Schweiz


hugostamm am Mittwoch den 30. August 2006

Der faschistoide Guru

Osho, oder Bhagwan, wie er sich früher nannte, galt als der sanfte Guru. Sein liebliches Gesicht, der wallende Bart und die listigen Äuglein liessen die Herzen vieler Anhängerinnen schmelzen. Und da in den Bhagwan-Kommunen und –Ashrams lange Zeit die freie Liebe propagiert und praktiziert worden war, zog er auch männliche spirituelle Sucher an, die damals noch nicht so viel Übersinnliches oder Esoterisches am Hut hatten. Hei, wie ging es lustig her und zu bei den erleuchteten Devotees des extravaganten Gurus aus Poona.

Bhagwan war ein heller Kopf. Er hatte zwar viele spirituelle und philosophische Weisheiten aus allen Epochen zusammengeklaubt, aber seine neue Mischung aus alten fernöstlichen Weisheiten und westlich hedonistischer Denkweise liess viele Althippies durchstarten.

Der indische Guru war überdies ein schlauer Fuchs und Meister der Provokation. Seine spirituelle Bewegung eine Sekte? Ach wo! Er band, wie er vorgab, seine Anhänger nicht an sich. Er warf ihnen sogar an den Kopf: Selber blöd, wer mir glaubt, mir nachfolgt oder mir gar einen Rolls Royce schenkt. (Die Devotees taten es trotzdem. Als er starb, war er stolzer Besitzer von 99 Edelkutschen. Er hätte gern 365 gehabt. Damit er jeden Tag in einen andern Rolls hätte steigen können. Verständlich. Bei einer täglichen Fahrt von 400 Metern von seiner Residenz zur Buddha-Hall. Und zurück.) Je mehr er seine Jünger auslachte und anschwieg – in Oregon beliebte es dem Guru, jahrelang zu schweigen -, desto frenetischer jubelten sie ihm am Strassenrand zu, wenn er in seinem Rolls vorbeischwebte.

Für ihn war alles nur ein Spiel, ein netter Joke. Mindestens in seinen Lectures. Worte sind ja so geschmeidig. Sie fliessen leicht über die Lippen. Und man hört es gern, wenn einer brillant zu formulieren weiss.

Doch bei Bhagwan klafften die spirituellen Unterweisungen und die grobstofflichen Anforderungen tüchtig auseinander. Der liebliche Guru mit den verschmitzten Äuglein konnte ganz schön bissig werden. Dann war es vorbei mit den einlullenden übersinnlichen Schalmeien. Und wenn seine rechte Hand Sheela zur Geissel griff, rannten die Osho-Krieger zu den Maschinengewehren und sicherten das Osho-Gelände mit scharfer Munition ab.

Den wahren Geist offenbarte Bhagwan in seinem Buch “Die goldene Zukunft”. Darin entwickelt er ein neues Gesellschaftsmodell. Was er propagiert, grenzt an Diktatur. Und hat faschistoide Anleihen.

Beispiele: Wählen darf in “Osho-Land” nur, wer einen Meditationskurs nach bhagwa(h)nscher Art absolviert hat. Gläubige anderer Religionen müssen umerzogen werden, damit sie vom Aberglauben befreit werden. Wählbar ist nur, wer die Matur (Abitur) hat und durch die Osho-Schule gegangen ist. Uneingeschränkte Bürgerrechte haben also nur Osho-geeichte Individuen. Gute Nacht Demokratie, Solidarität, Gleichheit. Ganz zu schweigen von den Menschenrechten.
Zur Fortpflanzung: In Zukunft dürfen nur künstlich befruchtete Kinder zur Welt gebracht werden. Vorher werden die Gene der Samen und Eier getestet. Osho wörtlich: „Künstliche Besamung ist die einzige wissenschaftliche Methode, um das beste Kind zu finden. ‚Ich bin der Vater’ – diese alte Vorstellung müssen wir aufgeben. Wir müssen umlernen: ‚Ich habe das beste Kind ausgesucht’ – das sollte der Stolz des Mannes sein.“ So können Missbildungen vermieden werden. Familien sind laut Osho überholt, Kinder sollten in speziellen Kommunen aufwachsen.

Und jetzt kommt’s knüppeldick: Behinderte werden „in den ewigen Schlaf geschickt“, wie Bhagwan die Euthanasie verräterisch sanft umschreibt. Sprich: Umgebracht. „Und es ist gar kein Problem dabei: nur der Körper löst sich wieder in die Elemente auf, die Seele sucht sich einen andern Mutterschoss. Nichts wird zerstört.“

Da wundert es auch nicht, dass in Bhagwan-Ashrams Kinder sexuell missbraucht worden sind. Von der angeblich spirituellen Superelite.

Dabei gelten Bhagwan und seine Anhänger bei uns als pionierhafte, sanfte, originelle und kreative spirituelle Sucher. Und noch heute sind Hunderte von „Therapeuten“ tätig, die Bhagwans Methoden anwenden.

96 Kommentare zu „Der faschistoide Guru“

  1. Moria

    Ueber alles zu sprechen, niemandes Meinung abwürgen, entspricht richtigerweise dem Geiste einer aufgeschlossenen Gesellschaft.
    Aber es ist ein Muss, gewissen Menschen mit Hang zum Extremismus somit zur Menschenverachtung moralische, ethische Grenzen zu setzen. Es darf nicht akzeptiert werden, Gefühle zuzulassen resp. aussprechen zu lassen, die das Schlachten, Ausrotten von Millionen von Menschen und andere Greueltaten versuchen zu rechfertigen und dadurch bejahen. Da ist null Toleranz angebracht.
    Irgendwann muss doch angefangen werden, menschenverachtende, kriegerische, grausame Tendenzen im Keime zu ersticken, sonst kommen wir nicht weiter.

    Das Beispiel Günther Grass lässt sich, meiner Meinung nach, auf verschiedenste Seiten interpretieren. Für mich ist und bleibt er der brilliante Menschenfreund, der die dunkeln Seite seiner Jugend – auf die er kaum Einfluss hatte, in diesem Alter – zu verdrängen und zu vergessen versuchte. Was hätte es ihm und uns genützt, sein Leben lang diese Jugendjahre vor sich und uns auszubreiten, darob zu leiden und vor lauter schlechten Gewissens, sein grossartiges Schaffenswerk zu beeinträchtigen, oder schlussendlich auch nach Pseudo-Rechtfertigungen zu suchen. Sein Geist hat zum grossen Glück keinen Schaden erlitten, und das ist doch die Hauptsache und was zählt.
    Ich glaube sowieso, angesprochen auf das dritte Reich, verspürt ein jeder aufrechter Deutsche, und davon git es glücklicherweise noch manche, nur noch Scham, sich Deutscher/e zu nennen – stimmt’s F? Ist doch meine insbrünstige Hoffnung.

    Zusammengefasst: Kampf den Barbaren unter uns – Rosi & Company shut-up!

  2. Hugo Stamm

    @Sonnenblume

    grundsätzlich zeichnen sich Personen, die sich gern in der Rolle eines Führers sehen, durch einen ausgesprochenen Machtwillen – oder gar Machthunger – aus. Dafür können charakterliche oder erzieherische Umstände verantwortlich sein. Viele Machtmenschen zeichnen sich auch durch ein schwach ausgebildetes Selbstwertgefühl aus. Ihre Ich-Schwäche können sie durch die Unterdrückung anderer Menschen kompensieren.

    Ich glaube nicht, dass machthungrige Personen eine Führermentalität an den Tag legen, weil sie Hitler nacheifern wollen. Die Motivation ist eher in ihrer (neurotischen) Persönlichkeit zu suchen. Es ist aber durchaus so, dass gewisse Machtmenschen Hitler als Vorbild haben. Denn – so paradox es klingen mag: Machtmenschen sind in der Regel autoritätsgläubig. Für sie eignet sich Hitler als Übervater.

    Aber es gibt natürlich noch viele andere “Vorbilder”: Von Mussolini über Stalin bis Napoleon.

