Haiti liegt seit dem Erdbeben am Boden. Wieder einmal hat es eine von der Welt vergessene Bevölkerung getroffen, die ohnehin schon seit Jahrzehnten dem Abgrund entlang strauchelt und von allen Göttern verlassen scheint.
Die Katastrophe hat das geschundene Land mit einem Schlag ins grelle Licht der Scheinwerfer gerückt. Die Bilder von den verletzten und verzweifelten Kindern und Frauen gingen ans Herz. Wo starke Emotionen im Spiel sind, werden sie in unserer Zeit von der modernen Kommunikationsgesellschaft sofort bewirtschaftet.
Mission – PR für Gurus und Götter
Dieses Phänomen nutzen Sekten und Freikirchen konsequent für ihre Zwecke. Sie sind in den letzten Jahren PR-Profis geworden. Ihr Kerngeschäft ist die Mission, eine spezielle Form der Werbung. PR für Gurus oder Götter – und für die eigene Glaubensgemeinschaft – sind dort am wirksamsten, wo die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit liegt. Deshalb ist Haiti seit dem Erdbeben für Missionare schon fast ihr gelobtes Land.
Denn: Wo Kirchen wie Kartenhäuser einstürzen, lauern die Chancen für die Heilsbringer aller Couleur. Elend macht hilflos, stürzt die Mensch in Angst und Verzweiflung. In ihrer Not greifen sie nach jeder Hand, die ihnen entgegengestreckt wird. Dabei können sie sich den Luxus nicht leisten zu fragen, ob die Hand zum verlängerten Arm einer Sekte oder Freikirche gehört.
Ereignen sich grosse Katastrophen, stehen die Scientologen sofort auf der Matte. Nach dem Massaker im Zuger Parlament oder dem Absturz der Crossair-Maschine bei Bassersdorf waren sie sofort zur Stelle. Ihr PR-Highlight war – vor dem Erdbeben auf Haiti – 9/11. Die ehrenamtlichen Geistlichen, wie sie sich nennen, sind eingekleidet in gelbe Überzüge mit dem Schriftzug „Scientology“ und arbeiten – Zufall oder nicht – meist da, wo die Kameras postiert sind.
John Travolta im Krisengebiet
Nach dem Erdbeben auf Haiti schickten die Sektenbosse sofort ihren Vorzeigepromi John Travolta auf die Piste. Der Schauspieler holte seine für 150 Passagiere ausgelegte Boeing 707 aus dem Hangar und flog den scientologischen Hilfstrupp persönlich ins Krisengebiet. Fernsehkameras begleiteten die Mission. Mehr PR geht kaum.
Was den Scientologen heilig, ist anderen Sekten und Freikirchen billig. Die Gläubigen schwärmten in grossen Scharen aus, um den Katastrophenopfern Suppe und Gott zu bringen.
Der missionarische Eifer artete bald aus. So entführten christliche Missionare aus den USA in ihrer Verblendung 33 angebliche Waisenkinder. Haiti ist für sie das Reich des Satans, wo schwarze Magie und Voodoo-Zauber grassieren. Die Fundamentalisten glaubten, ein gutes Werk für Gott zu tun, wenn es ihnen gelingen würde, dem dunklen Land Kinder zu entreissen. Der bekannte Fernsehprediger Pat Robertson wagte auszusprechen, was viele Fundamentalisten denken. Der ehemalige Kandidat für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen bezeichnete das Erdbeben von Haiti als Strafe Gottes. Die Haitianer hätten einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, sagte er.
Das ist purer Aberglauben. Erdbeben sind Naturkatastrophen, die mit Gott nichts zu tun haben. Mission in Krisengebieten ist moralisch anrüchig. Solche Prediger nutzen die Not der Opfer, um ins Rampenlicht zu geraten und missionarischen Profit zu schlagen. Denn nirgends ist Mission leichter und erfolgreicher als in Katastrophengebieten. Opfer, denen auf der Erde nichts mehr bleibt, akzeptieren auch fremde Götter – wenn sie in deren Namen ein Stück Brot bekommen.
Wer mit dem scientologischen oder christlichen Kreuz in der Hand Reis verteilt, respektiert Würde und Glauben der Erdbebenopfer nicht, sondern nützt ihre Not aus, um nach ihrer Seele zu greifen.




























Alltägliches:
Deutschland – Missbrauch – Opfer einer Schandtat 15 Jahre war er alt, als ihn ein katholischer Priester sexuell missbrauchte. 25 Jahre lang hat er geschwiegen. Heute will er anderen Opfern zeigen, dass man sich wehren kann. (9.2.10)
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/2292160_Opfer-einer-Schandtat.html
Alltägliches:
Irland / Vatikan – 24 Irische Bischöfe wegen Kindsmissbrauchskrise beim Papst: “THE outgoing Catholic Bishop of Kildare will be among a delegation of 24 diocesan bishops attending next week’s summit talks at the Vatican with Pope Benedict on the child clerical abuse crisis.” (10.2.10)
http://www.independent.ie/national-news/quitting-bishop-to-meet-pope-in-rome-over-abuse-scandal-2055674.html
Alltägliches:
Irland – Opfergruppe verlangt vom Vatikan Kompensation von einer Milliarde Euro “Groups representing survivors of clerical sex abuse want the Vatican to provide €1bn compensation for victims.” (9.2.10)
http://breakingnews.iol.ie/news/ireland/abuse-survivors-group-demands-1bn-from-vatican-445383.html
Alltägliches:
USA – Ordination eines Bischofs im Schatten von Protesten wegen Missbrauchsskandal: “Ordination of Owensboro bishop in shadow of protest – More than 250 people sued the archdiocese there, and the litigation cost the church $30 million in settlements and legal fees. Ordination of Owensboro bishop in shadow of protest” (10.2.10)
http://www.courierpress.com/news/2010/feb/09/ordination-of-bishop-in-shadow-of-protest/
Alltägliches:
USA – Diözese sitzt auf Millionen von Dollar in Form von Immobilien, welche als Vergleich an Opfer von priesterlichem Missbrauch geleistet werden können: “The Catholic Diocese of Burlington is sitting on millions of dollars of property that could be used to settle priest sex abuse cases. The diocese says it’s willing to part with land and buildings to start the healing process.” (9.2.10)
http://www.wcax.com/Global/story.asp?S=11959582
da fällt mir auf, die schweiz liefert doch waffen nach saudi arabien? an so einen islamischen unrechtsstaat wo leute gesteinigt werden? na liebe christen, rüsten wir wieder mal den gegner auf?
der war jetzt richtig böse nicht?
