Der Beitrag über die Homöopathie hat gezeigt, dass alternative Heilmethoden die Leser in zwei Lager teilt. Diese Erfahrung mache ich seit vielen Jahren. Was mir besonders auffällt: Die Diskussion nimmt oft die Qualität eines Glaubenskrieges an. Deshalb interessiert und beschäftigt mich das Phänomen mit wachsender Aufmerksamkeit.
Auffallend ist die Vehemenz, mit der viele Vertreter alternativer Disziplinen ihr Interessengebiet verteidigen. Dafür habe ich durchaus Verständnis. Wenn sie aber mit einem Kriegsvokabular pauschal auf die Schulmedizin und Pharmaindustrie eindreschen, offenbaren sie einen missionarischen Eifer. Um nicht sogleich einen Sturm der Entrüstung auszulösen, stelle ich meine Haltung vorweg: Es gibt in allen erwähnten Bereichen unseriöse Anbieter und Exponenten, Missbrauch findet sich bei allen Disziplinen, auch der Schulmedizin und der Pharmaindustrie. Eine pauschale Verteufelung zeigt nur, dass die Kritiker Feindbilder kultivieren, die der Wirklichkeit nicht gerecht werden.
Traditionelle Medizin und die Alternativen Methoden gegeneinander auszuspielen, macht keinen Sinn. Ich kenne viele Beispiele, bei denen Heiler den Tod ihrer Patienten verschuldeten, weil sie diese nicht an die Schulmedizin „ausliefern“ wollten. Ein Beispiel: Eine 23-jährige Frau mit starken Ohrenschmerzen suchte einen Heiler auf. Dieser gab ihr Tinkturen aus Naturheilkräutern. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher und weiteten sich auf den ganzen Kopf auf. Die junge Frau wagte es nicht, Schmerzmittel zu schlucken. Das sei Chemie, sagte der Heiler. Chemie störe die Energieflüsse und schwäche die Selbstheilkräfte. Nach zehn Tagen hielten die Eltern die Schmerzensschreie ihrer Tochter nicht mehr aus und riefen gegen ihren Willen den Notfallarzt. Dieser wies sie sofort in ein Krankenhaus ein. Doch es war zu spät, die junge Frau starb nach wenigen Stunden.
Die Obduktion ergab, dass die Patientin eine Mittelohrenentzündung hatte, die sich zur Hirnhautentzündung auswuchs. Hätte sie rechtzeitig Antibiotika geschluckt, würde sie heute noch leben. (Es gibt aber auch Vertreter der Naturheilkunde, die dies allen Ernstes bestreiten.)
Ich selbst benutze Medikamente nur im äussersten Notfall. Zum Beispiel bei gefährlichen Infektionen oder mörderischen Schmerzen. (Was zum Glück selten vorkommt.) Und in diesen akuten Situationen helfen Naturheilmittel eben nicht gut genug. Nebenbei gesagt: Es gibt verschiedene Krankheiten, bei denen herkömmliche Medikamente lebensrettend wirken können.
Ich wage die These, dass bei leichteren chronischen Krankheiten der Körper der beste Arzt ist und Medikamente nicht braucht – auch keine Naturheilmittel. Bei gravierenden akuten Krankheiten geht es (leider) oft nicht ohne chemischen Einsatz.
Ich erwarte von den Verfechtern der Naturheilkunde mehr Wille zur „ganzheitlichen“ Betrachtungsweise. Sie monieren, dass die Medikamente Nebenwirkungen hervorrufen würden. Das trifft durchaus zu und ist bedauernswert. Doch wenn die Alternative der Tod ist, dann sind die Nebenwirkungen der Medikamente wohl immer das kleinere Übel. Ganz abgesehen davon, dass auch Naturheilmittel Nebenwirkungen zeigen. Alles, was wir einnehmen, hat Nebenwirkungen. (Wenn auch oft nur in sehr geringem Mass.) Die Natur einseitig zu verklären, zeugt nicht von geistiger Unabhängigkeit. Wenn ich Tollkirschen oder Fliegenpilze esse, können die „Nebenwirkungen“ tödlich sein. Aber selbstverständlich nehme ich bei leichten Krankheiten auch lieber Naturheilprodukte als herkömmliche Medikamente.
