Osho, oder Bhagwan, wie er sich früher nannte, galt als der sanfte Guru. Sein liebliches Gesicht, der wallende Bart und die listigen Äuglein liessen die Herzen vieler Anhängerinnen schmelzen. Und da in den Bhagwan-Kommunen und –Ashrams lange Zeit die freie Liebe propagiert und praktiziert worden war, zog er auch männliche spirituelle Sucher an, die damals noch nicht so viel Übersinnliches oder Esoterisches am Hut hatten. Hei, wie ging es lustig her und zu bei den erleuchteten Devotees des extravaganten Gurus aus Poona.
Bhagwan war ein heller Kopf. Er hatte zwar viele spirituelle und philosophische Weisheiten aus allen Epochen zusammengeklaubt, aber seine neue Mischung aus alten fernöstlichen Weisheiten und westlich hedonistischer Denkweise liess viele Althippies durchstarten.
Der indische Guru war überdies ein schlauer Fuchs und Meister der Provokation. Seine spirituelle Bewegung eine Sekte? Ach wo! Er band, wie er vorgab, seine Anhänger nicht an sich. Er warf ihnen sogar an den Kopf: Selber blöd, wer mir glaubt, mir nachfolgt oder mir gar einen Rolls Royce schenkt. (Die Devotees taten es trotzdem. Als er starb, war er stolzer Besitzer von 99 Edelkutschen. Er hätte gern 365 gehabt. Damit er jeden Tag in einen andern Rolls hätte steigen können. Verständlich. Bei einer täglichen Fahrt von 400 Metern von seiner Residenz zur Buddha-Hall. Und zurück.) Je mehr er seine Jünger auslachte und anschwieg – in Oregon beliebte es dem Guru, jahrelang zu schweigen -, desto frenetischer jubelten sie ihm am Strassenrand zu, wenn er in seinem Rolls vorbeischwebte.
Für ihn war alles nur ein Spiel, ein netter Joke. Mindestens in seinen Lectures. Worte sind ja so geschmeidig. Sie fliessen leicht über die Lippen. Und man hört es gern, wenn einer brillant zu formulieren weiss.
Doch bei Bhagwan klafften die spirituellen Unterweisungen und die grobstofflichen Anforderungen tüchtig auseinander. Der liebliche Guru mit den verschmitzten Äuglein konnte ganz schön bissig werden. Dann war es vorbei mit den einlullenden übersinnlichen Schalmeien. Und wenn seine rechte Hand Sheela zur Geissel griff, rannten die Osho-Krieger zu den Maschinengewehren und sicherten das Osho-Gelände mit scharfer Munition ab.
Den wahren Geist offenbarte Bhagwan in seinem Buch “Die goldene Zukunft”. Darin entwickelt er ein neues Gesellschaftsmodell. Was er propagiert, grenzt an Diktatur. Und hat faschistoide Anleihen.
Beispiele: Wählen darf in “Osho-Land” nur, wer einen Meditationskurs nach bhagwa(h)nscher Art absolviert hat. Gläubige anderer Religionen müssen umerzogen werden, damit sie vom Aberglauben befreit werden. Wählbar ist nur, wer die Matur (Abitur) hat und durch die Osho-Schule gegangen ist. Uneingeschränkte Bürgerrechte haben also nur Osho-geeichte Individuen. Gute Nacht Demokratie, Solidarität, Gleichheit. Ganz zu schweigen von den Menschenrechten.
Zur Fortpflanzung: In Zukunft dürfen nur künstlich befruchtete Kinder zur Welt gebracht werden. Vorher werden die Gene der Samen und Eier getestet. Osho wörtlich: „Künstliche Besamung ist die einzige wissenschaftliche Methode, um das beste Kind zu finden. ‚Ich bin der Vater’ – diese alte Vorstellung müssen wir aufgeben. Wir müssen umlernen: ‚Ich habe das beste Kind ausgesucht’ – das sollte der Stolz des Mannes sein.“ So können Missbildungen vermieden werden. Familien sind laut Osho überholt, Kinder sollten in speziellen Kommunen aufwachsen.
Und jetzt kommt’s knüppeldick: Behinderte werden „in den ewigen Schlaf geschickt“, wie Bhagwan die Euthanasie verräterisch sanft umschreibt. Sprich: Umgebracht. „Und es ist gar kein Problem dabei: nur der Körper löst sich wieder in die Elemente auf, die Seele sucht sich einen andern Mutterschoss. Nichts wird zerstört.“
Da wundert es auch nicht, dass in Bhagwan-Ashrams Kinder sexuell missbraucht worden sind. Von der angeblich spirituellen Superelite.
Dabei gelten Bhagwan und seine Anhänger bei uns als pionierhafte, sanfte, originelle und kreative spirituelle Sucher. Und noch heute sind Hunderte von „Therapeuten“ tätig, die Bhagwans Methoden anwenden.












































Auf eine Art war der Osho noch sympathisch, weil man bei ihm eben so richtig “die Sau raus lassen” konnte. Dies einmal experimentell tun. Ich denke auch an die verschiedenen Therapiegruppen, wo man mal so richtig aufeinander losgehen konnte. Es ging darum, all das Verkrampfte und Unterdrückte einmal loszuwerden. Zumindest im vorübergehende Sinne hat er doch einiges positives bewirkt. Die meisten Anhänger sind ja wieder normal geworden.
@ sonnenblume:
ich komme mit deinen aussagen nicht ganz klar. vielleicht liegt das an den vielen schwammigen begriffen: sau rauslassen, aufeinander losgehen, verkrampftes und unterdrücktes loswerden… was haben denn die jünger oshos nun konkret getan? sind sie einander locker und unverkrampft an die gurgel gesprungen und waren froh, dies endlich mal ganz experimentell tun zu können? oder ging es doch nur um ein zweifelhaftes erleuchtungsgefühl durch exzessives rudelbumsen?
nach meiner höchst weltlichen und bünzlihaften auffassung von sexualität haben die solchermassen erleuchteten lediglich einen konflikt, der eigentlich im intimen bereich des menschen stattfindet, vervielfältigt und an die leitung einer gruppe delegiert: es gibt ja menschen, die haben schwierigkeiten, in der sexualität ihre aussengrenzen zu verteidigen. hingabe als erfüllung partnerschaftlicher pflicht sozusagen. ehen oder beziehungen werden tatsächlich und allerhöchstens: vollzogen. dies gilt sowohl für menschen, die ihre ansichten über sexualität mal vom pfaffen vermittelt bekommen haben und diese anschauungen durch die irrungen und wirrungen der sogenannten sexuellen revolution bewahrt haben, als auch für die eingefleischten anhänger dieser irrlichternden befreiungslehre.
in der hoffnung, ihrer körperlichkeit endlich gegen alle einengenden vorstellungen ausdruck verleihen zu können, ziehen sie also nach poona. und sehen sich vor dem gleichen problem wie daheim: ihr körper weigert sich, irgendeine form von erleuchtung zu akzeptieren. er weigert sich zum beispiel, bei der hingabe an den fettleibigen buchhalter aus wien, bei dem man sich sowieso fragt, was ausgerechnet der hier will, irgendwelche lustgefühle zu produzieren. die freiheit der sexualität wird nunmehr: vollzogen. mit dem ersatzziel der spirituellen weiterentwicklung vor augen, wenn’s schon nicht zum orgasmus reicht. vögeln für die erleuchtung: wahrlich ein konzept, welches dem lichtsuchenden je nach veranlagung einiges an zumutungen bereithält. keine anderen zumutungen zwar, als dessen intimleben bisher zeitigte, aber jetzt: unter aufsicht und im ergebnis von oben kontrollierbar.
dies kann nicht das positive sein, das uns der fernöstliche weihnachtsmann beschert hat.
die tatsache, dass nicht alle anhänger des sympathischen irren mit dem rauschebart nach abbruch ihrer gruppentherapien und -kopulation vollends druchgeknallt sind, sondern sich wieder in ihrem früheren leben zurechtfanden, muss osho auch nicht als verdienst, sondern höchstens als mildernder umstand angerechnet werden!
zu den gruppen”therapien” fällt mir immer wieder ein, dass eine therapie eigentlich helfen soll, und nicht nur das eigene leiden mit dem anderer ergänzen. was soll eine gruppe von menschen mit allenfalls diffuser erkenntnis der eigenen probleme füreinander tun können, ausser: anderen gruppenteilnehmern deren probleme abnehmen um die eigenen in den hintergrund treten zu lassen? in dieser form von therapie schwingt eine heimtückische universalgültigkeit von “reden hilft” mit. was aus psychomedizinischer sicht nicht mal den status einer bauernweisheit geniesst, sondern zu recht als einer von vielen anfängen eines heilungsprozesses angesehen wird, bekommt hier den völlig unverdienten ritterschlag zum allheilmittel. hier blinzelt das altbekannte leiden parawissenschaftlicher umtriebe in die welt: die verallgemeinerung von komplexem wissen als weiterführendes geheimwissen.
darf ich jetzt konkrete positive resultate von oshos rolls-royce-therapie erfahren?