Das stockkatholische Internetportal kreuz.net publizierte heute folgendes zu den jüngsten klerikalen Missbrauchsskandalen in Deutschland. Hier einige Auszüge:
“Menschenverachtung pur: Nur ein Toter Jesuit ist ein guter Jesuit – Es ist 36 Mal wahrscheinlicher, daß ein deutsches Kind von einem sexuell beglückten ‘Spiegel’-Redakteur mißbraucht wird, als von einem zölibatär lebenden katholischen Priester… Die deutschen HS-Medien schießen sich auf die Kirche ein. Als Vorwand benützen sie einige homosexuelle Belästigungen – von Mißbräuchen kann keine Rede sein –, die vor vierzig Jahren von Konzilsjesuiten begangen wurden…Das HS-Straßenmagazin ‘Spiegel’ – die antikirchliche Dreckmaschine der Nation – macht Überstunden, um dem deutschen Volk den Kirchenhaß einzupeitschen.“ (Quelle: kreuz.net, 10.2.10)
Obiges kommt zwar um einiges grobschlächtiger daher als Ratzingers hier schon erwähntes Schreiben „Zum Beginn des Priesterjahres“ vom 16. Juni 2009 – welches er an alle Priester richtete – aber die revisionistischen Bestrebungen Ratzingers stehen kreuz.net in nichts nach. Zu Beginn des dritten Absatzes seines Schreibens drückt sich Ratzinger – unmissverständlich die Vertuschung propagierend – wie folgt aus:
“Leider gibt es auch Situationen, die nie genug beklagt werden können, in denen es die Kirche selber ist, die leidet, und zwar wegen der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu Anstoß und Ablehnung. Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein kann, ist weniger die eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und frohe Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in großherzigen Hirten, in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen Führern.“
Quelle: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/letters/2009/documents/hf_ben-xvi_let_20090616_anno-sacerdotale_ge.html
Wen wundert’s, fühlt sich kreuz.net von oberster Stelle legitimiert, mit revisionistischen Wortfetzen, die z.B. einem Julius Streicher eitel Freude bereiten würden, um sich zu schlagen.
„Horatio“
@vietcong
Du bist wirklich ein Böser, da war es so schön gemütlich sich über Menschen zu empören, die von Naturkatastrophen und menschlichem Leid profitieren. Und jetzt konfrontierst du uns mit der Frage, wovon profitieren den wir “guten” Menschen hier in der Schweiz. Es wäre wirklich nicht nötig gewesen, uns darauf hinzuweisen, dass die Waffenexporteure der Schweiz ein gutes Jahr hinter sich haben.
@Michael Bamberger
Danke für ihren Beitrag von 11:17. Während ich oft nicht einverstanden bin, wie sie Bibelverse aus dem Zusammenhang reissen und interpretieren, finde ich diese Art von Aufklärungsarbeit sehr gut.
Sehr geehrter Herr Stamm,
Ich möchte Ihnen herzlich danken, dass Sie es als Ihre Aufgabe sehen, unfaire, anrüchige und besitzergreiffende Machenschaften von Sekten und Freikirchen offen aufzuzeigen. Ich unterstütze Ihre Aussage, dass Aktionen, welche die tragische Situation der Betroffenen in Gebieten wie Haiti ausnutzen, moralisch verwerflich sind.
In ihrem Bericht sehe ich aber gewisse Verallgemeinerungen, denen ich nicht zustimmen kann. Ich bin selbst Mitglied einer evangelischen Freikirche. Und beim Lesen Ihres Beitrags kann ich einige Aussagen nicht unterstützen, weil sie mir zu wenig differenziert erscheinen. Überhaupt würde ich es unterstützen, wenn man Sekten und Freikirchen erstens nicht immer im selben Atemzug nennen und zweitens erkennbar auseinanderhalten würde. Sekten und Freikirchen lassen sich meist klar differenzieren, ja haben eigentlich im Kern nicht viel gemeinsam. Diese Einsicht würde ich von einem Sektenexperten erwarten.
Nun zurück zu den Aussagen des Textes. Sie bezeichnen die Mission als “Kerngeschäft” von Sekten und Freikirchen. Mag das Gewinnen von neuen Mitgliedern für eine Sekte tatsächlich im Vordergrund der eigenen Bemühungen stehen, so ist die biblisch-christliche Mission völlig anders begründet (bitte unterscheiden Sie manch schändliche “christliche” Mission, welche Kirchen im Verlauf der letzten 2000 Jahre betrieben haben – allen voran die katholische Kirche des MA und die reformierte Landeskirche Zwinglis – von der im biblischen Doppelgebot der Nächsten- und Gottesliebe begründeten Mission). Jesus selbst fordert seine Jünger zur Mission auf (Mk 16, 15 – 20): Er forder sie auf, die Botschaft der Erlösung zu verbreiten. Wie man schon am Wortlaut feststellen kann, ist der Urgrund der Mission die Erlösung und nicht eine neuerliche Knechtschaft in den Diensten einer dubiosen Gruppierung. Ich hätte mich schon in manchen Texten, Berichten und Artikeln über Mission über eine ehrliche und wahrheitsgemässe Darstellung der christlichen Mission gefreut. Wenn (klar erkennbare) Sekten, die sich leider auf ein christliches Fundament berufen, diese ursprüngliche Missionsbegründung für ihre Selbsterbauung missbrauchen, heisst das noch lange nicht, dass christliche Freikirchen grundsätzlich auch so handeln. Was die amerikanischen Baptisten mit der Entführung dieser Kindern erreichen wollten, ist mir schleierhaft. Auch wenn sie kaum die Kinder “aus dem dunklen Land / Reich des Satans” (wie Sie es nennen) befreien wollten, ist die Tat natürlich zu verurteilen. Aber muss man diese Aktion und die Aussagen eines zweifelhaften, polemischen Amerikaners gleich als Grundtypus freikirlichen Handelns und Glaubens darstellen?
