Schweiz


hugostamm am Donnerstag den 10. Dezember 2009

Spiritualität – jenseits von Gott und Glaube

Spirituelles Empfinden ist nicht zwingend an eine Heilslehre oder einen Glauben gebunden. Spiritualität ist eine Fähigkeit, die Welt mit dem Geist zu durchdringen. Dabei ist das Augenmerk vor allem auf die geistige Verbindung zu transzendentalen Dimensionen oder auf das Jenseits gerichtet.

Spiritualität hat also eine starke persönliche oder subjektive Komponente. Bei Mitgliedern von Glaubensgemeinschaften sind die spirituellen Freiheiten aber eingeschränkt. Heilslehren definieren Spiritualität nach klaren Mustern. Glaubensgemeinschaften geben vor, wie die Gläubigen spirituell zu leben haben und wie sie das Verhältnis zum Jenseits oder Gott gestalten müssen.

Ich frage mich hingegen, weshalb wir das spirituelle Empfinden auf transzendentale Ziele ausrichten müssen. Spiritualität ist eine emotionale, empathische Disziplin, die im Gemütsbereich angesiedelt ist. Deshalb führen spirituelle Rituale zur Ausschüttung von Glückshormonen, im Extremfall zu euphorischen Entäusserungen, die zu temporären Rauschzuständen führen können. Es ist kein Zufall, dass Skeptiker gern das Bild von der Sucht bemühen, wenn sie an extreme Glaubensformen denken. Denn die SehnSucht ist ein starkes Element religiösen Empfindens.

Die Bindung der spirituellen Gefühle an starre Konzepte führt zu einem Absolutheitsanspruch, zu Konkurrenz und Intoleranz. Die Rivalität der Glaubensgemeinschaften trägt ein starkes Konfliktpotential in sich, das auch heute noch zu Gewaltexzessen führt. Auch die daraus resultierende Mission trägt nicht zum Frieden bei.

Wie sähe eine auf das Irdische bezogene Spiritualität aus? Eine Frage, die eigentlich leicht zu beantworten ist: Das grösste Geheimnis, das die stärksten Emotionen auslöst, sind Liebe und Empathie. Diese beiden Phänomene haben ja durchaus einen religiösen Aspekt. Menschlichkeit kommt durch das Einfühlungsvermögen und die Liebe in die Welt. Oft ist ihnen der Glaube im Weg, weil er ein trennendes Element ist, das Menschen voneinander entfernt.

Weshalb etwas im spekulativen Jenseits suchen, wenn wir es in uns finden?

1.490 Kommentare zu „Spiritualität – jenseits von Gott und Glaube“

  1. 68er

    @Emeli: Sie sagen: “Obdachlose in der Stadt der Liebe.
    Nun, das hat Tradition. Viele wohnen unter Brücken und werden meist auch dort geduldet. Aber es ist trotzdem ein Armutszeugnis für die französichen Behörden, da bin ich mit Ihnen einig.

  2. Basta

    @Lehrzeit: Sie sagen: “Ich meinte Richtigstellungen durch muslimische Dachverbände. Diese werden nicht abgedruckt oder verzerrt. Ein Beispiel: 20Minuten meldete, dass Hisham Maizar angefragt wurde, was er denn vom “Beschiess ein Minarett oder einen Muezin” Spiel hielt, dass Befürworter vor der Abstimmung ins Netz stellten. Maziar habe geantwortet: “Das ist völlig unakzeptabel, tobte Maizar.” Nun kenne ich Herrn Maizar persönlich. Der Mann ist in den sechzigern, ein Arzt und einfach nicht der tobende Typ, sondern im Gegenteil fähig, auch herausfordernde Situationen ruhig durchzuhalten! Wenn ich ihn aber nicht kenne, und diesen Satz lese, stelle ich mir doch den typischen geifernden Orientalen vor, wie er in Bildern von aufgebrachten Pakistani oder so zu sehen ist.
    Ja, oft geht es so, wenn man einen Bericht an die Presse abgibt. Wie gesagt, es geht nicht nur den Muslimen so, sondern z.B. Sportvereinen, Firmen, etc. Um solche PR-Desaster zu vermeiden, braucht es gute Beziehungen zu der Presse und zu mehreren Journalisten. Die Dachverbände müssen offensichtlich erst solche Beziehungen aufbauen. Da führt kein Weg vorbei.
    Sie sagen: “Unterscheiden Sie zwischen Zwangsheirat und arrangierter Ehe?
    Nein, tue ich nicht. Beides ist mit Zwang verbunden und lässt den jungen Menschen keine Chance, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Jeder Mensch hat das Recht, seinen Partner selber auszusuchen. Daran darf nicht gerüttelt werden. Im übrigen haben Morgenstern und Felix zu dieser Frage schon sehr detailliert und kompetent Stellung genommen. Ich schliesse mich diesen Stellungnahmen an.

  3. Lehrzeit

    @Felix:
    Hören Sie doch einfach auf mit den Mätzchen und drücken Sie sich klar aus.
    Die Frauen heiraten vor einem Standesamt, sind volljährig und geben ihr Einverständnis, den Eltern oder der Tradition zuliebe. Mit Verboten ist dem nicht beizukommen, weil ja eben die Frau und der Mann “Ja” sagt und seine Unterschrift gibt. Ich habe noch keine tamilische Frau in der Schweiz getroffen, deren Ehe nicht arrangiert wurde! Davon waren einige glücklich, andere sehr unglücklich aber nicht bereit, sich zu trennen. Auch habe ich Frauen und Männer getroffen, die ihre Eltern baten, ihnen einen Partner zu suchen.
    Was, ausser hier Hohn und Egozentrik zu verbreiten ist denn Ihr Beitrag an die Gesellschaft?

