Schweiz


hugostamm am Dienstag den 9. Februar 2010

Haiti – gelobtes Land für Missionare

Haiti liegt seit dem Erdbeben am Boden. Wieder einmal hat es eine von der Welt vergessene Bevölkerung getroffen, die ohnehin schon seit Jahrzehnten dem Abgrund entlang strauchelt und von allen Göttern verlassen scheint.

Die Katastrophe hat das geschundene Land mit einem Schlag ins grelle Licht der Scheinwerfer gerückt. Die Bilder von den verletzten und verzweifelten Kindern und Frauen gingen ans Herz. Wo starke Emotionen im Spiel sind, werden sie in unserer Zeit von der modernen Kommunikationsgesellschaft sofort bewirtschaftet.

Mission – PR für Gurus und Götter

Dieses Phänomen nutzen Sekten und Freikirchen konsequent für ihre Zwecke. Sie sind in den letzten Jahren PR-Profis geworden. Ihr Kerngeschäft ist die Mission, eine spezielle Form der Werbung. PR für Gurus oder Götter – und für die eigene Glaubensgemeinschaft – sind dort am wirksamsten, wo die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit liegt. Deshalb ist Haiti seit dem Erdbeben für Missionare schon fast ihr gelobtes Land.

Denn: Wo Kirchen wie Kartenhäuser einstürzen, lauern die Chancen für die Heilsbringer aller Couleur. Elend macht hilflos, stürzt die Mensch in Angst und Verzweiflung. In ihrer Not greifen sie nach jeder Hand, die ihnen entgegengestreckt wird. Dabei können sie sich den Luxus nicht leisten zu fragen, ob die Hand zum verlängerten Arm einer Sekte oder Freikirche gehört.

Ereignen sich grosse Katastrophen, stehen die Scientologen sofort auf der Matte. Nach dem Massaker im Zuger Parlament oder dem Absturz der Crossair-Maschine bei Bassersdorf waren sie sofort zur Stelle. Ihr PR-Highlight war – vor dem Erdbeben auf Haiti – 9/11. Die ehrenamtlichen Geistlichen, wie sie sich nennen, sind eingekleidet in gelbe Überzüge mit dem Schriftzug „Scientology“ und arbeiten – Zufall oder nicht – meist da, wo die Kameras postiert sind.

John Travolta im Krisengebiet

Nach dem Erdbeben auf Haiti schickten die Sektenbosse sofort ihren Vorzeigepromi John Travolta auf die Piste. Der Schauspieler holte seine für 150 Passagiere ausgelegte Boeing 707 aus dem Hangar und flog den scientologischen Hilfstrupp persönlich ins Krisengebiet. Fernsehkameras begleiteten die Mission. Mehr PR geht kaum.

Was den Scientologen heilig, ist anderen Sekten und Freikirchen billig. Die Gläubigen schwärmten in grossen Scharen aus, um den Katastrophenopfern Suppe und Gott zu bringen.

Der missionarische Eifer artete bald aus. So entführten christliche Missionare aus den USA in ihrer Verblendung 33 angebliche Waisenkinder. Haiti ist für sie das Reich des Satans, wo schwarze Magie und Voodoo-Zauber grassieren. Die Fundamentalisten glaubten, ein gutes Werk für Gott zu tun, wenn es ihnen gelingen würde, dem dunklen Land Kinder zu entreissen. Der bekannte Fernsehprediger Pat Robertson wagte auszusprechen, was viele Fundamentalisten denken. Der ehemalige Kandidat für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen bezeichnete das Erdbeben von Haiti als Strafe Gottes. Die Haitianer hätten einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, sagte er.

Das ist purer Aberglauben. Erdbeben sind Naturkatastrophen, die mit Gott nichts zu tun haben. Mission in Krisengebieten ist moralisch anrüchig. Solche Prediger nutzen die Not der Opfer, um ins Rampenlicht zu geraten und missionarischen Profit zu schlagen. Denn nirgends ist Mission leichter und erfolgreicher als in Katastrophengebieten. Opfer, denen auf der Erde nichts mehr bleibt, akzeptieren auch fremde Götter – wenn sie in deren Namen ein Stück Brot bekommen.
Wer mit dem scientologischen oder christlichen Kreuz in der Hand Reis verteilt, respektiert Würde und Glauben der Erdbebenopfer nicht, sondern nützt ihre Not aus, um nach ihrer Seele zu greifen.

hugostamm am Montag den 1. Februar 2010

Der Islam braucht Aufklärung

Für radikale Christen mit dogmatischer Haltung sind Aufklärung und Humanismus Werkzeuge des Satans. In ihren Augen begann die Krise des Christentums und des Abendlandes mit der geistigen Emanzipation der Massen. Was für fortschrittliche Personen ein grosser Schritt zur Würde der Menschen ist, betrachten Fundamentalisten als Beginn der Dekadenz, begleitet vom Zerfall der Werte und der Moral.