Lieber Herr Stamm, mit voller Überzeugung unterstütze ich Sie in der Aussage, dass Opfer einer solchen Katastrophe nicht in ihrem Glauben und ihrer Würde misshandelt werden und in ihrer Situation nicht ausgenutzt werden dürfen. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn dabei die – zugegebenermassen nicht unbegründeten – Missverständnisse gegenüber von Freikirchen in unserem Lande nicht geschürt würden.
Freundliche Grüsse,
J. S.
@J.Stutz
Selbst dann ist missionieren eine heikle Sache.
Wennn jemand sucht und danach fragt, mag es in Ordnung sein, aber wie oft ist das der Fall?
Wieviel häufiger wird und vor allem wurde “die Botschaft der Erlösung” jemandem aufgedrängt, gar aufgezwungen?
Ist es in Ordnung, in eine fremde Gesellschaft, die funktioniert und ihre eigenen Strukturen hat, hineinzugehen und ihnen unsere Ideen aufzupfropfen?
Ungefragt und ungebeten?
@ J. Stutz
Sie schreiben: “Jesus selbst fordert seine Jünger zur Mission auf (Mk 16, 15 – 20): Er fordert sie auf, die Botschaft der Erlösung zu verbreiten. Wie man schon am Wortlaut feststellen kann, ist der Urgrund der Mission die Erlösung und nicht eine neuerliche Knechtschaft in den Diensten einer dubiosen Gruppierung.
Da kommt also ein Wanderprediger daher und droht unverhohlen all jenen Verdammnis, die nicht glauben:
“Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ (Mk 16, 15-16)
Und dieser Wanderprediger, der sich ohne Wimpernzucken auf himmlische und weltliche Macht beruft, beordert seine Anhänger diktatorisch “alle Völker” zu „seinen Jüngern“ zu machen und – wie es Olive eben erwähnt hat – ohne nur ein einziges Wort darüber zu verlieren, ob dies die Menschen nun wollen oder nicht:
“Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.” (Mat 28,18-19)
Solch ein dubioser Wanderprediger hätte vor jedem zivilisierten Gericht nicht die leiseste Chance, gegen die eindeutig begründeten Notstandsklagen Nichtwilliger.
„Horatio“
@Olive
Ich stimme mit Ihnen überein, dass die ganze Missionsthematik eine sensible und schwierige Angelegenheit ist.
Auf jedenfall ist eine Missionstätigkeit, welche eine Botschaft aufdrängen oder gar aufzwingen will, nicht gutzuheissen. Sie haben recht: wie oft ist das schon geschehen. Und wie oft brachte dies unsägliches Leid über viele Menschen. Zudem entspricht es auch nicht der biblischen Überlieferung, Jesu Botschaft von der Erlösung einem Menschen aufzudrängen. Und wenn in der Geschichte versucht wurde, mit einer religiösen gleich noch (oder vor allem) eine kulturelle Botschaft zu verbreiten – wie zu Zeiten des Kolonialismus – entspricht dies schon gar nicht mehr den neutestamentlichen Grundsätzen.
@Olive, und alle
Die Krux mit den missionarischen Religionen ist diese: In einem alten Buch (nehmen wir hier die Bibel, andere “heiligen” Bücher stehen der aber auch in nichts nach) wird die “Wahrheit” verkündet. Da ein Teil der Wahrheit darin besteht, den Glauben – pardon DEN RICHTIGEN Glauben, also in diesem Fall den christlichen – zu verkünden und die ganze Welt davon zu überzeugen, ergibt sich ein regelrechter Missionierungszwang. Die Gläubigen berufen sich auf das Wort Jesu oder bei anderer Religionen auf Aussagen ähnlich fiktiver Gestalten und sehen sich gezwungen, der ganzen Welt ihren Glaubensstempel aufzudrücken. Dieser auf der Figur Jesus basierende megalomane Wahnwitz hatte in der Vergangenheit dazu geführt, dass ganze Völker abgeschlachtet und ausgerottet wurden.
Heutzutage halten sich die grossen Kirchen etwas zurück mit der Missioniererei, das heisst, es wird immer noch sehr viel missioniert aber eben auf subtilere Art und Weise. Freikirchen und Sekten gehen da schon dreister vor und scheuen auch nicht, noch während einer Katastrophe und den Weideraufbauarbeiten ihre “Frohlockungsbotschaften” an die Heiden zu bringen. Kritisiert muss vor allem werden, dass viele christlich oder anders religiös orientierte Hilfswerke bei Katastropheneinsätze zwar Hilfe leisten aber eben immer mit dem Gedanken im Hinterkopf “ich helfe dir gerne, aber du solltest nachher auch Jesus in deinem Herzelein tragen.” Das ist die eigentliche Verwerflichkeit dabei – denn echte Hilfe muss frei sein von religiöser Ideologie.
@ Nada
na na na, es ist schon wichtig, wiederholt darauf hinzuweisen, dass unsere rüstungsindustrie blüht. schliesslich verbessert jedes gewehr die globale sicherheit und jede artilleriegranate die produziert wird ist ein wertvoller beitrag im kampf gegen den islamischen terror, dem wir sonst schutzlos ausgeliefert wären. stellen sie sich mal vor, unsere armen rüstungsgüterherstellenden hätten keinen job mehr, das wäre ja das sichere todesurteil unserer sozialwerke! schliesslich und endlich profitieren ja gerade und vor allen anderen die pazifisten von all den lustigen kleinen kriegen und völkermorden dies da so gibt, denn gäbe es die da nicht, wäre ihnen die existenzgrundlage entzogen. also bitte etwas mehr respekt vor dem wahllosen, globalen totschlag.
