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hugostamm am Mittwoch den 6. August 2008

Wenn Gott sich versteckt

Das Drama der Menschen liegt in der Unfähigkeit, Gott zu erkennen. Der Schöpfer hat es verpasst, uns ein wirkungsvolles Instrument oder Sensorium zu geben, um ihn einwandfrei wahrnehmen und identifizieren zu können.

Könnten wir Gott oder sonst eine zentrale metaphysische Superkraft erfassen oder gar mit ihr kommunizieren, wäre die Welt um einiges friedlicher. Dann würden wir den einzig wahren Gott erkennen. Es gäbe keine religiösen Konflikte, es hätte sie in der Geschichte der Menschheit nie gegeben. Millionen von Menschen hätten nicht auf sinnlose Weise sterben müssen. Man denke nur an das Leid, das durch die Verfolgung Andersgläubiger entstanden ist und täglich entsteht. Der „Kulturkampf“ zwischen der islamischen und christlichen Welt ist ein aktuelles Beispiel dafür, die Diskussion über die Minarett-Initiative hier im Blog hat uns dies im Kleinen gezeigt.

Ich höre bereits den Protest der Gläubigen. Sie würden Gott sehr wohl erkennen, ja, sie könnten mit ihm kommunizieren, werden sie mir entgegenhalten. Wer sich auf Gott einlasse, erfahre ihn zwangsläufig, argumentieren sie. Herz und Seele seien Orte der Erkenntnisse, spirituelle Intuition ein Instrument dazu.

Nur: Auf dieses Instrument ist wenig Verlass. Denn mit dieser Gabe erkennen Menschen die unterschiedlichsten Wesen und Götter. Die einen erfahren bei der Suche Krishna als ihren Gott und Schöpfer, andere Allah, wieder andere Jehowa oder den christlichen Gott. Es gibt Millionen von Glaubensgemeinschaften, deren Gläubige Gotteserfahrungen machen, die teilweise Lichtjahre auseinander liegen. Die Raelien erkennen in den ausserirdischen Wesen der Elohims ihre Schöpfer, für die Scientologen steht der Fürst Xenu am Anfang der Menschheitsgeschichte, Okkultisten erfahren schwarze Kräfte als ihre göttlichen Energien.

Allen ist gemeinsam, dass sie mit den gleichen Sinnesorganen „ihren Gott“ zu erkennen glauben. Und alle sind überzeugt, dass ihre Sinne sie nicht täuschen. Nur: Wenn jeder mit seinem „Organ“ etwas anderes wahrnimmt, kann etwas grundlegend nicht stimmen.

Doch wer hat recht? Das ist eben die verhängnisvolle Gretchenfrage, welche die vielen Aggressionen und Konflikte ausgelöst hat.

Oder ist diese Gabe ethnozentriert? Erfahren die Inder auf Grund genetischer oder sonstiger Unterschiede damit Krishna, die Indonesier Allah und die Europäer Christus?

Bleibt die Frage, weshalb Gott uns den Blick in sein Reich verwehrt. Fehlt ihm das Potential, uns diese Gabe zu geben? Behält er es uns bewusst vor? Oder gibt es gar keinen Schöpfer? Die Antworten auf diese Fragen dürften Gläubigen Bauchschmerzen bereiten. Doch andere Grundsatzfragen zu diesem Thema fallen mir nicht ein.

313 Kommentare zu „Wenn Gott sich versteckt“

  1. zwinky sagt:

    Und Gott sagte: “Alkohol und Drogen sind NICHT des Teufels”.

  2. Epikur sagt:

    @ Michael Bamberger
    “Die Summe aller Wünsche”. Wieder einmal träf formuliert, Ihr “neurologisches” Votum. Weiter so!
    Hirnforschung kontra Religionen – der wesentlichste Unterschied: Erstere macht Fortschritte!

    @ Ruth
    Gott ist keine plausible, sondern eine unelegante Hypothese. Erläuterungen dazu finden Sie in “Manifest des evolutionären Humanismus” von Michael Schmidt-Salomon.
    Drei schöne Tage vor dem finalen Verkehrsunfall in Ehren. Lieben, Träumen, Hoffen, Bangen – das widerspricht nicht einem agnostischen oder atheistischen Dasein. Wie sieht Ihr Gott aus? Ich nehme an, Sie stellen ihn sich personell vor. Wenn nicht, wie sollte er unsere Geschicke lenken können/wollen?