Wie wichtig aber Aufklärung ist, um die Gesellschaft in die geistige Freiheit zu führen, zeigt sich bei den Fundamentalisten in islamischen Ländern. Der amerikanische Autor Theo Padnos hat drei Jahre undercover in jemenitischen Koranschulen verbracht und ein Buch über seine Erfahrungen mit fanatischen Islamisten geschrieben. Es soll in diesem Frühjahr in den USA erscheinen.

In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger zeigt Padnos auf, was für ein verschrobenes Weltbild die Islamisten pflegen. Aus ideologischer oder religiöser Verblendung heraus biegen sie die Realität so lang zurecht, bis sie ihren Wünschen und Sehnsüchten entspricht. Oder ihren Ressentiments und Vorurteilen. Fragen oder Gegenargumente werden schon gar nicht zugelassen. Was nach Ignoranz und Dummheit aussieht, entpuppt sich aber als Realitätsverlust und Wahrnehmungsverschiebung. Letztlich ist es die Folge einer Indoktirnation, die Verstand und Vernunft ausschaltet.

Ein paar Beispiele: Padnos erzählt, viele Islamschulen würden die Ummah vermitteln, also die Idee der globalen Familie von Gläubigen: „Die Schüler sollen die islamische Gegenwart erforschen und die Vergangenheit entdecken. Diese islamische Vergangenheit wird als etwas immer Grossartiges vermittelt, während die Gegenwart für den Islam als demütigend empfunden wird. Das wichtigste Ziel ist es, die Schüler dazu zu bringen, sich zu fragen, was sie persönlich tun können, um das Goldene Zeitalter der drei Kalifen im Mittelalter wiederzubringen, als der Islam stark war.“

Laut Padnos hat der Islam radikale Aspekte: Das Frauenbild, die Vorstellung vom Heiligen Krieg, die Einstellung zur Gewalt. „Aber er hat auch eine mystische und fast empfindsame Seite. Ein grosses Problem ist das Weltbild, das in den Schulen vermittelt wird, nämlich dass der Islam vom Westen betrogen werde. Schon nach kurzer Zeit fühlen sich die Schüler persönlich bedroht und angegriffen, und sie wollen zurückschlagen und dabei viele Feinde und am besten Juden töten.“

Padnos erlebte, dass die meisten Schüler in den Koranschulen das Gefühl empfanden, in einer Art Krieg mit dem Westen zu sein, der Gewalt rechtfertigt. „Der Mord an den beiden deutschen Krankenschwestern vor einiger Zeit etwa wurde im Unterricht gutgeheissen“, sagte Padnos. Und die meisten Schüler seien grössenwahnsinnig und glaubten, irgendwann den Islam allein retten zu können.
Es herrsche zwischen dem Lehrer und den Schülern Einigkeit, dass die Krankenschwestern nicht jemenitischen Frauen bei der Geburt zu helfen wollten, sondern das Ziel verfolgten, dass sie in Zukunft keine Kinder mehr bekommen könnten, sagte Padnos weiter. Die Begründung: Der Westen wolle alles kontrollieren und nun dafür sorgen, dass jemenitische Frau nicht mehr so viele Gläubige zur Welt bringen würden. Am Ende sagte der Lehrer: «Die Vereinten Nationen und die Christen wollen nicht, dass ihr Kinder bekommt. Jeder von euch muss rausgehen und zehn Kinder bekommen.» In einem Raum mit sexuell frustrierten Männern – in den Koranschulen sind natürlich keine Frauen erlaubt – kam die Idee sehr gut an, sagte Padnos.

Auf die Frage, warum sich der Islam immer weiter radikalisieren würde, antwortete der Autor: „Viele islamische Länder haben etwas von einer bröckelnden Burg. Und nirgendwo brechen die Steine im Augenblick schneller aus der Mauer als im Jemen. Natürlich würden die Bewohner der Burg gerne sehen, dass Zinnen und Türme stolz in den Himmel ragen, und sie hassen den schleichenden Verfall. Viele Jemeniten haben das Gefühl, dass die Mächtigen in ihrem Land alles verkaufen. Die Felder, das Land, die Bodenschätze. Für viele Muslime ist das Land aber für die Familie der Gläubigen da, nicht für westliche Firmen, Soldaten oder Touristen.“
Padnos schätzt den Jemen als unfähigen Staat ein. Der wachsende Einfluss radikaler islamischer Gruppen werde das Land ins Chaos treiben. Ein Chaos, das es für Al-Qaida-Terroristen interessant mache.

