Schweiz


hugostamm am Dienstag den 9. Februar 2010

Haiti – gelobtes Land für Missionare

Haiti liegt seit dem Erdbeben am Boden. Wieder einmal hat es eine von der Welt vergessene Bevölkerung getroffen, die ohnehin schon seit Jahrzehnten dem Abgrund entlang strauchelt und von allen Göttern verlassen scheint.

Die Katastrophe hat das geschundene Land mit einem Schlag ins grelle Licht der Scheinwerfer gerückt. Die Bilder von den verletzten und verzweifelten Kindern und Frauen gingen ans Herz. Wo starke Emotionen im Spiel sind, werden sie in unserer Zeit von der modernen Kommunikationsgesellschaft sofort bewirtschaftet.

Mission – PR für Gurus und Götter

Dieses Phänomen nutzen Sekten und Freikirchen konsequent für ihre Zwecke. Sie sind in den letzten Jahren PR-Profis geworden. Ihr Kerngeschäft ist die Mission, eine spezielle Form der Werbung. PR für Gurus oder Götter – und für die eigene Glaubensgemeinschaft – sind dort am wirksamsten, wo die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit liegt. Deshalb ist Haiti seit dem Erdbeben für Missionare schon fast ihr gelobtes Land.

Denn: Wo Kirchen wie Kartenhäuser einstürzen, lauern die Chancen für die Heilsbringer aller Couleur. Elend macht hilflos, stürzt die Mensch in Angst und Verzweiflung. In ihrer Not greifen sie nach jeder Hand, die ihnen entgegengestreckt wird. Dabei können sie sich den Luxus nicht leisten zu fragen, ob die Hand zum verlängerten Arm einer Sekte oder Freikirche gehört.

Ereignen sich grosse Katastrophen, stehen die Scientologen sofort auf der Matte. Nach dem Massaker im Zuger Parlament oder dem Absturz der Crossair-Maschine bei Bassersdorf waren sie sofort zur Stelle. Ihr PR-Highlight war – vor dem Erdbeben auf Haiti – 9/11. Die ehrenamtlichen Geistlichen, wie sie sich nennen, sind eingekleidet in gelbe Überzüge mit dem Schriftzug „Scientology“ und arbeiten – Zufall oder nicht – meist da, wo die Kameras postiert sind.

John Travolta im Krisengebiet

Nach dem Erdbeben auf Haiti schickten die Sektenbosse sofort ihren Vorzeigepromi John Travolta auf die Piste. Der Schauspieler holte seine für 150 Passagiere ausgelegte Boeing 707 aus dem Hangar und flog den scientologischen Hilfstrupp persönlich ins Krisengebiet. Fernsehkameras begleiteten die Mission. Mehr PR geht kaum.

Was den Scientologen heilig, ist anderen Sekten und Freikirchen billig. Die Gläubigen schwärmten in grossen Scharen aus, um den Katastrophenopfern Suppe und Gott zu bringen.

Der missionarische Eifer artete bald aus. So entführten christliche Missionare aus den USA in ihrer Verblendung 33 angebliche Waisenkinder. Haiti ist für sie das Reich des Satans, wo schwarze Magie und Voodoo-Zauber grassieren. Die Fundamentalisten glaubten, ein gutes Werk für Gott zu tun, wenn es ihnen gelingen würde, dem dunklen Land Kinder zu entreissen. Der bekannte Fernsehprediger Pat Robertson wagte auszusprechen, was viele Fundamentalisten denken. Der ehemalige Kandidat für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen bezeichnete das Erdbeben von Haiti als Strafe Gottes. Die Haitianer hätten einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, sagte er.

Das ist purer Aberglauben. Erdbeben sind Naturkatastrophen, die mit Gott nichts zu tun haben. Mission in Krisengebieten ist moralisch anrüchig. Solche Prediger nutzen die Not der Opfer, um ins Rampenlicht zu geraten und missionarischen Profit zu schlagen. Denn nirgends ist Mission leichter und erfolgreicher als in Katastrophengebieten. Opfer, denen auf der Erde nichts mehr bleibt, akzeptieren auch fremde Götter – wenn sie in deren Namen ein Stück Brot bekommen.
Wer mit dem scientologischen oder christlichen Kreuz in der Hand Reis verteilt, respektiert Würde und Glauben der Erdbebenopfer nicht, sondern nützt ihre Not aus, um nach ihrer Seele zu greifen.

892 Kommentare zu „Haiti – gelobtes Land für Missionare“

  1. Michael Bamberger

    @ Vietkong

    Nachtrag:

    Was ich eben an Dich schrieb, weiss übrigens Morgenstern genau, nur macht er sich einen Ulk daraus, Dinge derart zurechtzubiegen, dass sie sein Weltbild nicht implodieren lassen.

    „Horatio“

  2. Dobra

    @Morgenstern
    Nicht unbedingt! Owohl ich Ihrer Definiton von Agape und Eros gut zustimmen kann,denn Sie formulieren das süffig. Dennoch haftet dem Agape tw. etwas zu selbsloses an und genau das wollte ich vermeiden. Die Liebe, die wir zum jungen Leben verspüren ist immer wieder von Eros geprägt und das ist genau richtig so. Das dient allen, ist ein natürlicher (evolutionärer) Prozess. Entscheiden ist, was wir im Eros dem Gegenüber entgegenbringen.

  3. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    Katholische Kirche – Vom Schmerz zur Erlösung – Zur katholischen Lehre gehört die Verklärung körperlichen Leids. Das erklärt die Ungerührtheit, mit der die Kirche auf ihre Skandalfälle reagiert…Die katholische Lehre zeichnet sich tatsächlich durch eine Sexualpanik erster Güte aus… Genau das ist der Punkt: Die Leiblichkeit des Menschen wird in der katholisch-christlichen Lehre sehr gerne über den Schmerz definiert. Wenn etwas das Christentum als Religion auszeichnet, so ist es die Verklärung des Leids und die Vorstellung, man müsse durch den Schmerz hindurch, um zur Erlösung zu gelangen. Das Leid ist dabei an den Körper gebunden, er ist das Instrument zur Reinigung der Seele… Es wird langsam Zeit für ein bisschen Frischluft. Dass die katholische Kirche zunehmend von einer (hoffentlich) nicht mehr nur voyeuristisch empörten Öffentlichkeit zur Rede gestellt wird, sei es im Fall der gnädigen Duldung von Holocaust-Leugnern oder im Fall des gnädigen Schutzes von klerikalen Sexualstraftätern, ist ein gutes Zeichen… (17.2.10)

    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/vom-schmerz-zur-erloesung/

  4. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    Vatikan – “Treffen des Vatikan zum Missbrauch ist eine Farce” – Opfer klerikalen Missbrauchs bezichtigten gestern Abend den Papst, er „wasche seine Hände“ sauber von den Skandalen, die die katholische Kirche in Irland erschütterten. Missbrauchsopfer verurteilten den Papst Benedikt XVI, da er nicht anerkannte, dass hohe Geistliche jahrzehntelangen üblen Missbrauch verschleierten. Sie sagten, das beispiellose zweitägige Treffen mit 24 irischen Bischöfen im römischen Vatikan sei „eine Farce“, die nichts erreicht habe. Die 24 Kirchenmänner waren wegen der früheren falschen Handhabung der Kindesmissbrauchsskandale nach Rom gerufen worden, welche im vergangenen Jahr die katholische Kirche in Irland erschütterte. Der Ryan-Bericht hatte zu Tage gefördert, dass die katholische Kirche und die irische Regierung beinahe vier Jahrzehnte lang den sexuellen Missbrauch und Prügel durch Priester und Nonne an Tausenden von Kindern in staatlicher Obhut n verschleiert hatten. Und der Murphy-Bericht enthüllte einen Katalog der Verschleierungen durch die katholische Amtskirche in Dublin, um die Kirche zu schützen. Aber in einer Erklärung des Vatikans fehlte insbesondere die Anerkennung der Verschleierungen oder eine formelle Entschuldigung für den Missbrauch – was gestern Abend in einer umfassenden Verurteilung durch die Opfer resultierte. Der Papst entließ auch nicht den Bischof von Galway, Martin Drennan, der unter Beschuss steht – er nahm nicht einmal formell die Rücktritte anderer Bischöfe an, die im Murphy-Bericht wegen ihrer falschen Handhabung der Fälle sexuellen Missbrauchs kritisiert worden waren. Der Pontifex ignorierte ebenfalls die Weigerung des päpstlichen Nuntius, mit der Untersuchung der Misshandlungen in Dublin durch die Murphy-Kommission zu kooperieren. (17.2.10)

