsA
(nur die halbe “Miete”…. meistens blind für das, was gesellschaftlich läuft…nicht SIE!… nicht ich…)
Nada
“Da ich die Miete erarbeiten muss, komme ich nicht viel zum Lesen. Über hypothetische Probleme wie Arbeitsverluste/Miete nicht mehr bezahlen können, mache ich mir grundsätzlich keine Sorgen…”
zweites ” und”…
ICH habe es erlebt!
Wie schön für SIe, dass Sie für Ihre Arbeit einen Lohn erhalten! Die Musterklagen vor dem Bundesverfasungsgericht mit Jürgen Borchert zeigten HIER meist andere Realitäten schonungslos auf: eine achtfache Mutter, deren 8 gut geratene Kinder dem Staat Beiträge einbrachten, stand im Alter ohne Rente da und wurde zum Sozialbettler…
———–
der Unterschied:
ich bin nachhaltig erschöpft und kann mir aus zwei Gründen eine abendliche geschellschaftliche Teilnahme nicht mehr leisten: einmal finanziell… zum anderen bin ich ab 19h jenseits von gut und böse….
erlebe es jedoch, wie Leute, die ihren 8-Stunden-Job über die Runden brachten (Schwatzen, Kaffetrinken, hier ein Zigarrettenpäuschen, dort ein privates Telefonat, dort eine Reise oder Event…) offenbar so viel Energie daraus erhalten haben, dass sie abends nochmal aufdrehen!
ich schreibe ja auch nicht über Verhältnisse in Kleinkleckersdorf, sondern darüber, daß in Weltstädten wie Hamburg im Jahr 2010!
jede dritte Frau von ihrem Mann abhängig ist!!!
daß christlich ideologische Famiilenarbeit diesen Frauen eine durchschnittliche Rente von ca. 400Euro beschert!
Bitte mehr Fundibeteiligung zu diesem augenblicklichen -und ZukunftsPROBLEM! Wo sind die Strategen und Funktionäre? Die ewig lächelnden Seelenkäufer-und Verkäufer der Freifahrtscheine?