Falsche Vorstellungen vom „Feind“ und religiös-ideologische Fixierungen sind der Nährboden für erfolgreiche Indoktrination. Diese führt zu einem verschrobenen Weltbild und falschen historischen und politischen Bildern. Der aktuell bedrohlichste geopolitische Konflikt beruht also auf religiösem Fanatismus. Das einzige Gegengift wären vernünftige Erziehung, Bildung und Aufklärung. Um das zu erreichen, müssten die Frauen endlich mehr Rechte bekommen. Doch diese haben keinen Zutritt zu den Koranschulen und sind in den Moscheen ohne Einfluss. Die grösste Gefahr für die Menschheit ist eine einseitige Männergesellschaft.

Deshalb in islamischen Ländern: Frauen an die Macht.

hugostamm am Donnerstag den 21. Januar 2010

Töten im Namen Gottes

Die Kreuzzüge sind eines der traurigsten Ereignisse in der wechselvollen Geschichte des Christentums. Mit der Bibel in der Hand massakrierten die christlichen Horden wahllos Zehntausende – unter ihnen viele Moslems.

Eine Geschichte aus den USA erinnert in fataler Weise an die mittelalterlichen Gräueltaten der marodierenden Horden, die das Banner von Jesus hochgehalten hatten. Eine Firma aus Michigan baut nun im Auftrag der Regierung Zielfernrohre, mit denen amerikanische Soldaten auf Iraker und Afghanen – also grossmehrheitlich Moslems – schiessen. Das Sonderbare an den Instrumenten: Sie enthalten eigenartige Gravuren. So steht etwa geschrieben «2Cor4:6» oder «JN8:12». Das sind Hinweise auf Bibelstellen: 2. Brief an die Korinther oder Johannes 8, 2. «Wer mir folgt, wird niemals in der Dunkelheit sein, sondern das Licht des Lebens finden», heisst es etwa in Johannes 8, 12. Übersetzt: Meine Kugel trifft den Gegner, bevor seine Kugel mich in die Dunkelheit befördert.

Mit den tröstenden Worten Gottes vor Augen lässt sich offenbar besser zielen. Es könnte ja sein, dass die Moslems im Dienst des Antichristen das Abendland ausradieren wollen.

Christliche Geistliche segnen oft Waffen. Deshalb ist es nur konsequent, wenn amerikanische Soldaten mit Bibelsprüchen im Visier zum Töten schreiten.

In der Bibel heisst es aber auch: Liebet eure Feinde. Und: Du sollst nicht töten. Diese Verse sucht man vergeblich auf den Zielfernrohren.

Zweites Beispiel: Der bekannte Fernsehprediger Pat Robertson, ehemaliger Kandidat für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen, bezeichnete das Erdbeben von Haiti als eine Strafe Gottes, weil die Haitianer einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten. Er bezieht sich dabei auf ein historisches Ereignis aus dem Jahr 1791, bei dem Voodoo-Rituale zelebriert worden sein sollen.

Beide Ereignisse zeigen, dass fundamentalistische Christen in den USA geistig noch im Mittelalter stecken. Dagegen gibt es nur ein Rezept: Radikale Aufklärung und Kampf gegen den Aberglauben. Wie wir wissen, wehren sich auch viele Blogger in diesem Forum gegen die Aufklärung, die sie als Werkzeug des Satans brandmarken. Deshalb tut eine Diskussion darüber Not.

hugostamm am Montag den 11. Januar 2010

Geistheilung ist bloss ein Mythos

Es gibt heute in der Schweiz mehr Geistheiler, Handaufleger, Reikimeister und esoterisch ausgerichtete Therapeuten als Geistliche. Das Feld solcher Anbieter auf dem alternativen Heilmarkt ist in den letzten 40 Jahren exponentiell gewachsen. Gab es früher ein paar naturverbundene Sonderlinge, die Heilkräfte für sich reklamierten, hat uns die Esoterikwelle rund 15′000 hellsichtige oder hellfühlige Heiler beschert, die sich den Markt der alternativen Therapien streitig machen. Ein Markt, in dem Heil-Schulen eine zentrale Rolle spielen. Diese bieten Kurse und Lehrgänge an, in denen man angeblich seine übersinnlichen und heilerischen Kräfte entwickeln kann. Für 10′000 Franken kann jeder seine Heilkräfte zu Tage fördern, Diplome erlangen und Patienten rekrutieren.

Der Ruf der Zunft der Geistheiler ist nicht mehr der beste. Viele Missbräuche und unseriöse Arbeitsweisen mancher Heiler haben der Gilde geschadet. So sterben immer wieder Krebspatienten, weil der Heiler ihnen verbietet, schulmedizinische Hilfe anzunehmen. Das Argument: Chemische Medikamente und Bestrahlungen würden das spirituelle Gleichgewicht stören und die Selbstheilungskräfte blockieren.

