Religionen und Glaubensgemeinschaften treten mit dem Anspruch auf, Ethik und Moral in die Welt zu bringen. Damit verbunden sei ein Leben in Harmonie und Glück, in Frieden und Freiheit. Ausserdem versprechen sie den Rechtgläubigen die Erlösung und letztlich das ewige Leben.
Die Geschichte lehrt uns aber, dass Anspruch und Realität manchmal weit auseinander klaffen. Glaubensgemeinschaften und Weltreligionen haben viel Leid und Elend in die Welt gebracht. Glaube macht nicht automatisch friedlich, vielmehr radikalisiert er viele Gläubige in spirituellen und weltanschaulichen Belangen.
Das menschliche Bewusstsein verträgt in der Regel den Glauben an das Absolute schlecht. Ein Exklusivanspruch entfremdet oft von der Gemeinschaft. Jede Form von radikalem Glauben birgt den Kern des Fanatismus. Deshalb kippen die religiösen Ansprüche mancher Glaubensgemeinschaft häufig ins Gegenteil. Statt Freiheit resultiert Abhängigkeit, statt Toleranz Indoktrination. Gleichheit und Brüderlichkeit werden zu leeren Worthülsen. Ein Bruder ist oft nur, wer den gleichen Gott anbetet. Deshalb ist die Geschichte vieler Religionen und Glaubensgemeinschaft gezeichnet von Macht, Gier, Missgunst, Missbrauch.
Glaubensgemeinschaften müssen sich deshalb nicht wundern, dass freie Geister ihnen mit Skepsis und Misstrauen begegnen. Relevante religiöse Bewegungen haben bis heute den Tatbeweis nicht erbracht, dass sie gewillt sind, ihre Ansprüche von Friede und Freiheit, Ethos und Moral konsequent zu leben.
Ein paar Beispiele:
Die katholische Kirche bringt mit ihrem Kondom-Verbot weiterhin viel Leid in die Welt. Mit ihrem Absolutheitsanspruch schliesst sie andere christliche Glaubensgemeinschaften vom Heil aus. Die pädophilen Übergriffe von Geistlichen sind hier bestens dokumentiert.
Freikirchen stigmatisieren Homosexuelle. Sie massen sich an, ihre Neigung als unnatürlich zu werten. Für radikale Freikirchler sind Homosexuelle gar vom Satan dominiert. Mit ihrer fragwürdigen fundamentalistischen Bibelauslegung prägen sie einen Glauben, der mit Angst verbunden ist. Angst, das Heil zu verpassen, Angst, am jüngsten Tag fallen gelassen zu werden.
In verschiedenen islamischen Ländern und Gesellschaftsschichten herrschen Gebote, die Frauen unterdrücken und gegen das Leben gerichtet sind. Ausserdem sorgen Islamisten für politische Spannungen und bei Anschlägen für Tod und Leid.
Es besteht kein Zweifel, dass Religionen und Glaubensgemeinschaften auch positive Wirkungen entfalten. Sie geben vielen Gläubigen Halt, Lebensinhalt und eine Perspektive. Ausserdem engagieren sich viele in sozialen Projekten und helfen Benachteiligten. So stellt sich die Frage, ob heute die positiven Aspekte die negativen aufwiegen.
Physiknobelpreisträger Steven Weinberg formulierte seine persönliche Haltung in TA-Interview so:
Sie sind nicht nur berühmt als Physiker, sondern auch bekannt als scharfer Kritiker der Religion.
Ich habe vieles kritisiert, die Religion, die bemannte Raumfahrt, die Raketenabwehr.
Was ist falsch an der Religion?
Es gibt zwei Antworten: Als Wissenschaftler bin ich es gewohnt, die wissenschaftliche Wahrheit durch Beobachtung und mit dem Verstand zu beurteilen und mir viel Zeit zu nehmen, bevor ich zu einem definitiven Schluss komme. Ich bin es auch gewohnt, herauszufinden, dass ich bei einigen Dingen falsch lag. Diese Erfahrung passt nicht sehr gut zum Antrieb religiöser Leute, die gläubig sind, nur weil ihre Eltern dies bereits waren oder weil der Glaube sie glücklich macht oder weil sie annehmen, dass sie sonst sündigen würden. Als Wissenschaftler habe ich eine Abneigung gegen die Art und Weise, wie religiöse Leute zu einem Urteil gelangen.
Und die zweite Antwort?
Die Religion richtet so viel Schaden an. Es gibt auch Gutes, und es ist schwierig, Gutes und Schlechtes gegeneinander abzuwägen. Aber ich bin überzeugt: Wenn man die Geschichte betrachtet und sogar die Gegenwart, dann schadet die Religion mehr, als dass sie hilft.
Aber liefert die Religion nicht ethische oder moralische Grundsätze?
Es gibt Menschen, die auch ohne Religion ein völlig moralisches Leben führen – ich zum Beispiel. Und es gibt Menschen, die religiös sind und glauben, dass die Religion sie lehrt, andere zu töten aufgrund des unterschiedlichen religiösen Glaubens. So wie ich die Scharia verstehe, ist die korrekte Strafe für einen Muslim, der kein Muslim mehr sein möchte, der Tod. Das ist furchtbar. Deshalb glaube ich, dass die Welt ohne Religion besser wäre.
Warum führen Sie ein moralisches Leben?
Die Moral könnte eine Folge unserer Evolution sein. Wir mussten lernen, miteinander auszukommen, um in Stämmen zu leben und beispielsweise die Jagd zu koordinieren. Das könnte ein Teil der Antwort sein. Ich stelle mir das Leben aber auch als eine Art Schauspiel vor, in dem man entweder edel oder unedel agieren kann. Und ich schöpfe lieber die Möglichkeiten des menschlichen Lebens aus, als dass ich die unedle Rolle spiele.
