Schweiz

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hugostamm am Montag den 8. März 2010

4 Jahre Blog: Diskussion über Gott und Teufel

Zum vierjährigen Bestehen dieses Blogs erschien im “Tages-Anzeiger” der nachfolgende Artikel. Ich möchte allen Teilnehmer – den regelmässigen und gelegentlichen – herzlich für das Engagement danken. Dank gebührt auch den vielen stillen Lesern, die sich immer wieder in grosser Zahl einklinken und die Diskussion verfolgen. Hugo Stamm

Die Kirchen leeren sich, doch die Menschen interessieren sich für Glaubensfragen wie eh und je. Der Sekten-Blog hat in vier Jahren 110 000 Kommentare provoziert.

Im Februar 2006 startete der TA-Sektenexperte Hugo Stamm einen Blog auf der Tagi-Homepage Newsnetz. Die Diskussion über Sekten lief gut an, doch bald rückten auch grundsätzliche Fragen zu Religion und Glauben in den Fokus: Entspricht der Glaube einem Grundbedürfnis des Menschen oder ist er anerzogen? Befriedigen Religionen kindliche Paradiesvisionen oder sind sie ein wirksames Konzept gegen die Angst vor dem Tod?

Als sich der Themenfächer öffnete, gewann die Diskussion rasch an Fahrt. Die Zahl der Kommentare stieg stetig an. Waren es früher etwa 200 Beiträge pro Woche, sind es heute 1000 und mehr. Ausreisser nach oben erreichten bis 2500 Leserreaktionen.

Minarettverbot mobilisierte

Am meisten Kommentare generierte die Auseinandersetzung um die überraschende Abstimmung zum Minarettverbot. Die Wogen gingen hoch, die Befürworter und Gegner der Initiative schenkten sich nichts. So kamen in wenigen Tagen über 3000 Kommentare zusammen.

Rund 2000 Leservoten provozierte der Impulstext mit dem Titel «Denkmalschutz für christlichen Gott». Es ging um die Freidenker-Plakate «Da ist wahrscheinlich kein Gott – also sorg dich nicht, geniess das Leben». Atheisten und Skeptiker lieferten sich dabei ein episches Wortgefecht mit Gläubigen.

Überhaupt lebt die Diskussion im Blog in den letzten Monaten vorwiegend von der geistigen Auseinandersetzung von Atheisten und Agnostikern mit Gläubigen. Naturgemäss prallen die Meinungen frontal aufeinander. Die zentralen Themen dabei: Wie plausibel ist die Vorstellung von einem christlichen Gott? Ist die Bibel von Gott inspiriert oder ist sie ein geschicktes PR-Instrument der Urchristen?

Für freikirchlich engagierte Gläubige ist die offene Diskussion über solche Fragen eine schiere Provokation. Manche fühlen sich in ihren religiösen Gefühlen tangiert und drohten auch schon mit einer Strafanzeige wegen Verletzung des Antirassismusgesetzes. In ihren Augen diskriminiert die Diskussion die Christen als Glaubensgemeinschaft.

Spendet uns Gott Trost?

Eine Kontroverse mit fast 2000 Kommentaren löste der Impulstext mit dem Titel «Unser tägliches Brot gib uns heute» aus. Dabei ging es um die Frage, wie es sich aus christlicher Sicht verantworten lässt, Waffenindustrien zu bauen und Milliarden in die Weltraumforschung zu stecken, wenn gleichzeitig Millionen von Menschen hungern.

Eine spannende Diskussion provozierte auch die Frage, ob und warum wir Trost in Gott finden. Weshalb zürnen ihm Gläubige nicht, wenn sie ein Kind oder einen Partner durch eine schwere Krankheit verlieren? Weshalb glauben sie, bei jener Instanz Trost zu finden, die ihre Angehörigen auch hätte heilen können?

Ein offenes Forum zieht auch Leser mit extremen Ansichten an, die den Blog als Plattform für fragwürdige Botschaften benutzen. Um die Diskussion in geordneten Bahnen zu halten, müssen ihre teilweise ehrverletzenden oder hetzerischen Kommentare gelöscht werden. Aus Rache über die angebliche Zensur überschwemmen sie den Blog gern mit unsinnigen Kommentaren. Doch alle Versuche, den Blog zu sabotieren oder lahmzulegen, sind bisher gescheitert.

387 Kommentare zu „4 Jahre Blog: Diskussion über Gott und Teufel“

  1. paterbrown sagt:

    In einem hatte Jesus sicher recht: Gewalt erzeugt Gegengewalt. Und heute wissen wir, was am Ende davon steht: der Dritte Weltkrieg. Wenn es losgeht, werden sie dann endlich schweigen…

  2. vietcong sagt:

    @ Morgenstern

    du zwingst mich da förmlich zu einem statement.

    herr stamm wirft dir nicht zu unrecht vor, bestimmte wörter benutzt zu haben, die dazu führten dass er deinen beitrag gelöscht hat. ist mir auch hie und da passiert und ich muss sagen, trotz meiner entrüstung, er hatte immer recht. ich bin schon ein paar jahre hier im blog und kann also sagen, ohne seiten beziehen zu wollen, herr stamm gibt sich grösste mühe. und davor sollte man achtung haben.

    ihr propagiertes ‘ende der kritik’ sehe ich nicht. im gegenteil befähigt uns gerade das internet, überall und auf fast alles eine kritik zu hinterlassen. dass damit der wert der kritik an sich teilweise gesenkt wird ist offensichtlich. aber allein die schiere menge der kritik widerspricht ihrer aussage.

    ein flash-mob hat meines wissens noch nichts verändert auf dieser welt.

    bambergers links mögen ja langweilen. jedoch würde ich nicht so weit gehen die aufarbeitung der verbrechen der katholischen kirche als müssig zu bezeichnen. im gegenteil.

    “Anstelle von Kritik kann man es ganz einfach besser machen. Das ist viel kräftiger als jede Kritik.”
    dann gehen sie bitte mit gutem beispiel voran!

    “So gesehen sind Freikirchen sogar fortschrittlicher als z.B. die e. Humanisten. Die ersteren machen einfach das, was deren Meinung nach besser ist, die letzteren versuchen sich durch Kritik an anderen zu positionieren. Diese Strategie ist aber ein Auslaufmodell.”
    wieder falsch. die freikirchen wählen einfach den einfacheren weg: nämlich kritik gar nicht erst zuzulassen. der humanismus ist da um einiges offener formuliert. welches der bessere weg ist, muss jeder für sich entscheiden. mit sicherheit ist aber die kitik-unfähigkeit ein weg der nicht lange dauern wird.

    “Satisfaction now! Das ist der Kampfruf der Jugend. Da hat Kritik an No-Satisfaction-Organisations schlicht keinen Platz. Denen gehen ganz einfach die Kundschaft aus, weil diese sich in Satisfaction-Now-Organisationen tummeln. Somit erübrigt sich die Kritik, weil, wenn keiner hingeht, dann findet es auch nicht statt.”
    genau. und darum hat dieser blog so einen erfolg, weil eben viele hingehen und das ganze stattfinden lassen.

