Die Seele ist ein mysteriöses Konstrukt. Für Gläubige fast aller Couleur ist sie das Lebensding an sich. Sie ist der Sitz der Gottesenergie oder die Verbindung zum Allerhöchsten. Die Seele ist also jene Instanz, die über das Leben hinaus weist. Wenn alles vergeht, existiert sie weiter. Sie ist der Anker im Diesseits, der vor allem bei Schicksalsschlägen Trost spendet: Wenn es dick kommt im irdischen Dasein, beschert sie uns Hoffnung für das Leben nach dem Tod. Die Seele macht uns unsterblich.
Somit schafft sie die Verbindung vom Diesseits zum Jenseits. Sie ist abhängig vom Körper, aber nur auf Zeit. Gleichzeitig ist sie der Sitz unserer Identität. Nach dem Tod zerfällt zwar unser Körper, unser Bewusstsein lebt aber in der Seele weiter. Somit geht nichts verloren, was sich an Erfahrung im Leben oder in mehreren Leben angesammelt hat. Genau genommen: Ich bin die Seele, die Seele bin ich.
Ohne dieses Bewusstsein von der Seele funktionieren Glaubensgemeinschaften oder Heilsvorstellungen nicht.
Bei den fernöstlichen Philosophien und Glaubenskonzepten ist die Seele der Träger wichtiger Informationen. Wie auf einer Festplatte sind alle Taten gespeichert, die „guten“ wie die „schlechten“. Sie machen das Karma aus, das über die Zukunft entscheidet. Erlösung gibt es erst, wenn die schlechten Taten aus früheren Leben durch die guten aus dem aktuellen getilgt sind. Fällt die Bilanz negativ aus, droht eine Wiedergeburt. Pikant: Die Rückkehr auf die Erde gilt als Strafe.
Nicht so bei den westlichen Esoterikern und spirituellen Suchern, die sich die Wiedergeburt wünschen, weil sie sich ans Leben klammern. Sie glauben, durch spirituelle Entwicklung die Seele zu „reinigen“ und im nächsten Leben vom göttlichen All-Eins begünstigt oder belohnt zu werden.
Die abrahamitischen Religionen lehren ein anderes Konzept. Die Abkehr von den vielen Göttern und die Einführung des Monotheismus führten zu einem Umdenken. Das Nirwana wurde abgelöst durch einen konkreten Ort der Geborgenheit: Der Wohnsitz des Vaters wurde zum Ort der Sehnsucht und zum Zuflucht der gepeinigten Menschen, die orientierungslos durch das Jammertal irrten. Der Hinduismus mit den Tausenden von Göttern und Dämonen wurden belächelt, die Idee von der Widergeburt als archaischer Aberglaube beargwöhnt.
Dann kam die Wissenschaft. Die Anatomie zeigte auf, dass die Seele kein nachweisbares Organ ist. Psychologie und Neurologie entwarfen Konzepte und lieferten viel wissenschaftliches Material, die darauf hindeuteten, dass all das, was wir seelische Regungen nennen, mit Hirnaktivitäten erklärbar ist. Da spielen elektrische Impulse, Hormone, Adrenaline usw. eine wichtige Rolle. So wie für uns heute noch das Entstehen und die Ursache von Gefühlen ein Rätsel ist, so schwer lässt sich angesichts wissenschaftlicher Erkenntnisse die Seele erklären.
Bezeichnet der vielleicht wichtigste Begriff in unserem Vokabular bloss ein Phantom?




























@ Nada
Eine solch bittere “Wahrheit” ruft geradezu nach Seelen von Menschen, welche die Werte einer liebenden Menschlichkeit vertreten.
Agnos tiker
Sehr gut.
Es gibt aber noch ein zusätzliches Problem, wenn es um die Seele geht.
Bei dem Wort Mannschaft, weiss jeder, was damit gemeint ist, auch wenn es nichts Physisches ist.
Das Wort Seele aber ist nicht definiert, oder jeder definiert es anders, je nach Kultur, je nach Religion, je nach Familie oder Beruf.
Alleine schon deshalb lässt sich der Begriff „Seele“ nicht fassen.
Er kann so von Grund auf nie ein Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein. (Höchstens von ethnologischer und historischer Seite her. Aber dann geht es wieder nicht um das Ding „Seele“ an sich.)
Nada
Was agnos tiker geschrieben hat, gilt auch für unsere kleine Diskussion. Er hat es geschafft, das Ganze positiver und grundlegender darzustellen, wohingegen ich nur Randerscheinungen beschrieben habe.
Nada
Wissenschafter suchen nicht nach der Seele, aus dem oben beschriebenen Grund. Das war einmal.
Die Seele als Ding zu begreifen, führt völlig an der Sache vorbei.
Auch jene, die behaupten, die Wissenschaft sei einfach zu grob um die Seele erfassen zu können, sind im Grunde nur verkappte Materialisten.
Steinlaus
Diese Seelen gibt es!
@ Rabbi Jussuf
Ja! Was wären wir ohne sie?
@ Rabbi Jussuf
“Er kann so von Grund auf nie ein Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein.”
Richtig. Dennoch aber wird genau dies versucht. Wenn nichts zu finden ist, zu behaupten, es gäbe keine Seele, scheint mir etwas gewagt. In diesem Sinne vertrete ich auch in Bezug auf die Seele eine “agnostische” Haltung, muss offen lassen, ob eine Seele an sich existiert oder nicht. Allerdings wüsste ich nicht, wie ich ohne den Begriff der Seele auskommen könnte. Diesbezüglich bin ich mir aber im Klaren, dass meine Verwendung dafür subjektiv geprägt ist.
@Steinlaus
Solange wir uns eine Welt voller liebender Menschlichkeit noch vorstellen können, solange besteht auch Hoffnung, dass unsere Vorstellungen Realität werden.
@Alexander 12.03.2010 um 16:26
Danke für deine Thesenerweiterung. Deine Ansicht (These) scheint mir vernünftig, nicht abgehoben oder transzendental verklärt und gut vereinbar mit dem aktuellen naturwissenschaftlichen Verständnis. Vermutlich ist es so, dass wir, bzw. unsere “Körper-Geist-Konstruktion” ein natürlicher Teil in diesem Raum-Zeit-Materie-Energie-Kontinuums darstellt und sich Bewusstsein gleichsam als emergentes Phänomen in komplexer Materie manifestiert.
Die Frage, die die Wissenschaft umtreibt ist die: wenn wir “nur” Materie sind, wie ist es möglich , dass Bewusstsein in die Materie kommt? Wieso gibt es Lebewesen, die sich selber wahrnehmen und sich abgrenzen können von dem Ausserhalb ihrer selber? Es gibt mittlerweile gute Ansätze, diese Nuss vielleicht irgendwann einmal knacken zu können, auch ohne Vorstellung eines immateriellen Geistes oder einer Seele, die im Körper wohnt. Vielleicht ist das Ganze aber auch unendlich mal komplexer und Lebewesen sind wirklich mehr als fühlende und denkende Materie/Biomaschinen.