    Die meisten Machtmenschen mit Führerallüren in Westeuropa sind rechtsradikal. Es gibt aber auch linke Diktatoren, wie uns die Geschichte der Sowjetunion und China zeigt. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass der Machtdrang vor allem ein persönliches Problem ist. (Ich spreche nicht von Politikern westlicher Demokratien, die in ein regulierendes System eingebunden sind. Obwohl es unter ihnen sicher auch neurotische Machtmenschen gibt. Vielleicht gehört auch Bush zu ihnen. Doch er muss nach acht Jahren abtreten, hat einen Senat und eine Partei im Nacken und eine öffentliche Meinung, die er nicht ganz ignorieren kann.)

  3. Milnir

    Das ist sehr interessant, was Sie da sagen Herr Stamm. Meine persönliche Erfahrung ist auch, dass die machtsüchtigen Menschen meistens, aber eben nicht immer, sehr schnell im Kerne ihrer Persönlichkeit durch Angriffe erschütterbar sind. Sie drehen bei jedem kleinsten Angriff durch und verbeissen sich in etwas, um ihr Lot wieder herzustellen.

    Das andere ist die Erfahrung, dass Leute welche, und das findet man im Beruf oft, nach unten treten, immer nach oben speicheln. Wobei das speicheln Voraussetzung ist, um nach unten treten zu können. Auch das ist Charakterschwäche.

    Ein charakterlich stabiler und erwachsener Mensch wird niemals über andere Leute bestimmen wollen. Das machen entweder nur Psychopathen oder aber Menschen, welche selbst dauernd Angst haben von anderen beherrscht zu werden.

    Ein Dalai Lama aber zum Beispiel ist sicher kein Mensch, welcher andere beherrschen will. Er möchte wohl viel eher die Funktion, welche ihm nun halt zukommt so gut wie möglich ausfüllen.

    Die beiden grössten spirituellen Führer in dieser Welt waren nachweislich JESUS und BODDHA. Keiner von beiden hat selbst Schriften hinterlassen. Der Mythos stammt von den Nachfolgern in der Linie der religiösen Tradition. Vielleicht deshalb haben sie eine solche Kraft entwickelt.

    Wenn wir jetzt also eine Sekte gründen, dann sollten wir auf keinen Fall etwas niederschreiben, sonst kennt uns in 1000 Jahren kein Mensch mehr. :-)

  4. Hugo Stamm

    @ Wladimir Wyssotzkij,

    Wenn Sie Ihr destruktives Gekeife in die Welt hinaus posaunen wollen, dann prügeln Sie gefälligst nur auf mich ein und nicht auch auf die Autorinnen und Autoren. Die Blogteilnehmer so gnadenlos und pauschal abzukanzeln, lässt bestenfalls auf Ihren Gemütszustand schliessen. Denn es gibt viele hervorragende Kommentare, die sowohl fachlich als auch sprachlich ein sehr hohes Niveau erreichen. Natürlich gibt es auch Zwischenrufe, die vielleicht Ihren intellektuellen Ansprüchen nicht ganz zu genügen vermögen. Doch ich wehre mich entschieden gegen ein Elitedenken, wie Sie es in ihrem Kommentar an den Tag legen: Mein Blog ist ein demokratisches Gefäss, an dem alle teilhaben dürfen und sollen. Ohne Angst haben zu müssen, von den Oberlehrern abgewürgt zu werden. Vielleicht bekommen ja genau jene Teilnehmer neue Ideen und Gedanken mit, die vielleicht nicht so arg mit “Weisheit” gesegnet sind wie Sie.

    Und: Weshalb ist der Blog so erfolgreich wie kein zweiter? Weil er so erbärmlich irrelevant ist, wie Sie schreiben? Oder können Sie uns Blogs angeben, die Ihrem geistigen Niveau entsprechen?

  5. rg

    @Moria

    Hier sind zwei Ihrer Zitate
    „Irgendwann muss doch angefangen werden, menschenverachtende, kriegerische, grausame Tendenzen im Keime zu ersticken, sonst kommen wir nicht weiter.“

    „Das Beispiel Günther Grass lässt sich, meiner Meinung nach, auf verschiedenste Seiten interpretieren. Für mich ist und bleibt er der brilliante Menschenfreund,“

    Wäre, was Sie im zweiten Zitat sagen, möglich gewesen, wenn die Öffentlichkeit vor fünfzig Jahren über GG das gewusst hätte, was sie heute weiss und Ihn aufgrund dessen im Keim erstickt hätte?

    rg

  6. Hugo Stamm

    @ Wladimir Wyssotzkij,

    Wenn Sie Ihr destruktives Gekeife in die Welt hinaus posaunen wollen, dann prügeln Sie gefälligst nur auf mich ein und nicht auch auf die Autorinnen und Autoren. Die Blogteilnehmer so gnadenlos und pauschal abzukanzeln, lässt bestenfalls auf Ihren Gemütszustand schliessen. Denn es gibt viele hervorragende Kommentare, die sowohl fachlich als auch sprachlich ein sehr hohes Niveau erreichen. Natürlich gibt es auch Zwischenrufe, die vielleicht Ihren intellektuellen Ansprüchen nicht ganz zu genügen vermögen. Doch ich wehre mich entschieden gegen ein Elitedenken, wie Sie es in ihrem Kommentar an den Tag legen: Mein Blog ist ein demokratisches Gefäss, an dem alle teilhaben dürfen und sollen. Ohne Angst haben zu müssen, von den Oberlehrern abgewürgt zu werden. Vielleicht bekommen ja genau jene Teilnehmer neue Ideen und Gedanken mit, die vielleicht nicht so arg mit “Weisheit” gesegnet sind wie Sie.

    Und: Weshalb ist der Blog so erfolgreich wie kein zweiter? Weil er so erbärmlich irrelevant ist, wie Sie schreiben? Oder können Sie uns Blogs angeben, die Ihrem geistigen Niveau entsprechen?

  7. rg

    @Anna

    „Nur, dann muss auch jemand die Verantwortung uebernehmen das ganze Wochenende auf Piquet sein, und fleissig die Gegenargumente darstellen.“

    Nicht JEMAND, sonder WIR ALLE müssen diese Verantwortung tragen und argumentieren.

    rg

  8. rg

    @Hugo Stamm

    Mit Ihrer Antwort zu Wladimir sprechen, sorry schreiben Sie mir aus meinem Herzen.

    rg

  9. N.B.

    W. Wysskotzij

    Zum Glück hat noch einer den Ueberblick über uns, das Fussvolk und Blog-Banausen.

    Immerhin findest Du im Lichtwesen Astral Deine moralische Unterstützung. Es ist beruhigend für Dich zu wissen, dass Du nicht alleine unter den Menschen bist, die Mühe haben mit Dingen und Wertvorstellungen umzugehen, die sie nicht fassen können, und folglich darauf einprügeln. Auch eine Methode, die ihre Sprache spricht!

    Tatsächlich, trotz bemühen finde ich keine Worte, auf Deinem Niveau über Intelligenz und Glückseligkeit zu sprechen.

  10. ferrarivernichter

    @ moria:
    nunja, soweit doch noch kapiert. das grinse-alpaka ist für mich eine dekorative beigabe einer hässlichen welt, ein seelentrösterli für erlösungssüchtige, nach dem motto: vielleicht schafft er es ja, all die bösen dieser welt zu erleuchten und auf den pfad des friedlichen miteinanders zu führen. so wertvoll und relevant wie lady di oder bono…

    das mit der scham habe ich an anderer stelle schon mal angetönt, hier der remix:
    kein mensch sucht sich das land seiner geburt und dessen geschichte aus. staatsangehörigkeiten sind ewtwas, das uns in die wiege geschissen wird, ohne uns zu fragen.

    selbstverständlich setzt sich ein denkender mensch dann mal mit der geschichte seines herkunftslandes auseinander. im falle deutschland scheint mir die normale menschliche psyche oft überfordert von dieser auseinandersetzung. es gab in der vergangenheit in der öffentlichen debatte zum thema kollektivschuld meist nur die gegenpole schuld und scham gegen vergessende unschuld und stolz. wer dazwischen argumentierte, soff ab. den deutschen ist der hang zur grossen kelle doch irgenndwie zu eigen, und wo drama draufsteht, kommt die vernunft so schnell nicht rein.

    mit der wiedervereinigung, die mitten in ein feld fest abgesteckter positionen einschlug und alles durcheinanderbrachte, waren die deutschen mehr oder weniger gezwungen, eine neue oder wenigstens besser begründete position zu den verbrechen zu beziehen, welche “sie” jahrzehnte davor begangen hatten. vielen fiel wieder nur die absolute polarität ein.