    http://hpd.de/node/8853

  5. Der inverse Goliath

    @ Dobra und Morgenstern

    Schöne Beispiele, danke für eure Antworten. Natürlich habt ihr Recht. Dieser Genuss kennt wahrscheinlich fast jeder Mensch oder es wäre tatsächlich schade, wenn nicht. Ich weiss aber nicht, ob es derselbe Genuss ist für einen Pädophilen. Für mich und euch und die allermeisten stellt sich bei all Deinen Beispielen nie eine insgeheime Frage wie denn zum Beispiel das Kind nackt aussehen würde oder wie es wäre, wenn… Fragen, die aber jeder Mensch in die Richtung seiner sexuellen Präferenz hat und irgendwo auch ausleben will. Deswegen meine Frage, wie ein Pädophiler damit umgeht und wieviel er bei sich selber unterdrücken muss, resp. immer noch geniessen kann.

    Dobra, Du schreibst: “Innere Bilder müssen nicht mit der Realität korrespondieren, im Sinne von gedacht=verlangt nach mehr. Hingegen kann beim Konsum von pornografischen Material die Tendenz entstehen zu: mehr, schneller, härter und wird so Teil einer Störung bzw. ist ein Symtpom einer Störung. Autoerotismus angheizt mit Porno wächst schnell gravierend aus und wird zu einer Störung im Sozialverhalten.”

    Wie geht man dann damit um, welches “Ventil” erhält ein Pädophiler, der psychisch und eben vielleicht auch physisch geniessen will?

  6. Dobra

    @DiG:
    Über die Behandlungsmethoden bei Pädophilie weiss ich nur rudimentär Bescheid. Aber generell kann gesagt werden, dass diie Ventil- bzw. Triebtheorie nicht funktioniert. No es bizeli harmlos pädofilieren geht nicht. Insbesondere darum nicht, weil es weniger um gelebte Sexualität geht denn um Macht und Abhängigkeit.
    Hier gibts ganz gute Infos:
    http://www.kein-taeter-werden.de/fragen.php

  7. Dobra

    @vietcong
    Auch du Brutus!
    ;-)
    Deine Behautpung dass es Verfehlungen Einzelner (eben Fehlgeleiter) sei, leuchtet nicht ein. Dieses Problem auf individuelle Ebene zu delegieren und so vereinfacht zu psychlogisieren wird entweder aus Unkenntnis heraus gemacht oder dann zur Vertuschung. Beides sollte bei dir eigentlich nicht der Fall sein.
    Es sind verschiede Faktoren und wer die Strukturellen bewusst ausklässt, der ignoriert wesentliches. Ein erhöhtes Risiko bei sexueller Ausbetung besteht bei traditionellen geschlechtsspezifischen Rollenteilung, autoritären Strukturen und rigiden Sexualnormen. Wenn das nichts mit den kirchlichen Strukturen zu tun hat, was dann? Und nochmals: benutze deinen Verstand: Warum tritt dieses Phänomen in der katholischen Kirche signifkant höher auf, als z.B. in der protestantischen. Ja, ja ich weiss, die Diskussion geht von vorne los.
    Auch dein Hinweis, dass Bilder mehr bewirken als Texte ist etwas simpel. Stimmt so nicht (nur). Dein Beispielbild kann genauso anders verstanden werden. Erkenntnis wird nicht über nur verstehen, nicht nur über bebildern gewonnen, sondern ist ein komplexer kognitver und psychischer Prozess. Aber beim Abbau von Vorurteilen und Stereotypien sind es meistens die psychischen Prozesse, die es uns verunmöglichen umzudenken. Man denke an die Versuche Neonazis zu überzeugen, dass Sie einen Seich glauben und machen.
    Wenn es dich interessiert (aber ohne Bilder ;-)
    Veränderung von Vorurteilen aus sozialpsychologischer Sicht:
    http://www.friedenspaedagogik.de/themen/stereotypen_vorurteile_feindbilder/sozialpsychologische_vorurteilsforschung/veraenderung_von_vorurteilen_aus_sozialpsychologischer_sicht

  8. vietcong

    @ Michael Bamberger

    “Meine Analogie hat nichts mit dem Vietnamkrieg zu tun, sondern mit der Häufigkeit der damals darüber verbreiten Nachrichten im Vergleich zu „Alltägliches“, bitte lies die Aussage von Felix und meine Replik dazu noch mal aber gründlicher.”

    das habe ich schon so verstanden, keine angst. aber es hat eben nicht nur mit der häufigkeit der bilder, sondern auch mit der schwere der ‘tat’ zu tun. hier haben wir einen offenen krieg, dort haben wir schweigende opfer die niemand kennt. jedenfalls nicht die öffentlichkeit. wir haben keine regierungen die sich damit beschäftigen und es wird auch keine massendemonstrationen geben. es ist also schon unterschied zum vietnamkrieg. die reine häufigkeit einer nachricht bewirkt ohne entsprechendes umfeld nicht viel. mehr wollte ich eigentlich nicht sagen. ich hoffe du verstehst jetzt was ich meine.

    nochmal: ich fände es klüger du würdest die energie die du hier beim bloggen verschwendest besser in einen dokumentarfilm oder sowas investieren. dann bewegst du möglicherweise mehr.

  9. Der inverse Goliath

    @ Dobra

    Interessant, danke für den Link. Da steht dann zum Beispiel, dass eine Therapie folgendermassen aussehen kann:

    Die Therapie folgt einem sogenannten “multimodalen” Ansatz, nachdem Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie, der Sexualtherapie und einer medikamentösen Therapie zusammengeführt werden.

    Die therapeutischen Teilziele orientieren sich an den sogenannten”skills” (Fertigkeiten), die in der Forschung als entscheidend für die Kontrolle sexueller Impulse identifiziert wurden. Die einzelnen Schwerpunkte zeigen sich in den Modulen eines strukturierten Therapieplans:
    Vermittlung eines individuellen Erklärungs- und Störungsbildes
    Erhöhung der Akzeptanz über Übungen zur Selbstbeobachtung und Selbsterfahrung
    Training der Konfliktfähigkeit zum Abbau von Aggression und Selbstunsicherheit
    Training der Kommunikationsfertigkeit ggf. unter Einbeziehung der Partnerin zur Erhöhung partnerschaftlicher Zufriedenheit
    Wissensvermittlung zur Reduktion von Fehlannahmen bezüglich Sexualität und sexueller Reife von Kindern
    Einstellungsänderung hinsichtlich Sexualität und eigener Präferenz
    Medikamenteneinnahme zur unterstützenden Impulsreduktion
    Rollenspiele und Rollenwechsel zur Schulung der Fähigkeit zur Perspektivenübernahme
    Training zur Selbst- und Fremdwahrnehmung (Gefühl, Gedanke und Verhalten)
    Rollenspiele und Modellbildung zur Schulung der Empathiefähigkeit
    Erhöhung der Frustrationstoleranz
    Entwicklung alternativer Verhaltenstrategien
    Einüben alternativer Verhaltensstrategien zur Erhöhung der Selbstwirksamkeit
    Aufbau unterstützenden Netzwerkes

    Und auf die Frage, ob das sexuelle Verlangen unterdrückt wird, schreiben sie:

    Nein. Ziel der Therapie ist es unter anderem zu lernen, das eigene Verhalten so zu kontrollieren, dass es zu keinem sexuellen Übergriff auf Kinder kommt. Wenn die Intensität der sexuellen Impulse allerdings zu hoch ist, um alleine durch “Willenskraft” das Verhalten zu kontrollieren, besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung. Durch diese Medikamente können die sexuellen Impulse gedämpft werden. Die Intensität müsste in solch einem Fall soweit reduziert werden, bis der Patient in der Lage ist, (wieder) Herr über seine Impulse zu sein, also nicht von seinen Impulsen “übermannt” wird.

