Schweiz

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hugostamm am Sonntag den 7. Mai 2006

Glaube: Eine Frage der Gene?

Zwei Brüder wachsen in ländlichem Milieu in einer katholischen Familie auf. Die Eltern sind „durchschnittliche“ Katholiken und besuchen gelegentlich den Gottesdienst. Sie bezeichnen sich aber nicht als besonders fromm. Und sie lassen ihren beiden Söhnen viel Freiraum – auch in religiösen Belangen.

Der jüngere entwickelte schon als Jugendlicher eine kritische Haltung dem Glauben gegenüber. Mit 20 Jahren bezeichnete er sich als Atheist, mit 30 als Agnostiker. Auf die Frage: „Gibt es einen Gott?“ pflegt er zu sagen: Niemand hat ihn gesehen, niemand kann seine Existenz nachweisen, und mit Spekulationen halte ich mich nicht auf. Es interessiert mich schlicht nicht.

Der Ältere wurde Messdiener und ging auf dem Schulweg oft in die Kirche, um eine Kerze anzuzünden. Als junger Mann trat er ins Kloster ein und wurde Jesuiten-Pater.

Die beiden Brüder mögen sich gut. Sie unternehmen zusammen oft Bergtouren. Kommen sie an einem Kreuz vorbei, kann sich der Agnostiker eine ironische Bemerkung nicht verkneifen. Und auch dem Mönch kommt gelegentlich eine humorvolle, religiös aber nicht ganz korrekte Bemerkung über die Lippen, wenn er seinen Herrn am Kreuz sieht. Und er frotzelt: Ein Leben ohne spirituelle Erfahrungen ist trostlos, und ein Kosmos ohne Gott wie ein schwarzes Loch.

Zwei Brüder, von den gleichen Eltern gezeugt und in der gleichen Familie, Schule und Kirchgemeinde sozialisiert, entwickeln sich geistig in konträre Richtungen. Wie ist das möglich? Oder anders herum: Weshalb werden die einen Menschen religiös oder gar streng gläubig, während für andere religiöse Gefühle eine unbekannte Grösse bleiben?

Ein Geheimnis, das weitere Fragen aufwirft: Sind religiös empfindende Menschen empathischer als areligiöse? Flüchten vor allem labile oder ängstliche Personen in den Schoss einer vermeintlich rettenden Glaubensgemeinschaft? Oder fehlt den areligiösen die Vorstellungskraft oder gar Phantasie? Ist mangelnde Spiritualität ein Charakterdefizit oder Ausdruck einer besonderen Realitätsbezogenheit? Zählen spirituell besonders tief empfindende Menschen zur geistigen Elite, weil sie mit einem speziellen Sensorium ausgestattet sind? Oder sind sie leichter verführbar? Sehnen sich besonders stark nach der Erlösung, weil sie sich rauen Diesseits verloren fühlen?

Wie auch immer. Bedenklich scheint mir zu sein, dass Gläubige jeder Couleur spirituelle und religiöse Empfindungen zur moralischen Norm erheben. In ihren Augen sind Personen, denen eine Frömmigkeit abgeht, erbarmenswerte Geschöpfe, die auf ewige Zeiten verloren sind, weil sie die Erleuchtung oder das Himmelreich verpassen werden. Dabei lassen sie exakt jene Demut und Bescheidenheit vermissen, die sowohl Esoterik wie Christentum predigen. Der Drang, sich über andere zu erheben, scheint ein urmenschlicher Instinkt zu sein, der sich nicht um Glaubensfragen kümmert.

Und was wäre, wenn das religiöse Empfinden eine Frage der Gene wäre? Der amerikanische Makrobiologe Dean Hamer behauptet, der Glaube sei – unabhängig von der Religion – eine Frage des Hirns und der genetischen Beschaffenheit. Er fand heraus, dass ein bestimmtes Gen in zwei Varianten vorkommt. Träger der einen Version neigen nach seinen Forschungen zu starken spirituellen Emotionen. Wer die 2. Variante in sich trägt, bewege sich lieber auf der rationalen Ebene.

Gestützt wird die Beobachtung durch den Umstand, dass eineiige Zwillinge sehr ähnliche religiöse Empfindungen entwickeln. Und das selbst dann, wenn sie nicht im gleichen Milieu aufwachsen. Danach wäre der Glaube an Gott die Folge einer biochemischen Reaktion.

Sind Naturwissenschafter die wahren Feinde Gottes? Oder sind sie einfach unfähig, religiös zu empfinden und wollen ihre rationalen Erkenntnisse zur Religion oder Heilslehre machen?

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen und den Aufschrei der Empörung in Grenzen zu halten: Ich glaube nicht, dass man religiöse oder spirituelle Empfindungen auf genetische Voraussetzungen oder chemische Prozesse reduzieren kann. Dazu ist unser Bewusstsein zu komplex. Die These von der genetischen Prägung ist aber ein Hinweis darauf, dass unsere Gefühle das Produkt aus einem wunderbaren Zusammenspiel von Körper Geist und Seele sind. Die religiösen genau so wie die „platonischen“ und sexuellen.

PS: Ich habe im Beitrag mit dem Titel „Relative religiöse Wahrheit“ geschrieben, die moderne Esoterik gehe unter anderem auf die Hermeneutik zurück. Das war ein Verschreiber. Seither nimmt Studi diesen immer mal wieder als Beweis für meine fachliche Inkompetenz. Zur Erklärung: Die Geheimlehre Hermetik geht auf den spätantiken Mystiker Hermes Trismegistos zurück. Und mit Hermeneutik schlug ich mich schon vor rund 35 Jahren im Studium herum. Ganz unbekannt ist mir der Unterschied grundsätzlich nicht…

138 Kommentare zu „Glaube: Eine Frage der Gene?“

  1. Mats sagt:

    @Rosenstengel

    “Wenn also ein Atheist ein guter Mensch war und dann einmal vor dem Schöpfer steht, dann wird er zwar überrascht sein, dass es ihn gibt, aber er wird sicher der „Hölle“ eher entgehen, als ein bekennender Christ, der in seinem Leben nur Schandtaten vollbracht hat.

    Ein Atheist glaubt kaum an einen primitiven Himmel, geschweige denn an ein letztes Gericht.

  2. Mats sagt:

    @alex

    “dass verhaltensmuster eine sache der reinen genetik ist, muesste wohl jedem klar sein.”

