Meine Vorbehalte und teilweise emotionale Skepsis gegenüber den Buchreligion rührt vom Frauenbild, das diese Glaubensgemeinschaften zeichnen. Im ursprünglichen Christentum, Islam und Judentum sind die Frauen Menschen zweiter Klasse. Zwar bemühen sich die progressiven Christen, das Bild von der untertanen Frau zu korrigieren, doch die frauenfeindlichen Passagen in der Bibel bleiben bestehen und werden nicht korrigiert.
Ausserdem verfechten immer noch weite Teile der Christenheit das Bild von der dienenden Frau, die dem Mann zu ergeben sein hat. Der katholische Klerus, katholische Traditionalisten, christliche Gemeinden in der 3. Welt und Freikirchen halten an den haltlosen und menschenverachtenden Aussagen der Bibel fest. In der katholischen Kirche dürfen Frauen die Priesterweihe nicht empfangen – vielleicht ein Glück für sie -, in den Freikirchen gibt es auch heute noch kaum weibliche Pastoren oder Gemeindeleiterinnen.
Einer der zentralen Grundsätze der Bibel lautet: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Diese Nächstenliebe wird von den Christen gern als revolutionären Akt der neuen Menschlichkeit gepriesen. Nur: Die Aussage gilt lediglich in der männlichen Form. „Liebe deine NÄCHSTE wie dich selbst“ ist ein Widerspruch zum Frauenbild in der Bibel.
Im orthodoxen Judentum und im strengen Islam werden die Frauen auch im gesellschaftlichen Rahmen und in der Öffentlichkeit minderwertig behandelt. Die Beispiele sind bekannt, wir haben hier auch schon oft darüber diskutiert.
Beim Frauenbild der Buchreligionen stellt sich eine naive Frage: Hat denn der allmächtige Gott vor 3000 Jahren nicht erkannt, dass das Frauenbild der Bibel dereinst antiquiert sein und eine grosse Hypothek für die Buchreligionen sein wird? Oder entspricht dieses Bild etwa der Vorstellung von Gott? Wenn dem so sein sollte, dann kann er nicht der Gott der Frauen sein. Dann muss sich dieser Gott als Unmensch bezeichnen lassen.
Da wir in einer christlichen Umgebung leben, möchte ich mich auf das Bild der Frau in der Bibel konzentrieren. Dabei greife verschiedene Bibelzitate heraus:
“Aber, wie nun die Gemeinde ist Christo untertan, also auch die Weiber ihren Männern in allen Dingen.” (Paulusbrief an die Epheser)
[3:21.9] Wenn eines Priesters Tochter sich durch Hurerei entheiligt, so soll man sie mit Feuer verbrennen; denn sie hat ihren Vater entheiligt.
[5:22.21] … so soll man sie heraus vor die Tür des Hauses ihres Vaters führen, und die Leute der Stadt sollen sie zu Tode steinigen, weil sie eine Schandtat in Israel begangen und in ihres Vaters Hause Hurerei getrieben hat.
„Eine Frau soll sich still und in aller Unterordnung belehren lassen. Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten.” (1. Timotheus 2,11)
“Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen.” (1. Korinther 11,6)
“Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt.” (Kolosser 3,18)
Eph. 5:22 So wie ihr Frauen Christus gehorcht, sollt ihr euch euern Männern unterordnen.
5:24 Und wie sich die Gemeinde Christus unterordnet, weil sie ihn liebt,
so sollen sich auch die Frauen in allem ihren Männern unterordnen.
Die biblische Schöpfungsgeschichte beschreibt die Erschaffung der Frau als letzten Schöpfungsakt nach dem Mann und den Pflanzen und Tieren, als Produkt des Mannes bzw. aus dem Mann heraus, als Hilfe für den Mann und setzt die Frau damit auf die unterste Stufe der Schöpfung! (Gen.2,4-25)
Das Alte Testament wirft der Frau die Verführung zur Erbsünde“ vor. Zur Strafe beauftragt Gott dem Mann, über die Frau zu Herrschen. (Gen.3,1-24)
Das Alte Testament bezeichnet die Frau als „Besitz des Mannes!“ (Jes.Sir.25,1-26,27)
Das Neue Testament bezeichnet den Mann als „Haupt der Frau“ als „Abglanz des Mannes“ als „für den Mann erschaffen“. (Korinth.11,2-16)
Das Neue Testament verlangt von den Frauen sich den Männern unterzuordnen. (Petr.3,1-7)
(3,16) Gott sprach zur Frauer:
Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst/Unter Schmerzen gebärst du Kinder/Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich Herrschen.
(21,9) Wenn sich die Tochter eines Priesters als Dirne entweiht, so entweiht sie ihren Vater; sie soll im Feuer verbrannt werden.
(12,4) Eine tüchtige Frau ist die Krone ihres Mannes, eine schändliche ist wie die Fäulnis in seinen Knochen.
(9,8) (…) Wegen einer Frau kamen schon viele ins Verderben, sie versengt ihre Liebhaber wie Feuer.
(25,16) Lieber mit einem Löwen oder Drachen zusammenhausen, als bei einer bösen Frau wohnen.
(25,17) Die Schlechtigkeit einer Frau macht ihr Aussehen düster und verfinstert ihr Gesicht wie das einer Bärin.
(25,22) Denn harte Knechtschaft und Schande ist es, wenn eine Frau ihren Mann ernährt.
(25,24) Von einer Frau nahm die Sünde ihren Anfang, ihretwegen müssen wir alle sterben.
(26,3) Eine gute Frau ist ein guter Besitz; er wird dem zuteil, der Gott fürchtet.
(26,9) Die lüsterne Frau verrät sich durch ihren Augenaufschlag, an ihren Wimpern wird sie erkannt.
(26,22) Eine käufliche Frau ist dem Auswurf gleichzuachten, eine Verheiratete ist für ihren Liebhaber der Turm des Todes.