    Also Selbstkontrolle, sprich Ablenkung und Umdenken und sonst Medikament…

    Nebenbei – die Seite redet davon, dass etwa 200,000 Männer in Deutschland Pädophile sind (Frauen praktisch keine). Trotz der Menge der Einwohner, eine grosse, absolute Zahl (relativ: 0.3%). Man merkt erst, wenn man zehn Mal “Pädophiler” geschrieben und gelesen hat, wie stark das Thema stigmatisiert und tabuisiert ist.

  10. Zweifler

    @Der inverse Goliath:
    “Wie geht man dann damit um, welches “Ventil” erhält ein Pädophiler, der psychisch und eben vielleicht auch physisch geniessen will?”

    Mir fällt es schwer für solche Menschen Verständnis zu haben. Ich kann auch viele Eltern nicht verstehen, wenn ich in der Badi 10jährige in Tangas sehe, das ist sicher für einen pädophilen ein gefundenes Fressen. Bitte nicht falsch verstehen, es ist NIE das Kind schuld, dass das klar ist. Für mich war immer wichtig, dass meine Kinder wirklich Vertrauen zu den Eltern hatten, damit sie sich immer mitteilen konnten, egal was passiert ist. Für mich liegt die Prävention, solche Taten zu verhindern, zu einem grossen Teil bei den Eltern. Als Vater habe ich einen Einfluss auf mein Kind, aber leider keinen auf einen Pädophilen.

  11. Dobra

    @Vietcong
    Richard Rorty, ein amerikanischer Philospoh hat in einer Abhandlung im Buch “Kontingenz, Ironie und Solidarität ” dargelegt, warum das Buch Onkel Toms Hütte für die Abschaffung der Sklaverei einen entscheidenden Anteil hatte. Dieses Buch war eine Wucht und hat in der amerikanischen Bevölkerung enorm sensibilisiert gar pulverisiert.

    Wiki:
    Der Roman erschien erstmals vom 5. Juni 1851 bis zum 1. April 1852 unter dem Titel „Uncle Tom’s Cabin; or, Life Among the Lowly“ in der Zeitung The National Era, die von den Abolitionisten, den Gegnern der Sklaverei, herausgegeben wurde. Am 20. März 1852 wurde er in einer Auflage von 5.000 Stück als Buch herausgegeben und war innerhalb von 48 Stunden vergriffen. Im selben Jahr erreichten die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten 300.000 Stück

    Einem andern Blogger nachzuschreiben, er verschwende seine Zeit im Blog, finde ich unnett. Ich denke es gibt Wenige, die im Blog bei anderen etwas bewirken können und es steht uns nur zu, dies für uns selbst zu beurteilen, wer das ist.
    Gruss

  12. Dobra

    @Der inverse Goliath
    Danke für das rauspicken vom Text! Ich kanns eben nicht so schön gestalten, wie du
    ;-)
    Frank Urbaniok arbeitet in der Schweiz mit ähnlichen Therapien, denn auch bei Psycho-und Soziophaten kommen ähnliche Therapien zum Tragen.

  13. vietcong

    @ Michael Bamberger

    “Was ich eben an Dich schrieb, weiss übrigens Morgenstern genau, nur macht er sich einen Ulk daraus, Dinge derart zurechtzubiegen, dass sie sein Weltbild nicht implodieren lassen.”

    muss ich passen. habe seine statements zu wenig verfolgt. sorry

    @ Dobra

    “Ein erhöhtes Risiko bei sexueller Ausbetung besteht bei traditionellen geschlechtsspezifischen Rollenteilung, autoritären Strukturen und rigiden Sexualnormen. Wenn das nichts mit den kirchlichen Strukturen zu tun hat, was dann?”
    ok, das bestreite ich nicht. vielleicht passt das zu meiner aussage, dass immer auch ein machtverhältnis vorhanden sein muss, damit ausbeutung funktioniert. du meinst also, macht an sich hat schon eine sexuelle komponente? ich würde das unterschreiben. oder verstehe ich dich falsch?

    “Warum tritt dieses Phänomen in der katholischen Kirche signifkant höher auf, als z.B. in der protestantischen.”
    da wäre ich jetzt vorsichtig. hast du dazu irgendwelche zahlen? vielleicht gibt es ja zb. mehr katholiken oder mehr katholiken in tendenziell ärmeren ländern? usw. das alles wird wohl einen einfluss haben. das so generell zu behaupten… ?

    “Auch dein Hinweis, dass Bilder mehr bewirken als Texte ist etwas simpel. Stimmt so nicht (nur). Dein Beispielbild kann genauso anders verstanden werden. Erkenntnis wird nicht über nur verstehen, nicht nur über bebildern gewonnen, sondern ist ein komplexer kognitver und psychischer Prozess.”
    da hast du mich etwas falsch verstanden, oder ich nicht sauber genug erklärt. was ich sagen will: ein bild kann innerhalb einer zehntelssekunde (nicht wissenschaftlich jetzt) erfasst werden. einen text muss man lesen. also aufbauend, wort für wort den zusammenhang ergründen. es erfordert mehr mühe und hingabe. ein bild funktioniert anders. zack sieht man es als ganzes. und erst dann kann man seine details ergründen. im bild kann etwas in kürzester zeit erzählt werden, wohingegen man bei einem text buchseiten für den gleichen inhalt lesen muss. das ist nicht wertend gemeint. lesen bedeutet über einen kognitiven prozess etwas zu lernen. ein bild ist wesentlich schneller und wenn man es erst mal gesehen hat, hat man es im kopf. ein text kann überlesen werden, oder überflogen. auch emotionen sind nicht so einfach darstellbar, wie zb. eine geste, oder die mimik, die im bild widerum eine grosse rolle spielen. wenn ich einen text sehe, kann ich diesen problemlos nicht lesen. bei einem bild geht das nicht so leicht.

    zb. das bild des mädchens das in vietnam aus vor einem napalmangriff flüchtet. es ist wohl eines der symbolträchtigsten überhaupt. ein text mit gleichem inhalt, hätte niemals diese wirkung erziehlt.

  14. vietcong

    @ dobra / bamberger

    also, sorry, dann nicht ‘verschwenden’ dann halt ‘investieren’. ok? ;)

  15. Dobra

    @vietcong
    Ja, die Macht der Bilder ist vorhanden, dein Beispiel zeigt das gelungen. Das mediale Spiel und die Manipulation der Bilder, hunderfach aufgeilende Bilder der Kraft der Zersörung der TwinTowers, eben neu aufgewärmt, zeigt die andere Seite: Wir sind fasziniert, aber nicht mehr berührt. Auch die Tsunami-Bilder machen das: wir geniessen die Gewalt der Natur, es macht wow, wenn wir eine Riesewelle zu sehen bekommen, die rasend alles mitreisst.