  4. Lehrzeit

    @Basta: Peter Scholl-Latour hat einmal gesagt: “Pressefreiheit ist, wenn die Journalisten die Meinung von einer Handvoll Leuten im Land vertreten dürfen”.
    Glauben Sie, dass gute Beziehungen der muslimischen Dachverbände zur Weltwoche oder zum Blick möglich wären? Ist es, weil sie keinen Wein trinken, und deshalb nicht den Lieblingstropfen des investigativen Journalisten treffen?
    Und: offensichtlich haben auch die Lehrer diese guten Beziehungen nicht, da die gravierenden Schwierigkeiten beim Umsetzen der Reformen der Volkschule dauernd schöngeredet werden, während sie in Wirklichkeit zu ernsthaftem Abbau der Qualität führen. Das betrifft ganze Jahrgänge, und sollte schon von Interesse sein. Aber wie es scheint hat die Behörde die besseren Beziehungen.

  5. Lehrzeit

    @Morgenstern: Jeder kann sich scheiden lassen, die Heirat verweigern, aus der Religion austreten, von prügelnden Eltern ode Ehemännern weg ins Kinderhaus flüchten etc. Er oder Sie tut es aber nur, wenn das Gefühl da ist, dass man dann nicht ganz allein da steht. Dafür braucht es ein tragendes Umfeld, das der Frau, dem Kind hilft, ohne seine Familie klar zu kommen. Das ist auch Integration, dass man dem Fremden Hilfe anbietet. Kein Mensch verlässt seine Familie, wenn er oder sie in der Gesellschaft ausserhalb dieser Familie nur auf Ausgrenzung und Ablehnung stösst. Ich weiss, von was ich rede. Auch an Sie die selbe Frage, die ich schon an Felix stellte: was tun sie dafür?

  6. Miss Piggy

    @ Basta

    Das mit den 68-er Generation habe ich erst herausgefischt, ich muss es noch genauer analysieren,
    vorallem astrologisch, leider ich habe momentan keine Zeit dazu.
    Aber es ist ein ganz dicker Fisch, das kann ich Ihnen jetzt schon sagen.
    Ich halte Sie auf dem Laufenden.

  7. Miss Piggy

    @ Emeli

    Das war für mich als Kind ein Traum, einmal Clochard in Paris.
    Seltsam.

  8. heidi reiff

    @ 68er

    Diese Bewegung hat einiges gebracht, das hat ja Fassbinder in seinen Filmen dargestellt, dieser Kadavergehorsam ist zum ^kotzen, viele junge Menschen sind selbstbewusster und kritischer auch in der Politik, was Kleider betrifft, ist Papst Benedikt nie in einem Sack rumgelaufen, ich weiss es nicht, wir brauchen keine Kirchenväter, keine Bischöfe, der Vatikan hat viel Geld gescheffelt, das eben mit äusseren Dingen, Gewänder goldbehangen etc. die Koenig Elisabeth geht jetzt in eine U-Bahn ohne Krone vielleicht ist das ihr echtes Gesicht?

  9. Morgenstern

    Lehrzeit: “Kein Mensch verlässt seine Familie, wenn er oder sie in der Gesellschaft ausserhalb dieser Familie nur auf Ausgrenzung und Ablehnung stösst.

    Schon wieder. Jaja, klar doch, hier wird nur ausgegrenzt und abgelehnt.

    Lehrzeit: “Ich weiss, von was ich rede.

    So?

    Lehrzeit: “Auch an Sie die selbe Frage, die ich schon an Felix stellte: was tun sie dafür?

    Ich habe schon diversen Zugewanderten Beistand gegeben. Habe dafür gesorgt, dass sie Arbeitsvertrag, Entschädigungen, Sprachunterricht usw. bekommen.

    Genau darum nervt es, wenn Sie hier so tun, als bekämen Ausländer keine Hilfe. Von wegen Sündenböcke. Das sind die Mythen, die Ihr untereindander pflegt, um euch gegenseitig zu unterjochen. Das ist der springende Punkt. Fehlender Wille und ein Mythos über die Schweineschweizer, um Euer versagen zu rechtfertigen.

  10. heidi reiff

    @ Basta

    Ich habe meine persönlichen Leichen in meinem eigenen Keller hervorgeholt ein recht schwieriger Weg, ich überfliege ab und zu so Horoskope wenn ich am Kreuzworträtseln bin die Kreuzworträtsel für Querdenker sind mir die Liebsten. Gebrannte Kinder fürchten das Feuer….. , ich spekuliere einfach nicht, ich will nichts wissen von meiner Zukunft, da mach ich mir selbst was vor.

    @ Emmeli

    Hier in der Stadt Basel gibt es auch Obdachlose, es gibt Hilfsangebote für diese Menschen, Gassenküche, warme Unterkünfte etc. Vor dem Basler Bahnhof Musiker Geigenspieler etc. mit offenem Geigenkasten, ein Stück weit bewundere ich diese Menschen auch, die spielen Geige oder was auch immer, drücken sich wenigstens aus mit Musik, dazu braucht es auch Mut, aus den Künstlerszenarien ist eigentlich bekannt, dass diese Menschen keine Millionäre waren, das schöpferische des Menschen wurde immer in Grund und Boden geschlagen. So wie miss piggy sagt, irgendwie hab ich mir auch mal gewünscht Clochard zu sein.