Um den Ruf zu retten, distanzieren sich heute viele spirituelle Sucher und Heiler von der Esoterik. Diese ist plötzlich ein Schimpfwort geworden, weil unter dem Begriff viel Schindluderei betrieben worden ist. Heute sprechen viele nur noch von Spiritualität. Doch das ist ein Etikettenschwindel. Die meisten betreiben nach wie vor esoterische Rituale und vertreten ein esoterisches Gedankengut.

Aus dem gleichen Motiv heraus behaupten heute auch viele Geistheiler, sie würden ihren Klienten keine konkreten Heilsversprechen mehr abgeben. Auch das ist eine Beschönigung. In der Praxis erklären sie den Klienten dann durchaus, dass sie Krankheiten heilen können. Sonst gäbe es ja keinen Grund, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen, und sie wären bald arbeitslos. Niemand zahlt für eine Dienstleistung, die nutzlos ist und keine Wirkung erzielt.

Wenden wir das Beispiel auf die Schulmedizin an. Angenommen, die Ärzte würden ihren Patienten sagen: Ich kann ihnen zwar Blut nehmen, ich kann ein Computertomogramm machen, ich kann ihnen Medikamente verschreiben, aber ich habe keine Ahnung, ob ich ihre Krankheit heilen oder die Symptome lindern kann. Wer würde da noch zum Arzt gehen?

Ganz freiwillig geben die Heiler natürlich nicht zu, dass sie in Wirklichkeit nicht kontrolliert heilen können. Einerseits haben sie Angst, weiter in Verruf zu geraten. Andererseits laufen sie Gefahr, mit dem Gesundheitsgesetz in Konflikt zu kommen.

Ausserdem: Es gibt keine Untersuchungen oder Studien, die auch nur halbwegs belegen, dass Geistheilung wirkt. (Bei der Geistheilung geht es ihn erster Linie darum, den Patienten Heilkräfte zuzuführen.) Hingegen existieren mehrere Studien, die klar belegen, dass Geistheilen nicht funktioniert. Trotzdem wächst der Markt der Heiler weiter. Der Aberglaube ist halt so weit verbreitet, dass es immer noch genug Kunden gibt, die ihre Dienste in Anspruch nehmen.

Das Bundesamt für Gesundheit müsste endlich griffige Regeln erlassen, um den Wildwuchs bei den Geistheilern und alternativen Therapeuten einzuschränken. Er müsste im Sinn des Konsumentenschutzes die leichtgläubigen Patienten schützen. Zum Beispiel mit einem Vertrag. Die Heiler müssten schriftlich festhalten, was sie diagnostizieren, welche Behandlung sie anwenden, wie lang die „Therapie“ dauern wird und welche Wirkung oder Heilung sie erwarten. Allein eine solche Massnahme würde viele Heiler vorsichtiger operieren lassen. Denn im Fall von schwerwiegenden Komplikationen könnten sie zur Rechenschaft gezogen und rechtlich belangt werden.

hugostamm am Mittwoch den 30. Dezember 2009

Das Ende der neuen Religiosität

Christliche Kreise beschwören seit Jahren das Erwachen der neuen Religiosität im neuen Jahrhundert. Sie erhoffen sich das „Wassermann-Zeitalter“ der christlichen Kultur, eine sanfte Revolution der Religion, die Jesus Christus vor 2000 Jahren in die Welt gebracht hat. Und fleissig suchen sie alle Anzeichen und Signale, die ihre von Hoffnung genährte Erwartung stützt.

Die Ausbreitung des Islams in Mitteleuropa hat ihren Optimismus in letzter Zeit arg gedämpft. Der Enthusiasmus eines Grossteils der Moslems für ihren Glauben steht in starkem Kontrast zum lauwarmen Engagement vieler Christen. Einzig die Freikirchen halten noch das Fähnchen der Aufrechten hoch und setzen sich mit Verve für ihre Glaubensüberzeugungen ein.

Dann kam die dicke Überraschung zum Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends: Die Schweizer Christen sind aufgestanden und haben die Expansionsgelüste der Moslems jäh gestoppt. Keine Minarette in unserem christlichen Hoheitsgebiet, entschieden sie zur Überraschung der Politiker. Viele Freikirchen reduzierten die Abstimmung auf die Formel: Christen gegen Moslems. Und rasch wurde die Initiative als Aufstand der schlafenden Christen interpretiert. Und als Wiedererstarken der christlichen Leitkultur. Endlich ein kräftiges Zeichen der neuen Religiosität! Und flugs denkt die EVP darüber nach, die christliche Leitkultur in der Verfassung zu verankern.

In Wirklichkeit ist das alles Wunschdenken. Die Schweizerische Evangelische Allianz, der grösste Verband freikirchlich orientierter Gläubiger und Gemeinden, war – vermutlich aus taktischen Überlegungen – entschieden gegen die Initiative. Sie fand dabei allerdings wenig Rückhalt bei ihren Gläubigen: Die meisten Freikirchler waren entschieden für die Initiative. Da sie konservativ denken, spielten bei ihnen politische Überlegungen eine grössere Rolle als religiöse Motive.