    Zur Rorty noch ein Text aus wikipedia:
    Solidarität entsteht für Rorty aus der gemeinsamen Erfahrung von Grausamkeit. Sie ist damit in der Sphäre der Öffentlichkeit, der Gemeinschaft angesiedelt, in der es gelte, eben Grausamkeit zu vermeiden, denn es gibt zwar keine gemeinsame Sprache, aber ein gemeinsames Schmerzempfinden. Allerdings bedürfe es, um diesem gemeinsamen Schmerzempfinden Geltung zu verschaffen, Einfühlungsvermögen, Empathie der Menschen, die es mittels Literatur und Romanen herzustellen gelte. Ein moralischer Fortschritt besteht für Rorty in der Ausweitung des „Wir“, der Gemeinschaft, die diese Empathie füreinander aufbringt.

    Leider muss ich jetzt arbeiten gehen und daher Schluss machen.

    Grüsse

  16. Dobra

    Danke vietcong!
    cool mit dir zu disputieren.
    ;-)

  17. Pufendorf

    @ Dobra

    Danke für Ihre ausführliche Antwort. Ich bin auch der Meinung (vielleicht war ich nicht klar), das ICD-10 weit mehr als ein neues normatives System ist zur Auslösung von Krankenkassenleistungen. Natürlich spiegelt, wie Sie dies viel besser als ich das je könnte, ausführen, ICD-10 gesellschaftliche Wertungen wieder (gerade bei religiösem Wahn und bei Homosexualität , aber nicht nur dort sieht man das schön). Psychiatrische Diagnosen (wie alle medizinischen Diagnosen) werden auch nie rein empirisch sein können. Ob etwas ein Leiden oder therapiebedürftig ist, wird immer vom gesellschaftlichen Hintergrund abhängen (wobei klar ist, dass es praktisch völlig klare Fälle gibt, wenn jemandem von eienr Maschine ein Arm abgerissen wird, wird man dies in allen zivilisierten Gesellschaftenr als gesellschaftlich anzuerkennendes und zu behandelndes Leiden anerkennen.

    Was bei ICD-10 eben gegenüber alten Klassifizierungen fasziniert (und ich mag ICD-10, auch wenn es Juristen Kopfschmerzen bereitet, weil es auf forensische Aspekte keine Rücksicht nimmt) ist, dass die symptomabhängige Umaschreibung der einzelnen Diagnosen tatsächlich, wie Steinlaus das sagte, auf Beobachtungen des Leidens beruht und versucht, in die normative Diagnose empirische Balken einzuziehen. Die Diagnosen sollen Fälle betreffen, bei denen das Leiden des Patienten nachvollziehbar “objektivierbar” (das Wort ist schrecklich) ist. Und das gelingt wohl ganz gut, auch wegen der grgenüber früheren Klassifizierungen grossen Zahl von Symptombildern.

    In diesem Sinne kann ich durchaus akzeptieren, wenn Steinlaus und Sie sagen, Pädophilie sei eine Krankheit, weil es eine ICD-10-Diagnose dafür gibt, denn diese gibtt es nur, weil offenbar die Klassifizierer oder ihre Berater beobachtet haben, dass die von Pädophilie Betroffenen unter ihrem Zustand leiden.

    Das verbleibende normative Element liegt dann darin, dass die meisten wenn nicht alle von uns sagen würden, diese Diagnose müsse so therapiert werden, dass der Pädophile akzeptiere, dass er seine Neigung nicht ausleben könne, während es bekanntlich in der Nachfolge der 68-er Pädophilengruppen gab, die (in guter 68-er Manier) behaupteten, das Leiden sei wie alles psychiatrische Leiden gesellschaftlich induziert und würde verschwinden, wenn man die natürliche Liebe zwischen Erwachsenen und Kind zuliesse.

    Soweit sind wir wohl einig, auch ihren weiteren Ausführungen über erotische Gefühle, die ein (hoffentlich sauber gebadetes) Kleinkind auslösen kann, kann ich nachvollziehen.

    Auch wenn wir nun aber einig sind und auch wenn wir anerkennen, dass in der Abkürzung ICD natürlich der Begriff Krankheit (disease) enthalten ist, dann bin ich doch weiter wie Anna der Meinung, dass wenn das Problem Pädophilie auf der Ebene Krankheit ja oder nein diskutiert wird (und nicht auf der Ebene Disease im Sinne der ICD-10), die Diskussion nirgends hinführen kann, weil der Begriff Krankheit (ausserhalb eines raffinierten Diagnosesystem) einerseits fast nur noch normativen und keinen empirischen Inhalt hat und andererseits einen völlig schwabbeligen Begriffsumfang. Wo er einigermassen ernsthaft und nicht nur im Sinne einer Invektive verwendet wird, geht es meistens um den Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen (nur der Kranke kriegt IV und Krankenkassenleistungen) und dieser Anspruch ist natürlich extrem normativ geprägt (Wieso gibt es nach der Scheinsimulantenkampagne der SVP plötzlich 30 % weniger IV-Fälle? Weil das Bundesgericht dem chronifizierten Schmerzsyndrom den Krankheitswert abgesprochen hat. Diejenigen, die an chronifizierten, physisch nicht lokalisierbaren Schmerzen leiden, werden mit grosser Freude zur Kenntnis nehmen, dass sie nun nicht mehr krank sind, in diesem Sinne hat das Bundesgericht weit mehr Menschen geheilt, als dies in Lourdes in den letzten 100 Jahren der Fall war).

  18. Zweifler

    Wenn Pädophilie eine Krankheit wäre, müsste man sie aber behandeln wie eine hochansteckende Krankheit. Im Gegensatz zu einer
    “normalen” Krankheit, geht es ja darum Kinder zu schützen, also bleibt nur die Quarantäne oder Verwahrung. Mir fehlt halt das Mitleid für Täter, ich denke nur an die Opfer die vom Täter missbraucht wurden. Ich kann auch nicht verstehen, warum ein Pädophiler der ein Kind vergewaltigt hat, durch die Menschenrechte vor einer Kastration geschützt wird. Das wäre die billigste und effizienteste Methode, gilt auch für pädophile Priester.

  19. Felix

    Michael Bamberger

    “Fakt ist, dass ab Ende der 60er Jahre die weltweiten Demonstrationen und die erdrückende öffentliche Meinung rund um den Globus, Washington 1975 schliesslich keine andere Option mehr offen liess, als den bedingungslosen Rückzug.”

    Fakt ist, dass die USA aufgrund militärischer Unterlegenheit Südvietnam 1975 fluchtartig verlassen mussten.

  20. Steinlaus

    @ Michael “Horatio” Bamberger

    Ich danke dir für dein reichhaltiges, ausführliches Feedback. Die von dir angesprochene Kränkung ist offensichtlich (und scheint bei diversen Personen hier Verdauungsstörungen auszulösen). Ein Heilmittel gegen diese Kränkung wäre die Absenz von Dogmen und die Bereitschaft, das Geheimnis Geheimnis sein zu lassen und anstelle von Wundern das Wunderbare ins Zentrum unseres Seins zu stellen.

    Wünschenswert – aber wohl utopisch – wäre zudem eine Geistesnahrung, die für alle bekömmlich ist, die geistigen Bedürfnisse abdeckt und einen gesellschaftlichen Konsens im humanistischen Sinne erlauben würde.

    Die Frage, welche Nahrung wir unserem Geist zumuten und ob wir die Bescheidenheit aufbringen können, ein allfälliges Jenseits als Glaube/Möglichkeit anstelle von Wissen/Wahrheit ins Diesseits zu integrieren, scheint mir entscheidend dafür zu sein, ob und wie uns dem vorhandenen Konflikt werden stellen können.

    @ Felix

    “Worauf bezieht sich jetzt das Alltägliche? – Wohl auf das erschreckende Ausmass des sexuellen Missbrauchs an Kindern durch katholische Priester.”