Die pauschale Verteufelung der traditionellen Medizin ist auch aus einem andern Grund kurzsichtig. Jährlich flicken die Chirurgen in der Schweiz Tausende von Unfallopfern (Verkehr, Arbeit, Sport) auf wunderbare Weise zusammen. Oder: Wer geht schon bei einem akuten Blinddarm zu einem Heiler? Viele Esoteriker fluchen zwar jahrein und jahraus über die „verbrecherischen Götter in Weiss“, sind aber sehr froh, wenn ihnen der Neurologe bei einer Hirnblutung die Kalotte öffnet und damit womöglich das Leben rettet.
Heiler gegen Ärzte
15 Kommentare zu „Heiler gegen Ärzte“
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sehr geehrter herr stamm,
in diesem artikel verteten sie einen solchen differenzierungsgrad, dem ich nur zustimmen kann. warum nicht schon beim ersten artikel über homöopathie so?!
mfg,
studi
hier kann ich zustimmend nicken, obwohl das negativbeispiel genauso aus der schulmedizinischen ecke kommen koennte
MITEINANDER STATT GEGENEINANDER
en gruess
rjk
Ich finde die Schulmedizin muss nicht automatisch die Alternativmedizin in Frage stellen.
Beides hat seine Existenzberechtigung.
Doch ich bin der Auffassung, dass leider bei den beiden Medizinrichtungen mit ungleichen Ellen gemessen wird. Die Alternativmedizin wird mit viel kritischerem Auge betrachtet als die Schulmedizin, obwohl bei der Schulmedizin sicherlich genauso viele ärztliche Kunstfehler passieren wie bei der Alternativmedizin. Bei der Schulmedizin ist auch vieles auf Autorität, Dogmen, Tradition und Prestige aufgebaut. Letztendlich verdienen beide Medizinrichtungen an der Krankheit und nicht an der Gesundheit der Patienten ihr Geld.
Es scheint alles nur mehr auf die Heilung statt auf die Vermeidung von Krankheit abzuzielen und wo mal die Prophylaxe in Betracht gezogen wird überlässt man das gerne der Eigenverantwortung der Patienten.
Nehmen wir einmal Allergien und deren mögliche Auslöser:
Da hätten wir mal die Waschmittel, kaum ein Waschmittel welches nicht künstlich parfümiert ist (obwohl die Parfümierung absolut nichts zur Reinheit der Wäsche beiträgt) und es ist bekannt, dass diese chemisch hergestellten Duftstoffe die wir je länger je mehr überall antreffen oft Auslöser von Allergien sind. Wo sind denn hier die Ärzte, die öffentlich darauf aufmerksam machen?
Sie verschreiben lieber ein paar Salben und schieben alleine den Patienten den schwarzen Peter zu. Zu der mangelnden Volksgesundheit hört man immer nur etwas in Form von „zuviel Alkohol, Rauchen und mangelnde Bewegung“.
Dann werden Kunstfehler bei der Alternativmedizin oft von den Medien hochgeputscht während Fehler der Schulmedizin eher verschwiegen werden um keine Panik oder gar Schadensersatzforderungen auszulösen.
Es stimmt doch bedenklich, wenn Schulmediziner an ihren Patienten Operationen durchführen welche sie bei sich selbst oder einem nächsten Angehörigen nie oder kaum machen lassen würden. Auch erweisen sich viele Operationen im nachhinein als überflüssig:
http://www.pilhar.com/Schulmed/Onkologie/30Therap/03Operat/01Operat.htm
Dann haben Obduktionen ergeben, dass bis zu 25 % der gestellten Diagnosen falsch waren, auch dies ist mehr als bedenklich.
Die Schulmedizin scheint diesem Problem damit entgegenwirken zu wollen indem sie immer weniger pathologische Untersuchungen bei Verstorbenen macht.
http://www.daserste.de/wwiewissen/thema_dyn~id,d10mvr72p2ehqf44~cm.asp
Empfehlenswert zur Lektüre finde ich auch die Thesen von Dr. Lanka, insbesondere das Polio – Virus, welches angeblich bereits zu einer Zeit nachgewiesen wurde, als das Elektronenmikroskop noch gar nicht erfunden worden war. Da Viren kleiner sind als Bakterien wäre dies zu jener Zeit mit einem normalen Lichtmikroskop eigentlich gar nicht möglich gewesen. Was sagt denn die Schulmedizin dazu?
http://www.neue-medizin.com/voelkerm.htm
Aber so oder so, letztendlich gilt die Weisheit „Wer heilt hat immer recht, egal ob Schul- oder Alternativmedizin“
Doch die explodierenden Krankenkassenprämien stellen der Schulmedizin eher ein ungenügendes Zeugnis aus.
