Gott ist die Liebe. Gott ist gerecht. Auf Gott ist Verlass. Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen. Gott ist die Wahrheit. Gott hat seinen Sohn geopfert, um uns Menschen zu retten.
Alle Buchreligionen preisen Gott mit solchen und ähnlichen Attributen. Ausserdem missionieren sie mit diesem Gottesbild. Wer sich in den Schutz Gottes begibt, Busse tut, seine Sünden bereut und ein gottesfürchtiges Leben führt, steht in seiner Gnade. Er wird geschützt und am jüngsten Tag auferstehen.
Wir beten es auch im Vaterunser, dem bekanntesten christlichen Gebet. Ein Gebet, das Jesus laut Neuem Testament seine Jünger zu beten gelehrt hat: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“
Szenenwechsel. Auf Korsika liegt eine 20-jährige Frau unerwartet früh in den Wehen. Es regnet und ist neblig. Ein starker Wind peitscht die Regenwände gegen die Berge. Die junge Frau muss dringend ins Spital. Die Fahrt mit dem Auto würde zu lang dauern. Die Rettungsmannschaft zögert nicht lang. Trotz der schlechten Wetterbedingungen entscheidet sich der Pilot, den Rettungseinsatz zu wagen. Zusammen mit dem Kopiloten und einem Sanitäter wollen sie nach Bastia fliegen.
Kaum in der Luft, spitzt sich die Lage zu. Der Sanitäter hilft der Mutter erfolgreich bei der Geburt. Viel Zeit, sich über das ungewöhnliche Ereignis zu freuen, bleibt nicht. Der Helikopter zerschellt im unwegsamen Gelände an einem Felsen. Alle Passagiere sind auf der Stelle tot, auch des frisch geborene Baby.
„Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“
Welche Rolle hat Gott bei diesem Drama gespielt? War das sein Wille?
Da nehmen drei Menschen viel Risiko auf sich, um eine Mutter und ihr Ungeborenes zu retten. Ein Pilot, ein Kopilot und ein Sanitäter. Sie sterben bei der Aktion. Ein Kleinkind verliert nach wenigen Minuten das frisch gewonnene Leben.
Folgende Fragen zeigen die Unvereinbarkeit von Glauben und Schicksal auf: Hat sich das Baby versündigt, dass es kurz nach der Geburt sterben musste? Wurden die Retter bestraft, weil sie zwei Menschen retten wollten? Hat sich die Mutter bei der Zeugung unkeusch verhalten?
Mit Gott lässt sich das Unglück nicht erklären. Mit dem Satan auch nicht. Ich schlage deshalb vor, dass die Vertreter der verschiedenen Religionen in Zukunft vornehm schweigen, wenn sie Katastrophen und Unglücke erklären wollen. Alles andere ist eine Demütigung der Opfer.





