Michael Bamberger: “Zu Beginn des dritten Absatzes seines Schreibens drückt sich Ratzinger – unmissverständlich die Vertuschung propagierend – wie folgt aus:
“…Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein kann, ist weniger die eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und frohe Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in großherzigen Hirten, in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen Führern.“”
Falsch, Herr Bamberger, das ist keineswegs eine unmissverständliche Aufforderung zur Vertuschung. Das ist lediglich Ihre Interpretation dieser Worte. Eigentlich wird da nur gesagt, dass das Aufdecken der Schwächen weniger hilfreich ist als die Besinnung auf die Stärken. Es wird aber nicht gesagt, man müsse das eine zugunsten des anderen unterlassen.
@ J. Stutz
ich verstehe Sie, dass Sie sich ärgern, dass Sekten und Freikirchen im gleichen Atemzug genannt werden. In Haiti ist es halt so, dass Sekten und Freikirchen bei der gleichen Tätigkeit unangenehm auffallen. Der Grund: Für viele Gläubige ist die Mission – das Verbreiten des Evangeliums und das “Retten von Seelen” – der zentrale Lebensinhalt. Das wird ihnen von den Ältesten und Pastoren auch oft genug nahegelegt. So lang die Mission bei Freikirchen eine solch zentrale Bedeutung hat, werden die christlichen Glaubensgemeinschaften in der Kritik stehen. Dieses Risiko nehmen sie auf sich, damit müssen sie leben. Denn in diesem Belang unterscheiden sie sich nur unwesentlich von Sekten.
Das Kidnapping von Waisenkindern ist immerhin durch Mitglieder einer Baptisten-Kirche geschehen. Die Baptisten sind die vermutlich grösste Freikirche. Und es waren nicht einzelne Gläubige, die das Verbrechen begangen haben, sondern 33. Keiner kam auf die Idee, dass ihre Aktion gesetzeswidirg und unmoralisch sein könnte.
@ Bamberger
Marketingtechnisch gesehen ist diese Überlegung sogar wahr. Auch Coca-Cola verzichtet darauf, die Schwächen ihrer Produkte gross zu Bewerben. Es wird zwar behauptet, dass z.B. die Light-Produkte besser für die Linie seine, es wird aber nicht kommuniziert, dass diese Light-Produkte mindestens genau so Krebsfördernd sind wie die normal gesüssten Getränke.
Welchen Verkäufer kennen Sie, der die Schwächen seines Produktes bewirbt?
Falscher Thread, drum nochmal
Morgenstern über eine päpstliche Entgleisung: Eigentlich wird da nur gesagt, dass das Aufdecken der Schwächen weniger hilfreich ist als die Besinnung auf die Stärken. Es wird aber nicht gesagt, man müsse das eine zugunsten des anderen unterlassen.
Im gegenwärtigen Sprachgebrauch ist “wenig hilfreich” ein Synonym für “lass den Quatsch!” Es ist also sehr wohl die Aufforderung, das eine zugunsten des anderen zu unterlassen. Völlig übersehen haben Sie offenbar auch, dass Verbrechen hier Schwächen genannt werden. Allein in dieser Wortwahl zeigt sich die Absicht zu vertuschen. Ein Verbrechen gehört vor Gericht, eine Schwäche nicht einmal zwingend an die Öffentlichkeit.
Einen Abschnitt weiter hat der unselige Papst Täter und Opfer vertauscht, indem er behauptete, es sei die KIRCHE, die leide, wenn ein Priester den Chorknaben vergewaltige. Da könnte auch ruhig mal die Tagesschau berichten, wenn der Pontifex solche Ungeheuerlichkeiten verbreitet.
@Morgenstern
Ihre Interpretationen von Ratzingers Worten ist aber reichlich grosszügig. Allein schon die Formulierung eigensinnige Aufdeckung wirkt sehr komisch. Wer jedoch die sexuellen Straftaten seiner pädophilen Untergebenen als Schwäche seiner Diener verharmlost, macht sich tatsächlich verdächtig diese Verbrechen vertuschen zu wollen.
@ Drache
@ Nada
Mir wäre es auch lieber, wenn Ratzinger solches mit scharfen Worten verurteilen würde. Nur eben, er hat hier zu nichts aufgefordert. Alle Einwände (Bamberger, Drache sowie Nada) sind also lediglich der Text-Interpretation der Einwendenden entsprungen. Um das tatsächlich korrekt Werten zu können, müssten wir hier ersten den ganzen Text haben, und zweitens auch noch den Kontext kennen, für den dieser Text gemacht wurde.
Man kann Pädophile-Denkmuster durchaus als eine Schwäche des Pädophilen bezeichnen. Und lange nicht jeder, der solche Schwächen hat, lebt diese auch aus. Aus Ratzingers Worten – soweit einkopiert von Bamberger – lässt sich nicht einmal schliessen, dass er sich explizit auf Straftäter bei pädosexuelle Straftaten bezogen hat. Er deckt damit z.B. auch die Nonne ab, die ein Lästermaul führt.
@ Drache
Es ist tatsächlich so, dass auch die Kirche darunter leidet. Zur Kirche zählen ja alle getauften. Ich nehme mal an, dass das auch bei Ihnen der Fall ist. Und so wie Sie sich enervieren, lässt dies auf ein Mitleiden schliessen. Sie können sich recht sicher sein, dass auch bei aktiven Mitgliedern solches Mitleiden vorhanden ist. Und der Kirche als Organisation schadet das alles auf jeden Fall.
@ Nada
Der Spiegel beispielsweise publiziert dies durchaus im Eigensinn. Der will damit Geld verdienen. Auch bekennende Freidenker z.B. oder e. Humanisten können durchaus eigensinnig Nutzen daraus ziehen.
