Aberglaube führt zur Volksverdummung. Die wenigsten erkennen die Gefahren eines verschobenen Weltbildes. Lass doch die Leute, wird mir zwar oft gesagt. Sollen sie doch an die Sterne, an Ausserirdische, an offensichtlich unsinnige übersinnliche Phänomene glauben. Das tut doch niemandem weh.
Ich verstehe diese Haltung nicht. Aberglauben prägt das Bewusstsein. Wer in ausgeprägtem Mass abergläubig ist, muss die Vernunft unterdrücken. Wer es in übersinnlichen Fragen tut, macht es teilweise auch in sozialen und politischen Belangen. Er muss das Weltbild so zurecht (d)rücken, dass der Aberglaube nicht im Widerspruch zur Realität erscheint.
Aberglaube dient oft dazu, die nicht immer leicht verständliche und leicht zu ertragende Wirklichkeit besser verdauen zu können. Die Flucht in eine geheimnisvolle Welt ist verständlich, doch die Abergläubigen tun sich keinen Gefallen. Nur wer die Welt mit klarem Blick bestaunt, ist gegen die Unwägsamkeiten gewappnet. Abergläubige laufen Gefahr, mit falschen Mitteln Schicksalsschlägen zu begegnen. Und sie behindern eine harmonische Persönlichkeitsentwicklung.
Ausdruck des modernen Aberglaubens ist das Casting „The next Uri Geller“ auf ProSieben (jeweils am Diestagabend). Zehn Kandidaten demonstrieren ihre angeblichen übersinnlichen Kräfte. Die erste Sendung verfolgten rund 4 Millionen, die zweite 5 Millionen.
ProSieben täuscht das Millionenpublikum vorsätzlich und fahrlässig. Die angeblich übersinnlichen Kunststücke der Kandidaten sind lediglich plumpe Täuschungen. Solche Zaubertricks beherrschen Hunderte Hobbyzauberer landauf und landab. Der Trickkünstler James Randi ist einer der bekanntesten Zauberer und hat schon vor Jahren die Täuschungsmanöver von Uri Geller aufgedeckt.
Paranormale Phänomene sind für leichtgläubige Menschen der Beweis für eine übersinnliche Zwischenwelt. Sie glauben, medial begabte oder hellsichtige Personen, Magier und Mentalisten könnten die übersinnlichen Kräfte bannen, eine Verbindung zur anderen Realität herstellen und die Tür zum Jenseits einen Spalt weit aufstossen.
Die Castingshow erzeugt bei vielen Zuschauern eine Art metaphysisches Gruseln und weckt Sehnsüchte nach übersinnlichen Wundern. Wenn Hunderttausende von Zuschauern glauben, der Rabe des Berner Geisterjägers Vincent Raven könne mit Verstorbenen kommunizieren, wird ein Weltbild vermittelt, das aus dem Mittelalter stammt. Bei seinen Tricks verwendet er nach Aussagen von Insidern einen Knopf im Ohr, um das Publikum zu täuschen.
Dabei wird gern vergessen, dass magisches Denken Ängste wecken und Abhängigkeiten erzeugen kann. Labile Personen laufen sogar Gefahr, psychische Auffälligkeiten wie Depressionen oder Schizophrenie zu entwickeln, wenn sie sich von den magischen Kräften verfolgt fühlen.



























@Phebo
Geschätzte Phebo,
Gerade wollte ich Sie loben, weil Sie mir schreiben „ihre Aussage stimmt, das wusste ich aber schon „. So viel Übereinstimmung hatte ich nicht erwartet.
Jetzt kommen Ihnen aber schon wieder Zweifel und kritische Einschränkungen. Meine Antwort:
1. Ich zähle Sie doch nicht zur Bibel Fraktion, sonst hätte ich doch meine Anschrift nicht separat gemacht @Phebo @ Bibelfraktion. Ich glaube, das haben alle andern gemerkt, und die zwei bis drei Angesprochenen wissen doch ganz genau, wen ich damit meine.
2. Wo habe ich denn gesagt, die Israeli sollen aus Israel verschwinden? Und der Name Israels solle ausgelöscht werden? Nirgends, nicht einmal unterschwellig. Im Gegenteil, als ich schrieb, die meisten Israeli hätten zwei Pässe, erklärte ich ausdrücklich was ich damit sagen wollte, und indirekt, was ich damit nicht sagen wollte.
3. „Israel braucht Zuwanderung um zu überleben“ . Das ist natürlich nicht meine Meinung, sondern scheint die der israelischen Regierung zu sein, so hat auch Olmert in Paris, die Franzosen jüdischen Glaubens wieder aufgefordert, nach Israel auszuwandern. Solche Einladungen gehören zum Repertoire aller Zionisten vor und seit der Gründung des Staates Israel. Das man diese Politik nicht endlich aufgibt, verschärft doch das Problem und schafft neue Hindernisse für einen Frieden.
4. Niemand, nicht einmal die Hamas stellt das Existenzrecht Israels innerhalb der Grenzen vor 1967 in Frage. Streitpunkt sind doch die Siedlungen seit 1967 und Teile von Ostjerusalem. Die israelische Rechte – sicher nicht alle Israelis- spielt jedoch auf Zeit -das sehe ich genau so wie der Rabbi- , mit dem Ziel gerade die umstrittenen Siedlungsgebiete für immer dem jüdischen Staat einzuverleiben. Ich finde es schlicht unmoralisch den Palästinensern die Heimkehr nach Palästina zu verweigern, und anderseits 300’000 Siedler –viele davon ungläubige Russen- in subventionierten Behausungen dort anzusiedeln.
@ Zaro
Olmert hat den Juden in Frankreich vorgeschlagen, nach Israel zu kommen, weil die Situation in Frankreich immer schwieriger wird, wegen den neuen muslimischen Antisemitismus. Nicht weil Israel Zuwanderer braucht!!
Israel ist eigentlich schon überbevölkert und sich dort eine neue Existenz aufzubauen (d.h. einen Job zu finden etc.) ist sehr schwierig. Um gut leben zu können (d.h. mit Frankreich vergleichbarer Lebensstil), braucht man auch mehr Geld als die meisten haben.
@ Zaro
Olmert hat den Juden in Frankreich vorgeschlagen, nach Israel zu kommen, weil die Situation in Frankreich immer schwieriger wird, wegen dem neuen muslimischen Antisemitismus. Nicht etwa weil Israel Zuwanderer brauchte!!