Du schreibst:
Du sprichst hier das Qualia-Problem an: Solange wir keine genaue Definition für Qualia, bzw. phänomenales Bewusstsein haben, können wir darüber keine verlässlichen Aussagen machen. Man nimmt heute an, dass es für “ein Selbst” ein im Gehirn hinreichend komplexes neuronales Korrelat braucht, welches dieses Identitäts-Gefühl des Selbst bis hin zum menschlichen Ich erzeugt. Die ungelöste Frage lautet hier: Wie kann aus physikalischenen Zuständen im Gehirn Bewusstsein entstehen, wo ist hier der Übergang. Dass das eine (Hirnprozesse) mit dem anderen (subjektive Wahrnehmung, Personalität) nicht identisch ist, leuchtet auch jeden Nicht-Neuro-Forscher ein.
@steinlaus und multinick: Danke für die Blumen!
Ich möchte eines klarstellen: Ich glaube absolut nicht an etwas übersinnliches. Für mich ist die Realität, die Welt an sich, wie sie existiert ein “Wunder” und der Respekt vor dem, was ein religiöser Mensch “Schöpfung” nennt, ist bei mir wohl in keinem Mass geringer, auch wird durch jede wissenschaftliche Erkenntnis über die Welt dieses “Wunder” und die Achtung davor nicht kleiner, sondern grösser. Ich zolle den Naturwissenschaften und ihren Errungenschaften den höchsten Respekt, sie erkären uns vieles. Sie machen aber nur dann Sinn, wenn jene, die sie betreiben, um die per definitionem selbst auferlegten Grenzen, (nämlich danach zu forschen, was in irgendeiner Art objetktiv feststellbar ist), wissen, und auch wissen, wo andere Kategorien, namentlich solche der subjektiven Erfahrung, beginnen. Ich weiss, jetzt kommt der Einwand, Subjektivität sei bloss eine Illusion des Gehirns. Geschenkt! Aber das spielt eben für das Erleben des einzelnen Menschen überhaupt keine Rolle, denn so sehr ich um die Illusion weiss, ich kann nicht aus ihr heraus. Deshalb gibt es eben solche “virtuellen” Begriffe (Seele, Liebe, Willen etc.) in unserem Vokabular, die Dinge einer inneren, für jeden Menschen “realen” Welt, die objektiv vielleicht eine Illusion ist, beschreiben. Deshalb sind diese Begriffe auch nicht überflüssig. Und ich erachte es in einer Diskussion über diese Materie als wichitg die Begriffskategorien eindeutig auseinanderzuhalten. Weil es sonst objektiv durch logisches Denken feststellbar ein Chrüsimüsi gibt.
@Steinlaus: In diesem Sinne vertrete ich auch in Bezug auf die Seele eine “agnostische” Haltung, muss offen lassen, ob eine Seele an sich existiert oder nicht.
Obwohl ich mir über die Existenz meiner Seele im unklaren bin, ich nicht mal genau in Worte fassen kann, was Seele ist, glaube ich ihr Sorge tragen zu müssen.
@ Nada
Treffend und wunderschön ausgedrückt! Ja, genau so!
“Das Leben, das jeder von uns lebt, ist das Leben innerhalb der
Grenzen unseres Denkens. Wenn wir ein reicheres Leben führen
wollen, müssen wir in der Grenzenlosigkeit der Fülle denken.”
Thomas Dreier
Und das Ganze abgewandelt nach Steinlaus:
“Das Leben, das jeder von uns lebt, ist das Leben innerhalb
der Grenzen unseres Mensch-Seins.
Wenn wir ein reicheres Leben führen sollen,
müssen wir in der Grenzenlosigkeit der Liebe denken.”
Vielleicht kann es so gelingen, dass ab und zu ein Traum in die Wirklichkeit einfliesst und mit seinem Licht die Schatten der menschlichen Abgründe zu erhellen vermag.
@ Nada
Der Beitrag von Steinlaus:12.03.2010 um 23:17 nimmt Bezug auf den Beitrag von Nada:12.03.2010 um 23:00.
“Obwohl ich mir über die Existenz meiner Seele im unklaren bin, ich nicht mal genau in Worte fassen kann, was Seele ist, glaube ich ihr Sorge tragen zu müssen.”
In Situationen, in denen meine Seele zerbrach oder zu zerbrechen drohte, war da immer dieser lichtgestärkte, unerschütterliche Kern, der mir unzerbrechlich scheint, eine Mitte, die selbst in der Zerbrochenheit alles sicher zusammenhält, ein Ort des Friedens und der Ganzheit inmitten eines noch so schrecklichen Geschehens.
Der Tod ist das Ewige. Ohne den Tod gäbe es keine Erneuerung. Indem wir allen Vorstellungen und Gedanken absterben entsteht etwas Neues. Ohne Tod gibt es kein Leben.
Ich weiss, das ist sehr provokativ. … Der Geist besitzt die Macht, Illusionen zu erschaffen. Ohne ein Verständnis seines Funktionierens nach Inspiration zu suchen, hiesse Selbsttäuschungen einzuladen. Da unser Leben leer, stumpfsinnig und mechanisch ist, suchen wir nach Inspiration ausserhalb unser selbst. Dann wird der Meister, der Heilige, der Erlöser eine Notwendigkeit, die uns versklavt.
Weil der Mensch nicht an Selbsterkenntnis interessiert ist, sucht er Inspiration bei anderen, was nur wieder eine Form der Ablenkung ist.
Selbsterkenntnis ist ein Prozess schöpferischen Entdeckens, der behindert wird, wenn die Gedanken-Gefühle auf eine Belohnung aus sind.
Intelligenz, die voll erwacht ist, ist Intuition, und Intuition ist die einzige Führung im Leben.
@ agnos tiker
“Ich glaube absolut nicht an etwas übersinnliches.”
Diese Sicht teile ich! Meine Wahrnehmung von “Seele” begrenzt sich auf das Diesseits. Dennoch haftet meiner Wahrnehmung etwas Ewiges an, was ich aber nicht zu umschreiben vermag.
In diesem Sinne glaube ich auch nicht an Wunder, sondern an das Wunderbare.
Von wissenschaftlich arbeitenden/forschenden Menschen erwarte ich – wie auch von gläubigen und glaubensfreien Menschen – Redlichkeit und der Wille, Zweifel und Kritik zuzulassen.
“Aber das spielt eben für das Erleben des einzelnen Menschen überhaupt keine Rolle, denn so sehr ich um die Illusion weiss, ich kann nicht aus ihr heraus.”
Ich kann nicht nur nicht aus ihr heraus, sondern sie prägt mich, Subjektivität hin oder her.
@ Antonius
“Ich weiss, das ist sehr provokativ.”
Ich empfinde Ihre Aussagen über den Tod nicht als provokativ, sondern als logisch, sinn-voll und verständlich.