Es ist deshalb falsch, die Abstimmung als Erstarken der christlichen Leitkultur zu interpretieren. Auch für die Freikirchler war die Minarett-Initiative ein politisches Plebiszit zur Überfremdungsfrage. Das Abstimmungsresultat ist vor allem Ausdruck einer Identitätskrise.

Die neue Religiosität bleibt also Wunschdenken. Die Landeskirchen werden weiter schrumpfen. Das christliche Credo von Hoffen und Glauben ist im Zeitalter des Wohlstands und der Individualisierung ein Auslaufmodell. Wir haben die Mentalität der Versicherten verinnerlicht. Auf Erlösung nach dem Tod zu hoffen, ist nicht mehr unser Ding. Wir leben im Hier und Jetzt und wollen den Mehrwert sofort abschöpfen.

Ich behaupte nicht, dass dies eine kulturelle Errungenschaft ist. Aber es entspricht einer anthropologischen Tatsache. Da entspricht die moderne Esoterik weit mehr dem Zeitgeist. Sie bietet die Selbsterlösung und Vergottung des Menschen an. Da wäre mir dann eine christliche Mentalität doch noch lieber.

Ich wünsche allen Bloggerinnen und Bloggern ein erspriessliches 2010. Auf dass viele Wünsche in Erfüllung gehen. Gleichzeitig möchte ich allen für Ihr Engagement in diesem Forum danken. Das 2009 war der beste Jahrgang. Und bald gehen wir ins 5. Blog-Jahr. Das zeigt, dass religiöse Fragen die Menschen immer noch bewegen.

(Ich war in den letzten Wochen abwesend, weshalb meine Präsenz im Blog gering war. Nun bin ich zurück und werde mich wieder aktiver einbringen.)

hugostamm am Sonntag den 20. Dezember 2009

Die andere Weihnachtsgeschichte

Was wäre, wenn Jesus zu seinem Geburtstagsfest für eine Stipvisite auf die Erde käme? Ein Besuch bei der Stätte seines Wirkens nach rund 2000 Jahren?
Wenn er beispielsweise inkognito an der Christmette im Petersdom teilnehmen würde? Und dann einen Weihnachtsgottesdienst im Zürcher Grossmünster besuchen? Was ginge ihm dabei wohl durch den Kopf?

Um Bilanz über sein Lebenswerk ziehen zu können, würde er zuerst eine Bestandesaufnahme machen. Alle Achtung, würde er den Christen zurufen. Ihr habt das Christentum zur grössten Religionsgemeinschaft getrimmt. Das lässt sich sehen.

Doch beim Studium der Kirchenstrukturen käme Jesus ins Grübeln. Was für ein chaotischer Flickenteppich! Da sind die Grosskirchen. Die Katholiken, die Protestanten, die Anglikaner, die Orthodoxen. Und dann noch Zehntausende kleiner und grosser Freikirchen.

Habe ich euch geheissen, Kirchen zu gründen und Hierarchien aufzubauen, würde Jesus ihnen in Gedanken zurufen. Habe ich euch geheissen, euch gegenseitig zu bekämpfen und einander Gläubige abzujagen? Überhaupt: Ihr glaubt alle an mich, ihr liebt mich gleichermassen. Ihr betet alle meinen Vater an und den heiligen Geist. Und stützt euch auf das gleiche Wort, mein Wort, festgehalten in den Evangelien.

Und was ist daraus geworden? Jede Kirche lehrt etwas anderes! Jede interpretiert mein Wort unterschiedlich. Ihr habt nicht einmal den gleichen Glauben, sprecht nicht die gleiche Sprache. Und ihr kämpft verbissen um den Anspruch, die wahren Christen zu sein. Irgend etwas muss da gründlich schief gegangen zu sein.

Beim Besuch im Vatikan würde der Prunk Jesus blenden. Mein Stellvertreter in Gold bestickten Gewändern in einem Palast? Hey, würde ihm Jesus gern zurufen, ich pilgerte mit meinen Aposteln umher, ausgerüstet mit wenigen Habseligkeiten.

Verwundert würde Jesus die Fahrt des Papstes beim Besuch seiner Gläubigen im Papamobil beobachten. Panzerglas? Hast du Angst vor deinen Gläubigen, lieber Benedikt? Muss ich dir in Erinnerung rufen, dass ich zu den Armen und Kranken gegangen bin, ihnen Trost und Heilung gebracht habe? Dass ich mich mit den Huren unterhielt und die Pharisäer aus dem Tempel warf? Und du willst mein Stellvertreter sein? Du, der du abgeschieden und fern der gesellschaftlichen Realität in einer Männerwelt lebst?