Israel ist eigentlich schon überbevölkert und sich dort eine neue Existenz aufzubauen (d.h. einen Job zu finden etc.) ist sehr schwierig. Um gut leben zu können (d.h. mit Frankreich vergleichbarer Lebensstil), braucht man auch mehr Geld als die meisten haben.
@ Rabbi
Es war nie meine Absicht, eine lückenlose Argumentation (oder überhaupt, eine Argumentation) zu liefern.
Ich wollte darauf hinweisen, dass die Situation für die Israeli auch nicht einfach ist und dass es nicht in Ordnung ist, die Palestinenser als die armen Opfer und die Israeli als die bösen Monster darzustellen, so wie es in dieser Diskussion gemacht wurde.
Ich bin nur eine kleines Fräulein und habe keine Lösungsvorschläge für diesen Konflikt. Ausser eben, zusammen Fussball spielen.
@ Rabbi
Die Frage, “wer war zuerst da” führt eben wirklich nirgendwo hin.
Wer war denn zuerst da? Die Hebräer? Oder die Philister? Oder ein anderes Volk? Wie war denn das damals genau? Und wann beginnt die Zeitrechnung? Wollen Sie wirklich bis in die Bronze-/Eisenzeit zurückgehen?
@ solochrist
was genau möchtest du mir eigentlich sagen?
@ thomas jefferson
endlich mal einer, der die verhältnisse wieder zurecht rückt.
naja,ich werde von ihnen nicht ernst genommen. meinen beitrag an sie lassen sie links liegen…
” das war unsere strategie: nicht mit dem kopf durch die wand zu gehen, sondern genau das gegenteil, die aktion hinzuziehen, bis sie am ende akzeptiert würde, wenn der passende augenblick da war. wir wussten stets, wie wir den faktor zeit im demokratischen spiel zu nutzen hatten. timing war immer von bedeutung für uns, weil die verstreichende zeit zu unseren gunsten arbeitete. man gewöhnte sich einfach an die fakten vor ort.” rabbi moshe levinger, haaretz, 4. april 1988
wie würdigend und gewissenserleichternd ihr vorschlag:
>>”Solidarität mit den palästinensischen Menschen jederzeit, mit Geld, mit Friedensinitiativen, mit Asyl, mit Hilfe beim Aufbau der Verwaltung, mit Protesten gegen die Misshandlung von Gefangenen in Israel, mit der Förderung des jüdisch-arabischen Dialogs. Einseitige Verurteilung der terroristischen Verbrechen Israels nein, weil dies kontraproduktiv und unfair ist.”<<
palästinenser sollten dankbar sein!
aysha
@ Atalaia
)
Ja, sie sind entschuldigt
Das mit der Bibelfraktion fand ich auch nicht i.O. … Curta do desfile! E mande notícias: Será que a Viadouro é de arrepiar mesmo?
@ aysha
Ausgerechnet Moshe Levinger zitieren Sie.
Er ist ein radikaler Siedler. Man könnte auch sagen, ein Extremist. Er wurde mehrfach von israelischen Gerichten zu Geld- und Freiheitsstrafen verurteilt. Er repräsentiert weder “die Juden” noch die israelische Regierung.
Seine Taktik (zum Beispiel, sich über die Passover-Feiertag als schweizer Tourist in einem Hotel einmieten und dann einfach nicht mehr gehen) war meiner Meinung nach nicht in Ordnung.
Wieso zitieren Sie ausgerechnet einen Extremisten?
Extremisten gibt es auf beiden Seiten.
Diese Diskussion hat m. E. keinen Sinn. Ich melde mich ab.
@Phebo
Ich denke ich habe sehr deutlich gesagt, welchen Zeitraum ich anspreche, vor allem indem ich nochmals ihr Beispiel mit Ihrem Sohn zitiert habe, und, und, und.
Mein ganzer Text handelte von nichts anderem. Was haben Sie nur gelesen???
Aysha hat zu genau dem Thema jetzt auch noch einen (echten) Rabbi zitiert. Ich zitiere es gerne noch einmal, damit es auch ja nicht untergeht:
” das war unsere strategie: nicht mit dem kopf durch die wand zu gehen, sondern genau das gegenteil, die aktion hinzuziehen, bis sie am ende akzeptiert würde, wenn der passende augenblick da war. wir wussten stets, wie wir den faktor zeit im demokratischen spiel zu nutzen hatten. timing war immer von bedeutung für uns, weil die verstreichende zeit zu unseren gunsten arbeitete. man gewöhnte sich einfach an die fakten vor ort.” rabbi moshe levinger, haaretz, 4. april 1988
Und da wundern sich die Leute, wenn ein paar Raketen geflogen kommen? Nachdem die ganzen UNO Resolutionen schlicht ignoriert wurden, was wollen denn die Palästinenser noch anderes machen?
Da reicht ein bisschen Fussballspielen nirgends hin.
Ein bisschen mehr wäre da schon von Nöten, meinen Sie nicht auch?
Von wegen Extremist. Wer bewohnt denn vor allem die illegalen Siedlungen? Und wer macht nichts dagegen?
Diese Form des Extremismus ist nicht einfach eine vernachlässigbare Randerscheinung. Sie ist in der israelischen Politik ein Schwergewicht, auch wenn sie nur von einer Minderheit vertreten wird.
Aber was red ich da, das alles wissen Sie ganz genau.
@ Rabbi
Moshe Levinger ist ein rechtsextremer Politiker (und Rabbi). Wie können Sie das bestreiten???
Natürlich sehe ich Ihr Dilemma auch. Doch was erwarten Sie von mir? Was soll ich Ihnen sagen? Ich habe keine Lösung!!! Ich bin rat- und hilflos. In diesem Blog habe ich gegen die populistische, einseitige und m.E. ungerechte Darstellung der Israeli gewehrt und wollte für ein wenig Verständnis/Empathie für diese Menschen werben, das ist alles. Dieser Diskurs: “Woher kommen die Israeli eigentlich? Haben die ein Recht, in Israel zu sein?” usw. und die Reaktonen auf meinen ersten kleinen Beitrag zu diesem Thema fahren mir extrem schlecht ein. Ich möchte für meinen Teil diese Diskussion jetzt abschliessen. Danke für Ihr Verständnis.
aysha, dä solochrischt, fühlt sich ohnmächtig dem läid gegänübär. und er frögt sich, wieso das jordaniä d’paläschtinänsär bombardiert händ:
Die Situation eskalierte im September 1970, als die PFLP mehrere Flugzeuge nach Jordanien entführte. Am 16. September ließ König Hussein Flüchtlingslager in Amman bombardieren, wobei bis zu 5000 Palästinenser ums Leben kamen. Die PLO und andere militante palästinensische Organisationen verlegten daraufhin ihre Basis aus Jordanien in den Libanon bzw. nach Syrien.
mänschä machäd das, mänsche wie du und ich…
dä solochrischt
Phebo
ich hoffe fuer Sie, dass Sie sich nicht ein weiteres Mal hier derart unglaubwuerdig machen, so wegen ‘abmelden’…..