    spätestens aber zur brot-und-spiele-zeit 2006 musste der gedanke quälend werden, sich nicht am kollektiven identifizieren mit vertretern seines heimatlandes beteiligen zu können… nachdenkliche fussballfans? jedes tor von “nie wieder”-rufen begleitet?

    seit anfang dieses jahres beobachte ich bzw. mein verbliebenes umfeld in der ex-heimat (die nie so recht heimat sein wollte) eine andere sichtweise: es läuft hinaus auf eine art stolz, als nachgeborene generationen die verantwortung des “nie wieder” mit ihrem ganzen gewicht tragen zu müssen. oder eben zu dürfen, je nach identifikationsbedürfnis. ein freund von mir hat es so auf den punkt gebracht: “schämen müsste ich mich, wenn ich mich aus dieser verantwortung stehlen will. sonst sicher nicht.” ich unterzeichne diesen satz jederzeit.

    gemessen am übertriebenen büsserelend, welches manch unklarer geist auch den nächsten generationen deutscher gern aufgebrummt sähe, ist dies in meinen augen die einzige möglichkeit, aufrecht durchs leben zu ziehen, o-b-w-o-h-l man in ausgerechnet d-e-m land geboren wurde.
    viele derer, die da im sommer so unbedarft fähnchen schwenkten, mögen dies nicht so gedacht haben, aber: sie haben es gelebt, und dadurch konnten sie, sozusagen auf augenhöhe mit ihren gästen aus aller welt, an der party teilnehmen, zu der sie eingeladen hatten.

    dass deutschland während der wm kein souveräner staat war, sondern ein protektorat der global players, sei jetzt nur eine kleine stichelei am rande, aber mit ausblick: was tun, wenn ausgerechnet die wirtschaft einem land eine auseinandersetzung mit der eigenen identität als enkel, sowohl von tätern als auch von opfern, abverlangt? für diesmal haben sich die deutschen, denen ich enttäuscht und mit hass den rücken gekehrt habe, achtbar aus der affäre gezogen, und nebenbei noch einer der grundlagen jeder staatlichkeit ein neues gesicht gegeben.

    oh, hoppla: genau im falle der erwähnung des dritten reiches findest du allerdings keinen anständigen menschen in deutschland, der sich dieser zeit nicht schämt. und die unanständigen gibt es ja nun mal überall… bitte sieh dies getrennt von meinen obigen betrachtungen, welche sich mehr auf die allgemeine verfassung des deutschen “nationalgefühls” beziehen.

    @ gichtwesen banal:
    shut the fuck up!! welchen namen hat denn euer blogbüro bei der nächsten einmischung in themen, bei denen ausgerechnet die fraktion der übermenschen besser die klappe hielte?

    ansonsten aber danke für den beitrag zur komplettierung der liste faschistoider gurus. sehr aufmerksam und fast schon mutig…

    @ wladimir wyssotzkij:
    mein guter, dafür dass du uns bisher mit konstruktiven beiträgen im lichte deines wissens verschont hast, gehst du ziemlich hart zur sache. wenn wir der stammtisch sind, bist du der kulturphilosoph vom nachbartisch, welcher über unser unterirdisches niveau so entsetzt ist, dass er grad doppelt so verladen wie wir alle zusammen aus der stamm-beiz eiert.

    hier ein paar klare, für’s gemüt: wir sind kein seminar von fachleuten, sondern eine bunt zusammengewürfelte schar von menschen, die in einem forum ihre meinung austauschen. wir müssen keine prüfung ablegen, bevor wir hier mittun, sondern es ist sogar grad andersrum gedacht: hier kann man sich zwar unbeliebt machen, wenn man eine meinung vertritt, die der mehrheitsmeinung widerspricht, aber im darauf folgenden widerspruch liegt die chance, etwas zu lernen. zwar nicht auf akademischem niveau, aber doch so, dass es manchem langt, die eigene meinung zu hinterfragen bzw. ihr neue bruchstücke hinzuzufügen.

    solche bruchstücke können zum beispiel die mangels aktualität längst vergessenen umstände von oshos vögeln-für’s-nirvana-farm sein. hugo stamm verbreitet hier ganz sicher keine faszinierenden neuigkeiten, sondern er erinnert, und das ist selten falsch.

    wir sind auch keine adepten, die sich um krümelchen balgen. das kann ich dir aber leider schlecht beweisen: ich kann dir doch nicht sämtliche blogbeiträge nochmal abschreiben. nimm also solange mit einem tränenden auge zur kenntnis, was für dich wenigstens bewiesen ist: wir sind leider nicht deine adepten. mangels klasse, wenn du willst, da wir dir wohl nicht mal unsere willensfreiheit beweisen können.

    prost, f.

  11. astrales lichtwesen

    ferrarivernichter: ich glaube doch, ron hubbard hat seine aktualität in diesem blog. die gurus haben keine lösung gebracht, sie haben vielmehr die anhänger geistig verwirrt. hingegen die scientologen, so scheint mir, sind eine gute alternative. es ist nicht gurumässig überrissen und die preise halten sich im rahmen. bei ron hubbard geht es um eine methode, währenddessen die gurus enorme heilsversprechungen und phantasiegebilde machen. ron hubbard zeigt einen weg auf, wie man das eigene wesen läutern kann. es ist ein meilenstein zum wege des glücks und des inneren friedens. zumindest ist ron hubbard eine diskussion wert.

  12. ferrarivernichter

    @ astrales gelichter:
    merkwürdig, dass immer mir der weg zu glück und freude empfohlen wird. habe ich denn derartigen bedarf angemeldet?

    die kosten bei scientology halten sich allerdings in einem gewissen rahmen. wenn man den äquator dieses planeten (und keines anderen, die damen und herren o.t.!) als rahmen bezeichnen möchte. ein e-meter für lumpige 8500.- kröten? sackgeld, oder?!

    wenn du zwei hübsche kolonnen aufmachst und in die eine die negativwerte nicht-scientologischer gurus schreibst, in die andere aber die pluspunkte des hubbietubbiezaubers, dann wirst du unter dem strich feststellen müssen: eine kolonne hätte bei richtiger benutzung des klaren verstandes gereicht. denn alles, was du zur unterscheidung zwischen elron und anderweitig qualifizierten gurus anführst, sind in wirklichkeit gemeinsamkeiten:
    –der gurumässig überrissene personenkult um ron statt um seine idee (leerstehende büroräume freihalten, ronthemusicmaker, ron als beichtvater etc…)
    –die heilsversprechen von clear bis o.t. und die phantasiegebilde über xenu und die kinderlandverschickung per sprengung. und das im zeitalter der wissenschaft, welcher sich sogar tausende von jahren alte glaubensformen in der einen oder anderen art anpassen, um nicht vollends mit runtergelassenen hosen dazustehen!
    –die nicht in worte zu fassende verwirrung von menschen, die auf oberster erleuchtungsstufe feststellen müssen, dass sie tausende von im rahmen gehaltenen franken für drittklassige fantasy aus den fünfziger jahren ausgegeben haben, statt auf dem flohmarkt zehn franken für ein kilo davon hinzulegen; auch die verwirrung derer, die ihr als abtrünnige oder unterdrückerische personen anseht, wenn sie probieren, trotz eures gegendrucks wieder zu sich selbst zu finden.
    – — all das betreibt ihr, du schreibst es richtig, methodisch, also: genau wie billigere gurus auch.
    gern geschehen, f.

    @ rg:
    betreffend deine beiträge von heute mittag @anna und @ hugo stamm: was das angeht, bin ich ein rg-anhänger.;-)

    @ n.b.:
    ich glaub, dem wlad geht es nur um intelligenz! die glückseligkeit kommt beim zuklappen des notebooks still und heimlich über ihn. ausser, wir sind weiterhin so pampig.