  3. Sami sagt:

    @ paolo

    Hab gemacht, was sie vorschalgen:

    “Vielleicht wagen sie einmal folgendes Experiment: Nehmen Sie die verstaubte Bibel zur Hand, suchen sich eines der Evangelien und stellen sich auf den Standpunkt, dass alles wahr ist, was sie nun lesen werden. Vielleicht teilen Sie mir Ihre Erfahrungen mit?”

    Nun, ich hatte zwar keine verstaubte Bibel. Die Texte sind aber auch im Internet zu finden.

    Hab dann den folgenden Text genommen: Markus, Kapitel 2, 19: “Und Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsleute fasten, dieweil der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten.”

    Text in der Kursfassung:

    Frage = Wie
    Antwort = Nicht

    Meine Erfahrung daraus: Keine.

    Gruss,
    Sami

  4. Abolitionist (Wo versteckt sich Gott?) sagt:

    @ heubauch

    cc: @ Der Drache

    Wo versteckt sich Gott?

    Wohl verspätet, aber dafür mit einem grossen Maul voll(nicht besonders anständig ich weiss!), sage ich Ihnen recht vielen Dank für Ihre eloquenten, und mir wertvollen Darlegungen von 08.08.17:02.
    Dass Sie Raum haben für neue Erkenntnis die die Zukunft offenbaren mag, beeindruckt mich auch. Als Physiker sind Sie sich ja bewusst, dass die Relativitäts- und Quanten-Theorie nicht das letzte Wort sind

    Ich bin einverstanden mit der generellen ‘Richtung’( Sinn, aus ‘sentire’, wahrnehmen usw., früher aus dt. ‘sent’, Richtung nehmen, Fährte suchen. Nicht Ziel haben oder glauben,aber eines vermuten aus Intuition. Wie ja die Wissenschaft keinen Glauben hat aber Vermutungen. Darum ist Ihre Verbindung zu Wille nicht besonders überzeugend) Ihres Denkens. Ich bin auch überzeugt wie Sie, dass wir Menschen wegkommen müssen von einer Antwort auf die Sinnfrage so wie sie die Esotereriker, Gesundbeter und besonders Theisten und Religionen darbieten und beantworten, ohne grosse Rücksicht, oder sogar Ablehnung gegenüber Naturwissenschaft, und dann aber ihren Glauben mit ihren Theologien zu stützen suchen, um den Leuten den Anschein von Wissenschaftlichkeit und Rationalität, (Scheinwissenschaften!), d.h. Erlebbarkeit, oder der Vernunft gerechtwerdend, vorzutäuschen. Und eben wie schon gesagt, “wie Figura zeigt”, haben ja diese Erklärungsversuche auch nach Jahrtausenden – trotz wertvollen Beiträgen an die Evolutionsgeschichte der menschlichen Gemeinschaft, wobei auch gesagt sei dass viel Wertvolles gegen ihren Widerstand erkämpft werden musste – ,ihre Vorgaben grundsätzlich nicht erfüllen können, d.h. sie können die Welt jetzt nicht mit einem einigermassen ‘menschenfreundlichen’ Zukunftsblick beglücken. Nein, ihre Grundhypothese, die eines, alles Erkenn- und auch Nichterkenn-bare beherrschenden und erzeugenden Willens mit zielgerichtetem Sinn, einer übergeordneten Macht mit ‘freiem Willen’, hat ausgedient. Denn sie eröffnet uns nur den Ausblick in die Selbstvernichtung. Deshalb, wie auch schon gesagt, muss diese Hypothese überholt werden. Mich beschäftigt es sehr – als ein Mensch, der nicht mehr auf soviele Jahrzehnte hoffen kann, bis ihm das Ende des ‘Tunnels’ in Sicht kommt über dessen Ausgang “Exit” steht – , dass die intellektuellen Schöpfer unserer Menschheit bis jetzt noch nicht viel weiter sind als die alten Propheten, und keine, nur wenigstens halbwegs überzeugende Hypothese darzustellen vermögen, die uns das Debakel der Hypothese von Gottes- und Geister- Glauben und deren Religionen, aufzufangen ermöglichen könnte. Oder, ist eine Phase der Verirrungen und Zerstörungen ( auch in anbetracht der Versuchungen die unser Wissen von Genengineering und Testing vorausahnen lassen), zwangsläufig und so unvermeidbar gefordert, durch das Prinzip der Veränderung, der Evolution, was endlich selbst, das Prinzip des ‘Trial and Error’ des Lernens ist? Ich selber jedoch wage zu hoffen, dass wir Menschen weit grösseres Vertrauen verdienen, um im Sog – eben dieses Prinzips – die massivsten Fehler vermeiden zu können.