Atalaia
…..bei gewissen Genen (Leuten) ist es ein Segen der Natur (oder wegen mir Gottes), dass sie nicht zeugungsfaehig sind. An wen denk ich wohl…..?
Lieber Rabbi Jussuf
lesenswert, Deine Ueberlegungen, danke.
Meinst Du nicht – klar ist das vielschichtige Problem nicht einfach so loesbar. Aber sollte Israel nicht vorerst einmal dazu stehen, was es ueberhaupt sein will: ein juedischer ODER ein demokratischer Staat?
Israel kann KEIN juedisch, demokratischer Staat sein. Es beginnt mit dem Rueckkehrgesetz, dass NUR Juden das automatische Recht auf Staatsbürgerschaft garantiert und setzt sich fort in anderen menschenunwuerdigen Gesetzen.
Mahmoud Darwich
…diesen Poeten habe ich soeben wiederentdeckt und komme momentan nicht mehr los von ihm:
” Si vous voulez la terre sainte telle qu’écrite dans la Torah, prenez-la et donnez-nous la terre non sacrée, c’est-à-dire tout le littoral palestinien. Il n’y a pas d’histoire biblique sur ce littoral! “
Eigentlich einfach, oder?
Fuer Steinlaus:
“Wenn ihr das HEILIGE Land, wie in der Torah beschrieben, wollt – nehmt es. Und gibt uns die UNHEILIGEN Gebiete d.h. die ganze palaestinensische Kueste. Dort, wo es KEINE biblische Geschichte hat….” !
@ Aisha
Ich habe Ihren Beitrag an mich schon gelesen aber er enthielt keine Fragen, weshalb ich nicht reagiert habe. Ich dand ihn gut.
Mir geht es wirklich nicht darum, Muslime in irgendeiner Weise zu verleumden oder als Allein- oder Hauptschuldige hinzustellen, das merken Sie hoffentlich
@ Zaro
Die Hamas und die Grenzen von 1967. Woher haben Sie denn diesen Unsinn ? Als Israel noch in den Grenzen von 1967 lebte, wurde es verschiedentlich von arabischen Staaten angegriffen. Und Sie kommen hier mit Grenzen von 1967. Syrien hätte noch so gerne die Golan Höhen zurück, damit es dann von dort oben Isreal wieder beschiessen könnte. Ach ja, und der liebe iranische Präsident kann sich einfach nicht so richtig ausdrücken. Eigentlich hat er ja mit dem Staat Israel keine Probleme, nicht ? Ziehen Sie einfach mal Ihre Schwarz-Weiss Brille aus !
@ Moria
Danke für die Übersetzung! Herzliche Grüsse – deine Steinlaus
Vielen Dank Herr Stamm! Endlich weiss ich mit Bestimmtheit, dass hinter all den Uri-Geller-Phänomenen nur Tricks und Täuschungen liegen. Ohne Ihren Hinweis wäre ich selbstverständlich nie darauf gekommen. Für wie naiv halten Sie den Durchschnittsbürger eigentlich?
@ atalaia
Jetzt bringen Sie auch noch die Golan Höhen ins Spiel, nach Ihrer Logik müsste Israel wohl auch noch den Iran besetzen, um zu verhindern, dass von dort Raketen nach Israel abgeschossen werden können.
Über 50% der Israeli befürworten die Rückgabe der Golan Höhen im Tausch für einen Friedensvertrag mit Syrien.
Warum gehen Sie nicht selbst nach Jerusalem, sie könnten doch dort den orthodoxen Juden -nichts gegen deren Glauben- erklären, dass der Messias schon gekommen ist, dann können sie eine halbe Stunde später auch schon wieder Ihre Koffer packen und über die Golanhöhen würden Sie es dann auch nicht mehr schaffen.
Polemisch, ja ich weiss, aber etwas anderes als Polemik kommt ja auch von Ihnen nicht. Der Elefant hatte mich ja gewarnt. Trotzdem, ich werde mich für das Recht aller zur freien Meinungsäusserung einsetzen. Ob diese nun Brille tragen oder Scheuklappen ist mir egal.
@ Zaro
Das Recht der freien Meinungsäusserung ist hier nur ein Thema, wenn zensuriert wird. Sie müssen sich da keine Sorgen machen. Wenn Sie auf einer bestimmten Schiene argumentieren, können Sie hier alles schreiben. Nein, ich komme nicht mit dem Iran. Nur, wenn dieser mal mit Atomwaffen drohen würde. Sie verschweigen ja gefliessentlich, dass der iranische Präsident dem Staat Israel, in welchen Grenzen auch immer, eine Existenzberechtigung abspricht. Und es ist typisch, dass Sie die Tatsache, dass Israel mehr als einmal in den Grenzen von 1967 angegriffen wurde, nicht kommentieren. Passt irgendwie nicht auf Ihre Mühlen. Das Verhalten der Israelis hat eben sehr viel mit den vergangenen Kriegen mit arabischen Staaten zu tun. Und Israel war nun mal nie der Angreifer. Aber das passt eben nicht ins Weltbild all der Verteidiger der lieben Hamas Aktivisten. Und das Syrien nicht zu trauen ist, das zeigt Syrien mit seinem Einfluss im Libanon. Warum sollte ausgerechnet Israel den Syrern trauen ?
ZARO
….nicht vergessen – Ata, der Fundi-Evangelikaner und sein Credo: Israel ist in biblischen Grenzen Schauplatz des Endzeitkampfes zwischen Gut und Böse…..logisch, so muss man er und seinesgleichen ‘pro-israelisch’ geben!
Alles Argumentieren ist ‘hopeless’!