Sie glauben also nicht, dass es nach dem Tod noch etwas anderes gibt?
Nein. Ich wünschte, es gäbe etwas. Es wäre sehr nett, wenn ich mich beispielsweise darauf freuen könnte, meine Frau und meine Tochter, wenn sie sterben, nach dem Tod wieder zu sehen. Aber ich glaube das nicht. Das ist sehr traurig. Ab einem bestimmten Alter realisiert man, dass man sterben wird. Meine Haltung scheint mir die logische Fortsetzung davon zu sein. Wir alle sollten erwachsen werden und realisieren, dass jeder von uns sterben wird – für immer.
























@The Call 22.07.2009 um 09:22:
“endlich mal eine Stellungnahme aus dem Lager dazu hören”
in diesem Forum ist wahrscheinlich kein einziger in den Fall oder in die Berichterstattung darüber involviert. Sie sind sozusagen im falschen Lager.
Jeder soll Verantwortung für sich und sein Tun und Lassen, Sagen und Schreiben übernehmen, und nicht für das wildfremder Leute, selbst wenn sie die gleiche Weltanschauung hätten
@ Straser
die unausgesprochenen Angesprochenen wissen vermutlich, dass sie gemeint sind..es stand im Zusammenhang der hier oft gepredigten “FAMILIENWERTE”.
@ feelx
…und angenommen der Fall, Du hättest ein Kind?
“Horatio”
@ Atalaia
Oft? Immer! ; – )
@ Logine (9:12)
Das Beispiel hinkt trotzdem nicht, viellmehr hinkt ihr Raisonnement, welches nicht berücksichtigt, dass es sich bei dem Film um eine Geschichte (ein Kunstwerk) handelt, und solche Kunstwerke sprechen keine logische Sprache, sondern eine symbolische. Mit anderen Worten: Die Bewusstlosigkeit von Scully ist ein Symbol für ihr Nicht-Sehen-Wollen.
Damit ist nicht gemeint, dass sie ein besserer Mensch wäre, wenn Sie so wäre wie Mulder, d.h. das gleiche sehen/glauben würde wie er. Auf jeden Fall wäre sie sogar eine schlechtere Agentin, denn Sie wäre nicht mehr Scully. Ich jedenfalls sehe in der Szene keine solche Wertung, die Sie nun unterstellen. Denn die Beziehung von Mulder und Scully, die so verschieden sind und sich so gegenseitig ergänzen (und respektieren), ist ein Thema, das sich durch die ganze Akte X hindurchzieht. An einem wissenschaftlichen Kongress hätten SIe deshalb grosse Mühe, Ihre These zu belegen.
Wegen den Engeln: Solcherlei fällt für mich in die Kategorie “magisches Denken” und “Aberglaube”¨, und das ist m.E. etwas ganz anders als Glauben.
@ Anna
danke.
ich wünsche euch eine schöne zeit, die ferien rufen mich!
@ Vogelscheuche………ex “b”……..ex “.”………..und andere fantasievolle Namen
Erstens klicke ich nie Links an, auf welche verblendete Atheisten verweisen und zweitens können Sie sich kurz halten. Ihre Ergüsse lese ich höchstens bis zur dritten Zeile. Nachher überkommt mir bereits die Langeweile. Bye !
@ mira
Danke, schöne Ferien! Mir bleibt wahrscheinlich schon bald auch nichts anderes mehr übrig, als Ferien zu machen (Schweinegrippe -Paranoia oder nicht Paranoia, das ist meine Frage).
@ M. Strasser
Jetzt habe ich doch noch eine Frage an Sie, die mir helfen könnte, Sie besser zu verstehen.
Nehmen wir einmal an, in einer Schule lesen die Schüler die Geschichten des “Alten Testaments”: Abraham und der Auszug aus Ägypten, das goldene Kalb, die 10 Gebote, Josef, der von seinen Brüdern in eine Zisterne geworfen und als Sklave verkauft wird, der Prophet Jona, der vom Walfisch verschluckt wird… und die Gleichnisse aus dem Neuen Testament (Heilung des Gelähmten etc.).
Die Schüler lesen also diese Geschichten und der Lehrer/die Lehrerin erklärt, wo und wie diese Leute damals gelebt haben. Der Lehrer leitet keine moralische Lehrsätze aus diesen Geschichten ab (wäre auch schwierig, das sich vor allem der cast des “Alten Testament” alles andere als vorbildlich verhält, das waren ja fast alles ziemliche Halunken…. z.B. Jakob, der sich als seinen Bruder ausgibt, um sich das Erbe zu erschleichen, tz tz tz! — Aber das nur nebenbei.
Meine Frage an Sie: Würden Sie diesen Unterricht schon als “religiös” und Verstoss gegen die Glaubensfreiheit bezeichnen?
Ich verrate Ihnen auch meine Meinung: In meinen Augen ist das keine religiöse Indoktrination, sondern Allgemeinbildung, unerlässlich für das Verständnis der Literatur und Kunstgeschichte, z.B.. Selbst Songs von U2 und Bob Dylan und Fernsehserien wie Akte X enthalten biblische Referenzen, weil das Teil der Kultur ist. Wenn jemand keine Ahnung von diesen Geschichten hat, kann er in extremis nicht einmal Musik und TV-Serien verstehen.
Von Leonard Cohen ganz zu schweigen..!!
Wie kann man die Bibel doof finden, aber Leonard Cohens Lieder toll?
Das ist mir ein Rätsel.
