Der Chef bloggt...


Archiv für die Kategorie „Bellevue“

Das Umfeld muss stimmen

beatrdt am Donnerstag den 19. August 2010 um 17:10 Uhr

8 Prozent des kantonalen BIP werden im Tourismus erwirtschaftet, im Oberland sind es 26 Prozent. Der Tourismus ist arbeitsintensiv. Jeder zehnte Arbeitsplatz im Kanton ist vom Tourismus abhängig. Das Unesco-Weltkulturerbe, die Museen mit den Sonderausstellungen und das pittoreske Umland haben noch grosses Potenzial. Tourismus ist in erster Linie ein globaler Markt, welcher seine Kunden im Ausland akquiriert. Leider ist die Hauptstadt aus touristischer Sicht noch immer ein weisser Fleck auf der Weltkarte. Dass die touristische Wertschöpfungskette nicht bei Hotels, Museen, Grossmetzger und Taxis zu Ende ist, zeigen alle Kurorte unseres Landes. Handel und Gewerbe, vom Shop über den Maler bis zur Steuerverwaltung, profitieren davon. Der Köder muss aber dem Fisch schmecken, nicht dem Fischer. Angefangen bei der Sauberkeit, frisch-frechem Standortmarketing bis zum kreativen Denken. Die Altstadt als «Kurzone» würde zum Beispiel Öffnungszeiten am Sonntag erlauben. Über die eine oder andere Boutique am verregneten Sonntag würden sich nicht nur unsere Gäste freuen.

Urs Bührer (48) ist Direktor des Hotels Bellevue Palace. Er berichtet in dieser Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem «Bellevue»-Alltag.

Messlatte ist hoch angesetzt

beatrdt am Mittwoch den 12. August 2009 um 10:54 Uhr

Wie oft hören wir, dass uns aus touristischer Sicht das östliche Nachbarland oder Asien Nasenlängen voraus ist. Zweifellos wird die Hotellerie gerne mit der internationalen Konkurrenz verglichen. Dies gilt für den Service und insbesondere  für die Infrastruktur. Gerade Fünfsternehotels sind ein kapitalintensives Geschäft. In diesem Jahr werden alleine von den 39 Swiss Deluxe Hotels über 300 Millionen investiert. Die steigenden Anforderungen einer kosmopolitischen Kundschaft schrauben die Standards in die Höhe. Das hat seinen Preis. Vergleichen wir aber das globale Preis-Leistungs-Verhältnis, kann die Schweizer Hotellerie ohne Mühe international mithalten. Kommt dann noch die Dienstleistungsbereitschaft der Mitarbeiter dazu, werden die Erwartungen übertroffen. Den Gast begeistern heisst auch, dass wir uns als Botschafter der Schweiz verstehen und  das positive Image pflegen.
Und übrigens: Was heisst, die Schweiz sei teuer? Ein Kaffee in Mailand, Paris oder London kostet zwischen 10 und 13 Franken. Da ist dieser im «Bellevue» mit Fr. 4.80 mehr als korrekt – Aussicht auf die Alpen inklusive!

Auf dem roten Teppich

beatrdt am Dienstag den 11. August 2009 um 07:32 Uhr

Ein- bis zweimal im Jahr findet im «Bellevue» ein offizieller Staatsbesuch statt. Für alle ein spezieller Anlass, repräsentieren wir doch mit unserer Arbeit die Schweiz.

Für uns beginnt ein Staatsbesuch Monate im Voraus mit der Zimmereinteilung oder der Besprechung der Menüs. Jedes Detail wird mit dem Protokoll des EDA koordiniert. Improvisation ist an einem solchen Tag fehl am Platz. Kurz vor Ankunft des hohen Gastes bleibtz keine Zeit, den roten Teppich zu reinigen oder Blumen in den Landesfarben des Gastes zu organisieren.

Da stellt sich eher die Frage, ob es auf dem Teppich der Suite wieder Fussspuren hat, weil die Sicherheitsleute durchgelaufen sind, oder ob die Früchteplatte auch wirklich keine Früchte enthält, auf die der Gast allergisch sein könnte. Während der Staatsgast vom Hoteldirektor begrüsst wird, laufen in der Küche und im Service die Vorbereitungen für das Galadinner auf Hochtouren. Ein Staatsdinner zu servieren erfordert von allen Beteiligten höchste Konzentration. Umso schöner, wenn nach einem gelungenen Abend der Bundespräsident in der Küche erscheint, um zu danken.

Urs Grimm (33) ist Vizedirektor des Hotel Bellevue-Palace. Er berichtet in dieser Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem «Bellevue»-Alltag.

Das Hotel ist eine Bühne

beatrdt am Montag den 10. August 2009 um 10:23 Uhr

Hotellerie ist mehr als nur schlafen! Schöne Räume sind das eine, im Bellevue treffen sich Leidenschaft und Emotion. Das Haus lebt für Menschen. Wir verstehen uns nicht als steifes Staatshotel, sondern als Bühne für Politiker, Geschäftsleute, verliebte Pärchen, für alle die etwas zu feiern haben, oder als trendiger Treffpunkt, wo man Freunde zum Martini trifft. Wie in einem Theaterstück gehören kreative Inszenierungen wie die märchenhafte Weihnachtsdekoration, die floralen Elemente, der richtige Gäste-Mix oder auch die Garderobe zum Konzept (letztere darf durchaus auch légère sein). In allen grossen Metropolen schreiben Grand Hotels Geschichte und haben ihren festen Platz. Auch Bern darf stolz auf sein Bellevue sein. Schwellenangst ist daher unser grösster Feind. Grundlos, denn mit dem Umbau der Bellevue Bar wurde ein grosser Schritt zur Öffnung getan, und mit dem Facelifting der Lobby wird diese ab Herbst «tout Bern» als neuer Begegnungsort zur Verfügung stehen.  Bern darf sich mit gutem Gewissen hauptstädtischer geben. Urbaner Lifestyle tut auch der Hauptstadt gut.



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