@ Moria
“Si vous voulez la terre sainte telle qu’écrite dans la Torah, prenez-la et donnez-nous la terre non sacrée, c’est-à-dire tout le littoral palestinien. Il n’y a pas d’histoire biblique sur ce littoral! “
Das ist eine der ganz grossen Probleme, dass die zionistischen Einwanderer, die eben nicht die biblischen Stätten zurück wollten, zu einem grossen Teil um Tel Aviv siedelten, und eine moderne Stadt und ein modernes Land aufbauen wollten, und dass heute Siedler ihren Anspruch auf die Westbank mit der Bibel begründen. So gesehen “sitzen die beiden Bevölkerungsgruppen tatsächlich verkehrt”.
Das ist auch der Grund, weshalb ich in diesem Blog schon einmal gesagt habe, dass es einen dauerhaften Frieden erst dann geben wird, wenn entweder ein Staat in Palästina besteht, der alle Bürger schützen kann, oder zumindest Personenfreizügigkeit zwischen den beiden Staaten bestehen wird. Die Westbank alleine ist kaum überlebensfähig.
Atalaia
Meine Güte, was haben Sie für ein verschrobenes Geschichtsbild!!!
Sie blenden einfach alles aus was VOR den Angriffen der arabischen Staaten im Nahen Osten passiert ist.
Wie würden Sie wohl reagieren, wenn ich mit einem Zelt in Ihren Garten komme, dort zwei Tage campiere und dann behaupte, dieses Land gehört jetzt mir, Sie haben ja genug Platz in Ihrem Keller. Na? Wie wär’s, soll ich kommen?
Zum Glück ist wenigstens das nicht mehr das Thema, wenn es um den Nahost-Konflikt geht, aber nur dank den umliegenden Staaten UND den Palästinensern.
Jetzt wären die Israelis dran, endlich mal etwas WIRKLICH für den Frieden zu tun – falls sie das überhaupt wollen.
Eigentlich war’s mir zu blöd auf Ihren Text zu reagieren. Aber solchen Unsinn darf man nicht unwidersprochen stehen lassen.
@ thomas jefferson
weil sie die armee und den staat lobten.
“…die expansion der siedlungen wäre nicht möglich gewesen ohne die massive hilfe der verschiedenen staatlichen institutionen, ohne die erteilte rechtliche akklamation und ohne die aus sympathie und pragmatismus gewobenen beziehungen zwischen den siedlern und der armee. die siedlungen florierten nicht nur mit genehmigung und billigung der behörden, sondern auch mit offizieller ermutigung und auf initiative der regierung…”
aus: die herren des landes, idith zertal/akiva eldar, dva ( ein sehr gutes buch, habe erst gestern angefangen zu lesen)
@ rabbi jussuf
gerne hätte ich dir eine geschichte erzählt…von hoffnung…
…vielleicht erzählt sich die geschichte von selbst…
Jerusalem, ich wollte mal dort Ferien machen, bleibt wohl Utopie, war für den europäischen Menschen des Mittelalters das Zentrum des Weltalls, es stand kartographisch im goldenen Schnitt, im Mittelpunkt der Schnittstele der Kontinente Afrika, Europa und Asia, wie die drei Könige wohl, und wurde so auch als Abbild der Erde im Reichapfel verewigt.
(also kein crossing the T, lieber elefant)
@ Aysha
“weil sie die armee und den staat lobten.”
Loben ist wieder ein Missverständnis. Ich stellte nur fest, dass die staatlichen Institutionen Israels ein anderes Verhältnis zum Wert des menschlichen Lebens haben als zum Beispiel die Hamas-Regierung, die irakischen Parteien, die syrische Regierung, die libanesischen Christen etc.
Dass alle israelischen Regierungen die Siedlungen geduldet und zum Teil auch gefördert haben, ist völlig unbestritten, das hängt ein bisschen damit zusammen, dass die Siedler bei der Regierungsbildung immer wieder das Zünglein an der Waage spielen können.
Aber auch hier noch einmal: Angenommen die Westbank würde vollständig von den Siedlungen geräumt. Dann könnte man zwar als Zwischenschritt den palästinenischen Staat gründen. Überlebensfähig kann er aber nur in enger Kooperation mit Israel sein. Und letzten Endes kann Israel auch nur in enger Kooperation mit seinen Nachbarn zu einem normalen und friedlichen Staat werden.Was ich damit sagen will? Die beiden Volksgruppen hängen einem Nationalismus an, der eigentlich schon überholt ist.
Ebenfalls noch einmal, es geht mir nicht darum und es steht mir vor allem nicht zu festzustellen, wer Schuld hat und wer unschuldig ist, ich denke nur dass der Konflikt komplexer als es eine einfache Täter-Opferbeziehung ist.
@Aysha
Ich glaube nicht, dass sich diese Geschichte in der nächsten Zeit von alleine erzählen wird. Dazu sind zu viele fremde Interessen in der Region.
aysha
hüt hanich, nach langäm zögärä, dä film Schindlers Liste gluägät.
isch dänn äs chind nüd äifach äs chind?
paleschtinänser oder jud/israeli?
isch dä adoptivson vo chile nüd äifach än mänsch odär nu än maputche?
än punk, än extremischt? wo für öis dräcksarbät macht?
dä solo
@ Rabbi
Jetzt kommen Sie mit dem Unsinn von noch früher. Wie lange zurück darf es denn sein lieber Rabbi ? Bis zur Zeit, wo es noch keine Muslime aber dafür ein Volk Israel gab ? Nein wirklich….wenn Ihnen und anderen Leuten, welche willentlich auf einem Auge blind sind, die Argumente nicht passen, dann gräbt man einfach wieder was neues aus. Echt…..mit Leuten wie Ihnen und Ihrem Anhang kann man über so ein ernstes Thema nicht reden. Es geht doch im Grunde nur darum, dass mein Name über den Beiträgen steht und schon werden die Klingen gewetzt. Irgendwie ist der Blog total irational. Es geht nur noch um die immer gleichen Grabenkämpfe, ganz gleich, was es für ein Thema ist.
Wie wäre es mit einem neuen Thema….die armen Deutschen, welche aus Ostpreussen vertrieben wurden ! Ach ja, die sind ja dann sicher selber schuld. Nehmen wir doch einfach wieder die Weltkarte von 1930. Wie wäre das ? Oder haben Sie da auch wieder was zu kritisieren ?
@Atalaia
Zuerst bemängeln Sie, man berücksichtige nicht, was VOR 1967 passiert ist, weil es nicht in unser Weltbild passe.
Jetzt kritisieren Sie, DASS wir erklären, was VOR 1967 passiert ist.
Dann lesen Sie NICHT, dass ich geschrieben habe, das Thema sei zum Glück abgeschlossen.
Entschuldigen Sie, so lässt es sich nicht diskutieren.