    Darum habe ich etwas Schwierigkeiten, so wie ich Ihren Drift verstehe, mit dem Abschluss des Fragens, und aufgeben der Anstrengungen Antworten finden zu wollen. Ist es nicht gerade hier, wo die Religionen, Esoterik usw., Scheinantworten offerieren? Und können wir wirklich keinen andern Ausblick öffnen als nur an eine Wand der Verneinungen und vertrösten darauf, dass es Fragen gibt die keiner Antwort würdig sind weil diese einfach ein Un-sinn sind? Wir sollten doch wenigstens eine Ontologie und Hypothese hervorzubringen versuchen, die uns ein von der Vernunft eines denkenden Verstandes fassbares Narrativ schaffen lässt, welches uns in unserem täglichen Leben das Vertrauen in unser Menschsein erfahren lässt, und uns verhilft zu Lebensfreude, Wohltun für alle die wir erreichen, und zum Überstehen und Minimalisieren von Schmerz und Leid. Ein Narrativ , das jenes der Religionen das, – eben für selbstdenkende Menschen mit einem Hirn, von dem wir nicht annehemen sollten es sei auf der höchsten Entwicklung und Leistungsfähigkeit angelangt -, nicht mehr haltbar ist, und darum überholt werden muss, um mit den bezeugten Kenntnissen der Naturwissenschaft und der vorsichtigen Aussicht die diese uns in die Zukunft erlaubt, und wenigstens auf unserer erreichten Erkennensfähigkeit aufgebaut ist.

    So machen mir Ihre Erklärungen etwas Mühe, wie: “……., dass die sinnfrage für menschen schon immer wichtig war. ich erkläre mir das aber nicht durch die tatsächliche existenz eines übergeordneten sinnes sondern vielmehr durch die menschliche grundsehnsucht nach geborgenheit, welche evolutionstheoretisch leicht erklärbar ist (schutz und geborgenheit machen das eigene überleben wahrscheinlicher, daher strebt der mensch nach einem zustand, wo er diese gefühle hat).” ….Aber auch: “ein sinn ist immer etwas zielgerichtetes. existiert ein sinn, so gibt es logischerweise ein ziel. um ein ziel zu rechtfertigen braucht es automatisch einen’willen’, der dieses ziel festgelegt hat. und ‘wille’ ist immer an eine mindestens rudimentäre intelligenz gebunden und sei sie auch nur auf amöbenniveau, also auf der ebene eines genetischen programms.”……wie auch: “ aus der existenz eines sinnes folgt daher automatisch die existenz eines wesens……” So auch: “a) die leichtigkeit mit der unsere sinnsuche psychologisch aus unserer evolutionären grundprogrammierung als dem nachagen (nachahnen?) einer illusion erklärt werden kann.”

    Als Naturwissenschaft Interessierte müssen wir uns immer auch bewusstsein, dass hinter Worten, wie Sinn (übergeordnet oder nicht), Grundsehnsucht nach Schutz- und Geborgenheit mit der Erwartung, dass dadurch das Überleben wahrscheinlicher ist wie auch der Zustand der solche Gefühle ermöglicht usw., Intelligenz, genetisches Programm und evolutionäre Grundprogrammierung, komplexe bioneurale, d.h. eben ‘materielle’, ‘substantielle’ Prozesse stehen. Und wir diese dann nach bestimmten Manifestationen in unserem Körper – vorwiegend orchestriert durch unser Hirn – als irrationale und rationale Regungen zu Darstellung und Ausdruck bringen können, nicht nur in Bewegungen, aber auch Lauten und eventuell eben in Wort und Schrift kommunizieren können. Aber weiter auch, dass hinter diesen Worten so auch unzählige ‘Fundamentalteilchen’ stecken, die Atome, Moleküle, Zellen usw. Die unseren Körper ausmachen, und die besonders dicht und vernetzt in unserem Hirn sich betätigen, und die in ihren andauernden Zustandsveränderungen in unzähligen Eigenfrequenzen dem Zustand entsprechend schwingen, sich überlagern, verstärken und schwächen oder auslöschen, fortwährend energieaustauschen, sich auf andauernd ändernde, mehr oder weniger stabile, Equlibriumszustände (die wir übrigens auch als Wohlseinempfindungen erfahren können), einspielen usw., wobei wir heute anerkennen müssen, dass es ja ‘Materie’ im Kleinsten gar nicht gibt. Das beste das wir sagen können ist, es gebe “nur” energieartige ‘Erscheinungen’ und Manifestationen, die wir wahrnehmen können, wenn wir wissen was wir suchen und die entsprechenden abgestimmten Instrumente anwenden. Was den Fähigkeiten der Instrumente nicht entspricht, existiert für diese und so uns nicht.

