Der Chef bloggt...


beatrdt am Sonntag den 19. Juli 2009 um 17:45 Uhr

Handwerkliche Kunst mit Innereien

Gemischt sind die Gefühle, nach einigen Ferientagen wieder zur Arbeit zu gehen. Über den Verlauf kritischer Patienten und schwierige Verlegungen, die wir aus diversen Spitälern übernommen haben, wurde ich auf den Alpwiesen meiner Ferienwanderungen informiert. Während ich mich freue, Patientinnen und Patienten und das Team zu sehen, muss ich mich überwinden, die eingegangene Korrespondenz  durchzugehen. Tröstlich ist, dass die Details zur angekündigten Budgetkürzung (bei mehr Leistung) im Postfach erst weiter unten zum Vorschein kommen werden.

Zunächst darf aber geblogt werden. Da ich dies eine Woche lang tun werde, lohnt sich eine Begriffsklärung: Als Chefarzt der «Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin» beschäftige ich mich mit allen Aspekten der Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und anderer innerer Drüsen. «Viscera» bedeutet auf Lateinisch soviel wie «Innereien» und das Altgriechische «Chirurgie» kann als «handwerkliche Kunst» übersetzt werden. Chirurgen sind demnach operativ tätige Ärzte, während der Begriff «Medizin» diejenigen Spezialisten meint, die sich mit der Diagnosestellung und der nicht-operativen Behandlung von Erkrankungen  beschäftigen. International einzigartig an unserer Klinik ist, dass alle Spezialisten, die sich mit den genannten Organen beschäftigen, unter dem Dach einer gemeinsamen Klinik organisiert sind. Dies erhöht zwar unseren organisatorischen Aufwand, erleichtert aber für Patientinnen und Patienten die koordinierte Betreuung durch diverse Spezialisten bei komplexen Fragestellungen. 

Professor Daniel Candinas (48) ist Chefarzt der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Insel-Alltag. 

beatrdt am Freitag den 17. Juli 2009 um 08:54 Uhr

Kurt hält den Laden offen

Sie kennen Kurt nicht?  Kurt Staudenmann ist Geschäftsführer im Chäsbueb, an der Kramgasse in Bern. Er hegt und pflegt mit Liebe und Hingabe eine höchst vielfältige Käsetheke. Morgens, wenn wir uns nochmals im Bett umdrehen,  ist er bereits im Geschäft, macht die Käsetheke bereit und rüstet Bestellungen. Um 8 Uhr kommen die ersten Kunden. Nach Ladenschluss wird aufgeräumt und gereinigt. Erst dann fährt Kurt nach Hause.
Er ist einer unserer vielen  Mitarbeitenden und führt die wohl kleinste selbstständige Einheit der Emmi-Gruppe. Der Laden gehört der  Baumann Käse, einer Unternehmung der Emmi-Gruppe.
Zum Glück hat Kurt den Laden geöffnet. Wenn nicht, hätte Emmi ein kleines Problem. Ich habe grosse Achtung vor der Leistung und dem Einsatz der vielen Kurts.  Sie sind es, die die Leistungsfähigkeit unserer Unternehmung ausmachen.
Die «Kleinen» fordern  uns immer wieder heraus. Sie  sind agil, nahe am Kunden, stellen kritische Fragen zur Gestaltung von Strukturen und Prozessen und zur Notwendigkeit dieser und jener Regelung. Umgekehrt profitieren sie von den «Grösseren», etwa bei der Entwicklung ihrer Geschäftseinheiten oder in der Buchhaltung. Es sind diese Unterschiede, die uns eine Ideenvielfalt ermöglichen und helfen, Prozesse zu vereinfachen. Es sind die Menschen, welche ganz besonders in der Lebensmittelindustrie im Zentrum stehen. Unsere Mitarbeitenden sind gleichzeitig auch unsere Konsumenten. Und das spüren wir täglich!
Während wir draussen schwitzen, hält Kurt den Laden offen – und Daniel hält einen Temperaturunterschied von 55 Grad aus. Weshalb? Das lesen Sie morgen.