“Selbsterkenntnis ist ein Prozess schöpferischen Entdeckens, der behindert wird, wenn die Gedanken-Gefühle auf eine Belohnung aus sind.”
Ja. Oder wenn sie auf die Behebung eines empfundenen Mangels aus sind.
“…Intuition ist die einzige Führung im Leben.”
Folgen wir unserer Intuition, kann Liebe (in ihrem weitesten Sinn) der Situation angemessen kreativ umgesetzt werden. Diesen Zusammenhang habe ich noch nicht gesehen. Danke, Antonius!
@nada um 22.37. Da könnten Sie recht haben. Die vollständige Durch-Ökonomisierung unserer Welt geht mir ebenfalls auf den Geist, aber zu meinem Glück hat dieser noch keinen Schaden davon genommen.
@steinlaus
Ganz Ihrer Meinung, jedes Wort.
An diesem ‘heiligen’ Freitag abend sind ja einige zu grosser Form aufgelaufen – allen voran STEINLAUS – es darf gestaunt werden, danke!
ERWINIO
danke für Deine aufrichtigen Ausführungen – aber nein, Dich würde ich als Privatmensch (!) niemals als Spekulanten betrachten, eher als mystischer Abenteurer oder höchstens noch Glücksspieler?!
Deine Beschreibungen deuten m.E. eher auf einen Träumenden (im Wachzustand) hin. Verschiedene Hinweise lieferst Du dazu, wie z.B. “Das Verrückte war, ich “erinnerte” mich augenblicklich daran, dass ich immer um diese Erfahrung gewusst hatte; ja ich war ganz erstaunt, wie ich sie überhaupt hatte vergessen können…” ganz symptomatisch wie das Unterbewusstsein solches ‘Erleben’ beherbergt.
Ist eine derartige ‘Erfahrung’ eventuell ein Schutz gegen zu viel Regelmässig- und Gewöhnlichkeit des dahinplätschernden Lebens? Eine wohltuende Erholung der unterdrückten, verdrängten Fantasien?
Was meinst Du zu dieser – nun – Spekulation?
Da bist Du dann allerdings ungewohnt radikal, mit der Aussage “Du hast keine grosse Ahnung vom Beten….lies mal…..” Muss man für dieses höchst private, individuelle Ritual irgend jemanden dazu lesen? Dieser Einwurf erscheint mir eigenartig.
Könnte ja sein, dass ich selbst das Beten mit allzuviel Verstand und Nüchternheit betrachte?
Deine Schlussfolgerungen – die beiden letzten Abschnitte – hingegen überzeugen wiederum voll und ganz, danke!
@agnos tiker
Unter dem Begriff Seele versteht jeder was anderes und keiner weiss mehr, was der andere meint. Darum scheint es mir sinnvoll, den weniger befrachteten Begriff der subjektiven Erfahrung zu benutzen. Allerdings sind Seele und subjektive Erfahrung keine Synonyme. Die Hirnforscher behaupten auch nicht, dass sie die “Seele” im Hirn suchen oder gar schon gefunden haben. Es geht den Wissenschaftlern auch nicht darum das subjektive Erleben auf irgendwelche biochemische Vorgänge zurückzuführen. Vielmehr geht es ihnen, darum Modelle zu finden, wie das Bewusstein funktionieren könnte.
Die Erklärung der ästhetischen Qualitäten eines Bildes gehört nicht gerade zu den Kernaufgaben der Neurologie. Damit befassen sich Kunstkritiker und Kunsthistoriker. Es ist eine banale Feststellung, dass sich der Inhalt nicht durch das Malmaterial erklären lässt. Doch genauso klar ist, dass sich der Inhalt eines Bildes beschreiben lässt und nicht etwa ausserhalb unserer physikalischen Welt liegt. Es gibt objektive Kriterien wie Proportionen, Kompositon, Kohärenz zwischen Inhalt und Gestalt.
Genauso lässt sich auch das Bewusstsein beschreiben. Kein Wissenschaftler versucht Ihr persönliches Erleben zu erklären, sondern er versucht z. B. zu erforschen, durch welche funktionalen Mechanismen man aus der Ohmacht zu Bewusstsein gelangt.
Sie behaupten, dass objektiv gesehen nur 11 Fussballer existieren, aber keine Mannschaft . Die Mannschaft ensteht Ihre Meinung nach nur im Bewusstsein des Betrachters. Wenn diese 11 miteiander spielen, dann bilden sie eine Mannschaft. Ob Sie dies wahrnehmen oder nicht, ist für die Spieler irrelevant.
erwinio:
11.03.2010 um 13:54
“Eine Gemeinschaft nämlich, die die Seele verneint und das Heil darin sieht, zu erkennen, dass die Seele ein Phantom ist und diese Erkenntnis die Erlösung bringt..?”
Bravo, da wird der Seelentröstermedikamentenverkauf natürlich radikal zurückgehen.
Gute Nacht Bayer und Co.
heubauch: Bei Ihrer Erklärung Nummer 4 verwenden Sie den Begriff „Entropie“ um das Bewusstsein zu erklären. Nun dürfte es aber so sein, dass den meisten Bloggern der Begriff „Bewusstsein“ wahrscheinlich mehr sagt, als der Begriff „Entropie“. Damit alle den gescheiten Ausführungen heubauchs folgen können, möchte ich deshalb der Bloggemeinde die Interpretation des Begriffs Entropie hier näher bringen:
“Entropie ist ein Maß für den mittleren Informationsgehalt pro Zeichen einer Quelle, die ein System oder eine Informationsfolge darstellt. In der Informationstheorie spricht man bei Information ebenso von einem Maß für beseitigte Unsicherheit. Je mehr Zeichen im Allgemeinen von einer Quelle empfangen werden, desto mehr Information erhält man und gleichzeitig sinkt die Unsicherheit über das, was hätte gesendet werden können.
Je kleiner die Auftrittswahrscheinlichkeit eines Zeichens ist, desto höher ist seine Information. Andersrum ist die Information eines Zeichens gering, wenn es oft vorkommt.
Anschaulich lässt sich die Definition des Informationsgehalts wie folgt begründen: Wenn ein Ereignis, das mit Wahrscheinlichkeit pi eintreten kann, tatsächlich eintritt, dann wird dadurch ein konkretes Ereignis aus einer hypothetischen Menge von 1/Pi gleich wahrscheinlichen Ereignissen ausgewählt. Um diese Anzahl von Ereignissen unterscheiden zu können benötigt man
log2 (1/Pi) = -log2 (Pi) Binärbits. Dieser Wert gibt also den Informationsgehalt eines speziellen Ereignisses in Bits an. Gewichtet man den tatsächlichen Informationsgehalt der möglichen Ereignisse mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit, so erhält man den mittleren oder erwarteten Informationsgehalt eines Zeichens.