Die Schulmedizin sollte meiner Meinung nach durch die alternative Medizin ergänzt werden, so dass aus diesen beiden “Bereichen” ein Mehrwert entstehen kann. Alles andere halte ich für sinnfrei, wie es hier auch schon teilweise gesagt wurde.
“Doch wenn die Alternative der Tod ist, dann sind die Nebenwirkungen der Medikamente wohl immer das kleinere Übel.”
Das ist eine Annahme. Woher kann man einfach so über diese Sache über alle Köpfe hinweg argumentieren und behaupten, es wäre das kleinere Übel? Das ist ein typischer schulmedizinischer Ausdruck und sollte meiner Meinung nach dadurch ergänzt werden, dass der Patient letztlich entscheidet (soweit er das noch kann), welchen Weg er will. Eventuell ist der Tod für ihn gar kein Übel, sondern eben eine wirkliche Alternative.
Ja, ich muss sagen, dass auch ich bei diesem Beitrag zustimmend genickt habe.
Ich liebe es, wenn ich beim Lesen nicken kann, denn es ist weniger anstrengend als den Kopf zu schütteln.
sehr geehrter herr stamm
“Auffallend ist die Vehemenz, mit der viele Vertreter alternativer Disziplinen ihr Interessengebiet verteidigen.”
nun es ist die gleiche vehemenz mit der die pharmaindustrie ihre interessen vertritt und mit der sie ihre interessen vertreten – mit der halt jeder mensch das vertritt woran er glaubt. womit wir wieder mal beim thema sind.
wenn sie den schein der parteilosigkeit erwecken wollen, dann bitte ich sie nicht nur ein negatives beispiel alternativer heilmethoden anzubringen sondern diesem ein positives gegenüberzustellen.
ich könnte auch eine geschichte irgendwo herausfischen bei der eine junge frau infolge falscher medikamentierung gestorben ist. (wissen sie übrigens wieviele todesfälle jährlich europaweit passieren nur weil das spitalpersonal den umgang mit den technischen geräten nicht fehlerfrei beherrscht? x-zehntausende)
nun ich bin kein anhänger alternativer methoden und ich ziehe die chemie der natur in jedem falle vor. was eigentlich ein kleiner widerspruch ist, denn die chemie ist teil der natur und deshalb genauso natürlich wie die natur selbst.
trotzdem ist mir ihre feder auch heute wieder etwas zu einseitig. woran ich in letzter zeit oft denken musste als ich ihre texte las sind die “alten” heilmethoden. ich denke da an die indianer, an die chinesen evtl. auch afrika. was ist darüber bekannt?
es ist mir klar dass sie scharlatane und betrüger jagen. das unterstütze ich. doch sollten sie auch die kollateralschäden im auge. denn ich bin überzeugt es gibt sehr viele “alternative” heilmethoden die die grösste existenzberechtigung haben. alternativ aber nur in bezug auf die von der pharmaindustrie kontrollierten produkte sind. man könnte ja beispielsweise auch die pharmazeutischen produkte als alternative zum den klassischen heilmethoden betrachten.
ich denke man muss etwas relativieren. die pharmaindustrie darf man nicht als allwissend und als sinnbild für die modernen wissenschaften betrachten. diese hat in erster linie finanzielle interessen. ich vergleiche da immer mit der tabakindustrie die weis gott keinen guten ruf hat. der vorteil der pharmaindustrie ist dass sie unter dem schutz eines imaginären bildes steht das in unseren köpfen sehr verbreitet ist. nicht zuletzt durch die werbung.
schlussendlich denke ich ist in jedem fall individuell abzuwägen ob man den körper die krankheit aussitzen lässt, leichte natürliche heilmethoden oder auf die schulmedizin zurückgreifen sollte.
ja die frau würde noch leben wäre sie ins spital gegangen. gleichwohl würden andere junge frauen z.b. an krebs gestorben sein, hätten sie nicht was “alternatives” ausprobiert. und das muss kein geistheiler sein. das kann auch brennesseltee mit würmern sein.
en guete und trotzdem: weiter so!
Die ganze Diskussion müsste man etwas dekonstruieren. Man kann natürlich den schwammigen Begriff Schulmedizin zur negativen Popanz aufbauen und dann demontieren.