Sonnenblume
…..überzeugende Gründe, sich Bhagwan anzuschliessen!
Da käme Dir ein Ballermann-Arrangement auf Mallorca günstiger. Auch wärst Du ehrlicher mit Dir, und die Gespielinnen wären bestimmt auch noch attraktiver!
@Ferrarivernichter
Ich verbitte mir deine anzüglichen Bemerkungen. Wir haben zwar damals sehr viel und sehr oft gefickt, und ich hatte auch dabei meinen ersten Multible-Orgasmus. Aber wir sind dabei immer sauber und anständig geblieben.
War Osho eigentlich ein Terrorist?
Es ist ja klar, dass er und seine Leute Vergewaltiger, Pädophile, Psychopathen, Geisteskranke, Dilletanten, Militante und noch vieles andere waren.
Aber waren sie auch Terroristen? Ich glaube heute wären sie das.
Bravo Schneewittchen, und das alles immer mit Gummi!
@ Milnir
Nein, Osho war kein Terrorist. Meines Erachtens scheiterte er an der unmöglichen Synthese von fernöstlicher Philosophie/Denkweise/Mentalität und westlichem Effizienz- und Zweckdenken. Osho war eigentlich gegen jede Form von Gewalt, wollte der Welt aber seine Ideologie verpassen. Und er fand lobende Worte für Hitler, obwohl er den Zweiten Weltkrieg nicht gutheissen konnte. Osho konnte nicht nachvollziehen, wie seine provokativen Gedankenspiele bei uns rational denkenden und historisch sensiblen Westlern ankommen würden.
In einem Spiegel-Interview sagte Osho 1985, er sei wie Hitler, aber ohne die Fehler, die dieser bei der Realisierung des ganzheitlichen authentischen Menschentums gemacht habe. Hitlers Eigenschaften und das, was er eigentlich gewollt habe, seien positiv gewesen. Er sei »so moralisch wie Mahatma Gandhi« gewesen, »vom Wesen her ein Hindu, noch mehr als Gandhi. Er war ein Heiliger«. Und damit auch wirklich kein Zweifel bleibt, daß er vom gleichen Schlage wie Hitler sei, fügt er hinzu: »Ich liebe diesen Mann. Er war verrückt. Aber ich bin noch verrückter.« Wenige Wochen später schiebt er, besorgt um sein Renomee als »Meister«, in einer Presseerklärung nach: »Wenn ich gesagt habe, daß ich eine gewisse Liebe für Hitler habe, meinte ich damit, daß ich Ehrlichkeit, Integrität, Mut und Direktheit liebe. Und diese Eigenschaften haben in dem Mann gesteckt. Nur hat er sie mißbraucht. Ich verurteile die Art, wie er diese Qualitäten einsetzte, aber diese Qualitäten kann ich nicht verurteilen.« »Ich hasse Menschen die Masken tragen. Denn sie betrügen jeden, sich selbst eingeschlossen.[...] Adolf Hitler hatte keine Maske.”
Irgendwie scheint mir H Stamm, dass sowohl bei Osho wie bei Prabupada ein Phänomen da zu sein, dass diese beiden sehr klein begonnen haben, eine kleine Gruppe um sich zu scharen. Prabupada ging mehr oder weniger mittellos nach Amerika und lebte vorerst in einer ganz bescheidenen Wohnung. Und heute ist es eine weltumspannende Organisation! Bei Osho eigentlich auch, er hielt mal einen Vortrag, fand seine Zuläufer und es entwickelte sich ein riesiges Unternehmen. Es fragt sich natürlich, liegt das nun an diesen Personen oder an den Personen, die in ihnen irgend einen Messias mit neuer Lebensphilosophie entdeckten. Für mich ist es einfach unerklärlich, warum sich solche Bewegungen aus dem völligen Nichts entwickeln konnten. War das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt auf dem Markt!?
HUGO STAMM BLOGT! Wie sagte man eigentlich dem, was hier abläuft, bevor es das mittlerweile allgegenwärtige Modewort BLOG gab..? Ah ja, Foren waren das! Vor der Blogwelle hätte es als Titel folgerichtig heissen müssen: Hugo Stamm FORUMT – oder so ähnlich. Doch der neue Begriff hat weder Inhalt noch Form dieser internetschen Tummelplätze des Gedankenaustauschs zu ändern vermocht. Maximal 10 treue Gemeindemitglieder diskutieren zeitversetzt und für alle Welt sichtbar das vom Leader (oder GURU?)vorgebenen Thema, und zwar solange und in immer neuen Varianten, bis das letzte Tröpfchen der Zitrone ausgepresst ist.
Lieber Herr Stamm, ich versichere Sie meiner vollen Sympathie bezüglich des Themas Sekten, aber jetzt sollten Sie und Ihre treue Schreibergemeinde akzeptieren, dass der BLOG seit längerem schon nur noch aus der leeren Zitronenschale besteht.
Mein Vorschlag für die dringend nötige neue Zitrone: Ein Feldzug gegen den ganzen Hokuspokus der Komplementärmedizin samt Nebenerscheinungen wie Grander-Wasser und Co.!
Sehr geehrter Herr Stamm
kann man Sie auch mal zu einer Unterredung buchen? Ich meine so unverbindlich in der Tagi-Redaktion. Natürlich würde ich eine solche Sitzung entschädigen. Oder verneine Sie eher solche Begegnungen?
Ja, oder machen sie auch Hausbesuche wie so ein Landarzt? Mit mir könnten sie über ALLES reden!
@ schneewittchen:
sauber und anständig seid ihr geblieben? respekt, das können nicht alle fickenden dieser erde von sich behaupten, erst recht nicht bei derartig motivierter geballter kopulationstätigkeit.
deinen ersten multiplen abgang darfst du uns auch gern verheimlichen: solche intimen bemerkungen finde ich anstössig und nötigend!
ansonsten freut mich für dich, dass du von deiner teilnahme an den hüftbetonten erleuchtungspraktiken des meisters wenigstens etwas hattest.
bin ich froh, dass ich für sowas keinen meister brauche.
@Lotusblüte
schreiben Sie mir ein Mail (hugo.stamm@tages-anzeiger.ch) oder rufen Sie mich an: 01-248 44 11. (Am besten Mi-Fr).
@ Sonnenblume
Der Erfolg von Gurus wie Osho, Prabhupada, Sri Chinmoy, Sai Baba, Takar Singh, Maharishi Mahesh Yogi usw. hat sicher damit zu tun, dass sie den Nerv der Zeit getroffen haben. Seit den 80-er Jahren sind zivilisationsmüde Wohlstandsbürger aus dem Westen fasziniert von fernöstlichen Heilsvorstellungen. Das Exotische lockt seither. Denken Sie nur an die Verehrung des Dalai Lama und den Buddhismus-Boom.
Den Erfolg der Gurs auf ihre spirituelle Ausstrahlung oder die Qualität ihrer Heilsvorstellungen zurückzuführen, scheint mir nicht plausibel. Denn: Auch viele indische Scharlatane haben viel Zulauf.
Schneewittchen: ich glaube schon, dass Bhagawan in erotischer Hinsicht einige Knöpfe lösen konnte. Wobei natürlich die “wilde Fickerei” (sorry der Ausdruck) auch gewisse Nachteile haben kann, wenn plötzlich ein geliebter Partner es mit einer anderen tut.
Vielleicht hast Du letzthin die Sendung mit dem Guru von Solothurn gesehen, der mit zwei Frauen zusammenlebt und je 4 Kinder gezeugt hat. Zudem ist es in seiner Gruppe erlaubt, den Weg der freien Liebe zu gehen.
Ich meinerseits glaube, man sollte mit Vorsicht an die Sache gehen. Oder würdest Du das anders erklären.
Herr Stamm
ich danke Ihnen, dass Sie das Thema aufgreifen. Es gibt noch heute Therapeuten, die mit Oshozeugs den Leuten eine Persönlichkeitsentwicklung verkaufen. Es ist bedenklich wie diese Leute psychisch destabilisiert werden. Zum Teil gehen Ehen in Brüche.
Das ganze Zeugs ist auch noch teuer. Und das Schlimmste daran ist, dass die Therapeuten meinen, sie täten ein gutes Werk.
Es kann nicht genug von diesem Selbstverwirlichungswahn gewarnt werden.
@Hugo Stamm, wie ich schon im vorherigen Blog gesagt habe, habe ich mit einigen asiatischen Mönchen gesprochen. Der Dalai Lama war so einer der mir, mit aller Bescheidenheit, sehr weise vorkam.