    Im Prinzip stimmt diese Aussage, was den Körper betrifft. Wie ist das jetzt mit dem Bewusstsein?
    Evolutionär gesehen hat es sich entwickelt, um mit der Umwelt besser interagieren zu können. Reflexe, Angeborene Verhaltensmuster zumindest, die sind wahrscheinlich sehr stark mit gewissen Hirnstrukturen verbunden. Abstraktes Denken ist sicher auch an gewisse Hirnregionen gebunden, agiert aber gleichzeitig unabhängig auf einer anderen Ebene.
    (Ich verweise hier gerne auf die Computertechnologien; Ein Computerspiel ist abstrakt und hat nur noch bedingt etwas zu tun mit den physikalischen Strukturen der Platinen)

  3. ralph kocher sagt:

    Glaube gehört zu den Genen wie das Huhn zum Ei. Welche Art aber von Glauben, dies lasst mal das Individuum für sich selber entscheiden. Jedem doch gebührt eine eigene Kultur! Auch wenn es nur der schnöde Mammon sein sollte. Aber es hört für mich dort auf, wo Leute den eigenen Glauben – für alle anderen – gleich auch als Wahrhaftig finden. Leider aber gehören solch’ egoistische Triebe wohl halt auch zu den Genen. Wie auch immer: Wie meistens (seit wann eigentlich?) – schafft sich das holde Häufchen Mensch – eben anscheinend urtypisch seines Erachtens wohl – (s)einen Status eitel selbst. Was eine Autorität unter der Ägide der Natur wohl betreffen soll %I-(

  4. studi sagt:

    @alex:

    “dass verhaltensmuster eine sache der reinen genetik ist, muesste wohl jedem klar sein.”

    ich würde mal sagen, dass dir hier sogar die meisten forschenden im gebiet genetik zu allererst mal widersprechen würden, da das verhalten eines menschen nebst der genetischen veranlagung massgeblich von seiner prägung abhängt. wenn du recht hättest, wäre übrigens deine aussage “be yourself” ziemlich zynisch und fatalistisch.

    und nur so am rande: ohne das, was du als “pseudowissenschaft” bezeichnest, gäbe es wohl, wenn man die gesteisgeschichte ein wenig revue passieren lässt, auch keine empirischen wissenschaften. übrigens gehen diese von denkstrukturen aus, welche aus der nicht-empirischen wissenschaften (z.b. logik, was zur philosophie zählt) entliehen sind.

    ansichten wie die deinige sind das produkt einer mit religiösem eifer durchgeführten aufklärung, welche vergisst, dass der mensch nie alles erkennen wird und sich anmasst, im besitz absoluter wahrheit zu sein.

    einmal mehr: wie wäre es mit ich-botschaften anstatt das, was einem nicht passt, zu diskriminieren?

    @werner:

    ich habe weder lust noch zeit im detail auf deine vergleiche von studium und hirnwäsche u.ä. einzugehen, da mein studium bei weitem nicht mein einziger lebensinhalt ist. hast du gewusst, dass gut 50% aller studenten nebenbei arbeiten? dies aber nur mal so am rande.

    etwas kleines möchte ich jedoch noch loswerden: ich verurteile niemanden dafür, wenn er sich weder für philosophische gedankenspiele, noch für fremdworte oder was auch immer interessiert. ich erwarte jedoch, dass man dort, wo man keine ahnung hat, einfach “schnauze tief” hält anstatt diejenigen anzugreifen, deren interesse anders gelagert ist. und desgleichen erwarte ich auch von einem journalisten, dass er entweder sauber recherchiert oder wenigstens sich nicht über dinge auslässt, die sich seiner wirklichen kenntnis entziehen. da reicht es eben nicht, ein so genannter “sektenexperte” zu sein.

    alles andere ist schlicht und ergreifend diletantisch.

    übrigens, wenn du’s gerade so mit wikipedia hast: schlag doch auch mal noch neben deinem heiss geliebten begriff “metaphysik” die beiden wissenschaftsbezeichnungen “philosophie” und “theologie” nach. bei ersterer sollte dir ein lichtlein aufgehen, dass wissenschaft nicht nur in empirischer naturwissenschaft besteht.

    jetzt wäre es aber zur abwechslung wieder mal schön, wenn wir über die sache diskutieren könnten, anstatt dass du meine person zu analysieren versuchst.

    @pecunia helvetorum:

    “Warum haben euere Götter immer so menschliche Eigenschaften und Einstellungen, obwohl sie offenbar nicht von dieser Welt seien?”

    kurz gefasst: weil wir gott nur mit unseren menschlichen mitteln verstehen und beschreiben können… was aber nicht heisst, dass er nur so ist oder nur derart zu erleben sei.

    @rosenstengel:

    lies mal luther. oder augustin. die beantworten deine frage bezüglich der taten, im falle von augustin sogar fast schon überspitzt.

    oder um bultmann herbeizuziehen: es geht darum, nicht aus dem verfügbaren, sondern aus dem unverfügbaren, dem prinzip der göttlichen gnade heraus zu leben. alles andere ist gemäss evangelischer theologie zum vornherein zum scheitern verurteilt.

    mfg
    studi

  5. nk sagt:

    @pecunia helveticorum

    doch, jedes konzept das dem geist entspringt wird, mehr oder minder, real. damit meine ich nicht physische, materielle realität, sondern die geistige materie. somit ist jeder kleinste gedanke und sei er auch noch so realitätsfremd, teil meiner realität. was nicht bedeutet, dass er auch teil der deinen ist. zumindest bis zu dem zeitpunkt an dem ich mit dir darüber zu reden beginne. denn dann wird er unweigerlich auch zu einem teil deiner realität, auch wenn du ihn verleugnest – so muss du dich doch damit auseinandersetzen. das zynisch zu nennen könnte man als selbstverleugnung bezeichnen.

    ein perpetuum mobile ist etwas materielles, das ganz klar den bis heute bekannten gesetzen der physik zuwiderläuft. in der theorie ist jedoch anzunehmen, dass es möglich ist.

    nun beim glauben handelt es sich wie schon gesagt um geistige konzepte. deshalb erübrigt sich hier ein vergleich.

    ich meinte im geistigen sinne etwas zu verleugnen lässt es im geiste entstehen. natürlich nicht physisch. doch wie verhält sich das mit geistigen konzepten, die der materie nicht bedürfen?

    dass du die sinnfrage nicht stellst, dachte ich mir und macht mich gleich etwas eifersüchtig auf dich :) ich wünsche mir oft genug, mir keine fragen stellen zu müssen.

    zur antwort auf deine frage:
    du siehst keine emotionalen aspekte, aber dennoch macht dich dieses thema gleich wütend? eigentlich müsstest du wütend werden, dass frauen verstümmelt und menschen gekillt werden. doch du sagst auch, du wirst wütend, weil religionen dazu missbraucht werden. doch dir als realisten, sollte genau letzterer aspekt doch vollkommen egal sein. oder heisst das, dass dir die religionen vielleicht doch nicht ganz so egal sind – doch nicht ganz so unwichtig?

    das mit dem kopf rasieren hab ich jetzt wohl den zusammenhang verloren.. wie meinste das?

    nun dankeschön für deine antwort und für ein allfälliges feedback.

  6. ralph kocher sagt:

    Selbstherrlich diese Gene. Namentlich in westl. Abendland. Nur gut, hat sich wiederum nun auch noch ein morgenländisches Gegen-Gen entwickeln können. Wo wären wir sonst nur gelandet? Teuflisch, teuflisch, diese Gene.

  7. Pirelli sagt:

    Mein Gott ! ;-)

    Vorweg: Ich bin überzeugter Atheist. Während ich aber die Gläubigen respektierte (nun ja, ich respektierte, dass sie glauben. Dass sie ihr Leben aber von kruden und uralten Vorschriften bestimmen lassen, stösst mir als selbstbestimmten Menschen natürlich auf), begegnet mir viel Geringschätzung seitens der Gottesfürchtigen.