  13. rg

    @ferrarivernichter

    Ich dachte Anhänger trägt man um den Hals. Und dafür sind Sie mir zu schwer :-)

    rg

  14. Sonnenblume

    Hugo Stamm: einmal mehr kommt man zum Punkt, es ist nicht richtig, einem Guru bzw seiner Gemeinde anzuhängen, weil es einerseits abhängig macht und andererseits alles mehr oder weniger eine Seifenblase ist. Dabei ist es doch gerade so, dass sich der Einzelne am Leben erhält, indem er sich eben einen eigenes Luftschloss baut und sich daran klammert. Sie als nüchterner Philosoph vermögen wohl mit der Realität leben, dass Heilsversprechung etc nur trügerisch sind und haben wohl ihre “eigene Philosophie”, wie mit dem Leben zurecht zu kommen. Doch das Gros sucht sich eigentlich das Luftschloss, kann eben nicht in ein rationales Denken eifliessen, und motiviert sich täglich mit irgendwelchen Seifenblase, um das tägliche Leben abwickeln zu können. Ganz schrecklich wäre es, zu erkennen, dass es eben eine Seifenblase ist, darum umso mehr, wird die Seifenblase gepflegt und behütet. Also irgenwie schwierig, den Lebensrhythmus zu finden, der uns auf dem rechten Weg der Realität hält.
    Es ist wohl schwierig oder äusserst schwierig, sich Lebenskonzepte zu entwickeln, vor allem geistiger Natur, die die Seele und den Geist zu beglücken, dass man sein Leben in guter Form bewältigen kann. Irgendwie scheint mir, es gibt auch eine gewisse Ratlosigkeit, an was man sich anhängen soll.

  15. Moria

    rg

    wegen G.Grass und ob die Oeffentlichkeit ihn vor 50 Jahren im Keime erstickt hätte, wenn seine Jugend”sünde” bekannt gewesen wäre.
    Ein GG hätte seine soziale und eindringliche Weltanschauung niemals abwürgen lassen.
    Sie haben mich offensichtlich nicht ganz verstanden. Ich meinte, dass null Toleranz zur Rechtfertigung der unsäglichen Greueltaten geboten ist. Die zu jener schicksalhaften Zeit geborenen Menschen sind sicher nicht zu verurteilen, solange resp. vorausgesetzt, dass sie diese bestialische Zeitepoche nicht entschulden und wohlwollend erklären, also zu rechtfertigen versuchen. Solange sie klare Positionen gegen diese beispiellosen Verbrechen beziehen, soll man offen für ihre Geschichten und ihr damaliges Handel sein. Es soll keine Vorverurteilung geben, aber die Haltung muss eine eindeutige Sprache sprechen (auch Panzervernichter Ferrari beschreibt dies im “Blog am Sonntag” um 14.22.19 wie gewohnt sehr eindrücklich!).

    Sonnenblume

    ich kann Ihre Argumente verstehen. Zum Phänomen “Luftschloss” hat mich einmal eine Erklärung beeindruckt, sinngemäss: der Neurotiker/Suchende baut ein Luftschloss, der Psychopath/Verblendete wohnt darin und der Psychiater/Guru nimmt die Miete ein…
    Oder anders gesagt, das Bauen von Luftschlössern ist gratis, seine Zerstörung hingegen kann sehr, sehr teuer zu stehen kommen – psychisch und finanziell! Also bleiben wir lieber in unserer Strohhütte, die auf gesundem Fundament gebaut ist….

  16. Sonnenblume

    Hugo Stamm: in der NZZ von heute: Es ist ein jeder Mensch sein eigener Gott: auf Seite 23:
    Wird der Mensch sich seines Seins bewusst, sucht er nach dem Sinn, einer Bedeutung für seine Existenz. Er sucht Geborgenheit und zugleich die Relevanz seines Daseins in der Welt. Religion kann Menschen eine Bedeutung und einen Sinn für Leben und Tod sowie das tiefe Erleben der Transzendenz des Seins geben, ein Sich-Erheben über die eigene Begrenzheit. Ein Glaube an höhere Mächte kompensiert zum Teil die Ängste des Menschen und seine Unsicherheiten, die von einer unsicheren Welt und von unbeherrschbaren Naturgewalten ausgehen. Diese Unsicherheit ist aber nicht gleichbedeutend mit dem Gefühl von Schwäche, das ein Mensch über sich empfinden kann.
    …….
    Ich glaube Herr Stamm, hier haben wir eine ganz kluge Antwort.

  17. ferrarivernichter

    @ rosenstengel:
    nun tun sie mir doch bitte den gefallen, nennen sie mir ein paar details zu der von ihnen zitierten meinungsumfrage. muss ich denn hier alles selber machen, bloss weil sie selbst in ihrem hohen alter noch am job hängen?

    ich tue ihnen dafür den gefallen, die tatsache, dass der herr maser sich auch für interviews mit der national-zeitung nicht zu schade ist, nur hier, also am rande zu erwähnen.

    einen irrtum meinerseits kassiere ich auch grad wieder ein, um ihnen unnütze schreibarbeit zu ersparen: dass hitler stalin mit dem unternehmen barbarossa nur um wenige tage zuvorgekommen sei. nur für den fall, dass der beitrag, in dem ich dies anerkenne, doch noch hier landet: ich habe gepennt! nach auffrischung meines gedächtnisses durch lektüre guter bücher stelle ich fest: hitler ist stalin um jahre zuvorgekommen. denn die unterwerfung russlands war in der führerweisung nr.21 am 18.dezember 1940 umrissen worden. die weisung trug den namen barbarossa. weit vorher schon, am 5.november 1937, trug hitler der versammelten reichswehrführung und dem reichsaussenminister konstantin freiherr von neurath seine expansionspläne vor. neurath wie auch der heeres-oberbefehlshaber werner freiherr von fritsch durften ihre karrieren kein jahr nach ihren einwänden gegen des gröfaz’ pläne an den nagel hängen. es ist nicht anzunehmen, dass ausgerechnet die eroberung von “lebensraum im osten”, welche hitler ebendieser reichswehrspitze bereits im februar 1933(!) schmackhaft zu machen suchte, bei dem treffen von 1937 nicht mehr auf dem programm gestanden hätte.

    desweiteren ist der danziger völkerbundkommissar, carl jacob burkhardt, am 11.8.1939 vom irren mit der rotzbremse unverhohlen auf dessen ziele aufmerksam gemacht worden: die unterwerfung russlands, wenn möglich, unter mithilfe des westens, wenn nicht, dann eben erst nach dessen unterwerfung.

    der gedanke an eine allfällige mithilfe des westens war soooo abwegig nicht: england und frankreich waren stalin allein schon aus ideologischen gründen nicht grün, und spätestens stalins überfall auf finnland liess angesichts des molotov-ribbentrop-abkommens vom 23.8.1939 liess einen von deutschen und russen besetzten polarkreis als ernsthafte gefährdung ihrer “vitalen interessen” erscheinen.

    anfang 1940 redeten oslo, paris und london über eine alliierte besetzung norwegens – zum schutze der wichtigen seerouten im atlantik. vor allem aber, um den deutschen den wichtigen erzumschlagplatz narvik wegzunehmen, wo die deutsche rüstungsindustrie das eisenerz aus dem neutralen schweden verlud. (zu verdenken wäre es den westmächten nicht, sollte auch die unterstützung finnlands ziel der landung in norwegen gewesen sein: fand doch die unterzeichnung des abkommens vom 23.8.39 quasi unter den augen einer enttäuscht abreisenden britisch-französichen delegation statt, die angesichts des immer drohenderen gebaren hitlerdeutschlands zwecks erneuerung der entente aus zeiten des ersten weltkriegs in moskau geweilt hatte…)

    ein norwegischer nazifreund namens quisling war es, der hitler am 14.dezember 1939 zur besetzung norwegens riet, mit hinweis auf die erwähnten kontakte oslos zu england und frankreich. dies konnte churchill allerdings kaum gewusst haben, als er zwei tage später in einem memorandum die besetzung norwegens gegen alles internationale recht forderte. seine entschuldigung für diesen rechtsbruch halte ich für einen interessanten leitsatz, den maser wohl auch gern dem hitler in den mund gelegt hätte: “möge die humanität uns richten, nicht die legalität.” ausgerechnet der koloniale herrenreiter alter tage als robin hood im dienste der menschlichkeit: da kratzen nicht nur sie sich am kopf, rosenstengel.