Wenn man aber von einem wissenschaftlichen Medizinbegriff ausgeht, dann gehört selbstverständlich auch die Qualitätssicherung (Erfassen von Fehlern und Trefen von Massnahmen, um sie zu verhindern), dann gehört die Analyse der Wirksamkeit von Medikamenten dazu. Dass sehr viele “schulmedizinische” Medikamente unnötig sind, in falschen Zusammenhängen und Dosierungen verschrieben werden und von den Patienten falsch eingenommen werden, ist trivial.
Zur wissenschaftlichen Medizin gehört auch die Untersuchung von Spontanheilungen und Heilungen im Zusammenhang mit alternativen Methoden. In diesem Sinne gibt es keinen Gegensatz “Schul-/alternative Medizin”. Viele Alternativmediziner stützen sich aber auf einen pseudowissenschaftlichen Überbau ab, der vor Doppelblindtests einfach nicht standhält. Darauf hinzuweisen, dass es vielleicht nicht die Kügelchen (Globuli) sind, sondern die Zuwendung des Heilers zum Patienten, die die Heilung bewirkt, löst in der anthroposophischen/homöopathoschen Szene jedesmal Unmut aus.
Dabei wäre es, wenn man nicht so an den eigenen Ideologien hängen würde, interessant zu untersuchen, wie denn Selbstheilungskräfte des Körpers tatsächlich ausgelöst werden, und das tut die wissenschaftliche Medizin, die ja von ihrem methodischen Anspruch her immer bereit sein muss, ihre eigenen Erkenntnisse zu falsifizieren und zu revidieren, durchaus, die traditionelle Alternativmedizin mit ihrem geschlossenen ideologischen Gebäude viel weniger. Mit anderen Worten ist die wissenschaftliche Medizin viel lernfähiger und neugieriger als die Alternativmedizin, dass es bornierte studierte Ärzte und Pharmazeuten gibt, die auf ihren Fehlern beharren, wiederlegt dies nicht. Es gibt auch Häuser, die einstürzen, ohne dass irgendejemand am Nutzen der wissenschaftlichen Baustatik zweifelt.
Sehr geehrter Herr Stamm
Zum Beitrag “Heiler genen Ärzte”.
Am Anfang des Beitrages nehmen sie eine neutrale Stellung ein. Die sie aber im Beitrag wieder auflösen indem sie nur von einer verstorbenen Person die beim Heiler war schreiben. Dass über 2000 Leute pro Jahr in den Spitäler an Kunstfehler sterben unterschlagen sie hier und füttern gleichzeitig die Spaltung der beiden Lager.
Ich bin der Meinung, beide Lager müssten endlich Zugeständnisse in verschiedenster Art und Weise machen und lernen miteinander ergänzend zu arbeiten. Nur macht die Ärzte-Lobby da zu fest zu und hat Angst um ihre Vormachtstellung.
Und übrigens Herr Stamm, was machen sie als “Sektenspezialist” im Bereich Gesundheit. Ist das auch sektirerisch? Wenn ja, kann ich mir nur vorstellen dass die Ärzeschaft in die Richtung geht. Siehe Uni Zürich. Dort haben gewisse Professoren eine solche Macht, dass es der Verwaltung “wurscht” ist wieviele Leute darunter leiden.
Also Herr Stamm: Schuster bleib bei deinen Leisten!!!
Herzliche Grüsse und gut Besserung
A. Simon
Beim Durchlesen der Beiträge fällt auf, daß Fehler der “Heiler” mit Fehlern der “Ärzte” aufgerechnet werden. Dies ist aus vielen Gründen ein faules Argument und darf auch nicht umgedreht verwendet werden. Fehler der einen Seite müssen unabhängig von den Fehlern der anderen Seite diskutiert werden.
Medizinische Fragestellungen sind komplex und dürfen nicht unter einem Summenstrich zusammengefasst werden. Eine Hirnhautentzündung und ein grippaler Infekt, ein Polytraume nach Verkehrsunfall und ein Schleudertraume, Diabetes mellitus und Eröhte Blutfette dürfen nicht in einen Topf geworfen werden.
Medizinische Maßnahmen, die aufgrund einer extremen Situation entstehen sind mit “leichten” Erkrankungen nicht zu vergleichen. Und die Fehler, die dabei passieren auch nicht.
Der Kommentar, daß der Tod eine Alternative für den Patienten gegenüber potenziellen Nebenwirkungen sein könnte ist mehr als zynisch; er ist menschenverachtend. Umgekehrt wäre eine Behandlung gegen den Willen des Patienten ebenfalls unzulässig.