    Einen soutanierten Pfarrer, der sein Auto jeden Sonntag im Parkverbot vor unserem Haus abstellt, fragte ich, ob er nicht denke, dass die Einhaltung der weltlichen Gesetze gerade für einen Christen geboten sein müsste, und ob er nicht eine Vorbildfunktion für seine Gemeinde zu haben habe. Ferner: Wie vertrage sich das Vergiften der Mitmenschen durch den ungefilterten Diesel mit seiner Lehre?

    Seine einzige Antwort: Glauben Sie an die Zehn Gebote? Ich fragte ihn, wo in den Geboten etwas von Parkverbot stünde, aber die Diskussion war unmöglich.

    Ich kombiniere diese Realitätsblindheit mit dem Aufheulen wegen “Da Vinci Code” und “Popetown” und frage mich, wie weit die religiösen Blindgänger in ihrem selbstgerechten Wahn die Gesellschaft noch in die Restauration und den Backlash zu treiben gedenken. Und ich frage mich auch, wie man an der Wortwahl merkt, inwiefern ich noch Respekt aufbringen kann.

    Demut und Bescheidenheit jedenfalls sind eher bei den nicht Gläubigen zu finden. Wir neigen nicht dazu, unser Weltbild für allgemein gültig zu erklären.

  8. (In)connu sagt:

    @ studi, irgendwie scheint mir, dass Dein Studium doch recht weit zurück liegt….? Du meinst, 50 % aller Studenten würden arbeiten, das war mal so, liegt heute nicht mehr drin – gerade noch während den Semesterferien. Kann es sein, dass wir – Deine “Blog-Kumpels” – uns völlig irren und Du ein Studienwiedereinsteiger bist und gar nicht der junge, rechthaberische Grünschnabel, für den wir Dich halten, sondern ein verbohrter, belesener (das muss man Dir zugute halten) nach Heil strebender, oftmals anmassender Theoretiker? Irren wir uns da in Deiner prägnanten Person? Soviele Zitate, die Du um Dich schmeisst, haben in einem jungen Leben ja gar keinen Platz?! Du darfst und sollst Deine Standpunkte haben, aber wieso musst Du immer wieder dem Verfasser der anregenden Diskussionen eine auswischen? Hast Du irgendwelche Probleme mit seiner Herausforderung, die Menschen zum Nachdenken anzuregen?

  9. studi sagt:

    ohne lange um den heissen brei rumzuschwafeln: konzentrieren sie sich auf das thema, mein lieber inconnu, und lassen sie spekulationen zu meiner person besser beiseite, vor allem, da sie vom momentanigen studentischen leben offensichtlich keine ahnung haben (klicken sie doch mal auf die o.g. url).

    ausserdem: wer andauernd mit dem ruf nach wissenschaftlichkeit laut wird, sollte sich nicht über literaturzitate wundern. ;-) mit besserwisserei hat das eben gerade nichts zu tun. eine klare position zu beziehen heisst nicht per se, den anderen die ihrige abzusprechen. anstatt sich in der kritik der person zu verrennen, sollten sie vielleicht wieder mal zur sache stellung nehmen. oder ist ihnen das zu kompliziert?

    @pirelli:

    obwohl ihr frust nachvollziehbar ist, bin ich über die reaktion des pfarrers nicht verwudnert, da er es sich nicht gefallen lassen muss, von einer x-beliebigen zivilperson bezüglich seines parkverhaltens angehalten zu werden (auch nicht wegen seines jobs). sie werden wohl nicht allen ernstes erwarten, dass dieselben christen, die ihrer meinung nach einem nicht unwesentlichen irrtum unterliegen, auf der anderen seite so etwas wie moralische gutmenschen sein sollten?

    mfg
    studi

  10. (In)connu sagt:

    @ studi, irgendwie scheint mir, dass Dein Studium doch recht weit zurück liegt….? Du meinst, 50 % aller Studenten würden arbeiten, das war mal so, liegt heute nicht mehr drin – gerade noch während den Semesterferien. Kann es sein, dass wir – Deine “Blog-Kumpels” – uns völlig irren und Du ein Studienwiedereinsteiger bist und gar nicht der junge, rechthaberische Grünschnabel, für den wir Dich halten, sondern ein verbohrter, belesener (das muss man Dir zugute halten) nach Heil strebender, oftmals anmassender Theoretiker? Irren wir uns da in Deiner prägnanten Person? Soviele Zitate, die Du um Dich schmeisst, haben in einem jungen Leben ja gar keinen Platz?! Du darfst und sollst Deine Standpunkte haben, aber wieso musst Du immer wieder dem Verfasser der anregenden Diskussionen eine auswischen? Hast Du irgendwelche Probleme mit seiner Herausforderung, die Menschen zum Nachdenken anzuregen?

  11. Pirelli sagt:

    @ Studi

    Erstens habe ich wohl das Recht, auf das Parkverbot vor unserem Haus hinzuweisen. Es ist durcfh sechs (sic!) Schilder signalisiert. Der Pfarrer, der mir gegenüber ein Unrecht begeht, muss ich das gefallen lassen, ganz im Gegensatz zu mir.
    Ich hätte seinen Wagen auch einfach abschleppen lassen können.

    Zweitens unterstelle ich den Radikalchristen ja nicht, sie unterlägen einem Irrtum, sollen sie glauben, was sie wollen, mich aber in Ruhe lassen damit.

    Drittens wäre die einzig korrekte Reaktion des Pfarrers gewesen, sich zu entschuldigen und fortan das Parkhaus zu benutzen (was er jetzt auch tut, ich liess das Auto am folgenden Sonntag natürlich polizeilich abholen).

    Viertens fuhr mir natürlich die Dialogverweigerung unter dem absurden Hinweis auf die Gebote nicht gut ein.

  12. Walter Rohrbach sagt:

    Der Studi hat halt so eine Art zu reagieren. Einerseits imponieren wir seine Reaktionen noch, andererseits spielt halt schon eine gewisse Aggression mit. Der Studi könnte den ganzen Sachverhalt mal klären, indem er genaue Details über seine Person geben würde. Vielleicht würde dann das gegenseitige Verständnis ein wenig besser werden.
    Danke Studi, wenn Du auf das eingehen würdest. So eine Art Kurzbiografie von Dir.

  13. nk sagt:

    der studi ist sowas wie ein rekrut gottes, der dann später auf dem rütli zum soldaten befördert wird. dann ist er kein gewöhnlicher zivilist mehr, nein dann ist er himmelsleutnant.

    doch er ist ja noch in der RS und deshalb nur am wochenende zu gebrauchen. also geht nicht zu hart ins gericht mit ihm. er is doch ein netter.

    der pirelli, dem scheinen die reifen zu glühen, wenn denn da so ein major gottes seinen himmlischen schlitten auf seinem parkplatz abstellt. der gehört natürlich sofort abgeschleppt! aber stehenden fusses!

    was ich trotz der vielen buchstaben eigentlich sagen wollte war:
    auch ein pfarrer ist nur ein mensch.

  14. studi sagt:

    @walter rohrbach:
    c’est le ton qui fait la musique… meine klaren aussagen haben eigentlich relativ wenig mit aggressivität zu tun. das würden sie merken, wenn wir zusammen bei einem kaffee dieselben diskussionen führen würden. leider fällt die tonale komponente auf dem netz weg. ;-)

    meine kurzbiographie? ich glaube bereits mehr von meiner eigenen person erwähnt zu haben als die meisten anderen hier. und im moment steht mir der kopf nicht nach einem weiteren outing. dennoch danke für ihr interesse an meiner person.