    “Ich habe hier im Blog viel gelernt, Herr Stamm. Z.B. habe ich gelernt, wie man anderen das Blut in Wallung bringt, ohne etwas zu sagen, das tatsächlich nachweislich falsch wäre. Das ist der Trick, mit dem Sie selber ja gerne operieren in Ihren Leitartikeln. Es ist auch der Trick, mit dem Herr Bamberger gerne operiert.”
    passen sie auf, was sie schreiben, diese aussage könnte man nur zu leicht gegen sie verwenden.

    “Ich habe also durchaus viel gelernt hier, und jetzt ist es doch auch mal an der Zeit, Ihnen dafür meinen Dank auszusprechen.”
    geht doch!

  3. zysi sagt:

    @vietvong

    die bloghymne gibt es schon: CH-Psalm ;-)

  4. Morgenstern sagt:

    @ Dobra

    Sind Sie jetzt unter die Blog-Hobby-Psychologen gegangen?

    @ paterbrown: “Es ist die Frage, zu was solche Pöbelmobs, u.a., führen.

    Ich denke, Sie liegen falsch. Es scheint zwar, als ob nur Pöbelmobs entstehen. Das ist aber nur das Flimmern, das bei neuen Technologien anfangs entsteht. Spiel- und Testphase sozusagen. Das wird wohl bald viel erwachsener daherkommen. Absehbar, dass so neue Bewegungen entstehen, und zwar wesentlich schneller und gewaltiger (evtl. auch gewalttätiger), als auf bisherigen Wegen.

    paterbrown: “was propagiert wird, ist eigentlich die Sinnlosigkeit.

    Nein. Das scheint nur so für die Aussenstehenden. Propagiert wird Gemeinsamkeit. Die anscheinende Sinnlosigkeit ist nur das Instrument der Abgrenzung zu denen, die die Gemeinsamkeit nicht teilen. Es ist eigentlich das typische Thema der Jugend, die sich gegen die “Alten” auflehnt. Der Spass beim Botellon liegt wohl nicht im Alk, sondern in den Gesichtern der überraschten und besorgten Alten. Der Rausch liegt nicht in den Promillen, sondern in der verborgenen Absprache, die Massen bewegt und so ein Zeichen von MACHT demonstriert. Und natürlich entsprechende Machtlosigkeit bei der Gegenpartei. Saubannerzug durch Zürich, kein Bulle vor Ort, baffe Politiker. Ein System, das sich als mächtig ansieht, aber mit einer simplen Absprache ausgehebelt wird.

  5. Michael Bamberger sagt:

    @ Hugo Stamm

    Ganz herzlichen Dank für das unermüdlich aufklärende Engagement, für die dazu erforderlichen unzählbaren Fron-Stunden und ein ganz spezieller Dank für das souveräne Augenzwinkern in den Anlassartikeln wie auch im Management der stampfenden Herde auf der saftiggrünen Stammblogwiese.

    Auf die nächsten 4 Jahre, ein dreifaches skål!

    „Horatio“

  6. Morgenstern sagt:

    vietcong: “er [HS] hatte immer recht.

    lol. Danke, Vietcong. Scheint, Sie würden sich in einer Freikirche [einger gem. Ihrer Definition] sehr wohl fühlen.

    vietcong: “passen sie auf, was sie schreiben, diese aussage könnte man nur zu leicht gegen sie verwenden.

    Das wurde ja auch schon gemacht. Auch durchaus zurecht. Auch ich war schon sehr populistisch unterwegs hier im Blog. Ich habe es zwar noch nicht zur Perfektion eines MHB gebracht, aber evtl. wird das ja noch irgend wann.

  7. um musad sagt:

    @ Hugo Stamm

    Sorry, guter Herr H. Stamm – Ich bediene mich frischfroehlich der Moeglichkeit und fuehre ( fuer mich) interessanten Dialog mit HO in einem inzwischen laengst mehr oder weniger verlassenen ‘Tread’( Liebe nur einen Glaeubigen),ohne Ihnen auch danke gesagt zu haben fuer diese tolle Plattform die Sie und mit Ihrem Blog bieten. Also ich hole es jetzt nach, und wenn auch mit etwas Verspaetung ein ganz herzliches DANKESCHOEN !
    Aus Zeigruenden konnte ich mich am letzten Blogthema” Minarette sehen wie Kirchtuermer aus” weder mit-lesen geschweige dann mit -schreiben beteiteiligen. Zum Jubilaeum habe ich mir halt doch Zeit gestohlen den einen oder anderen Beitrag zulesen. Darunter hat mir der Beitrag von ‘paterbrown’ weh getan. Ich wuenschte mir, das sie hie und da aus Ihrer Haut gehen koennten, und sich auch hie und da in einen andersdenkende Menschengruppe versetzen koennten. Und dann die Wogen aus Ihrer Richtung einwenig glaetten koennten die in diesem Meinungsaustauch hier entstehen.

    @ paterbrown: 09.03.2010 um 05:17

    “Ich sage es noch einmal: wenn die Verunglimpfungen meiner Person nicht endlich aufhören hier, mache ich eine Anzeige. Das geht jetzt schon Monate so, und es ist nicht mehr zum Aushalten. Der Bogen wurde hier ganz eindeutig weit überspannt – und das hört immer noch nicht auf. Das ist meine letzte Warnung”

    Darf ich eine Frage stellen? Sind Sie im wirklich ein Pater ? Hatte zuwenig Zeit den Blog zu verfolgen, und weiss leider nicht genau warum es fuer Sie so weit kam, dass es nicht mehr zum Aushalten ist. Beim Ueberfliegen der Beitraege denke ich, wegen n e g a t i v e n Aeusserungen gegenueber Pristerschaft.
    Lieber Pater, sicher hat Pristerschaft seine p o s i t i v e n Seiten.—Leute die ihr ganzes Leben dem Studium der heiligen Schriften verschrieben,haben wohl zu Wertvollem beigetragen fuer die Menschheit! ( Auch kennen wir Hadithe- Sammler, wenn wir ueber ihr Leben lesen,benoetigten diese wenig Schlaf und waren praktisch ununterbrochen hinter Buecher und Nachforschungen. Und haben ungeheuer wertvolle Arbeit geleistet fuer die Nachkommen.)
    Die Kritik gehoert doch eigentlich nur dem Zoelibat, welches ( hab ich inzwischen erfahren) nicht biblisch ist. Und auch nach Koran n i c h t verlangt wird. Meinen Sie denn nicht auch dies sollte eine freiwillige Sache sein ?
    Ich hoffen Sie beruhigen sich wieder, und schreiben uns weiterhin ihre Sicht der Dinge hier im Blog. ( Wenn Sie aber die Kritik ” Angriffe’ nicht ertragen, tun Sie sich diesen Blog einfach nicht an und gebrauchen die wertvolle Zeit fuer andere Dinge.

    U.M.

  8. Rabbi Jussuf sagt:

    um musad

    paterbrown schreibt nur Unsinn und müllt den Blog zu.
    Einfach nicht weiter beachten.

  9. Michael Bamberger sagt:

    @ Morgenstern
    Konkret lässt sich das eben an den MHB-Links gut aufzeigen. MHB kritisiert die Sexualmoral der RKK. Durchaus zurecht! Nur, es ist absolut müssig, dies zu tun. Es ist Energieverschwendung. Warum? Ganz einfach, weil die Kritik kaum etwas bewegt….Warum also Energie verpuffen und rumkritteln und warten, bis sich die alten Männer in langen Röcken bewegen?