Der größte “Fehler” der s.g. Schulmedizin ist die mangelnde Zeit, die dem Arzt zur Aufklärung des Patienten zur Verfügung steht. Dadurch wird die Schulmedizin und ihre Vor- und Nachteile undurchsichtig für den Patienten und seine Angehörigen. Diese Situation nutzen die Scharlartane aus, um Vorurteile und Ängste zu schürren.
Wenn man sich die Gruppen anschaut, die auf der Scharlartanseite aggieren merkt man schnell, daß es sich hier um sekten bzw. sektenartige Strukturen (Antroposophen, Germanische neue Medizin, etc) handelt.
Erwehren kann man sich der “Heiler” nur durch konsequente Aufklärung; ebenso, die Fehler der “Ärzte”. In so weit freue ich mich auf weitere konsequente Aufklärung von Herrn Stamm.
MfG, C.Sommerbrodt
Guten Tag miteinander
ich bin immer wieder erstaunt, wie kritiklos wir Heilmittel einnehmen, wenn wir ein Leiden haben.
Hier ein paar kritsche Anmerkungen:
_Zur Zeit wütet ein Glaubenskrieg: Homöopathie versus Schulmedizin. Die Schulmedizin überprüft mit Studien und verwendung von Plazebos die Wirkung überprüfen lässt. Unterzieht sich die Homöopthie dem gleichen Prozedere?
Sie arbeitet mit potenzierten Mittel. Sie arbeitet mit Enegien. Kann die Homöopathie sagen, welche Energie wirkt?
Und kann man hier von Medizin reden? Ist es nicht mehr Energiearbeit oder Wirkung eines Glaubes? Wissen wir wie die Homöopathen bei einer Behandlung die richtigen Potenzen eruieren? Wissen wir, dass es Homöopathen gibt, die das Pendeln für die Suche der richtigen Medizin(?) einsetzen?
Wissen wir etwas von der Biographie und der Geisteshaltung die Hahnemann gegen aussen vertreten hat.
Leute seid einfach kritischer und fresst aus den Heilern ( auch Schulmedziner ) nicht kritiklos aus der Hand!
Lieber Hr. Stamm, liebe Leserinnen/er
Das hier sind sehr interessante und wichtige Diskussionen, denn letztendlich geht es um das Wohl aller Menschen.
Ich möchte hier meine eigenen Erfahrungen zum Thema etwas schildern.
Finde den Artikel von Hr. Stamm als sehr zutreffend, möchte jedoch eine kleine Anmerkung anbringen, dass man z.B. bei einer Hirnblutung mit Alternativmedizin keine Chance hätte, ist nicht ganz richtig. Homöopathen jedenfalls, haben zu Hauf andere Erfahrungen gemacht, dass z.B. die Homöopathie auch in akuten Situationen sich oft zu helfen weis, dies ist für mich keine Frage mehr, selbstverständlich nicht in jedem Fall, da geh ich mit Hr. Stamm einig. Ich selber bin auch schon froh gewesen, dass ich meine eigene Behandlung zusätzlich mit schulmedizinischen Medikamenten begleiten durfte, auch schon deshalb, weil man nicht von der Homöopathie erwarten kann, dass ein destruktiver Prozess, der vielleicht schon bei den Vorfahren begonnen hatte, nicht immer mit einem Globuli in kürzester Zeit zu heilen ist, das bringt auch die Schulmedizin nicht immer fertig, deshalb muss man gar nicht über solche Dinge diskutieren oder gar streiten, das ist nur an der eigentlichen Fragestellung vorbeigeredet.
Nur war der Fall bei mir so, dass ich durch eine Impfnebenwirkung in diesen resistenten Zustand geriet.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass mir der dazumal behandelnde Oberarzt sagte, dass meine fast tödliche Krankheit nicht vererbt wurde, obwohl er wusste, dass meine Grossmutter an der selben Krankheit gestorben war und meine Mutter sich auch wegen der gleichen Krankheit operieren lassen musste.
Man behandelte mich eine Zeit lang mit schulm. Medikamenten und als ich diese absetzen musste, kam die Krankheit noch stärker.