@worM: Kritisiert muss vor allem werden, dass viele christlich oder anders religiös orientierte Hilfswerke bei Katastropheneinsätze zwar Hilfe leisten aber eben immer mit dem Gedanken im Hinterkopf “ich helfe dir gerne, aber du solltest nachher auch Jesus in deinem Herzelein tragen.
Sie haben sicher Recht mit ihrer Kritik, wobei es durchaus christliche Hilfswerke gibt, die auf das Missionieren verzichten. Können sie mir folgende Frage beantworten: Dürfen Katastrophenhelfer, die miterleben müssen, dass Menschenrechte gewisser Bevölkerungsgruppen verletzt werden, dagegen Stellung nehmen oder muss auf das Verbreiten eigener Meinungen generell verzichtet werden?
Was der sich selbst so nennende evolutionäre Humanismus zum Phänomen Scientology sagt, lesen Sie hier:
http://hpd.de/node/5128
@Morgenstern
Leiden können nur Lebewesen! Eine Kirche kann Schaden nehmen, leiden kann sie nicht. Ich finde es etwas absurd, wenn hier Blogger einerseits behaupten eine Kirche können keine Verbrechen begehen (nur Menschen seien dazu fähig), gleichzeitig aber akzeptiert wird, dass Kirchen leiden können.
Herr Stamm würde viel besser mal seinen Hintern erheben und nach Haiti gehen und dort auch etwas sinnvolles leisten als ständig mit lauter schwachsinnigen Behauptungen die Christen verleumden
evolutionärer Humanismsu?
http://www.ekd.de/ezw/42714_zeitgeschehen_was_humanismus_heute_alles_heissen_kann.php
@ Nada
Wie gesagt, Kirche ist ja auch die Gruppe der Menschen, die diesen Glauben teilen. Im übrigen habe ich nirgends behauptet, Kirchen können keine Verbrechen begehen. Sie mischen da also irgendwelche andere Blogger mit Morgenstern zusammen.
@ Morgenstern
Cc. @Drache und @ Nada
Zuerst schreiben Sie: “Falsch, Herr Bamberger, das ist keineswegs eine unmissverständliche Aufforderung zur Vertuschung.“
Dann schreiben Sie, in Bezug auf die völlig korrekten Einwände von Drache und Nada: “Mir wäre es auch lieber, wenn Ratzinger solches mit scharfen Worten verurteilen würde. Nur eben, er hat hier zu nichts aufgefordert. Alle Einwände (Bamberger, Drache sowie Nada) sind also lediglich der Text-Interpretation der Einwendenden entsprungen. Um das tatsächlich korrekt Werten zu können, müssten wir hier ersten den ganzen Text haben, und zweitens auch noch den Kontext kennen, für den dieser Text gemacht wurde.“
1. Der ganze Text Ratzingers kann sehr wohl eingesehen werden, ich hatte die Quelle um 11:04 angegeben, aber schauen Sie bitte selber nach.
2. Wenn Sie etwas weniger Apologie zugunsten Ratzingers betreiben würden, aber dafür selber etwas fundierter recherchieren, wäre Ihnen folgendes bestimmt nicht entgangen, das Medium Internet steht nämlich auch Ihnen offen:
Zitat Anfang:
OFFENER BRIEF
An den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz
Herrn Erzbischof Dr. R. Zollitsch
zu Hd. des
Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz
Herrn Pater Dr. Hans Langendörfer SJ
Kaiserstraße 161
53113 Bonn
Sehr geehrter Herr Erzbischof Dr. Zollitsch!
Ich möchte Ihnen meine Bestürzung zum Ausdruck bringen über das Schreiben von Papst Benedikt XVI. zum Beginn des Priesterjahres anlässlich des 150. Jahrestages des “Dies Natalis” von Johannes Maria Vianney.
Dort heißt es u.a. im Text:
“Leider gibt es auch Situationen, die nie genug beklagt werden können, in denen es die Kirche selber ist, die leidet, und zwar wegen der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu Anstoß und Ablehnung. Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein kann, ist weniger die eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und frohe Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in großherzigen Hirten, in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen Führern.”
Ich gehe wohl recht in der Annahme, dass mit der nicht näher erklärten „Untreue“ einiger Diener der Kirche vor allem der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester gemeint ist. Der Heilige Vater stellt fest, dass die Welt darin „Grund zu Anstoß und Ablehnung“ findet. Ich möchte gerne davon ausgehen dürfen, dass auch der Heilige Vater und die katholische Kirche den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester anstößig finden und ablehnen.
Der Heilige Vater nennt die Aufdeckung von Verbrechen durch die Opfer „eigensinnig“. Der Begriff „eigensinnig“ ist konnotiert mit starrsinnig, unnachgiebig, störrisch, trotzig. Wenn Menschen so charakterisiert werden, dann geschieht dies mit dem Ziel, sie abzuwerten.
Außerdem konstatiert der Heilige Vater, dass es für die Kirche nicht „am hilfreichsten“ ist, wenn Missbrauchsopfer die an ihnen verübten Verbrechen aufdecken. Der Heilige Vater suggeriert damit, dass Missbrauchsopfer von Priestern Verbrechen nicht aufdecken sollten, wenn sie der Kirche „am hilfreichsten“ sein wollen. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wer der Kirche wirklich hilfreich sein will, darf die „Untreue“ (gemeint sind Menschenrechtsverletzungen!) der Diener der Kirche nicht aufdecken. Zugleich bedeutet dies, dass kirchliche Missbrauchsopfer in Christen keine mit ihnen solidarischen Verbündeten zu erwarten haben.
Und ein Letztes: Der Heilige Vater spricht vom – zweifellos vorhandenen – Leid, das Priester mit ihrer „Untreue“ der Kirche zugefügt haben. Völlig vergessen wird das nicht selten lebenslängliche Leid, das pädokriminelle Priester mit ihren Verbrechen den Missbrauchsopfern zugefügt haben. Als das „wahre Opfer“ erscheint die Kirche – das Leid der Missbrauchsopfer hingegen wird hinter dem Leid der Kirche zum Verschwinden gebracht.
