Wie sähen die Verkehrsunfallstatistiken aus, wenn jeder sein eigener Bodyguard wäre? Garantiert besser – auch bei den Bahnen. Diese Bodyguard-Mentalität wollen wir in unserem Unternehmen einpflanzen, hegen und pflegen.
Wir haben Ende 2008 ein entsprechendes Programm gestartet; sein Motto: «luege, dänke, richtig mache – saisir, réfléchir, agir juste». Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter ist aufgerufen, im eigenen Umfeld achtsam zu sein und zu agieren. Alles, was irgendwie auffällt oder nicht ist, wie es sein sollte – ob messbar oder intuitiv –, soll gemeldet werden.
Jede Unregelmässigkeit, und sei es auch nur ein Detail, kann Schlimmes verursachen. Diese Meldungen sollen dazu führen, dass wir die Ursachen anschauen und sicherstellen, dass wir keine systematischen Probleme haben.
Damit dies funktioniert, muss gewährleistet sein, dass die Mitarbeitenden ernst genommen werden, auch wenn sie mit den seltsamsten Meldungen daherkommen. Dies bedingt eine Kultur, die es allen ermöglicht, für die Erhöhung der Sicherheit ihrer Arbeitskollegen, ihrer Kunden und nicht zuletzt für sich selbst frei ihre Meinung zu sagen. Kadavergehorsam bringt uns speziell in Sicherheitsfragen, aber auch generell nicht weiter.
Bernard Guillelmon (42) ist der Chef des Berner Bahnunternehmens BLS. Täglich berichtet er in seiner Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem BLS-Alltag.