Max Peter (55) ist Mitglied der Emmi-Konzernleitung und verantwortlich für  den Bereich  Handel&Supply Chain Management.  Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint.

beatrdt am Donnerstag den 16. Juli 2009 um 08:30 Uhr

Schwarz – Weiss

Schwarz und Weiss sind wohl nicht die Farben der Berner. Eher Gelb und Schwarz oder Rot, Gelb und Schwarz. Gratuliere zum gelungenen Meisterschaftsstart von YB.
Aber bleiben wir bei Schwarz und Weiss. Für viele bedeuten Schwarz  und Weiss Gegensatz oder Kontrast. Für wenige bildet Schwarzweiss eine Symbiose.  Ich bin der Ansicht, dass es sehr wohl Symbiosen gibt. Nehmen Sie einmal Milch. Wunderbares Weiss. Und dann frisch zubereiteten Espresso. Herrliches Schwarz. Im richtigen Verhältnis erhalten sie einen erfrischenden kühlen Caffè Latte. Den können Sie  auch selbst zubereiten. Aber jederzeit, überall, gekühlt, im Becher? Nach Lust und Laune mal stark, mal caramelisiert, ohne Laktose, ohne Zucker?
Ohne die Konsumenten würden wir gar nichts verkaufen. Sie alleine bestimmen, ob unsere Produkte erfolgreich sind oder nicht. Die Ideen kommen aus verschiedensten Quellen. Konsumentenfeedbacks, Gedanken unserer Kunden und Lieferanten, Informationen aus anderen Weltregionen. All das wird von den Entwicklungs- und Marketingteams aufbereitet und zu einer konkreten Lösung, einem konkreten Produkt entwickelt.
Erste Ideen werden sozusagen handwerklich umgesetzt. Ähnlich , wie sie eine Idee in ihrer Küche umsetzen und Gästen servieren. Erste Degustationen erfolgen sehr rasch. Und dann gehts weiter, Kunden werden involviert, und wenn die Akzeptanz vorhanden ist, kann an die Umsetzung im industriellen Massstab gedacht werden. So zum Beispiel von Caffè Latte Zero. Auf Grund vieler Konsumentenreaktionen ist dieses Produkt entstanden und wird seit wenigen Wochen verkauft. Obs ein Renner wird?

Max Peter (55) ist seit 2002 Mitglied der Emmi-Konzernleitung. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog
erscheint, aus dem Emmi-Alltag.  Peter  ist bei Emmi Leiter Konzernentwicklung.

beatrdt am Mittwoch den 15. Juli 2009 um 13:46 Uhr

Wie der Tunnel zum Walfisch kam

Nein,  für einmal geht es nicht um den Gotthardtunnel.
Es gibt noch einen anderen Tunnel, der einst zu grossen Diskussionen Anlass gab. Schon Ende der 80er-Jahre  hat sich Coop, als damalige Besitzerin des Käsezentrums, damit beschäftigt, als die Planer der Bahn 2000 eine Trasseeführung entlang der A1 suchten. Im Raum Kirchberg war das nicht einfach.
Dort stand dieses Käsezentrum, das das Wasser für die Pflege der Käse aus einer eigenen Quelle bezog. Auf Grund der damals in der Bahn üblichen Plumpsklos befürchtete man eine Verunreinigung dieser Quelle. Die Lösung war eine «Eintunnelung» dieses Abschnittes, was dann als «längster Klodeckel der Welt», die Runde machte.
Die Geschichte des Käsezentrums ist aber nicht nur durch den Tunnel geprägt. 2006 wurde bereits die dritte grosse Bauetappe abgeschlossen, sodass  verschiedene Betriebe in Kirchberg zusammengefasst und die Effizienz gesteigert werden konnte. Das war  nötig. Die Konkurrenz auf den Exportmärkten und die Entwicklung im Inland zwingen uns dazu, die Leistungsfähigkeit  zu entwickeln.
Für Emmi heisst das, eine starke Marke weiterzuentwickeln. Ein grosses Exemplar des  Emmi-Logos  hängt an der Fassade in Kirchberg und ragt gar über diese hinaus. Vom Dachgarten des Käsezentrums aus betrachtet, sieht dieses aus wie der Buckel eines Walfischs, der sich in den Weiten des Ozeans tummelt.
Es fehlen nur noch die Palmen, und man könnte auf der Dachterrasse ins Träumen kommen. Und bei dieser Wärme ein cooles Caffè Latte geniessen. Nur, wie kommen diese eigentlich zu Ihnen?