  11. Lehrzeit

    @Morgenstern: Ich bin Schweizerin, es gibt keine Zugewanderten in meiner Familie. Mein Mann ist auch Schweizer, dito. Wer ist “Ihr”? Es ist nicht nötig, dass Sie mich hier im majestätischen Plural ansprechen. Im übrigen heisst es: Kuhschweizer und Sauschwaben. Welches Versagen?

  12. Felix

    Lehrzeit

    “ausser hier Hohn und Egozentrik zu verbreiten”

    Sind Sie “hier”? – Kaum. Und wenn nicht, weshalb diesen pauschalen Vorwurf? Das ist dann nachweisbar Diffamierung.

    Als Diffamierung (v. lat.: diffamare = Gerüchte verbreiten) bezeichnet man heute allgemein die gezielte Verleumdung Dritter. Dies kann durch die Anwendung von Schimpfwörtern oder durch diverse Unterstellungen geschehen.

    Also lassen Sie diese Mätzchen!

    “Was ist denn Ihr Beitrag an die Gesellschaft?”

    Was meinen sie jetzt mit Gesellschaft? – Meinen Sie die real existierende oder die virtuelle hier im blog?

    Dass ich mich an gewissen Euphemismen und widersprüchlichen Sätzen amüsiere, geb ich gerne zu.

    Zum anderen, und merken Sie sich das, bin ich Ihnen keine Rechenschaft schuldig über das, was ich in meinem wirklichen Leben tue und lasse.

    Bleiben Sie anständig!

  13. Basta

    @Lehrzeit: Sie sagen: “Glauben Sie, dass gute Beziehungen der muslimischen Dachverbände zur Weltwoche oder zum Blick möglich wären? Ist es, weil sie keinen Wein trinken, und deshalb nicht den Lieblingstropfen des investigativen Journalisten treffen?
    Nun, noch immer gibt es in der Schweiz gemässigte Zeitungen, von denen eine weitgehend sachliche Berichterstattung erwartet werden dürfte. Der Tages Anzeiger und die NZZ gehören sicher dazu. Beziehungen mit Journalisten pflegen hat auch nichts mit zusammen Wein trinken zu tun. Bei wichtigen Anlässen die Presse einladen, durch mehrmaliges Treffen zu journalistischer Arbeit einander beruflich näher kennen lernen, wissen, was dem Journalisten die Arbeit erleichtert, formale Vorschriften bei der Abgabe von Pressemitteilungen einhalten, je nach Ausstrahlung eines Anlasses die regionale, überregionale oder landesweite Presse ansprechen. Ein Gefühl dafür entwickeln, was welche Zeitung interessiert und so Leerlauf und grosse Diskussionen verhindern. So eine Zusammenarbeit spielt sich ein. Kennt man einander, so wird es auch einfacher, Richtigstellungen und Gegendarstellungen bei wichtigen Fehlinformationen zu veröffentlichen. Und Fehlinformationen werden immer seltener, je besser das Hintergrundwissen eines Journalisten ist. Nur sollte man natürlich da nicht zu pinggelig sein und auch mal Fünfe grad sein lassen. Natürlich würde ich als islamischer Dachverband nicht gerade primär auf die Weltwoche setzen, aber diese sicher nicht mit Pressemitteilungen aussen vor lassen.
    Sie sagen: “Und: offensichtlich haben auch die Lehrer diese guten Beziehungen nicht, da die gravierenden Schwierigkeiten beim Umsetzen der Reformen der Volkschule dauernd schöngeredet werden, während sie in Wirklichkeit zu ernsthaftem Abbau der Qualität führen. Das betrifft ganze Jahrgänge, und sollte schon von Interesse sein. Aber wie es scheint hat die Behörde die besseren Beziehungen.
    Nun, die Lehrer sind von den Behörden angestellt. Das heisst, die Behörden sind die Arbeitgeber der Lehrer. Was denken Sie, wenn in einer Firma Angestellte zur Presse gehen und sich über das Management beschweren? Nun, die werden ganz einfach gefeuert. Und genau gleich sieht das auch im Fall von Lehrern aus, die sich über die vorgesetzten Behörden öffentlich beklagen. Dieser Fall ist nicht mit Ihrem Problem vergleichbar, dass die Muslime sich in der Presse zu wenig Gehör verschaffen können.

  14. Felix

    Lehrzeit

    Der Pluralis majestatis (auch: maiestatis) ist die Bezeichnung der EIGENEN Person im Plural als Ausdruck der Macht

    - und nicht der ANDEREN Person……

  15. Lehrzeit

    Danke Basta. Werd’s mir merken…
    Und ja, das mit den Lehrern stimmt schon, hat ja auch keiner den Mumm sich hinzustellen, das stimmt schon. Und wenn sie denn selber künden oder durch Krankheit ausscheiden, haben sie so genug, dass sie den Karren einfach loslassen.

    @Felix: ich meine die real existierende. Über Anstand werde ich mich mit Ihnen nicht streiten.