Das mag sich fremd anhören, wenn es von mir kommt, der Dalai Lama hat sich nicht selbst zum Guru ernannt, sondern wurde von den Buddhisten schon als kleines Kind dazu ernannt.
Der heutige Dalai Lama ist der erste, der nach meiner Meinung selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommt in dem er gute Bücher schreibt, Vorträge in Philosophie gibt und nicht von Almosen lebt
Er ist natürlich nicht selbst auf diese Idee gekommen, sonder quasi dazu gezwungen worden, als die Chinesen damals sein Königreich überrannt haben und ihn vertrieben haben.
Er sagt heute selber, obwohl die Invasion eigentlich ein schlechtes Ereignis in der Geschichte war, diese Ereignis am Schluss für ihn gut war, weil es ihm die Augen geöffnet hat.
Dazu kommt, dass er der einzige religiöse Führer ist, den ich kenne, der seine Religion ständig den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft anpasst. Ein Buch das ich empfehlen kann ist „The Universe in a Single Atom“.
Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass es auch unter den Religiösen auch Weise gibt, genau wie es unter den Armen auch Schlechte gibt und unter den Reichen auch Gute gibt.
Nur anbeten oder verehren würde ich ihn trotzdem nicht und würde das auch niemandem empfehlen.
rg
Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde, Herr Stamm: In ihrem Buch über die Geschichte von Lea kommt ja ein gewisser “Benno” vor. Zwar kein Guru im eigentlichen Sinn – aber trotzdem offenbear wichtig für den Zusammenhang der Gruppe. Ich habe mir da dann immer die Frage gestellt: Wie kann so jemand überhaupt diesen Status erreichen? Bei Osho mag das ja noch nachvollziehbar sein – der hatte einfach ein gutes Marketing – aber bei so einem Typen?
@ rg:
für deine abhandlungen über wirtschaft habe ich dir ja damals die zehen breitgetreten. mit dem resultat, dass ich meinen beitrag nicht am spam-filter vorbeigekriegt habe. (ein schelm, wer new-economy-verschwörung dabei denkt.)
deine bisherigen beiträge zu diversen themen rund ums spirituelle finde ich allerdings grossenteils klasse: sie tönen nicht mal so, als wäre deine kritik der überbordenden gläubigkeit in einer materialistischen weltsicht begründet.
hut ab, f.
Unser Dalai Lama ist nur deshalb so berühmt, weil er Wertvorstellungen nicht nur propagiert, sondern auch lebt, in welcher unsere heutige Sicht der Dinge keinen Platz hat. Deshalb bestaunen wir ihn wie ein Ausstellungsstück hinter Glas im Museum.
Der Dalai Lama ist eine der wenigen Personen, welche durchaus eine alternative Lebensphilosophie bieten können, fernab vom Irrsinn der heutigen Welt. Wobei ich, ehrlich gesagt, sein Evangelium auch nicht verstehe, denn es macht sich frei von irgendeinem Zweck. Vielleicht sollte man es deshalb auch gar nicht versuchen zu verstehen.
Seine Reden finde ich nicht allzu gut. Weil er sich zuwenig mit der Geisteswissenschaft des Abendlandes befasst hat. Alle seine Theorien wurden von unseren gescheiten Köpfen bereits 1000x durchgekaut und in vielen Variationen wiedergegeben. Er scheint das nicht zu wissen und geht seinen Weg. Aber das ist vielleicht das einzige, was man ihm ankreiden kann. Sein Evangelium kann also von einem Westler gar nicht verstanden werden, weil er nicht in der Sprache des Abendlandes spricht.
Ansonsten finde ich seine Aussagen aber hochinteressant, und sie lassen Spielraum für Interpretationen. Ausserdem, denke ich, stellt er auch den Menschen in den Mittelpunkt, und nicht irgend ein System. Und deshalb schon ist er ein guter spiritueller Führer.(Oh nein, nicht schon wieder ‘Führer’.
)
@ferrarivernichter, danke für die Blümchen, die waren wirklich nicht nötig.
Jetzt wo Sie mich besser kennen, würden Sie meine „abhandlungen über wirtschaft“ wahrscheinlich eher verstehen. Man kann ja zurückgehen und lesen.
Wenn ich darüber schreibe wie die Wirtschaft funktioniert, geht es mir nicht darum etwas zu verteidigen, sondern Missverständnisse zu reduzieren.
Ich habe unten angefangen und, wie Sie auf dem Bau gearbeitet. Ich habe dann ein paar gute Entscheidungen getroffen und dazu ein wenig Glück gehabt. Dank der Computerindustrie habe ich mich dann finanziell gut etabliert und gleichzeitig total überschätzt. Dabei habe ich das meiste Geld wieder verloren. Heute lebe ich ein bescheidenes aber bequemes Leben ohne Schulden.
Wenn man wirtschaftlich unten ist, hat man den Drang die Wirtschaft auf die eine Weise zu sehen, und wenn man oben ist auf eine Andere. Aber die Regeln der Wirtschaft verändern sich nicht. Und das ist es, was ich versuche zu erklären.
Nun, was hat das mit diesem Blog und Spiritualität zu tun? Wenn man wirtschaftlich unten ist hat man schnell die Tendenz Hilfe zu suchen. Und wenn man diese Hilfe nicht auf dieser Erde findet sucht man sie eben extern. Dabei wird das oft mit Spiritualität verwechselt, womit es aber meistens sehr wenig zu tun hat.
Spiritualität kann im Leben helfen. Um sie zu finden, muss man aber nicht nach Indien gehen.
Ein westliches Beispiel für Inspiration wäre Richard Bach. Ein Mann voll von Spiritualität. Er schreibt seine Geschichten in einem halb-autobiographischen Format und es geht meistens ums fliegen. Über die Jahre wurden sie dann nimmer mehr „New Wave“, was ja auch nicht mehr so new ist, aber lesenswert geblieben.
Hier sind zwei seiner Zitate. Er hat es in English gesagt und so lasse ich es auch so:
“I don’t want to do business with those who don’t make a profit, because they can’t give the best service.”
“Argue for your limitations, and sure enough they’re yours.”
Ich hoffe der @Milnir liest mit.
rg
@ Gregi
“Benno” war schon eine Art Guru. Er war die absolute Autorität der Gruppe, traf alle wichtigen Entscheide, und die Mitglieder suchten jede Gelegenheit, in seiner Nähe zu sein und seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Sie verehrten ihn und setzten alle Hoffungen bezüglich geistigem Aufstieg in ihn. Er hatte also die Verfügungsgewalt.
“Benno” nutzte die Gruppe, um sein Leben gemütlich einzurichten. Er war ein absoluter Konsummensch, der die grobstofflichen Bedürfnisse auf fast primitive Weise auslebte: Geile Fahrzeuge, ein eigenes Flugzeug, Sex à gogo, kulinarische Extravaganz bis zum Übergewicht. Und alles finanziert durch die Gruppe. Er verbrachte auch einen Grossteil des Tages im Bett. Das Übersinnliche schien nur das Vehikel zu sein, um die Leute an sich zu binden und anzutreiben. Kurz: Triebbefriedigung auf tiefstem Niveau.
Interessant ist im Zusammenhang mit meinem Beitrag: “Benno”, das Medium Julie und noch ein paar Mitglieder waren früher Osho-Anhänger und Osho-Therapeuten. Auch andere Osho-Therapeuten haben eigene Gruppen gebildet, die Sektencharakter zeigen.
Die Ansicht, Hitler wäre ohne Auschwitz gar nicht so schlecht gewesen, ist in Indien recht populär. Hitler hat ja die arische Rasse als allen anderen überlegen dargestellt und die Inder sind Arier. Ausserdem stammt auch das Hakenkreuz (als Swastika) aus der hinduistischen Tradition. Aber man muss gar nicht so weit reisen. Den Satz “Hitler hätte das mit den Juden nicht machen sollen, der Rest ist ganz gut gewesen” habe ich auch hier in der Schweiz einige Male gehört, zum Beispiel im Militär. Zum Kotzen!
rg – milnir
Zum Dalai Lama – ähnlich wie Ihr schätzte ich ihn ein, nur hegte ich schon immer meine Zweifel an seinem allzu “göttlichen” Status und seinem fast provokativen Dauer-Lächeln. So informierte ich mich links und rechts etwas näher, und tatsächlich, da kam auch Erstaunliches zu Tage.
Dazu habe ich mir sogar einen Bericht (Teil davon) vom Tagi, aus den Tasten eines seiner glaubwürdigsten und weitbereisten Experten….. aufbewahrt. Eine höchst aufschlussreiche und eindrückliche Sichtweise.
“Der Dalai Lama ist eine Kultfigur und spirituelle Pop-Ikone. Die Verklärung des «Gottkönigs» beruht auf vielen Mythen.