    und doch: er sollte recht behalten. alle ahnungen über einen bevorstehenden deutschen angriff auf frankreich unter verletzung der belgischen neutralität wurden am 10.januar 1940 zur gewissheit: ein flugzeug mit zwei deutschen offizieren und einigen dokumenten an bord verfing sich im geäst eines waldes auf belgischem hohheitsgebiet, nämlich bei mechelen. zwar versucht einer der deutschen, ein major reinberger, die dokumente bei seiner festnahme durch belgische grenztruppen zu vernichten, doch sie bleiben erhalten. in ihnen ist ein angriff via belgisches gebiet für den 17.januar vorgesehen! nach bekanntwerden der peinlichen fehlzustellung der dokumente entscheidet sich hitler für eine vertagung der offensive.

    zu dieser zeit standen -unzulänglich bewaffnete und schlecht geführte- französische truppen in belgien. allerdings gute 80 km von der deutschen grenze entfernt, also wirklich nicht in der position für einen angriff ausgerechnet auf die gutbewachte rüstungsschmiede des reichs, das ruhrgebiet.

    zwar hatten die belgier sich vorher durchaus auch dem planspiel hingegeben, frankreich könnte sich via belgisches territorium auf den weg ins rheinland machen, und daraufhin die grenze zu frankreich mit strassensperren zugestellt. diese liessen sie bei bekanntwerden der mechelen-affäre demontieren, um den nun als beschützern willkommenen franzosen den aufmarsch zu erleichtern. allerdings nur, um nach vertagung der deutschen offensive ihre neutralität vor allem wieder von england und frankreich bedroht zu sehen. bis im mai 1940 dann klar wurde, wer die eigentliche bedrohung war.

    zumal deutschland bis dahin auch in norwegen tatsachen geschaffen hatte: die engländer rausgeschmissen, wie sie so schön schreiben… und wie sie DAS gemacht haben, also holladieberge! mit schiffen unter englischer flagge (!!!!) und mit nachempfundenen englischen namen sind sie nach norden gefahren, haben sich auf englisch unterhalten und sich den deutschen überhaupt nicht anmerken lassen. bis ein polnisches u-boot den transporter “rio de janeiro”(!) vor bergen torpediert und die besatzung bei befragung zu protokoll gibt, sie habe den auftrag, bergen gegen einen englischen angriff zu verteidigen. sowas geht natürlich flugs nach london, wo es allerdings in einer ablage übernachtet… immerhin wird es nicht geweckt wie die regierungen von dänemark und norwegen, denen die erstbesten deutschen, soeben von ihren “englischen” schiffen an land gekommen, zum frühstück eine unterschriftsreife kapitulationserklärung vorlegen.

    dann erst kamen die engländer, scheiterten allerdings kläglich beim versuch, sich wenigstens in teilen norwegens festzusetzen. bis dahin war der einzige englische verstoss gegen die norwegische souveränität das aufbringen eines deutschen schiffes mit ca. 200 überlebenden einer seeschlacht vor montevideo (!): dummerweise in norwegischen hoheitsgewässern.

    dem stalin zuvorgekommen, den franzmännern zuvorgekommen, die engländer rausgeworfen: wir beide werden uns noch gut amüsieren in diesem blog, das steht fest.

    @ moria:
    dein zitat der besitz- und mietverhältnisse im luftschloss ist allerdings gold wert!
    zu grass möchte ich anmerken, dass ich es für schwierig halte, bei frühzeitig bekanntgewordener ss-vergangenheit als moralische instanz ernstgenommen zu werden. soll heissen: er wäre wohl nie zu diesem ruf gelangt.
    immerhin aber hat er sich nach dem krieg für die richtige seite entschieden, und er hat nicht probiert, seine jugendsünden durch entschuldigung der waffen-ss zu relativieren…
    cheers, f.

  18. Anna

    @ rg (13:17)und ferrarivernichter (21:23)
    Auch ich bin voll und ganz mit euch damit einverstanden, dass wir ALLE verantwortlich sind. Allerdings ist es mir (und vermutlich auch euch), schon aus zeitlichen Gruenden unmoeglich, entsprechend zu handeln, d.h. diese Verantwortung wahrzunehmen…

  19. rg

    @Anna

    Es muss ja nicht ein Fulltimejob sein.

    Mir persönlich geht es in diesen Blogs mehr darum, Meinungen kritisch zu betrachten und durch Kommentare, mich und andere Menschen dazu zu bewegen, die eigene Meinung kritisch zu betrachten.

    Ich kann das aber nur dann tun, wenn ich diese Meinungen sehe und nicht wenn sie vorher unterdrückt/zensuriert worden sind. Sie sehen @Anna, ich bin komplett egoistisch eingestellt.

    Im täglichen Leben müssen wir ja auch nicht so überkritisch sein wie in diesen Blogs, aber was diese Blogs uns hoffentlich lehren ist, zu beurteilen wie viel Blödsinn in dieser Welt gesagt, geschrieben und gezeigt wird und mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen.

    Ich kann andere (z.B. @Milnir) auch nicht von bestimmten Ideen abhalten, hoffe/glaube aber, dass indem ich ihren Ideen kritisch gegenüber stehe, sie dazu bringe über sich selbst nachdenken.

    Ich weiss nicht ob das richtig ist, aber ich GLAUBE, dass es richtig ist.

    Übrigens mit dem Gut/Böse Richtig/Falsch ist das so eine Sache. Die Inder haben mir immer wieder gesagt. Die Anzahl der Bösen in dieser Welt wird durch die Anzahl der Guten bestimmt. Wenn wir durch ein Wunder alle Bösen in Gute verwandeln könnten, hätten wir im nächsten Moment wieder 50% Böse und 50% Gute. Weil nur durch die Bösen können wir die Guten erkennen.

    Das alte Prinzip von Ying and Yang.

    Viel Glück beim Kritisieren von MEINUNGEN.

    rg

  20. stieregring

    Ferrarivernichter: rein taktisch muss man dazu sagen, dass ja Hitler in der Anfangsphase England niederringen wollte, was ihm dann nicht gelang. Deshalb auch die Mission von Stellvertreter Rudolf Hess, der mit England auf diplomatischen Wege eine Lösung suchen wollte. Diese Mission bleibt weiterhin in einem Dunklen, da Hess eben abgeschossen wurde.
    Hätte nämlich England kapituliert, wären die Kräfte für den Russlandfeldzug frei gewesen. Soviel mir bekannt ist, hat die Kriegssituation Hitler gewungen, die Russen flachzulegen, deshalb hat er noch im allerletzten Moment den Angriff gegeben. Und es sollte auch eine Überraschung für Stalin sein. Ein weiteres Zuwarten hätte bedeutet, Deutschland hätte den Feldzug gegen Russland verschieben müssen und wäre auch mit England in einer festgefahrenen Situation gewesen. Da hätte bedeutet, dass die Entente sich neu organisiert hätte und Hitler den Kampf um das Dritte Reich erheblich verschärft. So entstand 1942 und 1943 eine sogenannte Pattsituation, wo sich Hitler darauf konzentriert hat, den U-BootKrieg und die Vernichtung der jüdischen Rasse intensiv fortzusetzen. 1944 war dann allmählich allen klar, Hitler konnte seine Kriegspläne nicht mehr durchsetzen, weil das gesamte Deutschland sehr schwer unter der Kriegsführung gelitten hatte. Nachher war ja einfach nur noch der totale Krieg mit der eigenen Vernichtung und bis zum Selbstmord.

  21. Milnir

    @rg
    Haben Sie sich schon einmal mit Pessimismus und Relativismus befasst. Das sollten Sie unbedingt. Das ist nämlich ein Fass ohne Boden.
    Sie möchten die Leute zum Denken anregen. Das können Sie nicht gut, wenn sie ihnen aufzeigen wie es noch andere Möglichkeiten gibt. Sie sollten viel eher einfach einen anderen Weg gehen. Die Intelligenten unter uns werden dann von selbst merken, was sie damit meinen.

