Die Minarett-Initiative steckt in der politischen Pipeline. Rechtskonservative Kreise um Auns und SVP haben angeblich das Patentrezept gefunden, um den Islam in der Schweiz in die Schranken zu weisen. Doch um was geht es eigentlich? Um die Verhinderung architektonischer Sünden, die das Landschaftsbild verschandeln würden? Um die Rettung von Stadtbildern?
Wer die Debatte um den Islam seit 9/11, Bin Laden und den Selbstmordattentaten islamistischer Gruppen verfolgt, zweifelt nicht daran: Mit der Initiative soll den Moslem deutlich gemacht werden, dass sie und ihr Glaube bei uns nicht erwünscht sind. Mit ihr wird ein Generalverdacht kultiviert, das grundsätzliche Misstrauen gegenüber allen Moslems zum Ausdruck gebracht. Sie werden in Sippenhaft genommen.
Letztlich ist die Initiative ein perfides Instrument: Weil wir die Glaubens- und Kultusfreiheit in der Verfassung verankert haben, können die Initianten nicht den Glauben an sich ins Visier nehmen, sondern müssen auf einen Nebenschauplatz ausweichen. Die Botschaft ist trotzdem klar: Der Islam ist in der Schweiz nicht erwünscht.
Die Initiative erweist sich somit als feiges Instrument. Den Initianten geht es nicht um ein paar kleine Türme – grosse würden ohnehin nicht bewilligt. Es geht ihnen um die Diskreditierung einer Glaubensgemeinschaft. Das ist Brunnenvergiftung, die sich rächen könnte. Nicht auszumalen, wenn sich arabische Ländern rächen sollten. Man denke nur an Lybien.