Der Dalai Lama verkörpert ein einzigartiges Idol: Er ist ein angeblich erleuchteter Gottkönig, das Oberhaupt eines verklärten Volkes, ein Märtyrer, ein stets lächelnder Friedensapostel. Wo der «Ozean der Weisheit» (Dalai Lama) auftaucht, bricht beinahe Hysterie aus.
Der 14. Dalai Lama ist zweifellos eine besondere Persönlichkeit. Millionen westlicher Sucher benutzen den Friedensapostel als idealtypische Projektionsfläche für ihre ungestillten spirituellen Sehnsüchte. Kritische Fragen werden konsequent ausgeblendet. Während der Islam und das Christentum mit ihren Institutionen häufig in der Kritik stehen, scheinen der Buddhismus – speziell der tibetische – und der Dalai Lama unantastbar. Verklärung und Personenkult fordern geradezu eine kritische Auseinandersetzung heraus.
Beim Dalai Lama wirkt das oft unmotivierte Lachen irritierend. Fast jede Antwort mündet in einen Heiterkeitsausbruch. Auch wenn es um das Leiden seines Volkes geht. Der Dalai Lama wirkt oft entrückt, vergeistigt. Als lebe er in einer spirituellen Sphäre, in der nur Begriffe wie Harmonie, Einfühlsamkeit, Leere und Frieden zugelassen sind. In einem Interview mit dem deutschen Autor Franz Alt sagte er: «Es bringt einfach nichts, wenn man sich ärgert. Nicht einmal über seine Feinde soll man sich ärgern. Es ist intelligenter, seine Feinde zu lieben.» Die Chinesen werden solche Botschaften gern vernehmen. Doch wie klingen sie in den Ohren gefolterter Tibeter?
Die persönliche Entwicklung ist wichtiger
Der «Gottkönig» konzentriert sich in erster Linie auf seine persönliche spirituelle Entwicklung. «Ich bin es mir geradezu schuldig, mich mit allen Kräften um die Entwicklung meines Geistes zu kümmern», schreibt er in seinem Buch «Der Wille zum Frieden». Im gleichen Werk sprach ihn ein Schüler auf das Martyrium eines jahrelang gefolterten Mönchs an. Ob hier nicht Empörung und Handeln angebracht seien, statt sich auf die Suche nach dem inneren Frieden zu konzentrieren, wollte der Schüler wissen. Dem Dalai Lama war die Frage ganze dreieinhalb Zeilen wert, auf die eigentliche Frage oder den gefolterten Mönch ging er nicht ein.
Überhaupt äussert er sich zurückhaltend zum Leiden seines Volkes. Gefühle, die sein Herz in Wallung bringen könnten, darf er nicht zulassen. Sie könnten ihn vom Pfad der Erleuchtung abbringen. So lächelt er negative Gedanken und Gefühle einfach weg. Heute ist der Dalai Lama gefangen in seiner starren Rolle als unermüdlicher Friedensapostel, der als spiritueller Superstar unentwegt um die Welt jettet. So lässt er sich zum Beispiel von Apple, der Hochglanzpostille «Vogue» und «Bild» für Werbekampagnen einspannen und kassiert zweistellige Millionengagen.
In der heutigen Zeit mutet es auch eigenartig an, dass ein Staatsoberhaupt schon als Kleinkind bestimmt wird. Dabei wird die Karmatheorie zum staatstragenden Pfeiler. So überrascht es nicht, dass mancher Dalai Lama überfordert war. Nicht alle «Gottkönige» waren so integer und intelligent wie der aktuelle. Dass bei der Suche des reinkarnierten Dalai Lama okkult anmutende Rituale angewendet werden, fördert das Vertrauen in die politische Entwicklung Tibets auch nicht.
Die Dominanz des Glaubens über die Politik führte dazu, dass der aktuelle Dalai Lama abgeschottet im Königspalast aufwuchs und nur in spirituellen Belangen geschult wurde. Obwohl er das Staatsoberhaupt war, stellte sein eigenes Land für ihn ein unbekanntes Territorium dar. Kontakt zu den Bewohnern hatte er nicht. Gefangen im goldenen Käfig, wuchs er weltfremd auf und hatte keine Ahnung von Geografie oder Politik. Mit fünf Jahren wurde er als Staatsoberhaupt eingesetzt, mit fünfzehn Jahren musste er politische Verantwortung übernehmen. Kein Wunder, flüchtet er immer wieder in die ihm vertrauten spirituellen Sphären.
Von Mao mit allen Ehren empfangen
Heute wird gern vergessen, dass der Dalai Lama früher im Umgang mit China politisch ungeschickt handelte. Nach dem Einmarsch der Chinesen 1950 unterzeichnete eine Delegation des Dalai Lama in Peking ein Abkommen, das Tibet eine Teilautonomie gewährte. (Der 16-jährige «Ozean der Weisheit» blieb religiöses Oberhaupt und behielt im Rahmen des Vertrages die weltliche Macht.) Noch vier Jahre später wurde er mit allen Ehren in Peking empfangen, überreichte Mao eine Glücksschärpe und lebte fast ein halbes Jahr in China.
In seiner Biografie «Buch der Freiheit» schrieb er dazu: «Ich entwickelte eine richtige Begeisterung für die Möglichkeit einer Vereinigung Tibets mit der Volksrepublik China.» Mao nannte er einen «grossartigen Führer» und «aufrichtigen Menschen». Der Dalai Lama äusserte sogar den Wunsch, Mitglied der Kommunistischen Partei zu werden. Er durchschaute die Strategie der «sanften Übernahme» von Mao nicht. Erst der wachsende Widerstand der Tibeter machte ihm das wahre Ausmass der chinesischen Invasion deutlich. Der Volksaufstand von 1959 zwang den Dalai Lama zur Flucht nach Indien, worauf er das Abkommen kündigte.
Politisch ist der Dalai Lama isoliert. Kein Staat anerkennt die tibetische Exilregierung. Heute wäre er bereit, grosse Konzessionen gegenüber der chinesischen Regierung einzugehen. Die früher geforderte politische Unabhängigkeit ist kein Thema mehr. Mit einer Teilautonomie in kulturellen und religiösen Belangen gäbe er sich zufrieden.
Zu Recht wird kritisiert, dass westliche Regierungen aus wirtschaftlichen Gründen vor den Chinesen in die Knie fallen und die Tibetfrage wenn immer möglich ausklammern. Dabei wird gern vergessen, dass der Dalai Lama inzwischen auch diplomatisch denken gelernt hat. So würde er es nie wagen, Indien oder die USA zu kritisieren, weil er von diesen Mächten abhängig ist.
Hinterfragt werden sollte auch die Verquickung von Heilslehre und Politik. Der Dalai Lama ist beispielsweise nach dem karmischen Prinzip überzeugt, dass die Chinesen die Quittung für ihre schlechten Taten in einem späteren Leben präsentiert bekommen werden: «Wenn wir in dieser Generation keinen Frieden erreichen, dann eben in der nächsten Generation.» Politische Strategien vom Glauben an die Reinkarnation abhängig zu machen, ist kaum der Weisheit letzter Schluss.
Für den Dalai Lama und die Buddhisten sind magisches Denken und rationale Analyse kein Widerspruch. Deshalb überrascht es auch nicht, dass der «Ozean der Weisheit» heute noch das Staatsorakel Nechung befragt, bevor er wichtige Entscheide trifft. Dabei fällt der Mönch in Trance, so dass der Dalai Lama angeblich durch ihn mit dem Geist Dorje Drakden sprechen und Ratschläge empfangen kann.
Stutzig macht auch, dass sich der Dalai Lama immer wieder mit zweifelhaften Leuten umgibt. So empfing er im Mai dieses Jahres den Rechtspopulisten Jörg Haider, um mit ihm über das geplante Projekt eines Europa-Zentrums für Tibetische Medizin und Philosophie in Österreich zu diskutieren. Mehrmals Kontakt hatte der Dalai Lama auch zum japanischen Guru Shoko Asahara (Aum), der in seinem apokalyptischen Wahn 1995 Saringas-Anschläge auf die U-Bahn von Tokio ausführen liess, bei denen 12 Personen starben und 5500 verletzt wurden. Der Sektenguru unterstützte den Dalai Lama mit riesigen Summen und bekam vom «Gottkönig» ein Empfehlungsschreiben, mit dem er in Japan die Behörden blenden konnte und die Steuerbefreiung erreichte, wie Colin Goldner in seinem Buch «Fall eines Gottkönigs» nachwies. Es gibt auch Fotos, die den «Gottkönig» Hand in Hand mit dem gefährlichen Guru zeigen.
Angesichts des Leidens seines Volkes mutet es eigenartig an, dass der Dalai Lama häufig um die Welt jettet und sich mit seinen Belehrungen vor allem um das spirituelle Wohl der übersättigten westlichen Sucher kümmert.”
Ich hatte aufs Neue meine Bestätigung auf eindrücklichste Weise, und Ihr, was meint Ihr dazu?
@N.B.