    Sie gehen also mit Meinungen missionieren, um andere aktiv zum umdenken zu bewegen. Danke, wie aufschlussreich. Endlich durchschaut! :-)

  22. ferrarivernichter

    @ stieregring:
    rudolf hess ist ohne wissen, geschweige denn erlaubnis hitlers, nach england geflogen. der gröfaz hat im gegenteil einen anfall bekommen, als er von hess’ “mission” erfuhr.

    hess wurde auch nicht abgeschossen, sondern er zog dem zu erwartenden abschuss bei annäherung an einen englischen flughafen den absprung mit dem fallschirm vor.

    der überfall auf russland wurde so oder so verzögert, nämlich durch mussolinis überfall auf giechenland: schon nach kurzer zeit hatten die griechen die italiener bis nach albanien zurückgeworfen und den norden ihres landes auch entlang der grenze zu bulgarien gesichert.

    die italienischen einheiten in albanien sahen dem sicheren untergang ins auge, weshalb mussolini hitler um unterstützung angehen musste. auf diese art waren verbände, die eigentlich in die barbarossa-planung einbezogen waren, an einem nutzlosen nebenschauplatz gebunden.

    1943 konnte man auch nicht im geringsten von einer pattsituation sprechen: die rote armee war dabei, die deutschen im höllentempo heimzujagen, die alliierten waren in nordafrika gelandet und schickten sich an, italien von süden her aufzurollen. es war offensichtlich, dass den deutschen die puste ausging. was ein wenig einzuschränken ist: bei der kapitulation hatte deutschland immer noch sage und schreibe drei millionen mann unter waffen, allerdings an peripheren schauplätzen wie böhmen oder norwegen. vor allem hitlers fortschreitende geistesverfinsterung (die rosenstengel in bezug auf strategie zeitlich durchaus korrekt konstatiert hat) sorgte dafür, dass deutschland von greisen und minderjährigen verteidigt werden sollte, während die richtigen soldaten irgendwo in europa verteidigungsstellungen von allerhöchstens symbolischem wert hielten.

    nicht auszudenken, wie europa heute aussähe, hätte sich 1943/44 militärischer sachverstand der reichsführung bemächtigt…

    und nenn die juden bitte nicht “rasse”! danke.

  23. obersturmbandführer

    ferrarivernichter: immer wichtig für dich, nicht deutschland hat england und frankreich den krieg erklärt. es war von der anderen Seite. tschechei und austria sind freiwillig heimgekehrt, die polen haben gemein mit deutschen soldaten provoziert, dann war einfach genug, so etwas durfte sich deutschland nicht gefallen lassen, wenn es in den augen der welt bestehen wollte. hitler musste reagieren, ansonsten die europärer deutschland ausradiert hätten.
    für rosi ist der sachverhalt klar, doch er schweigt nun lieber.

  24. Milnir

    Solche Diskussionen sind vollkommen überflüssig. Wer will hier schon festhalten wer was zuerst angefangen hat. Es gab über viele Jahre das eine das andere. Eines aber ist sicher: Der Expansionswille von Hitler über die ganze Welt. Sein Kredo war der Vulgärdavinismus. Oder mit andern Worten: Der Starke gewinnt, das Schwache wird im Staub zertreten.
    Ironie der Geschichte: Und dann wurde er halt im Staub zertreten. Und alle freuen sich und finden es gut so.

    Braucht man da noch mehr Worte?

    Ach ja, übrigens hat Hitler mit seiner gestörten Psyche es noch nicht einmal geschafft, eine volljährige Freundin zu erhalten. Er hat sich immer mit Minderjährigen befasst.
    Das heisst nicht, dass er Pädophil war, aber ein Kinderschänder war er bestimmt.
    Schwein!

  25. Wladimir Wyssotzkij

    Herr Stamm – es ist wohl eher so, dass ihr Blog i.d.R. ein Forum von Halbgebildeten und sozial Zukurzgekommenen ist. Wäre die Menge des Zulaufs der Indikator für Qualität, dann hätte das vielleicht damit zu tun, was Sie “Demokratie” nennen (auch hier wieder: ohne den Begriff im geringsten anzubinden; de facto meinten Sie wohl “Redefreiheit”). Es mag sein, dass sich auch noch andere Menschen ab und an zu Worte melden, die einen klaren Gedanken fassen und ihn auch noch sprachlich eindeutig auszudrücken imstande sind, die sich vielleicht etwas eingehender mit den hier angeschnittenen Themen befassen und die sich angewidert abdrehen, wenn Sie Ihre historische, semantische und auch politische Unkenntnis auf ein Stammtisch-Niveau herunterschreiben. Alleine, jene verstünden es gut, sich zu verstecken.

    Lassen Sie’s doch sein. Ihr Kampf gegen Sekten in Ehren; aber seit ich Sie in dieser quasi “sprechenden Schreibe”, also einer, die nicht durch die Hände von Lektoren o.ä. gegangen ist, kennen gelernt habe, sind mir Zweifel gekommen über Ihre Absichten. Ohne Sie mit Ihrem Gegner, auf den Sie sich in einer etwas eigenartigen Art und Weise fixiert haben, gleichstellen zu wollen: Was Sie mit ihm teilen, ist der fragmentarische, der ideolgisierte und der letzten Endes nicht verstehende Blick auf “die Welt”. Wie in einem grossen Mixerglas rühren Sie alles auf und um, was Ihnen zuläuft; dies findet sein Pendant im Eklektizismus des New Age. Man könnte also vielleicht sagen, dass Sie ein entspiritualisierter Esoteriker sind, oder vielleicht besser noch: ein Obskurantist. Dies allerdings ist kein Zustand, der Ihnen gegeben ist. Sie könnten aus ihm ausbrechen. Versuchen’s Sie’s doch mal, z.B. mit einer Ideologie- und Religionskritik wie der von Detlev Claussen. viel Erfolg!

  26. ferrarivernichter

    @ moria:
    hast du mich erschreckt!

  27. Kaktusblüte

    moria: mich auch!

  28. Moria

    Ferrarivernichter

    Zwei Tage weg und man verpasst das halbe Leben (im Blog)!
    Werde in Ruhe alles lesen – wofür Du mich verantwortlichen machen könntest. Keine Ahnung. Nur bitte erstarre nicht vor Schrecken, was Deine Schreiblaune zum Erlahmen bringen könnte. Wäre schade!

  29. ferrarivernichter

    @ moria, @ all:
    hand hoch: wieviele personen nennen rosenstengel “rosi”? wer hat sich dieses derbe ding ausgedacht? ich habe wirklich bis zur letzten zeile gedacht: meine fresse, soll ich mich wirklich noch mit sowas befassen? und dann kam mir natürlich als erlösung nur ein name in den sinn…

  30. Moria

    W.Wysskotzij

    Was ist das wieder für ein wirres Geschwafel?
    Mit dem “Stammtisch” hast Du nun ein Schlagwort gefunden, das Dich fasziniert und nicht mehr loslässt. Deine Aeusserung “Ihr Kampf gegen Sekten in Ehren…”. Was ehrst Du nun, den Kampf oder die Sekten?
    Wer sind den H. Stamms Gegner, diejenigen, die den Kampf und die Sekten ehren?
    Du liebst nicht nur Schlagwörter, nein auch Fremdwörter machst Du Dir eigen, nur befürchte ich, dass Du sie teilweise nicht verstehst. Weisst Du Wyssi, Obskurantist hat nichts mit “dunkel” zu tun…., Du Leuchte. Also diese Bezeichnung und was Du damit ausdrücken möchtest, passt irgendwie nicht zusammen. Aber das spielt ja keine Rolle, die Hauptsache, es soll gekeift werden…. ein eigenartig Ziel.

    Ferrarivernichter

    heute habe ich meinen Schwerfälligkeitstag, ich verstehe nicht, was Du meinst. Jedenfalls haben wir nun nach dem Rosi noch den Wyssi, wobei mir ein Rossi und ein Whisky lieber wären!

  31. Milnir

    @Ferrari
    Der Ausdruck Rosi ist wohl von mir.
    Aber sind wir doch ehrlich. Ein Rosenstengel kann doch nichts dafür, dass er mit der Situation von vorgestern einfach überfordert ist. Er glaubt an das Gute, und sieht nicht, was es mit sich führt, sobald es in dieser Art eingeführt wird.

    Wir alle scheitern immer wieder an unserem Idealismus. Das ist noch nicht wirklich ein Problem. Zum Problem wird es erst, wenn man sich nicht eingestehen will, dass es so einfach nicht sein kann.

  32. Kaktusblüte

    Ferrarkiller: ich nannte Rosenstengel im vergangenen April erstmal “Rosilein”, schon damals ereiferte er sich über das Phänomen AH.