    Nun es hat lange gedauert bis ich – vielleicht auf etwas komplizierte Weise – zu diesem Punkt gekommen bin, und der Punkt ist: Wie kommen wir auf dem naturwissenschaftlichen Wege dazu, die Hypothese über Gott/Götter und deren Religionen und Lehren, für Verstand und Vernunft zu ersetzen. Wie machen wir klar, dass Ethik und Menschlichkeit, um die es uns doch endlich geht, weil wir ja halten, dass wir Menschen allein für uns verantwortlich sind, – und wie wir uns deshalb unser Dasein als Glieder einer Gemeinschaft und die Gemeinschaft als Ganzes aller Glieder, uns in Solidarität einrichten – , aus der wissenschaftlichen Erklärung überzeugen kann? Ist – und wie – Ethik in unserer genetischen Grundprogrammierung enthalten, oder wie finden wir sie?

    Die Naturwissenschaft muss ja auch zugeben, dass sie noch keine überzeugende Erklärung hat für was vor dem Urknall ist, als nur wieder die Ausflucht, diese Frage sei Un-sinn. Aber auch Un-sinn ist nur Ausdruck bioneuraler Zustände, – so wie kommen wir zu Unsinn? Sollten wir nicht besser zugeben, wir können einen ‘Zustand’vermuten aus dem der Urknall hervorgehen kann, nach einem Prinzip, und nicht nach einem Menschen ähnliche Gott oder Geist der ID proktiziert, aber einem Prinzip das die Naturwissenschaft aus deren heutigen Kenntnissen vernünftiger darstellen können sollte als die Religionen ihre Hypothese einer ‘übergeordneten Macht’; eine Macht die weil sie befielt, die Verantwortung für uns selber annulliert und wir nur auf die Befehle warten sollten.

    Um den Gott der sich versteckt, aus seinem/ihrem Versteck hervorzuholen, wäre vielleicht der Vorschlag hilfreich und Verrsuchswürdig nämlich, dass die Staats- und Religionsführer – so ‘weltweit’ wie frewiwillig erreichbar – ein einheitliches Konkordat eingehen, wonach in Bildung und Erziehung die auf Rationalität begründeten Lehren die besonders Leben betreffen – vorwiegend Naturwissenschaft -, wenigstens in der bis zum Maturalter, Intelligent Design, Kreationismus und aber auch Ethik, in neutraler Weise, auch präsentiert werden müssen. Und anderseits, auf Irrationalität begründete Lehren über Leben, Moral und Ethik – wie in Philosophie, Religion, Theologie, Esoterik, Deismus, Paganismus usw. -, dem Subjekt entsprechenden kontemporären Wissensstand der Naturwissenschaft auch in neutraler Weise präsentieren müssen. Es geht doch darum, ob Religionen etc. die eine Antwort geben wollen auf die irrationale‘Warumfrage’ von Existenz, eben auch die Naturwissenschaft miteinbeziehen müssen die, die eine Antwort geben will auf die rationale ‘Wiefrage’ von Existenz, und so umgekehrt die Naturwisssenschaft auch die Sicht der Religionen einbeziehen muss um eine ganze Antwort über das ‘Ganze’ zu finden. Wie ja Heisenberg immer betonte: Wir müssen eine Antwort des ‘Ganzen’ finden, eine die Physik und Metaphysik umfasst. Leider vielleicht gibt es nur ein Experiment das die ‘Wahrheit’ dieser Antwort zu bezeugen vermag, und das wäre die erfolgreiche Evolutionsgeschichte der Menschheit.
    Mit besten Grüssen
    Abolitionist

    Ich lade besonders die Irrationalitätsspezialisten in diesem Blog ein, über den in meinem letzten Paragraph gemachten Vorschlag ihre Meinung hier kundzutun. Besonders,

    @ Atalaia
    @ Ruth
    @ Ueli der Knecht
    @ Aysha
    @ Joseph
    @ deeps
    uam. Die sich berufen fühlen.