    „absolut müssig“…“warten, bis sich die alten Männer in langen Röcken bewegen?“

    Von selber bewegen sie sich bekanntlich nicht, die alten Männer in ihren langen Röcken, aber spätestens seit 2002 werden sie bewegt, und wie werden sie das. Zuerst in den USA, dann in Australien und England, dann Irland und nun Holland, Deutschland und Österreich, um nur jene Länder zu nennen, die momentan punkto klerikalem Sexualmissbrauch hervorstehen, bis die nächsten kommen.

    Und da sich die alten Männer in ihren langen Röcken eben nicht von selber bewegen, braucht es genau jene Kritik, die Sie kritisieren, braucht es Aufklärung, braucht es Infragestellung, denn sobald diese Kritik aufhört, dreht sich die klerikale Sonne wieder um die geozentrische Erde.

    Trotz allem, danke für den Dank.

    „Horatio“

  10. vietcong sagt:

    @ Morgenstern

    mit ‘immer recht’ meinte ich: er hat meine beiträge immer zu recht gelöscht, weil sie einfach den bogen überspannt haben.

    übrigens ist bamberger alles andere als ein populist, sondern ein intellektueller. jetzt könnte man natürlich fragen: treffen sich diese beiden extreme am ende des kreises wieder? und durchaus mit einem verhaltenen ‘hmja’ antworten. vielleicht ists aber auch mehr die intention die einen zum populisten, oder eben auch nicht, machen. und das kann man bamberger nun mal nicht nachsagen.

  11. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Österreich – In Österreich sind an zwei Einrichtungen der katholischen Kirche Fälle von Kindesmissbrauch bekanntgeworden. Der derzeitige Erzabt des Stiftes St. Peter in Salzburg wird beschuldigt, der zum Tatzeitpunkt Priesteramtsanwärter war. Er habe den Missbrauch, der rund 40 Jahre zurückliegt, bereits gestanden und seinen Rücktritt angeboten. Wie ein heute 53-Jähriger Mann dem Radiosender sagte, wurde er auch von zwei anderen Patres der Benediktiner-Abtei sechs Jahre lang immer wieder missbraucht. Die beiden Geistlichen, von denen einer inzwischen verstorben ist, wurden nach Angaben der Salzburger Staatsanwaltschaft 2005 in Marokko wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen festgenommen. Der Erzabt des Klosters hat dem Opfer dem Bericht zufolge Ende 2009 in einem Brief 5000 Euro angeboten. Auch im Internat eines Privatgymnasiums des Bregenzer Zisterzienser-Klosters wurde in den achtziger Jahren mindestens ein Schüler sexuell missbraucht. Die Tat wurde von der Schule jahrelang vertuscht. Wie Abt Anselm van der Linde den “Vorarlberger Nachrichten” sagte, war der Täter geständig. Die Schule habe den zuständigen Bischof informiert und den heute 74-Jährigen nach Tirol versetzt, wo er immer noch als Priester arbeite. Er habe auch eine Therapie gemacht. Der Vater des Jugendlichen habe damals auf eine Anzeige verzichtet. (9.3.10)

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,682535,00.html

  12. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Österreich – Schwere Vorwürfe gegen Priester – Die Missbrauchsvorwürfe gegen drei Geistliche des Klosters St. Peter in der Diözese Salzburg wegen Kindesmissbrauchs führen auch nach Oberösterreich. Einer der Priester war jahrelang in verschiedenen Pfarren in Oberösterreich tätig. Die Vorwürfe, die heute gegen den Pater erhoben wurden, sind schwerwiegend. Ein heute 53-Jähriger ist jetzt an die Öffentlichkeit gegangen, er spricht von jahrelangem schwerem Missbrauch unter anderem durch den Geistlichen. Seine Eltern glaubten ihm damals nicht, sagt der 53-Jährige, außerdem hätten sich die Priester das Vertrauen seiner Eltern erschlichen. Beichten durfte der Bub damals nur bei einem seiner Peiniger, eben bei Pater B. 1975 verließ der beschuldigte Priester das Kloster St. Peter in Salzburg und kam ins Innviertel. In drei Gemeinden war er tätig. Zumindest in einer davon hat man heute noch sehr geteilte Erinnerungen an den Geistlichen. (9.3.10)

    http://ooe.orf.at/stories/428071/

  13. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Österreich – Neben den jüngsten Missbrauchsvorwürfen im Vorarlberger Kloster Mehrerau und im Salzburger Stift St. Peter sind heuer bereits drei weitere Verdachtsfälle im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche bekanntgeworden. Gegen einen niederösterreichischen Pfarrer wird wegen des Besitzes und der Weitergabe kinderpornografischer Darstellungen ermittelt, weitere Fälle von sexuellem Missbrauch wurden außerdem in Salzburg und der Steiermark bekannt. (9.3.10)

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/art58,348746

  14. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Deutschland – Regensburg: Misshandlung bei Domspatzen – Die Männer mit dem Schlüsselbund – 40 Jahre Schläge: Wie der Direktor der Vorschule der Regensburger Domspatzen Kinder misshandelte – ehemalige Schüler berichten. (9.3.10)

    http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/bayern/189/505390/text/

  15. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Holland – Missbrauchsskandal in Holland – auch Nonnen beschuldigt – Auch in den Niederlanden weitet sich ein Skandal um sexuellen Missbrauch von Kindern in Einrichtungen der katholischen Kirche weiter aus. Neben etlichen Priestern werden jetzt erstmals auch Nonnen beschuldigt, sich an kleinen Jungen vergangen zu haben. Das berichtet die Zeitung «De Telegraaf». Mehr als 200 mutmaßliche Opfer von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche der Niederlande haben bislang bei Behörden und Hilfsorganisationen entsprechende Beschwerden eingelegt. (9.3.10)

    http://www.zeit.de/newsticker/2010/3/9/iptc-hfk-20100309-43-24154582xml

  16. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Irland – Pädokrimineller Priester bestreitet die Enthüllungen des Murphy Rapports über klerikalen Missbrauch: „Irish paedophile priest denies findings of Murphy abuse report“ (9.3.10)

    http://www.belfasttelegraph.co.uk/news/local-national/irish-paedophile-priest-denies-findings-of-murphy-abuse-report-14711821.html

  17. heidi reiff sagt:

    Kein Mensch weiss, was richtig und falsch ist auch ich nicht, gescheit schnurren können ja die Meisten. Dinge mal anders anzugehen , Taten statt Worte. Ich besuche keine Vorträge. Ich war mal Beatles-Fan bin es vermutlich nach wie vor “mike love not war” , ein Beatle wurde ja auf offener Strasse erschossen, J.F. Kennedy wurde ermordet. Beten und Glauben ist Privatsache eines jeden Individuums. Wiederholungstäter gehören lebenslang verwahrt, andernfalls machen wir uns mitschuldig. Endlose Diskussionen sind Energieverschleiss. Kein Mensch kommt als Pädophiler auf die Welt fanatische destruktive Religions- Erziehungs- und Kulturideologien sind leider nach wie vor dominant weltweit. Augen auf, entsorgen wir doch unsere Stinkwut dort wo sie hingehört und machen nichtmehr unschuldige Kinder zu Opfern. – Menschen werden zu Opfern gemacht, das sind Tatsachen, Selbstbetrug ist nach wie vor der grösste Betrug. Ich entspanne mich jetzt etwas, das braucht mein leiblicher Körper, Stress mag ich nichtmehr. Der Körper lügt nicht. Amen

  18. Nada sagt:

    @Hugo Stamm

    Auch ich möchte ihnen ganz herzlich danken. Entgegen ihrer Annahme ist die offene Diskussion hier keine schiere Provokation für mich. Ein bisschen provoziert, fühle ich mich schon ab und zu. Ich habe jedoch festgestellt, dass mir dies nicht schadet. Im Gegenteil. Ich habe auf dieser Plattform sehr viel gelernt. Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die mir mit ihren Beiträgen Denkanstösse gegeben und die Augen geöffnet haben.