Die Schulmedizin kann anscheinend mit ihren palliativen Medikamenten vererbte Krankheiten nicht an der Wurzel heilen, deshalb wird die Vererbung leider heute noch von ihnen zuwenig ernst genommen oder vielfach gar abgestritten und man produziert so immer mehr Austherapierte, wie ich es dazumal war. Der Oberarzt legte mir als einziger Ausweg mehrmals die Operation nahe, sonst würde mich der Tod einholen, doch ich ging zu einem Homöopathen und brauchte anfangs noch begleitend auch ein wenig schulm. Medikamente, wohlgemerkt ich arbeitete nahtlos in einem Vollzeitberuf, trotz der schweren Krankheit. Ich bin heute gesund ohne Operation und habe mich durch diese Erkenntnis nun auch zum Homöopathen ausbilden lassen. Wir Homöopathen haben aber keine Abneigung gegen schulm. Medikamente im Mass.
Die Klassische Homöopathie kennt zudem mit den potenzierten Arzneimitteln (ab D24 oder C12) keine herkömmlichen Nebenwirkungen, denn man kann einen Organismus mit “Informations-Trägern” ohne Inhaltsstoffe (ausser Milchzucker) ja gar nicht vergiften und nicht mal bei einer einmaligen Überdosis von Globuli, welche z.B. bei Kindern vorkommen könnte, welche sich daran zu schaffen machen würden. Dies gilt natürlich nicht für die anderen Alternativen im stofflichen Bereich, da muss man Hr. Stamm recht geben, denn wer z.B. pro Tag 1L Kamillentee trinkt, wird mit der Zeit sehr wahrscheinlich nicht nur Wutanfälle sondern auch reissende Magenschmerzen bekommen, ich bin mir aber sicher, dass auch dieses Prinzip jeder angehende Therapeut kennt, der nur schon einen Basiskurs in irgendeiner Richtung der Alternativmedizin besucht hat und mir dieser Gefahrenhinweis eher wie eine faule Ausrede erscheint um der Alternativmedizin Dilletantismus unterzuschieben.
Nun, mein Praxisalltag sieht aber umgekehrt aus, als im Artikel oben zu verstehen ist, denn ca. 70% meiner Patienten kommen mit Nebenwirkungen von schulmedizinischen Medikamenten oder es sind schulmedizinisch Austherapierte, nicht umgekehrt, das sollten wir uns mal der Wahrheit halber eingestehen!
Sind wir mal ehrlich, die Homöopathie gibt es schon seit 250 Jahren und ist nur in den letzten 6 Jahren der PEK-Studie gross von den Krankenkassen bezahlt worden, sie hat in diesen 250 Jahren nicht nur überlebt, sondern sie ist stetig gewachsen, je mehr in der Öffentlichkeit darüber geredet wird, nicht hauptsächlich wegen der Propaganda, sondern wegen der Fakten, wie die PEK-Studie mehr als bestätigt:
Ich bin beeindruckt wie gut sich die Öffentlichkeit über die Alternativen und die Schulmedizin mittlerweile auskennt, das ist leider heutzutage zur grossen Angst vieler Schulmediziner geworden, es gibt genügend Beweise zu dieser schulmedizinischen Angst, denn sonst wäre z.B. nicht die vom Bund angelegte breite PEK-Studie (6 Jahre von Schul- und Alternativmedizinern in der Praxis) einfach unter den Tisch gekehrt worden, oder hat jemals jemand von Ihnen werten Lesern die Resultate der vom Bund (BAG) angelegten PEK-Studie zu Gesicht bekommen?
Nein, Sie haben die Studie lediglich mit ca. 5 Millionen SFr an Steuergeldern finanziert, nun werden die Ergebnisse offiziell vom Bund unter Verschluss gehalten, denke wenn sich der erhoffte Placeboeffekt durch die Studie bestätigt hätte, hätte man dies auch in der kleinsten Tageszeitung lesen können.
Die vor bald einem Jahr veröffentliche Enttäuschung des Präsidenten der PEK-Studie wurde mit einer Kurzstudie von dem (einem) Bundesrat überdeckt, mit welcher man, ein für die Alternativen negatives Bild, in die Öffentlichkeit einstreuen wollte (Placeboeffekt der hom. Arzneimittel) obwohl man bei der Veröffentlichung der PEK-Studie von ehem. Mitarbeitern des BAG eine andere Meinung entnehmen konnte.
Mehrere Umfragen in diesem Jahr haben zudem ergeben, dass ca. 80% der schweizer Bevölkerung für die Alternativen sind und sich einen guten Drittel alternativ oft behandeln lässt, Tendenz steigend.