@ Anna (22.07.2009 um 17:32)
Nicht stellvertretend für M. Strasser – aber meine two cents dazu. Ich stimme völlig mit Ihnen überein, dass die Bibel und ihre Geschichten Allgemeinwissen darstellen und somit auch vermittelt werden sollten. Ob dies allerdings in der Schule passieren muss oder besser zu Hause von den Eltern gemacht werden sollte, weiss ich nicht. Die Schule hätte den Vorteil einer gewissen Neutralität, wenn es in einem Fach wie Ethik oder so gelehrt würde. Hingegen würde ich eben meinem Kind schon mit zwei, drei Jahren Geschichten aus der Bibel und der Edda vorlesen.
@ Der inverse Goliath
Naja, ich meine eben gerade nicht in einem Fach wie Ethik… sondern wirklich als Allgemeinbildung (ohne Anspruch, ethische Grundsätze vermitteln zu wollen -> DAS wäre dann die Aufgabe der Eltern. Und das geschieht m.E. sowieso am Besten durch Vorleben im Alltag (das Kind beobachtet und immitiert), und kann sehr beschränkt oder gar nicht unterrichtet werden.
Aber ich will jetzt nicht so tun, als ob ich auf dem Gebiet besonders drauskäme….
Jemand, der die Geschichte von Abraham und Issak noch nie gehört hat, kann jedenfalls nicht viel mit dem Cohen Song “Story of Isaac” anfangen, soviel steht fest.
Für Kinder finde ich diese Geschichten aber gar nicht geeignet, eher für Jugendliche ab 16 Jahren (wenn Sie einmal durch Gewalt-Videospiele verdorben (vorbereitet) sind, kann man ihnen diese Geschichten vorlegen, aber vorher würde ich das nicht tun). Aber wie gesagt, hier spricht keine Expertin.
@Anna (22.07.2009 um 17:56)
Ok, ich sehe Ihren Punkt betreffend Ethik-Fach. Welches Fach sich eignen würde – keine Ahnung. Ein Fach ‘Allgemeinbildung’ tönt noch interessant. Den Lehrplan dafür zu erstellen, muss gewaltig schwierig sein.
Hingegen dürfen die Geschichten durchaus bereits auch an die Kleinsten abgegeben werden. All die Märchen der Gebrüder Grimm et al gehen ja auch nicht gerade zimperlich um mit Mensch und Tier. Nein, nein, im richtigen Kontext (mit und ohne Blutspritzer, um beim Videogame-Beispiel zu bleiben) und ohne Werthaltung sind das einfach Geschichten, die man jedermann erzählen kann. Der 16-jährige hat dann einfach noch eine Ebene mehr, wenn er eine Moral in der Geschichte findet oder sich für weitergehende Fragen interessiert.
@ Der inverse Goliath
Nein im Ernst!
Sie beharren jetzt aber hartnäckig auf der Frage der Moral in der Geschichte….
Gerade bei diesen Geschichten wie Isaak ist es doch so schwierig, eine Moral zu finden…. ich bin schon lange nicht mehr 16, und bin immer noch überfordert mit dieser Frage.
Wenn der Schüler “weitergehende Fragen” dazu hat (d.h. ethische/theologische Fragen), müsste er wirklich eine theologisch geschulte Person fragen, der Lehrer und die Mutter/der Vater sind damit garantiert überfordert.
Anna, wie käme ich dazu, meine These – welche These? – auf einem wissenschaftlichen Kongress zu vertreten? Müsste ich das, wüde es mich adeln, wenn irgendwelche Dres mich in ihre Academie aufnähmen?
Ich spreche hier nur für mich als Einzelperson, das muss genügen.
Wahrscheinlich erfasse ich den tieferen Sinn der geschilderten Akte X-Szene nicht, weil ich eher auf Geschichten anspreche, bei denen es um Menschen aus Fleisch und Blut geht, um Dinge von dieser Welt. Wobei ich mich schon frage, wieviele Zuschauer sich den Film wegen der Botschaft und wieviele wegen den ganz menschlichen Verstrickungen rund um das ungleiche, aber hübsche Paar angeschaut haben.
Was ist denn der Unterschied zwischen Aberglaube, magischem Denken und dem “richtigen” Glauben?
Das Beispiel mit der Schulklasse und den biblischen Geschichten. Wenn der Klassenverband dabei nur tststs zu sagen hat wäre es vielleicht angebracht, das Lehrmittel zu wechseln. Der Ethikunterricht sollte eben nicht darauf ausgelegt werden, Gott in den Köpfen zu verankern (das wäre ja Religionsunterricht) oder Trockenübungen in Moral zu veranstalten. Ich wünschte mir, in solchen Fächern (Allgemeinwissen, Lebenskunde, Ethik, Mensch und Umwelt….) würde die Sensibilität und auch das Verantwotugnsgefühl der jungen Menschen geschärfen, damit sie aktiv zur Konsensfindung, politisch, gesellschaftlich, ethisch, beitragen. Dazu müssen sie die erforderlichen Instrumente erlernen, sprachlich, technisch, die Prinzipien der Logik, der Hermeneutik und Ontologie, etc. Die biblischen Geschichten sollen ihren Stellenwert haben, wo sie ihn verdienen. Dass die einen sie bevorzugen, weil sie den heimeligen Duft des Gewohnten verströmen ist niemandem zu verübeln. Jedoch – eignen sich heilige Schriften generell als Bass für paläontologische oder astrophysische Erörterungen? Sind sie die alleinige, oder gar wichtigste, Quelle für philosophische Spekulationen? Was ist mit dem kodifizierten Gesetz? Wissen Kids heute überhaupt, wozu es Vorschriften gibt und welchen Sinn sie im Einzelnen verfolgen? Welches die Gesetzmässigkeiten des Marktes sind?
Da gäbe es einiges, was sie erlernen könnten und ihnen wertvolle Dienste leisten würde, im Leben ausserhalb der Schulstube.
Anna, sorry, vor lauter Cohen und Dylan, der Bass wäre eigentlich als Basis gemeint, und entschuldigen Sie auch die vielen anderen Tippfehler.