  19. hugostamm sagt:

    Herzlichen Dank für die vielen netten Worte. Es ging mir nicht darum, Komplimente zu fischen, doch die schönen Reaktionen freuen mich natürlich.

    Wie verschiedene Kommentatoren und Kommentatorinnen zu recht bemerken, ist meine Rolle nicht immer einfach. Ich will auch gar nicht behaupten, dass ich immer ein weises Händchen bewiesen habe. Ich gehe aber immer vom Grundsatz aus, so wenig wie möglich einzugreifen. Wenn ich aber persönlich unfair angegriffen werde, erlaube ich mir auch, persönlich zu reagieren.

    Was ich aber wage zu behaupten: Ich habe nie einen Kommentar gekürzt oder gelöscht, weil er mir inhaltlich nicht passte. Zu diesem Mittel greife ich nur, wenn die Form deplatziert ist: Beleidigungen, Angriffe unter die Gürtellinie, Verunglimpfungen. Minimale Regeln des Anstandes sind voraussetzung für eine faire Diskussion. Hingegen freue ich mich über jeden poitnierten Kommentar, egal von welcher Ecke er kommt.

  20. deeps sagt:

    @ vietcong
    Marschmusik! ha, ha, ha, das wär ja mal was ganz anderes.

    @ erwinio
    Dieser Blog leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Gott nicht den Gläubigen zu überlassen.
    Danke für diesen Satz und überhaupt für deinen Beitrag!

    @ Morgenstern
    Zum Satz von Erwinio meinst du: Das finde ich echt lustig. Gott steht doch jedem frei.
    Tut er das? Hättest du nicht diesen Satz von erwinio auch zitieren sollen? Einige Male habe ich hier versucht, meine Erfahrung ebenfalls dahingehend zu interpretieren, dass wir keinen Gott brauchen für eine Gotteserfahrung. Diese Aussage halte ich für nicht unwesentlich zum Verständnis des erwähnten Satzes. Findest du nicht?

    Wenn schon, dann Smart Mob, scheint mehr auszurichten.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Smart_mob
    Ich sehe auch viel Potential in den modernen Medien. Da kommt noch was auf uns zu!

  21. Felix sagt:

    @ Michael Bamberger: 09.03.2010 um 10:48

    “Schon wieder falsch, Felix, denn der Bericht thematisiert genau diesen Fall. Am 6.3 um 10:26 stellte ich den Link zu den Geschehnissen an der Odenwaldschule in den Blog und verwies mit meinem Zitat darauf.”

    Das war und ist mir durchaus bekannt. Gerade die Diskrepanz zwischen dem Bericht im Spiegel und deiner leider verzerrten Zusammenfassung macht deutlich, worum es dir eigentlich geht….

    Wer wirklich aufklären will, muss das Phänomen “Pädosexualität” in seinem ganzen Umfang aufzeigen; oder willst du, dass Eltern, die ihre Kinder liberal aufziehen lassen, nicht hellhörig werden sollen, da es ja scheinbar “nur” ein katholisches Problem ist?-

  22. heidi reiff sagt:

    @ vietkong

    Marschmusik, konform in Schritt und Tritt und noch eine passende Uniform, brrrrrrrr, da erscheine im im Pjama.

  23. Dobra sagt:

    @Filzlaus
    Schon im zweiten Beitrag beginnen Sie mit infantilen Nickverzerrungen herumzustänkern? Mich nennen Sie Dobrababy und selber bedienen Sie sich eines Nicks, der früher mal einer Frau gehörte (nicht Steinlaus, sondern jemand anderer, jemand der sinnigerweise ein Opfer von religiöser Indoktrination war)

    Dacht ichs mir doch. Pünktlich zum Jubiläum sind Sie zurück.

  24. vietcong sagt:

    also es scheint beschlossen: herr stamm, bitte marschmusik aufschalten ;)

  25. Morgenstern sagt:

    @ Michael Bamberger: “Und da sich die alten Männer in ihren langen Röcken eben nicht von selber bewegen, braucht es genau jene Kritik, die Sie kritisieren, braucht es Aufklärung, braucht es Infragestellung, denn sobald diese Kritik aufhört, dreht sich die klerikale Sonne wieder um die geozentrische Erde.

    Da stellt sich natürlich die Frage, in wie fern es für den Aussenstehenden überhaupt von Bedeutung ist, worum sich die klerikale Sonne dreht. Dort wo Aussenstehende betroffen wären oder sind, dort zählt nur, worum sich die sekulare Rechtssprechungssonne dreht.

    ;-)

    @ Vietcong

    Evtl. kennen Sie Bamberger ja persönlich. Ich nicht. Daher kann ich wenig über seine wahre Intention sagen, sondern nur, welche Intention ich hinter seiner Aktivität hier vermute.

    @ hugostamm: “Was ich aber wage zu behaupten: Ich habe nie einen Kommentar gekürzt oder gelöscht, weil er mir inhaltlich nicht passte.

    Zumindest lassen Sie tatsächlich sehr viel durch. Für diese Grösse haben Sie durchaus meinen Respekt, das ist ganz bestimmt nicht immer einfach.

    @ deeps: ““[Erwinio] Einige Male habe ich hier versucht, meine Erfahrung ebenfalls dahingehend zu interpretieren, dass wir keinen Gott brauchen für eine Gotteserfahrung.” Diese Aussage halte ich für nicht unwesentlich zum Verständnis des erwähnten Satzes. Findest du nicht?

    Ja, aber lustig ist es doch. Gotteserfahrung ohne Gott hat was. Nur, welcher Gott ist es denn, der den Gläubigen überlassen ist?

    Evtl. meinte Erwinio ja, dass Gott nichts mit Gottesbildern zu tun hat und der Stammblog hilft, diese Idee auch bei Nichtgläubigen zu verbreiten.

    Aber spannend ist ja dies hier: “Wir dürften Gott nicht den Gläubigen überlassen.” kombiniert mit “Parallelen seiner Erfahrung [Schmidt Salomon!] zum christlichen Meister Eckhart, zu Zen oder dem Sufismus“.

    Verhilft der Stammblog zu einem neuen Gottesbild? Gut, Antonius würde sich jetzt wohl verweigern. Trotzdem steht ja doch am Anfang die Idee, auch wenn diese dann aufgegeben werden muss.

    Lustig also als lustvoll, nicht etwa lächerlich.

    deeps: “Wenn schon, dann Smart Mob, scheint mehr auszurichten.