Im Übrigen, lesen Sie Jeffersons Beiträge zum Thema, wenn Sie wirklich etwas lernen wollen. Obwohl ich bezweifle, dass Sie die verstehen können.
@Jefferson
Ich bin vollumfänglich einverstanden mit Ihrer Sicht.
Es wurden auf beiden Seiten zu viele Fehler gemacht, so dass die Situation heute fast schlimmer ist denn je.
Auf eine friedliche Koexistenz zweier Staaten in Palästina können wir noch lange warten. Dazu sind die kulturellen Unterschiede noch viel zu gross. Und solange mit Repression (auf beiden Seiten) agiert wird, ist immer wieder Platz für extremistische Interessen, dort ihr eigenes Süppchen zu kochen. (Hamas, teilweise, und damit der Iran, die jüdischen Siedler auf der anderen Seite.)
@ Thomas Jefferson
@ Aisha, Moria, Juan P.
Sie, Thomas Jefferson, haben es fast geschafft von beiden Seiten als unparteiischer Schiedsrichter anerkannt und gepriesen zu werden. Chapeau! Die „Linken „ und die „Rechten“ klatschen Ihnen Beifall. Vielleicht schaffen Sie es noch zum Nahostbeauftragten, wenn Tony Blair gescheitert ist.
Auch ich habe Sie für Ihren ersten Beitrag gelobt. Vor allem Ihre Geschichtskenntnisse haben mich beeindruckt. Sie haben als erster gewagt, das Faktum auf den Tisch zu legen, dass das sogenannte Königreich Davids lange nicht die Bedeutung hatte, welche ihm die Zionisten und die Evangelikalen heute zuschreiben. Israel war wie Sie schreiben zu keiner Zeit vor 1948 ein selbständiger Staat, sondern immer entweder den Ägyptern oder dann den Syrern oder den Persern tributpflichtig. Nochmals Chapeau!
Erst seit dem 14. Mai 1948 gibt es ihn, den unabhängigen Staat Israel, aber ist er wirklich so unabhängig? Er hängt am Tropf der USA, welche ihm jährliche Beiträge von etwa 5 Milliarden US-Dollars zukommen lassen und die gesamte Armee gratis ausrüsten –ich wiederhole gratis über nicht rückzahlbare Darlehen (Aussage von Avi Primor, dem ehemaligen Botschafter Israels in Deutschland)
Wenn ich nun aber Ihre späteren Beiträge lese, bekommt das positive Bild, das ich von Ihnen hatte, einige Kratzer. Sie kritisieren dauernd beide Parteien, so etwa wie es die EU oder die UNO tun, indem Sie manchmal dem einen und dann wieder dem andern ein bisschen Recht geben, oder sie kritisieren.
Und die Israelis können ihre Aktionen noch so stark überziehen, z.B. über dem Libanon einen Tag vor dem Waffenstillstand noch hunderttausende von Streubomben abwerfen, welche praktisch nur Zivilisten verletzen können, eine Resolution gegen Israel kommt nie zustande, wenn sie nicht immer auch die Gegenseite kritisiert. Und genau so handeln auch Sie. Sie würden keine Resolution gegen Israel akzeptieren, ohne nicht auch gleichzeitig die Palästinenser zu kritisieren. Das ist aber ein Verhältnisblödsinn. Im Sicherheitsrat könnten ja auch einmal zwei getrennte Resolutionen eingereicht werden. Wetten, dass die USA gegen eine der beiden das Veto einlegen würden.
In Ihrem letzten Beitrag haben Sie aber den Vogel abgeschossen. Sie schreiben, ich zitiere:
„Ich stelle fest, dass die staatlichen Institutionen Israels ein anderes Verhältnis zum Wert des menschlichen Lebens haben als zum Beispiel die Hamas Regierung, die irakischen Parteien, die syrische Regierung, die libanesischen Christen etc. „
Das ist ein inakzeptabler Vergleich nach dem Motto „ich nicht, Du auch.“ Der israelische Staat sollte zuerst einmal seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden, bevor er auf die andern zeigt. Dazu nur ein Beispiel:
Die Hizbollah entführt zwei israelische Soldaten in den Libanon , um von den über 1000 willkürlich verhafteten ohne Anklage seit Jahren im Gefängnis sitzenden Palästinensern einige freizupressen. Statt diskret über Vermittler mit der Hizbollah zu verhandeln, wie Israel es jetzt tut, entfesselte es damals als Antwort einen Luft- und Bodenkrieg, welcher über Tausend unschuldigen Libanesen das Leben kostete. Wo bleibt da der von Ihnen gelobte Respekt für den Wert des menschlichen Lebens.
Ich möchte jetzt nicht polemisch werden, aber der Talmud und die Thora richten sich nur an die Juden, schützenswert ist für Orthodoxe nur jüdisches Leben.
Ich anerkenne aber, dass es in Israel auch eine beträchtliche Anzahl von Friedensaktivisten gibt, welche sich für einen gerechten Frieden und für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen. Die neuen Historiker, die Sie vermutlich kennen, haben auch mit einigen Mythen aufgeräumt und verdienen uneingeschränktes Lob dafür. Auch dazu Chapeau!
@ Zaro
Es geht mir nicht um Applaus
“Und die Israelis können ihre Aktionen noch so stark überziehen, z.B. über dem Libanon einen Tag vor dem Waffenstillstand noch hunderttausende von Streubomben abwerfen, welche praktisch nur Zivilisten verletzen können, eine Resolution gegen Israel kommt nie zustande, wenn sie nicht immer auch die Gegenseite kritisiert. Und genau so handeln auch Sie. Sie würden keine Resolution gegen Israel akzeptieren, ohne nicht auch gleichzeitig die Palästinenser zu kritisieren. Das ist aber ein Verhältnisblödsinn. Im Sicherheitsrat könnten ja auch einmal zwei getrennte Resolutionen eingereicht werden. Wetten, dass die USA gegen eine der beiden das Veto einlegen würden.”
Was soll der Satz, ich würde keine Resolutionen gegen Israel akzeptieren, ich bin nicht Schweizer Botschafter bei der UNO und ich habe keinen politischen Einfluss. Ich bin, wie ich klar sagte, dagegen, dass unwichtige Leute wie ich, “Resolutionen” verfassen, unterstützen etc., weil dies die Stimmung nur aufheizt.