Atalaia schrieb:Erstens klicke ich nie Links an, auf welche verblendete Atheisten verweisen und zweitens können Sie sich kurz halten. Ihre Ergüsse lese ich höchstens bis zur dritten Zeile. Nachher überkommt mir bereits die Langeweile. Bye !
Das glaube ich nicht. Es ist das, was Sie hier kleben lässt und am Leben hält.
Ansonsten weichen Sie aus. Das qualifiziert Sie nicht.
Mich würde noch interessieren, worin sich Ihre Eigenschaft der Überheblichkeit keinen Link zu lesen davon unterscheidet, wenn andere Ihren Rat ausschlagen. Sie und Anna tauschten sich darüber aus.
M. Strasser
22.07.2009 um 07:51
schrieb:
Dieser Tonfall lässt vermuten, dass manche Christen ihre “Nächstenliebe” wirklich nur für den/die Nächste, zu biblischen Zeiten vom selben Stamm, heutzutage vom selben einzig und allein seligmachenden Glauben, übrig haben.
Nun, man muss wissen, was von sowohl als auch erwarten kann…von Carola Meier-Seethaler ist jedoch auch kein Durchbruch zu erwarten
Bester Horatio
Hätte ich ein Kind, so wäre mein Kind nicht alleine mein Kind, es wäre auch das Kind seiner Mutter. Es wäre ein Kind, das mit drei Jahren in den Kindergarten ginge und so weiter und so fort nicht alleine mir “gehörte” und zuhörte.
Würde es an den Weihnachtsmann glauben, ich würde ihm, sobald es imstande wäre, zu zweifeln und zu fragen, die Geschichte von der Erfindung des Weihnachtsmannes durch Coca Cola inc. erzählen.
feelx – Die Sache mit dem Weihnachtsmann lässt sich in “The 3 stages of Santa Claus” zusammenfassen:
You believe in Santa Claus
You don’t believe in Santa Claus
You are Santa Claus.
You look like Santa Claus.
@Anna 22.07.2009 um 17:32
“In meinen Augen ist das keine religiöse Indoktrination, sondern Allgemeinbildung, unerlässlich für das Verständnis der Literatur und Kunstgeschichte”
Ich glaube, ich verstehe Ihre Frage nicht recht. Haben Sie wirklich den Eindruck, ich sei gegen Allgemeinbildung?
@ Logine
Wären das dann nicht vier Stages??
Huch, habe ich da einen Stage hineingemogelt?
Natürlich, Rechnen sollte man können, Auch so ein Fach, in dem ich nie so richtig aufgepasst habe und später die Rechnung dafür bekam….
Apropos religiöse Indoktrination.
Ich war katholisch und ging zT im reformierten Kt. Zürich in die Schule. Wir hatten Religionsunterricht, immer an Randstunden. Ich kann mich an keine einzige Schulmesse erinnern.
Ich lebe nun im Kanton Schwyz. Der Religionunterricht fällt inmitten der Blockzeiten. Meine Kinder sind konfessionslos. Ihre Mitschüler müssen rund ein Duzend mal während den Blockzeiten in die Schulmesse. Rorate (um 6.30!!!) inklusive. Nicht- oder andersgläubige werden in diesen Stunden betreut. Sie dürfen aber nicht Hausaufgaben machen oder lernen, das wäre den Messegängern gegenüber unfair. Sie hocken also Zeit ab, die für reguläre Fächer dringends benötigt wären (Diverse Lehrpersonen haben mir ihren Unmut darüber bestätigt).
Der Lehrer eines meiner Söhne hat sie im Musikunterricht praktisch ausschliesslich Kinderlieder einüben lassen.
Die Lehrerin des Jüngeren ärgert sich regelmässig über die Präsenz des PFarrers in und um die Schule. Als das neue Schulhaus eingeweiht wurde haben die Kinder in brütender Hitze die Sermone beider Hirten über sich ergehen lassen müssen. Zu meinem Erstaunen hielt sich der katholische kurz und meinte, das Fest sei den Kindern zu überlassen, der reformierte nahm die Gelegenheit wahr, mal vor grossem Publikum sprechen zu dürfen und hat ungeniert 1 h lang referiert. Eine Mutter, nicht mal konfessionslos meitne, das sei ein Skandal, bei der multikulturell zusammengewürftelten Schülerschar…
Die Schulmessen laufen unter “ökumenische Begegnungen”. Das sei schlicht Augenwischerei, wie mir eine protestantische Lehrperson erklärt hat, sie sind offen katholisch und finden auch immer in der kath. Kirche statt.
Einmal war mein Bub unartig während der Betreuung. Zur Strafe sollte er einen Englischtext abschreiben. Ich weiss bis heute nicht, ob die Wahl des Textes ein Zufall, ein Missionierungsversuch, ein Versehen oder Absicht war.
Von allen wunderbaren Kindergedichten war es doch tatsächlich eine Kinderversion der anglikanischen Kirchenhymne “All things bright and beautiful”! Wie in aller Welt kommt eine junge Frau dazu, einem Kind, das sie zusammen mit anderen gerade wegen ihrer Konfessionslosigkeit beaufsichtigen soll, eine schwärmerische Ode an den Schöpfer aufzutragen, einem Knirps, der 1 halbes Jahr Englisch – Unterricht gehabt hat – Aber vielleicht hat sie Humor ? und dachte sich, Bürschlein, wenn Strafe, dann richtig!
Ich habe meinem “Sünder” ein anderes, kindgerechtes und weltliches Gedicht ausgedruckt und ihn abschreiben lassen, der Lehrerin 2 Zeilen gemailt und somit hat es sich erledigt. Sie hat sich sogar für meine Offenheit bedankt
))
PS Fast wollte ich dem Junior die Version von Monty Python (To all things dull and ugly) abschreiben lassen, fand dann aber, dass er noch zu jung dafür war….