  16. solochrist

    danke für die aufmunterungen.
    wenn ein verwöhnter schweizer wie der solo erlebt, wie massenweise lebenden schafen die kehle aufgeschnitten wird (die messer scheinen nicht so gut geschliffen) so möcht er wissen wieso ‘unser tierschutzgesetz’ keine anwendung findet. man feiert http://de.wikipedia.org/wiki/Islamisches_Opferfest
    aha, es wurde nicht isaak von abraham geopfert sondern ismael, der sohn der magd von sara?
    christen und muslime scheinen sich also nicht einig wie dies damals war? kann sich jemand ‘genau erinnern’?
    könnte es sein, dass eines der alten bücher nicht ganz stimmt? wenn ja welches?

    dä solochrischt
    mit sim erschte afrikaerläbnis…

  17. Basta

    @Lehrzeit an Morgenstern: Sie schreiben an Morgenstern: “Jeder kann sich scheiden lassen, die Heirat verweigern, aus der Religion austreten, von prügelnden Eltern ode Ehemännern weg ins Kinderhaus flüchten etc. Er oder Sie tut es aber nur, wenn das Gefühl da ist, dass man dann nicht ganz allein da steht. Dafür braucht es ein tragendes Umfeld, das der Frau, dem Kind hilft, ohne seine Familie klar zu kommen. Das ist auch Integration, dass man dem Fremden Hilfe anbietet. Kein Mensch verlässt seine Familie, wenn er oder sie in der Gesellschaft ausserhalb dieser Familie nur auf Ausgrenzung und Ablehnung stösst. Ich weiss, von was ich rede. Auch an Sie die selbe Frage, die ich schon an Felix stellte: was tun sie dafür?” An Sie, Lehrzeit. Was können Menschen ausserhlab der Familie da tun, was sollten sie tun? Ich wüsste jetzt nicht spontan, wie ich in einem solchen Fall helfen könnte, ohne noch grösseren Schaden anzurichten. An was denken Sie? Das Mädchen in der eigenen Familie aufnehmen? Die Behörden informieren? Die Polizei vorbeischicken? Ich könnte jetzt nicht einfach so sagen, was da dem Problem angemessen wäre. Auf keinen Fall möchte ich den Schaden noch vergrössern.

  18. Basta

    @heidi reiff: Sie sagen: “Diese Bewegung hat einiges gebracht, das hat ja Fassbinder in seinen Filmen dargestellt, dieser Kadavergehorsam ist zum ^kotzen,
    Da bringen Sie doch einiges durcheinander. Die 68er und Kadavergehorsam? Nun, das passt ja überhaupt icht zusammen. Die 68er hatten sich im Gegenteil gegen jede Art von Bevormundung aufgelehnt.

  19. Morgenstern

    Lehrzeit: “Ich bin Schweizerin, es gibt keine Zugewanderten in meiner Familie. Mein Mann ist auch Schweizer, dito.

    Was erzählen Sie also solches hier – immerhin im Zusammenhang mit Zwangsheirat von Tamilen usw.: “Kein Mensch verlässt seine Familie, wenn er oder sie in der Gesellschaft ausserhalb dieser Familie nur auf Ausgrenzung und Ablehnung stösst. Ich weiss, von was ich rede.

    Lehrzeit: “Welches Versagen?

    So langsam müssen Sie sich mal entscheiden, was Sie hier so alles erzählen wollen. Gross Erfahrung vorspielen betr. anderer Kulturen und deren Problemen der Integration, und dann keine Ahnung haben wo man da überall Versagensängste kultivieren kann? lol.

    Hauptsache, Sie fühlen sich gut als ersatzjüdischer Sündenbock, gell.

    Oder wollen Sie behaupten, Ihre Eltern hätten Sie in eine Ehe mit Kopftuch gedrängt und seither stiessen Sie ausschliesslich auf Ausgrenzung und Ablehnung in unserer Gesellschaft? Oder waren Sie die Dame, die sich in Vollverschleierung anmelden wollte?

    Man kann ja alles auf die Spitze treiben, und irgendwann stösst man tatsächlich nur noch auf Ablehnung. Nur liegt das dann definitiv nicht mehr an der Restbevölkerung.

  20. Lehrzeit

    @Morgenstern: ich verstehe nicht, was Sie damit meinen:

    Das sind die Mythen, die Ihr untereindander pflegt, um euch gegenseitig zu unterjochen. Das ist der springende Punkt. Fehlender Wille und ein Mythos über die Schweineschweizer, um Euer versagen zu rechtfertigen.

    Welches Versagen sprechen Sie an, und wen meinen Sie genau?

  21. Basta

    Miss Piggy: Sie sagen: “Das mit den 68-er Generation habe ich erst herausgefischt, ich muss es noch genauer analysieren, vorallem astrologisch, leider ich habe momentan keine Zeit dazu.
    Aber es ist ein ganz dicker Fisch, das kann ich Ihnen jetzt schon sagen.
    Ich halte Sie auf dem Laufenden.

    Nun, Miss Piggy, Sie machen mich sehr neugierig. Vor allem was da astrologisch für ein dicker Fisch vorhanden sein soll. Aber beantworten Sie doch zuerst meine Fragen. Sonst laufen Sie nämlich Gefahr, da etwas Astrologisches hinein zu fantasieren, was mit der Wirklichkeit gar keinen Zusammenhang hat.
    1968 ist in der chinesischen Astrologie ein Jahr des Affen. Der Affe wird so beschrieben:
    The spunky Monkey is the original party animal! Charming and energetic, Monkeys crave fun, activity and stimulation. They truly know how to have a good time and can often be seen swinging from one group of friends to another, attracting a motley crew in the process. ” Und besser könnte das Jahr 1968 gar nicht beschrieben werden. Und auch was da erstritten wurde, z.B. in Zürich, war die Abschaffung der Langweile auf Zürichs Strassen. So haben wir seit 1968 in Zürich viele Strassen-Cafés. Leben auf der Strasse, wo vorher langweilige „Ordnung“ herrschte! Die rote Fabrik ist auch so eine Errungenschaft. Und natürlich lebten wir die freie Liebe. Auf jeden Fall so lange, bis da Babies unterwegs waren. Dann gründeten wir halt traditionelle Familien, aber mit Hippie-Touch. Es war eine äusserst positive, unbeschwerte und glückliche Zeit für die Jungen. Für die Politiker weniger.

