Gemischt sind die Gefühle, nach einigen Ferientagen wieder zur Arbeit zu gehen. Über den Verlauf kritischer Patienten und schwierige Verlegungen, die wir aus diversen Spitälern übernommen haben, wurde ich auf den Alpwiesen meiner Ferienwanderungen informiert. Während ich mich freue, Patientinnen und Patienten und das Team zu sehen, muss ich mich überwinden, die eingegangene Korrespondenz durchzugehen. Tröstlich ist, dass die Details zur angekündigten Budgetkürzung (bei mehr Leistung) im Postfach erst weiter unten zum Vorschein kommen werden.
Zunächst darf aber geblogt werden. Da ich dies eine Woche lang tun werde, lohnt sich eine Begriffsklärung: Als Chefarzt der «Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin» beschäftige ich mich mit allen Aspekten der Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und anderer innerer Drüsen. «Viscera» bedeutet auf Lateinisch soviel wie «Innereien» und das Altgriechische «Chirurgie» kann als «handwerkliche Kunst» übersetzt werden. Chirurgen sind demnach operativ tätige Ärzte, während der Begriff «Medizin» diejenigen Spezialisten meint, die sich mit der Diagnosestellung und der nicht-operativen Behandlung von Erkrankungen beschäftigen. International einzigartig an unserer Klinik ist, dass alle Spezialisten, die sich mit den genannten Organen beschäftigen, unter dem Dach einer gemeinsamen Klinik organisiert sind. Dies erhöht zwar unseren organisatorischen Aufwand, erleichtert aber für Patientinnen und Patienten die koordinierte Betreuung durch diverse Spezialisten bei komplexen Fragestellungen.Â
Professor Daniel Candinas (48) ist Chefarzt der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Insel-Alltag.Â