  33. Moria

    Milnir

    oft versuche ich, Dich zu verstehen, teilweise gelingt es mir, oft auch nicht z.B. wieder mit Deinem letzten Beitrag. Wie kannst Du vom Glauben an das Gute, in Zusammenhang mit Rosi’s Auslegung, sprechen. Da sind nur Ausdrücke wie an das Teuflische, Bestialische, Entmenschlichste etc. angebracht.

    Für mich besteht echter Idealismus nicht nach dem Jagen nach sofortiger Verwirklichung, was eine Illusion sein könnte. Sondern im täglichen, unermüdlichen Kampf um die Annäherung an das, was uns als Ideal vorschwebt. Ein echter Idealist vergisst niemals die Realität des täglichen Lebens.

  34. ferrarivernichter

    @ moria, milnir, kaktusblüte und noch wen:
    ich hätte nicht gedacht, dass sowas untergehen könnte: der beitrag von “obersturmbandführer” vom 5.9. um 15.40. nun sind also mehrere blogteinehmende auf das outing eines brachialsatirikers gespannt.

    @ moria:
    korrigiere ein wenig an milnirs grammatik herum, und du siehst seinen punkt: rosenstengel glaubtE an das gute, fand es aber ausgerechnet im bösen. da sich das böse in all seiner tragweite erst zeigte, als es niemand mehr für das gute hielt, ist ein verzweifeltes festklammern an dem winzigen bischen guten, das auch im bösesten wohl nicht ganz auszulöschen ist, d-i-e möglichkeit, das eigene gewissen vor der völligen vernichtung zu bewahren.

    der fairness halber wiederhole ich, dass meine mutmassungen über rosenstengels gründe für seine geschichtsbetrachtungen eben nur mutmassungen sind.

    zu vlad dracul mag ich mich kein zweites mal äussern. ich habe probiert, ihm klarzumachen, dass dies ein laienforum ist. seine reaktion ist eine verschärfung der kritik. soo weit oben… ich warte lieber, bis er sich mal eine inhaltsbezogene stellungnahme erlaubt, statt überflüssiger stilkritik.

  35. Milnir

    Kann mal wer einen markanten Osho-Text einfügen, damit wir da ein wenig seine Genialität auseinandernehmen können?

  36. Moria

    Ferrarivernichter

    Hast Du bis jetzt mit klaren Worten brilliert, bist Du nun auch schon ins Verklärende über Gut und Böse gerutscht! So gerne ich Deine Kommentare lese, die Begeisterung, sie 3 x lesen zu müssen/dürfen, um zu merken, was Du meinst, hält sich in Grenzen! Oder hast Du eine neue Kategorie neben Satire, Ironie und Zynismus, die Dualbissigkeit kreiert? Dabei ist der rg schon mit den drei ersten überfordert.

    Die oberstürmende Gau….leiter lässt mich nunmehr kalt, mit dem hab ich definitiv abgeschlossen.

  37. ferrarivernichter

    @ moria:
    in der hoffnung, dass ich dich richtig verstanden habe: ich rutsche schon manchmal ab, aber nicht ins verklärende. höchstens ins hilflose. in diesem falle, weil ich den floh, den neben anderen DU mir ins ohr gesetzt hast (“arische verwirrungen in der jugend” o.ä.), aus respekt vor dem menschen(!) rosenstengel nicht so frei herumhüpfen lassen möchte: jeder mensch hat das recht, noch so grosse fehler zu machen, besonders in jungen jahren. wenn es dann allerdings darum geht, in reiferen jahren eine position zu diesen fehlern zu beziehen, ist nicht jeder mensch gleich souverän: der eine sagt, er habe das schlechte an seinem ideal nicht gesehen, der andere sagt, er habe das gute gesehen, das heute verschwiegen würde. nur, damit ich es zum vierten male probiere zu erklären: ich habe einen aufrichtigen hass auf das system, dessen einzelne komponenten rosenstengel immer wieder mal gern “ins rechte licht gestellt” hat, aber: ich habe keinen groll gegen die person rosenstengel.

    vielleicht hilft es dir, wenn ich bemerke, dass ich seit anfang august dieses jahres mittue. ich habe frühere äusserungen des herrn r. nicht im kopf. kann sein, dass mir solche ein tieferes verständnis seiner beiträge ermöglichen würde, mit welchem ergebnis auch immer.

    rg scheint mir eigentlich gar nicht so überfordert. höchstens in manchen fällen zu sehr auf die wirkung seiner logischen begabung bedacht. dies aber, ehrlich gestanden, trotz ziemlich unterschiedlicher meinungen zu meinem wachsenden vergnügen.

    wenn du mal mehr als einen punkt am stück setzt, bin ich jedesmal überfordert. nunmehr zum dritten mal bin ich gespannt auf die lösung. (hut ab!)

    single malt statt bourbon, wie ich annehme?

  38. Moria

    Ferrarivernichter – ich plädiere schon lange auf einen Namenswechsel von Dir – Du bist kein Vernichter, viel zu edel gesinnt (siehe u.a. gegenüber Rosi….) Mein Vorschlag 2-Rad-Künstler oder eben Dualbeisser? Ueberleg’s Dir wirklich! Für die Umtaufe spendier ich Dir anstatt Weihwasser einen x-%-igen!

    Es ist mir einfach zuwider, das Psychogramm von Rosi zu analisieren. Für Leute, die Massenmörder beschönigen, habe ich nichts aber auch gar nichts übrig und suche auch nicht nach mildernden Umständen. Ich sage ja nicht, er sei durch und durch abgelöscht, aber ich will ihn gar nicht verstehen. Somit schliessen wir dieses Thema ab.
    Deine wirklich erhabene Einstellung macht Dir Ehre, da bin ich konsequenter und kompromissloser.
    Bald frage ich mich schon, ob Du unterdessen ev. ein Angebot einer Frauenzeitschrift oder der Glückspost vorliegen hast, Kolumnen für ihr Blatt zu schreiben? Dieser Edelmut könnte ein Signal dafür sein. Wieso nicht, geeignet wärst Du, aber bitte nur nicht für einen Leuchtturm!

  39. ferrarivernichter

    @ moria:

    angesichts der wirklich nicht beschreibbaren einfallslosigkeit, welche die versuchten verhunzungen meines namens auszeichnet, und angesichts der tatsache, dass selbst leute, die mit mir einer meinung sind, manchmal den schrottwert des ferrari weniger schätzen als seinen neuwert, werde ich die karre sowieso bald in die garage stellen und mir ein anderes vehikel suchen. bekomme ich auch für andere namen was zu trinken?

    ausserdem hast du es mal wieder erfasst: der, der da in der “frau im spiegel” so herzzerreissend über die arme prinzessin, die mit dem fürsten, der eigentlich ja nur der sohn einer nichte der cousine von dem einen könig da ist – ich muss demnächst schon wieder zur recherche nach monaco. soll ich dir was mitbringen?

    das war’s wohl in diesem blog…

  40. Moria

    Ferrarivernichter

    Du hast’s geschafft, kaum drohst Du mit der Entsorgung Deines Ferraris, gibt der Schumi auf und geht Dir aus dem Weg….erstaunlich. Der Drink ist Dir sicher, solange Dein neuer Name nur Glückseligkeit verströmt….

    ….doch, doch bring mir was mit, irgend etwas “made in China – wrapped in Taiwan – sold in France – admired in Germany – beatified in Vatikan Stadt”.

    Das wär’s nun wirklich für diesen Blog!

  41. letgo

    Vorsicht!

    Osho – Bhagwan ist gefährlich, wer ein normales Leben auf dem Sofa weiterleben möchte, sollte sich mit Ihm nicht beschäftigen !! denn seine Botschaften verändern den Verstand dann ist schluß mit
    rumlabern.

  42. kay

    Ja,letgo so ist es und Hugo Stamm hat auf diesem Sofa einen festen Sitz. Wovor hat er eigentlich Angst, warum soviel einseitiges und abqualifizierendes, Herr Stamm??
    Ein Blog des Grausens-einmal gesehen reicht.

