Freuen Sie sich auf heute Abend? Endlich Ruhe und Ordnung. Rasenmäher verstaut, das Autoinnere gereinigt, Küchenfenster geputzt, Einkäufe erledigt. Sich freuen auf den Sonntag ist angesagt: mal richtig ausschlafen, nichts tun, sich zurücklehnen, keine Verpflichtungen, null Komma gar nichts.
Halt! Jetzt mal ganz ehrlich, wer lehnt sich schon gerne einen ganzen Tag zurĂĽck? Faulenzen ist nichts fĂĽr unsere Gesellschaft. Wir sind uns gewohnt, Tag und Nacht unterhalten zu werden. Allerdings:
• Wer will schon an einem wolkenfreien Sonntagmorgen in einer Völkerwanderung zum Oeschinensee zotteln und auf dem Nachhauseweg im Stau stehen?
• Wer tut sich schon die Schlacht mit Dutzenden von anderen Artgenossen am Brunchbuffet an?
•Wer hätte nicht gerne eine billige, aber effektive Ausrede, den feinen Sonntagsbraten bei den Schwiegereltern absagen zu können?
• Nicht zu vergessen das immer wiederkehrende Ritual des Formel-1-Rennens am Sonntagnachmittag – wahnsinnig spannend und schlicht unverzichtbar, oder? Ausschlafen ist sowieso out. Selbst wenns nieselt oder gar hagelt.
Was das alles mit dem Shoppyland Schönbühl zu tun hat? Ganz einfach, es spricht schlicht alles dafür, dass die Einkaufscenter auch am Sonntag ihre Pforten öffnen dürfen. Damit Herr und Frau Schweizer wissen, was sie in Zukunft mit dem Sonntag anfangen sollen.
Die Menschenschlangen an den Kassen der Detaillisten im Hauptbahnhof Bern beweisen es.
Karl Gorsatt (52) ist Leiter Einkaufscenter in der Genossenschaft Migros Aare. Diese Woche berichtete er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem Shoppyland-Alltag.