Nächste Station würde Jesus bei den Protestanten machen. „Bei euch gefällt mir, dass ihr keinen Machtapparat mit hohen Würdenträgern aufgebaut habt. Ausserdem gesteht ihr den Gläubigen zu, den Glauben individuell auszugestalten. Doch in eurer grenzenlosen Toleranz duldet ihr auch Fundis in euren Reihen, die meinen Glauben verdrehen. Ihr seid mutlos und habt kein Profil.“

Bei den Orthodoxen bliebe Jesus nicht lang. Ihr seid so verstaubt und konservativ, würde er ihnen sagen. Ihr klebt so ängstlich am Wort, dass ihr das Leben verpasst. Glauben heisst Leben. Die Bibel ist nur eine Richtschnur. Alles ist in Bewegung, im Fluss, wie könnt ihr euch da starr an den alten Buchstaben klammern?

Dann nähme Jesus die Hunderttausenden Pastoren und Prediger der Freikirchen an seine Brust. „Jeder von euch behauptet, in direktem Kontakt mit mir zu stehen und aktuelle Worte von mir zu empfangen. Ich kann mich nicht erinnern, je mit einem von euch gesprochen zu haben. Ihr seht Dinge, die es nicht gibt und hört Botschaften, die nur in eurer Fantasie bestehen.“

Zum Schluss würde Jesus alle Bischöfe, Pfarrer, Vikare und Geistlichen zusammen rufen. Ich habe in der Bibel nichts gesagt von prunkvollen Gotteshäusern. Ich habe euch nicht angewiesen, in vornehmen Pfarrhäusern zu wohnen, hohe Saläre von den Gläubigen einzufordern. Ich habe euch nicht gesagt, ihr sollt Reichtümer anhäufen und gesellschaftliche Macht anstreben. Ich habe euch nur aufgetragen, zu den Menschen zu gehen und ihnen vom Glauben zu erzählen.

Doch eher gehe ich durch ein Nadelöhr, als dass es mir gelingen würde, die immensen Kirchenstrukturen zu zerschlagen. Der Fehler meines Vaters war wohl, dass er euch Menschen den Machtdrang gegeben hat.

Jesus erhob sich und machte sich rasch davon.

hugostamm am Donnerstag den 10. Dezember 2009

Spiritualität – jenseits von Gott und Glaube

Spirituelles Empfinden ist nicht zwingend an eine Heilslehre oder einen Glauben gebunden. Spiritualität ist eine Fähigkeit, die Welt mit dem Geist zu durchdringen. Dabei ist das Augenmerk vor allem auf die geistige Verbindung zu transzendentalen Dimensionen oder auf das Jenseits gerichtet.

Spiritualität hat also eine starke persönliche oder subjektive Komponente. Bei Mitgliedern von Glaubensgemeinschaften sind die spirituellen Freiheiten aber eingeschränkt. Heilslehren definieren Spiritualität nach klaren Mustern. Glaubensgemeinschaften geben vor, wie die Gläubigen spirituell zu leben haben und wie sie das Verhältnis zum Jenseits oder Gott gestalten müssen.

Ich frage mich hingegen, weshalb wir das spirituelle Empfinden auf transzendentale Ziele ausrichten müssen. Spiritualität ist eine emotionale, empathische Disziplin, die im Gemütsbereich angesiedelt ist. Deshalb führen spirituelle Rituale zur Ausschüttung von Glückshormonen, im Extremfall zu euphorischen Entäusserungen, die zu temporären Rauschzuständen führen können. Es ist kein Zufall, dass Skeptiker gern das Bild von der Sucht bemühen, wenn sie an extreme Glaubensformen denken. Denn die SehnSucht ist ein starkes Element religiösen Empfindens.

Die Bindung der spirituellen Gefühle an starre Konzepte führt zu einem Absolutheitsanspruch, zu Konkurrenz und Intoleranz. Die Rivalität der Glaubensgemeinschaften trägt ein starkes Konfliktpotential in sich, das auch heute noch zu Gewaltexzessen führt. Auch die daraus resultierende Mission trägt nicht zum Frieden bei.

Wie sähe eine auf das Irdische bezogene Spiritualität aus? Eine Frage, die eigentlich leicht zu beantworten ist: Das grösste Geheimnis, das die stärksten Emotionen auslöst, sind Liebe und Empathie. Diese beiden Phänomene haben ja durchaus einen religiösen Aspekt. Menschlichkeit kommt durch das Einfühlungsvermögen und die Liebe in die Welt. Oft ist ihnen der Glaube im Weg, weil er ein trennendes Element ist, das Menschen voneinander entfernt.