Die Abgeordneten des Dalai Lama sind bereits seit längerem mit der chinesischen Regierung in Verhandlung über seine Rückkehr. Er kann nun Kompromisse akzeptieren. Die Regierung gibt ihm Sonderstatus. Vielleicht die beste von allen Lösungen. Auch die chinesische Regierung lernt dazu. Mit Gewalt lässt sich nur kurzfristig etwas erreichen, das Problem glimmt unterirdisch weiter.
Wie gesagt finde ich, der Dalai Lama sollte die Geisteswissenschaften und Erkenntniswissenschaften des Westens besser studieren. Alles, was er sagt, propagiert und denkt, ist in einer anderen Form bereits seit langem bekannt oder wird angewendet, weil es Sinn macht.
Seit ich den Dalai Lama reden höre denke ich, dass der Osten besser in den Westen schaut, und nicht umgekehrt. Alles, was im Osten existiert, gibt es im Westen auch. Aber nicht umgekehrt. Noch nicht.
Der Dalai Lama ist vorallem ein Spielball der weltweiten Politik. Er ist nicht nur ein Prophet, sondern auch ein Ausgenützter. Er wird vom Westen als Gegenpropaganda benutzt, und er weiss es. Auch hier lässt er es einfach fliessen.
Ich habe bis jetzt nichts wirklich von ihm lernen können, soweit ich mich zurückerinnert habe. Oder vielleicht meine ich das auch nur, weil ich bei jeder Unklarheit nur eines gedacht habe: Diesen Ansatz gibt es doch auch bei uns, das ist doch nichts neues. Und sehr schlecht abgeschnitten hat er, als er sich in Erkenntnistheorie versuchte. Da hat er doch tatsächlich die Biegung nicht hinbekommen. Er hat sich, aus Unkenntnis über das bereits bekannte, in die Esoterik geflüchtet. Es war wirklich entsetzlich. Statt dass er es hätte in den richtigen Rahmen setzen können.
Die römisch-katholische Kirche alleine hat ein derart grosses Sammelsurium an Denkweisen und Betrachtungen, dass man einfach keinen Vergleich machen darf, sonst schneidet der Budhismus des Dalai Lama schlecht ab, so man das überhaupt so sehen darf. In der Bibliothek des Vatikan stehen vermutlich 100’000x der Umfang der Ansichten auf den Regalen herum, was der tibetische Budhismus jemals propagieren könnte. Deshalb anerkenne ich den Dalai Lama als spirituellen Führer, aber ich stelle ihn auch in Relation zu allem schon bestehenden Gedankengut, was noch da ist.
Ich denke, dass einfache Leute eine genau so ausgeprägte Ausstrahlung erlangen wie der Dalai Lama. Er hat einfach eine ganz spezielle geschichtliche Last zu tragen. Das soll aber sein Verdienst auf keinen Fall schmälern. Er ist ein Leutturm in der Dunkelheit.
@N.B.
Danke, gut beschrieben. Vieles davon, aber nicht alles, wusste ich schon wollte es aber nicht aufreihen weil ich den positiven Aspekt des Dalai Lama hervorheben wollte. Ich stehe auch dazu was ich über ihn in früheren Beträgen gesagt habe. Hier ist es nochmals zitiert so dass ihr nicht zurückblättern müsst.
„Unter den Schmarotzern habe ich aber auch immer wieder Mönche getroffen die auf mich sehr weise gewirkt haben. Nur scheint das der Gesellschaft im allgemeinen nicht zu helfen.“
„der Dalai Lama hat sich nicht selbst zum Guru ernannt, sondern wurde von den Buddhisten schon als kleines Kind dazu ernannt.“
„Nur anbeten oder verehren würde ich ihn trotzdem nicht und würde das auch niemandem empfehlen.“
Das Beispiel zeigt wieder, wie leicht man missverstanden werden kann.
rg
Habe gerade im TV folgendes gesehen und gehört:
1.) Die kriegerischen Konflikte der letzten 10 Jahre haben 45 Mio. Menschen das Leben gekostet. Das sind fast soviel wie im 2.Weltkrieg.
2.) Mit dem Geld, was diese Kriege gekostet haben, hätte man das ganze Trinkwasserproblem auf der ganzen Erde lösen können.
Wenn also Hitler ein Monster gewesen ist, wie dieser unselige Hugo Stamm behauptet, dann frage ich mich, in welche Kategorie er die heutigen Politiker eingestuft. Wahrscheinlich sind das für ihn Samariter, die für Freiheit und Demokratie und zum Wohl der Menschheit nur ihre Pflicht getan haben.
Verlogener geht es nicht mehr. Mir wird schlecht. Es ist besser wenn ich aufhöre. Denn was soll`s. Wird ja sowieso nicht gedruckt. Meinungsfreiheit Marke Stamm.
@Moria
Vielen Dank, das waren sehr viele Blumen, die sie mir da geschenkt haben und es waren sogar Rosen dabei. Die mag ich besonders, weil sie Dornen haben, so wie ich. Nun könnte man natürlich den Eindruck bekommen, dass der Rosenstengel seine Dornen verloren hat. Bei allem Respekt, meine Liebe, aber das kann ich nicht zulassen. Ich sehe mich also gezwungen, für mein Image etwas zu tun und in der Unbeliebtheits-Skala wieder ein bisschen nach oben zu rutschen.
Von der deutschen Geschichte soll ich die Finger lassen, sagen Sie? Kein Problem. Aber lassen Sie mich noch ein paar klitzekleine interessante Bemerkungen zum 3.Reich anbringen und dann werde ich Schweigen wie ein Grab.
-1954 wurde in Deutschland eine der ersten repräsentativen Meinungsumfragen in der Bevölkerung durchgeführt. Die Frage lautete: „Welche Zeit war die schönste in ihrem Leben“?
52% !!!! der Befragten haben geantwortet, dass das die Zeit von 1933-1939 gewesen sei.
Urteilt man so über einen totalitären Staat, über eine Horror-Diktatur? Den Leuten ist es anscheinend damals wirklich sehr gut gegangen, sonst hätten sie das nicht fast 10 Jahre nach Kriegsende und nach allem was vorgefallen ist, gesagt.
-Die Deutschen haben ihr Grundgesetz. Darauf sind sie mächtig stolz. Das wurde 1949 eingeführt und war für sie das „Ei des Kolumbus“ und „Der Stein der Weisen“ und sollte fortan als „das freiheitlichste und demokratischste Gesetzeswerk“ in der Geschichte Deutschlands bezeichnet werden.
Haben Sie gewusst, dass dieses Grundgesetz WORTWÖRTLICH von den Nazis abgeschrieben wurde? Das gleiche Grundgesetz hatten die Nazis auch. Als ich das gelesen habe, hat es mir fast den Magen umgedreht.
-Hitler und seine verbrecherische Kriegsführung. Was hat man uns alles über dieses Thema erzählt. Der psychopathische Geisteskranke hatte nichts anders zu tun, als täglich teppichbeissend darüber nachzudenken, wem er denn noch den Krieg erklären könnte. Die historischen Fakten sprechen jedoch eine andere Sprache und zwar folgende:
Das neutrale Norwegen, damals wichtigster Rohstofflieferant für das Reich, wurde von England besetzt. Eine klare Neutralitätsverletzung. Damit sollte Hitler von seinen Rohstofflieferungen unterbunden werden. Hitler musste also reagieren. Er landete in Norwegen und schmiss die Engländer wieder raus.
Im Mai 1940 haben die Alliierten (F/GB) geplant, in das neutrale Belgien und Holland einzumarschieren, um dann anschliessend Deutschland über das Ruhrgebiet angreifen zu können. Wieder musste Hitler REAGIEREN und hat das gleiche getan, was die Alliierten wollten. Er kam den Alliierten nur um 1 WOCHE zuvor. So entstand der Frankreichfeldzug unter dem Decknamen „Fall Gelb“.
Russland 1941. Wieder das gleiche Schauspiel. Stalin hatte 1.5 Mio. Soldaten an der Grenze mobil gemacht mit enormen Mengen an Waffen und Munition. Der Angriff der Russen stand kurz bevor. Wieder musste Hitler REAGIEREN, sonst wäre er überrannt worden. So entstand das Unternehmen „Barbarossa“ und er kam der Offensive der Russen nur um 2 WOCHEN zuvor.
Das sind die Fakten, alle nachzulesen bei Werner Maser. Hitler hat während des Krieges niemals agiert, sondern immer nur reagiert. Und das war sein gutes Recht, denn er hat niemand den Krieg erklärt, sondern IHM wurde der Krieg erklärt. Die einzige Ausnahme waren die USA. Aber das musste er nach Pearl Harbor tun, weil er mit Japan verbündet war.
Sicher hat Hitler neutrale Staaten angegriffen. Aber die Alliierten hätten skrupellos das gleiche getan, nur hat bis heute nie jemand darüber geredet. Mit Russland hatte Hitler sogar einen Nichtangriffspakt. Aber das war Stalin egal, er wollte auch Stück vom grossen Kuchen abhaben.
