8 Prozent des kantonalen BIP werden im Tourismus erwirtschaftet, im Oberland sind es 26 Prozent. Der Tourismus ist arbeitsintensiv. Jeder zehnte Arbeitsplatz im Kanton ist vom Tourismus abhängig. Das Unesco-Weltkulturerbe, die Museen mit den Sonderausstellungen und das pittoreske Umland haben noch grosses Potenzial. Tourismus ist in erster Linie ein globaler Markt, welcher seine Kunden im Ausland akquiriert. Leider ist die Hauptstadt aus touristischer Sicht noch immer ein weisser Fleck auf der Weltkarte. Dass die touristische Wertschöpfungskette nicht bei Hotels, Museen, Grossmetzger und Taxis zu Ende ist, zeigen alle Kurorte unseres Landes. Handel und Gewerbe, vom Shop über den Maler bis zur Steuerverwaltung, profitieren davon. Der Köder muss aber dem Fisch schmecken, nicht dem Fischer. Angefangen bei der Sauberkeit, frisch-frechem Standortmarketing bis zum kreativen Denken. Die Altstadt als «Kurzone» würde zum Beispiel Öffnungszeiten am Sonntag erlauben. Über die eine oder andere Boutique am verregneten Sonntag würden sich nicht nur unsere Gäste freuen.
Urs Bührer (48) ist Direktor des Hotels Bellevue Palace. Er berichtet in dieser Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem «Bellevue»-Alltag.