Zusatz zur Gestaltung des Musikunterrricht – während der Lehrer des älteren, an sich ein flotter, jüngerer Lehrer, der den Unterricht immer sehr spannend zu gestalten weiss, seinem Faible für Gregorianische Chöre auch in die Schule trägt. In einem Jahr haben seine Schüler “Alperose” gesungen, danach die Nationalhymne gelernt und die restliche Zeit Kirchenlieder und Gospels einstudiert. (und das mit einer Horde vorpubertierender Jungs!)
Liebe interessante Logine,
Die verschiedenen Schilderung Deiner Erfahrungen sind ein Gewinn für diesem Blog, vielen Dank dafür.
Bist Du nicht wirklich vermögend… (!!!) würde ich mir echt überlegen, nicht doch in einen weltoffeneren Kanton zu zügeln – und es gibt noch welche davon, selbst in Eurer Nähe! Denn diese Schul-Beispiele sind unerträglich, die auch weit reichend veröffentlicht gehörten.
Schau Dir zudem die ausländerpolitischen u.a. Wahlergebnisse in diesen Kantonen an…..geht Hand in Hand mit religiöser Intoleranz!
Logine – feelx – Agnostiker
…..I see a fifth stage:
…….
…….
…….
…….
You eat Santa Claus (out of chocolate > delicious!)
@ Logine 23.07.2009 um 10:36: Danke für Deine Rückmeldung. Ich höre öfters von solchen Vorkommnissen. Und, wie ich an Anna geschrieben habe: man muss nur die in der Schweiz benutzten Schulbücher und Kinderbücher ansehen, dann versteht man, dass das nicht die Wahrnehmung einzelner ist, dass der Unterricht in vielen öffentlichen Schulen einen Bias pro Religion und gläubige Weltanschauungen hat.
Und, um es nochmals zu sagen: ich bin überhaupt nicht dagegen, dass über Religionen in der Schule unterrichtet wird. Aber es soll ein teaching about religion sein, (i. Ggs. zu teaching in religion), und kein einseitiger Unterricht, wo Religion als einziger Quell von Wahrheit und Moral dargestellt wird.
PS: “Der Lehrer eines meiner Söhne hat sie im Musikunterricht praktisch ausschliesslich Kinderlieder einüben lassen.” Du meinst wohl religiöse Kinderlieder?
@ Moria
Yammm… beim fünften Stage mache ich mit… noch besser, wenn gefüllt mit feiner Praliné…. nur meine Frau schaut mir dann immer wieder auf die Region knapp über dem Hosenbund….
M (. Strasser), nein, beim einen waren es halt die Lieder, die stufengerecht und abwechslungsreich jeden Musikunterricht bereichern, Volkslieder, Popsongs, Linard Bardill. Wie’s bei einer anderen Lehrperson war habe ich im Nachtrag geschildert. Es sind eben auch solche unterschwelligen Botschaften, die mitgegeben werden. Ich habe ja nichts gegen ein schönes Weihnachtslied, einen Gospel ab und an, aber NUR? Es ist wirklich schade, denn wir hätten auch einen Kinderchor in der Gemeinde, einer meiner Söhne singt gerne und wir haben ihn ermuntert mitzumachen. Nach einem Monat wollte er nicht mehr, weil auch da VIELE VIELE Kirchenlieder gesungen werden. Der Leiter meinte zwar, es würde sich ändern, wenn die Auftritte in der weihnächtlich geschmückten Kirche vorüber seien. Er wolle es dem Burschen sagen, wenn das Repertoire weltlicher würde. Wir haben seither nix mehr gehört….
@ Logine
Für ein paar freie Minuten: Geschichte des Gospel…
http://www.gospel.ch/gospelszene/geschichte-des-gospels/geschichte-und-entwicklung.html
Interessant eigentlich, dass die Sklaven durch die (Zwangs-) Christianisierung ihre traditonelle Musik zum heutigen Gospel entwickelten und daraus Hoffnung für ein besseres Leben schöpften…
Moira
gimme 5!
Persönlich habe ich nie an den Weihnachtsmann geglaubt, weil dieser eigentlich in der italienischen Folklore keine Rolle spielt. Bei uns wäre ja die Befana (eine hässliche aber herzensgute Hexe) fürs Geschenkebringen zuständig, auch sie soll durch die Kamine hinunterflitzen und die aufgehängten Socken mit Gaben (für die Braven) und Kohle (die Unartigen) füllen, aber nicht am Heiligabend, sondern am 3 Königstag, der bei uns La Befana heisst. Aber seit der angelsächsiche Santa Claus weltweit für eine weihnächtliche Monokultur sorgt ist auch bei uns nix mehr wie es einmal war…..Dann gäbe es noch regionalen Unterschiede, den Napolitanern ist die Krippe das Wichtigste (passt warhscheinlich zur theatralischen Volksseele
, während der Christbaum doch eher protestantischen, nordischen Ursprungs ist…..
Nein, an irdischen Gütern sind wir nicht reich, im Gegenteil, aber wir leben in einem alten Haus an einer landschaftlich unbezahlbar schönen Lage, wir sind munter und zufrieden.
Logine
Danke für die Erläuterungen.
So scheint das Positive an Eurem Wohnort zu überwiegen…..trotzdem durchhalten und nicht alles schlucken. Aber das muss man Dir ja nicht sagen > Du machst einen starken, weil mit viel Wissen und Selbstsicherheit ge’segnete’ (!) Person.
Agnostiker und Logine
Zu den Gospels noch – na ja, mir gefallen diese alten, schwarzen Melodien, voll von Elend, Pein und Tod, voller Hoffnung und voll Sehnsucht nach Leben und Glück, nach Gott……, auch sehr. (Im Gegensatz zur Militärmusik…..Agno-man!)