Die Hizbollah hat Kriegshandlungen (Entführungen von Soldaten, Raketenbeschüsse)gegen Israel begangen, deshalb kam es zum Krieg. Völkerrechtlich verantwortlich für die Hizbollah war der Libanon, deshalb wurde der Krieg gegen Libanon geführt. Weshalb die Sysfrer als Herrscher über den Libanon und damit völkerrechtlich Mitverantwortliche die Hizbollah nicht zurück banden, weiss niemand Natürlich waren die Libanesen, die starben, zu einem grossen Teil “unschuldig”, seit Brecht wissen wir, dass die Kriegstreiber selten die Kriegsopfer sind. Der Krieg im Libanon war schlimm, wie jeder Krieg. Und dennoch halte ich daran fest, dass in Israel, auch in der Armee eine Grundhaltung herrscht, nach welcher menschliches Leben wertvoll ist, während die Hamas (oder die Bürgerkriegsparteien im Irak)diese Grundhaltung nicht haben und ich halte auch daran fest, dass wenn Israel seine Kriege so wie die irakischen Bürgerkriegsparteien führen würde, die Opferzahl zehn Mal höher wäre.
Beachten Sie bitte, dass ich nicht sage, dass die Bevölkerung von Palästina, Libanon oder Irak keinen Respekt vor menschlichem Leben haben, hier geht es um einen Vergleich der verschiedenen politischen Systeme.
Dass Orthodoxe nicht-jüdisches Leben nicht für schützenswert halten, ist in dieser Form reiner Quatsch. Sie verfallen in den gleichen Fehler wie die Islamkritiker, die irgendwelche Suren aus dem Koran zitieren, um die Gewaltbereitschaft des Islams zu beweisen, oder Bamberger, der irgendwelche gewalttätigen Bibelzitate anführt. In Zürich gibt es einen orthodoxen Armenarzt, der mir manchmal islamische Klienten, welche ein Problem haben, schickt. Er opfert sich für seine Patienten auf. Das jüdische Flüchtlingswerk in Zürich hat sich immer auch für islamische Flüchtlinge eingesetzt und der jüdische Gemeindebund hat gegen die Diskriminierung von islamischen Menschen Stellung genommen.
Ich bin nicht anti-islamisch, wie könnte ich dies als Ehemann einer islamischen Frau sein? Ich bin nicht anti-palästinensisch. Ich bin wahrscheinlich auch nicht philosemitisch, wobei ich dieses neue Schimpfwort nicht ganz verstehen. Ich bin sicher genau so schockiert über den Libanon-Krieg, über Schatila, über die Abriegelung des Gazastreifens,über den Westbank-Wall wie Sie. Mich ärgert aber diese Verteufelung Israels als Verbrecher durch Schweizer Zaungäste und die Parteinahme für Opfer-Organisationen wie die Hamas oder Hisbollah, die ihre eigenen Landsleute, ja sogar ihre eigenen Parteigänger rücksichtlos liquidieren, wenn es sein muss. Das mag ja in einem Befreiungskampf sogar eine historische Notwendigkeit sein, dann sollte man aber die beiden Parteien mit gleichen moralischen Ellen messen
Das Einzige, wofür ich missionieren würde, wenn ich denn missionieren müsste, wäre Verständnis dafür, dass die Israeli subjektiv wirklich glauben, wenn sie nicht mehr mit dem big stick drohen, würden sie physisch untergehen und dass man diese Ängste ernst nehmen muss, wenn man eine Lösung verhandeln will.
@ Zaro
Bravo, eine vollkommen richtige und auch realistische Einschätzung!
Natürlich gibt es in Israel Bewegungen, welche Gott sei Dank diesem Unsinn wie beispielsweise die menschenunwürdige Abriegelung von der Versorgung bzw. Gettoisierung, eine Ende bereiten wollen.
Doch so lange die israelische Regierung in dieser Form handelt und militärisch agiert, ist Israel für mich niemals eine friedliebende Nation.
Herzliche Grüsse
Juan P
@ Moria
zur Auflockerung, Honny soit qui mal y pense.
Der „Atatismus“ hat seinen Ursprung nicht im Stall von Bethlehem, sondern in der Zionshalle Dübendorf.
Ich habe ein (älteres) Inserat vor mir mit einer Einladung zu einer Neujahrstagung in der Zionshalle „Wie Gott den israelisch-palästinensischen Konflikt löst“ . Alles klar?
Sie glauben doch nicht etwa, dass dort von Empfängnisverhütung gesprochen wurde. Die Mitglieder dieser Organisation sind alle zeugnisfähig –wie können Sie das nur bezweifeln!!!
Und unser Ata, so gefährlich ist er doch gar nicht, unter Freunden blüht er richtig auf, und ausfällig wird er erst, wenn ihn der Mitternachtsruf vorzeitig aus dem Schlaf des Gerechten weckt.
@ Rabbi
Sorry, habe vergessen unter den Adressaten meines Beitrags @Jefferson auch Sie aufzuführen. Ich schätze Ihre Beiträge.
@ Juan
“Doch so lange die israelische Regierung in dieser Form handelt und militärisch agiert, ist Israel für mich niemals eine friedliebende Nation.”
Und was wollen Sie denn damit sagen? Sie haben einen Krieg zwischen zwei Parteien. Beide Parteien sind offensichtlich zur Zeit nicht friedliebend. Was bringt diese Feststellung Neues, wo bringt sie uns weiter?
Ich frage dies bewusst aus folgendem Grunde und ich bin hier auch ein bisschen hartnäckig. Israel war in den 50-er-Jahren mit seinen sozialistischen Regierungen und seinem Kibbuz-System für fast alle Menschen im Westen, auch für uns Kinder, ein strahlendes Vorbild. Nach 1967 wurde es in gewissen Kreisen Mode, antizionistisch aber nicht antisemitisch zu sein. In den 50-er Jahren war das Gegenteil der Fall, die breite Bevölkerung, auch Sozialisten (die UdSSR hatte für die Gründung des Staates Israel gestimmt) war zum Teil noch offen antisemitisch, bewunderte aber den neuen Staat. Tiefenpsychologisch steckte dahinter meines Erachtens Folgendes: Die Deutschen und Schweizer der 50-er Jahre waren sich durchaus ihres kollektiven Versagens in Bezug auf den Holokaust bewusst, diesem Versagen wurde aber durch die Existenz des Musterstaates Israel Sinn gegeben. Damit wurde die eigene Schuld sozusagen gesühnt. Israel musste gut sein, damit das eigene Böse verdrängt werden konnte. Die moralischen Erwartungen, die von Europa aus an Israel gestellt wurden, waren völlig irreal, weshalb dann die Stimmung hier nach der Enttäuschung in den Jahren nach 1967 auch auf die andere Seite kippte.