Die Einheit 1 Shannon ist definiert als der Informationsgehalt eines Ereignisses mit der Wahrscheinlichkeit p = 0,5. Ein Beispiel für ein solches Ereignis ist das Ergebnis Kopf eines Münzwurfs.
Die Basis 2 für den Logarithmus ist willkürlich. Es stellt sich nur heraus, dass sich Bits (Binärziffern) besonders einfach technisch handhaben lassen. Würde eine andere Basis gewählt werden, zum Beispiel 3, so erhielte man ternäre Ziffern (Trits). Der Informationsgehalt lässt sich leicht durch Multiplikation mit dem Modulus log32 von Bits auf Trits umrechnen.
Die mindestens notwendige Anzahl von Bits, die zur Darstellung der Information (des Textes) notwendig sind, ergibt sich aus dem Produkt des durchschnittlichen Informationsgehalt eines Zeichens H(X) und der Anzahl N verschiedener Zeichen im Informationstext (=Alphabetgröße): H(X) | Z | bzw. H(X)N.
Shannons ursprüngliche Absicht, die Entropie als das Maß der benötigten Bandbreite eines Übertragungskanals zu nutzen, wurde schnell verallgemeinert. Die Entropie wurde generell als ein Maß für den Informationsgehalt betrachtet. Bei einer kleinen Entropie enthält der Informationstext Redundanzen oder statistische Regelmäßigkeiten.
Die Entropie ist im Allgemeinen nicht durch (1) gegeben. Beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit, eine 0 oder 1 in der Zeichenkette 10101010101010… zu finden, genauso groß, wie in einer Zeichenkette, die durch statistisch unabhängige Ereignisse (etwa wiederholten Münzwurf) entstanden ist. Daher ist die Entropie H1 einzelner Zeichen für beide Zeichenketten gleich, obwohl die erste Kette weniger zufällig ist. Bereits H2 zeigt einen Unterschied: Die erste Zeichenkette liefert H2 = 1 / 2, die zweite liefert H2 = 4. Man kann das auch so deuten: Die Wahrscheinlichkeit eines Zeichens hängt vom vorangegangenen Zeichen ab. Stochastische Unabhängigkeit ist also nicht gegeben. In einem solchen Fall kann man auch mit der bedingten Entropie und der Quellentropie arbeiten, die beide auf Verbundwahrscheinlichkeiten aufbauen.
In engem Zusammenhang mit bedingter Entropie steht auch die Transinformation, welche die Stärke des statistischen Zusammenhangs zweier Zufallsgrößen angibt.
Noch einfacher formuliert, ist die Entropie die durchschnittliche Anzahl von Entscheidungen (bits), die benötigt werden, um ein Zeichen aus einer Zeichenmenge zu identifizieren oder zu isolieren.
Es ist sinnvoll, dass ein Alphabet aus mindestens zwei verschiedenen Zeichen vorliegt. Eine Alphabetsgröße von eins bedeutet, dass man weder über neu ankommende Zeichen aus der Senderquelle neue Information erhält, noch die Unsicherheit über das vorangegangene Zeichen verringern kann.” (Quelle Wikipedia)
Damit sollte es nun allen Bloggern möglich sein, die Annahme von heubauch besser zu verstehen, die da so lautet: “ich glaube, bewusstsein ist befriedigend erklärbar mit den modellen von energie (=information) und entropie.“
@ Michael Bamberger
12.03.10 20.36
- Missbrauchsfall in München-Vatikan lehnt Stellungnahme ab:
- Lesermeinungen
- Frank A. Peretti: “Die Finsternis dieser Welt”
Das Bewusstsein ist neben Raum, Zeit, Materie und Energie ein weiteres Grundelement der Welt, sagen einige Forscher. Forscher sind von dem Quantenzustand des Geistes überzeugt
Dr. Christian Hellweg ist von dem Quantenzustand des Geistes überzeugt. Der Wissenschaftler hat sich nach dem Abschluss seines Physik- und Medizinstudiums am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen jahrelang mit der wissenschaftlichen Erforschung der Hirnfunktionen beschäftigt. Seine These bringt er wie folgt auf den Punkt: „Die Eigenschaften des Geistigen entsprechen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen.“
In ein ähnliches Horn stieß einmal der legendäre amerikanische Physiker Professor John Archibald Wheeler.Viele Physiker hofften, dass die Welt in gewissem Sinne doch klassisch sei – jedenfalls frei von Kuriositäten wie großen Objekten an zwei Orten zugleich. Doch solche Hoffnungen wurden durch eine Serie neuer Experimente zunichte gemacht“
Der britische Kernphysiker und Molekularbiologe Jeremy Hayward von der Cambridge University macht aus seiner Überzeugung längst keinen Hehl mehr: „Manche durchaus noch der wissenschaftlichen Hauptströmung angehörende Wissenschaftler scheuen sich nicht mehr, offen zu sagen, dass das Bewusstsein neben Raum, Zeit, Materie und Energie eines der Grundelemente der Welt sein könnte,“ versichert er. Er kommt zum Schluss, dass das menschliche Bewusstsein möglicherweise sogar grundlegender als Raum und Zeit sei.
Alltägliches:
Katholische Kirche – Ausgerechnet die katholische Kirche, die an sich selbst höchste moralische Ansprüche stellt und diese ihren Mitgliedern predigt, ist in die denkbar größte Glaubwürdigkeitskrise geraten: durch Dutzende Fälle von Missbrauch, die jedes einzelne Mal auch ein Fall von Machtmissbrauch waren. Und durch ein System des Schweigens, das diese Skandale teils jahrzehntelang vertuscht hat. – Der freiwillige Zölibat ist ein überfälliger Schritt, um die Kirche zeitgemäß zu führen. Zumal es auch in den katholischen Ostkirchen, die dem Papst unterstellt sind, keine Zölibatsverpflichtung gibt. Der nächste Schritt wäre, gerade bei Nachwuchsmangel, Frauen für das Priesteramt zuzulassen. Für die Vielfalt. Und um die Dominanz einer elitären Männergesellschaft zu unterbinden. (13.3.10)
http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1418568/Kirche-muss-zeitgemaess-werden.html
Alltägliches:
Holland – Der renommierte niederländische Anwalt Jan Boone hat in Zusammenhang mit Missbrauchsfällen Strafanzeige gegen das Erzbistum Utrecht wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung erstattet. Sollte sich ein Gericht dieser Ansicht anschließen, wären die Taten beziehungsweise die Untätigkeit der Vorgesetzen nicht verjährt. (13.3.10)
http://nachrichten.rp-online.de/article/politik/Bistum-raeumt-schwere-Fehler-ein/70684
Alltägliches:
Deutschland – Katholiken-Präsident stellt Zölibat in Frage Die Kette von Missbrauchsfällen reißt nicht ab. In der Debatte über den Umgang der Kirche damit hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken nun gefordert, das Zölibat aufzuheben. (13.3.10)
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/6/0,3672,8050726,00.html
Alltägliches:
Deutschland – Deutsche verlieren Vertrauen in Kirche – Die Deutschen verlieren nach dem Skandal um sexuellen Missbrauch Vertrauen in die katholische Kirche und ihre Jugendarbeit. Das geht aus einer Emnid-Umfrage für den Nachrichtensender N24 hervor. – Nach Ansicht der meisten Bundesbürger unternimmt die Kirche nicht genug, um Missbrauch in den eigenen Reihen aufzuklären. Die große Mehrheit der Befragten – 86 Prozent – wirft der Kirchenführung mangelnde Aufklärungsbereitschaft vor. Nur 10 Prozent glauben, die Kirche unternehme genug. Emnid hatte für die Studie 1000 Bundesbürger befragt. (13.3.10)
http://www.zeit.de/newsticker/2010/3/12/iptc-bdt-20100312-210-24200686xml
Alltägliches:
Österreich – Eigentlich dachte man, nach Bekanntwerden des Falls Hans Hermann Groër und dem Outing der Opfer auch anderer Priester wisse man Bescheid über die Dimensionen sexuellen Missbrauchs in Institutionen der katholischen Kirche. Was jetzt in Österreich ans Tageslicht kommt, ist auch für viele Katholizismus-Insider kaum zu fassen. – Die öffentliche Debatte über sexuellen Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche greift zu kurz. Die Kirche als Ganzes müsste sich ändern: So ziemlich alles, was sie in den vergangenen Jahrhunderten zum Thema Sexualität von sich gegeben hat, ist obsolet.