Meiner Meinung nach war es Absicht, mit diesen Liedern den Sklaven ihr Schicksal mit Würde und in Demut (merry!) tragen zu lassen? Ihnen im Himmer das wartende Paradies zu versprechen. Vielleicht haben sie sich deswegen nicht aufgelehnt, sondern ihre Sehnsucht nach diesem Jenseits kultiviert. Das ermöglichte ihnen, den grausamen Alltag als Sklaven zu ertragen.
Eine Aussage, die ich kürzlich las, hat mich auch sehr nachdenklich gestimmt: Religion ist es, die den Reichen ihren Reichtum und den Mächtigen ihre Macht erhält.
Dies wird der Grund sein, dass allen Leidenden DER Lohn und die Erlösung im Himmelreich versprochen wird, die ihnen auf dieser Erde versagt bleibt. Ist es gar das Kernstück des christlichen Glaubens…..?
@Logine 23.07.2009 um 11:10
Übrigens habe ich als Kind in einem Orchester mitgespielt, zu dessen Repertoire auch einige “Zigeunerweisen” gehört hat. Diese Lieder durften wir in manchen Kirchen nicht spielen. Hat mich schon damals nachdenklich gestimmt.
M. Strasser, Zigeunerweisen in der Kirche verboten? Zensur im Namen des Herrn….. Es wäre nett zu wissen, ob der Pfarrer den Rotstift anlegte oder der Orchesterleiter aus vorauseilender Gottesgefälligkeit die zu irdischen Melodien gestrichen hatte…
Moria – sagte es nicht schon Napoleon – Religion ist es, das die Armen davon abhält, den Reichen die Hölle heisszumachen (sinngemäss, der Korse hat sich sicherlich gewählter ausgedrückt …)
Was die “Selbstsicherheit” angeht, die liegt im ewigen Zwist mit der Harmoniebedürftigkeit….
@ Logine
Loginchen………lass Dich knuddeln !!
Atalaia, 23.07.2009 um 22:18
schrieb @ Logine
‘Loginchen………lass Dich knuddeln !!’
du sollst nicht …
dä solochrischt
he, he, atalaia, was säit do dini ‘alt’ däzuä?
Moria
Wir werden die fünfte Station ausreichend in Betracht ziehen.
feelx
…….dazu musst Du unbedingt zu gegebener Zeit in Deiner ersten Heimat auftauchen….
Du hast mir nie geantwortet, was für Dich ‘Fremde’ und was ‘Heimat’ ausmacht?
Meinerseits habe ich Dir meine Sicht dargelegt?
Lieber Gruss!
Errinnerungen
Bei einem ganztägigen Schulausflug mit 14 J.(eine Mädchenklasse) haben 4 Mädchen sich zusammen getan, und haben geraucht, eine der vier war ich. Jemand hat uns verpfiffen, das hatte Konsequenten, eine Woche lang mussten wir jeden Tag
Strafaufgaben schreiben, wie später bekannt wurde, war dieser Lehrer, der uns diese Strafe erteilt hat selbst starker Raucher und war in einem Lungensanatorium. Es war ein ganz parteischer Lehrer, er hatte da so seine Lieblingsschülerinnen, die braven und angepassten. Ich ging immer gern zur Schule, die Schule war mir lieber als das zu Hause, ein guter Zufluchtsort für mich. Ich glaube nicht an Engel so wie es uns aufoktriert durch Religion, eben der liebe Gott mit seiner Engelsschar im Himmel auf der andern Seite könnte der doch noch froh sein, da konnte ihm ja nichtsmehr passieren. Menschen aus Fleisch und Blut und Herzensgüte sind meine symbolischen Engel, die haben keine Flügel am Rücken. Und zum Glück gibt es wenige Menschen, die ihre Nase nicht am Himmel haben, wenn ich den erdigen Himmel betrachte und die Sterne gebrauche ich meine Augen.
Heidi Reiff
……einer sagte einmal: Faule Engel taugen weniger als fleißige Teufel.
Deshalb bewegen wir beide uns ja in der Mitte, nicht wahr – mal so, mal so…..!
Gruss!
Atalaia, Sie blieben zu scherzen, mein Herr
Sali Heidi
Ich nehme an, du wolltest aufoktroyieren schreiben, oder?
Sechs Gleichungen mit neun Unbekannten:
(001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.
(044) Jesus sagte: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
(055) Jesus sagte: Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
(105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
(106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: “Berg, hebe dich hinweg!”, wird er verschwinden.
(113) Seine Jünger sagten zu ihm: “Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?” Jesus sagte: “Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: “Siehe hier oder siehe dort”, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.” ***
Sinnvolle Lösung:
Mutter = Summe aller Ersparnisse
Hure = Finanzkapital
Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
Berg = Rentabilitätshürde
Tod = Liquiditätsfalle
Vater = Kreditangebot
Sohn = Kreditnachfrage
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
Königreich = Natürliche Wirtschaftsordnung
Selbst wenn wir uns nur auf die obigen sechs Gleichnisse aus dem Thomas-Evangelium beschränken – gibt es noch eine andere Möglichkeit, diese sinnvoll zu interpretieren? Und wie hoch ist die Restwahrscheinlichkeit für eine andere Interpretation, wenn 10, 20, 50, 100 Gleichnisse auf die gleiche Art einen Sinn ergeben?
Wenn wir diese eine sinnvolle Interpretation als richtig ansehen, war der Prophet Jesus von Nazareth das größte Genie aller Zeiten, und er entdeckte tatsächlich die einzig denkbare Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.