    Ja, richtig. Oder gar ein “Simuli-Mob”, der neue Strukturen erfindet und ausprobliert. Ich denke, wir stehen da erst am Anfang. 1995 hiess es solches noch: Simuli-Kultur. Da stand dazu:

    Die Simuli-Kultur ist eine Kultur, die die äussere Welt immer weniger wichtig findet und statt dessen von der Multiplizierung erfundener Innenwelten lebt.

    Diese These deckt sich mit Analysen der Gesellschaft für rationelle Psychologie (GRP) in München. Sie fand heraus, dass sich die Sinnesleistungen von immer mehr Jugendlichen in den letzten Jahrzehnten deutlich verringert habe. Der Kontakt mit der Aussenwelt verliert bei den Jugendlichen heute an Dynamik, während der Raum der geistigen Phantasien an Dynamik gewinnt.

    So wird in Zukunft eine neue Ekstatik-Gesellschaft entstehen. Unsere Gesellschaft beginnt ein neues kollektives Spiel: Sie wird zur Self-fulfilling-Society. …

    Die ewig mobile, sich stetig ändernde Simuli-Kultur ist die typische Kultur von Nomaden, von Jägern und Sammlern. In diesem Sinne werden wir alle wieder zu Nomaden des Geistes und zugleich zu Info-Jägern und High-Tech-Sammlern. Wir werden zu Erfindern von immer neuen Welten, wir werden Sammler immer perfekterer, aber auch unterschiedlicher Welten. Der Philosoph Vilem Flusser nennt solch eine Gesellschaft eine “telematische Gesellschaft”. Eine Gesellschaft, die an der Bruchkante gesellschaftlicher Umbrüche und neuer Sichtweisen, an der Leading Edge, entsteht. …

    In den meisten westlichen Ländern haben wir eine repräsentative Demokratie. Es ist aber heute schon absehbar, dass sich diese langsam auflösen wird. An die Stelle der politischen Repräsentanten (z.B. Parteienvertreter) treten netzkwerke und Bewusstseinsprozesse (also Szenen), die immer deutlicher an der politischen Willensbildung teilnehmen, obwohl sie nicht gewählt worden sind.

    Das bedeutet, dass die telematische Revolution eine Art Ad-hoc-Parteilichkeit aufbaut, die keine Parteien mehr umfasst. …

    Das Ergebnis dieser Entwicklung wird eine Art Tele-Demokratie sein, durch die jeder am politischen Leben direkt teilnehmen kann, wenn er die Kraft hat, in dem fluktuativen Billardspiel des öffentlichen Bewusstseins Gehör zu finden oder Szenen zu formieren. Politiker ist also nicht mehr, wer die Rolle eines Politikers statutarisch inne hat. Politiker ist in Zukunft, wer eine Szene entwickeln kann.

    deeps: “Da kommt noch was auf uns zu!

    Warten ist langweilig. Da wäre es doch wesentlich spannender, dem Bamberger etwas auf die Sprünge zu helfen…

    Nur seine Links zu lesen, scheisst an. Das ist verpuffte Energie. Es ist absolut unbefriedigend, immer nur von Missbrauchsfällen zu lesen. Es ist ungenügend, nur solche immer und immer wieder zu publizieren. Wenn schon der mentale Stress, dann soll er sich doch bitte gefälligst lohnen! Darum damals mein Hinweis, er soll doch eine Initiative machen und Unterschriften sammeln per Pädo-Spam. Aber irgendwie denkt hier jeder, ich wolle irgend etwas nicht wahr haben.

    Weit gefehlt.

    (Sorry für Tippfehler, ich habe das Korrekturlesen ausgespart.)

  26. paterbrown sagt:

    Ich habe gesagt, dass dies die letzte Warnung war. Deutlicher kann man nicht sein.

    @hugostamm. Sie sind ein grosser Lügner. Sie wissen genau, dass Sie viele meiner Kommentare aus anderen Gründen gelöscht haben als jene, die Sie angeben. Warum haben Sie es nötig, solche Lügen zu verbreiten? Glauben Sie, dass man eine Welt und Gesellschaft aus Lügen aufbauen kann? Sie, der Sie doch immer auch die Wissenschaft vertreten wollen? Was ist denn das für eine Wissenschaft? Das frage ich aus der Sicht der Wissenschaft.

  27. Morgenstern sagt:

    So, das war’s für heute.

  28. paterbrown sagt:

    Und das Seltsame an Ihnen ist, dass Sie etwa im Fernsehen recht sympathisch erscheinen, hier aber gar nicht.

  29. paterbrown sagt:

    Ich hätte einen gelungenen Buchtitel für Ihr nächstes Buch: “Meine Gespräche mit Gott: wie ich versuchte, Gott verrückt zu machen und dabei die Welt zerstörte, eine Beichtschrift”. Das wäre doch interessant.

  30. Michael Bamberger sagt:

    @ Felix

    “Das war und ist mir durchaus bekannt. Gerade die Diskrepanz zwischen dem Bericht im Spiegel und deiner leider verzerrten Zusammenfassung macht deutlich, worum es dir eigentlich geht….Wer wirklich aufklären will, muss das Phänomen “Pädosexualität” in seinem ganzen Umfang aufzeigen; oder willst du, dass Eltern, die ihre Kinder liberal aufziehen lassen, nicht hellhörig werden sollen, da es ja scheinbar “nur” ein katholisches Problem ist?“

    Deine ursprüngliche These lautete:

    “Wenn’s dir wirklich darum geht, aufklärerisch zu wirken mit den zahllosen Links, die du hier plazierst, dann darfst du nicht nur jene Fälle an den Pranger stellen, die durch kath. Priester begangen wurden. – Da du dich aber ausschliesslich mit Missbrauchsfällen katholischer Priester beschäftigst, kann das, was du vorgibst, nicht die einzige Motivation sein. Darum muss ich zum Schluss kommen, dass du zwar eine here Absicht für deine Links vortäuschst, da es dir in Wahrheit nur darum geht, die katholische Kirche insgesamt in Verruf zu bringen.“

    Deine ursprüngliche These („ausschliesslich“) hast Du mit denen heutigen Zeilen somit selbst widerlegt, siehe dazu z.B. auch mein Posting heute um 10:19.

    Was den Gesamtaspekt der Pädokriminalität betrifft den Du ansprichst, unterscheidet sich die katholische Kirche von allen anderen betroffenen Gruppierungen in der Regel insbesondere dadurch, dass sie systematisch vertuschte, Täter deckte und versetzte, Schweigegeld zahlte, interne Wurstelanordnungen verfasste, dem schweigenden Mitwissertum frönte und die Opfer verhöhnte, aber das weisst Du ja selber. Es ist diese entsetzliche Ideologie, welche nicht nur an den Pranger gehört, sondern mit welcher radikal aufgeräumt werden muss, um dem Bestreben nach Eindämmung klerikaler Pädokriminalität nachkommen zu können. Oder anders formuliert, wenn Du das Ei essen willst, musst Du damit leben, dass die Eierschale zerschlagen wird. Ist das so schrecklich schwer zu kapieren?

