Schweiz

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hugostamm am Mittwoch den 30. Januar 2008

Die neue Religiosität

Alles spricht von der neuen Religiosität, die Medien beschwören den neuen Trend. Ist das nur ein Schlagwort oder steckt mehr dahinter?

Kaum bestritten wird, dass eine verstärkte Suche nach neuen spirituellen oder religiösen Konzepten zu beobachten ist. Buddhismus, Kabbala, Sufi-Rituale faszinieren viele, welche mit dem christlichen Glaube zunehmend Mühe bekunden. Fernöstliche Heilsvorstellungen wirken attraktiv, Exotik im religiösen Feld ist verlockend. So pilgern Zehntausende nach Indien, um in Ashrams zu meditieren oder Gurus zu Füssen zu liegen.

Zwar hat der Esoterikboom seinen Zenit überschritten, doch das Angebot ist nach wie vor immens und lockt weiterhin ein breites Publikum an. Tantraseminare, Rebirthing, Rückführungen, Meditationen und Workshops aller Art finden Woche für Woche und landauf und landab statt. Freikirchliche Werke wie International Christian Fellowship (ICF) sorgen mit ihren Erfolgsmeldungen und Expansionsbestrebungen für Schlagzeilen.

Sind diese Trends wirklich Ausdruck einer neuen Religiosität? Suchen tatsächlich mehr Menschen denn je neue spirituelle Inhalte und religiöse Konzepte?

Eine klare Antwort kenne ich nicht. Es gibt keine verlässlichen Zahlen. Wir müssen uns auf Beobachtungen und Trends stützen.

Die Austritte aus den Landeskirchen flachen nicht ab. Viele Austretende orientieren sich neu und schauen sich nach alternativen Angeboten um. Dabei schnuppern sie bei verschiedenen Kirchen und spirituellen Gruppen. Das führt letztlich zu einem Nullsummenspiel, weil die Zahl der Religiösen nicht wirklich wächst.

In den Schlagzeilen sind immer wieder freikirchliche Trendkirchen, die tatsächlich beachtliche Zuwachsraten aufweisen. Doch insgesamt stagniert die Zahl der Frommen bei rund 200’000 Gläubigen. Die kleineren Freikirchen verlieren Mitglieder an die attraktiven charismatischen Trendkirchen.

Der Esoterikmarkt ist in den 90-er Jahren rasch angewachsen. Das Überangebot hat aber zu einer Lähmung geführt, weil die Orientierung erschwert wurde. Ausserdem haben viele sehr viel Zeit und Geld in Workshops und Seminare investiert, ohne den versprochenen Durchbruch zu erleben. Dies führte zu Ermüdungserscheinungen und zur Ernüchterung.

Welche Beobachtungen habt Ihr gemacht? Wie schätzt Ihr die Situation ein? Gibt es die neue Religiosität oder ist sie nur ein Schlagwort?

454 Kommentare zu „Die neue Religiosität“

  1. Moria sagt:

    Liebe Steinlaus
    schon dachte ich (wegen der Zeit!)Du seist am Morgestraich in der Stadt aller Staedte….nun, allerdings ‘hoppla’ (Zoe-maessig gekonnt bemerkt) das war ein ganz andrer Streich!
    Hoffentlich geht es ihr wieder gut. Heute ist eine SIESTA fuer Dich angesagt. Nimm sie Dir, Du brauchst sie unbedingt.
    Noch wegen dem Gelingen – ich las einmal in Spanisch: Alles Gelingen hat sein Geheimnis, alles Misslingen seine Gruende! Noch hart….
    Liebe Gruesse aus West.

  2. Steinlaus sagt:

    @ Moria

    Ich danke dir, Moria. Für mehr reicht es heute einfach nicht mehr, tut mir leid. Aber du hast recht, was die Siesta betrifft: Es blieb mir gar nichts anderes übrig, als mich zu ergeben. Irgendwann ist die Kraft halt einfach zu Ende.

    Auch dir liebe Grüsse – deine Steinlaus

  3. tanja sagt:

    @ Hugo Stamm

    Ich bin kurz vor der Lehrabschlussprüfung (LAP)und dafür eine Vertiefungsarbeit schreiben. ich habe das thema sekten gewält weil ich finde das die menschen viel zu wenig über sekten wissen.
    ich überlege schon lange wie ich mich mit ihnen in verbindung setzen kann war aber leider bis jetzt erfolglos. fals sie zeit und intresse haben würde ich gerne ein interview mit ihnen machen….
    ich froie mich auf eine antwort

  4. Oli sagt:

    @Marcel

    Oli: “Wer die Natur liebt, hat es schwer auf dieser Welt. Immer mehr muss die Natur für Wohnüberbauungen, für Grosssportanlagen, für Einkaufszentren und nicht zuletzt für Strassen platz machen.”

    Marcel: Und was wäre Ihre Lösung zu diesem Problem? Sollten wir Gesetze haben die die Anzahl von lebenden Menschen limitiert? Wenn ja, wie möchten Sie die Anzahl limitieren? Bitte um Vorschläge.

    Ich möchte die Anzahl Menschen nicht reduzieren, da ich nicht menschenfeindlich bin. Aber der sorglose Umgang mit der Natur kann schlicht nicht so weitergehen. Der Mensch zerstört seine eigenen Lebensgrundlagen. Und das ist es, was mich nachdenklich stimmt. Zudem glaubt er, die Natur/die Welt sein Eigen machen zu können. Dabei gehört die Welt nicht dem Menschen!!! Sondern der Mensch lebt auf dieser Welt, zusammen mit den Tieren und den Pflanzen – und mit anderen Menschen, denen etwas an der Natur liegt!

    Ich bin überzeugt, dass es politisch und gesellschaftlich möglich wäre, die Ressourcen und den Lebensraum nachhaltig zu nutzen. Aber solange das gesamte Streben auf das Wirtschaftswachstum und die jeweils eigene Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, wird es nicht funktionieren. Die Retour-Kutsche wird kommen. So ist das im Ökosystem. Da kann ein gesamtes System zugrunde gehen, weil nur eine einzige Tierart ausstirbt. Beispiel Meer: Ist einmal alles leergefischt, kommt alles aus dem Gleichgewicht – sogar das Wetter, weil die Pflanzen im Meer auch dazu beitragen. Ebenso mit den Wäldern, ja der ganzen Natur. Die Leidtragenden sind dann leider die künftigen Generationen. Die kapitalistischen Ausbeuter, die dieses Desaster verursachen, werden bis dahin tot sein – ohne ihr Kapital mit ins Grab nehmen zu können.

    Die erzielten Umsätze aus der verbauten Landschaft vergehen – wie die Lanschaft selbst vergeht. Bis nichts mehr übrig bleibt als eine karge Wüste aus Beton und Teer.

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