http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/546037/index.do?_vl_backlink=/home/spectrum/index.do
@erwinio:
12.03.2010 um 21:26
“Ein gwundriger Mensch kann Bibliotheken verschlingen; er kann sich aber auch mal mit einem offenen Geist einfach hinsetzen und mal eine Weile nichts tun, nichts denken. Nicht nur das nachvollziehen, was aus Vordenkern kam, sondern einfach mal schauen, was im eigenen Innern passiert. Vielleicht nichts? Das ist vielleicht das Beste!”
Das ist sehr gut gesagt.
@agnos tiker:
12.03.2010 um 22:16
“Ein Gemälde ist äusserlich betrachtet nichts als auf eine Oberfläche gemalte Flüssigkeit (z.B. Ölfarbe). Keine chemische oder physikalische Messmethode könnte etwas anderes feststellen. Aber jedem ist klar, das die Leinwand und Farbe nicht dasselbe sind, wie was sie darstellen.”
Ich finde diesen Vergleich hinkend.
Wie Sie sagen, ohne Hirnaktivität keine Seele, also ist die Seele das Produkt des Hirns? Kommt mir so vor.
Die Bedeutung und das “Leben” , das der Farbe auf der Leinwand eingehaucht wird, ist das Produkt einer Seele.
@alexander
Zu ihrem ersten Abschnitt: Einverstanden! Zum Hinweis über die Nicht-Tätigkeit eines Neurologen in der ästhetischen Betrachtung eines Bildes: Vielen Dank! Dass vieles von dem, was ich sagte eigentlich banal ist, bestreite ich nicht, umso erstaunlicher, dass Ihnen dann doch genau dieser Fehler unterläuft, den ich einem Teil der Neuroforscher vorwerfe: Die Beschreibung eines Bildes durch Proportion etc. ist selbst noch nicht der Inhalt. Solche objektiv feststellbaren Dinge, deren Untersuchung man zu Recht machen kann und soll, sind letzlich auch nur Äusserlichkeiten. Wohl gibt es einen Zusammenhang zum Inhalt (z.B. wirken geordnete Proportionen ruhiger als chaotische), aber die Mittel, durch die dieser Ausdruck (oder Eindruck beim Betrachter) hervorgerufen wird SIND nicht der Ausdruck (Eindruck) selbst. Und ein guter Kunsthistoriker weiss diesen Unterschied! Dasselbe gilt analog für Neurowissenschaftler.
Alltägliches:
Vatikan /Deutschland – „Er schweigt. Da werden Hunderte von Kindern in Deutschland von Mitgliedern der katholischen Kirche gequält, geschändet, ihre Herzen gebrochen, ihre Seelen zerstört. Und was macht der Papst? Er schweigt und lässt andere für sich reden. Wie er schon beim Skandal um die Rehabilitierung des rechtsradikalen Holocaust-Leugners Williamson und seiner obskuren Pius-Bruderschaft geschwiegen hat. Es gibt von ihm kein direktes Wort an die Gläubigen über eine offensichtlich fehlgeleitete Kirche. Das müssen andere erledigen wie gestern Kardinal Zollitsch in Rom oder der Hamburger Weihbischof Jaschke, der die längst überfällige Diskussion über das Zölibat anschiebt. Ihr Chef aber, der unfehlbar sein soll und doch nur unbelehrbar ist, schweigt. Benedikt XVI. begreift die Welt nicht mehr ¬ der Deutsche, der eine Hoffnung war, ist leider der falsche Mann am falschen Platz zur falschen Zeit.“ (12.3.10)
http://www.n-tv.de/politik/pressestimmen/Der-falsche-Mann-am-falschen-Ort-article773719.html
Alltägliches:
Katholische Kirche – Die Krise erreicht den Papst – Der Missbrauchsskandal erschüttert die katholische Kirche existentiell. Sie ist in der Krise, weil sie sich immer noch stärker selbst bemitleidet, statt den Opfern zu helfen. Jetzt geht es um das Vertrauen, das mehr als eine Milliarde Katholiken in den Pontifex setzen können. – Hat der heutige Papst damals einen folgenschweren Fehler gemacht? Das ist noch völlig unklar. Joseph Ratzinger hat nach jetziger Erkenntnis gewusst, warum der Priester von Essen nach München versetzt wurde. (13.3.10)
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/658/505846/text/
Alltägliches:
Deutschland – Neue Missbrauchsvorwürfe bei Regensburger Domspatzen – Erschütternde Berichte: Im Missbrauchsskandal bei den Regensburger Domspatzen haben sich neue Betroffene zu Wort gemeldet. Ein Ex-Schüler berichtete dem SPIEGEL, dass er bis in die neunziger Jahre sexuelle Gewalt erlebt hätte. Bislang waren nur Fälle aus den fünfziger und sechziger Jahren bekannt. – Auch Chorchef Georg Ratzinger, der Bruder von Papst Benedikt XVI., wurde von ehemaligen Domspatzen als “extrem cholerisch und jähzornig” erlebt. So habe Ratzinger noch Ende der achtziger Jahre bei Chorproben erzürnt Stühle in die Männerstimmen hineingeworfen. Einmal habe sich der Domkapellherr so erregt, dass ihm sogar das Gebiss herausgefallen sei. Der 86-jährige Ratzinger wollte sich dazu nicht äußern. (13.3.10)
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,683368,00.html
Alltägliches:
Deutschland – Erzbistum München – Gescheiterte Rehabilitation – Trotz mehrerer Missbrauchsfälle ermöglichte das Erzbistum München einem vorbestraften Pfarrer, immer wieder mit Kindern in Kontakt zu treten. – Das Erzbischöfliche Ordinariat bestätigte Informationen der Süddeutschen Zeitung, wonach der Pfarrer, der bis heute in Oberbayern als Kur- und Tourismusseelsorger tätig ist, 1986 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden ist. Und auch vorher gab es schon Vorwürfe gegen ihn: Als junger Kaplan kam er wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen 1980 aus seiner damaligen Pfarrgemeinde im Bistum Essen nach München, mit Zustimmung des Ordinariatsrats der Diözese. Erzbischof war damals Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI. (13.3.10)
http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/politik/656/505844/text/
@ Emeli:
13.03.2010 um 08:49
Ich habe den Eindruck mit der “Quantenphysikalisierung” des Geistes wird vor allem versucht, dem Laien die Unerklärlichkeit des Bewusstseins mit der Unverständlichkeit der Quantenmechanik plausibel zu machen.
Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, inkl. mir selber, der die Quantenphysik auch nur annähernd versteht und daraus Schlüsse ziehen könnte, wie Geist oder bewusstes Erleben mittels “Quantenphysik” funktionieren könnte.
Das Problem mit der Quanten-Mystik ist folgendes: Auf der einen Seite haben wir die Spezialisten der extremen Physik (von denen gibt es nur ganz wenige, 100%-Quantenphysik-Versteher sind wahrscheinlich an einer Hand abzählbar ) auf der andern Seite spezialisierte Biologen (Gehirnforscher, Neurobiologen), Beide mögen top auf ihrem Gebiet sein, verstehen aber so gut wie nichts auf dem Gebiet der Kollegen.
Der bekannte Physiker Roger Penrose stellte vor Jahren die Theorie auf, dass Bewusstsein durch “einen Übergang von der Quantenwelt in die klassische Welt” entsteht. Er ortet vor allem in den sehr feinen Hinrstrukturen, den Mikrotubuli ( Proteinstrukturen im Nanobereich) diesen rätselhaften Vorgang wo Geist zum Vorschein kommt oder erzeugt wir. (bekannt alsHameroff-Penrose Modell)
aus Wiki:
“Nach dieser Theorie führen subtile physikalische Prozesse auf Nanometerskala (10-9 m) im Grenzgebiet zwischen klassischer Physik und Quantenmechanik in einem hochentwickelten Nervensystem zu dem, was wir „Geist“ und „Bewusstsein“ nennen. Von anderen Quantenphysikern, Neurobiologen und Philosophen, wie Metzinger, Roth oder Koch, wird das Hameroff-Penrose-Modell allerdings abgelehnt.”
Andere Forscher halten die Theorie des geistigen Quantenzustands auch deshalb für Humbug, weil die Betriebstemperatur des Gehirns und damit auch die der Mikrotubuli für die postulierten Quanteneffekte
viel zu hoch ist.
wer sich einlesen will:
http://www.psychophysik.com/html/re020-quantenphysik-hirnforsch.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4853/1.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4767/1.html
Michael BAMBERGER
Danke, uns auf dem laufenden zu halten…….
Dazu kann ich heute nur sagen: Je entschiedener und hochgejubelter eine klerikale Person zur Macht gelangt, umso kläglicher verflüchtigt sich ihr Image. Ja, sie gebärdet sich als Bastard ihrer eigenen Ideologie!
@engel027: 12.03.2010 um 20:09
„ Es ist keine Kunst Papst Benedikt XVI. anzugreifen, der nicht nur das geistliche Oberhaupt von über 1 Milliarde Katholiken ist, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Nein, er ist auch noch ein Mensch, der sich nie zu all dem Unglaublichen das man ihm tagtäglich an den Kopfe wirft äussert. Das muss ihm erst einmall jemand nachmachen!“
Na, na Engelchen. Schweigen kann auch ander gedeutet werden. Bamberger bringt in erster Linie Links zu Zeitungsmeldungen, die von Journalisten verfasst wurden. Man kann annnehmen, dass diese nach den Regeln eines sauberen Journalismus verfasst wurden, nach entsprechenden Recherchen. Sogar der Blick hat diesbezügliche Vorschriften einzuhalten. Der Verantwortliche Chef muss richtigerweise auch hier für seine Organisation geradestehen, wie in einer anderen grossen Firma.
Sehen sie sich die nachfolgenden Links einmal genauer an, auch wenn es ihnen sehr schwer fällt. Die Missetaten der Priester inkl. die angeprangerten Augenklappen Ratzingers machen sie nicht ungeschehen indem sie einfach die Augen schliessen.
Auszug aus: http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/640/505828/text/
„Besondere Brisanz erhält der Fall dadurch, dass der heutige Papst darin verwickelt ist. Benedikt XVI. saß damals als Erzbischof von München und Freising im Ordinariatsrat des Bistums.“
Und an alle, die einen Zusammenhang der Pädosexuellen Vergehen mit dem Zölibat ausschliessen wiederhole ich hie einen Kommentar von Michael Bamberger: 12.03.2010 um 20:37
„– Psychotherapeuten, die pädophile Priester zu ihren Patienten zählen, sehen aber sehr wohl einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindesmissbrauch. Sie verweisen dabei auf den repressiven Umgang der Kirche mit Sexualität. Künftige Pfarrer würden schon während ihrer Ausbildung an der Entwicklung eines gesunden Verhältnisses zur körperlichen Liebe gehindert, hört man hier. Wer als 18-Jähriger in ein Priesterseminar eintrete, der verfüge meist noch nicht über eine ausgereifte Sexualität. Einen verantwortungsvollen Umgang damit lerne er dort eher nicht, weil alle Bereiche – von der Selbstbefriedigung bis zum Eingehen einer Liebesbeziehung – mit einem Tabu belegt seien. Diese Fachleute meinen, dass schon diese Sozialisation das Entstehen pädophiler Neigungen sehr wohl begünstige. Der einem repressiven Umfeld ausgesetzte Jungpriester bleibe in einem kindlichen Entwicklungsstadium stecken und fühle sich unter Umständen als Priester von erwachsenen Partnerinnen abgestoßen und von wehrlosen Kindern angezogen. Außerdem, so argumentieren Kritiker des Zölibats, ziehe die Pflicht zur Enthaltsamkeit jene Menschen an, die von vornherein Probleme mit dem Eingehen einer gleichberechtigten Beziehung hätten. Kenner der Szene sprechen auch viel direkter von “psychisch deformierten Jugendlichen”, die von der Kirche angezogen würden. Dort könnten sie dann ihre Not zur Tugend machen. „
Hier wird auch bestätigt, dass Pädophilie eben durch die sexualfeindliche Umgebung ausgelöst werden kann. Dieser Scheisszölibat muss aufgehoben werden, wenn auch nur 10% der kriminellen Vergehen dadurch verhindert werden könnten.