    @pirelli:

    ist es ihr privater parklplatz auf ihrem privaten grundstück, oder gehören sie zu der gattung der hobbypolizisten? denn im zweiteren fall hätte ich auch für die reaktion des pfarrers ein gewisses mass an verständnis. im ersteren gebe ich ihnen jedoch recht.

    mfg
    studi

  15. Walter Rohrbach sagt:

    Jesus sagte: ich bin, der ich bin. Ehe Abraham war, bin ich! (nicht w a r ich!). Sie fragten ihn weiter, bist Du den der Prophet Elia? Bist Du der Messias, der uns versprochen wurde.
    Ich nehme an Studi, Du bist um die 23 – 25 Jahren, steckt´s mitten im Studium, Hebräisch, Griechisch und Latein sind Deine Lieblingssprachen, die Bibel hast Du schon längst im Urtext gelesen. Das Studium und der Broterwerb erlauben es Dir nicht, eine Freundin zu haben. Du willst Dich auf die Ehe aufsparen.
    Deine Pläne nach dem Studium sind noch unklar. Du wirst wahrscheinlich mal ins Ausland gehen, um dort weitere Erfahrungen zu sammeln. Eine Missionstätigkeit würde Dich auch sehr interessieren.
    Wenn noch Zeit übrig ist, soll auch eine Familie entstehen. Jedenfalls gibt es sehr bedeutungsvolle Aufgaben für Dich. Wir werden sicher noch von Dir hören.
    Ich nehme an, so etwa sieht es bei Dir aus.
    Ich meinerseits habe schon einige Jahrzehnte gelebt und habe mein Geld mit ehrlicher Arbeit verdient. Immer wieder habe ich die Bibel studiert. Das Potential für ein Studium hatte ich nie. Ich bin sozusagen ein schlichter Bürger geblieben.
    Reicht das, Studi! Wenn ich wieder einmal in Zürich bin, rufe ich Dich an.

  16. pecunia helveticorum sagt:

    @nk

    Leugnen kann man nur, wo es etwas gibt. Den Verkehr kann man nicht leugnen, wo es keine Autos gibt und Gott kann man nicht verleugnen, wenn es keinen Gott gibt.

    Nichts spricht dagegen, Verbrechen zu verurteilen, wenn aber die Religion als Vorwand verwendet wird, um ein Verbrechen zu begehen, ist dies aber noch verwerflicher. Zu diesen Verbrechen gehört eben, wie du bereits erwähnt hast, das Verstümmeln und Töten von Menschen.

    Religionen sind mir nicht egal, da hast du recht. Denn ich bin der Meinung, oft halten sie uns vernünftigem Handeln ab oder bieten eine unvernünftige Begründung für vernünftiges Handeln, was die Einsicht zum Zufall degradiert.

    Das mit dem Kopf rasieren, das du offenbar nicht ganz verstanden hast, ist folgendes: es gibt Religionen, da wird davon ausgegangen, die Frau habe ein Kopftuch zu tragen. Es gibt andere, da tragen Frauen aus konservativen Familien eine Perücke; das ist weniger auffällig, verfolgt aber denselben Zweck. Da fällt es mir ehrlich gesagt leicht, mich auf die Seite der Atheisten zu stellen.

  17. Rosenstengel sagt:

    @Rohrbach

    Mann o Mann, Rohrbach, Du hast es wirklich faustdick hinter den Ohren!

    Ja, jetzt ist die Zeit der Kurzbiographien gekommen, keine Frage.

    So im Stil: Ich 88 Jahre alt, war früher Totengräber und heute bin ich damit beschäftigt, sie alle wieder auszubuddeln usw. usw.

    Ich seh` schon, Du bringst doch noch eine interessante Note in diesen Blog.

    Jetzt fang aber bloss nicht an in meinem Lebenslauf rumzukramen.

  18. studi sagt:

    @walter rohrbach:
    mit einigem hast du’s recht gut getroffen… aber du schätzt mich wesentlich konservativer ein, als ich wirklich bin. ich denke mal, du wärst erstaunt mich in echt zu sehen. ;-) wie dem auch sei: fühl dich frei, mich anzurufen, wenn du in zürich bist – vorausgesetzt du kannst meine nummer dank deiner medialen begabung ausfindig machen.

    @pecunia:
    verbrechen, welche aus einer ideologie heraus begangen werden, scheinen auf den ersten blick verwerflicher, weil scheinbar jeder affekt ausgeschlossen werden kann. aber die tat bleibt an sich dieselbe. und insofern ist sie nicht verwerflicher. abgesehen davon, dass auch eine ideologische motivation aus einem affekt (oder einer reihe solcher) entstehen kann.

    fakt ist: jedes verbrechen ist verächtlich. dass durch relgiöse vorwände auch noch der ruf einer religion zu schaden kommt, macht das verbrechen noch verwerflicher; religion sollte das leben verbessern, sollte leben fördern – und ihm nicht schaden oder es gar zerstören. leider gilt auch hier wie so oft: religion wäre gut, die umsetzung ist leider oft nur ‘gut’ gemeint.

    dennoch sollte man religion nicht andauernd auf seine schattenseiten herunterbrechen.

    mfg
    studi

  19. jean sagt:

    ihr gläubigen gott ist zum menschen geworden,habt ihr das verstanden.
    ist das nicht etwas eitel, was da in den
    köpffen der menschen enstanden ist.
    sagte doch schon voltaire:gott ist mensch
    geworden,aber der mensch hat ihm das
    zurück gegeben indem er einen menschen
    ähnlichen gott gemacht hat.

  20. ipso facto sagt:

    ein pfarrer ist auch nur ein mensch.
    aber ein sehr gut bezahlter mensch.

    der studi sollte seinen namen offenlegen. ich moechte nicht ausversehen in seine kirche landen und mich als zivilist vom ihm belehren zu lassen.
    aber ebe, chas jo immer no leerer waerde wenn dr alles andere abverreckt.

  21. pecunia helveticorum sagt:

    Lieber Studi,

    wenn ein voll zurechnungsfähiger Mensch ein Verbrechen begeht, und die Konsequenzen trägt, ist das eine Sache. Weiter gibt es auch dunkle Kapitel aus der Psychiatriegeschichte, deren Tragik ich zwar nicht leugnen möchte, bei denen es aber zum damaligen Zeitpunkt angeblich wissenschaftlich erwiesen gewesen sei, dass man das richtige tat.

    Wenn man aber ohne wissenschaftliche Grundlage den Willen eines Gottes oder eines Propheten vorschiebt, um einer Frau gegen ihren Willen und auf Lebzeiten jede sexuelle Befriedigung zu rauben, dann ist die religiöse Argumentation als erschwerender Umstand zu bewerten.

    Die, deren tradierte Meinung durch den Glauben an göttliche Eingebung bekräftigt werden soll, wären im Kontext ihrer Umwelt wahrscheinlich durchgehend vernünftige Menschen gewesen. So gesehen konnten vor Penizilin und Pharmamultis auch Beschneidungen sinnvoll sein. Und in Schweizer Kantinen gibt es am Freitag heute noch Fisch, obwohl Fisch statt Fleisch heute eher Delikatesse als Verzicht ist.