Max Peter (55) ist Mitglied der Emmi-Konzernleitung und verantwortlich für  den Bereich  Handel&Supply Chain Management.  Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint.

beatrdt am Dienstag den 14. Juli 2009 um 07:49 Uhr

Bella Italia

Heute führt mich die Arbeit nach Italien. Nach Roverè della Luna, einem kleinen Ort im Trentino. Hier hat Emmi 2006 die Firma Trentinalatte übernommen, welche auf die Herstellung von Jogurt spezialisiert ist.

Das heutige Thema ist die Erneuerung der ganzen Informatik für Emmi Italia. Dabei geht es vor allem um Prozesse – zum Beispiel, wie die Kunden bestellen, welche Regeln uns der italienische Staat bei der Abwicklung der Geschäfte auferlegt, wie wir das Ganze in eine Konzernsicht einbauen. Jedes Land hat da seine feinen Unterschiede, welche vom lokalen Handel geprägt sind. Und nirgends anders als im Handel zeigen sich die unterschiedlichen Mentalitäten besser.

Die Informatik ist dabei nur das Instrument, um all dies abzubilden. Genauso wie wir Maschinen brauchen, um Jogurt herzustellen, brauchen wir Computer, um Prozesse zu messen, zu steuern und zu planen. Aus dem Sammelsurium von Informationen sollten wir dann in der Lage sein, die richtigen Entscheide zu fällen.

Sie fragen sich vielleicht, wie man bei solchen Themen mit Italienern zusammenarbeiten kann? Da ist doch die Sprache schon ein Hindernis und erst noch die italienische Art? Das geht oft viel besser, als wir denken. Sicher sind Südländer anders als wir. Aber wenns ums Geschäft geht, dann sind sie genauso organisiert und strikt bei der Durchsetzung von Regeln. Und die Italianità? Die bricht spätestens am Mittagstisch durch! Darauf freue ich mich immer wieder, heute besonders auf die Caprese.

Abends gehts wieder in die Schweiz zurück und morgen bin ich an einer Stätte, welche mir in meinem beruflichen Leben schon mal begegnet ist.

Max Peter (55) ist seit 2002 Mitglied der Emmi-Konzernleitung. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blogerscheint, aus dem Emmi-Alltag. Peter ist bei Emmi Leiter Konzernentwicklung.

beatrdt am Montag den 13. Juli 2009 um 12:16 Uhr

Sommerpause? Nicht für uns.

Peter ist bei Emmi Leiter Konzernentwicklung. Es wird wärmer, die Tage werden länger. Draussen die lauen Sommerabende geniessen, grillieren oder mediterran speisen, sich in einer anderen Welt fühlen. Viele unter uns haben das Privileg, im Sommer etwas kürzer treten zu können. Allen ists zu gönnen, wenn sie Sommerpause machen können.

Es gibt aber einige Branchen, die kennen keine Sommerpause. Unsere gehört dazu. Denn wir arbeiten in der spannendsten Branche überhaupt: Nahrungsmittel! Käse! Glace! Frischprodukte!

Frischprodukte sollen ja frisch sein. Milch fliesst täglich zu uns und wird zu Pastmilch, Joghurt, Quark, Dessert, Mozzarella, Glace und vielen weiteren Produkten verarbeitet. Täglich! Und gerade im Sommer ist die Nachfrage nach diesen gekühlten Produkten gross. Damit sie auch wirklich frisch sind, arbeiten viele unserer Mitarbeitenden ohne Sommerpause für Sie. In einigen Betrieben sozusagen rund um die Uhr, auch samstags und sonntags. Bei Emmi ist immer etwas los. Von der Milchannahme morgens früh, über die Produktion und die Logistik, welche spät nachts noch die Produkte bereit stellt, sie auf die vielen Lastwagen verlädt, welche die Chauffeure in der Nacht und frühmorgens an die Verteilzentralen unserer Kunden steuern. Nicht zu vergessen, all die Mitarbeitenden in den Büros und anderen Abteilungen.