    Ja, genau so war’s gemeint.

    “Das verstehe ich nicht, wie man sowas können soll, etwas finsteres, inhumanes, verstecktes, verlogenes, verruchtes und verletzendes in diesen “heilenden” Raum zu verwandeln.”

    Nein, wo etwas Abgründiges wird niemals heiliger, heilender Raum sein. Dort aber, wo ein Glaube trotz allem Halt und Zuversicht vermittelt, wo ein Glaube Glaube und nicht “die Wahrheit ist, wo ein Glaube gelebte und ungehindert in Freiheit gelebte Liebe ist, wo ein Glaube dazu bereit ist, mit seinem Licht die Schatten bedingungslos zu durchleuchten, ohne etwas befürchten zu müssen, geschieht etwas Wahrhaftiges. Dort wird die Realität integriert und nicht tabuisiert. Wunden, die verleugnet und unter dem Mantel des Dogmatismus versteckt werden, können nicht heilen. Wunden aber, die ans Licht kommen, können heilen. Und damit meine ich nicht nur die Wunden der missbrauchten Kinder und Jugendlichen, sondern genau so die Wunden der missbrauchenden Kleriker und darüber hinaus die schwärenden Wunden der katholischen Kirche und unserer Gesellschaft. Ich denke da noch viel weiter und tiefer, Felix.

    “Wir schrecken kaum noch auf, wenn wieder ein Fall bekannt wird, – wir haben uns daran gewöhnt.”

    Ich selber werde mich niemals daran gewöhnen. Jede einzelne dieser Meldungen reisst die besänftigenden Schleier nieder, die so verzweifelt über jedes dunkle Geschehen gestülpt weden, ruft das tiefbebende Schluchzen der Welt wach und bindet mich neu in die Verantwortung dem Leben gegenüber ein. Nur indem ich mich dieser Verantwortung stelle und mir den heiligen Raum der Liebe bewahre, ist das Stöhnen dieser Welt zu ertragen. Und selbst das reicht manchmal kaum dazu aus. Nein, daran werde ich mich niemals gewöhnen und ich bin absolut bereit dazu, jeden Tag aufs Neue wieder hinzuschauen und zu handeln.

    “Und das ist das Schreckliche, dass wir uns an das Schreckliche gewöhnt haben. Es scheint fast so zu sein, dass der Wert und die Wertung einer solchen medialen Aufdeckung inflationär mit der zunehmenden Häufigkeit dieser Berichte abnimmt, die alltäglichen Berichte über klerikalen Kindsmissbrauch werden kaum noch wahrgenommen, man regt sich kaum noch darüber auf. Das ist das Schreckliche am alltäglich konsumierten Schrecklichen.”

    Es wäre in der Tat schrecklich, wenn es denn so wäre – aber, wie gesagt: Ich empfinde es anders (s. oben).

    @ Morgenstern

    “Nein, Glaube soll mit Wissen ausgeräuchert werden, und nicht mit einem “aufrichtigen Glauben”

    Dann gäbe es ja keinen Glauben mehr, sondern einzig Wissen. Morgenstern, es gibt so vieles, das wir nie wissen werden – ich denke, dass das, was wir wissen, nur die Spitze eines viel tiefer reichenden Eisberges ist. Ich meine, dass das Geheimnis unabdingbar ist, dass dieses aber als solches benannt und belassen und nicht als “Wahrheit” definiert werden sollte. Damit wäre schon viel getan.

    “Das Problem ist doch schon lange erkannt, was nützt da einer, der immer nur Schreit “Problem, Problem”?”

    Ich denke, das Problem ist noch lange nicht erkannt. Wir sind erst auf dem Weg dazu.

    “Es gibt mehr im Leben, Steinlaus, als einerseits Dogmatisch-Gläubiges und andererseits Dogmatisch-Kritisches.”

    Absolut einverstanden! :-)

    @ Dobra

    “Missstände sind das Werk des Teufels.”

    Danke für deine Ergänzung – es ist eine entscheidende!

    @ Nada

    Ihre Haltung überzeugt und Ihre konstruktive Art, zu diskutieren, ist immer wieder wohltuend. Danke!

    @ Pufendorf

    Herzlichen Dank für Ihre interessanten Hinweise!

  21. Pütz

    Lieber Herr Stamm

    Ich habe Herrn Bamberger einen Brief geschrieben; einen Brief, in dem ich ihm einen Rat erteilt hatte. Einen wohlwollenden Rat. Dieser Brief erschien auch auf Ihrer Plattform. Und man konnte ihn so eine halbe Stunde lang lesen. Und dann ist er verschwunden. War einfach weg. Könnten Sie Ihren Techniker fragen, warum er meinen Brief einfach aus der Plattform weggenommen hat. Aber ich möchte dem Techniker nicht unlautere Absichten unterstellen. Nur könnte er zumindest der Sache nachgehen. Ich finde es echt schade um den verloren gegangenen Brief. Der war so einfühlsam geschrieben – ich hab mir auch enorm Mühe gegeben – da könnten sich punkto Einfühlsamkeit einige von den Schreiberinnen und Schreiber eine Scheibe abschneiden.

    Ich danke Ihnen zum voraus für Ihre Bemühungen

  22. Steinlaus

    @ Zweifler

    “Mir fehlt halt das Mitleid für Täter,……… Das (Kastration) wäre die billigste und effizienteste Methode…”

    Mich rührt Ihr Mitgefühl mit den Opfern, Zweifler, aber Ihre Vorschläge betreffend Umgang mit Tätern führt zurück ins Mittelalter.

    Meine eigene Seele wäre zerbrochen, wäre derjenige, der mich nicht nur über Monate vergewaltigte, sondern mich misshandelte und mich letztlich töten wollte (dies hat er wörtlich meinem Vater unter vier Augen mitgeteilt), am Leben gehindert worden wäre (Verwahrung, Kastration). Es würde zu weit führen, Ihnen dies im Detail zu schildern, weshalb sich das für mich so anfühlt. Ich bitte Sie einzig, dies als Erfahrung zur Kenntnis zu nehmen.

    Für ein Opfer kann es existenziell wichtig sein, dass der Täter in seinem eigenen abgründigen Leiden trotz allem Unfassbaren ebenfalls Hilfe erfährt und dass dieser Mensch trotz allem in unserer Gesellschaft aufgehoben bleibt.

  23. Moria

    STEINLAUS
    Danke fur Deine eindruecklichen Zeilen!

    NADA
    …… toll, dass es Dich in diesem Blog gibt!
    Was machen Deine Ausrutschfolgen? Auf dem Wege zur Besserung?

    AGNOSTIKER
    Auch Dir danke fuer Deine durchaus (!) lesenswerten Argumente, vorallem auch diejenigen @ Vietcong und Joh.
    Ach Agnostikus, trotzdem, wenn ich Dir nur den Offizier.a.D. ‚exorzieren’ koennte….. Den Blog als Kriegsschauplatz zu bezeichnen, kann wirklich nur aus den Tasten eines solch ‚Geschaedigten’ kommen! (Ich hoer schon wieder das Entsetzen eines ….. > egal!)
    Versuche Dich doch bitte von solchen ‚Kaesperli-Theater’-Bildern zu loesen, und betrachte ihn > den Blog eher als Spielwiese, wie ich das tue.
    Da haben wir Rutschbahnen, Schaukeln, Sandkasten, Punching-Balls, Billiardtische, Schachbretter (nur mit weiss/schwarzen Figuren!), Affenschwaenze, Boecklis, aber auch grasgruene Wiesen zum Philosophieren, frische Blumen, um daran zu riechen oder sie einfach zu bestaunen, auch findet man Sitzbaenke zum Ausruhen, und dann sehe ich noch in einer Ecke einen Ping-Pong-Tisch, wo wir beide versuchen, dem andern den kleinen weissen (nicht grauen!) Ball einmal mehr auf die Platte zu klatschen……, auch Kantenbaelle und Netzroller zaehlen in diesem Spiel!
    Jedem ‚Geraet’ koennte ich die entsprechenden Nicks zuordnen, aber lassen wir das und ‚vergnuegen’ uns weiterhin!
    Schoenen Abend noch!