Dieses Schreiben des Papstes ist ungeeignet, die verlorene Glaubwürdigkeit der Kirche wieder herzustellen. Ich kann Ihnen mein Entsetzen über das Papstschreiben nicht verhehlen. Es wäre gut, wenn Sie diese Rückmeldung auf das päpstliche Schreiben in geeigneter Weise auch dem Heiligen Vater zugänglich machen.
Mit der Bitte um Rückmeldung verbleibe ich mit freundlichem Gruß!
(Unterschrift) und namentlich nicht genannte Mitglieder der Mailingliste GottesSuche sowie 68 weitere UnterzeichnerInnen
Zitat Ende
Hier nun eine Zusammenfassung der Antwort:
Zitat Anfang:
Am heutigen 5.9.2009 traf die Antwort der Bischofskonferenz ein, vermittelt durch eine Mitarbeiterin der Kommission für Geistliche Berufe. Frau Dr. K. antwortete im Auftrag des Vorsitzenden der DBK und schrieb, meine Bestürzung aufgrund der missverständlichen Aussage im Schreiben des Papstes sei “sehr gut nachvollziehbar”, “zumal die katholische Kirche sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ganz klar verurteilt”. Frau Dr. K. wies auf eine entsprechende Äußerung des Präfekten der Kleruskongregation in Rom, Kardinal Hummes, vom Mai 2009 hin: “Sicher ist es wahr…”). Außerdem machte Frau Dr. K. darauf aufmerksam, dass die englische Übersetzung der Papstbotschaft die von mir “zu Recht monierte Äußerung” vorsichtiger übersetze.1 Sie weist ebenfalls auf eine Äußerung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Herrn Erzbischof Dr. Zollitsch, unter hin. Und im Übrigen möchte sie mir und allen Betroffenen und Opfern von sexuellem Missbrauch ihr persönliches Mitgefühl ausdrücken.
Der englische Text formuliert: “What is most helpful to the Church in such cases is not only a frank and complete acknowledgment of the weaknesses of her ministers, but also a joyful and renewed realization of the greatness of God’s gift…” Übersetzt lautet die Stelle: “Am hilfreichsten ist nicht nur ein freies und vollständiges Eingeständnis/Anerkenntnis… sondern auch….”. Im englischen Text wird das Eingestehen der “Schwächen” der Priester gleichgewichtig neben den Dank für die guten Hirten gestellt. Aus dem deutschen Begriff “eigensinnige Aufdeckung” wird im Englischen das “freie und vollständige Eingeständnis”. Zwischen dem deutschen und dem englischen Text liegen Welten. Der an die deutschsprachigen ChristInnen gerichtete Text fordert den und die zum Vertuschen auf, die der Kirche hilfreich sein wollen. Der an die englischsprachigen ChristInnen adressierte Text fordert zum freien und vollständigen Eingeständnis der “Schwächen” der Priester ebenso auf wie zur Dankbarkeit für “gute Hirten”. Dies eine “vorsichtigere Übersetzung” zu nennen, trifft den Sachverhalt wohl kaum.
Interessant ist auch, die französische und italienische Übersetzung zum Vergleich heranzuziehen. Im Italienischen (das Original?) wird das Adjektiv “puntigliosa” dem Aufdecken vorangestellt. Es ist mit “eigensinnig, starrsinnig, verbohrt” zu übersetzen. Und auch der französische Text qualifiziert das Aufdecken als “pointilleuse”, d.h. krittelig, nörglerisch, pedantisch.
Bemerkenswert ist trotz bleibenden Unbehagens, dass es eine Reaktion auf den Offenen Brief gab. Allen UnterzeichnerInnen herzlichen Dank!
Erika Kerstner
Zitat Ende
Siehe dazu: http://www.gottes-suche.de/16.22.Protest%20Priesterjahr.html
Jeglicher weitere Kommentar erübrigt sich.
„Horatio“
gibts eigentlich einen unterschied zwischen sekte und freikirche?
Sehr geehrter Herr Michael Bamberger,
Ich möchte Ihnen hier meinen tief empfundenen Dank für Ihre Beiträge aussprechen. Dank diesen ist es möglich, UNABHÄNGIG VOM THEMA dass HST vorgegeben hat, die aktuellen, negativen Schlagzeilen, resp. Ereignisse die Katholische Kirche betreffend, zu finden. Anhand der Akribie, mit der Sie diese Links hier in den Blog setzen, kann ich nicht umhin anzunehmen, dass Sie im Allgemeinen grosse Vorbehalte gegenüber allen Religionen haben, um es mal höflich auszudrücken.
Seien Sie (Beide?) davor gewarnt, dass zuviel Uebereinstimmung im Takt auch zu einer unkontrollierbaren und zerstörerischen Resonanz führen kann. Die niemandem dient. Im Gegenteil.
Gruss Pendel
Erinnern wir uns an etwas, das immer so leicht in Vergessenheit zu geraten scheint:
Papst Bendedict ist herzensgut und hochintelligent.
Es ist einfach unter aller Sau, wie der heilige Vater in diesem Blog verleumdet wird.
@ Michael Bamberger
Herzlichen Dank für Ihren Beitrag 10.02.2010 um 16:23. Somit ist jetzt jedem Leser hier auch klar, dass “die Kirche” tatsächlich am Leiden ist. Ansonsten wäre dieser Schriftverkehr ja gar nie zustande gekommen. Der Schriftverkehr zeigt doch sehr schön auf, wie innerhalb der Kirche selber gerungen wird. Interessant sind auch die unterschiedlichen Sprachversionen. Scheint ja fast, als wäre die englischsprachige Kirche wesentlich fortschrittlicher, als uns manche hier immer glauben machen wollen.
Übrigens bestätigen diese Briefe meinen Einwand an Sie. Lesen Sie nochmals dieses hier: “Ich gehe wohl recht in der Annahme, dass mit der nicht näher erklärten „Untreue“ einiger Diener der Kirche vor allem der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester gemeint ist.”