Als Kritiker der RKK müsste ich eigentlich für den Beibehalt plädieren. Er ist meines Erachtens auch mit ein Grund für den akuten Priestermangel. Primär aber geht es um die Verhütung weiterer Vergehen.
Engel027 ich erinnere mich noch gut an eine Nonne aus dem Muotatal, die in einer Sendung am Radio weinend darüber berichtete, wie sie und mehrere ihrer Mitschwestern von Klosterbrüdern missbraucht worden sind. Es ist für sie sicher hart, der Realität ins Auge zu schauen. Aber sie ändert nicht, wenn sie „blinde Kuh“ spielen. Kritisches Denken kann auch eine Tugend sein.
Und Engel027 besorgen sie sich doch einmal das Buch “Wir klagen an”, geschrieben von römischen Insidern über die Missstände im römischen Karneval.
@Edi Brugger
“Sie verweisen dabei auf den repressiven Umgang der Kirche mit Sexualität.” —->Nicht nur in der römisch-katholischen Ausrichtung.
@ Emeli:
13.03.2010 um 08:49
Ich habe den Eindruck mit der “Quantenphysikalisierung” des Geistes wird vor allem versucht, dem Laien die Unerklärlichkeit des Bewusstseins mit der Unverständlichkeit der Quantenmechanik plausibel zu machen.
Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, inkl. mir selber, der die Quantenphysik auch nur annähernd versteht und daraus Schlüsse ziehen könnte, wie Geist oder bewusstes Erleben funktionieren könnte.
Das Problem mit der Quanten-Mystik ist folgendes: Auf der einen Seite haben wir die Spezialisten der extremen Physik (von denen gibt es nur ganz wenige, 100%-Quantenphysik-Versteher sind wahrscheinlich an einer Hand abzählbar ) auf der andern Seite spezialisierte Biologen (Gehirnforscher, Neurobiologen), Beide mögen top auf ihrem Gebiet sein, verstehen aber so gut wie nichts auf dem Gebiet der Kollegen.
Der bekannte Physiker Roger Penrose stellte vor Jahren die Theorie auf, dass Bewusstsein durch “einen Übergang von der Quantenwelt in die klassische Welt” entsteht. Er ortet vor allem in den sehr feinen Hinrstrukturen, den Mikrotubuli ( Proteinstrukturen im Nanobereich) diesen rätselhaften Vorgang wo Geist zum Vorschein kommt oder erzeugt wir. (bekannt alsHameroff-Penrose Modell)
aus Wiki:
“Nach dieser Theorie führen subtile physikalische Prozesse auf Nanometerskala (10-9 m) im Grenzgebiet zwischen klassischer Physik und Quantenmechanik in einem hochentwickelten Nervensystem zu dem, was wir „Geist“ und „Bewusstsein“ nennen. Von anderen Quantenphysikern, Neurobiologen und Philosophen, wie Metzinger, Roth oder Koch, wird das Hameroff-Penrose-Modell allerdings abgelehnt.”
Andere Forscher halten die Theorie des geistigen Quantenzustands auch deshalb für Humbug, weil die Betriebstemperatur des Gehirns und damit auch die der Mikrotubuli für die postulierten Quanteneffekte
viel zu hoch ist.
wer sich einlesen will:
http://www.psychophysik.com/html/re020-quantenphysik-hirnforsch.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4853/1.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4767/1.html
@ Olive
Danke für ihren Hinweis, die Seele einfach mal baumeln lassen mal zurücklehnen am besten gelingt mir das wenn ich schlafe, gehört doch auch zum Leben, der Körper erholt sich im Schlaf, mein Augenmerk ist mehr auf meinen physischen Körper gerichtet, bin da nicht so total vergeistigt und lasse mich konsequent nicht ein auf Heilsversprechungen, die gibts ja auch in der Werbebranche, kommt einfach in einem andern Gewand daher, Schlankheitswahn etc. etc. etc. Ich bleibe mir selbst treu, das Leben ist eine Baustelle, mit Predigen possitives Denken kann ich nichts anfangen. Bei mir funktioniert das mein Hirn einfach noch spontan, Es denkt, dafür habe ich ja ein Hirn, das im Alter von ca. 4 Jahren eines Kindes erst vollentwickelt ist,.Persönlich kenne ich Sie nicht, für mich ist es einfach eine kleine Oeffnung im Blog, mich mitzuteilen, tönt jetzt etwas paradox, in der Tierwelt funktioniert es echt anders. Fatal finde ich einfach die Gleichgültigkeit vieler Menschen. Ein Löwe ist nach wie vor ein Löwe, der frisst einfach nach tierischem Instinkt, ich gehe nicht in die Höhlê des Löwen, werfe mein Leben nicht weg, ich lebe gerne, Atem ist leben, kommt mir oft sie Aussage meines Bruders seelig in den Sinn, wenn er gefragt wurde, was machst du – seine Antwort war noch echt, ich schnaufe, damit ich nicht ERSTICKE-
@olive
Ich glaube, Sie haben mich missverstanden. Ich sage: Die naturwissenschaftliche Erfassung der Hirnaktivitäten (also MRI-Scans und solche Dinge) zeigen, dass bei allem, was wir Menschen denken oder fühlen, das Hirn aktiv ist, und sie können z.B. erkennen welche Hirnregionen bei welchen Gedanken und Gefühlen beteiligt sind. Sie können also (mit zunehmendem Fortschritt immer genauer) beschreiben, was im Hirn vorgeht, wenn gedacht, gefühlt wird. Diese Beschreibungen beschränken sich aber naturgemäss auf “Äusserlichkeiten” und können kein Licht in das bringen, was wir als subjektive Erfahrungen erleben, nicht weil die Messgeräte zu wenig ausgefeilt wären, sondern weil sie dafür so wenig taugen wie Augen zum Hören. So sind die neuronalen Netze im Gehirn lediglich körperliche Voraussetzungen zur Entstehung von Gedanken und Gefühlen (und von dem, was jede(r) als Seele in sich fühlt), so wie die Farbe eine Voraussetzung ist zur Entstehung eines Bildes. So habe ich meinen Vergleich gemeint und bis hierhin scheint er mir nicht zu hinken.
Probleme gibt’s dann, wenn wir den Maler, der das Bild erschafft, einbeziehen. Wer oder was ist der Maler im Hirn? Wer oder was macht aus physikalischen Vorgängen in unserem Kopf Gedanken und Gefühle (Interessanterweise sprechen auch wir häufig von “Bildern” im Kopf)?
Wie gesagt, ich glaube nicht an etwas Übernatürliches als Urheber; was wir als unsere Seele oder unseren Geist wahrnehmen, muss also irgendwie aus uns selbst entstehen, aber das liegt ebenso ausserhalb unserer Vorstellungskraft wie Übernatürliches. (Warum ich mich innerlich für diese Sicht entschieden habe: Glaube ich an etwas Übernatürliches, habe ich zwar eine “Erklärung” für alles, was sich nicht anders erklären lässt, ich stehe danach aber wieder vor demselben Problem, einfach eine Ebene weiter oben: Wer oder was hat dieses Übernatürliche erschaffen, und wenn es dafür keine Ursache gibt, wie entsteht dann dieses aus sich selbst? usw. usw. Da bleibe ich doch lieber gleich auf der ersten Ebene.)