    Zweifler:
    Sie schaffen es wahrlich, uns zum VERZWEIFELN zu bringen.
    Bevor der liebensuerdig-intellektuelle Papst sog. ‚energische Schritte im Missbrauchsskandal’ fordert, sollte er sich endlich und schleunigst zu einer demuetigen ENTSCHULDIGUNG an die Adresse der Opfer bewegen lassen.
    Das hat er naemlich noch mit keinem Wort getan – das einzige, was er ueber seine scheinheiligen Lippen brachte, war ein leeres ‚we regret’ – soll das genuegen?
    Jedenfalls regt man sich auf dem Kontinent, auf dem ich mich befinde, darob ‚gottsjaemmerlich’, oeffentlich und zurecht auf!

    Zur Orientierung, die Ihnen Not tut, eine Liste von unzaehligen, nicht kirchlichen Organisationen, die sich fuer Haiti einsetzen. Nur eine Auswahl davon, es gibt deren noch sehr, sehr viele! Und darob koennen nur Leute wie Sie staunen!

    Some Secular Routes for Haitian Relief Efforts
    The 7.0 magnitude earthquake that struck the impoverished nation of Haiti and devastated the nation’s capital and surroundings on January 12 is a disaster of catastrophic proportions. In the wake of this calamity, there are ways to reach out and give support to relief efforts.
    If you have not already designated a channel for offering financial assistance, or if you are not yet aware of any routes for secular delivery of aid, then you may want to assess some of those pathways mentioned below.
    The Foundation Beyond Belief has recommended several organizations that have received high ratings from Charity Navigator and take a secular approach to their charitable work.
    Foundation Beyond Belief writes: “MADRE is a small organization with a high efficiency rating and a good track record in disaster relief that does not mix worldview with its charity. ActionAid International is an outstanding organization that is efficient, non-sectarian, and works with a small budget. International Relief Teams, AmeriCares, Doctors Without Borders, and Partners In Health all receive high ratings for the secular charitable work they do.”

    The Center for Inquiry is accepting disaster-relief donations through its S.H.A.R.E. program to support those providing care to the survivors of the 7.0 earthquake that struck Jan. 12 near the capital city of Port-au-Prince, Haiti.
    All donations – 100 percent with no operating costs retained – will be sent directly to the secular aid group Doctors Without Borders, which suffered the loss of all three of its medical facilities and is working against difficulties to provide the basics of first-aid care and stabilization.
    Humanist Charities of the American Humanist Association (AHA) expresses its deep sorrow for the people affected by the massive devastation caused by the earthquake. To ensure rapid and effective response to this tragedy, Humanist Charities has established the Haiti Earthquake Relief Fund to support the relief efforts going on right now. Humanist Charities is working with Sebastian Velez, evolutionary biologist at Harvard University and director of the Children of the Border project, which works to protect the rights and expand access to medical care and education for Haitian immigrants.

    Noch ZWEIFEL?

  24. Anna

    Nachdem sich die Diskussion so konstruktiv und gehaltvoll, nehme ich meinen Vorschlag von gestern 15:39 betreffend die Aufteilung des Blogs in zwei Teile zurück.

    @ Steinlaus, weil ich mich von Ihrem Votum vom 12:41 ein mitgemeint vermute (vielleicht zu Unrecht)
    Ich wäre sicher die letzte, die einen Mantel des Schweigens über die MIssstände in der röm.-katholischen Kirche legen möchte, und ich vermute, dass niemand in diesem Blog dies wollte. “Alltägliches” stösst meines Erachtens aus zwei anderen Gründen auf Widerstand: Einerseits die Fokussierung auf eine Gruppe von Opfern/Tätern, anderseits die Prämisse, dass die Lesers dieses Blogs diese Nachrichten brauchen, um nicht zu vergessen. Ich denke, dass diese Prämisse nicht stimmt, ich persönlich brauche keine Benachrichtung per Email oder im Blog darüber, dass jeden Tag Kinder misshandelt und vernachlässigt werden, sei es in einer Klosterschule in Europa oder in meiner unmittelbaren Nachbarschaft. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht man das Elend jeden Tag und braucht keinen “reminder”.
    Zum Thema der Heiligkeit (ich habe die Diskussion allerdings aus Zeitgründen nur ganz kurz “überflogen”) denke ich, dass dieser Begriff wichtig ist um zu verstehen, warum sich die katholische Kirche mit Straftaten von Priestern so schwer tut. Es geht nicht darum, Missstände damit zu entschuldigen. Ich denke nicht, dass es ein Merkmal von Religionsgemeinschaften ist, ihre Mitglieder als unantastbar zu betrachten. Vor ein paar Jahren wurde ein sehr bekannter und beliebter Rabbiner verhaftet, weil er in einem Kleidergeschäft Krawatten gestohlen hatte. Niemand verstand, warum er es dies getan hatte. Er trat von seiner Funktion sofort zurück, weil er seine Glaubwürdigkeit verloren hatte.

    @ Pufendorf
    Fast unglaublich, wie Sie trotz meiner spontanen und relative knappen Ausführungen ganz genau verstanden haben, worum es mir geht und was ich zum Ausdruck bringen wollte…

  25. Steinlaus

    @ Anna

    Keine Sorge – Sie waren bestimmt nicht mitgemeint! :-)

    “…anderseits die Prämisse, dass die Lesers dieses Blogs diese Nachrichten brauchen, um nicht zu vergessen.”

    Es geht vielleicht weniger ums Vergessen, sondern vielmehr darum, dass ein entsprechender Bewusstseinsprozess erst einzusetzen beginnt. Ich selber hatte zudem nicht die geringste Ahnung davon, dass Missbräuche in einem solch erschreckenden Mass stattgefunden haben (stattfinden). In diesem Sinn scheint mir das “Alltägliche” halt eben doch präventiver, bewusstseinsfördernder, aufklärender Charakter mit Gewicht zu haben.

    “Ich denke nicht, dass es ein Merkmal von Religionsgemeinschaften ist, ihre Mitglieder als unantastbar zu betrachten.”

    Vielleicht werden Mitglieder von religiösen Kreisen weniger als unantastbar betrachtet – aber geschützt werden sie auf alle Fälle! Dies ist im Übrigen nicht nur in kirchlichen, sondern ganz allgemein in Gemeinschaften zu beobachten.

  26. Michael Bamberger

    @ Felix

    “Fakt ist, dass die USA aufgrund militärischer Unterlegenheit Südvietnam 1975 fluchtartig verlassen mussten.

    Militärische Unterlegenheit?

    Wrong, remember Hiroshima.

    It was never anything else but mere capitualtion due to the pressure of public opinion.

    “Horatio”

  27. Michael Bamberger

    Michael Bamberger:
    17.02.2010 um 19:42

    @ Felix

    Erratum:

    “Fakt ist, dass die USA aufgrund militärischer Unterlegenheit Südvietnam 1975 fluchtartig verlassen mussten.”

    Militärische Unterlegenheit?

    Wrong, remember Hiroshima.

    It was never anything else but mere capitulation due to the pressure of public opinion.