    „Horatio“

  31. heubauch sagt:

    @hugo stamm

    auch meinerseits einen herzlichen dank für Ihre grossartige arbeit hier (auch Ihnen eine derart geballte ladung komplimente wahrscheinlich langsam langweilig vorkommen muss). ich finde es sehr interessant, auf diesem wege ansichten mit mir völlig unbekannten personen auszutauschen. ich konnte auch schon einiges lernen (v. a. von pufendorf und bamberger) und hatte die gelegenheit, meinen horizont bzgl. verschiedener weltbilder (und der jenen zu grunde liegenden argumente) zu erweitern.

    mit herzlichen grüssen

    heubauch

  32. vietcong sagt:

    @ morgenstern

    geht mir genauso. nur: ich unterstelle ihm nichts böses. du schon?

  33. Der inverse Goliath sagt:

    @ erwinio: (09.03.2010 um 11:27)

    “Einige Male habe ich hier versucht, meine Erfahrung ebenfalls dahingehend zu interpretieren, dass wir keinen Gott brauchen für eine Gotteserfahrung. Wir dürften Gott nicht den Gläubigen überlassen. “

    Wieso muss man dann das “Gotteserfahrung” nennen? Es erschwert die Abgrenzung von einem Glauben an einen Gott, der Gebete beantworten soll, an Sünde oder Beichte interessiert ist oder mit kapriziösen Wundern eingreift.

    In diesem Sinn ist der Begriff «Gott» bereits von den Gläubigen mit ihrem personalen Anspruch besetzt. Ich bin nicht sicher, ob ich ihnen das auf der Ebene der Erfahrung streitig machen möchte. Der Verwechslung wären keine Grenzen gesetzt.

    Ansonsten gehe ich mit Dir einig, die Gott-Idee als solches, ist auch ohne Glauben interessant und ich sehe keinen Grund, wieso die Religion ein Alleinrecht hätte sich damit zu beschäftigen (allerdings beschäftige ich mich eben nur mit der Idee, nicht mit Gott als Kraft). Hinzu kommt, dass die Religion auch Spezies hervorbringt, die behaupten, sie alleine hätten das Anrecht, Antworten auf die Lebenssinn-Fragen zu finden und zu verbreiten – dem muss etwas entgegengesetzt werden.

  34. heubauch sagt:

    @paterbrown (vermutlich aka ronnie)

    Ich habe gesagt, dass dies die letzte Warnung war.

    dann möchte ich Sie bitten, diesmal für einmal wort zu halten und es tatsächlich die letzte warnung sein zu lassen. Sie täten damit uns (vermeidung von blograuschen) und auch Ihnen selber (vermeidung, als kompletter idiot dazustehen) einen gefallen.

    heubauch

  35. Basta sagt:

    @Olive Sie sagen: “ und oft schmerzhaft, die “Tröstung” des Glaubens,( obwohl eine Fata Morgana) an einen gütigen Vater loszulassen.
    Nun, wenn dieses Loslassen so schmerzhaft ist, warum sollen dann die Menschen diesen Trost loslassen? Viele Menschen erfahren den Trost aus dem Glauben als Realität. Ich frage Sie deshalb, warum Sie die Behauptung aufstellen, dass Trost aus dem Glauben eine Fata Morgana sei. Dass das für Sie persönlich so sein mag, stelle ich nicht in Abrede. Aber Sie stellen diese Fata Morgana so allgemein gültig dar und ignorieren, dass für Milliarden von Menschen der Trost des heiligen Vaters im Himmel erlebbar und real ist. Milliarden von Gläubigen können sich nicht täuschen. Glaube gibt Kraft und Zuversicht. Und warum soll man das den Menschen wegnehmen? Gesellschaften ohne Gott sind nicht bessere Gesellschaften, sondern haben sehr viel Leid und Unheil über die Menschheit gebracht, wie wir aus der Geschichte lernen können.

    Dass auch Machtmissbrauch unter dem Deckmantel der Religion zu viel Leid führt, ist unbestritten. Richtig gelebte Religion ist aber keine Machtangelegenheit, sondern äussert sich in Demut. Wird eine Religion für den Machtanspruch missbraucht, ist das eine Perversion, die mit richtig gelebtem Glauben nichts mehr zu tun hat und Gott missfällt.

    Ich habe deshalb grösste Mühe mit der organisierten Religion, weil dort Macht über Gläubige ausgeübt wird. Sei das durch Kontrolle der Sexualität der Gläubigen, Verbot von Verhütungsmittlen, durch Vorgaben was Kosher oder Halal sei, durch Beichte und Vergebung der Sünden, durch einimpfen von schlechten Gewissen und Kontrolle des persönlichen Umfeldes von Gläubigen. Das alles hat nichts mit sinnvoller Ausübung von Religion zu tun. Das sind Machtinstrumente um die Menschen zu kontrollieren, das ist profane Ausübung von Macht ohne jede Heiligkeit.

    Um Gott zu erfahren muss man hören können, das Ohr auf die unendliche Weite des Universums ausrichten, beten, empfinden, warten, bereit sein, Gottes Zeichen wahr zu nehmen. Dazu braucht es keinen selbsternannten Vermittler zu Gott. Gott spricht mit denen, die zuhören höchst persönlich. Der Mesnch denkt, Gott lenkt. So gelebter Glaube macht frei, spendet Trost und gibt dem Leben einen Sinn. Jeder hat die Möglichkeit zum Zwiegespräch mit Gott. Er muss es nur wollen und die Zeichen annehmen. Und so ein Glaube beeinflusst das ganze Leben positiv, macht gelassener und lässt die Gier und die Selbstüberschätzung nicht zu. Glaube hat nichts mit blindem Gehorsam zu tun. Auf jeden Fall nicht Gehorsam „heiligen Übermenschen“ gegenüber. Glaube kommt von innen heraus und führt zu einem erfüllten, freien Leben.

  36. Tim sagt:

    Hugo Stamm “Hingegen freue ich mich über jeden poitnierten Kommentar, egal von welcher Ecke er kommt.”

    Und warum freut er sich darüber? Weil er Anpassung fordert und vorantreiben will für sein “Weltbild”. Darum. Und weil der Saft aus diesem Blog raus ist, wenn hier keine Gläubigen mehr schreiben.

    Das war’s. Ich habe nichts mehr zu sagen. Nicht hier.

  37. heubauch sagt:

    @tim ‘the nickchanger’

    Das war’s. Ich habe nichts mehr zu sagen. Nicht hier.

    dieses versprechen gaben Sie sicher schon einige dutzend male unter beinahe eben so vielen nicks. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie schön das wäre, wenn Sie zur abwechslung endlich einmal zu Ihrem wort stehen könnten. aber eben…

    heubauch

  38. Morgenstern sagt:

    Nun gut, also noch eimal, dann ist Schluss für heute:

    vietcong: “geht mir genauso. nur: ich unterstelle ihm nichts böses. du schon?

    Zumindest erkenne ich bei ihm eine Fokusverengung, die nicht korrekt ist. Hier gut zu sehen:

    Michael Bamberger: “Was den Gesamtaspekt der Pädokriminalität betrifft den Du ansprichst, unterscheidet sich die katholische Kirche von allen anderen betroffenen Gruppierungen in der Regel insbesondere dadurch, dass sie systematisch vertuschte, Täter deckte und versetzte, Schweigegeld zahlte, interne Wurstelanordnungen verfasste, dem schweigenden Mitwissertum frönte und die Opfer verhöhnte, aber das weisst Du ja selber.