Ich kann also den menschlichen Geist und die Seele, übarhaupt die Welt an sich, durchaus als letztlich unerklärbares Wunder sehen, ohne an einen Gott zu glauben. (Ich schreibe bewusst “unerklärbar” und nicht “unerklärlich”).
@rabbi jussuf
Gebe Ihnen völlig recht, der Begriff Seele ist schwieriger zu fassen als der Begriff Mannschaft. Dennoch denke ich , dass der Unterschied nur ein gradueller ist, nicht ein prinzipieller, d.h. die Vorstellungen verschiedener Menschen beim Wort Mannschaft sind sicher nahezu identisch, beim Wort Seele gibt es dagegen grosse Unterschiede. Aber doch versteht jede(r) etwas darunter und weiss es in sich.
Ihr Satz mit “… verkappte Materialisten”. Einer der wahrsten und klügsten Sätze, die in diesem Blog zu lesen sind!
@agnos tiker @olive
Interessante Gedanken im Zusammenhang mit MRI-Scans !
Seelenkollektiv ? ——-> Es muss dann soetwas wie eine gemeinsam geteilte Auffassung, eine Konvention über etwas individeuell Wahrgenommenes geben. Die gemeinsam geteilte Überzeugung, dass die Farbkleckse, Geräuschfolgen, Wort-oder Bild reihen “Kunst” bedeuten, würde für mich dann bedeuten, dass “Seele” nur im Rahmen eines sozialen Kontextes entstehen und weiterkultiviert werden kann.
Wäre gespannt, wie Husserl -Experten oder Jungianer im Blog sich dazu äussern.
@poi: 13.03.2010 um 13:05
Nicht nur in der römisch-katholischen Ausrichtung.
Welche Ausrichtung meinen sie konkret?
Einige im blog können sich sicher noch an die eindringliche Frage eines ehemaligen Verkehrpsychologen in einem Vorlesungssal der USZ erinnern. “Was ist Seele ?”
AGNOSTIKER
Hallo Offizier a.D. – Du holst Dich immer wieder selbst ein…… wie kann Dir selbst mit der Begrifflichkeit ‘Seele’ auch nur Militärisches in den Sinn kommen?
Nach Wiki:
Mannschaft (von mittelhochdt. manschaft ‚Lehns-/Gefolgsleute‘) bezeichnet:
- die Gesamtheit der Soldaten einer militärischen Einheit, siehe Formation (Militär
- die niederen Ränge der Schweizer Armee, siehe Dienstgrade der Schweizer Armee-Grade der Mannschaft
- Mannschaften als Pluralwort: eine Dienstgradgruppe der deutschen Bundeswehr
Zum Glück hat es auch noch eine andere Bedeutung, und selbst Frauen können eine Mann….schaft bilden, nämlich solche, die ein gemeinsames Ziel haben!
Jedenfalls kann sich man/frau einiges mehr und konkreter unter Mannschaft als unter ‘Seele’ vorstellen…..
M…. wäre nicht M……, wenn sie abschliessend nicht bemerken würde, dass Armeen die Lebensverneinung der SEELE sind.
Schönen Samstag noch!
@edi brugger
Sorry für meine fehlende Konkretisierung.
Der moderate Erasmus von Rotterdam und Hardliner Luther bekämpften ja bereits um 1530 die Dekadenz der römisch-katholischen Kirchenvetreter. Nicht destotrotz verfolgten auch Sie eine fragwürdiges seelisches Reinheitskonzept bei Jugendlichen: “… der „reine” asexuelle, idealistische Jüngling, der „seine Kräfte bewahrte”, um den schweren Aufgaben des Erwachsenenlebens gewachsen zu sein.
Der puritanische Geist Jugendlichen gegenübern weht auch heute noch in nahezu allen religiös fundierten Institutionen / Vereinigungen / Bewegungen. Sexueller Verkehr unter Jugendlichen und Adoleszenten ist bis zur Ehe aufzusparen, weil bis dahin Sünde. Ebenfalls gilt Homosexualität bei Jugendlichen als abartig und sündig. Psychische Notlagen bei Jugendlichen also, die denen von 20 jährigen katholischen Priesteranwärter durchaus ebenbürtig sind und in der Summe zu vielfältigen sexuellen Störungen führen können.
Glücklicherweise können sich heute Jugendliche und junge Erwachsene mit Fragen oder Problemen zu Sex und Sexualität überall anonym an spezialisierte Beratungsstellen wenden, in denen ihre Nöte und Bedürfnisses im Zentrum stehen und nicht religiöse fundierte Seelenheilserwartungen.
Ich hoffe immer noch, dass Flyer von konfessionell und religös unabhängigen Sexual-Beratungsstellen sowohl im Priesterseminar in Chur, als auch in der ICF in Zürich en masse und an prominenter Stelle aufliegen. Praktischerweise gleich neben dem Stand für Gratiskondome.
@agnos tiker:
13.03.2010 um 13:59
Na, wenn ich jemanden missverstanden habe, dann Peter Bieri.

“. Aber jedem ist klar, das die Leinwand und Farbe nicht dasselbe sind, wie was sie darstellen.”
Er vergleicht quasi die Seele mit der Aussage/Darstellung des Bildes, die naturgemäss mit der Untersuchung der Ölfarbe und der Leinwand( Material) nicht zu erfassen ist, ebenso wenig findet man im Hirn und seiner Tätigkeit die Seele, man kann nur das Material und seine Aktivität ansehen.
Ich verstehe, was gemeint ist, aber Leinwand, Farbe etc. sind Materialien, nichts Lebendiges.
“. Doch genau dies tun die Wissenschaftler: Sie suchen nach der Seele im Hirn, als ob man darin etwas anderes erkennen könnte, als eben Hirnaktivitäten”
Tun sie das wirklich immer noch?
@moria
Ist mir ein Rätsel, wie Sie zu Ihrer Aussage kommen. Nichts von dem, was Sie sagen, habe ich implizit oder gar explizit gesagt. Lesen Sie doch mal meinen ersten Beitrag von gestern Abend, dann wissen Sie, wie ich es gemeint habe.
@Agnostiker
“Ich kann also den menschlichen Geist und die Seele, übarhaupt die Welt an sich, durchaus als letztlich unerklärbares Wunder sehen, ohne an einen Gott zu glauben”
Das finde ich sehr schön, denn es enthebt einen auch der Frage, warum Gott nichts tut ( ausser ein paar arme Seelen mit Wirbelstürmen zu bestrafen und andere nicht:-( ) und Ungerechtigkeiten zulässt.
Vielleicht erfahren wir einmal, dass es ihn doch gibt, in welcher Form
siehe Punkt 6 bei WorM.