  22. Lehrzeit

    @Basta: Bevor sich die Frage stellt, ob man die Behörden infomieren sollte, braucht es erst einmal eine Situation, in der sich betroffene Frauen mitteilen können. Solche Vertrauenssituationen können in Mädchentreffs, Frauentreffs etc. entstehen. Einfach gegen den Willen der Betroffenen die Behörden zu informieren ist nicht sinnvoll, da die Betroffenen dann wiederum entmündigt werden. Manchmal gibt es auch einfach Zweifel vor einer Ehe, die dann doch eingegangen wird und sich gut entwickelt. Die Frauen müssen die Möglichkeiten durchsprechen können, ohne dass gleich überreagiert wird. Den Weg zu einem Frauen- oder Mädchenhaus zu zeigen, d.h. Kontakt herstellen, wenn nötig. Ein Zimmer anbieten für den Notfall, falls keine Gefährdung vorliegt! Frauenorganisationen empfehlen und ev. beiziehen. Kulturvermittler beiziehen.. Frauen, auch solchen mit Kopftuch Ausbildungs- und Arbeitsplätze anbieten, da die Unabhängigkeit einer Frau ganz wesentlich von ihrer wirtschaftlichen Lage abhängt.

    @Morgenstern: Ich habe mein Elternhaus mit 16 verlassen, die Diskussionen um meine Berufswahl spielten sich, gelinde gesagt, nicht konfliktfrei ab.

  23. vietcong

    @ basta

    grundsätzlich hast du ja recht damit, wenn du sagts, es könnte zu aufständen kommen. die kriterien die du nennst, können zu so etwas führen. doch sehe ich diese kriterien in der schweiz nicht erfüllt. wenn da ein paar hundert studies einen hörsaal besetzen stehen wir noch lange nicht vor einem jugendaufstand. die jungen die aufstände machen müssten liegen lieber bekifft vor ihren spielkonsolen und essen im mac donalds. da sehe ich wenig politischen willen. sonst wäre kiffen ja längst legal ;)

  24. Lehrzeit

    @vietcong:

    Abgesehen davon, dass sich schon Schulkinder auf den 1.Mai freuen, weil dann wirklich, nicht nur auf der Spielkonsole was läuft. Allerdings haben weder sie noch ihre älternen Brüder eine Ahnung, um was es geht. Einfach gegen alles und mal Dampf ablassen, hauptsache es kracht.
    Von solchen Entwicklungen verspreche ich mir mehr Repression und nicht eine zu irgend einem guten Fortgang führende Wirkung.

  25. Morgenstern

    Lehrzeit: “Welches Versagen sprechen Sie an, und wen meinen Sie genau?

    Ich will das nicht weiter ausführen. Da müsste ich zu viel schreiben. Ich dachte, Sie hätten den entsprechenden Hintergrund – was mir viel Schreiberei abgenommen hätte, aber dem ist ja nicht so.

    Lehrzeit: “1.Mai …. Allerdings haben weder sie noch ihre älternen Brüder eine Ahnung, um was es geht.

    Immerhin sind wir hier mal gleicher Ansicht.

  26. Lehrzeit

    ” Das killt im Flachland den Schnee…” zitiert der Tages Anzeiger heute den Fachmann von Meteo News. Was kommt als nächstes? Ey Monn, am Wienacht isch dä Wätter guet. Man muss der Leserschaft offensichtlich entgegenkommen, da können wir es uns ja ersparen, auf korrekten deutschen Sätzen herumzureiten

  27. vietcong

    @ Lehrzeit

    nun, dann gilt es diese wilde kraft der jugend zu kanalisieren und für eigene zwecke zu benutzen. ein sündenbock muss her, ein feindbild muss geschaffen werden. dann wird gruppiert und hierarchiert und los kanns gehen :)

  28. Lehrzeit

    @Vietcong:

    Dem kann ich gar nicht beipflichten! Feindbilder lehne ich total ab. Aufbau statt Abbruch, ist meine Devise. Ich mag Guerilla-Gardnening, Initiativen mit Alternativwährungen, Selbsthilfe – kurz alles, was den Menschen mündig und selbstverantwortlich macht und ihn vom Status eines Säuglings an der Mutterbrust des Sozialstaates löst. Das Abfackeln von Autos, die man gerne nähme, wenn man es sich leisten könnte, ist keine besondere Leistung.
    So weit ich es verstehe, geht es bei den Krawallen und sonstigen Vandalenakten darum, sie Wut über erlittene narzisstische Verletzungen auszuagieren. Diese Verletzungen geschehen, auch durch die Presse und die Plakate der SVP.
    Im übrigen gebe ich einigen der hier schreibenden Recht: erst leisten, dann fordern ist eine gute Idee. Das Beste zur Bekämpfung des Bösen ist energischer Fortschritt im Guten.

  29. Schlierenzauber

    und mich laust weder Ammmann noch Affe…
    oIo

  30. "Morgenstern"

    .