  5. Joseph sagt:

    @alle Ungläubigen

    Der Mensch soll sich nicht genügen lassen an einem gedachten Gott; denn, wenn der Gedanke vergeht, vergeht auch der Gott. Man soll vielmehr einen wesenhaften Gott haben, der weit erhaben ist über die Gedanken der Menschen und aller Kreaturen.

    Meister Eckhart, (1260 – 1327), deutscher Mystiker und Provinzial der Dominikaner, starb unter der Anklage der Ketzerei

  6. afigel sagt:

    wenn ich all das hier lese komme ich mir vor
    wie in einer politsendung in der jeder mal zu wort kommen möchte keiner dem anderen zuhört und am ende alle wieder gehn ohne etwas erreicht zu haben. ist das etwa erstebenswert?

    ich kenne einen einfachen menschen der mit mir zusammen arbeitet, was mir an ihm aufällt ist das viel leute zu ihm kommen und ihn um rat fragen obwohl wir mehrere in unserer abt. sind. er ist geduldig, hatt immer ein lächeln für den andern, zeigt interesse an den problemen anderer, im grossen und ganzen ist er bestrebt im guten miteinander auszukommen und genau für das bewundere ich diesen menschen und die leichtigkeit mit der er trotz allem durchs leben geht. das finde ich erstrebenswert

    er glaubt an jesus christus

  7. Ueli der Knecht sagt:

    @ Abolitionist

    Als Nichtintellektueller musste ich Ihren Beitrag ausdrucken und auf den Nachttisch legen! – Aus meiner Sicht bleibt mir zu sagen, dass man meine irrationale Auffassung nicht systematisch lehren kann. Es geht um eine Weisheit und Lehre über die „ewige Wirklichkeit“, die seit Jahrtausenden von den Meistern gelehrt wurde. Der bekannteste Meister ist der Zimmermann aus Nazareth. Will man das Gehirn mit dieser Botschaft ansprechen, werden diese Thesen meist zuerst als abstrus abgetan. Es geht eher darum, die ewige Seele des Mitmenschen anzusprechen und bei ihm etwas anklingen zu lassen. Wir sind uns nämlich kaum bewusst, dass unser Inneres viel mehr über die letzte Wirklichkeit weiss, als unser Gehirn wahrhaben will. Wenn wir einmal wieder in unsere ewige Heimat zurückgekehrt sind, werden wir feststellen, dass es in der geistigen Welt nichts zu erklären gibt, da sie sich selber durch unser Erleben erklärt. Sie zeigt uns jeden Aspekt gleichzeitig von allen Seiten. Da sind Fragen absolut überflüssig.

    Jetzt sind wir aber noch in unserer geliebten physischen Welt, die sehr kompliziert erscheint. Ich muss vorausschicken, dass mich diese physische Erscheinungsform der Wirklichkeit auch fasziniert. Fast ununterbrochen entwickle und realisiere ich elektronische Schaltungen voll Begeisterung – jetzt hobbymässig. Unser Sohn studierte an der ETH Zürich Physik und mein Neffe in Kanada ist heute ein ausgewiesener Physikprofessor der Teilchenphysik. Er gehörte vor Jahren zu einem Team, das ein Quark entdeckte. Heute reist er regelmässig ins CERN. Eine Kopie seiner Doktorarbeit hat er unserer Familie vermacht.

    Lassen Sie sich aus meiner Sicht aber sagen, dass die ursächliche Welt substantiellgeistiger Art ist und unsere bekannte, physische Welt „nur“ eine abstrakte Projektion daraus darstellt. Ich wage daher vorsichtig folgendes Bild zu zeichnen: Unsere Wissenschaft sitzt im Kino und macht sich an der Leinwand zu schaffen. Sie versucht aus dem Projektionsbild Erklärungen über das Entstehen der physischen Welt zu holen. Dabei merkt sie auch nicht, dass das Forschergehirn selbst „nur“ ein Produkt dieser Projektion darstellt.

