Ein- bis zweimal im Jahr findet im «Bellevue» ein offizieller Staatsbesuch statt. Für alle ein spezieller Anlass, repräsentieren wir doch mit unserer Arbeit die Schweiz.
Für uns beginnt ein Staatsbesuch Monate im Voraus mit der Zimmereinteilung oder der Besprechung der Menüs. Jedes Detail wird mit dem Protokoll des EDA koordiniert. Improvisation ist an einem solchen Tag fehl am Platz. Kurz vor Ankunft des hohen Gastes bleibtz keine Zeit, den roten Teppich zu reinigen oder Blumen in den Landesfarben des Gastes zu organisieren.
Da stellt sich eher die Frage, ob es auf dem Teppich der Suite wieder Fussspuren hat, weil die Sicherheitsleute durchgelaufen sind, oder ob die Früchteplatte auch wirklich keine Früchte enthält, auf die der Gast allergisch sein könnte. Während der Staatsgast vom Hoteldirektor begrüsst wird, laufen in der Küche und im Service die Vorbereitungen für das Galadinner auf Hochtouren. Ein Staatsdinner zu servieren erfordert von allen Beteiligten höchste Konzentration. Umso schöner, wenn nach einem gelungenen Abend der Bundespräsident in der Küche erscheint, um zu danken.
Urs Grimm (33) ist Vizedirektor des Hotel Bellevue-Palace. Er berichtet in dieser Kolumne, die online als Blog erscheint, aus dem «Bellevue»-Alltag.