  31. heidi reiff

    @ Basta

    Was 68-er betrifft habe ich mich da etwas ungeschickt ausgedrückt. Mit Kadavergehorsam meinte ich natürlich die Dogmen aus Religionen. Die 68-er waren ein Schritt zur Befreiung eben dieses aufoktrierten Gehorsams. Ich habe die Filme von Fassbinder im Kino gesehen, ist schon lange her. Eine Szene hab ich noch im Kopf, ein junger Mann, der seinem Vater in die
    Suppe gespukt hat.

  32. vietcong

    @ Lehrzeit

    das war ironisch gemeint. jedoch der realität abeguckt. zorn entläd sich immer irgendwo. gefährlich wirds, wenn jemand diesen zorn schürt und ihn instrumentalisiert. ein unschönes beispiel seit jahren: die svp. über die jahre haben sies geschafft die stimmung derart zu vergiften, dass heute offener rassismus schon beinahe wieder normal geworden ist.

    ich erinnere an ein paar wenige angstmacher die damals mit begriffen wie ‘juden-frage’ und ‘was ist echt deutsch?’ die massen kontrollierten. heute haben wir die ‘ausländer-frage’ und ‘was ist echt schweizerisch?’. wenn ich da einen thyss jenni in der arena öffentlich herumschreien höre, dass es an unseren bahnhöfen von ‘grossgewachsenen schwarzen wimmle’, wenn eine ricklin im sonntalk von ‘jugo-banden’ spricht, wenn abstimmungen gegen minarette erstens zugelassen und zweitens angenommen werden um nur die aktuellsten beispiele zu nennen, dann, so komme ich zum schluss, hat die schweiz sich selbst verloren, sich selbst verleugnet. zu lange sich von errinnerungen an neutralität und humanitären tradition blenden lassen und ist jetzt aufgewacht in einem fremdenfeindlichen, zuweilen rassistischen staat. wo es mich eben nicht mehr wundert, wenn linke krawallanten autos anzünden. wo ich das sogar unterstütze.

  33. Morgenstern

    vietcong: “wo es mich eben nicht mehr wundert, wenn linke krawallanten autos anzünden. wo ich das sogar unterstütze.

    Hm, wenn es denn Ausdruck irgend einer politischen Meinung wäre, dieses Autoanzünden und Steinewerfen. Nur, das ist ja der Punkt: Mir scheint, die tun das nur “aus fun”. Darum kann ich es eigentlich nicht unterstützen. Wäre ein klares Statement damit verbunden, es wäre anders. So ist es nur sprachlose Gewalt. Eben, “fun”, so wie Komasaufen und Grundlosprügeln. Ausdruck der eigenen Dekadenz und sonst nichts.

  34. vietcong

    @ morgenstern

    wenns nur just for fun ist, dann würden nicht mehrheitlich luxuslimousinen angezündet. also so ganz frei von ideologie sind diese kravallanten nicht. natürlich sind es idioten, weil sie all ihre kraft so sinnlos verpulvern, anstatt wirklich für etwas zu kämpfen. hat wohl auch mit dem alter zu tun. ich weiss noch, als ich früher rückspiegel und scheibenwischer abgeknickt habe, hatte ich immer so ein verklärtes, diffuses bild im kopf. so von wegen umweltverschmutzer, dir reiss ich den rückspiegel ab. blödsinnig, aber irgendwo muss ich mich da auch in schutz nehmen. wäre ich heute gross geworden, würde ich warscheinlich autos anzünden.

    kinder eignen sich zu soldaten, weil sie blind alles zerstören, wenn sie irgendwo einen grund dafür im nebel sehen. echte revolutionäre natürlich, sind älteren kalibers ;)

  35. Lehrzeit

    Los vietcong: du söttsch dr Färnsee verschrotte. Das tuet eim gar nit guet! Dört leere die hüütige Chind iri Maniere. Und wo isch dr Umwältschutzgedangge, wemme Auti ohni Abgaskontrolle verbrenne loot? Verbrennsch gscheiter s’Gält, das het weniger Rohschtoff drinn.

  36. Basta

    @vietcong: “nun, dann gilt es diese wilde kraft der jugend zu kanalisieren und für eigene zwecke zu benutzen. ein sündenbock muss her, ein feindbild muss geschaffen werden. dann wird gruppiert und hierarchiert und los kanns gehen” Ich nehme an, Sie beschreiben das Erfolgsrezept der Sektiererischen Volks Partei. Nur muss diese Partei aufpassen, dass sie nicht selbst zum Feindbild wird, wenn sie sich weiterhin für den Sozialabbau stark macht. Nur die dümmsten Kühe wählen ihren Schlächter selbst.

  37. Basta

    @vietcong: Sie sagen: “kinder eignen sich zu soldaten, weil sie blind alles zerstören, wenn sie irgendwo einen grund dafür im nebel sehen. ” Ist das ein Plädoyer für den Einsatz von Kindersoldaten?

  38. Basta

    @Lehrzeit: Sie sagen: “Das killt im Flachland den Schnee… Was kommt als nächstes? Ey Monn, am Wienacht isch dä Wätter guet.
    Da habe ich eine Wissensfrage: Was ist am Satz „Das killt im Flachland den Schnee…“ grammatikalisch falsch? Ich tschegges nöd.

  39. Morgenstern

    Basta: “Da habe ich eine Wissensfrage: Was ist am Satz „Das killt im Flachland den Schnee…“ grammatikalisch falsch? Ich tschegges nöd.

    Der Kilt hat nur ein “L” und ist maskulin.

    Zudem tötet eher der Schnee den Kiltträger als das so ein Miniröckchen genügen würden, um den ganzen Schnee wegzuputzen.