Weshalb etwas im spekulativen Jenseits suchen, wenn wir es in uns finden?

hugostamm am Sonntag den 29. November 2009

Minarettverbot: Der falsche Protest

Die Überraschung ist perfekt, das Volk hat den meisten Politikern, Parteien, Verbänden, Kirchen und vor allem den Gurus der Umfrageinstitute eine Lektion erteilt: Eine Mehrheit und die Stände wagten den Aufstand.

Wie war die politische Sensation möglich? Es ging zwar um das Minarett, in Wirklichkeit benutzten viele Stimmbürger aber die Abstimmung zu einem vielfältigen Protest: Ein Protest gegen die Ausländerpolitik, gegen die Zuwanderung, gegen die Islamisierung Europas, gegen die mangelnde Integration, gegen das Fremde an sich. Kurz: Das Minarett war die perfekte Projektionsfläche, um alle Formen von Frust und Ressentiments loszuwerden. Es war meines Erachtens eine Abrechung, eine Chropfleertete. Die Stimmkarte als Stimmungsbarometer des Schweizer Volkes.

Es fragt sich nur, ob eine Abstimmung das richtige Instrument ist, den Frust loszuwerden. Denn in der Sache bringt der Protest wenig. Es wird kein Moslem weniger einwandern, es wird nicht eine Moschee weniger gebaut. Und ob eine Moschee ein Türmchen hat oder nicht, hat keinen Einfluss auf die Zuwanderung, die Ausbreitung des Islams und den Umstand, dass Ausländer manchmal Schweizern die Arbeitsstelle wegnehmen.

Die in der Abstimmung offenbarten Ressentiments können allerdings negative Konsequenzen haben. Das Plebiszit kann den Religionsfrieden gefährden, es besteht die Gefahr, dass die Moslems weiter isoliert werden, wodurch die Integration erschwert würde. Ausserdem steht der internationale Ruf der Schweiz als pluralistischer, toleranter Staat auf dem Spiel. Als Tourismusland könnte dies schmerzlich werden, vor allem in Krisenzeiten. Nach den verschiedenen internationalen Pleiten in den letzten Monaten geraten wir erneut in die internationalen Schlagzeilen. Die ersten Boykottankündigungen sind bereits am Sonntagabend laut geworden. Die Lust von Ghadhafi, die beiden Schweizer Geisel freizulassen, dürfte kaum gewachsen sein.

Wir laufen auch Gefahr, ins Visier der Islamisten zu geraten. Sollte es zu Anschlägen kommen, würden die Touristen erst recht ausbleiben.

In der Regel wird dem Schweizer Volk bei den Abstimmung eine grosse Besonnenheit attestiert. An diesem Sonntag hat es den politischen Instinkt vermissen lassen.

Ich höre bereits die Proteste auf diese Zeilen: Ich sei feige und würde nicht für die Freiheit kämpfen. Minarette haben mit Freiheit wenig zu tun. Wenn wir unsere Ressentiments und Vorurteile nicht mit besseren politischen Instrumenten und Argumenten zum Ausdruck bringen können, ist es um die politische Kultur schlecht bestellt. Wir sollten dort für die Freiheit einstehen, wo sie wirklich in Gefahr ist.

hugostamm am Mittwoch den 18. November 2009

Sind Religionen Verschwörungstheorien?

Eine interessante These bezüglich Verschwörung vertritt der Konfliktforscher und Strategieexperte Kurt Spielmann. In der Sendung „Treffpunkt“ vom 17. November auf DRS 1 erklärte er, dass Religionen eigentlich aus Verschwörungstheorien entstanden seien.

Spillmann sagte zum Grundsatz solcher Theorien, bei mysteriösen Grossereignissen würden immer einzelne Fragen offen bleiben. Beispiel Mondlandung, Ermordung John F. Kennedys, 9/11. Die Weltverschwörer würden die wirklichen Fakten übergehen und die Indizien der ungelösten Fragen zu einer neuen Theorie zusammenkleistern.

Weiter legte Spillmann dar, die Verschwörungstheorien dienten dazu, die vielfältige Wirklichkeit mit einfachen Mustern zu erklären. Oft sei auch die Angst der Motor für solche Theorien. Angst rufe geradezu nach einfachen Erklärungen komplexer Zusammenhänge.
Um die Angst zu bändigen, brauche es leicht verständliche Theorien.

Solche Theorien entwickeln in der Regel Menschen, die überfordert sind und ein Komplott der Mächtigen wittern. Es gibt aber auch Verschwörungstheorien „von oben“. Spillmann nennt den Brand von Rom um das Jahr 60. Nero habe das Ereignis den Christen in die Schuhe geschoben, um sie verfolgen zu können. Ähnlich sei es bei Hitler gewesen, der die Protokolle der Weisen von Zion benutzte, um den Holocaust zu rechtfertigen.