  43. Sumiran

    Von Osho (Bhagwan) wird man entweder angezogen oder man kann nichts mit ihm anfangen und konzentriert sich vielleicht auf diejenigen Passagen in seinen Büchern, welche man kritisieren kann. Kritik finde ich absolut in Ordnung. Nur Osho ist nicht so einfach mit Kritik zu erfassen.
    So wie ich ihn verstehe, liegt seine Hauptbotschaft in der Stille zwischen den Worten. Dies ist schwieriger zu verstehen und auch ein bischen mühsam, wie soll man die Stille zwischen den Worten kritisieren.
    Tiefe Stille kann man auf viele Arten erleben z.B. in der Kirche, auf einem Berg, in der Liebe, in der Meditation. Man benötigt keinen Osho dazu. Trotzdem für mich sind seine Bücher und Tapes eine Hilfe und haben mich begeistert.
    Wer sich ein bischen ernsthafter mit Osho auseinandersetzen will und ich finde es lohnt sich, muss halt schon ein Buch von ihm lesen oder ein Tape hören (erhältlich unter http://www.osho.com).

  44. Mr T

    Über Osho sagt man, er widerspreche sich selbst oft (selbst seine Anhänger sagen das). Diese Meinung hat man aber nur, wenn man nicht versteht, was hinter den Zeilen steht. Klar widersprechen sich die reinen Worte im Laufe von mehreren Jahrzehnten vor verschiedenen Zuhörerschaften, auf die die Diskurse zugeschnitten sind. Ich habe sicherlich zwei duzend Bücher gelesen und keinen *essentiellen* Widerspruch gefunden. Wenn man den Mann nicht verstehen will und Fehler sucht, wird man sie finden, null Problemo. Will man jedoch einen Nutzen aus dem ganzen Ziehen, liest man zwischen den Zeilen, versteht was er wirklich meint, von einem Standpunkt jenseits aller konditionierungen, erwartet kein Kochbuch welche Tat gut ist und welche Tat schlecht ist; weil so ein Kochbuch gibts nicht. Klar war er provokativ, klappern gehört zum Handwerk, nicht zuletzt um Aufmerksamkeit zu erregen. Aber die Essenz der Diskurse ist ein unschätzbarer Wert für die Entwicklung. Und Selbstkritik gehört beim lesen und verstehen dazu, denn jeder von uns ist definitiv in Glaubenssätzen (nicht nur religiös gemeint) gefangen. Möglich ist ja: Man holt sich die für sich weiterbringenden Dinge heraus und lässt die anderen beiseite. So hat man Nutzen ohne Folgen. Nach dem Motto “use Osho without loving him”.
    Im Grunde hat Osho mit seiner Weltanschauung recht. Alle anderen gesellschaftlichen Modelle sind langfristig zum scheitern (sogar logisch) zum verurteilt. Klingt hart, ist aber so. Nachdenken und schwarz-und-weiß denken beiseite lassen! Gucke einfach strikt hinter unsere Kulissen.

    Regards, Mr t.

  45. oli

    Nun, alles hat 2 Seiten.
    So hat auch Osho 2 Seiten.

    Wir sind kleine Wesen die gerne die Wahrheit hätten. Doch was ist die Wahrheit?
    Wir haben Meinungen geprägt durch Vorbestimmte Faktoren, Erziehung, Erlebnisse usw.
    Es sind nichts als gesammelte Informationen, deren Gewicht entweder für oder gegen etwas entscheidet.
    Wenn ich den Dalai Lama tol finde, werde ich merken dass bei genauerer Recherche das Gegenteil ebenso wahr ist. Er hat zwar einen guten Ruf, dennoch können Kritiker ebenso viele negative Dinge über ihn verlauten lassen, dass ich vom Gegenteil überzeugt sein kann wenn ich nur lange genug zuhöre.

    Das Problem ist, dass der Mensch niemals neutral/in der Mitte sein kann, dass er immer eine Seite bevorzugt und sich daran festklammert und dann Bestätigung dafür sucht. Das bringt Sicherheit.
    Er hasst dann den, der ihm dieses Gerüst wiederlegt/zerstört. Denn damit schwindet der Boden unter den Füssen.
    Das hat Osho mit uns getan und das tut Herr Stamm gerade mit Osho.

    Wer hat nun recht?
    Immer der, der die meissten Informationen gesammelt hat und diese argumentativ gut einsetzt.
    Behauptet jemand das Gegenteil und hat mehr Infos und Belege zur Verfügung hat er wiederrum recht.
    Was folgt daraus?

    Wir können niemals wissen was richtig oder falsch ist.
    Die Wahrheit liegt für mich jenseits der beschränkten Relativität aus der wir blicken können.
    Ist Materie oder Geist primär? Ist jener erleuchtet und hat die Wahrheit oder ein Spinner der vor sich hin träumt?
    Beides ist richtig. Es gibt nie die eine richtige Antwort.

    zu Osho:
    Es wiederspricht sich aus diesem Grund. Fand jemand Jesus toll, sagte er Jesus war ein Idiot. War jemand gegen Jesus, argumentierte er für Jesus.
    Hitler zu loben und Gandhi zu verurteilen ist ebenfalls eine Strategie, die Gegenseite aufzuzeigen.
    Er hat stets übertrieben um zu verdeutlichen.
    Somit sollte man auch nichts wörtlich nehmen sondern den Menschen dahinter verstehen.
    Das ganze ist nichts als Bewustseinserweiterung und das hat jeder Erleuchtete getan.
    Steckt jemand in einer Meinung fest, holt man ihn auf die andere Seite. Es ist nichts, als das Bemühen die MITTE zu schaffen. Osho selbst hatte keine Meinung. Er hat nur reagiert.

    Ich spreche hier deutlich für Osho, da der Threadersteller gegen ihn spricht.
    Ich denke er hat mehr Menschen geholfen als geschadet, verhärtete Vorstellungen gelöst und von Zwängen befreit sowie interessante Zusammenhänge in vielen Bereichen aufgezeigt.
    Um das durchzusetzen musste er fanatisch/extrem sein, gewissermassen “krank”.
    Und Missbrauch/Missverständnisse sind bei jeder Religion,Lehre,Bewegung inclusive.
    Und jeder “Gründer” ist auch immer auch immer irgendwo ein Verbrecher.
    Wenn wir wüssten wieviel Dreck Politiker und andere “Heilige” am Stecken haben und wieviel Korruption überall stattfindet, würde sich so manche Meinung auch schlagartig ändern.

    Und so ist jeder Heilige auch ein Verbrecher. Und was heilig ist, ist auch nur eine Meinung.
    Und diese Diskussion hier ist genauso sinnlos wie sinnvoll, und das was ich geschrieben habe werden manche toll finden und manche sagen, das hätte ich mit auch sparen können.

    Gruss Oli

  46. njemile

    Lieber Oli

    Herzlichen Dank für Deinen Kommentar!

    Du bist mein Held ;-)

    Meine Erfahrung mit Osho: Ich bekam vor ein paar Jahren ein Osho-Buch von meiner Mutter geschenkt. Ich war erst 16, suchte, wie die meisten Jugendlichen, Orientierung und war sofort begeistert von diesem überaus symphatischen Mann mit Bart und seinen Weisheiten…
    Nun, es folgten weitere Bücher und ich begann zu meditieren: Zirka drei Monate lang übte ich mich äusserst diszipliniert jeden Tag eine halbe Stunde in einer von Oshos Meditationstechniken. Ich muss gestehen; das war bisher die eindrücklichste Erfahrung meines Lebens! Nie mehr verspührte ich ein Glück wie dieses! Eine unbeschreibliche Erfahrung, welche heute, 7 Jahre danach, nur schwer nachzuvollziehen ist.
    Heute habe ich eine andere Einstellung zu Osho und sehe sehr wohl auch die Gefahren, welche eine Bewunderung solcher “Grossen” mit sich bringt.
    Eines muss man Osho aber lassen; seine Texte sind grossartig und auch heute noch übe ich mich, dank dieser damaligen Erfahrung (dank Osho), in Meditation… – Dies allerdings mehr schlecht als recht… vielleicht weiss ich heute einfach zu viel? -
    Mehr kann ich dazu nicht sagen… Oder doch: Immer die, welche den Krieg gewannen, waren und sind im Nachhinein die Guten!!! Stellt euch vor, die Nazis hätten gewonnen… Stellt euch vor, Osho hätte gewonnen… Heute sind die Amis, nach Meinung der Allgemeinheit, nicht mehr die Guten… Werden sie den Krieg verlieren?

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