Wäre Jesus dagegen nur der moralisierende Wanderprediger gewesen, zu dem ihn die “heilige katholische Kirche” machte, wüssten wir heute nicht einmal, dass es jemals einen Propheten dieses Namens gegeben hat! Denn die “Moral” ist eine irrelevante Größe: solange es möglich ist, einen unverdienten Knappheitsgewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zu erzielen, weil eine fehlerhafte Geld- und Bodenordnung die Gesellschaft zwangsläufig in Zinsgewinner und Zinsverlierer unterteilt, wäre selbst dann, wenn alle Menschen grundehrlich und auch noch hyperintelligent wären, der nächste Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung – unvermeidlich. Andererseits: sind – durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung und ein allgemeines Bodennutzungsrecht – leistungslose Kapitaleinkommen eigendynamisch auf Null geregelt, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt. Der Moralbegriff löst sich auf.
Der Krieg konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!
*** “Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.”
Silvio Gesell, Herbst 1918, Vorwort zur 3. Auflage der NWO
Wäre eine Welt ohne Glaube nicht ebenso schlimm wie eine Welt ohne Wissenschaft? Bringt die Wissenschaft weniger Leiden als Religion und Glaube? Wäre es nicht besser aus dem “Glauben” eine Wissenschaft zu machen? Was heisst es zu glauben und was ist eine Wissenschaft? Kann es nicht das gleiche sein?
Ist der Glaube nicht eine Wissenschaft über die Seele des Menschen und das Leben?
In der Bibel (und den meisten Glaubensrichtungen) lese ich viel darüber dass man immer bei sich selbst anfangen soll, was ich für mich und mein Leben als grosse Wahrheit empfinde(Es ist sozusagen meine durch Erfahrung erungene Wissenschaft). Bestes Beispiel ist schon nur der Satz Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Ich selbst bin (nach meiner überzeugung) sehr gläubig. Gehe aber weder in die Kirche oder Freikirche noch wurde ich gläubig erzogen. Nach meiner Meinung genügt es wenn man eine persönliche Beziehung zu seinem Gott hat. Wichtig ist einfach dass man offen für alles ist, für diskusionen mit allen Menschen. Gläubig oder nicht. Schlussendlich geht es doch darum, dass man sich selbst im laufe des Lebens kennenlernt und entwickelt.
Ist der Glaube oder sind diese religionen nicht einfach Denkanstösse dafür sich mal um sein eigenes Leben zu kümmern?
Und wäre eine Welt ohne diese Denkanstösse nicht hoffnungslos, in eine Horde Menschen die selbstverständlich und Gedankenlos in den Tag hinein leben, verloren?
Logisch sind Extreme oder Gruppierungen (egal ob gläubig oder nicht) auf die eine Art total Contraproduktiv, doch Schaden tut es Schlussendlich nur denen die sich damit Schaden lassen.
Ich denke vieles von der Religion und Ihren guten moralischen Grundsätze wird gar nicht herausgehoben, meist werden nur die ” Gebote” oder die “Verbote” publiziert.
Die Kriche (egal welcher Art) hebt diese genau mit dem bevormunden und verurteilen anderer hervor. Obwohl es vielmehr von vorteil wäre als gutes Vorbild voran zu gehen und so andere davon zu überzeugen.
Jedoch die Guten Dinge/Seiten des Glaubens/der Religionen werden leider viel zu wenig gezeigt.
Mir vermittelt das Christentum oder auch andere Religionen:
Die Akzeptanz jedes Lebewesens, mit all Ihren Guten wie auch Ihren “schlechten” Zügen.
Dass Liebe die höchste und grösste Kraft ist. Dass Sie Alles ist.
Die Akzeptanz meiner Selbst.
Der Respekt vor allem und jedem, wie auch vor mir.
Jeden so zu behandeln, wie man auch selbst behandelt werden will.
Durch diesen Glauben habe ich gelernt auf mich und mein Gefühl zu hören und darauf zu vertrauen, ich kann mich und mein Tun vor meinem Gott, meinem Gewissen und vor jedem anderen verantworten und dafür einstehen.
Klar es gibt Menschen die werden so erzogen, es gibt Menschen die lernen es ohne den Glauben, doch für all die die es durch den Glauben lernten mussten es vielleicht eben durch diesen Glauben lernen. Wichtig ist doch, dass man es lernt.
Sandy, gegen Ihr Schlusswort ist nix einzuwenden, ausser vielleicht, dass es eine Ethik jenseits von Religion gibt. .
Ja eben, aber es gibt eben Menschen die es hallt einfach durch die Religion erfahren / lernen müssen. Was ja auch nicht schlimm ist….
@ Alexander 28.07.2009 um 12:49
“Danke, dass Sie das Thema Religion einmal von der interessanteren Seite, nämlich Ihrer persönlichen Erfahrung her zu zeigen versuchen. Doch ich hätte dies gerne noch ein bisschen persönlicher. Wie kamen Sie zum Glauben, dass alles von einem Herr bestimmt ist? Woher rührt diese Sicht?”
Wie bereits erwaehnt war ich den biblischen Geschichten nicht abegeneigt. Ich konnte mir vorstellen, das es einen Gott gibt. Propheten ( um nur ein paar zu nennen, Abraham, Noah. Moses, Jesus (a.s.) … haben immer wieder Menschen informiert und aufgerufen fuer den Glauben an den einen Gott, und nicht irgendewelche Goetzen anzubeten. …. Das hab ich schon als kleines Kind verstanden. Ich wuenschte mir manchmal waerend den Sonntagschulstunden, wir lebten zur Zeit eines dieser Propheten. So haben mir diese Persoenlichkeiten ( Propheten) Eindruck gemacht, dass diese wider den Gewohnheiten dem jeweiligen Volk aufruften, zu denken, ueberlegen, und nicht blind einfach Traditionen zu folgen.