    “Horatio”

  28. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    Katholische Kirche – Bischof Mixa missbraucht 68er – Die katholische Kirche ist empört: Bei seiner Einschätzung des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen an Jesuitenschulen vertritt der Augsburger Bischof Walter Mixa unhaltbare Thesen. (17.2.10)

    http://www.welt.de/satire/article6438537/Boeser-Verdacht-Bischof-Mixa-missbraucht-68er.html

  29. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    katholische Kirche – Kickt den Zölibat – Ich habe ein Recht auf die Dienstleistungen meiner Kirche. Grob gesagt: den Empfang der Sakramente und ein geregeltes Gemeindeleben. Das ist vorbei, in vielen Gegenden Deutschlands, in vielen Ländern der christlichen Welt. Denn: Der Zölibat hält gesunde Persönlichkeiten davon ab, sich für das Amt des Priesters zu entscheiden. Außerdem wäre es schön, wenn Geistliche sich um uns Gläubige kümmern könnten und sich nicht den ganzen Tag an ihrer Libido abarbeiten müssten. (17.2.10)

    http://www.theeuropean.de/419-alexander-goerlach/2408-mangel-an-nachwuchs

  30. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    Irland – Eine verdatterte Hierarchie – Die irischen Bischöfe sind des effektiven Handelns unwillens oder unfähig: “A hierarchy in disarray – The Irish bishops have proved unwilling or incapable of acting decisively.” (17.2.10)

    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2010/feb/17/catholic-irish-bishops-abuse

  31. Der Drache

    Dank Bischof Mixa weiss ich endlich, wo all die Achtundsechziger geblieben sind. Sie traten in den Jesuitenorden ein und wurden kinderfickenden Klosterlehrer.

  32. Felix

    Michael Bamberger

    Da sieht man mal nur wieder, wie wenig Ahnung du von Geschichte hast, geschweige denn von Politik. Eine A-Bombe hätte einen dritten Weltkrieg bedeutet, notabene, einen atomaren Weltkrieg bedeutet. Nee, Michael, da helfen dir auch deine englischen Sprüche. (Im übrigen immer ein Zeichen deiner Hilflosigkeit, wenn du dich in eine andere Sprache hinüberschummelst) ;)

  33. Der Drache

    Sorry, Felix, aber da hat Bamberger natürlich recht, ganz Wurscht in welcher Sprache. Die USA haben den Krieg in Vietnam nicht verloren, weil sie militärisch unterlegen waren (welch lächerlicher Gedanke!), sondern weil die eigene Bevölkerung nicht mehr einsehen konnte, warum dieser Krieg geführt wurde.

  34. Felix

    Der Drache

    Ich will ja nicht bestreiten, dass die öffentliche Meinung, die durch die mediale Berichterstattung gebildet und kanalisiert wurde, ein wichtiger politischer Faktor war bei der Entscheidungsfindung der Repräsentanten des Staates. Dennoch denke ich nicht, dass dieser Faktor entscheidend war für die schlussendliche Flucht des amerikanischen Militärs aus Vietnam.

    Aber ich kann mich hier nicht weiter in eine Analyse dieses Krieges verzetteln, schon aus Zeitgründen nicht, aber auch weil es sich um ein Gebiet handelt, dass ja als Vergleich herbeigezogen wurde, um zu veranschaulichen, dass eine fast schon ins Aufdringliche gesteigerte Berichterstattung zu Gleichgültigkeiten und Sättigungen führt, sodass die aktuellen Fälle von sexuellem Kindsmissbrauch durch katholische Priester von den medial sattsam angesprochenen Konsummassen kaum noch als solche wahrgenommen werden.

    Mein Einwand gegenüber Steinlaus, dass das Schreckliche zum Alltäglichen wird durch Übersättigung des Konsumenten, der diese Nachrichten liest oder sieht oder hört, hatte bloss intervenierenden Charakter. – Aber ich muss gestehen, dass eine mediale Seligpreisung Bambergers durch seinen unermüdlichen Einsatz hier durchaus im Bereich des Möglichen ist.

    Heutzutage sind ja die “Stars”, sprich die, die vor der Kamera stehen, die Seligen, die Heiligen, die, die die Massen anbeten.

    Ich fand übrigens deinen Einwand, dass die Verurteilung der klerikalen Pädophilie durch die öffentliche Meinung in Gang gesetzt wurde, durchaus richtig.

    Es hat ja auch mit Ermüdungserscheinungen, Abnützungserscheinungen zu tun. – Was einen anfänglich derart schokt, dass man kaum noch die alltägliche Umwelt wahrnimmt, ist nach überdrüssig unendlich vielen gleichartigen Vorfällen kaum noch der Rede wert, geschweige denn irgend einer aufwühlenden Emotion. – Das ist die Schattenseite der medial vermittelten”Tagesschau”.

  35. Felix

    Steinlaus

    Um ein derartig sensibles, verletzliches und unberührtes Leben zu führen in der heutigen Zeit, braucht es entweder völlige Entsagung vor der medial wie auch immer qualifizierten Information oder aber eine gründliche und tagtäglich stattfindende Psychohygiene.

    Ich weiss nicht, wie du das machst. Aber offenbar setzt du dich tagtäglich dieser Faktizität des Daseins aus, um dich am Abend schwer verletzt in irgend eine besonders geartete Seelensauna zu heilen, sodass dir der allmorgendlich stattfindende Anfall der Niederungen menschlichen Daseins und Soseins wie etwas nie dagewesenes überfällt. Das scheint mir sehr intensiv, ein solches Leben, was ich bei dir nicht anzuzweifeln wage.

    Aber wir haben es hier und auch im übrigen mit gewöhnlichen Menschen zu tun, Menschen, die nie aus ihrem “man” erwachen, um zu ihrem Eigentlichen zu finden, Menschen, die sich selber als etwas Alltägliches, Durchschnittliches, nicht weiter der Rede wertes Leben empfinden, Menschen, die eigentlich verloren in ihrer Uneigentlichkeit vegetieren, Menschen, die ich einmal, lang ist es her, Mangelmassenmenschen nannte.

    Diese Mangelmassenmenschen sind nicht in der Lage, das Besondere zu sehen, sie schlummern gleichsam im Gewöhnlichen, in der unendlich sich wiederholenden tagtäglichen Ödnis der Gleichgültigkeit.

    Und es ist ja nicht verwunderlich, dass gerade jene einen Gott brauchen, weil sie sich so hilflos und verlassen und verloren erscheinen in seltenen Momenten morgens um fünf Uhr.

    Deshalb widerstrebt es mir, mich zu wiederholen, um endlich im Sog des zuweilen allzu aufdringlich Gewöhnlichen zu enden.

    Und das Fürchterliche ist, dass alles Fürchterliche aus dem Verlust des Eigentlichen entsteht, aus der Verlorenheit.

    Wie verloren müssen jene Orientierungslosen sein, die sich in der verkrüppelt verkümmerten Grauzone ihrer Sexualität zu Gott flüchten, um sich schliesslich an Kindern zu vergehen? – Aber sie und nicht nur sie sind das Produkt unserer Gesellschaft. Die Verantwortung tragen nicht nur die “Oberen”, die Verantwortung für eine derartige Lebensschändung tragen wir alle, denn wir alle sind schliesslich diese Gesellschaft, wir alle sind Teil der Schuld.

  36. Mchael Bamberger

    @ Felix Lambiel

    “Da sieht man mal nur wieder, wie wenig Ahnung du von Geschichte hast, geschweige denn von Politik.“

    Welche Note hättest Du gerne für Deine Pirouette um 00:26?