So, das war Geschichtsstunde vom Rosenstengel und das wäre eigentlich längst noch nicht alles. Aber ich möchte es dabei belassen, meine Liebe. Ich möchte Ihr geschichtliches Weltanschauungsbild nicht allzu sehr in Unordnung bringen.
Man hat uns also über die damalige Zeit teilweise wissentlich die Unwahrheit gesagt. Ich könnte nun auch sagen, dass das immer so war, denn die Sieger schreiben immer die Geschichte so, dass sie fein dabei rauskommen. Ich könnte auch sagen, dass es besser gewesen ist, dass man uns über die Zeit der Nazis nur die halbe Wahrheit gesagt hat. Wenn nicht, wäre vielleicht speziell in Deutschland der Hitlerrissmuss wieder zu neuen Leben erweckt worden und das wäre sicher nicht zum Vorteil Europas gewesen. Das unterschreibe ich alles.
Was ich jedoch unseren „Befreiern“ vorwerfe, ist folgendes: Wenn sich diese „Gutmenschen“ mit ihren Lügen auf die Nazi-Zeit beschränkt hätten, dann wäre das in Ordnung gewesen. Denn das ist Geschichte, Vergangenheit, welche eigentlich nicht mehr relevant sein sollte.
Aber diese Herrschaften haben nach dem 2.Weltkrieg das Lügen und das Manipulieren zum SYSTEM gemacht und das reicht hinein bis in die heutige Gegenwart. Über sämtliche politischen Aktivitäten von Korea bis jetzt neuerdings zum Libanon, erfährt der normale Bürger von der Politik und von den Medien nur das, was er hören DARF und nicht das, was er hören SOLLTE. Und das, was man zu hören bekommt, ist auch noch so hingedreht, dass wir nach Strich und Faden manipuliert werden. Wenn ich also heute Nachrichten oder politische Sendungen sehe, dann weiss ich, dass ich nur die halbe Wahrheit zu hören bekomme. So kann man mit den Leuten nicht umspringen!!!!!
Das ganze erinnert mich fatal an die Französische Revolution. Bevor die ausbrach, hat auch eine elitäre Oberschicht bestimmt, was das „Fussvolk“ zu denken hat. Das normale Volk wurde wissentlich dumm gehalten. So sollte jedes Aufbegehren im Keim erstickt werden.
Aber aufgepasst. Die meisten Leute halten noch still, weil es ihnen gut geht, so wie mir. Ich habe eine hübsche Frau, 3 nette Kinder, ein schönes Haus, einen guten Job usw. Mir geht es gut, also halte ich die Schnauze. Aber die Geschichte kann sich ändern, wenn es dem Fussvolk mal nicht mehr so gut geht! Und das kann schon sehr bald sein, denn schon zu viele in unserer Bevölkerung leben NICHTBEACHTET im Elend und in Armut.
Dann kommt die Revolution explosionsartig und dann werden sie wieder rollen, die Köpfe. Und das zurecht.
Das war das Wort zum Dienstag vom Rosenstengel. Take it or leave it.
PS. Na, Ferrari/Milnir? Habe Euch grad gelesen. Das könnte doch wieder was für Euch sein. Ihr könnt mir nun erzählen was Ihr wollt. Ich möchte nicht pathetisch werden, aber das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr mir Gott helfe. Also brauche ich mir auch kein Büsserhemd anziehen.
@Rosenstengel
Vielleicht sind sie mutig, aber sie haben ein Interpretationsproblem. Waren wir uns nicht einig, dass Hitler alles in seinem Buch festgehalten hat? Er hat den Völkermord vorangekündigt, er hat die Osterweiterung vorangekündigt, und er hat wieder das Gesetz des Stärkeren aufgestellt, und die Schwachen im Staub zertreten. Er wollte die Weltherrschaft unter seinem Diktat. Kurz gesagt, er war ein Irrer.
Ihre Betrachtung und Interpretation ist sehr witzig zu lesen. Aber mit Ihrer Interpretation stimmt etwas nicht. Sie stellen Hitler als Retter der Welt dar. Die Welt braucht aber keinen Hitler, genausowenig, wie sie eine Führungselite braucht, welche nicht durch das Volk dazu erhoben wurde.
Ihre Aussage ist falsch. Selbst unter einem komplett anderen Blickwinkel ist Hitler der perverseste Massenmörder, welcher jemals auf dieser Welt existiert hat. Und sie nehmen ihn noch immer in Schutz.
Sie scheinen es noch nicht begriffen zu haben. Mord kann durch nichts legitimiert werden. Durch nichts. Und bei dieser Einsicht fehlt es bei Ihnen gehörig. Sie interpretieren alles falsch.
Was glauben Sie denn, wie eine Welt unter Hitler ausgesehen hätte? Das Paradies auf Erden? Alte Leute denken wohl nie zu Ende, was sie begonnen haben. Wissen Sie denn, auf welchen Grundwerten diese Gesellschaft basiert hätte? Auf Völkermord als Basis für einen gesunden völkischen Kern? Mit Krieg, Zerstörung und Terror als Friedenserhaltungsmassnahme nach innen? Mit Umerziehungsprogrammen, um die Freiheit der Leute zu garantieren?
Herr Rosenstengel, tut mir Leid, aber Sie sind verrückt. Genau so verrückt wie Hitler.
Rosenstengel
ein Ausrutscher, noch ein Ablöscher – mit 85 Jahren zu verzeihen, aber jetzt reicht’s. Immer wieder suchte ich Dich zu entschulden, aber ich resigniere, das Alter nagt an Dir, musst Du endlich zur Kenntnis nehmen. Was hast Du denn plötzlich wieder gegen H.Stamm und für Adolf – krank!
Langsam aber sicher bringe ich Dir gegenüber an Gefühlen nichts als grenzenlose Verachtung auf. Vor Deinen Beschönigungen und Interpretationen ekelt mich!
Wenn einer unselig ist – dann Rosi Du! Geh doch lieber mit Deiner hübschen Frau Bowling spielen….
@ Moria und alle anderen
Leute wie den Rosenstengel ignoriert man am besten, finde ich. Auf keinen Fall auf ihre Argumente eintreten, denn das ist genau das, was sie wollen! Wenn man sie einfach ignoriert, verleidet es ihnen von selber.
@Anna
Da bin ich überhaupt nicht einverstanden. Ich bin zwar oft/meist nicht gleicher Meinung wie der Rosenstengel, aber ich glaube ihn zu ignorieren wäre total falsch.
So, @Rosenstengel machen Sie bitte weiter, solange Sie bereit sind Kritik zu akzeptieren. Ich weiss wir sind schon lange vom Thema das Hugo Stamm vorgegeben hat abgekommen, aber das macht so einen Blog ja wirklich interessant.
Ich bin sicher kein Befürworter von Hitler, glaube aber, dass nur indem man Leuten wie @Rosenstengel aufmerksam zuhört/liest kann man herausfinden warum Hitler so „erfolgreich“ war.
rg
@ Milnir
Das ist eine interessante Theorie. Ich gebe zu, es ist durchaus moeglich, dass das stimmt.
Allerdings, gestuetzt auf meine Erfahrung geht es bei Kommentaren à la Rosenstengel oft gar nicht um den Inhalt, sondern darum, durch Provakation eine Reaktion hervorzurufen. Mit anderen Worten, man will wahrgenommen werden und auf sich aufmerksam machen.
Pardon, mein letzte Post war haette natuerlich an rg gerichtet sein sollen, nicht an Milnir. Nix fuer ungut!
r g
So weit kann und darf Deine gentleness nicht gehen. Wer derartige Verbrechen zu rechtfertigen versucht, muss zurecht gewiesen werden oder – wie es Anna richtigerweise meint – total ignoriert.
Es darf keine Toleranz oder Freiheit für die Rechtfertigung von schändlichsten Gräueltaten gegen die Menschlichkeit geben. Solche Toleranz wird selbst zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.
Alles hat seine Grenzen.
Milnir
bin etwas erstaunt von Dir – dem offensichtlich gebeutelten Realisten und Pragmatiker – in Zusammenhang mit dem Lama die Worte zu vernehmen “das soll aber sein Verdienst auf keinen Fall schmälern”. Nun worin liegen seine vorzuhebenden Verdienste, neben seinem süffisanten Lächeln und der Tatsache, dass er einige Politiker und Tausende von Fans auf die Showbühnen der grossen, weiten Welt medien- und wirtschafts- (Milnir….!!!)wirksam lockt?
Da halt ich’s eher mit – verneige Dich nie vor einem Menschen, bevor Du weisst, ob er sich je für einen schwächern eingesetzt hat!
Ferrari – wievielen Trabis hast Du schon pannenhilfe geleistet und abgeschleppt? Sicher einigen! Wie hälst es eigentlich Du mit dem höckerlosen ….?