    Stimmt das denn tatsächlich? Gibt es einen Unterschied zwischen der RKK und anderen? Nein, sorry, den gibt es leider nicht.

    http://www.badische-zeitung.de/ortenaukreis/ortenau-50-faelle-von-paedophilie–28047186.html

    Allerdings ist die Dunkelziffer insbesondere in diesem Bereich sehr hoch: “Meist sind die Täter Bekannte oder Familienangehörige”, berichtet Merkel*; der Unbekannte, der aus dem Hinterhalt springt, sei hingegen die Ausnahme. Daher komme es meist erst spät, wenn überhaupt, zur Anzeige.

    *Wolfgang Merkel ist bei der Kriminalpolizei in Offenburg für Prävention zuständig

    Das heisst konkret, dass die Bekannten und Familienangehörigen allesamt genau so vertuschen, decken, schweigen, wegsehen usw. Und immerhin betrifft das die Mehrzahl aller Übergriffe.

    Der Populismusverdacht gründet sich darauf.

  39. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Irland – Irische Polizei nimmt Muslime wegen Mordkomplott fest – Wegen einer angeblichen Morddrohung gegen einen schwedischen Mohammed-Karikaturisten sind in Irland sieben Verdächtige festgenommen worden. Die vier Männer und drei Frauen seien nach Ermittlungen europäischer Sicherheitsbehörden und des US-Geheimdienstes CIA gefasst worden, teilte die irische Polizei am Dienstag mit. (9.3.10)

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,682625,00.html

  40. zoe sagt:

    “also es scheint beschlossen: herr stamm, bitte marschmusik aufschalten ”

    vietcong

    lieber marschmusik als triggerfinger! HA!

    ps. jetzt ganz unter uns, ich bin leise schockiert über mich selber wie intolerant ich gewissen musikstilen gegenüber bin!!
    jodel und österreicher krach, hilfe, stundenlanges elektronisches gitarrenvergewaltigen mit mittelmässiger bis saumässiger backgroundstimme, da kriege ich junge.
    letzthin hörte ich eine cd, da growllte einer um sein leben. es war eine mischung von knurren und kotzen, wirklich.
    aber eigentlich fühle ich mich schlichtwegs unfähig… ja seufz…

  41. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Schweiz – Eine Thurgauer Kinderschutzorganisation erhebt schwere Vorwürfe. Sexueller Missbrauch unter den Schülern und Misshandlungen seien im Schulheim in Herisau an der Tagesordnung gewesen, schreibt die Organisation im Internet. Die Verantwortlichen weisen alle Vorwürfe zurück. Die Stiftungsleitung erwägt nun rechtliche Schritte gegen die Kinderschutzorganisation wegen Persönlichkeitsverletzung. (9.3.10)

    http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/regionaljournal-ostschweiz/2747.bt10126307.html

  42. Olive sagt:

    @Basta

    “Milliarden von Gläubigen können sich nicht täuschen. ”

    Das ist nicht unbedingt ein Argument, denn wir alle sind auf irgendeine Weise indoktriniert durch die Religionen, selbst Leute, die vielleicht nicht direkt gläubig aufwachsen, siehe zum Beispiel die Stellung und den Wert der Frau auf dieser Welt.

    “Viele Menschen erfahren den Trost aus dem Glauben als Realität.”

    So wie sie zum Beispiel und das möchte ich niemandem wegnehmen.

    “Um Gott zu erfahren muss man hören können, das Ohr auf die unendliche Weite des Universums ausrichten, beten, empfinden, warten, bereit sein, Gottes Zeichen wahr zu nehmen.”

    Da fehlt mir offenbar wirklich das Sinnesorgan dafür.

  43. Blogfresser sagt:

    Vorschlag: wir gründen eine Blog-kritische Fraktion. Ich eröffne eine gmx-Adresse und wir tauschen aus, was wir insbes. rechtlich gegen den Blog unternehmen können.
    Ist das eine Idee?

  44. Michael Bamberger sagt:

    Der Lacher des Tages:

    Ratzinger – Papstbruder entschuldigt sich für Ohrfeigen – Der frühere Chef der Regensburger Domspatzen und Papstbruder Georg Ratzinger entschuldigt sich für Misshandlungen während seiner Amtszeit. Und er gesteht, dass er selbst Watschn verteilt hat. Er habe während der Chorproben wiederholt Ohrfeigen ausgeteilt, dabei „aber eigentlich immer ein schlechtes Gewissen“ gehabt, sagte Ratzinger der „Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag. Ohrfeigen seien „einfach die Reaktionsweise auf Verfehlungen oder bewusste Leistungsverweigerung“ gewesen. Einige Pädagogen hätten eine „gewisse Rauheit“ an den Tag gelegt. Er sei aber erleichtert gewesen, als 1980 die körperliche Züchtigung vom Gesetzgeber verboten worden sei. „Daran habe ich mich striktissime gehalten.“ Es sei eine „gute Entwicklung, dass der Verzicht auf Ohrfeigen eine durchgehende Erkenntnis wurde“. (9.3.10)

    http://www.focus.de/panorama/welt/missbrauchsskandal/ratzinger-papstbruder-entschuldigt-sich-fuer-ohrfeigen_aid_487903.html

    Summa summarum: Oh wie rührend, dass der arme Papstbruder jahrelang Ohrfeigen verteilen musste, bevor ihm Papa Staat endlich „erlaubte“, zu seiner „Erleichterung“ damit aufzuhören.

    „Horatio“

  45. Basta sagt:

    @Olive: Sie sagen: “letztens habe ich im “Nachtcafè”,( einer Diskussionssendung im SWR) einen Priester über einen Schauspieler, der sich als Agnostiker bekannte, sagen hören:
    Ja, er ist ein Suchender, und wenn er dann mal erlebt, dass ihm jemand gestorben ist, wird er schon den rechten Weg einschlagen..

    Nun, da ist der Priester anmassend. Ich glaube nicht, dass man einem Menschen wünschen sollte, dass ihm jemand Naher wegstirbt. Und ich glaube auch nicht, dass ein solch trauriges Erlebnis einen Menschen in den Glauben treibt. Und wer sagt denn, dass der Glaube, den der Priester vermittlet, der rechte Weg sei? Ich habe grundsätzlich Bedenken, wenn jemand viel Lebenszeit investiert hatte, um zum Beispiel die Bibel oder den Koran zu lesen. Denn tendenziell möchte ja jeder Mensch, dass das, was er gelernt hat, auch richtig und wahr ist. Durch das Lernen wird der Mensch also in der Regel voreingenommen und gewichtet das eigene Wissen höher, als das Gelernte anderer. Es geht ihm die Objektivität verloren.

    Vom rationalen Standpunkt aus ist der Agnostiker der ehrlichere Mensch, denn er hat insofern recht, als man Gott mit rationalen Mitteln nicht beweisen kann. Aber man kann Gott erfahren. Das geschieht aber auf einer emotionalen Ebene. Solche Gotterfahrungen sind sehr real und echt, können aber trotzdem nicht rational bewiesen werden. Die reale Welt ist eben umfangreicher, als die rational beweisbare Welt. Wer nur wissenschaftlich rational denkt, hat Scheuklappen an und kann deshalb nur einen Teil der real existierenden Welt erkennen. Alles, was nicht rational erfassbar ist, entgeht ihm.