    ;-)

    Englisch kann es ja auch nicht sein, dort gibt es zwar “kill”, “kills” oder “killed”, aber nicht “killt”.

  40. Basta

    @Lehrzeit: Sie sagen: “Abgesehen davon, dass sich schon Schulkinder auf den 1.Mai freuen, weil dann wirklich, nicht nur auf der Spielkonsole was läuft. Allerdings haben weder sie noch ihre älternen Brüder eine Ahnung, um was es geht. Einfach gegen alles und mal Dampf ablassen, hauptsache es kracht.
    Von solchen Entwicklungen verspreche ich mir mehr Repression und nicht eine zu irgend einem guten Fortgang führende Wirkung.

    Ganz spezifisch auf den 1. Mai bezogen sind es nicht Schulkinder, die Krawall machen. Jedes Jahr zieht eigens der europaweit bekannte schwarze Block in die Schweiz, um hier möglichst grosse Zerstörungen anzurichten. Der Schwarze Block spricht hauptsächlich Hochdeutsch und ich verstehe nicht, warum die Polizei diese Truppe nicht festnimmt und für ein paar Monate hinter Gitter sperrt. Wenn ich für ein Vermummungsverbot bin, das halt auch die Burkaträgerinnen treffen würde, hat es einfach damit zu tun, dass ich gegen die feige Vermummung und das Unkenntlich machen des schwarzen Blocks und von Hooligans bin. Wir brauchen ein Gesetz, das bestimmt, dass wer sich vermummt, automatisch solidarisch für den entstandenen Schaden haftet, ohne dass weitere Beweise notwendig wären. Da sind reine Sicherheitsgründe Vater des Gedankens.

  41. Morgenstern

    Übrigens sind es auch nicht die Flachländer, die normalerweise bekilt durch die Gegend laufen.

  42. Basta

    @vietcong: Sie sagen: “grundsätzlich hast du ja recht damit, wenn du sagts, es könnte zu aufständen kommen. die kriterien die du nennst, können zu so etwas führen. doch sehe ich diese kriterien in der schweiz nicht erfüllt.
    Der Leidensdruck ist aber schon so gross, dass es nicht mehr viel braucht. Ich denke 2010 könnte es durchaus so weit sein.
    Sie sagen: “wenn da ein paar hundert studies einen hörsaal besetzen stehen wir noch lange nicht vor einem jugendaufstand. die jungen die aufstände machen müssten liegen lieber bekifft vor ihren spielkonsolen und essen im mac donalds. da sehe ich wenig politischen willen. sonst wäre kiffen ja längst legal
    Nun, es geht ja wieder um die Bildung, bei der vieles im Argen liegt. Das war auch 1968 der Zündfunke. Bisher war es so, dass die Jungen tätsächlich lieber bekifft vor Spielkonsolen sitzen oder voll Ekstasy an einer Party rumhängen. Und ja, beim politischen Willen, das Kiffen zu legalisieren, wurde der politische Wille der Kiffer, der Linken, Lieben und Netten mit dem politischen Willen der SVPler konfrontiert, die sich halt mit Kokain aggressiv machen. Denn so stark und aggressiv, wie die SVPler daher kommen, kann man ohne Kokain gar nicht sein. Ich weiss das, ich habe vor zwanzig Jahren in einer Bank unter Chefs gearbeitet, die sich mit Kokain aufgeputscht hatten. Genau so wirken gewisse SVPler, die besonders stark daher kommen. Jeder SVPler, der sich betroffen fühlt, hat sich das selber zuzuschreiben.
    Es ist aber jetzt eine neue Generation im kommen, eben die jungen Studenten, die wieder politisch denken und von Idealismus geleitet werden. Auch wenn diese Jungen bei der jüngsten Aktion in den grossen Hörsäälen noch selbst sagten, dass sie gar nicht wüssten, wie man eine Revolution anzettelt, dürfen Sie getrost davon aus gehen, dass diese jungen Heissporne das recht schnell lernen werden. Wir werden schon 2010 mehr davon auf der Strasse sehen.

  43. Morgenstern

    @ Basta

    Ja, die koksenden Banker lernte ich auch kennen. Die wurden damals, als die Japaner das erste mal tauchten, ganz arg über den Tisch gezogen und dann flott freigestellt. Zumindest jene, die noch nicht Chef waren.

    Aber das mit Heissporne und 2010 sehe ich echt nicht.

  44. Basta

    @Morgenstern: Danke für Ihre humoristische Beantwortung meiner grammatikalischen Frage. Ich habe herzhaft gelacht.
    Die ernsthafte Frage ist nun, gibt es das deutsche Verb „killen“? Ich habe da nachgeforscht und folgendes gefunden:
    Das Verb „killen“ stammt von mittelniederdeutschen Wort „kilen“ ab und gehört zur Seglersprache. Es bedeutet das Flattern eines Segels oder eines Teils des Segels. Umgangsprachlich bedeutet das Neu-Deutsche Wort „killen“ auch töten und ist in den offiziellen Wörterbüchern enthalten. .
    Soweit sehe ich keine grammatikalischen Fehler in besagtem Satz und bitte Lehrzeit noch immer, mich auf den von ihr festgestellten Fehler aufmerksam zu machen.