    „Horatio“

  37. vietcong

    @ dobra

    hm, da hast du warscheinlich recht. eine ständige widerholung von den immergleichen bildern ist sicher auch nicht gerade förderlich. vor allem wenn es so pathetisch verklärt daherkommt wie die 911 bilder. da ist das bild vom vietnamkrieg einiges stärker. es ist ein einzelnes bild, schwarzweiss soweit ich weiss, und wurde nie irgendwie erklärt, sondern einfach nur gezeigt, auf dass es seine ganze kraft von alleine entfalte. nichtsdestotrotz darf man nicht vergessen, dass es die usa geschafft haben fast alleine aufgrund der bilder von 911 in zwei kriege zu ziehen. das gebrabbel von massenvernichtungswaffen tat dann sein übriges.

    du hast schon recht, dinge wie moral oder respekt oder anstand usw. sind sicher grundwerte die jedem mit auf den weg gegeben werden, um die man sich jedoch kümmern muss, damit sie gedeihen. und dazu gehört mit sicherheit die bildung und somit das lesen. das ist etwas was ein bild schwerlich könnte.

    danke für das kompliment, mit dir kann man auch gut diskutieren

  38. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    Katholische Kirche – Missbrauch durch Priester: “Ärger als durch Vater” – Experten orten Mängel bei der Prävention. Schon die Ausbildung zum Priester ziele auf Abschirmung ab. Aber ein völliges Abschotten von allen potenziellen Versuchungen sei unmöglich. (17.2.10)

    http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/540507/index.do?_vl_backlink=/home/panorama/oesterreich/index.do

  39. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    Österreich – 17 Missbrauchs-Fälle 2009 in Österreich – 2009 gab es in der Erzdiözese Wien acht Fälle, jeweils zwei in den Diözesen Graz, St. Pölten und Innsbruck und jeweils einen Fall in Linz, Salzburg und Eisenstadt, berichtete der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger. (17.2.10)

    http://derstandard.at/1266279054301/Missbrauch-in-der-Kirche-17-Missbrauchs-Faelle-2009-in-Oesterreich

  40. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    Österreich – Auch in Tirol Missbrauchsopfer der Kirche (17.2.10)

    http://tirol.orf.at/stories/423732/

  41. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    USA – Polizeichef kritisiert das Handhaben des Rapportierens von Sexualmissbrauch durch Diözese und verlangt Veränderung: „Eau Claire’s Police Chief says he’s getting frustrated with a La Crosse Diocese policy on reporting sexual assaults that he says needs to change.” (17.2.10)

    http://www.weau.com/home/headlines/84644117.html

  42. Michael Bamberger

    Alltägliches:

    Irland – Irische Missbrauchsopfer entsetzt über den Vatikan – Das Treffen sei eine Beleidigung der Opfer von Kindsmissbrauch: „Irish victims slam talks in Vatican – ‘Insulting to survivors’ of child abuse, critic says“ (17.2.10)

    http://www.montrealgazette.com/news/Irish+victims+slam+talks+Vatican/2578780/story.html

  43. vietcong

    @ felix / drache / bamberger

    ihr versteht, dass ich mich da kurz einschalten muss. aber hier hat felix recht.

    amerika hat den vietnamkrieg militärisch verloren und erst als sowieso alles zu spät war, wurde auch der druck der öffentlichkeit gross genug. beides fiel ziemlich zeitgleich aufeinander.

    “Die USA konnten ihr Ziel – Stabilisierung des Südens – allerdings nicht erreichen, sodass ab 1969 bis zum März 1973 die US-Truppen wieder aus Südvietnam abgezogen wurden. Der Krieg endete mit der Einnahme Sàigòns am 30. April 1975 durch nordvietnamesische Truppen und hatte die Wiedervereinigung des Landes zur Folge.”
    lesen sie hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnamkrieg

    in afghanistan passiert im moment etwas ähnliches. man hat jedoch versucht zu lernen und will sich jetzt so schnell wie nur irgend möglich aus dem konflikt zurückziehen und alles den ‘einheimischen truppen’ überlassen die man jetzt ‘aufbaut’. diese werden sich jedoch in luft auflösen, sobald die usa sich zurückgezogen haben. man gewinnt zwar nicht den krieg, aber verlieren tun ihn dann wenigstens die anderen.

  44. Michael Bamberger

    @ Vietkong

    Du schreibst: “amerika hat den vietnamkrieg militärisch verloren und erst als sowieso alles zu spät war, wurde auch der druck der öffentlichkeit gross genug. beides fiel ziemlich zeitgleich aufeinander.

    Gegen Ende der 60er Jahre (die 68 Bewegung) war überhaupt nichts zu spät, doch der Druck der Öffentlichkeit fand zu jener Zeit schon vehement statt.

    „Horatio“

  45. Birne

    Da war einmal ein Mann, dem war langweilig. Also begann er mit Leuten im Internet zu bloggen. Aber das war auch langweilig. Also entschloss er sich, etwas nahezu unmögliches zu versuchen: Die RKK fundamental zu verändern, dahingehend, dass sie sich auflösen sollte noch in seiner Lebenszeit. Er entdeckte, dass Gleichgesinnte, ebenfalls gelangweilte Zeitungsfritzen selbst jeden Schnipsel zu einem Beitrag machten, der der kath. Kirche schaden könnte. Unser Mann begann also eifrig damit alle Links zu sammeln, die sich negativ mit der kath. Kirche befassten und freute sich sehr darüber, dass er so viele fand. Diese postete er fleissig wie eine Ameise im Blog des Chefatheisten der Schweiz, der immerhin so an die 50000 Leser jährlich zu seiner Jüngerschaft zählen konnte. Dieses Unternehmen machte dem Mann solchen Spass, dass auch andere sichtlich Freude daran bekamen und ihn täglich in diesem Tun befeuerten. Seither ist die Linksammlung, die zu 50 % aus nahezu identischen Beiträgen besteht, Hauptlebensinhalt vieler Menschen geworden. Wenn Sie seither an etwas glauben, dann an die unbedingte Schlechtigkeit der RKK und die Notwendigkeit tagtäglich die Links dieses Mannes zu lesen.

    Hugo Stamm hätte früher wohl von der Link-Sekte gesprochen, wäre er nicht selbst ihr schon lange beigetreten.

  46. Zweifler

    @Birne:
    18.02.2010 um 09:57

    :-) absolut super Ihr Beitrag!

  47. Birne

    @Zweifler

    merci beaucoup! :-)

  48. Johann

    @ Steinlaus:
    17.02.2010 um 12:41
    “Was ist es nur, das gläubige Menschen, welche durch den Glauben angeblich in einem höheren Mass Nächstenliebe praktizieren als alle Ungläubigen, hier Amok laufen, weil einer es wagt, auf
    alltäglich geschehende Missbräuche
    hinzuweisen?”

    Die Antwort ist einfach: Die Motive die an “Alltägliches” zur grunde Liegen.

  49. Johann

    @Morgenstern:
    17.02.2010 um 15:09

    Ihre Ausführung @ Steinlaus unterschreibe ich voll und ganz

  50. Olive

    @Dobra

    “Wer in Kindergesichter, in ??? Kinderköper schaut und die kindliche Schönheit und die kindliche Erotik nicht sieht, der „verpasst“ etwas.”

    Ist das wohl eine männliche Sicht?

    Ich kann kindliche Schönheit erkennen und weiss, dass Kinder sexuelle Lust empfinden können, aber das ist ihre ureigene Sache und ganz bestimmt nicht für Erwachsene bestimmt.

    ” Wer weiss, wie sie damit operieren, kokettieren und provozieren und wer nicht weiss, dass dies bei uns ankommt, der weiss weder über sich noch über den anderen Bescheid”

    Ich denke, dieses Spielen und Kokettieren ist wohl etwas, was zwischen Männern und ( schon grösseren ?) Mädchen geschieht, die Mädchen üben und erproben ihre Wirkung, viele, aber nicht alle, unbewusst.

    ” Wer das im stillen und sorgfältig geniesst, weder selber darunter leidet noch andere leiden lässt, der hat keine Störung”

    Frauen, die das im Stillen geniessen, bitte melden!

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