Auch die Kirche hat solche Verschwörungstheorien benutzt, um Gläubige zu disziplinieren. Stichworte sind die Inquisition und die Stigmatisierung von Freimaurern.
Als Verschwörungstheorie von oben bezeichnet Spillmann die Erkenntnis von Galilei. Seine Beweise, dass die Erde rund sei, habe die Kirche als Verschwörungstheorie abgetan. Ebenso die Evolutionstheorie. Sonst wäre die Doktrin ins Wanken geraten, wonach die Menschheit die Krone der Schöpfung sei. Und dass die Erde das Zentrum des Universums darstelle.

Spillmanns Ausführungen gipfeln in der Aussage, Religionen seien letztlich ebenfalls Verschwörungstheorien. Diese Theorien seien Erklärungshypothesen von Dingen, die man nicht verstehe und die Angst auslösten. Weil die Welt keine Hilfsmittel zur Bewältigung der Ängste biete, suchten die Menschen Unterstützung von fernen Instanzen mit besonderen Kräften, also den Göttern. Heilslehren seien kompakte Welterklärungsschemen, weil die Ängste mit dem Verstand nicht gebändigt werden könnten. Damit entmystifiziert Spillmann die Religionen und ihre Ansprüche nach der absoluten Wahrheit.

Die Sendung: http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/treffpunkt/2785.sh10107395.html

hugostamm am Montag den 9. November 2009

Gefährliche Radikalisierung im Glauben

Der Dalai Lama hat beim letzten Besuch in Deutschland erklärt, Gewalt werde „von jeder Religion abgelehnt.“ Gegen diese Aussage ist kaum etwas einzuwenden, auch wenn man in Bibel und Koran Passagen findet, in denen es deftig her und zu geht. Es würde den Würdenträgern grösserer Religionsgemeinschaften schlecht anstehen, wenn sie öffentlich zu Aggression gegen Andersgläubige aufrufen würden.

Die islamischen Hassprediger ändern nichts an der Tatsache, dass auch die meisten islamischen Geistlichen für religiösen Frieden plädieren. Es würde den Hütern von Moral und Ethik schlecht anstehen, wenn sie gegen Frieden stiftende Massnahmen wären. So gründeten vor wenigen Wochen Christen, Juden und Muslime in Basel das Projekt „Zelt Abrahams“, das die Gleichberechtigung der Religionen anstrebt.

Ein Blick auf die Karte der regionalen und internationalen Konflikte zeigt aber, dass Anspruch und Wirklichkeit oft weit auseinander klaffen. Es ist leicht für die drei Glaubensgemeinschaften, in der befriedeten und halbwegs kultivierten Schweiz ein Friedensprojekt zu gründen. Sinnvoller wäre es, Abrahams Zelt auf dem Tempelberg aufzustellen. Dort wüten die Religionskonflikte unter den Vertretern der drei Buchreligionen – vor allem zwischen Juden und Moslems – immer heftiger.

Ausgerechnet an einem der heiligsten Orte lässt sich beobachten, dass Religion und Glaube ein ähnliches Aggressionspotential entwickeln können wie politische und ethnische Konflikte. Statt Frieden zu stiften, kann religiöse Verblendung zu Fanatismus und Extremismus führen. Nicht nur bei Sekten. Der Fanatismus ist oft der Bruder der Aggression.

Bei religiösen Auseinandersetzungen sind politische Friedensbemühungen selten wirkungsvoll. Die radikalen Gläubigen fühlen sich in erster Linie Gott und ihren religiösen Führern verpflichtet. Die Religionsgesetze erachten sie als verbindlicher als Verfassungen und Menschenrechte. Im Kampf für ihren Gott lassen sie sich von niemandem beeinflussen und missachten auch die ethischen Appelle ihrer Heilslehre.

Tatsächlich enthält ein radikaler Glaube ein hohes Aggressionspotential. Schliesslich geht es in den Augen dieser Gläubigen um die höchsten Werte und um transzendentale Dimensionen, also um die Zukunftsperspektiven über den Tod hinaus. Dagegen haben menschliche Bedürfnisse wenig Gewicht.

Religionsführer sollten aus der Geschichte lernen und anerkennen, dass Religion und Glaube ein hohes Aggressionspotential bergen. Sie sollten aus Erfahrung wissen, dass extreme Formen der Spiritualität zu heftigen psychischen Reaktionen führen können, die manchmal im Wahn enden. Deshalb müssten sie versuchen, einen sinnvollen Kompromiss zwischen weltlichen und religiösen Anliegen zu finden.

Eine extreme Fokussierung auf das Glaubensleben ist für die Persönlichkeitsentwicklung gefährlich. Deshalb sollten verantwortungsvolle Geistliche aller Glaubensgemeinschaften ihre Gläubigen vor sektenhaften Entwicklungen in ihren eigenen Reihen warnen. Das wäre die beste Prophylaxe, um Auswüchse zu verhindern.

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