  45. Basta

    @heidi reiff: Danke für Ihre Klarstellung von 14:16. Ich habe Fassbinders Filme nicht gesehen, aber 1968 live miterlebt, und zwar in Paris. Das ging so: Die Strassen von Paris waren mit Pflastersteinen gepflästert. Die Studenten rissen die Pflastersteine heraus, warfen sie gegen die Polizei und wichen langsam zurück, die Polizei langsam vor. Ab und zu ein Molotowcocktail. Nach dem der Umzug vorbei war, kamen Arbeiter, Bulldozer und Lastwagen und räumten die Steine weg. Dahinter kam eine Equippe, die die Strasse mit einem Aspahltbelag versah und so wurden in ganz Paris 1968 die Strassen asphaltiert.
    Ich hatte bald genug von Paris und reiste in die Normandie und wurde von jungen Französinnen in die Geheimnisse der Liebe eingeführt. Was für eine grossartige Zeit! Die Antibaby-Pille war gerade erst erfunden und AIDS gab’s noch nicht. Wir hatten damals eine sehr unbeschwerte Zeit!

  46. Morgenstern

    @ Basta

    Tatsächlich. http://de.thefreedictionary.com/killen
    kịl·len (mit OBJ) jmd. killt jmdn. (umg. abwert.) kaltblütig töten

    Also nicht einfach töten, sondern kaltblütig töten. Hm. Evtl. ist ja dies der Fehler: Man müsste den Schnee heissblütig umlegen (am besten mit einer Schippe), weil er sonst kaltblütig einfach liegen bleibt.

    (So gesehen sind evolutionäre Humanisten für den Schneeräumdienst ungeeignet. Die dürfen ja erst töten, wenn es eine angebliche Humanität gebiete. Und das setzt ja, wenn man es recht machen will, eine gewisse Kaltblütigkeit voraus. Heissblütig wäre es ja wieder eine Tat im Affekt, was zwar die Umstände mildern kann, aber der kaltblütigen Humanität zuwider ist.)

    Aber Lehrzeit meinte wohl eher, dass der Tagi nicht Umgangssprache verwenden sollte. Anscheinend denkt sie, der Tagi wäre eine NZZ. Dort würde das Abonnenten verärgern, beim Tagi ist der umgangssprachliche Schlendrian aber Voraussetzung, um von den Abonnenten verstanden zu werden. Das, was Lehrzeit dann selber noch als Beispiel brachte, nennt sich Blick-Niveau. Das sein das Blatt für erste Integrationsversuche, wo sein Muselman direkt angesprochn und emotional abgeholt.

    (Ach wie gerne hätte ich ein Teufelchen als Smilie)

  47. Morgenstern

    @ Basta

    Wow, schon so alt sind Sie? 1968 Paris und dann die erste Sex-Party? Also das neide ich Ihnen ja schon fast ein wenig (Die unbeschwerte Party – das Alter erlebe ich ja selber auch einmal, wenns mich nicht vorher killt.)

  48. Lehrzeit

    @Basta: Ich schrieb von tatsächlich mir bekannten Kindern. Klar ist es der schwarze Block, der die Krawalle beginnt. Aber die Kinder findens spannend. Die Kleinen wollen der Polizei helfen gehen, die grösseren dem Schwarzen Block. Ich arbeite mit Migrantenkindern, die kennen sich in unsern Bräuchen noch nicht so aus, sie verstehen nicht ganz, was das für ein Fest ist, kommen aber am 2.Mai mit Gummigeschossen in die Schule, die sie gesammelt haben. Soviel ich weiss, hat das Volksschulamt noch keine Richtlinien erlassen, ob man dann zusammen die Internationale singen soll oder lieber die Marseillaise.;-)

    To kill ist Englisch und kein deutsches Wort, das ist mir aufgestossen.

  49. Hellebarde

    Na na Morgenstern, Sie kenne sich ja aus beim Blick und seiner Sprache – ihre Ebene?

  50. Moria

    STREBER
    „Frage an die Ungläubigen: wie geht Ihr mit Weihnachten um?“
    Ganz locker, gemuetlich und, sollten es die Umstaende erlauben, auch festlich gestimmt – ganz im Wissen, dass dieses Fest ein nur in christliche Mythen verpacktes urspruenglich heidnisches Fest ist. Das Fest der Lichter zur Feier der Wintersonnenwende, und nicht wie irrtuemlich zelebriert, der angeblichen Geburt von klein Jesu.
    Da es sich also um ein weltliches Fest handelt, bei dem die Rückkehr der Sonne gefeiert wird, kann man/frau sich doch genuesslich dem Feiern und dem nach Moeglichkeit gemuetlichen Beisammenseins froenen.
    Wer das Privileg hat, geht der Spenderin alles Lebens > der Sonne sogar georgraphisch etwas entgegen und feiert mit ihr ausgiebig ihre kuerzeste Praesenzzeit des Jahres.
    So gibt es meiner Meinung nach, lieber Streber, Menschen, die aus der Sonnenwende heilige, kommerzielle Weihnachten machen, es gibt aber auch solche, die aus dieser heuchlerisch-heiligen Zeit ein besonntes, besonnenes Fest machen!

    ANNA
    Schon lange haben Sie nicht mehr einen solch guten Vergleich gebracht, wie Kommunismus und Glaube seien sehr aehnlich.
    Wobei der eine ans Jenseits glaubt – der andere sich ‚nur’ auf’s Diesseits konzentriert, aber diese beiden Ideologien fuehren tatsaechlich und unausweichlich in die (irdische) Hoelle.
    Zudem geht es dem Klerus, wie auch den Diktatoren/Faschisten, nur um reine Machtausuebung > bei Androhung hoechster Strafe im Dies- resp. im Jenseits > Hoellenqualen u.v.m.

Kommentieren

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.