Sommerpause? Für Einzelne, ja; für Emmi als Unternehmung, nein.

Und das Resultat? Wir können jederzeit eine Caprese – aufgeschnittene Tomaten mit frischem Mozzarella dazwischen – geniessen.

Was diese Caprese mit meinem morgigen Tag zu hat? Lassen Sie sich überraschen!

Max Peter (55) ist seit 2002 Mitglied der Emmi-Konzernleitung. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Emmi-Alltag.

beatrdt am Freitag den 10. Juli 2009 um 15:29 Uhr

Rekordeintritte

Eine ereignisreiche Woche geht im Tierpark zu Ende. Sie hatte ihre Höhen und Tiefen, wie das im Leben so ist. Zu den Höhepunkten zählt ganz sicher unser kleiner Moschusochse, der täglich sicherer auf den Beinen ist und langsam anfängt, seine Umgebung zu erkunden.
Höhepunkte gab es auch an der Kasse. Noch selten hatten wir schon zu Beginn der Sommerferien so viele Besucherinnen und Besucher wie in diesem Jahr. Neue Anlagen, viele Jungtiere, ideales Zoowetter und sicher auch die tolle Plattform ihn der BZ haben ihren Teil dazu beigetragen.
Die Tiefen waren eher persönlicher Natur. Medienarbeit ist für mich etwas neues. Täglich eine Kolumne zu schreiben, ist tatsächlich Arbeit. Das hat einiges von mir abverlangt. Besonders wenn die Uhr unerbittlich  tickt und die Idee für einen Text sich noch immer nicht eingestellt hat. Das war ziemlich stressig, hat aber auch Spass gemacht.
Das grösste Highlight für mich war aber die gestrige Führung mit den Wettbewerbsgewinnern (siehe unten). Die strahlenden Kinderaugen beim Füttern der Papageitaucher, die leicht nervösen Blicke, als die Seehunde aus dem Wasser direkt zu den Kindern kamen, die interessanten Fragen, die gestellt wurden: All das gibt einem unglaublich viel zurück. Es trifft genau den Kern der Sache, was die Daseinsberechtigung der Institution Zoo angeht. Wer die Augen dieser Kinder gesehen hat weiss, dass sie unvergessliche Momente erlebt haben. Wenn aus den Funken dieser Momente später ein Feuer der Faszination gegenüber der Natur entfacht wird, dann haben wir alles richtig gemacht.
In diesem Sinne, bis bald im Tierpark!

Projektleiter Jürg Hadorn (43) begleitete uns durch die Woche. Täglich berichtete er in seiner Kolumne und online im Blog   aus dem Berner Tierpark.

beatrdt am Donnerstag den 9. Juli 2009 um 15:16 Uhr

High-Tech-Wellness für Papageitaucher

Können Sie sich vorstellen, was wir alles an Aufwand betrieben haben, um unseren Papageitauchern ein Wohlfühlklima zu bescheren? Eigentlich wollen die nordischen Vögel genau das Gegenteil von dem, was wir uns unter Wellness vorstellen. Kalt, windig und rau soll es sein, damit sie sich zuhause fühlen. Um dies zu erreichen, ist einiges an technischer Innovation erforderlich. Um ein luftiges Klima zu schaffen, haben wir eine speziell entwickelte Windanlage eingebaut. Diese trägt in regulierbarer Stärke eine frische Brise übers Wasser. Das hilft, zusammen mit dem kalten Wasser, ein kühles Mikroklima zu schaffen und hält ausserdem die für die Taucher gefährlichen Mücken von der Anlage fern.
Eine selbst konstruierte Wellenmaschine bringt die nötige Bewegung der Wasseroberfläche und trägt zur körperlichen Ertüchtigung bei. Ausserdem wird durch den Wellenschlag die Uferzone zu einem spannenden Spielfeld für die Tiere und fordert sie, die flachen Felsen in einem dynamischen Umfeld zu erklimmen.
Gegenwärtig arbeiten wir an der Entwicklung einer Strömungsanlage, die noch mehr Bewegung ins Bassin bringen soll. Ziel ist, ein grosses Wasservolumen mit einer geringen Geschwindigkeit umzuwälzen. Zum einen soll die Wasseroberfläche noch bewegter werden, zum anderen soll sie am Boden abgelagerte Schmutzpartikel dahin transportieren, wo wir sie entfernen können. All die Technik  kann nicht einfach ab Stange gekauft werden. Die Entwicklungsarbeit dazu leisten wir im Tierpark selbst.
Geteilte Freude ist doppelte Freude, wir freuen uns an der spannenden Arbeit, und die Papageitaucher freuen sich an ihrem Wellnesspool.