  22. Ferdinand Schrei sagt:

    Gene sind für das Grundmuster des Verhaltens ausschlaggebend, aber nicht, ob wir an einen Gott glauben. Das wird wohl alleinig eine Interpretation des Geistes sein.

    Gott ist für uns Menschen nicht wichtig. Wir müssen nur wissen, dass es ihn gibt.

  23. Walter Rohrbach sagt:

    Eine Unterredung in einer ernsthaften Weise wäre mir schon etwas wert. Psychotherapie kostet pro 50 Minuten 100.00. Ich glaube, in 30 – 45 Minuten könntest Du mir sicher einige Fragen beantworten. Irgendwann sollte doch dies möglich sein, wenn Du ein ehrlicher Christmensch bist. In Zürich im Café Felix an der Bahnhofstrasse 104 zum Beispiel. Mit wohlwollender Gesinnung sehe ich Deiner Antwort entgegen.

  24. Chromosom sagt:

    An Studi und BG

    Glaubt, was ihr möchtet. Doch verurteilt niemanden, der Leute hinterfragt, die kritiklos Religionen bzw. Gottheiten als bare Münze hinnehmen.

    Vor Jahrtausenden Hingeschriebenes zu hinterfragen, braucht viel mehr Intelligenz und Kreativität, als einfach nur daran zu glauben. Peinlich: die Ameisen-Flugzeug-Geschichte! Mannomann …

    Glaubt weiter, aber warum nicht einfach still für euch?

  25. werner sagt:

    Wenn es zu einem Treffen kommt, dann bin ich mit von der Partie.

    Ein Ringkampf wäre mir zwar lieber, aber ein Kaffeeplausch liegt bestimmt auch drin.

    Wäre doch gelacht, wenn wir nicht die Wahrheit finden würden. :-)

    Wie wär’s mit der Apfelkammer. Das ist meine Stammbeiz. Wenn ihr nach dem Schlagabtausch noch über den Deckenbalken kriechen könnt, dann ist sogar das Einritzen des Namens im Holz erlaubt.
    Jawohl, gehen wir zu Göpf ein’s trinken.
    Wohl bekommts…

  26. Chromosom sagt:

    @ Ferdinand Schrei

    Von wegen, wir müssen nur wissen, dass des Ihn gibt. Diese elend-erbärmliche Missioniererei nervt nun wirklich. Wer zum Teufel sagt, wer was muss?

    Lies noch den ausgezeichneten Beitrag von
    Pecunia Helveticorum.

    Danke und frohes (und bitte stilles) Weiterglauben.

  27. studi sagt:

    @chromosom:
    ob es in der heutigen zeit und unserer humanistisch-aufgeklärten gesellschaft mehr reflektion zum hinterfragen oder für einen mündigen glauben braucht, würde ich doch sehr in frage stellen.

    ausserdem habe ich nichts gegen hinterfragen. solange man nicht in religiöser weise absolute wahrheiten in anspruch nimmt, welche umso weniger vorhanden sein können, wenn man nicht von einer transzendenten dimension ausgeht.

    mfg
    studi

  28. buendnerin sagt:

    hi nk, ich find auch, dass die aura soma leute endlich mal in ruhe gelassen werden sollen. und danebst sollte jedem frei stehen, von welchem pferd er sich ziehen lässt…
    soll aber leute geben die selber laufen. sind das gene? oder nicht doch eher eigenbestimmung? eigenen weg gehen?

    schönen gruss aus dem adlerhorst (falken putz)

  29. Michael sagt:

    Es war einmal ein Ehepaar, das einen 12-jährigen Sohn und einen Esel hatte. Sie beschlossen zu verreisen,
    zu arbeiten und die Welt kennen zu lernen. Zusammen mit ihrem Esel zogen sie los.

    Im ersten Dorf hörten sie, wie die Leute redeten: “Seht Euch den Bengel an, wie schlecht er erzogen ist…
    er sitzt auf dem Esel und seine armen Eltern müssen laufen.”
    Also sagte die Frau zu ihrem Mann: “Wir werden nicht zulassen, dass die Leute schlecht über unseren
    Sohn reden.” Der Mann holte den Jungen vom Esel und setzte sich selbst darauf.

    Im zweiten Dorf hörten sie die Leute folgendes sagen: “Seht Euch diesen unverschämten Mann an?
    Er lässt Frau und Kind laufen, während er sich vom Esel tragen lässt.” Also ließen sie die Mutter auf das
    Lastentier steigen und Vater und Sohn führten den Esel.
    Im dritten Dorf hörten sie die Leute sagen: “Armer Mann! Obwohl er den ganzen Tag hart gearbeitet hat,
    lässt er seine Frau auf dem Esel reiten.” Und das arme Kind hat mit so einer Rabenmutter sicher auch
    nichts zu lachen!
    Also setzten sie ihre Reise zu dritt auf dem Lastentier fort. Im nächsten Dorf hörten sie die Leute sagen:
    “…das sind ja Bestien im Vergleich zu dem Tier, auf dem sie reiten, sie werden dem armen Esel den
    Rücken brechen! Also beschlossen sie, alle drei neben dem Esel herzugehen.

    Im nächsten Dorf trauten sie ihren Ohren nicht, als sie die Leute sagen hörten: “Schaut euch die drei
    Idioten mal an. Sie laufen, obwohl sie einen Esel haben, der sie tragen könnte!”

    Fazit:

    Die anderen werden dich immer kritisieren und über dich lästern und es ist nicht einfach, jemanden zu
    treffen, der Dich so akzeptiert wie du bist. Deshalb: leb so, wie Du es für richtig hältst und geh, wohin
    dein Herz dich führt! Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben, …darum:
    singe, lache, tanze, liebe und lebe jeden einzelnen Augenblick Deines Lebens bevor der Vorhang fällt
    und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht!!
    (Charlie Chaplin)

  30. Walter Rohrbach sagt:

    Der Studi ziert sich noch. Er will ja schliesslich keine Zeit vertrödeln. Und Geld für sein Studium braucht er ohnehin nicht, denn seine Eltern sind sehr wohlhabend. Sie sorgen sich schon um ihren Sohn.
    Also Studi, überleg`es Dir. Es eilt nicht, Du hast Zeit. Alles muss gründlich überlegt sein. Ich meinerseits bereite schon meine Fragen vor. Das mit Werner überlasse ich natürlich gerne Dir. Nicht dass wir noch die Polizei rufen müssen.
    Ich stehe im Telefonbuch und besitze auch einen Telefonbeantworter.

  31. (In)connu sagt:

    Nicht nur überzeugt mich die Annahme, dass die Religiosität weitgehend eine Frage der Gene ist. Ich würde noch weiter gehen und behaupten, sie ist zusätzlich auch eine Sache der Geographie? Welchen Einfluss habe ich, ob ich in Rom oder in Mekka geboren wurde!? Nur das glaubt “jeder”, worauf er durch Zufall gestossen ist. Zudem glauben die meisten leicht, was sie entweder fürchten oder sich wünschen. – Der Mensch….., das einzige Lebewesen, das sich für einen Menschen hält! – Die neuen Blogteilnehmer, wie die heissen Reifen (pirelli) oder schrei(enden), helvtic-kapitalist. Chromosomen stellen eine enorme und erwünschte Bereicherung dar. Wobei der Werner der Chef der Runde bleibt. Prima!