Rosenstengel: da mein Blog von heute morgen untergegangen ist, schreibe ich nochmals eine Zusammenfasssung davon:
Du bist wahrscheinlich um die 1920 geboren worden und hast den ganzen Nationalsozialismus in Deutschland mitbekommen, und zwar hautnah. Meinem Vater mit Jahrgang 1919 ging es gleich. Er war ein begeisterter Hitleranhänger, bis ihm dann der Krieg den Verleider anhängte. Danach hasste er Hitler nur noch.
Zu Deiner Info: Hitler annektierte die Tschechoslowakei und die übrigen Staaten haben kleinlaut beigegeben. Gemäss Versaillervertrag durfte Hitler eigentlich Österreich nicht heimführen, dennoch tat er es. Deutschland verlor den ersten Weltkrieg und musste die Bedingungen als Kriegsverlierer im Versaillervertrag akzeptieren. Danach provozierte Hitler Polen, die mit England und Frankreich verbündet waren. Ohne Kriegserklärung ist er dann in Polen einmarschiert. Mit den Russen schloss er zuvor einen Nichtangriffspakt und die beiden Staaten teilten Polen friedlich auf. Belgien verweigerte Hitler den Durchmarsch seiner Truppen und kassierte dabei die Kriegserklärung von Hitler. Mein lieber Rosentengel, ich habe “Mein Kampf” zu Hause und es dokumentiert eindeutig, was für eine Geistesgesinnung Hitler hatte. Sein Augenmerk lag eindeutig auf der Aussenpolitik und im Erschliessen neuen Lebensraumes. Deutschland konnte die Niederlage vom 1. Weltkrieg nicht verkraften und kämpfte verbittert gegen die Versaillerverträge.
Wie es mit Hitler auch sei, ich meine diese Person gehört jetzt der Vergangenheit an. Heute ist die Angela Merkel die grosse Herrin in Europa und führt Deutschland klar an der Spitze.
@Moria
Ach weisst du, Moria, Leute, welche für Offenheit in der Gesellschaft kämpfen sollen immer dafür belohnt werden, egal, wie gut sie es schaffen.
Eines ist sicher. Diese Welt braucht dringend spirituelle Führer, welche sich für die Leute einsetzen. Die Wirtschaft und die Politik können dieses heutige Manko nicht ausfüllen. Ein spiritueller Führer, wie z.B. der Dalai Lama kann die Leute soweit zusammenbringen, dass man wieder von Solidarität sprechen kann. Die Wirtschaft und die Politik von heute treiben immer mehr einen Keil zwischen die Leute. Irgendwann gibt es wieder einen Hitler, wenn es, ja wenn es eben nicht einen spirituellen Führer gibt, welcher als Flaggschiff für eine neue Bewegung fungiert.
Spirituelle Führer wird es immer geben, und auch immer brauchen. Und der Dalai Lama kann diese Funktion übernehmen, hat es schon immer für seine Leute getan, und wird es auch weiter tun. Deshalb verdient er unsere Achtung und wir sollten den Hut vor ihm nehmen. Dalai Lama ist ein Licht in der Finsternis, und er hat noch niemandem geschadet. Dies sollte man ihm anrechnen. Aber als Guru zu vergöttern wäre wohl falsch. Man sollte ihn hoch achten für die Taten und Worte, welche er in dieser Welt tut.
Für mich ist der Dalai Lama ein heiliger, obschon er scheinbar praktisch gar nichts weiss über die westlichen Geisteswissenschaften. Aber diese Forderung darf man auch gar nicht an ihn stellen, denn er macht die Sache, welche er machen muss, wirklich gut.
Rosenstengel würde besser solche Leute hochloben. Aber scheinbar bemerkt er den Unterschied nicht zwischen dem Dalai Lama und Hitler.
@Anna
Ich möchte zwar nicht auf mich aufmerksam machen, sondern auf meine Meinung/Inhalt, aber wahrgenommen werden möchte ich auch. Ich hoffe das ist nichts schlechtes.
rg
@ moria:
ich habe heute in der agenda dummtag stehen. soll heissen, das einzige wesen in diesem blog, das seine höcker sucht, bin ich. bitte gib mir spätzünderrabatt und eine weitere andeutung zum höckerlosen.
ausserdem suche ich meinen beitrag von heute vormittag. natürlich habe ich ausgerechnet den direkt im kommentarfeld statt im editor geschrieben. ngngrrng!
(aus diesem grund eine wiederholung der wichtigsten punkte daraus:)
@ anna, @ petersilie:
solange uns herr rosenstengel seine sichtweise auf die ns-zeit in der bewährten form darbietet, gehört hitler keineswegs der vergangenheit an! also rate ich auch dringend davon ab, seinen beitrag zu ignorieren: wir befinden uns in der öffentlichkeit, und diese darf ruhig auch unsere kommentare zu rosenstengels sicht der dinge erfahren.
@ rosenstengel:
könnten sie mir sagen, wer 1954 diese meinungsumfrage mit wie vielen personen durchgeführt hat?
wenn es eine der ersten war, frage ich mich, was das ifd allensbach seit 1947 und emnid seit (ich glaube) 1949 die ganze zeit über getrieben haben…
und bitte: wie soll ich auf meine 70kg kommen, wenn sie mir absichtlich auf tage hinaus den appetit verderben?
@ rg (16:58)
Sicher ist es nichts schlechtes. Wahrscheinlich finden es die wenigsten toll, ignoriert und uebersehen zu werden. Das Beduerfnis, wahrgenommen zu werden, haben vermutlich die meisten von uns, und das ist ja “normal”.
Ich habe einfach Muehe mit Leuten, die es sich sehr einfach machen. Weil sie nichts anderes zu sagen haben, nuetzen sie die Sensibilitaet gewisser Themen ausnuetzen, um gehoert zu werden. Denn es genuegt, “Hitler” oder “Shoa”, damit sofort alles herhoert. Meine Meinung ist einfach, dass man sich von solchen Kommentaren nicht provozieren und auf eine Diskussion einlassen sollte. Von mir kann Herr Rosenstengel soviel ueber Hitler schreiben wie er will, aber ich wuerde ihm nicht noch dabei helfen und ihm eine Plattform bieten. Aber das ist nur meine bescheidene persoenliche Meinung. Einen schoenen Sonntag allerseits.
@Hugo Stamm
Ich kein Nazi, Hitler, Faschisten oder alles was mit dem 3. Reich tun hat Befürworter.
@Rosenstengel
Meine Mutter ist eine Deutsche in einem ähnlichen Alter wie Sie, angenommen von was Sie in einem früheren Betrag gesagt haben. Wenn meine Mutter mir Geschichten aus der Nazizeit erzählt, kommen die in zwei Formaten. Manchmal erzählt sie wie sie es damals empfunden hat, und manchmal wie sie es später empfunden hat. Zwischen drin ist ein wenig Brainwashing und ein wenig Lernen von neuen Weltansichten. Wie es wirklich war, liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.
So wenn ich sage, dass ich oft nicht Ihrer Meinung bin, meine ich vor allem Ihre Wortwahl. Wenn Sie Ihre Meinung als EINE Meinung bezeichnen würden, kann ich sie akzeptieren. Wenn Sie aber Dinge sagen wie „das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, dann zerstören Sie für mich Ihr ganzes Argument.
rg
Ferrarivernichter: ich habe schon von deutschen Bürgern vernommen, dass sie sich ein wenig aufregen, wenn jeweils die vergangenen Nazi-Grössen im Fernsehen so quasi posthum verherrlicht werden. Wenn man plötzlich meint, man müsse ihre hervorragenden Leistungen hervorheben. Ich weiss nicht, jedenfalls hinterlässt es einen zwiespältigen Eindruck. AH hat in “Mein Kampf” klar betont, die jüdische Rasse müsse ausgerottet werden. Er hat dies schon 1924 festgestellt. Nachher galt es nur noch um die Umsetzung. Solange man von jemanden Positives hervorhebt, der eine ganze Volksgruppe vernichtet sehen will, ich weiss nicht, solche eine “Persönlichkeit” hat jetzt gar nichts mehr Gutes an sich für alle Ewigkeit.
Ferrarivernichter
das “höckerlose…” zugegeben etwas sehr verkürzt ausgedrückt. Das kommt davon, wenn man niemanden brüskieren will. Ich spreche vom weltlichen Oberhaupt des Lama (=höckerlosen K..)- ismus.
Deine Meinung zum Dauer-Smily hast Du noch nicht bekanntgegeben! Sie darf ausnahmsweise auch kurz ausfallen…
@ rg, ferrarivernichter, peterli, rosenstengel und ueberhaupt alle
Ich gebe zu, ich sehe ein, dass ihr auch ein bisschen Recht habt. Und ich kann mir auch vorstellen, dass es z. B.fuer Herrn Rosenstengel und fuer rgs Mutter kompliziert sein muss, mit diesem Thema umzugehen. Das sehen wir jetzt ja gerade auch am Beispiel von Guenther Grass, wie komplex das ist. Jemanden moralisch zu verurteilen hingegen, das ist sehr einfach und schnell gemacht.