Projektleiter Jürg Hadorn (43) begleitet uns durch die Woche. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint,  aus dem Berner Tierpark. Hadorn arbeitet seit   1992 im Dählhölzli.

beatrdt am Mittwoch den 8. Juli 2009 um 16:37 Uhr

Mit dem Grossvater im Tierpark

Die gefährdete ErinnerungIn meiner Kindheit habe ich mit meinem Grossvater viel Zeit im Tierpark verbracht. Vieles ist mir nur noch schemenhaft in Erinnerung, an anderes erinnere ich mich ganz genau. Jedesmal kauften wir an der Vivariumskasse eine Tüte Haselnüsse und gingen damit in den nahen Wald, um Eichhörnchen zu füttern. Die waren richtig frech und zahlreich damals, sie kletterten an der Hose hoch und stibitzten die Nüsse aus den Fingern. Ein Riesenspass!

Zwanzig Jahre später, bei meinem Dienstantritt 1992 im Tierpark, waren die kleinen Schelme weg. Ein Tier pro Jahr war schon fast eine gute Quote. Was war geschehen? Der Grossteil  der Population ist einem Virus zum Opfer gefallen. Doch die Natur vermag das zu regeln, und im Laufe der Zeit ging es wieder aufwärts mit den munteren Gesellen. Heute sind sie wieder zu Gast auf dem Gelände, plündern Mülleimer und verbreiten mit ihrem putzigen Wesen Freude. Doch nun droht ihnen neues Ungemach: Das amerikanische Grauhörnchen. Diese wurden zu Beginn des letzten Jahrhunderts unter anderem in England und Italien ausgesetzt, mit verheerenden Folgen. Das Grauhörnchen ist robuster und weniger scheu als die heimische Art und zudem Überträger einer für europäische Hörnchen tödlichen Krankheit.

In weiten Teilen der besetzten Länder sind die europäischen Tiere bereits verschwunden. Italien ist nah, wenn unsere Eichhörnchen das gleiche Schicksal ereilt, wird eine meiner Kindheitserinnerungen wohl definitiv verloren gehen.

Projektleiter Jürg Hadorn (43) begleitet uns durch die Woche. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint,  aus dem Berner Tierpark. Hadorn arbeitet seit   1992 im Dählhölzli.

beatrdt am Mittwoch den 8. Juli 2009 um 09:30 Uhr

Pinguin in der Wanne

Heute Morgen kam mir mein Pinguin aus der Badewanne entgegen. Er watschelte in freudiger Erwartung, klitschnass und hungrig auf mich zu. Mit jedem Schritt hinterliess er mit seinen kleinen Füssen eine kleine Pfütze. Verschlafen machte ich sauber und bereitete unser Frühstück zu. Leider schmeckten ihm meine Marmeladebrote nicht, was er mir mit schmerzhaften Schnabelhieben gegen meine Finger zu verstehen gab. Wir gingen auseinander, er zurück in die Badewanne, ich zur Apotheke, um meine Finger zu verarzten. Ob Sie es glauben oder nicht, aber diese Geschichte geschieht immer wieder! Oder können Sie mir erklären, warum wir seit Jahren Anrufe erhalten, jemand hätte einen Pinguin gestohlen und im Rucksack mit nach Hause genommen? Also, werfen Sie mal einen Blick ins Badezimmer, wenn Sie irgendwo zu Besuch sind, es könnte sein, dass Ihnen ein Pinguin entgegenkommt.



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