Auch die meisten Krankenkassen sind dafür, da sie mittlerweile die Erkenntnis haben, dass sie Geld einsparen können. Einige unserer Volksvertreter möchten anscheinend jedoch die Bevölkerung noch umstimmen, wenn man das Ganze aber objektiv betrachtet, dann erkennt man aus diesen Fakten, eines der letzten Aufflackern vor einer bevorstehenden Umverteilung, und Politiker welche gewählt werden möchten ziehen bekanntlich besser an der Meinung des Volkes mit, oder? Denn die Meinung dass es ein dummes, gemeines Volk gäbe, stammt aus dem Mittelalter und passt immer weniger in die heutige Zeit.
Man überlege sich auch mal, dass man die hom. Arzneimittel offiziell als Placebo-Effekt einordnete und dann nach dem neuen Arzneimittel-Gesetz nun jedes Mittel von der Swissmedic prüfen lassen muss, d.h. die Swissmedic kann Placebo prüfen????
Sie verlangt pro Mittel bis zu 150 000 SFr um den richtigen Placeboefekt bestätigen zu können.
Klar die hom. Materia Medica umfast ca. 4000 übliche Arzneimittel, das MUSS man ja überprüfen….
Finde schade, dass Hr. Stamm nicht solch einfach einzuholende Fakten in seinen Artikeln bringt, welche für das hier diskutierte Thema ja äusserst brisant sind und viel über die momentane Situation aussagen, oder darf man dies in der Schweiz als Experte nicht öffentlich sagen? Ich würde gerne Ihre Meinung dazu in Erfahrung bringen…
Mit liebem Gruss
Ein wohlwollender Homöopath
Das von Hugo Stamm geschilderte Beispiel mit der tödlichen Hirnhautentzündung ist leider keine Ausnahme. Meiner Beobachtung nach gibt es zweierlei problematische Haltungen gegenüber der Medizin.
Es gibt Leute, die alles kritiklos glauben, was die MedizinerInnen sagen, alles schlucken oder mit sich machen lassen. Das sind die Abhängigen.
Dann gibt es da noch eine nicht kleine Gruppe von Personen, die fundamental nichts annehmen können, was die Medizin an diagnostischen oder therapeutischen Möglichkeiten bietet. Das sind die Gegen-Abhängigen. Das heisst: Sie sind genauso wenig frei zu wählen, wie die Abhängigen. Treffen nun ein/e HeilerIn und eine kranke Person aufeinander, die beide gegen-abhängig sind, so haben sie es oft lange Zeit gut miteinander, weil sie sich in ihrer Ideologie gegenseitig bestärken. Geht es aber um eine ernsthafte oder gar lebensbedrohliche Krankheit, kann die Geschichte in einer Katastrophe enden – wie das von Hugo Stamm beschriebene Beispiel zeigt.
Einigermassen frei ist nur, wer Wahlmöglichkeiten hat. Dazu braucht es die Fähigkeit und den Willen zum kritischen Denken – und zwar gegenüber Medizin und Naturheilkunde. Das wäre dann ein erster Schritt zur Überwindung von Feindbildern.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie
Es gibt ein ganz anderes Problem in der Medizin. Das ist die eigentlich notwendige Trennung von unsere Konsumgerichtete Gesellschaft(Wirtschaftsdenken) und das Gesundheidswesen.Diese Trennung wird notwendig werden um medizinische Probleme schlussendlich wirklich effektief angehen zu können. Bis jetzt wird der Mediziner belohnt für behandelen von Krankheiten statt erhalten von Gesundheit.
Solange mann auf der eine Seite , maximal mögliches Konsumverhalten propagiert als ununtbehrlicher Wirtsachaftsfaktor werden auf der andere Seite Leute erkranken an Folgen dieser”Erziehung” Wir nehmen dadurch nicht mehr wahr wie unser natürliches Verhalten aus zu sehen hat um gesund zu bleiben,aber da profitieren dummerweise unsere grössere Arbeitgeber(Farma) und Mediziner leider von.
Manchmal habe ich das Gefühl wir nehmen diese Folgen einfach im Kauf weil wir dazu gezwungen werden in unser Gruppenverband. Stärker nog, Mediziner machen mit diesem Verhalten mit und dies führt logischerweise also NIE zu Lösungen im Gesundheidsbereich. Dies sehen wir auch wiederspiegelt in armselige Versuche zivilisationskrankheiten durch an sich schädliches Symptombekämpfen an zu gehen.
Alternativmedizin – Opium fürs Volk?
Die breite Bevölkerung weiss doch gar nicht um was es sich überhaupt handelt, wenn sie irgend ein Medikament einnehmen. Sei es alternativ oder Schulmedizinisch. Dazu kommt noch, dass sie sich meist nicht einmal die Mühe machen etwas darüber zu erfahren.