  32. Pirelli sagt:

    (Unser Haus, unser Parkplatz – den wir nie benutzen, weil wir kein Auto haben. Inzwischen haben wir ihn mit einem Poller abgesperrt. Dem Abschleppen gingen etliche schriftliche Ermahnungen voraus und das erwähnte Gespräch.

    Demut aber ist diesem Pfarrer in seiner schwarzberockten Selbstherrlichkeit so fremd wie das simple Einhalten weltlicher Vorschriften. Ein richtiger Pfaffe!)

    Meine Ethik basiert auf dem kategorischen Imperativ und auf dem humanistischen Existenzialismus sartrescher Prägung. Dieses Gerüst habe ich mir über lange Jahre eigenständig aufgebaut und es immer wieder verfeinert. Es gibt kein Leben nach dem Tod, ich brauche nicht die Aussicht auf ein fernes Paradies (oder die ewige Verdammnis), um mich im Hier und Jetzt korrekt zu verhalten. Ich bedarf nicht der latenten Drohung mit einem Letzten Richter, um meinen Mitmenschen nicht zu schaden. Hence no car, zum Beispiel.

    Unter uns: Diese Leistung erachte ich als ungleich wertvoller als das unhinterfragte Übernehmen vorgegebener Glaubenssätze. Trotzdem massen sich die Religiösen an, mich auf “den rechten Weg” führen zu wollen.

    Brecht brachte es auf den Punkt. Keuner wurde gefragt, ob es einen Gott gebe. Er antwortete: “Du hast dich schon entschieden. Du brauchst einen Gott.”

  33. Walter Rohrbach sagt:

    In diesem Falle Inconnu, haben die Inder ein spezielles Flair für Religiösität. Sie gehen nämlich viel weiter und setzen alles daran, eins mit Gott zu werden. Nach dem Realisieren des Nirvana können sie entscheiden, ob sie weiter den Menschen dienen wollen oder endgültig in der Einheit mit Gott aufgehen. Bei den Inder geht es ja um das Selbst. Denke nicht anderes, als an das Selbst, verwirkliche das Selbst, sei das Selbst selber etc. Die Gnade führt dich um zu Stufe um Stufe bis zum Samadhi. Von da weg gibt es zwischen dir und Gott kein Unterschied mehr. Deine Seele und Dein Körper sind in der völligen Reinheit aufgegangen.
    Zu solch einer Spiritualität ist offenbar nur der Inder prädestiniert. Wir Christen hängen doch in der Wortklauberei herum. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein! Wer an mich glaubt, wird gerettet werden! Es gibt nur einen Weg zum Vater, das ist der über Mich!
    Werner freut sich schon auf unser Treff mit Studi. Wir erwarten viel davon.

  34. Rosenstengel sagt:

    Ja, das finde ich gut.

    Der Studi, Rohrbach, Werner und der Inconnu treffen sich in einem Lokal und „diskutieren“.

    Das Geschrei veranlasst den völlig verstörten Wirt zum Telefon zu greifen. Er ruft Hugo Stamm an und sagt ihm, dass sich in seinem Lokal eine radikale Sektengruppe versammelt hat.

    Da der Stamm nun mal ein pflichtbewusster Mensch ist, kommt er dann auch sofort vorbei und löst die Gruppe wieder auf.

    Damit würde sich der Kreis dann wieder schliessen.

  35. werner sagt:

    @ inconnu

    Ich muss vielleicht noch anmerken, dass ich keine wirklich feste Meinung habe.

    Es geht mir viel mehr darum, als ausgleichender Pool zu wirken. Manchmal verheddert sich eine Diskussion in irgend einer Annahme. Diese Annahme bestimmt dann weitestgehend das Denken und das Schreiben. Das mag für den Moment richtig sein, aber irgendwann muss man sich dann wieder davon lösen können und einen Schritt weitergehen.

    Ich und studi sind uns eigentlich sehr ähnlich, so eigenartig sich das jetzt anhört. Aber Studi hat noch die Flamme in sich, welche ihn zerstören ‘könnte’. Bei mir brennt sie auf Sparflamme. Es ist dies ein kleiner Unterschied, aber ein, meiner Meinung nach, wesentlicher Unterschied. Das Alter, respektive die Erfahrenheit einer Person, kann da vieles ausmachen. Ich bin zwar auch erst 30, aber habe bereits alle Extreme in meinem Leben vorgefunden, von Sozialamt und Verschuldung bis zu reich und sorglos, von religiösem Wahn bis zu Atheismus und zurück.
    Erfahrung macht wirklich weise, und vorallem beruhigt sie auch für’s Leben. Trotzdem ist selbst an solcher Stelle der Weg noch nicht fertig. Jeden Tag wartet etwas vollkommen neues. Mein Motto heisst deshalb auch: ‘Offen sein für Neues’. Und damit bin ich immer gut gefahren.

  36. Walter Rohrbach sagt:

    Hugo Stamm wird bald einmal sein Interesse bekunden, an dem Treffen teilzunehmen. Das Gespräch wird dann im Kulturteil des Tagi abgedruckt. Werner, Inconnu und ich stellen die Fragen, studi wird sie ausführlich beantworten.

  37. Pirelli sagt:

    Nachtrag: Die ganze Keuner-Geschichte, ich zitierte fehlerhaft.

    Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe.

    Herr K. sagte: “Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde.
    Würde es sich nicht ändern, dann können wir die Frage fallenlassen.
    Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott.”

  38. nk sagt:

    @pecunia helveticorum

    ++Leugnen kann man nur, wo es etwas gibt.++

    genau. wenn du sagst du glaubst nicht an gott, dann verleugnest du seine existenz. gibt es ihn nun oder nicht?

    wie gesagt ich sprechen nicht von materie wie autos oder verkehr, sondern von einem geistigen konzept. alleine über etwas nachzudenken lässt etwas im geiste entstehen. und da unsere körper nun mal abhängige unseres geistes sind, manifestiert sich jede idee letztendendes auch in unserem handeln.

    niemand ist frei von gott oder von glauben. alleine der stetige diskurs darüber, egal ob dafür oder dagegen, lässt gott zu einem teil unserer welt werden.

    verbrechen werden begangen egal ob es die religionen nun gibt oder nicht. denn nicht die religionen sind ausschlaggeben für konflikte sondern der mensch. sein egoismus, seine intoleranz, seine angst usw. religion ist nur ein mittel zum zweck – eines von vielen.

    auch sind es nicht die religionen die viel gutes tun. sondern es ist der mensch. seine toleranz, seine liebe, sein mitgefühl usw. religion ist nur ein mittel zum zweck – eines von vielen.

    religion ist eine art der sozialisierung. der mensch findet sich immer in gruppen zusammen.

    ich spreche aber von glauben. ich brauche keine religion um zu glauben. DAS ist es was ich meine.

    wie schon gesagt sind verbrechen so oder so verwerflich. egal aus welchen motiven sie begangen werden.

    ich frage mal so in die runde: oft wird behauptet ohne religionen würden weniger konflikte entstehen. das tönt vernünftig. würde eurer ansicht nach der glauben an gott zusammen mit den religionen untergehen? oder braucht glauben gar keine religion? oder würden – wären die religionen abgeschafft – leute sich sowieso wieder zu glaubensgruppen zusammenfinden und neue religionen entstehen lassen? also letztendendes: kann man denn die religionen überhaupt abschaffen, vorausgesetzt, dass der mensch immer einen glauben entwickelt, egal woher er kommt? lohnt sich dann der dirskurs darüber noch, ausser das er polarisiert und weitere konflikte schafft?