Eben, Interpretation halt. Natürlich ist es schade, von gewissen Stellen keinen Text zu bekommen, der nicht interpretiert werden muss. Es ist auch richtig, einen solchen Text zu fordern. Nur ist ein solcher (Klar-)Text nicht vorhanden und es lässt sich damit nicht behaupten, dass hier eine Aufforderung zur Vertuschung bewiesen wäre. Dies war ja mein Statement zu Ihrem ersten Beitrag.
michael bamberger 16.23
mich erstaunt bald gar nichts mehr!
so eine verdammte sauerei. diese verblendeten, vollgefressenen (entschuldigung) milchgesichtigen, pompös gekleideten, abartigen ignoranten. gahts eigetlich no???
Pendel: “Seien Sie (Beide?) davor gewarnt, dass zuviel Uebereinstimmung im Takt auch zu einer unkontrollierbaren und zerstörerischen Resonanz führen kann. ”
Das haben Sie jetzt aber schön gesagt. Mir scheint manchmal, dass sich die ersten Wellen schon bei den vielen Trollen hier erspähen lässt. Das Nieveau wohl ähnlich dem Meeresspiegel vor dem Zunami sehr weit zurückgehen, und dann die Hauptwelle von der Tagi-Redaktion aus den Blog einfach wegspühlen.
@ zoe
An ihnen ist eine Komödiantin verloren gegangen.
“Der an die deutschsprachigen ChristInnen gerichtete Text fordert den und die zum Vertuschen auf, die der Kirche hilfreich sein wollen.” steht schwarz auf weiss im Fazit der Unterzeichnenden.
Morgenstern hingegen scheint nun wirklich nicht mehr zu helfen zu sein.
“Horatio”
Alltägliches:
Katholische Kirche – Missbrauch in der Kirche “Priester müssen lernen, was Sexualität ist” – Eine Serie von Übergriffen katholischer Geistlicher auf Minderjährige hat die Diskussion um Sexualität und Kirche neu entfacht. Die Psychotherapeutin Rotraud Perner erklärt im Interview mit SPIEGEL ONLINE, weshalb sich die Institution mit Prävention und Aufarbeitung von Missbrauch so schwer tut. (10.2.10)
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,676720,00.html
Alltägliches:
Katholische Kirche – Die Priester, der Leib und die Pädophilie – Es gibt sie, die Verbindung zwischen katholischer Kirche und trübem Umgang mit Sexualität. Mindestens jeder zweite Roman aus dem gestern noch stockkatholischen Irland handelt auch davon, zuletzt Anne Enrights 2007 mit dem Booker-Preis ausgezeichneter Roman „Das Familientreffen“, in dem alle dazu nötigen Ingredienzien zusammen kommen: Alkohol, Kirche, Glaube, Trieb und Familienbande in dem doppelten Sinne von Bindung und Hölle. Wo die katholische Kirche eine alles überwölbende Macht ist, können Dunkelheit und auch Gewalt herrschen, kann Frohsinn ein Fremdwort sein. (10.2.10)
http://www.welt.de/debatte/article6321249/Die-Priester-der-Leib-und-die-Paedophilie.html
Alltägliches:
Katholische Kirche – „Viele Priester sind wütend und verzweifelt“ – Suchtkrankheiten und Depressionen: Andrea Gensel therapiert Geistliche, die mit dem Zölibat nicht zurechtkommen. Doch die Kirche will von den Problemen nichts wissen. (10.2.10)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Kirche-Priester;art270,3026329
Alltägliches:
Deutschland – Sexueller Missbrauch – zwei Priester beschuldigt – Das Aachener Bistum ermittelt nach Anschuldigungen gegen zwei Priester wegen sexuellen Missbrauchs. Ein Bistumssprecher bestätigte am Dienstag (09.02.10) einen Bericht der “Aachener Zeitung”. (9.2.10)
http://www.wdr.de/themen/kurzmeldungen/2010/02/09/bstum_aachen_ermittelt_gegen_priester.jhtml?rubrikenstyle=panorama
Alltägliches:
Deutschland – Kindsmissbrauch in der katholischen Kirche: Ein Opfer berichtet – Der Missbrauchsskandal am katholischen Canisius-Gymnasium in Deutschland zieht weitere Kreise. Der Bericht eines Mannes, der im Alter von 15 Jahren von einem Priester sexuell missbraucht wurde, rüttelt auf. (10.2.10)
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Kindsmissbrauch-in-der-katholischen-Kirche-Ein-Opfer-berichtet/story/15544570
@Pendel
Sehr geehrtes Pendlel, es ist mir durchaus klar, dass so viele negative Schlagzeilen schmerzen oder gar beunruhigen. Ich schlage vor, dass man die Überbringer der schlechten Nachrichten köpft. Bisher hat das immer gut gewirkt, man denke an all die Beiträge von Morgenstern (der mir übrigens auch eher wie ein Schreibgemeinschaft vorkommt, wenn ich seine neuesten Schreibfehler lese). Im übrigen ist doch sehr erstaunlich, dass Sie als Pendel von zuviel gleichgeschalteten Resonanz bzw. vor zu viel gemeinsamen Takt warnen. Sämtliche Uhrpendel würden somit ein Erdbeben oder gar ein “Z”-unami auslösen? Ab so viel taktschlagender Taktlosigkeit erlaube ich mir ein wenig zu schmunzeln, da ich doch weiss, dass Sie ein herausragend freundlicher Blogger sind und ich das zu schätzen weiss. Denoch, ein wenig getaktet habe ich nun doch.
Hochverehrte Grüsse!
@Morgenstern
Sind sie eine Schreibgemeinschaft? Unter dem Motto ich bin viele, äh, viele sind ich?
Morgenstern
halbernst! Darum der
Aber die Schreibfehler in Ihrem letzten Beitrag sind nicht morgenstern-like. Aber ich wollte keine Untersellungen machen, oder gar Verwirrung stiften.