Spaeter eben bei Religionsunterrricht ueber die Dreifaltikeit, war dieses Begreifen und Vestehen von mir gefluechtet. Ich konnte und die Sache nicht mehr begreifen. Auch verbrachte ich viel Zeit bei unseren Nachbarn, (die einen strengen katholischen Glauben hatten,) die ich gut mochte. Eine Tochter von den Nachbarn, war eine ‘dicke’( = gute) Freundin von mir. ….. Das was fueher so klar fuer mich zu verstehen war mit dem Glauben an einen Gott,ueberschattete sich ploetzlich mit vielen Fragen, wie z. B. warum geht meine beste Freundin in eine Kirche und ich in eine andere? Was soll das, wir sagen ‘ Unser Vater…..’ und in der Kirche meiner Freundin sage sie
‘Vater unser….’ , und die vielen kleinen Unterscheide eben. Ausserdem nervte ich mich, wenn ich die Kirchenliedertexte nicht verstand, und nicht wusste wann der Herr Jesus Christus gemeint ist und wann der Herr Vater. — Kurz , eben mit der Dreifaltikeitslehre hatte ich grosse Muehe.
Das ging dann langsam so weit, dass ich nichts mehr von Kriche wissen wollte. Und vielleicht ueberhaupt von Glaube. Es ging so weit, dass ich fest an der Existenz Gottes zweifelte. Einerseits wegen den vielen unterschiedlichen Glaubenansichten , anderseits ,wegen dem vielen Elend , Kriege, ecct auf Erden.
Einzig auf Wanderungen und Bergtouren konnte ich mir wieder einen Spoepfer vorstellen.
Sie fragen: ” Woher rührt diese Sicht?”
Eingenlich zuerst rein gefuehlsmaessig. Meine Gedanken wurden klar, wenn ich mir einen Schoepfer vorstellte, der hinter dieser wunderbaren Natur. —— Als jener Muslim etwas von der Josefgeschichte sagte….. erinnerte ich mich wieder an die biblischen Geschichten und gleichzeitig wie wohl es mir beim Anhoeren dieser Geschichten war.
Heute beim lesen des Korans, weiss ich, dass mein Gefuehl mich nicht getaeuscht hat und das es gut ist jene guten Gefuehle zu haben und jene Abneigungen.
“Sind für Sie Zweifel am Glauben eine Art Krankheit?”
Fuer die Angelegenheit der Zweifel ist mir ein Hadith ein guter Wegbegeleiter.
Von al –Hassan b. Ali: ” Ich bewahrte ( die folgenden Worte) von Allahs Gesandten: ” Lass das, was in dir Zweifel weckt, fuer das, was nicht in dir Zweifel erweckt.”
( Ahmed, Timidi, Nasa’i)
Dies wende ich vorallem an bei eingenartigen Glaubespraktiken, bis ich ihnen auf den Grund gegangen bin. Nicht aber fuer Zweifel an Gottes Existenz. An diese glaube ich und zweifle nicht, da ich ueberzeugt bin das Koran( Originaltext) Gottes Wort ist.
Und er ( der Koran) beginnt mit folgenden Worten nach der Eroeffungsure.
Alif, lam,mim- Dies ist ( ganz gewiss) das Buch ( Allahs), das keinen Anlass zum Zweifel gibt………( Sure 2;1)
@ Anna
Glaubte schon, waerend dieser Naehrboden-Diskussion,mein Beitrag bleibe begraben im HST Blog-Acker. Es scheint fast Sie haben ihn ausgegraben, danke !
Spaeter vielleicht mehr ueber die Josefsgeschichte. Bin nicht mehr so ausdauernd im schreiben (bloggen) wie auch schon.
@ Der inverse Goliath
“Also, weiter so mit bloggen! Du tust uns gut und Dir wird’s kaum schaden ;o)”
Hoffe wir es !
” Natürlich kann ich es nicht lassen, Dir weitere Fragen zu stellen.”
Jetzt ist Dir aber Alexander zuvorgekommen mit Fragen und ich antworte ihm zuerst. Wer weiss beantwortet es Dir Deine Fragen auch einwenig.
@ deep
Danke fuer den Link! Ich bin zwar nicht grad stark im English lesen. Trotzdem er macht mir auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Auf jeden Fall freut es mich, das Du einen guten Eindruck erhalten hast !
Ich hab gestern oder ich glaub vorgestern grad auch etwas Interessantes entdeckt im Internet. Ich wollte in ‘Tafsir’ (=Erleuterung) einer Sure in deutscher Sprache lesen und da ist mir daneben der Titel eines Buch-Verfassers in das Auge gestochen. Der Titel hiess : Quran, das letzte Update. – So schenke ich Dir auch einen Link.
http://www.scribd.com/doc/8084972/Quran-das-letzte-Update
U.M.
Ich teile vieles was dieser Preisträger über Religion sagt, aber nicht seine Aussagen über das Sprirituelle im LEBEN.
Seine Schlussfolgerung ist dermassen “Nichtsig”, dass man Mitgefühl hat, an ein NICHTS zu glauben, besonders dann wenn es sich noch um einen “Wissenden” handelt!
Angesichts all der übereinstimmenden Aussagen von Menschen die “klinisch” tot waren, aber auch ganz normale/nicht ganz normale Erlebnisse vieler anderer.
Gibt es eine Materie so gibt es auch den Geist in Allem.
Es wäre eine barbarische Hölle
Geschätzter Herr Hugo Stamm
Mich interessieren Ihre Meinungen und Äusserungen von Kindesbeinen an. Zu diesem Thema: Dito, auch das Zölibat sollte meines Erachtens abgeschafft werden. So würden Fälle wie u.a. im Beobachter Ausgabe 10/10 beschrieben in kirchlichen Institutionen oder anderen Kinderheimen nicht mehr so oft vorkommen. Beobachter Ausgabe 10/10 Zitat: “In der Kirche beteten sie, und zurück im Heim schlugen sie uns mit Knüppel und Rohrstock”.