Etwas von der Stimmung der 50-er Jahre schwingt noch in Ihrer Aussage “Israel ist nicht friedliebend” nach. Israel glaubt aus nachvollziehbaren, aber durchaus diskutabeln richtigen Gründen, sich mit militärischen Mitteln seine Existenz sichern zu müssen. Weshalb dem so ist, habe ich bereits dargelegt. Wir werfen Israel als dem Staat der Holokaustopfer nun vor, dass es diese Haltung einnimmt, dass es nicht so gut so bergpredigthaft geblieben ist, wie unsere Projektionen in den 50-er Jahren es haben wollten.
Nein, Israel als Staat ist zur Zeit nicht friedliebend (die Bewohner dürften wahrscheinlich den Dauerkrieg ziemlich satt haben), Palästina ist auch nicht friedliebend, und die beiden Seiten versuchen in einer Machtprobe ihre nationalen Ansprüche auf Kosten der anderen Seite durchzusetzen.
Wieso es aber hier zu Lande so wichtig ist, dass unter allen Ländern, die Kriege führen, gerade Israel friedliebend sein muss, das ist der viel interessantere Punkt und den sollte man hier diskutieren. Nie wird der sudanesischen Regierung im Darfour-Krieg mangelnde Friedliebigkeit vorgeworfen, die sudanesische Regierung ist und völlig wurst. Niemand interessiert sich für die Friedliebe der schiitischen Führung im Irak, etc.
@ Thomas Jefferson
Die israelische Geschichte lässt sich mit keiner anderen Staatsgeschichte der Moderne vergleichen.
Darum erst recht sollte doch Israel ein Zeichen setzen, dass der Stärkere (Goliath) unbedingt in weiser Form nachgeben muss. Ich mag die Israelis als Volk sehr gut, doch nicht deren Regierung.
Was jetzt auf Kosten der Bevölkerung praktiziert wird, dafür gibt es keine Entschuldigung. Auch nicht der Libanonfeldzug, der ein Fiasko wurde und vielen Unschuldigen das Leben kostete.
Ich denke immer an meinen verstorbenen Bekannten der mir Geschichten aus dem Warschauer Getto erzählte….
Gruss
Juan P
@ Jefferson
Israel will Ruhe, keinen Frieden
Ihre Kritik an meiner Thora Interpretation akzeptiere ich. Ihr Vergleich mit entsprechenden Bibelstellen ist in Ordnung.
Verstehe ich Sie richtig?. Sie betrachten den israelischen Angriff auf und den Einmarsch in Libanon als gerechtfertigt?
Sie schreiben “Palästina ist auch nicht friedliebend”. Etwas zynisch. Palästina als Staat existiert gar nicht. Es gibt palästinensische Kämpfer, die sich gegen Besatzer wehren, was legitim ist. Ich weiss dass einige auch verabscheuungswürdige Terrorakte gegen Zivilisten ausführen.
Denen antwortet aber nicht die Irgun, sondern der Staat Israel mit gezielten Tötungen und Zerstörungen. Letztere werden aber auch ausgeführt, wenn die Hamas sechs Monate stillhält. Zitat: Viktor Kocher).
“Israel will keinen Frieden, sondern Ruhe. Israel braucht die Hamas.” gemeint ist, um nicht verhandeln zu müssen. Das sagt kein Geringerer, als der schon vorher zitierte Ex-Botschafter Avi Primor.
@Zaro
“Sie betrachten den israelischen Angriff auf und den Einmarsch in Libanon als gerechtfertigt?”
Eigentlich möchte ich nicht auf dieser Ebene argumentieren, weil ich das nicht so fruchtbar finde.
Aber wenn wir nun das begonnen haben:
1. Persönlich ist für mich ein Krieg oder eine Tötung nie gerechtfertigt. Ich fand den Krieg im Libanon grausam und sinnlos.
2. Ob ein Land, das aus einem anderen Land mit Raketen beschossen wird und dessen Soldaten getötet werden, retorsionsweise zurückschlagen darf, lässt sich völkerrechtlich zumindest diskutieren. Da lassen sich wohl beide Meinungen vertreten. So und nur so dürften Sie das Wort gerechtfertigt, das ich nicht gebraucht habe, verstehen, sicher nicht im Sinne des “gerechten Krieges”. Letzten Endes kann ich diese völkerrechtliche Frage nicht entscheiden, sie ist für mich auch nicht so wichtig.
ZARO
ich verstehe sehr gut, was Du meinst.
Zum ersten – nicht vergessen ‘unser’ Thomas JEFFERSON ist/war Richter!
Bestimmt liegt bei ihm eine gewisse – legitime – ‘déformation professionelle’ zugrunde?
Kann man zugleich Richter und Partei sein?
- zum zw_A_iten – oh jeh – Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits sehr muede, als er die Fundis kreierte hundemuede….!
Thomas JEFFERSON
Sie glaenzten am Anfang Ihrer Blog’karriere’ mit (religioeser) Undurchsichtigkeit, welche Sie total und gluecklicherweise auf brilliante Art und Schreibweise abgelegt haben. Nun wirken Sie auf uns fast zu ausgewogen – man hat es wahrlich nicht leicht mit uns BloggerInnen, nicht wahr?
Trotzdem es gibt Konflikte, wo die Gerechtig- und Menschlichkeit nach Parteilichkeit SCHREIT. Wobei Loesungsansaetze natuerlich weit wertvoller waeren.
Rabbi JUSSUF
ich lese und wuerde gerne von Dir lesen…
@ thomas jefferson
sie wirken auf mich nicht fassbar und damit auch nicht glaubwürdig. ich höre sie vom hohen seil herunter reden und frage mich, wie sie auf dem boden tönen.
sie, herr jefferson, umgeben die israelische position mit viel kontext und achtung. dabei machen sie ganz subtil wertungen, in dem sie unzulässige- überhaupt-vergleiche anstellen.
darf ich sie fragen: ist ihre islamische frau eine schiitin?
ein p.s.: mein ältester sohn ist gerade mit seinen israelischen freunden ( die er im türkeiurlaub kennengelernt hat ) in holland.
angenommen es gäbe den krieg nicht…was würde in israel passieren???
wäre ein bürgerkrieg unter den israelis die folge? was hält DIESES israel zusammen?
angenommen es gäbe den krieg nicht…würde die israelische wirtschaft ebenso florieren?
könnte israel noch so viel “kriegswissen, terrorwissen” exportieren und damit gutes geld verdienen?