Nur schon Homöopathie als Beispiel. Wenn man den Patienten die Wahl lässt zwischen einem homöopathischen Mittel und einem schulmedizinischen Mittel stellt man sie in den meisten Fällen vor diese Wahl:
Willst du ein Medikament, das:
auf einem Konzept beruht, welches vor über 200 Jahren postuliert wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Wirkmechanismen von Arzneien natürlich noch nicht bekannt.
Es beruht darauf das man dir etwas gibt, das die gleiche Symptomatik auslöst, welche du schon hast. Also wenn du Halsschmerzen hast, gebe ich dir etwas das auch Halsschmerzen auslöst. Dies regt den Selbstheilungsprozess deines Körpers an. Damit dieses Mittel dir nicht schadet und noch wirksamer wird potenziere ich es vorher noch. Verdünnen kann man es auch nennen. Vielleicht potenziere ich es so stark, dass gar keine nachweisbaren Spuren der Arznei mehr vorhanden sind. Es hat zwar keine mit Studien bewiesenen oder naturwissenschaftlich anerkannten Wirkungen, aber ich bin überzeugt, es wirkt!
Oder willst du ein Medikament, das:
Von einem Pharmakonzern entwickelt wurde? Dieses Medikament beruht oft auf Strukturen welche man in der Natur gefunden hat. Man hat diese Stoffe genau angeschaut, die Wirksamkeit verbessert, die Toxizität reduziert und das wirksame Dosisspektrum ausgetestet. Hinzu kommen mehrere Doppelblindstudien, welche beweisen mussten, dass das Medikament wirklich wirkt. Das Medikament hat bis hierhin einen Weg von riesigen Hürden und millionen von Entwicklungsgeldern hinter sich. Niemand bestreitet das es wirkt.
Welches Medikament willst du?
Natürlich weiss ich, dass dies so stark vereinfacht ist, dass es schon lächerlich ist. Ich möchte jedoch nur den Punkt klar machen. Wenn alle wüssten, was sie zu sich nehmen, würde sich die Mehrheit für wissenschaftlich erwiesene Therapien entscheiden. Esotherikzirkus hin oder her…
Das Problem befindet sich lediglich in der fehlenden Bildung, Leichtläubigkeit und Aberglauben der Bevölkerung. Viele Leute wollen eine leicht zu ertragende Wirklichkeit, was in den Aberglauben überführt (siehe Fauler Zauber von Hugo Stamm Dienstag den 22. Januar 2008). Aus dieser Leichtgläubigkeit profitieren “Heiler” enorm. Klar, sie füllen Bedürfnisse, was man ihnen nicht übelnehmen kann, aber gleichzeitig beanspruchen sie immer mehr, ich will es mal Macht nennen (Stichwort Alternative Therapien – Grundversicherung?). Dieses Bedürfnis welches die alternativen Ärzte füllen sollten jedoch andersweitig gestopft werden. So sollte anstelle dieses ganzen Pseudo-Natur-Hokuspokus und falschen Fakten dieser Heiler die Bildung und das kritische Denken treten.
So würden hoffentlich auch die wenigen Scharlatane in der Schulmedizin gestoppt werden und auch das krankhaft schädliche Konsumverhalten.
Ich bin mit der heutigen Schulmedizin nicht vollkommen zufrieden. Eigentlich sollten sie vieles von den alternativen Therapien lernen. Diese sind nämlich nicht nur aus Zufall so erfolgreich. Denn das, was bei alternativen Heilern so viel besser ist wie bei sonstigen Ärzten ist das Zwischenmenschliche. Bei alternativen Heilmethoden geht man viel mehr auf den Mensch und seine Persönlichkeit ein.
Meiner Meinung nach ist die Wirksamkeit alternativer Therapien nicht nur auf den Placeboeffekt zurückzuführen, sondern auch auf die fast schon psychologische Betreuung des Patienten.
Wenn die Schulmedizin sich mehr Zeit und Kraft nehmen würde für die Person an sich, nicht nur ihrer Krankheit, wären die Leute, falls sie auch noch aufgeklärter wären, viel zufriedener und nicht mehr auf die alternative Medizin angewiesen.
denkt kritisch!
grüsse
Lots of specialists tell that mortgage loans help people to live the way they want, because they are able to feel free to buy necessary things. Moreover, a lot of banks offer bank loan for different classes of people.