Sehen sie Unter-sellungen, das ist ein Dobra Schreibfehler.
Aber Zunami?
Nieveau?
wegspühlen?
Schreibt ein Morgenstern so?
@ Dobra
Nö, solches schleicht sich halt nach der Formel “Müdigkeit % Aufmerksamkeit x Tippgeschwindigkeit % nicht stattfindende Korrekturlesung” ein. Hauptsache, man bekommt noch kapp den Sinn mit.
Ist ja mittlerweilen in den Newsrooms auch so. Bald wird es wohl als Anzeichen von Professionalität gewertet. Je mehr Fehler, um so produktiver der Schreiberling und um so höher das Feedback mit Bezug auf Nebensächlichkeiten. Erhöht den Blogeintragsumsatz und macht den Stammblog so insgesamt erfolgreicher.
Immerhin habe ich da mal nicht in der Gross- und Kleinschreibung geirrt. Und dem Nie-wo angepasst ist es so ja auch.
Evtl. sollte Stamm ja mal bei der Technik abklären, ob im Eingabefeld nicht auch noch ein Rechtschreibprüfprogramm integriert werden könnte.
@Morgenstern
Restlos überzeugt!
(Sicher is’, daß nix sicher is’, drum bin i’ vorsichtshalber mißtrauisch. Karl Valentin)
Alltägliches:
Deutschland – Kirchliche Kommission irritiert Aachener Staatsanwaltschaft – Die Aachener Staatsanwaltschaft war keineswegs erfreut, als sie dieser Tage erfuhr, dass das Bistum Aachen eine eigene Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsverdachtsfällen seiner Geistlichen eingesetzt hat. – «Wir waren irritiert, von der Arbeit dieser Kommission zu hören», sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung. Insbesondere deswegen, weil es «dem Gesetz nach verpflichtend ist, bei solchen Verdachtsfällen die Strafverfolgungsbehörden» einzuschalten, sagte Deller – und nahm Kontakt zum Bistum auf. Die Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche ist in den vergangenen Jahren durch eine Reihe sexueller Missbrauchsfälle erschüttert worden, fast 100 Kirchenmänner gerieten in entsprechenden Verdacht. Die im Moment bekannten Fälle sind wahrscheinlich nur ein Bruchteil derer, die sich tatsächlich ereignet haben, die Dunkelziffer könnte erheblich höher sein. Immer wieder formulieren Kritiker den Vorwurf, die Kirche gehe nicht eben offensiv bei der Aufklärung der Fälle vor. (10.2.10)
http://www.an-online.de/lokales/euregio-detail-an/1203476?_g=Kirchliche-Kommission-irritiert-Aachener-Staatsanwaltschaft
Alltägliches:
Irland – Der Priester, das Kindsmissbrauch-Monster ruinierte mein Leben: “Child abuse monster Father Brendan Smyth ruined my life” (10.2.10)
http://www.irishcentral.com/news/Helen-McGonigle-My-years-of-abuse-at-the-hands-of-monster-Father-Brendan-Smyth-83985092.html
Zwischenruf
Heute Abend war ich an einer Aufführung in Basel Flamenco – Tanz – Kinder und Erwachsene auch Männer haben Ihr bestes gegeben im Borromeum Basel, als Kind habe ich das Borromeum eher schlecht in Errinnerung, ein Vikar hat uns begrüsst als kleine Kinder haben wir ihm alle zugejubelt, Mädchen und Buben ein Halli – Galli, die schwarz-weiss Filme die da gezeigt wurden von Ueberschwemmungen etc. da waren ev. alle Kinderseelen überfordert, wenn ich das jetzt so auf die aufgeplusterten Wichtigmacher übertrage nicht nur aus der RKK, diese Weiber Nonnen haben sich auch beteiligt an Kindsmissbrauch. Als eine ein sentimentales Naturell – Stepp-Tanz im Hintergrund ein Mann der mit Herzblut gesungen hat, Menschen die sich einfach ausgedrückt haben, ist normale Leidenschaft nach wie vor eine TODSUENDE ? Ich muss mich oft überwinden um rauszugehen, ich mag Winter nicht, in dieser Beziehung geht es ja allen Menschen gleich, über das Wetter zu fluchen auch 24 Std. im Tag ist wirklich verpuffte Energie. Letzhin hat mich ein älterer Mann einfach so spontan angesprochen und gefragt “frieren Sie, spontan hab ich ihm geanwortet ja und rückgefragt und sie” seine Antwort war ich nicht. Am Wetter ein normales Naturgeschehen gibts nichts zu ändern , wenn Mensch betroffen ist reagiert jeder oder jede anders . Ich bin allergisch auf diese hundsverlogenen Werbetricks aus allen Ecken. Ich habe nichts gegen dicke Menschen, dicke und dünne Menschen haben ein recht auf Leben. Ich bewege mich im internet normal, wenn ich so Reklamen sehe von Zentimeter, das Messband um die Taille. Ich schätze einfach Menschen, die noch Augen im Kopf haben, ist das ein Weg, einfach blindwütig reinzuschlagen, eben blind vor Wut, ich bin vielen Menschen begegnet, zentral ist für mich, einfach Mut zu machen im Sinne probiers doch einfach mal aus, ohne MIESMACHEREI und ohne Spekulation und ekelhafte Vordiagnosen, blöde Bemerkungen ich weiss schon was du denkst etc. ich weiss nach wie vor nicht was in den Köpfen anderer Menschen vorgeht, ich weiss nach wie vor nicht was Seele ist- mein leiblicher Körper ist mein Meister, der leibliche Körper lügt nicht und hat auch nie gelogen- mit meinen persönlichen Ressourcen gehe ich sorgfältig um – ohne Spekulation – ist auch ein Weg – Altersheime kosten viel Geld – so werden auch alte hilflsose Menschen ausgebeutet – auch der aufgeplusterte Leiter vom Momo ist für mich ein falscher Hund- your are lion my hound -