    (man müsste mal anmerken, dass es so eine redensart gibt, dass man über religion eigentlich gar nicht sprechen sollte – was dabei herauskommt sehn wir ja – eher krieg als frieden)

    ++Religionen halten uns oft von vernünftigem Handeln ab oder bieten eine unvernünftige Begründung für vernünftiges Handeln, was die Einsicht zum Zufall degradiert.++

    dazu kann ich nur erwidern:
    egal ob eine handlung nun aus vernünftigen oder unvernünftigen intentionen heraus entsteht, messen sollte man ihr erfolg!

    wer sind wir, dass wir im voraus wissen was vernünftig ist und was nicht? oder kannst du jede reaktion auf deine aktionen so genau vorherberechnen, dass du dem zufall entkommst?

    kopf rasieren und perücke auf?? keine ahnung wovon du sprichst. ist ja aber glaub auch egal.

  39. nk sagt:

    @ werner

    biste denn jetzt im moment wahnhaft reich und sozial-atheist oder religiös-arm und sorglos gläubig? ;)

  40. werner sagt:

    Ich denke aber, dass das nicht das Problem ist, sondern die Frage, wie sehr uns eine höhere Macht in unserem täglichen Leben tangiert. D.h., können wir nicht einfach nach menschgemachten Gesetzmässigkeiten leben, ohne dass uns jemals im Leben die höhere Macht tangieren oder sogar interessieren würde.

    Und da sage ich mal einfach so aus dem Bauch heraus: Nein!

    Weshalb? Unser Leben verläuft niemals in Bahnen, sondern sprunghaft, unvorhersehbar, manchmal auf verschlungenen Pfaden. Kurz, es ist nicht wirklich ein Gesetz auszumachen. Ausser man ist ein Dussel, die Welt interessiert einen nicht und man lebt glücklich und zufrieden.

    Jeder andere aber MUSS sich irgendwann auch an der Decke den Kopf anschlagen. Auf diesen Effekt folgt der Durchstoss der Decke als Initialzünder für eine universelle Betrachtung der Dinge. Eine Betrachtung, deren Gesetzmässigkeiten man nicht erkennen kann. Trotzdem aber braucht unser Verstand und unsere Vernunft gewisse Gesetzmässigkeiten zum begreifen. Auch um die einfachen Dinge neu zu sehen, einfach aus der Warte des Übergeordneten.

    Und da ist es nicht nur nützlich, diese höhere Gesetzmässigkeit anzuerkennen, sondern fast unabdingbar, denn von was sonst sollte man ausgehen, wenn man die Decke bereits durchstossen hat?

    Die höhere Gesetzmässigkeit ist zwar für mich nicht omnipräsent, dennoch aber basiert auf gewissen Spekulationen mein gesamtes Wissen. Ohne diese Spekulation durch die Vernunft kann ich mich sonst auch als Mensch nicht mehr fortbewegen(im übertragenen Sinne gemeint).

    Entschuldigung, dass ich immer so dumme Beispiele bringe, aber anders kann ich es einfach nicht ausdrücken. Die Vergleiche hinken. Der Sinngehalt sollte dennoch irgendwie durchschimmern.

  41. (In)connu sagt:

    ……..zum Treffen, der Rosenstengel gesellt sich ebenfalls hinzu, überreicht Herrn Stamm einen Rosenbusch und versucht mit seiner (Ueber)redungskunst, die zweifellos vorhanden ist, den Sektenexperten als Gründungsmitglied dieser neuen Vereinigung zu gewinnen und ihn soweit zu bringen, seinem nächsten Blog zu lancieren, unter dem Motto “Es gibt sie noch – die weltoffenen, freidenkenden und toleranten Sekten!” – Achtung: welche Ueberraschung sind möglich: Werner, ein junger Araber – der Besänftigungsredner; Studi, ein Stumpen rauchender Opa – der Anklageredner; W.Rohrbach, eine adrette Blondine – die verbitterte Schönrednerin; Rosenstengel, der kahlgeschorene Mitvierziger – der Hetzredner; und last but not least inconnu, der gschlechtslose Drumherumredner! Alles ist möglich!!

  42. studi sagt:

    religion…
    - eine frage der gene? jein. die gefühlskulisse eines menschen ist sicher genetisch bedingt, so z.t. wahrscheinlich auch seine vorstellungskraft. aber religion basier auch auf philosophischen, anthropologischen u.a. denkmustern und ist somit weder von rein emotionalem noch rein rationalem charakter.
    - eine frage der erziehung? auf jeden fall. denn religion ist massgeblich von ethischen werten abhängig und somit erziehungsbedingt. was aber nicht heissen muss, dass dieselben pädagogischen prägungen immer die gleichen religiösen auffassungen zum ergebnis haben müssen.
    - eine frage der kultur (geographie)? sicherlich. denn wir definieren uns durch annahme und abgrenzung gegenüber bekannten kulturellen werten. nur die allerwenigsten menschen sind wirklich “originell”, wenn es um das persönlichkeitsbild geht. wir haben negativ- und positivfolien, die wir patchworkartig zusammensetzen.

    ich wünsche jedoch all denen, die sich unbedingt auf ihre gene reduzieren lassen wollen viel spass mit ihrem genetisch vorbestimmten leben. aber vergessen sie dabei bitte nicht, dass sie immernoch die verantwortung haben, was sie mit ihrem genmaterial anfangen.

    mfg
    studi

  43. Hans-Jürg sagt:

    @Rosenstengel

    Die Frage ist berechtigt, wer jetzt eigentlich eher in den Himmel kommt: Ein Nicht-Glaubender oder ein böser “An-was-auch-immer-Glaubender”.

    Wenn man mich fragen würde: Klar der gute Nicht-Glaubende. Wobei ich schon das Problem damit habe, dass ich an keinen Gott, resp. Götter glaube und diese Frage für mich also rein hypothetisch ist.

    Mir ist einfach ein Punkt wichtig: Wenn ich wählen muss zwischen einem Nicht-Glaubenden der Nächstenliebe praktiziert und einem An-was-auch-immer-Glaubenden, der auch Nächstenliebe praktiziert, dann bin ich eindeutig für den Nicht-Glaubenden. Denn er praktiziert Nächstenliebe ja offenbar aus Ueberzeugung und eigener Einsicht und nicht, weil es ihm sein An-was-auch-immer-Glaube vorschreibt, resp. er braucht keine “Entschuldigung” dafür, dass der aktive Nächstenliebe praktiziert und erwartet auch keinen Lohn dafür, wie z.B. einen Platz im Paradies.