Klar ist Hitler eine sehr komplexe und vielschichtige historische “Figur” und man kann ihn sicher auch von Seiten beleuchten, die nicht dem mainstream entsprechen. Und wer weiss schon, was in den Geschichtsbuechern von morgen stehen wird? Und es geht ja auch nicht “nur” um Hitler. Der Antisemitismus ist ein viel komplexeres Phaenomen, das nicht auf Hitler reduziert werden kann.
In meiner Erfahrung gibt es Antisemiten, und dann gibt es trittbrettfahrende Provokateure, die nur schockieren und Aufsehen erregen wollen und im Grunde gar nicht wissen, wovon sie reden und was sie sagen. Es ist nicht so, dass ich das harmlos finde, aber man tun diesem Leuten nur einen Gefallen, indem man ihnen zu viel Beachtung schenkt.
Ihr habt schon Recht, es ist besser, den Rosenstengel seine Geschichte erzaehlen zu lassen. Das finde ich ja auch. Nur, dann muss auch jemand die Verantwortung uebernehmen das ganze Wochenende auf Piquet sein, und fleissig die Gegenargumente darstellen.
Antisemitismus ist eben ganz unabhängig von der Art der Kritik. Sie stellt sich prinzipiell gegen alles, unabhängig davon, was wirklich ist. Über Wertevorstellungen lässt sich diskutieren. Die Antisemiten hauen aber einfach alle in die Pfanne, weil sie nicht umgehen können mit anderen Meinungen.
Die Angst vor anderen Meinungen ist sehr verbreitet. Viele Menschen können nicht damit umgehen, dass andere Leute andere Weltsichten haben, weil sie ihr eigenes Weltbild manchmal in Relation stellt. Dies ist oftmals dermassen erschütternd für sie, dass sie sich mit Händen und Füssen wehren, und einfach nurnoch den Wunsch haben alles Fremdartige zu vernichten. Dass dabei etwas an ihnen selbst nicht stimmen könnte, dazu haben sie die Kraft nicht.
Auch im Falle von Rosenstengel sehe ich eine Gesetzmässigkeit des Abschottens vor der Wirklichkeit in der Welt. Rosenstengel hat eine feste Sicht der Dinge, und will diese auch durchgesetzt sehen, weil sie ihm von allen Wirklichkeiten am wertvollsten erscheint. Und da nun Leute kommen und das alles in Relation stellen und die Geschichte zu Ende denken, stellt sich eine noch weitergehende Abkapselung des Gedankengutes heraus, als wie bisher schon. Nun wird man giftig und malt das Bild Hitlers eben noch schöner als vorher.
Wer sich aber mit extremen Strömungen einmal befasst hat, der weiss, dass sie nicht mehr aufhaltbar sind. Sie bekommen mit der Zeit eine Eigendynamik und können nicht mehr eingedämmt werden.
Idealismus, auch für eine Gesellschaftsform, endet schlussendlich in Extremismus. Diese Erfahrung hat Rosenstengel vermutlich einfach noch nicht gemacht. Er merkt nicht, dass Leute wie Hitler keine Grenzen hatten, weder moralisch-ethische, noch persönliche. Hitler war der typische Selbstmörder, paranoid-schizophren mit einem Hauch Perfektionismus, und vollkommen überfordert mit der Wirklichkeit und der Komplexität einer Gesellschaft.
Rosenstengel, ihr Hitler war weder Prophet noch Führer. Es war der grösste Versager in der Weltgeschichte. Sie könnten die Geschichte 1000-mal erneut abspielen lassen, am Ende käme immer die komplette Zerstörung der Gesellschaft. Hitler war ein Kind der Zerstörung. Es war tief in ihm drin bereits enthalten, dass er sich in den Tod treibt, und dabei, so pervers und krank er eben war, noch Millionen von Menschen mitriss. Ihr schönes Bild von Hitler ist leider nicht realistisch. Sie jagen einem Phantom nach, dem Phantom eines ‘idealen’ Führers, und dem Phantom einer idealen Gesellschaft. Jeder Zugewinn in einer Gesellschaft muss teuer erkauft werden. Jeder Vorteil führt in seinem Hinterzimmer einen Nachteil mit sich. Und die Rechnung hierfür kommt bestimmt eines Tages.
@Anna
Mit Ihrem letzten Beitrag bin ich komplett einverstanden. Nur eines möchte ich dazufügen, die Gegenargumente sollten sachlich bleiben und nicht in eine Richtung ausarten wie wir das oft in diesen Blogs sehen.
Übrigens für die, die sich über den ersten Paragraphen in meinem letzten Beitrag wundern. Der Satz war scheinbar nötig um durch den Stamm Filter zu kommen und ich verstehe/befürworte das auch. Original hat der Paragraphen so ausgesehen.
„Ich sende den folgenden Beitrag nun schon zum dritten Mal. Bitte löschen Sie den Teil der Ihnen nicht passt und bitte sagen Sie mir auch warum.
Disclaimer, ich bin kein Nazi, Hitler, Faschisten oder alles was mit dem 3. Reich tun hat Befürworter.“
rg
Anna: ich denke gerade bei Günther Grass ist die Angelegenheit delikat. Mit seinen 17 Jahren habe er natürlich voll an den Endsieg erlaubt. Dass er schweigt, was er erlebt hat, das denke ich, kann man noch nachvollziehen. Aussenstehende meinen, er wäre wahrscheinlich an keiner Greueltat dabei gewesen.
Es ist klar, Günther Grass habe über seine Erlebnisse einen sogenannten “Filmriss”. Andererseits wissen wir, die SS war total skrupellos und hat alles niedergemacht, was in die Quere kam. Ich meine, Günther Grass hätte es wohl nicht vermeiden können, auch an Ermordungen teilzunehmen. Ich glaube kaum, dass er einfach ein bisschen im Hintergrund mitgekämpft hat. Jedenfalls scheint mir schon, Grass hat die Spuren der Vergangenheit in seinem Gesichtsausdruck.
Letzthin verstarb übrigens ein 85-jähriger Wehrmachtssoldat, den man jetzt noch wegen Tötung von 40 italienischen Zivilisten angeklagt hat. Irgendwie ist das schizophren, dass man für Kriegstaten vor 60 Jahren noch verurteilt wird.
Hugo Stamm: fällt Ihnen auch auf, immer wenn die Thematik um Führer geht, enden wir in der Diskussion bei Adolf Hitler. Haben den all die neuzeitlichen Gurus sich von diesem Manne inspirieren lassen?
Immer, wenn man nach einiger Zeit wieder mal einen Blick auf diesen virtuellen Stammtisch geworfen hat, surrt einem der Kopf danach. Man fragt sich, woher Herr Stamm und seine lustigen Kumpane die Energie nehmen, sich unentwegt im eigenen Mist zu suhlen. Es wird gehitlert, faschistoidisiert, man redet von arischen Rassen, merkelt, entdeckt den Antisemitismus in “Mein Kampf”, es hakenkreuzelt und die Ferraris werden am laufenden Band vernichtet – und all das auf dem Niveau vom Hörensagen, den Resten von “ich hab’s am Fernsehen gehört” und den eigenen affirmativen kleinen Projektionen und Neurosen. Der Erkenntniswert bleibt darüber hinaus nichtig, Herr Stamm wird auch in Zukunft faszinierende “Neuigkeiten” verbreiten wie die, dass Baghwan “faschistoid” gewesen sei usw. usf. und seine Adeptenschar wird sich weiterhin um jedes Krümlein balgen, das der Blogologe vom Tisch der Erkenntnis fallen lässt. Es ist eine erbärmliche und glücklicherweise auch eine vollkommen irrelevante – eben, eine virtuelle – Veranstaltung, die, fände sie in einem Wirtshause statt, man Stammtisch nennen würde.
es zeigt einmal mehr, dass mit den faschitoiden gurus ein ziemliches durcheinander herrscht. deshalb ist auch ron hubbard zu uns gekommen, um mit der verwirrung der gurus aufzuräumen. ron hubbard bemüht sich jahrzehnten, den menschen eine klare führung im geiste zu geben. tatsächlich ist es so, dass die guru einen immensen missbrauch betreiben, viele anhänger einfangen und sie psychisch wie materiell ausnehmen. sie machen den anhängern glaubhaft, dass für all ihr einsatz die himmlischen schätze zu erreichen sind. deshalb haltet euch an das rezept von ron hubbard, der euch jetzt unmittelbar den richtigen weg aufzeigt und euch zeigt, wie man das im hier und jetzt realisieren kann. bitte macht euch mit dem buch dianetik bekannt, das in jeder buchhandlung erhältlich ist.