    Hoffentlich war ich mit meinen Ausführungen nicht zu bösartig! Als Alternative kann man sich im Kinosaal um 180° umdrehen und man wird dann stark geblendet sein, und dies kommt nicht von ungefähr. Die Bibel sagt, dass Gott ein Feuer ist, das uns zerstören kann. Die vorhin erwähnten Meister sorgen aber dafür, dass unsere Erweckung in tragbaren Dosen erfolgt, so dass wir ohne „Brandverletzungen“ davon kommen. Wir müssen uns aber für diese 180°- Hilfe schon willentlich öffnen.

    @ afigel

    Sie halten sich darüber auf, dass die einzelnen Blogteilnehmer gegenseitig nicht besser auf sich eingehen. Wenn ich die Spielregeln richtig verstehe, so wird ein Kommentar zum Leitartikel von Hugo Stamm erwartet. Erst vor nicht all zu langer Zeit hat er speziell darauf hingewiesen, man solle die eigene E-Mailadresse angeben, um gegenseitigen Austausch dort abzuwickeln.

    Trotzdem bewundere ich persönlich die Begabungen der meisten Blogteilnehmern, die sozusagen aus dem Stillstand eine Abhandlung produzieren können, manchmal sogar Schlag auf Schlag und dies alles neben ihrer Alltagsbeschäftigung. Bei mir dauert es etwa drei Tage bis ich mich entschliesse etwas zu schreiben und eine Idee überhaupt ausgegoren ist. Für die sprachliche Umsetzung brüte ich dann noch über weitere zwei bis drei Tage.

  8. Abolitionist (Wo versteckt sich Gott?) sagt:

    @ Ueli der Knecht

    Danke für Ihr Bemühen um meinen Beitrag, und Ihr Posting 08.08.15. Dazu:

    Ich bin beeindruckt vom Pedigree Ihrer Familie. So kann ich vielleicht annehemen – auch aus Ihrem Beitrag -, Sie seien wohl ausgerüstet meinen Ausführungen kritisch, wenn auch mit Abneigung gegen eine Wissenschaft die im Kino sitzt, zu folgen. Wenn Sie im Kino sitzen, mit Ihnen selbst als Mitteil der ‘physischen’ Welt, wo ist da Gott? Wie funktioniert da ihr Wille über diese’physische’ Welt, und wie hätte der – geschichtlich bei weitem nicht nachweisbare, aber eher als Mythe vorgestellte und von seinen sogenannten Jüngern aus ihrer Fantasie in freien Erzählunen schriftlich geschaffene Meister Zimmermann aus Nazareth -, mit hilfe dieser ‘physischen ‘Welt’ sich vorgestellt, dass seine Ideen in “substantiellgeistiger” (oder geistigsubstantieller?) Art verwirklicht werden sollten? Mit Ihren demonstrierten geistigen Fähigkeiten und Familiengrundlagen, haben Sie sich mit Naturwissenschaft, wie Z.B. auch mit dem zweiten Satz der Thermodynamik abgegeben, auch in Anwendung auf quantentheoretische Forschung über eben ‘substantiellgeistige’ Vermutungen, wie das Wesen von ‘Information’, ‘Energie’ etc., im Versuchen solchen Antwortern wenigstens etwas näher zu kommen? Sie wären ja in der glücklichen Lage aus Ihrer Familie Hilfe zu erhalten. Danach wäre es wertvoll, uns weiter über Ihre und meine Vorstellungen zu unterhalten.
    Vorläufig, vielen Dank für Ihren Beitrag.
    Abolitionist

  9. Abolutionist (Wo versteckt sich Gott?) sagt:

    @ Ueli der Knecht

    Ich habe vergessen Ihnen zu sagen, es würde mich auch besonders interessieren was Sie meinen über meinen Vorschlag der darauf hin geht, im Religionsunterricht auch die Ideen der Naturevolution – einschliesslich Mensch – in neutralerweise durchzunehmen, und anderseits in den naturwissenschaftlichen Fächern auch Intelligent Design und Schöpfungsgeschichte, so im Sinne Ihres Ausdruckes, “substantiellgeistig”.
    Gruss, Abo

  10. Martin sagt:

    Ist wirklich alles relativ? – Was wäre, wenn es so wäre?
    Sicherlich haben Sie auch schon den Satz gehört: “Alles ist relativ.”