>>”Tiefenpsychologisch steckte dahinter meines Erachtens Folgendes: Die Deutschen und Schweizer der 50-er Jahre waren sich durchaus ihres kollektiven Versagens in Bezug auf den Holokaust bewusst, diesem Versagen wurde aber durch die Existenz des Musterstaates Israel Sinn gegeben.”<<
diesen abschnitt ihres beitrages verstehe ich in diesem sinn. wollten sie das damit ausdrücken?: die palästinenser sühnen!!!
mit freundlichen grüssen
aysha
@ solochrischt
den film ‘schindlers liste’ habe ich mindestens 20 mal angeschaut.
während meiner lehrtätigkeit als religionslehrerin, habe ich mich und alle klassen diesem film ausgesetzt. ohne ausnahme, auch wenn die klasse es nicht wollte und eltern reklamierten.
als zweiten must-film, schauten wir ‘amistad’ an.
warum, lieber solochrischt, stellst du mir die obigen fragen?
seit einem jahr und mehr schreibe ich davon:
dass wir alle aus dem gleichen stoff mit verschiedenen mustern sind.
dass es immer um den menschen geht! um die möglichkeiten und unmöglichkeiten des menschseins
dass die umstände den menschen formen
dass wir menschen zu allem fähig sind
dass wir vom baum der erkenntnis gegessen haben und unterschiedlich am verdauen sind
dass wir das gegessene lieber auskotzen wollen
dass wir gerne die augen verschliessen möchten
dass in uns der teufel steckt
dass in uns grossartiges steckt
dass wir schisshasen sind…
lieber solochrischt, was genau wotsch du mir säge? ich han im moment e langi leitig:-)
aysha
@ solochrischt
mängisch dänk ich, dass atheischte wäge all dem wo menschä astelled, nöd an gott glaubed.
unrächt händs ja nöd damit.
frag isch, warum mir trotzdem no glaubed?
warum glaubsch du?
@ Thomas Jefferson
zu 1. „Der Krieg (im Libanon) war grausam und sinnlos“. Was zu beweisen war. Bravo, Sie sind flexibel, wir bewegen uns aufeinander zu.
zu 2. Völkerrecht . Sie sind oder waren Richter. Wusst ich nicht, Chapeau! Die USA versuchen seit Bush dauernd das Völkerrecht neu zu definieren, d.h abzuschwächen, sie halten sich auch nicht daran, CIA Flüge, Guantanamo etc. und deshalb fühlt sich ja auch ihr Klientenstaat nicht dazu verpflichtet.
Aber betrachten wir mal zwei praktische Fälle: Angenommen, baskische ETA Separatisten, verüben von einer Basis in Frankreich aus operierend, einen Anschlag in Spanien, würde das die spanische Regierung berechtigen die Basis des baskischen Terrorkommandos in Frankreich zu bombardieren?
Oder vor Jahren beschoss die IRA in London Downing Street 10, wenn ich mich richtig erinnere, mit einer Rakete, haben darauf etwa britische Helikopter den katholischen Sektor von Belfast beschossen, und „mutmassliche“ Terroristen gezielt getötet. Warum gilt für Israel immer „anderes Recht“ als für den Rest der zivilisierten Welt. Sie brauchen diesen Punkt nicht zu beantworten, ich möchte nur einige Leser dieses Beitrags zum Denken anregen.
Zu X. Sie schreiben, dass Ihre Frau Muslimin sei, gut, aber warum sagen Sie nicht ganz einfach Iranerin oder Libanesin, oder welcher Nationalität auch immer.
Ich habe in einem meiner allerersten Beiträge die Meinung geäussert, dass es sich beim Palästina Konflikt nicht um einen religiösen Konflikt handelt, sondern um einen politischen Kampf um Land zwischen zwei ethnisch verschiedenen Völkern. In der PLO von Abbas gibt es auch Christen, und auch der frühere Chef der PFLP Habash war ein Christ.
@ Moria
Vielleicht hat er sich auch nur bei der grossen Sintflut auf der Arche Noah hinter einem Känguruh versteckt. Dieses ist dann nach der Landung der Arche auf dem Ararat am 17. Tage des 7. Monats (1.Mose, 8.4.) offenbar der Missionierung entkommen und ins ferne Australien abgehauen.
@ Michael Bamberger
Danke für die vielen ausgezeichneten Beiträge geschrieben mit einer -von uns andern unerreichten- intellektuellen Brillianz.
Aber jetzt habe ich Sie endlich mit einem Fehler erwischt.
Im Original des Asterix heisst es :
“Ils sont fous, les romains”.
@ aysha
Wenn jemand für Sie nicht fassbar ist, ist er bei Ihrer Logik unglaubwürdig. Dann bin ich ja zum Glück glaubwürdig.
Man kann es auch umkehren……wenn Ihnen bei jemandem die Argumente ausgehen, dann retten Sie sich mit dem obengenannten Satz. Aber keine Angst, tia Moria wird Sie nicht hängen lassen. wollen wir wetten ?
Sie waren also Religionslehrerin. Stellen Sie sich mal vor, wenn ich das von mir sagen würde. Dann würde das Mobbing verdreifacht werden !
@ atalaia
mir sind die argumente nicht ausgegangen, wie kommen sie denn darauf? ich wiederhole mich nicht und gehe davon aus, dass mein gegenüber die fähigkeit hat selber zu denken.
herr jefferson ist ein differenziert denkender mann und weiss, wie er meinen beitrag einordnen kann.
ja, es stimmt. ich war religionslehrerin. es ist eine tatsache, dass ich die einzige muslimische religionslehrerin war, die in einer öffentlichen schule, in einem CHristlichen land, unterrichtet hat.
wie tolerant und grossartig ist doch unser land.
hier trete ich ja nicht als religionslehrerin auf. warum sollte ich deswegen gemobbt werden?
mit freundlichen grüssen
aysha
@ aysha
Die Israeli und die Juden sind auch Menschen.
@ Aysha
ganz recht, wir sind in einem toleranten Land. Hoffentlich darf man bald auch mal in Saudi Arabien das Christentum unterrichten. Natürlich sollen Sie nicht gemobbt werden. Ich wollte damit sagen dass wenn mein Name über dem Satz, dass Sie Religionslehrerin waren, gestanden hätte, wäre wieder ein Riesengeschrei losgegangen. “Typisch, dass so ein böser Extremist wie Atalaia dann noch Religion lehrt”……;-)