  46. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Deutschland – Ratzinger war Mitwisser – Bruder von Papst Benedikt wusste von Prügel-Praktiken bei den Domspatzen – Georg Ratzinger, Bruder von Papst Benedikt XVI., hat zugegeben, dass er in seiner Zeit als Regensburger Domkapellmeister von Prügel-Praktiken an seiner Schule wusste. Vom Ausmass der brachialen Methoden eines Kollegen habe er aber nichts gewusst. Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe gegen kirchliche Einrichtungen hat nun auch Georg Ratzinger, Bruder von Papst Benedikt XVI., zugegeben, Zöglinge geohrfeigt zu haben. Ausserdem habe er von den Prügel-Praktiken in der Internatsvorschule der Regensburger Domspatzen gehört, sei aber nicht eingeschritten. In Deutschland wurden auch am Dienstag neue Missbrauchsvorwürfe bekannt. (9.3.10)

    http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/deutschland_missbrauch_vorwuerfe_ratzinger_1.5177182.html

  47. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Österreich – Priester nach Missbrauch nach Tirol versetzt – Im Zuge eines Missbrauchfalls im Vorarlberger Internat Mehrerau ist jetzt bekannt geworden, dass der geständige Ordensmann damals nach Tirol versetzt worden war. Der heute 74-Jährige ist hierzulande nach wie vor als Priester tätig. (9.3.10)

    http://tirol.orf.at/stories/428121/

  48. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Österreich – Verjährt: Pfarrer gibt Missbrauch zu – Ein Pfarrer in der Oststeiermark soll vor rund 25 Jahren laut der Wochenzeitung “Falter” bis zu 20 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht oder belästigt haben. Der Pfarrer wurde danach ins Burgenland versetzt. Die Taten sind verjährt. Der oststeirischer Pfarrer soll vor rund 25 Jahren bis die Kinder und Jugendlichen sexuell missbraucht haben – unter anderem während Firmprüfungen, beim Nachhilfeunterricht, und er nahm Minderjährige mit in Urlaub, berichtet der “Falter” in seiner am Mittwoch erscheinenden Ausgabe. Die Kirche sei bereits vor zehn Jahren von den Vorfällen informiert worden und habe den Pfarrer als Sanktion zum Therapeuten geschickt – für zwei Therapiestunden. (9.3.10)

    http://burgenland.orf.at/stories/428143/

  49. Michael Bamberger sagt:

    Alltägliches:

    Deutschland – Im Bistum Limburg gibt es weitere Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Die Vorwürfe richteten sich gegen fünf Priester und kirchliche Mitarbeiter, darunter den verstorbenen früheren Leiter der Limburger Domsingknaben, teilte das Bistum mit. (9.3.10)

    http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=6102924/5kfx0i/

  50. Michael Bamberger sagt:

    @ Felix und andere Interssierte

    Zitat Anfang:

    “Heraus aus der Trutzburg – Die katholische Kirche agiert teils zu abgeschottet

    Ist ein Ende absehbar bei all den Missbrauchs-Meldungen? Betroffen sind nicht nur, aber vor allem katholische Einrichtungen. Die reformerische Odenwaldschule scheint bisher eher die Ausnahme zu sein – auch wenn Missbrauch keineswegs nur in kirchlichen Schulen zu finden ist; es gibt ihn auch in Vereinen und anderen Institutionen, wo Erwachsene viel und meist auf engem Raum mit Kindern zu tun haben.

    Es sind zudem in aller Regel stark autoritäre Systeme, in denen es zu sexuellem Missbrauch kommt – und dazu kann dann auch eine noch so liberale Einrichtung wie die Odenwaldschule gehören, wo Lehrer trotz aller Reformansätze eben doch zuallererst Vorgesetzte sind und auf Gehorsam und (Ver)Schweigen setzen können. In der katholischen Kirche sind diese Hierarchien noch stärker ausgeprägt; auch deshalb häuf(t)en sich dort die Fälle.

    Auch die sehr unterschiedlichen Reaktionen auf die Missbrauchs-Skandale von amtskirchlicher Seite zeigen: Längst noch nicht alle Verantwortlichen in dieser Glaubensgemeinschaft sind voll angekommen in einer demokratischen, rechtsstaatlichen, säkularisierten Ordnung, wie sie in der Bundesrepublik gilt. Zu beobachten ist da neben großer Offenheit und respektablem Mut, aufgedeckte Fälle offensiv anzugehen, eben häufig auch jene Wagenburg-Mentalität, die bezeichnend ist für abgeschottete Zirkel.

    Klammheimlich nur versetzt

    Wenn nun etwa Papst-Bruder Georg Ratzinger sogar «Feindseligkeit« gegenüber der katholischen Kirche ausmacht, dann werden da wieder mal die Überbringer von schlechten Nachrichten – die Medien und ihre Informanten – zu Verantwortlichen für Geschehnisse gestempelt, die doch ganz andere zu verantworten haben. Etwa jene Priester, die nach Missbrauchs-Fällen lediglich und meist klammheimlich versetzt worden sind – und Vorgesetzte, die solche Aktionen auf den Weg gebracht haben. Und auch die durchaus zögernde Art, in der die Bischofskonferenz auf die Missbrauchs-Fälle reagierte, schürt den Verdacht: Zu viele in der katholischen Kirche sehen ihre Institution als elitären Kreis, der sich den Niederungen der Welt entzieht. Ein «gestörtes Verhältnis zum Wert demokratischer Gesetze« bescheinigte gerade der Berliner Verfassungsrechtler Christoph Möllers der katholischen Kirche.

    Sehr nah am Staat

    Er belegt dies nicht nur mit ihrer eigentümlich vage verlautbarten, in einem Rechtsstaat allerdings unabdingbaren Bereitschaft zur Kooperation mit der Staatsanwaltschaft, also der «weltlichen« Gerichtsbarkeit. Verwiesen wird auch auf die gerade in Deutschland starke Staats-Nähe der Kirchen: Protestanten und Katholiken profitieren durchaus vom staatlichen Apparat, der für sie zum Beispiel die Kirchensteuern eintreibt und ihre – zweifellos wichtigen – sozialen wie diakonischen Einrichtungen, Schulen und Kindergärten bezuschusst oder teils auch Lehrstühle finanziert.

    Die Kirche ist also Teil dieser Welt, sie darf daher nicht abgehoben agieren. «Parallelwelten« werden in der Debatte über fundamentalistische Tendenzen im Islam zu Recht kritisiert – doch solche Tendenzen zur Abschottung, zum Rückzug gibt es auch bei den christlichen Kirchen und dort besonders im Katholizismus.

    Die Missbrauchs-Fälle haben dem Ansehen der Amtskirche schweren Schaden zugefügt. Nur mit größtmöglicher Offenheit und mit dem noch nicht rundweg erkennbaren Willen zur offensiven Aufklärung samt aller notwendigen Konsequenzen kann die Kirche dieses verlorene Vertrauen wieder zurückgewinnen. Sie wird gebraucht, gerade als Gegenpol zu einer Welt, der die Werte abhandenkommen. Doch dazu muss sie sich dieser Welt stellen und darf nicht vor ihr flüchten.”

    (Quelle: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1185888&kat=3&man=3)

    Zitat Ende:

    “Horatio”

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