In Frankreich ist eine heftige Diskussion über die Burka oder den Tschador entbrannt. Der Ganzkörper-Schleier, der vor allem von Anhängerinnen der radikalen islamistischen Bewegung der Salafisten getragen wird, verhüllt die Frauen komplett und lässt keinen Flecken Haut erkennen. In Frankreich bekennen sich rund 40’000 Menschen zu dieser strengen religiösen Bewegung.
60 Abgeordnete aller Fraktionen verlangen einen Untersuchungsausschuss, der Massnahmen prüfen soll. Ihnen schwebt ein Gesetz vor, das das Tragen einer Burka verbietet. Ein Regierungssprecher erklärte, er könne sich ein Verbot vorstellen. Auch Präsident Sarkozy tat kund, dass er gegen das Tragen von Burkas sei.
Burka-Trägerinnen sind im öffentlichen Raum ein Fremdkörper. In Schwarz verhüllte Gestalten wirken gespenstisch. Frauen müssen sich aus religiösen Gründen verstecken. Die Kommunikation mit der Umwelt ist massiv erschwert. Ihre Blicke sind so stark eingeengt, dass sie Umgebung nur beschränkt wahrnehmen können. Ihnen bleibt die Schönheit der Natur zu einem beträchtlichen Teil verwehrt. Dadurch geht ihnen ein grosser Teil der Lebensfreude verloren. Naturverbundene Menschen, die jede freie Minuten draussen verbringen, würden wohl depressiv, wenn sie eine Burka tragen müssten.
Einmal mehr richtet sich eine widersinnige religiöse Regel gegen das Leben. Ganz abgesehen davon, dass Sonne auf der Haut auch aus gesundheitlichen Gründen wichtig ist – unter anderem zur Bildung von Vitamin D.
Die Burka ist aber nicht nur für ihre Trägerinnen eine Tortur, für Passanten ist sie eine Zumutung. Sie demonstriert die Folgen eines religiösen Fanatismus und sorgt für ein tristes Strassenbild. Ausserdem sind Begegnungen mit Burka-Trägerinnen nicht möglich. Für das Zusammenleben ist es aber wichtig, dass wir uns in die Augen schauen können. Das Lächeln einer Mutter, der ich helfe, den Kinderwagen in den Zug zu hieven, heitert mich für einen Moment auf und fördert die Zwischenmenschlichkeit. Extreme religiöse Demonstrationen haben in säkularen Staaten nichts zu suchen.
Trotzdem bin ich entschieden gegen ein Verbot des Burka-Tragens. Das verbietet allein schon der Respekt vor andern Glaubensvorstellungen oder Religionsgemeinschaften. Ausserdem ist mir die Glaubens- und Kultusfreiheit zu wichtig, um sie wegen ein paar Extremfällen einzuschränken. Hingegen plädiere ich für Aufklärung und öffentliche Diskussionen. Der Druck auf die Salafisten soll auf der sozialen Ebene passieren. Banken könnten beispielsweise ein Verbot erlassen, das Gebäude mit der Burka zu betreten. Aus Sicherheitsgründen, schliesslich könnte sich ein Räuber unter dem Schleier verstecken.
Ich gebe aber zu, dass mich ein Verbot aus einem Grund reizen würde: Die Frauen bekämen eine Chance, sich zu emanzipieren und die Welt aus einer neuen, sinnlichen Perspektive zu erleben.
Mir ist bewusst, dass das Thema Islam heftige Reaktionen provoziert. Wir müssen aber lernen, ruhig und sachlich darüber zu diskutieren. Man darf in der Sache hart sein, der Ton muss aber respektvoll bleiben. Wir werden deshalb alle hetzerischen und diskriminierenden Kommentare rigoros löschen.
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Die Kontrolle erfolgt also mit einer gewissen Verzögerung. Beleidigende, ehrverletzende, sexistische oder rassistische Texte werden weiterhin gelöscht. Wer wiederholt gegen diese Regel verstösst, wird endgültig von der Diskussion ausgeschlossen.
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