    Beruhigend erscheint dieser Satz, wenn es zu Gegensätzen kommt und man sich aus verschiedenen Gründen nicht für eine Partei entscheiden will oder kann.

    Wenn aber alles und wirklich alles relativ wäre, dann wäre auch die Wahrheit relativ. Alles wäre gleich wahr und auch gleich gut. Dann wäre auch alles gleich falsch und gleich schlecht. Ob ich nun der Ansicht bin man könne einen Menschen töten oder nicht – alles wäre relativ. Für einen Mafia-Boss z.B. scheint es durchaus einleuchtend, einen Konkurrenten “aus dem Weg räumen zu lassen”, da er so das Überleben des eigenen Clans sichert. Es gibt für ihn gute Gründe dies zu tun. Es erscheint ihm notwendig und gut zu sein, einen Menschen zu töten. Niemand aber kann ernsthaft diese Auffassung teilen, da jeder in sich den Widerhall einer höheren Wahrheit spürt, einer Wahrheit die über allen Ansichten und Meinungen steht.

    Wenn wirklich alles relativ wäre, dann wäre es auch dasselbe, ob ich meine Frau oder meinen Mann betrüge oder nicht. Dann wäre es dasselbe ob ich lüge oder nicht. Alles wäre relativ. Es gäbe keine Lüge. Es gäbe keine allgemeinen Werte. Es gäbe keine Wahrheit, keine Rechtschaffenheit. Alles würde verschwimmen zu einem diffusen Bild von Meinungen und Vermutungen.

    Auch Gott wäre nur relativ. Für den einen wäre er das für den anderen etwas anderes. Was er aber überhaupt wäre, könnte niemand wissen.

    Nach dem Glauben der Christen ist Gott unendlich. Über ihm steht nichts und er steht über allen. Er ist die letzte und vollkommene Wahrheit und Liebe. Poetisch drückt dies Johannes in seinem Brief aus: “Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.” (1. Joh 1,15). Man kann ihn nicht gleichstellen mit anderen Ansichten, anderen Wesen oder Geschöpfen, da er der Schöpfer aller Wesen ist. Und wenn man ihn dennoch gleichstellt, sagt man damit, dass es keine absolute Wahrheit und absolute Liebe gibt.

  11. Florian sagt:

    “Ich höre bereits den Protest der Gläubigen. Sie würden Gott sehr wohl erkennen, ja, sie könnten mit ihm kommunizieren, werden sie mir entgegenhalten. Wer sich auf Gott einlasse, erfahre ihn zwangsläufig, argumentieren sie. Herz und Seele seien Orte der Erkenntnisse, spirituelle Intuition ein Instrument dazu.”

    Beim christlichen glauben ist es doch so, dass du die Erkenntnis von Gott nur durch den heiligen Geist erfährst.
    Das zeigt eigentlich auch das Gott für jeden Menschen da ist und das man kein speziellen spirituelle Fähigkeiten oder jahrelanges Meditations training braucht um Gott zu erkennen.
    Ausserdem denke ich, reicht es nicht einfach mal in die luft zu Befehlen: “du Gott ich will wissen obs stimmt, zeig dich doch mal”, und kommt sofort die Antwort.
    Dann hätten wir das hier:

    “Es gäbe keine religiösen Konflikte, es hätte sie in der Geschichte der Menschheit nie gegeben. Millionen von Menschen hätten nicht auf sinnlose Weise sterben müssen.”

    Das hier beschriebene ist der Plan für das Paradies. Wie es aussieht entscheidet sich eben doch nicht jeder für das gute. Als Beispiel der eine drittel der Engel die gegen Gott rebellieren, unter anderem Satan obwohl diese Engel nach der Bibel eine milionenfach höhere Intelligenz haben als die Menschen.

  12. Dobra Muh sagt:

    @Joseph
    bitte nicht blinde Kuh spielen, ich habe ihnen genügend Beispiele aufgelistet.
    Sie sind klug, also grasen sie ihre Beiträge selber ab, wenn sie wissen wollen, wie und wo sie die Contenace verlieren.
    Ihre Schutzbehaptungen kommen manchmal kleinlich, andere hingegen witzig daher.
    Die finde ich ausserordentlich witzig.

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