    Mir scheint sehr wichtig, dass solche An-was-auch-immer-Glaubende endlich mal einsehen, dass man sehr wohl Nächstenliebe praktizieren kann ohne Gott und vor allem ohne Religion/Guru/Papst/Pfarrer/Pope/Muhezin/Ältester etc.

  44. David Meili sagt:

    Nach dem “Pferdegottesdienst” habe ich zu diesem neuen Thema geblättert, das eigentlich recht interessant wäre.

    Zuerst dachte ich, ich seit noch im alten Thema, weil wie durch “copy and paste” sozusagen das gleiche Gequassel immer wieder herunter scrollt.

    Ich denke, – angesichts der nun wirklich belanglosen Beiträge von einigen wenigen Hauptprotagonisten (im Umfang von mehr als 80 Prozent des Blogs), dürfte es auch für Hugo Stamm das Ende seines Experiments sein.

    Schade.

  45. jean sagt:

    bravo hans-jürg du hast es sehr gut gesagt,der humor vom (in)connu gefällt mir
    auch sehr gut.
    aber was wir da in unseren köpfen ausbrüten ist wahrscheinlich schon hundterte male wiederholt worden,aber ich
    habe spass daran,weiter so.

  46. pecunia helveticorum sagt:

    @ NK

    Wenn du mir schon stur und fest einreden willst, bei “geistigen Konzepten” sei es unmöglich, sich vorzustellen, was eine höhere Macht oder ein Gott sei, ohne dass dessen Existenz dadurch bewiesen sei, so dass auch die Behauptung einer Inexistenz zwangsläufig eine Existenz voraussetzt, werde ich mich eben ohne Negationen ausdrücken: Ich bin überzeugt davon, dass die Welt eines Tages ausschliesslich mit Logik, Mathematiik, Stochastik, Physik, Chemie und davon abgeleiteten Wissenschaften erklärt werden wird.

    Die Abhängigkeitsbeziehungen zwischen Mensch und Geist sind bisher noch nicht abschliessend geklärt worden. Ich finde es deshalb ziemlich anmassend, wenn du behauptest, unsere körper seien abhängige unseres Geistes. Oder versagen Pheromone bei dir?

    Wenn du Handlungen nur an ihrem Erfolg und nicht an den Beweggründen messen willst, empfehle ich dir folgendes: Lasst uns Frauen fördern mit der Begründung, dass sie mit Kompetenz alleine nicht gut genug wären, um sich mit Männern zu messen. Ein Förderprogramm könnte noch so effizient sein, Frauen mit einem gewissen Mass an Stolz würden nicht darauf eingehen.

  47. Walter Rohrbach sagt:

    Schade David, dass Du das so negativ siehst. Ein wirklich gutes Blog zu schreiben angesichts dieser anspruchsvollen Thematik, da braucht es doch einige Substanz im Hirn. Ich meine, der Blog ist auch ein Suchen in den Gedanken. Nicht gleich von Anfang gelingt einem ein guter Blog. Man versucht sich zu finden, man prüft die anderen Aussagen, man macht sich weitere Gedanken etc. Die Thematik wird immer umfassender, es gehen neue Lichter auf. Einige haben wir sehr viel zur Blogentwicklung beigetragen. Ich meinerseits habe viel Neues erfahren und wäre Hugo Stamm sehr dankbar, wenn er den Blog weiterhin offen halten würde.

  48. Rosenstengel sagt:

    @pecunia

    Oh, wie ich sehe, sind Sie Physikerin oder Mathematikerin.

    Fein, dann möchte ich Ihnen nur 2 Fragen stellen. Ich möchte Sie nicht zu sehr belasten.

    1. Wie ist unser Universum entstanden und wie hat es sich physikalisch weiterentwickelt?
    2. Wie hat sich die Evolution auf unserer Erde physikalisch abgespielt?

    Das zu beantworten, müsste doch ein Klacks für Sie sein. Ich bin also gespannt!

    Nur Mut. Aber passen Sie auf, ein bisschen was verstehe von Physik und Mathematik.

    P.S. Manche Leute locken mich wirklich aus der Reserve.

  49. studi sagt:

    @pecunia helvetorum:
    “Die Abhängigkeitsbeziehungen zwischen Mensch und Geist sind bisher noch nicht abschliessend geklärt worden.”

    nicht abschliessend ist nur sehr sanft gesagt. ich würde sagen, dass wir kaum etwas über unseren geist oder unser bewusstsein wissen, abgesehen davon, wo in etwa im hirnlappen die dazugehörigen aktivitäten zu verorten sind.

    übrigens: die these kursiert, dass “bewusstsein” ein evolutionstheoretischer humbug ist, weil von den zum überleben notwendigen instinkten ablenkend. schon mal darüber nachgedacht?

    aber einmal mehr: wenn jemand unbedingt an den zufall glauben will (wobei man zufall auch zuerst noch mathematisch abschliessend beschreiben sollte, bevor man diesen begriff wissenschaftlich verwendet), soll das tun.

    aber ob unsere welt wirklich je rein empirisch-naturwissenschaftlich zu beschreiben ist oder nicht ist mindestens eine ebenso grosse glaubensfrage wie die nach der existenz gottes und somit in hohem grade religiös (wieder mal frei nach dem weberschen religionsbegriff).

    mfg
    studi

  50. witchdoctor sagt:

    Der Papst stirbt und kommt an die Himmelspforte.
    Petrus fragt ihn, was er begehre und so antwortet der Papst:
    “Ja also, ich bin jetzt hier und möchte eingelassen werden.”
    Petrus runzelt die Stirn und erklärt ihm, dass nun nicht jeder
    einfach in den Himmel hineinkomme. Darauf fragt ihn der Papst,
    ob er ihn denn nicht erkenne, er sei das kirchliche Oberhaupt
    auf Erden und dadurch natürlich ohne Zweifel berechtigt,
    in den Himmel zu gelangen. Petrus verneint,
    nimmt aber eine Liste hervor und sucht nach dem Namen “Papst”,
    “heiliger Vater” und was der Papst sonst noch vorbringt, um
    seinen Anspruch zu bekräftigen.
    Schlussendlich wird es Petrus zuviel: “Warte hier, ich werde
    mich beim Chef erkundigen.”
    Er geht zum lieben Gott und erklärt ihm, dass vor dem
    Himmelstor ein weiss gewandeter alter Mann steht, der
    Einlass begehrt und alle möglichen Erklärungen vorbringt;
    er sei der “Stellvertreter Gottes auf Erden”, der “oberste
    Hirte der Christen” und noch weitere seltsame Bezeichnungen.
    Der liebe Gott kratzt sich am Kopf und kann sich keinen
    Reim drauf machen.
    Da meint er zu Petrus, “lass uns Jesus fragen, vielleicht
    weiss der, was es damit auf sich hat.”
    Sie rufen Jesus und dieser geht zum Himmelstor, um
    der Sache auf den Grund zu gehen.
    Nach einer Weile kommt er zurück, prustend und ausser Atem,
    hält sich den Bauch und lacht den beiden entgegen:
    “Ihr glaubt es nicht, aber von diesem Fischerverein, den ich
    vor zweitausend Jahren in – wo noch grad – Galiläa ? – gegründet
    hatte; den gibt´s immer noch! Und stellt euch vor,
    die haben sogar einen Präsidenten!”

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